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	<title>Selbstbewusstsein &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Erweckt der Neid das Gefühl, eine andere Person habe ihren Erfolg nicht verdient und müsse vom hohen Ross heruntergeholt werden, entsteht schwarzer Neid, der meist in Missgunst umschlägt. Reinhard Haller ergänzt: „Wenn jemand dann der anderen Person nicht das Wasser reichen kann und es gar nicht möglich ist, sie „zurechtzustutzen“, also abzuwerten, verdichtet sich die ... <a title="Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/frustrierte-missgunst-schlaegt-in-hass-um.html" aria-label="Mehr Informationen über Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erweckt der Neid das Gefühl, eine andere Person habe ihren Erfolg nicht verdient und müsse vom hohen Ross heruntergeholt werden, entsteht schwarzer Neid, der meist in Missgunst umschlägt. Reinhard Haller ergänzt: „Wenn jemand dann der anderen Person nicht das Wasser reichen kann und es gar nicht möglich ist, sie „zurechtzustutzen“, also abzuwerten, verdichtet sich die so frustrierte Missgunst in Hass.“ Der destruktive Neid ist also eine Hassquelle ersten Grades. Er ist Ursache für Feindschaften unter Geschwistern und Generationen, zwischen Partnern und Freunden, zwischen Gesellschaftsschichten und Völkern. Kinder beneiden andere, weil diese besser Schul- oder Sportleistungen erbringen, mehr Taschengeld und schönere Geschenke bekommen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6282"></span></p>
<p><strong>Destruktiver Neid hat immer mit angeschlagenen Selbstbewusstsein zu tun</strong></p>
<p>Zwischen Geschwistern entsteht oft eine lebenslange Feindschaft, weil einer dem anderen die bessere Heirats-Partie oder den ungerecht größeren Erbanteil missgönnt. Reinhard Haller fügt hinzu: „Der Neid wegen beruflicher, künstlerischer oder sportlicher Erfolge weckt Hass in den Herzen der Kollegen und Konkurrentinnen. Der in einer jahrhundertelangen Tradition entstandene, in das Grauen des Holocaust mündende Judenhass wurde durch Neid auf die vermeintlich Tüchtigeren, Wohlhabenderen, geschäftlich Geschickteren, Schlaueren, angeblich die Weltherrschaft an sich reißenden Juden geschürt. </p>
<p>Hass wird solange unter den Menschen sein, wie es ihnen nicht gelingt, den zur Grundausstattung der menschlichen Gefühlswelt gehörenden Neid in eine positive, motivierende und konstruktive Form umzuwandeln – was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Reinhard Haller erläutert: „Destruktiver Neid hat aber immer – dies wird allgemein zu wenig bedacht – mit angeschlagenen Selbstbewusstsein zu tun, weil dadurch die Blick auf die eigenen Stärken und Erfolge verloren geht.“</p>
<p><strong>Die Eifersucht ist Liebe plus Hass</strong></p>
<p>Zudem wäre bei gutem Selbstbewusstsein die innere Zufriedenheit mehr von sich selbst als von äußeren Umständen abhängig. Reinhard Haller erklärt: „Zur Überwindung des zu Hass führenden destruktiven Neides schlägt man in der Psychotherapie vier Schritte vor: Den Neid nicht unterdrücken oder abwehren, sondern wahrnehmen und analysieren. Missgunst in positiven Neid umwandeln. Unrealistische Vergleiche unterlassen. Den Blick für die eigenen Stärken und Möglichkeiten schärfen.“</p>
<p>Es gilt, destruktiven Neid entweder gar nicht erst zuzulassen oder ihn zu bewältigen. Denn „der Neid, der keinen Weg sieht, begibt sich auf den einzigen Ausweg: ins Verbrechen“, sagt Erich Kästner (1899 – 1974). Er meint damit wohl das Hassverbrechen. Eifersucht wird dagegen als ein quälender Gefühlsmix aus Verunsicherung, Angst vor Liebesentzug, Gekränktheit, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Rachebedürfnissen, Wut und Hass empfunden. „Liebe sieht scharf. Hass sieht schärfer. Eifersucht sieht am schärfsten, denn sie ist Liebe plus Hass.“ Mit seinem aus Arabien stammenden Aphorismus wird das Wesen der Eifersucht sehr genau beschrieben. