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	<title>Psychiater &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Verrückte haben keinen Kontakt zur Realität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2023 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Philipp Sterzer will darüber sprechen, was „verrückt“ überhaupt bedeutet. Als „verrückt“ bezeichnet man jemanden, der offenbar den Kontakt zur Realität verloren hat und sich in seinem Kopf eine Welt zurechtspinnt, die mit der Welt, wie die anderen Menschen sie kennen, nichts oder nur wenig zu tun hat. Phillip Sterzer ergänzt: „Eine Person, die wir für ... <a title="Verrückte haben keinen Kontakt zur Realität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/philipp-sterzer-verrueckt-eine-begriffsklaerung.html" aria-label="Mehr Informationen über Verrückte haben keinen Kontakt zur Realität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Philipp Sterzer will darüber sprechen, was „verrückt“ überhaupt bedeutet. Als „verrückt“ bezeichnet man jemanden, der offenbar den Kontakt zur Realität verloren hat und sich in seinem Kopf eine Welt zurechtspinnt, die mit der Welt, wie die anderen Menschen sie kennen, nichts oder nur wenig zu tun hat. Phillip Sterzer ergänzt: „Eine Person, die wir für „verrückt“ erklären, ist also überzeugt von Dingen, die aus unserer Sicht als unwahr oder sogar abwegig sind. Wir erkennen das zum einen an den Äußerungen der Person, aber auch an ihren Handlungen.“ Denn wenn man von etwas überzeugt ist, dann handelt man in der Regel auch nach dieser Überzeugung. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-4520"></span></p>
<p><strong>Der Begriff „verrückt“ hat eindeutig einen negativen Beigeschmack</strong></p>
<p>Nicht ohne Grund spricht Philipp Sterzer von Überzeugungen. Nach der Definition des Duden ist eine Überzeugung „eine feste, unerschütterliche […] Meinung oder ein fester Glaube“. Diese subjektive Gewissheit, die im Wesen von Überzeugungen liegt, ist auch bei Menschen anzutreffen, die man für „verrückt“ hält. Es gehört zur „Verrücktheit“ dazu, dass man sich von seinen Überzeugungen nicht so leicht abbringen lässt. „Verrückt“ ist ein allgemeinsprachlicher Begriff und kein medizinischer oder psychologischer Fachterminus. </p>
<p>Der Begriff „verrückt“ hat eindeutig einen negativen Beigeschmack, und wenn man ihn im Zusammenhang mit anderen Personen verwendet, dann will man damit in der Regel sagen, dass mit ihnen etwas grundsätzlich nicht stimmt. Als Psychiater will man genau das aus sehr guten Gründen nicht tun. Philipp Sterzer erklärt: „Um Menschen nicht in dieser Weise abzustempeln, verwenden wir beschreibende Begriffe, um Symptome zu benennen, und geben (manchmal zu schnell) Diagnosen, um die Symptome einzuordnen und auf dieser Grundlage therapeutische Entscheidungen zu treffen.“</p>
<p><strong>Psychische Symptome können sich zurückbilden</strong></p>
<p>Psychische Symptome und psychiatrische Diagnosen sind nicht in Stein gemeißelt und sehr häufig reversibel, das heißt, sie können sich zurückbilden. Schon aus diesem einfachen Grund sollten Psychiater unbedingt Begriffe vermeiden, die Menschen als grundsätzlich „nicht in Ordnung“ abstempeln und damit stigmatisieren. Ulrich Sterzer hält es sogar für eine der wichtigsten Aufgaben eines Psychiaters, dieser Form der Stigmatisierung entschlossen entgegenzutreten.</p>
<p>Philipp Sterzer möchte weder Moralapostel noch Sprachpolizei spielen. Ihm geht es nicht darum, das Wort „verrückt“ zu verbieten. Sondern darum, ein Phänomen zu beschreiben, es zu verstehen und schließlich daraus zu lernen. Das Phänomen, um das es geht, ist dieses: „Wir machen uns ein Bild von der Welt, von dem wir in vielerlei Hinsicht fest überzeugt sind. Wenn die Überzeugungen anderer mit unseren übereinstimmen, halten wir sie für „normal“, wenn nicht, erklären wir sie gern für „verrückt“.“ Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der IQ bestimmt die Intelligenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jun 2022 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Lange Zeit stritt man in Fachkreisen herum, ob die Dummheit Voraussetzung oder Folge psychischer Erkrankungen sei oder ob die Intelligenzstörung als Prinzipienfrage zu behandeln wäre. Heidi Kastner erläutert: „Manche erblickten ihren Ausgangspunkt im Auftreten von Wahnideen mit derart verquerer Logik, wie sie ein gesundes, mit allen üblichen Fähigkeiten ausgestattetes Gehirn wohl unmöglich ersinnen konnte.“ Der ... <a title="Der IQ bestimmt die Intelligenz" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-formen-der-intelligenzminderung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der IQ bestimmt die Intelligenz">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Zeit stritt man in Fachkreisen herum, ob die Dummheit Voraussetzung oder Folge psychischer Erkrankungen sei oder ob die Intelligenzstörung als Prinzipienfrage zu behandeln wäre. Heidi Kastner erläutert: „Manche erblickten ihren Ausgangspunkt im Auftreten von Wahnideen mit derart verquerer Logik, wie sie ein gesundes, mit allen üblichen Fähigkeiten ausgestattetes Gehirn wohl unmöglich ersinnen konnte.“ Der Mensch wurde also wahnsinnig und erst dadurch dumm. Andere wie der Psychiater Theodor Kirchhof, Ende des 19. Jahrhunderts, sahen den Schwachsinn als unabdingbare Voraussetzung solcher Phänomene. Der Mensch war also schwach-sinnig und entwickelte deshalb wahn-sinnige Ideen. Der Psychiater Eduard Hitzig schrieb 1895 dazu: „Die beim Querulanten beherrschende Wahnvorstellung, rechtlich benachteiligt zu sein, kann Folgen wie den eigenen Ruin natürlich nur nach sich ziehen, wenn ein gewisser Schwachsinn zugrunde liegt, der eine vorurteilslose Abwägung der Verhältnisse unmöglich macht.“ Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-3666"></span></p>
<p><strong>Bei schwerer Intelligenzminderung liegt der IQ unter 34</strong></p>
<p>Eduard Hitzig fährt fort: „Wenn in der Anstalt die reizbare Stimmung zurücktritt, ist man oft ganz überrascht über den jetzt harmlos vorgebrachten Grad von Urteilsschwäche, mit dem aus dem vermeintlich erlittenen Unrecht maßlose Ansprüche abgeleitet werden; mit Forderungen von Millionen, zusammengerechnet aus den verjährten und verzinsten Ansprüchen, ist die geistige Leistungsfähigkeit beendet.“ Die diagnostischen Kriterien der Psychiatrie benennen unterschiedliche Formen von Intelligenzminderung, die anhand des messbaren IQ definiert werden. </p>
<p>Die umfassendste Ausprägung wird von der WHO, die eines von zwei weltweit gültigen Diagnosemanualen herausgibt, als „schwere Intelligenzminderung“ benannt, wobei der IQ hier unter 34 liegt. Heidi Kastner stellt fest: „Klinisch handelt es sich um schwer beeinträchtigte Menschen mit ausgeprägten Störungen der Bewegungsabläufe, die kaum je Sprache erwerben und wenn, dann über Laute, die zur Mitteilung der Basisbedürfnisse genutzt werden, kommunizieren.</p>
<p><strong>Bei mittelschwerer Intelligenzminderung findet eine soziale Entwicklung statt</strong></p>
<p>Die Ursachen liegen oft in einer mit apparativen Methoden feststellbaren angeborenen Schädigung der Hirnsubstanz, die zumeist auf intrauterinen Erkrankungen oder auf genetischen Normabweichungen beruht. Ein identes klinisches Bild kann sich auch nach schweren Schädel-Hirn-Verletzungen im späteren Leben oder bei fortgeschrittener Demenz einstellen, sodass wohl nicht primär die Intelligenz, sondern die dafür erforderliche „hardware“ als funktionsbeeinträchtigt anzusehen ist.</p>