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Abenteuer versprechen Funken zu versprühen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2024 01:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Handeln bedeutet, sich in die Welt hinauszuwagen, ohne genau zu wissen, wie dieses Abenteuer sich gestalten wird, und ohne absehen zu können, welche Folgen die Begegnung zwischen dem Handeln eines Menschen und der Welt haben wird. Charles Pépin fügt hinzu: „Doch dieses Abenteuer verspricht Funken zu versprühen, umso mehr, als wir reich sind an Innenleben ... <a title="Abenteuer versprechen Funken zu versprühen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/abenteuer-versprechen-funken-zu-verspruehen.html" aria-label="Mehr Informationen über Abenteuer versprechen Funken zu versprühen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Handeln bedeutet, sich in die Welt hinauszuwagen, ohne genau zu wissen, wie dieses Abenteuer sich gestalten wird, und ohne absehen zu können, welche Folgen die Begegnung zwischen dem Handeln eines Menschen und der Welt haben wird. Charles Pépin fügt hinzu: „Doch dieses Abenteuer verspricht Funken zu versprühen, umso mehr, als wir reich sind an Innenleben und in der Verborgenheit unserer Häuser und Zimmer den Garten unserer Innerlichkeit zu pflegen gewusst haben.“ Dem Innenleben neue Nahrung geben und sich dann in die Welt wagen, in sich gehen und dann wieder hinausgehen, diese Haltung gleicht einem Pas de deux und begünstigt Begegnungen weit mehr als die hartnäckige Bemühung, mit anderen in Kontakt zu kommen. Charles Pépin ist Schriftsteller und unterrichtet Philosophie. Seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. <span id="more-5665"></span></p>
<p><strong>Die Begegnung mit anderen stärkt das Selbstbewusstsein</strong></p>
<p>Charles Pépin hat, mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel, die Notwendigkeit der Begegnung mit anderen für die Entstehung von Selbstbewusstsein aufgezeigt, und dass sich Menschen durch die Berührung mit ihnen verändern. Hegels berühmte Dialektik hat geholfen zu begreifen, dass eine Idee des Widerspruchs bedarf, um in ihrer Unterschiedlichkeit vollends offenbar zu werden, dass ein Individuum die Erfahrung des Anderssein machen muss, um seine Einzigartigkeit zu erfassen.</p>
<p>Charles Pépin erklärt: „Wenn wir handeln, begeben wir uns in die Außenwelt. Dabei wenden wir uns nicht von unserer Innerlichkeit ab, sondern streben im Gegenteil danach, ihr gegenständliches Dasein zu verleihen.“ Das Hinausgehen ermöglicht, dass sich in einem Menschen Anbahnende wirksam werden zu lassen, Anerkennung für die Dinge zu bekommen, die dieser Person wichtig sind: Gefühle, die sie durchfluten, Vorlieben, die sie beseelen, Werte, die sie in sich trägt.</p>
<p><strong>Früher oder später müssen Menschen hinausgehen</strong></p>
<p>Wie soll man diese Anerkennung bekommen, ohne jemandem zu begegnen? Unmöglich. Bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel muss sogar der „absolute Geist“ seine Heimstatt verlassen und aktiv werden, um zu wissen, dass er Gott ist. Charles Pépin ergänzt: „In dem subjektiven Gefühl, das er von seinem Wert hat, ist Gott „bei sich“, aber das reicht ihm nicht. Für den Gott Hegels gilt wie für uns Menschen: Allein das Anderssein erlaubt uns zu wissen, welchen Wert wir haben, wer wir wirklich sind.“</p>
<p>Früher oder später müssen Menschen also hinausgehen. Dieses Hinausgehen kann in einem ersten Schritt auch metaphorisch verstanden werden im Sinne von „aus sich herausgehen“. Charles Pépin erläutert: „Hinausgehen ist vor allem ein Aus-sich-Herausgehen: Wir lassen den beunruhigenden Alltag hinter uns, verlassen die Komfortzone, setzen uns in Bewegung, um Dinge zu bewegen. Die Lockdowns, die wir in letzter Zeit durchmachen mussten, haben uns gezwungen, unsere Beziehungen neu zu denken.“ Quelle: „Kleine Philosophie der Begegnung“ von Charles Pépin</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Behauptungen dienen der Beeinflussung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2022 01:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Behauptung]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Thorsten Havener vertritt die These, dass das Aufstellen einer Behauptung eine der grundlegendsten Methoden der Beeinflussung ist. Es ist in vielen Fällen tatsächlich so einfach. Der Manipulator stellt einfach voller Selbstbewusstsein irgendeine Behauptung auf und schaut, was passiert. Thorsten Havener betont: „Eine einfache Behauptung ist ein unglaublich starkes Mittel der Einflussnahme. Das Schöne daran: Mit ... <a title="Behauptungen dienen der Beeinflussung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/behauptungen-dienen-der-beeinflussung.html" aria-label="Mehr Informationen über Behauptungen dienen der Beeinflussung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thorsten Havener vertritt die These, dass das Aufstellen einer Behauptung eine der grundlegendsten Methoden der Beeinflussung ist. Es ist in vielen Fällen tatsächlich so einfach. Der Manipulator stellt einfach voller Selbstbewusstsein irgendeine Behauptung auf und schaut, was passiert. Thorsten Havener betont: „Eine einfache Behauptung ist ein unglaublich starkes Mittel der Einflussnahme. Das Schöne daran: Mit genügend Selbstbewusstsein vorgetragen wird derjenige, der die Behauptung aufstellt, nie nach Beweisen für seine Prognosen gefragt.“ Ein wahrer Meister im selbstbewussten Aufstellen wilder Behauptungen ist der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Er hat, so die Tagesschau, in seiner vierjährigen Amtszeit über 22.000 falsche Behauptungen aufgestellt. Danach hat er die wohlbekannte Technik der Wiederholungen genutzt, um die falschen Aussagen immer wieder zu repräsentieren und so Glaubwürdigkeit zu suggerieren. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-3758"></span></p>
<p><strong>Gaslighting ist eine emotionale Manipulation</strong></p>
<p>Donald Trump tat das mit Erfolg. Die Aussagen standen im Raum, die Angegriffenen waren damit beschäftigt, die Aussagen zu widerlegen, was aber nicht alle Menschen erreicht hat, die zuvor den Schwachsinn von Trump gelesen hatten. Trump hat zum Beispiel über 260 Mal behauptet, die Mauer zwischen den USA und Mexiko werde von den Mexikanern gezahlt werden – völliger Unsinn. Solche Behauptungen sind gewöhnlich schwammig formuliert und sie werden gewöhnlich einfach mal stehen gelassen. Der „Experte“ beweist die Richtigkeit seiner Aussage einfach nicht. </p>
<p>Das scheint Thorsten Havener eine geeignete Stelle zu sein, einen Begriff zu erwähnen, der in den letzten Jahren immer stärker Beachtung gefunden hat, das sogenannte Gaslighting oder auch der Gaslight-Effekt. Der Begriff wurde geprägt durch die Psychoanalytikerin und Autorin Dr. Robin Stern. Sie hat ein sehr gutes Buch darüber geschrieben. Gaslighting ist eine „emotionale Manipulation, bei der ein Gaslighter versucht, einen anderen davon zu überzeugen, dass er sein Verhalten oder seine Beweggründe falsch erinnert, falsch versteht oder interpretiert. </p>
<p><strong>Natürliche Manipulationen werden oft nicht erkannt</strong></p>
<p>„So sät er Zweifel, weshalb sie sich verletzlich und verwirrt vorkommen“, so Stern wörtlich in ihrem Buch. Eine Behauptung muss übrigens nicht immer laut ausgesprochen werden. Sie kann durch einen anderen Satz auch durch die Hintertür auf den Plan treten. Thorsten Havener erklärt: „Das kann bis zur Erpressung in der Partnerschaft reifen. Wenn der manipulative Partner etwa eine Forderung stellt und dann – meist ungefragt – hinzufügt: „Aber du liebst mich doch!“ Wenn der andere nicht macht, was man will, liebt er einen nicht. Das ist extrem manipulativ. </p>
<p>Je natürlicher sich eine Manipulation in eine Situation einfügt, desto eher wird sie vom Opfer angenommen und nicht als solche erkannt. Zum Beispiel hat der Webberater Jacob Nielsen in vergleichenden Versuchen herausgefunden, dass Internetuser bei Bestellungen überwiegend die obere von zwei Optionen nehmen. Thorsten Havener findet so etwas ja unglaublich spannend. Warum das so ist, weiß kein Mensch. Es scheint eine natürliche Standardeinstellung bei den meisten Menschen zu sein. Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Es gibt kein Bewusstsein ohne Selbstbewusstsein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 05:51:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine der bemerkenswerten Tatsachen des Bewusstseins besteht laut Markus Gabriel darin, dass man eigentlich nicht wirklich bestreiten kann, dass man bewusst ist. Diese Unhintergehbarkeit des Bewusstseins verbirgt sich hinter dem wohl bekanntesten Satz der neuzeitlichen Philosophie. Nämlich René Descartes` unendlich oft zitiertem: „Ich denke, also bin ich.