<p>Die „mittelgradige Intelligenzminderung“ beruht auf analogen Ursachen, der IQ liegt zwischen 35 und 49. Heidi Kastner erläutert: „Die Betroffenen benötigen lebenslang Unterstützung in allen alltäglichen Belangen. Bei ausreichender Beaufsichtigung und Anleitung können sie einfachen, gut strukturierten, meist repetitiven Tätigkeiten nachgehen. Der Spracherwerb ist verzögert, die motorischen Fähigkeiten sind meist unbeeinträchtigt. Im Diagnosemanual der WHO wird explizit darauf hingewiesen, dass bei der Mehrzahl eine soziale Entwicklung stattfindet, dass sie mit anderen Kontakt aufnehmen, kommunizieren und an einfachen sozialen Aktivitäten teilnehmen. Quelle: „Dummheit“ von Heidi Kastner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Mar 2022 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Manfred Lütz gibt es in der Psychiatrie in Wirklichkeit keine Diagnosen und Klassifikationen: „Es gibt natürlich keine Schizophrenie, es gibt keine Depression, es gibt keine Sucht. Es gibt nur Menschen, die unter verschiedenen Phänomenen leiden.“ Und Diagnosen sind Worte, die Psychiater erfunden haben, um diesen leidenden Menschen kompetent zu helfen. Diagnosen sind Hinweise auf ... <a title="Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-warum-diagnosen-nie-wahr-sind.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Manfred Lütz gibt es in der Psychiatrie in Wirklichkeit keine Diagnosen und Klassifikationen: „Es gibt natürlich keine Schizophrenie, es gibt keine Depression, es gibt keine Sucht. Es gibt nur Menschen, die unter verschiedenen Phänomenen leiden.“ Und Diagnosen sind Worte, die Psychiater erfunden haben, um diesen leidenden Menschen kompetent zu helfen. Diagnosen sind Hinweise auf die richtige Therapie. Man kann die Diagnosen also getrost vergessen, wenn man mit den Menschen zu tun hat, die unter psychischen Störungen leiden. Es gibt nämlich auch nicht den Schizophrenen, den Depressiven, den Süchtigen. Es sind vielmehr ganz unterschiedliche beeindruckende Menschen, die zeitweilig oder länger andauernd unter bestimmten außergewöhnlichen Erscheinungen leiden. Und jeder auf eine ganz andere persönliche Weise. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3398"></span></p>
<p><strong>Diagnosen sind Beschreibungen von Phänomenen</strong></p>
<p>Diagnosen können also nicht beanspruchen, Wahrheiten zu sein. Es sind mehr oder weniger nützliche Beschreibungen von Phänomenen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass es in Deutschland eine Zeit gab, in der Diagnosen brutal missbraucht wurden. Manfred Lütz weiß: „Da waren sie nicht mehr Hilfen für leidende Menschen, sondern da tat man so, als seien Diagnosen Wahrheiten, tödliche Wahrheiten. Die Identifikation von Menschen mit Diagnosen ist eine Perversion.“ </p>
<p>Nicht nur die Theorie der Psychiatrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. In der Praxis hat man die psychisch kranken Menschen aus den psychiatrischen Anstalten draußen vor der Stadt wieder in die Gesellschaft zurückgeholt. Man hat manches Großkrankenhaus aufgelöst, und chronisch psychisch kranke Menschen können nun in normalen Wohnungen oder Wohngemeinschaften leben. Es gilt der Grundsatz „ambulant vor tagesklinisch (der Patient übernachtet zuhause), tagesklinisch vor vollstationär.“ </p>
<p><strong>Einige Psychiatrien verzichten auf geschlossene Stationen</strong></p>
<p>So müssen Patienten nur noch selten in einer akuten Krise ins Krankenhaus und da sind die früheren Krankensäle normalen freundlichen Krankenzimmern gewichen. Es gibt auch moderne Modelle alternativer stationärer Behandlung mit mehr Beziehungskonstanz und weniger Unruhe als bei der klassischen Krankenhausbehandlung. Inzwischen gibt es sogar Psychiatrien, die auf geschlossene Stationen verzichten und bei Zwangsunterbringungen ganz auf spezielle Betreuungskonzepte setzen. Früher brachten viele psychisch Kranke Jahre im Krankenhaus zu. </p>
<p>Heute liegt die durchschnittliche Liegezeit in Deutschland bei drei Wochen! Und „Liegezeit“ ist eigentlich auch ein überholter Begriff. Manfred Lütz erläutert: „Denn die Patienten sind tagsüber in der Regel unterwegs zu Therapien, haben Ausgang, halten Kontakt mit Angehörigen und Freunden.“ Die vergleichsweise Kürze stationärer Behandlung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass inzwischen jeder Patient in seiner Nähe wirksame ambulante Hilfe nutzen kann, die es ihm ermöglichen, in seinem normalen sozialen Umfeld zu bleiben. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hitler und Stalin waren nicht psychisch krank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 02:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforscher]]></category>