“ In seinen „Meditationen über die erste Philosophie“ drückt ... <a title="Es gibt kein Bewusstsein ohne Selbstbewusstsein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-kein-bewusstsein-ohne-selbstbewusstsein.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt kein Bewusstsein ohne Selbstbewusstsein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der bemerkenswerten Tatsachen des Bewusstseins besteht laut Markus Gabriel darin, dass man eigentlich nicht wirklich bestreiten kann, dass man bewusst ist. Diese Unhintergehbarkeit des Bewusstseins verbirgt sich hinter dem wohl bekanntesten Satz der neuzeitlichen Philosophie. Nämlich René Descartes` unendlich oft zitiertem: „Ich denke, also bin ich.“ In seinen „Meditationen über die erste Philosophie“ drückt er diesen Gedanken folgendermaßen aus: „Denken? Hier liegt es: Das Denken ist`s, es allein kann von mir nicht getrennt werden. Wie lange aber? Nun, solange ich denke. Denn vielleicht könnte es sogar geschehen, dass ich, wenn ich ganz aufhörte zu denken, alsbald auch aufhörte zu sein.“ Markus Gabriel hat seit 2009 den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne und ist dort Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. <span id="more-2324"></span></p>
<p><strong>Menschen bewerten dauernd ihre bewusst erlebten Gedanken</strong></p>
<p>Selbstbewusstsein bedeutet einerseits den Umstand, dass Menschen bewusst sind und sich ausdrücklich damit, also mit ihrem Bewusstsein, beschäftigen. Selbstbewusstsein ist andererseits allerdings genaugenommen ein viel alltäglicheres Phänomen, als es in dieser Perspektive erscheinen mag. Menschen beziehen nämlich dauernd Stellung zu ihren eigenen geistigen Zuständen, zu ihren Gedanken, ohne ausdrücklich darüber zu reflektieren, dass sie über ihr Bewusstsein nachdenken. Heute ist die Ansicht verbreitet, es gebe eigentlich kein Bewusstsein ohne Selbstbewusstsein. Die beiden seien irgendwie untrennbar miteinander verwoben.</p>
<p>Menschen bewerten andauernd die Gedanken und Eindrücke, die sie bewusst erleben. Natürlich kann man sich über einen Gedanken oder einen sinnlichen Eindruck freuen oder auch ärgern. Markus Gabriel erklärt: „Ein großer Teil der menschlichen Gefühlswelt hat die Form des Selbstbewusstseins. Diese besteht nicht darin, dass wir unsere Innenwelt mit einem nach innen gerichteten Blick erforschen, sondern darin, dass intentionales und phänomenales Bewusstsein prinzipiell verschränkt sind.“</p>
<p><strong>Die moralischen Werte sind an die Gefühlswelt gekoppelt</strong></p>
<p>Menschen haben keine Bewusstseinszustände, ohne dass diese ihnen bereits auf eine bestimmte Weise bewertet erscheinen. Auf dieser Grundlage wird es erst verständlich, warum die moralischen Werte eines Menschen an seine Gefühlswelt gekoppelt sind. Weil Menschen überhaupt erst deswegen moralfähig sind, wenn sie ein Bewusstsein davon haben, dass andere auch ein Bewusstsein haben, und diese Struktur alltäglich als dauernd neu zu kalibrierendes Wertesystem erleben.</p>
<p>Die erzählende Literatur und die Lyrik haben über Jahrtausende dazu beigetragen, dass man zu einem besseren Verständnis des menschlichen Bewusstseins gelangt ist. Die wissenschaftliche Disziplin der Psychologie entsteht kaum zufällig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gefolge literarischer Höhenflüge der Selbsterkundung. Sigmund Freud, der Durchbrüche in der Psychoanalyse errang, verfügte über profunde Kenntnisse von Mythologie, Kunst und Literatur. Die Geistesgeschichte ist unter anderem eine Geschichte der Erweiterung und Veränderung des Bewusstseins. Quelle: „Ich ist nicht Gehirn“ von Markus Gabriel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Fundamentalist leidet unter einem geringen Selbstbewusstsein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2019 07:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fundamentalist]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