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					<description><![CDATA[Einmal sollte Manfred Lütz in einer Fernsehsendung zum Thema „Hitler und die Frauen“ Stellung nehmen. Er regte jedoch an, lieber einen Historiker oder vielleicht einen Romancier zu interviewen, denn Adolf Hitler war ja nicht psychisch krank. Manfred Lütz erläutert: „Adolf Hitler war eine monströse Erscheinung, maßlos in seinem Hass, in seiner Aggression, in seinem Vernichtungswillen. ... <a title="Hitler und Stalin waren nicht psychisch krank" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adolf-hitler-und-josef-stalin-waren-nicht-psychisch-krank.html" aria-label="Mehr Informationen über Hitler und Stalin waren nicht psychisch krank">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal sollte Manfred Lütz in einer Fernsehsendung zum Thema „Hitler und die Frauen“ Stellung nehmen. Er regte jedoch an, lieber einen Historiker oder vielleicht einen Romancier zu interviewen, denn Adolf Hitler war ja nicht psychisch krank. Manfred Lütz erläutert: „Adolf Hitler war eine monströse Erscheinung, maßlos in seinem Hass, in seiner Aggression, in seinem Vernichtungswillen. Aber psychisch krank war er nicht.“ Zu behaupten, Adolf Hitler sei krank gewesen, banalisiert das Entsetzliche der historischen Katastrophe, die dieser Mensch zu verantworten hat. Es gibt für das Böse, das Hitler getan hat, aber auch für die, die mitgemacht haben, keine Entschuldigung. Kriege werden ohnehin nie von psychisch Kranken geführt. Denn dazu bedarf es einer allzu ausdauernden Zielstrebigkeit. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-2491"></span></p>
<p><strong>Ein gewisses Misstrauen ist für Diktatoren lebensnotwendig</strong></p>
<p>Wäre Adolf Hitler psychisch krank gewesen, hätte er seine Verbrechen nicht begehen können. Hitler war normal, schrecklich normal. Für manche war auch Josef Stalin ein Kandidat für den Psychiater. Vor allem das „krankhafte“ Misstrauen des alten Diktators, das unzähligen Menschen das Leben kostete, wurde da genannt. Manfred Lütz weiß: „Doch wer tatsächlich nur unter dem Eindruck realitätsfernen Verfolgungswahn irrational um sich schlagen würde, dem würde schon bald niemand mehr gehorchen.“</p>
<p>Dagegen ist ein gewisses Misstrauen für Diktatoren geradezu lebensnotwendig. Unter den Millionen Toten, die Josef Stalins ganz normaler Wahnsinn kostete, waren sicher auch einig, die seiner Herrschaft wirklich hätten gefährlich werden können. Und seine nicht ermordeten Gegner überlegten es sich nach all den Massenmorden sehr gründlich, ob sie wirklich ihr Leben riskieren wollten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Josef Stalin psychisch krank gewesen sein könnte. </p>
<p><strong>Gerhard Roth plädiert für die Abschaffung des Strafrechts</strong></p>
<p>Es war ganz im Gegenteil die robuste verbrecherische Effektivität Josef Stalins, die ihm die Herrschaft sicherte. Wenn Alleinherrscher dagegen alt und krank werden, dann lassen sie nach in der systematischen Unterdrückung ihrer Gegner. Und das kostet sie nicht selten die Macht. Der Schah von Persien, aber auch Erich Honecker und Robert Mugabe, der Diktator von Simbabwe, sind Beispiele dafür. Neuerdings haben einige Hirnforscher versucht, die Individuen ein bisschen von der Last der Verantwortung für solche peinlichen Schattenseiten der ganz normalen Menschheit zu befreien. </p>