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					<description><![CDATA[Fundamentalistische Entwicklungen sind letzten Endes traurige Entwicklungen. Georg Milzner erläutert: „Wie im Fall des Narzissmus, wo ein künstliches Selbst sich in tausend Spiegeln seiner Bedeutung versichert, so liegt auch beim Fundamentalismus eine Bedürfnislage vor, die bei einer gelungenen Selbst-Entwicklung in dieser Form nicht bestünde.“ Diese Bedürfnislage richtet sich auf Dinge, die selbstverständlich sein sollten, es ... <a title="Ein Fundamentalist leidet unter einem geringen Selbstbewusstsein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-fundamentalist-leidet-unter-einem-geringen-selbstbewusstsein.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Fundamentalist leidet unter einem geringen Selbstbewusstsein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fundamentalistische Entwicklungen sind letzten Endes traurige Entwicklungen. Georg Milzner erläutert: „Wie im Fall des Narzissmus, wo ein künstliches Selbst sich in tausend Spiegeln seiner Bedeutung versichert, so liegt auch beim Fundamentalismus eine Bedürfnislage vor, die bei einer gelungenen Selbst-Entwicklung in dieser Form nicht bestünde.“ Diese Bedürfnislage richtet sich auf Dinge, die selbstverständlich sein sollten, es aber in einer Epoche diffundierender Aufmerksamkeit längst nicht mehr sind: Ordnung und Halt. Für gewöhnlich wird der Fundamentalismus ähnlich wie der Narzissmus mit einem geringen Selbstbewusstsein sowie mit dem Wunsch nach persönlicher Aufwertung verknüpft. Diese beiden Elemente sind ohne Zweifel aus individuellen Biografien herauszufiltern. Doch sie genügen keinesfalls, um das Phänomen in seiner Breite zu erklären. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut. <span id="more-2066"></span></p>
<p><strong>Ein Fundamentalist orientiert sich an Ordnungsprinzipien</strong></p>
<p>Man muss sich den werdenden Fundamentalisten als einen Menschen vorstellen, der sieht, dass um ihn herum Menschen zu sich finden, sich an inneren Werten orientieren und eigene Vorstellungen verwirklichen. Sie haben und entwickeln etwas, was er nicht hat oder verwirklichen kann. Wieso aber ist er dazu nicht in der Lage? Die Antwort liegt an einem Mangel an Selbstwahrnehmung. Man kann ja nur verwirklichen, was man in sich erkennt, was also die Bewusstseinsgrenze überschritten hat.</p>
<p>Was nur unterschwellig vorhanden ist, aber nicht ins Bewusstsein eintritt, kann nicht Teil einer bewussten Lebensgestaltung werden. So besehen ist Fundamentalismus eigentlich schrecklich, aber für den Fundamentalisten fühlt es sich anders an. In seiner Kompensation des Fehlenden unternimmt er eine Umwertung jener Werte, denen zu entsprechen ihm nicht gelingt. In seiner neuen Hierarchie knüpft er Selbstverwirklichung und Selbstfindung dann nicht mehr an die Erfahrung seiner eigenen Vielfalt, sondern an das Einhalten von Ordnungsprinzipien.</p>
<p><strong>Ein Fundamentalist besitzt kein wirkliches Selbst mehr</strong></p>
<p>Man könnte so weit gehen, zu sagen, dass der Fundamentalist gar kein wirkliches Selbst mehr besitzt. Georg Milzner erklärt: „Anders als die Narzissten gewinnt er sein Identitätsgefühl ja aus der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und dem Befolgen der oftmals extremen Regeln, denen diese Gemeinschaft folgt. Belohnt wird der Fundamentalist für diese Disziplin durch die Gewissheit, immer recht zu haben.“ Es ist dieses Rechthaben um jeden Preis, das zeigt, dass das falsche Selbst des Fundamentalisten im Grunde gleichfalls reines Ego ist.</p>
<p>Nur dass im Gegensatz zum Narzissten hier nicht der Spiegel das Entscheidende ist, sondern die gleichgeschaltete Gruppe, die natürlich immer richtigliegt. Insofern ist der Fundamentalist vom Selbst ebenso weit weg wie der Narzisst. Nur eben als Ego, das jenem Super-Ego zugehört, das die immerfort recht habende Gemeinschaft darstellt. Jeglicher Fundamentalismus setzt die Regel gegen den Einzelnen, das für jeden Verbindliche gegen das Individuelle. Der Fundamentalismus ist damit der erklärte Feind jeder am Individuum orientierten Lebensform, jeder Selbstverwirklichung, jeglichen Strebens nach Selbst-Sein. Quelle: „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ von Georg Milzner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Wille ist der Ursprung des Selbstbewusstseins</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/der-wille-ist-der-ursprung-des-selbstbewusstseins.