<p>Manfred Lütz stellt fest: „Der Hirnforscher Gerhard Roth verkündete frohgemut, dass wir an all dem gar nicht schuld sind. Er plädierte für die Abschaffung des Strafrechts und die Einweisung von Gesetzesübertretern in Dressuranstalten. Tolle Idee! Wir sind es nicht, es ist unser Gehirn.“ Und dafür sind die Menschen nachweislich nicht zuständig. Kann ein Mensch etwas dafür, wenn die Neurotransmitter in seinem Vorderhirn verrücktspielen und seine Moral durcheinanderbringen? Quelle: „Neue Irre“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychische Störungen können bösartig sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2020 06:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man von der Psychopathologie des Bösen spricht, darf man die „Bösartigkeit“ mancher Symptome nicht unberücksichtigt lassen. Ähnlich wie bei einer malignen Erkrankung im körperlichen Bereich können auch psychische Störungen von bösartiger Natur sein. Das hat aber nichts mit einer moralischen Wertung zu tun, sondern spricht den Krankheitscharakter der psychischen Symptomatik an. Psychiatrische Erkrankungen können ... <a title="Psychische Störungen können bösartig sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/psychische-stoerungen-koennen-boesartig-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychische Störungen können bösartig sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von der Psychopathologie des Bösen spricht, darf man die „Bösartigkeit“ mancher Symptome nicht unberücksichtigt lassen. Ähnlich wie bei einer malignen Erkrankung im körperlichen Bereich können auch psychische Störungen von bösartiger Natur sein. Das hat aber nichts mit einer moralischen Wertung zu tun, sondern spricht den Krankheitscharakter der psychischen Symptomatik an. Psychiatrische Erkrankungen können einen guten, also in der Ausheilung mündenden Verlauf nehmen. Oder sie führen in ihrer bösartigen Form zur Katastrophe, Chronifizierung oder gar zum Tod. Die Symptome können eher harmlos und „benigne“ oder schwerwiegend und „bösartig“ sein. Reinhard Haller stellt fest: „Eigenartigerweise fällt es uns weit weniger schwer, von einer bösartigen körperlichen als einer derart beschriebenen psychischen Erkrankung zu sprechen.“ Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2362"></span></p>
<p><strong>Paranoia führt zur Fehlbeurteilung der Wirklichkeit</strong></p>
<p>Psychiater können zwischen bösen, fanatischen und kranken Ideen unterscheiden. Bei bösen Ideen setzen sie ein hohes Maß an freiem Willen voraus. Das heißt, die Idee ist trotz ihrer Verwerflichkeit nicht Folge von krankhaften Gedankengängen oder von schweren emotionalen Einflüssen. Vielmehr entspricht sie einer normalen Psyche und dem freien Denken. Sie wird somit zur Grundlage dessen, was im Strafrecht als „böser Wille“ bezeichnet wird.</p>
<p>Bei kranken Ideen ist hingegen keine freie Willensbildung mehr möglich. Der Betroffene ist seiner pathologischen Vorstellung mehr oder minder hilflos ausgeliefert und kann sich nicht mehr frei entscheiden. Reinhard Haller weiß: „Während beim Fanatismus noch eine gewisse Korrektur und Selbststeuerung möglich ist, dominiert der Wahn das Denken, Fühlen und Wollen in absoluter Weise.“ Diese schwerwiegende, auch als Paranoia bezeichnete Erkrankung führt zu einer Fehlbeurteilung der Wirklichkeit. Diese wird mit absoluter Gewissheit verteidigt.</p>
<p><strong>Für Wahnkranke existiert kein Zweifel</strong></p>
<p>Die wahnhafte Idee kann der Betroffene nicht korrigieren. Selbst dann nicht, wenn sie klare Widersprüche zur objektiven Realität aufweist und mit dem Urteil gesunder Mitmenschen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Charakteristisch am Wahn ist die unerschütterliche Überzeugung, an der ohne ausreichende Begründung festgehalten wird. Der Wahnkranke weiß, dass es so und nicht anders ist. Seine Erklärung lautet: „Es ist so, es gibt überhaupt keinen Zweifel.“ Wahnhaft zu empfinden und zu denken heißt, Dinge ohne jeglichen Anlass miteinander in Beziehung zu setzen.</p>
<p>Oft wird das Böse zum Inhalt eines bösartigen Symptoms, etwa beim Verschuldungs-, Versündigungs- oder Besessenheitswahn. Ähnlich einer Krebserkrankung wuchert der Wahngedanke immer hemmungsloser. Er nimmt den Organismus der Seele weitgehend gefangen und beherrscht die Ideen, Vorstellungen und schließlich auch das Handeln der erkrankten Person. In „wahnhafter Wehrlosigkeit“ ist diese der Paranoia ausgeliefert, sie kann gar nicht mehr anders handeln. Sie ist nicht mehr zurechnungsfähig. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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