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Oct 2017 07:07:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbewusstsein]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit jedem Entschluss wird etwas „ent-schlossen“, was vorher „ver-schlossen war: das Selbst. Es steht also immer wieder neu zum willentlichen Entschluss an. Das freie Selbst drückt sich permanent aus, äußert sich ständig. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Das Individuum versichert sich durch sein Wollen und Tun seiner Identität. Ich will, ich kann, ich tue ... <a title="Der Wille ist der Ursprung des Selbstbewusstseins" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-wille-ist-der-ursprung-des-selbstbewusstseins.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Wille ist der Ursprung des Selbstbewusstseins">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit jedem Entschluss wird etwas „ent-schlossen“, was vorher „ver-schlossen war: das Selbst. Es steht also immer wieder neu zum willentlichen Entschluss an. Das freie Selbst drückt sich permanent aus, äußert sich ständig. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Das Individuum versichert sich durch sein Wollen und Tun seiner Identität. Ich will, ich kann, ich tue – dadurch entsteht erst das Ich, das sich durch sein Wollen, Können und Tun selbst erfährt.“ Deswegen ist der Wille der eigentliche Ursprung des Selbstbewusstseins. Die Energie für die Taten des freien Menschen kommt von innen. Nur dann erfährt sich der Mensch als eigenständig und für-sich-stehend. Denn wenn ein Mensch aus innerem Antrieb heraus in die Welt wirkt, dann wird er auf Widerstände stoßen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein. <span id="more-1746"></span></p>
<p><strong>Nichts im Leben passiert einfach so</strong></p>
<p>An diesen Widerständen erkennt der Mensch das Eigene, erst durch diesen Gegensatz von Ich und Außenwelt erlebt er das Ich in der Differenz zu dem Anderen. Man wird also nicht durch die Lebensumstände, mit denen man verwoben ist, geformt und zu dem gemacht, der man ist. Die Umstände und Verhältnisse, in denen man steht, sind nur ein Spiegel, in dem man sich selbst erkennen kann, wenn man sich in ihnen sichtbar macht. Man wählt selbst, wer man ist. Und durch die Grenzen zwischen dem eigenen Willen und dem Widerstand von außen umreißt man seine Persönlichkeit.</p>
<p>Anja Förster und Peter Kreuz betonen: „Somit passiert nichts in Ihrem Leben einfach so. Nichts wird getan.“ Man entscheidet, weil man es so will. Es ist einem nicht einfach widerfahren. Und mit allem, was einen an dem Status quo stört, fordert man sich selbst heraus. Natürlich hatte man seine heutige Gegenwart nicht als bewusstes Ziel auf dem Plan. Die persönliche Gegenwart ist wie ein Puzzle aus unendlich vielen kleinen Entscheidungen. Und viele dieser Entscheidungen hat man unbewusst oder vielleicht sogar unachtsam gefällt, ohne im entscheidenden Moment die volle Tragweite zu überblicken. </p>
<p><strong>Die Humanität beginnt mit der Eingrenzung des Ichs</strong></p>
<p>Allerdings ist auch klar: Ein Team, in dem nur Egoisten spielen, kann nicht funktionieren. Es braucht Mannschaftsspieler. Freiheit und Selbstbestimmung haben in der deutschen Kultur einen schlechten Klang. Regeln und Beschränkungen, feste Grenzen und Vorgaben werden ja nicht aufgestellt, um Menschen zu versklaven, sondern um zum Besten aller zu wirken. Anja Förster und Peter Kreuz erläutern: „Die Regeln und Gesetze zwingen dem Individuum die Zivilisation auf.“ Ohne die Reglementierungen gäbe es auch heute nur Wilde, die sich die Keulen um die Ohren schlagen – glauben die Individualismuskritiker. </p>
<p>Die individuelle Freiheit, die in der Theorie so motivierend klingt, ist als Kollektiv von freien Egos in der Praxis nichts anderes als wilde Natur, in dem der Schwächere dem Stärkeren ausgesetzt ist, argwöhnen viele. Darum beginnt für sie Humanität mit der Eingrenzung des Ichs: Wenn Menschen sich in die Zivilisation einordnen, dann dadurch, dass sie von außen vorgegebene Jas und Neins akzeptieren lernen, die ihren Wunsch nach Selbstbestimmung zurechtstutzen – so wie der Pubertierende lernen muss sich unterzuordnen, weil er sonst von der Schule fliegt. Quelle: „Nein“ von Anja Förster und Peter Kreuz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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