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	<title>Familientherapie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>In der Todesfurcht erkennt der Mensch seine Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2014 02:00:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Bewegung der Beziehung lässt sich nach Georg Wilhelm Friedrich Hegel als eine Bewegung des gegenseitigen Anerkennens verstehen. Ein Mensch bestätigt sich dabei im anderen und der andere wird von ihm bestätigt. Helm Stierlin ergänzt: „Das vollzieht sich in komplexen Verdopplungsprozessen des Selbstbewusstseins, durch die ich mich, mich selbst verlierend, im anderen gewinne.“ Wenn ein ... <a title="In der Todesfurcht erkennt der Mensch seine Grenzen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helm-stierlin_beziehung.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Todesfurcht erkennt der Mensch seine Grenzen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bewegung der Beziehung lässt sich nach Georg Wilhelm Friedrich Hegel als eine Bewegung des gegenseitigen Anerkennens verstehen. Ein Mensch bestätigt sich dabei im anderen und der andere wird von ihm bestätigt. Helm Stierlin ergänzt: „Das vollzieht sich in komplexen Verdopplungsprozessen des Selbstbewusstseins, durch die ich mich, mich selbst verlierend, im anderen gewinne.“ Wenn ein Partner anschließend zu sich selbst zurückkehrt, ist er verändert und die Beziehung hat eine andere Basis gewonnen. <span id="more-280"></span></p>
<p><strong>In der Begierde zeigt sich das Tier im Menschen</strong></p>
<p>Dasselbe passiert mit dem zweiten Part der Partnerschaft. Helm Stierlin schreibt: „Diese Wandlung, Selbstbestätigung und Selbstfindung, erlebt in einem sich vorantreibenden Prozess des sich ständig Verlierens und Zurückgewinnens, ist keine bloß intellektuelle oder formale Angelegenheit.“ Vielmehr werden darin drei Momente wesentlich: erstens die Einheit „Begierde-Genuss“, zweitens „Arbeit“ und drittens „Todesfurcht“.</p>
<p>In Begierde und im Streben nach Genuss lassen die Menschen erkennen, wie weit sie in ihrer tierischen Natur verhaftet geblieben sind. Im Wirken des Lustprinzips zeigt sich des Menschen unmittelbarste Motivationsdynamik. Die Fähigkeit zur vegetativen Selbststeuerung und Regeneration erscheint an diese Dynamik gekettet und sie bestimmt das Leben des Organismus bis in seine letzte Zelle. Schon Sigmund Freud erkannte, dass Genuss und Begierde, die in einem bloß triebhaften Sinne aufeinander angewiesen sind, aneinander verschmachten.</p>
<p><strong>Die psychische Arbeit versöhnt das Lustprinzip mit dem Realitätsprinzip</strong></p>
<p>Bei Sigmund Freud ist es die psychische Arbeit, die das Lustprinzip mit dem Realitätsprinzip versöhnt. Helm Stierlin schreibt: „Das ist die oft unter Mühen und Unlustgefühlen vollzogene Arbeit, die uns die Realität anzunehmen und in Grenzen umzugestalten erlaubt, und die uns in diesem Prozess innerlich umstrukturiert.“ Die Arbeit fordert ein starkes Ich und führt außerdem gleichzeitig dazu, dass das Ich weiter gestärkt wird. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist die Arbeit nur gehemmte Begierde, aufgehaltenes Verschwinden, oder sie bildet.</p>
<p>Die Todesfurcht, das dritte Moment, lässt den Menschen in dramatischer Weise seine Grenzen erkennen. Denn er steht vor der Aufgabe, sie im Erleben zu akzeptieren und zu überwinden. In ihr berührt ihn der Ernst des Negativen, und sie ist daher für Helm Stierlin der notwendige Stachel, der den Menschen zur Besinnung darüber kommen lässt, was wesentlich und was unwesentlich ist. Allerdings löst das Wissen um den realen Tod nicht notwendigerweise bei allen Menschen Furcht aus, wie das Beispiel der Märtyrer belegt.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Helm Stierlin</strong></p>
<p>Helm Stierlin, geboren 1926, studierte Philosophie und Medizin in Heidelberg, Freiburg und Zürich. Von 1957 bis 1974 arbeitete er als Psychiater und Psychotherapeut hauptsächlich in den USA. In der Zeit von 1966 bist 1974 betrieb er klinische Forschung am National Institute of Mental Health in Bethesda, und zwar mit den Schwerpunkten Schizophrenie, Psychopathologie der Adoleszenz sowie Familientherapie.</p>
<p>Von 1974 bis 1991 leitete Helm Stierlin die Abteilung für psychoanalytische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen unter anderem: „Das Tun des einen ist das Tun des anderen“, Adolf Hitler. Familienperspektiven“ sowie „Eltern und Kinder im Prozess der Ablösung“.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Helm Stierlin untersucht die Beziehung zwischen Mutter und Kind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 02:00:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Mutter hat, im Guten oder im Bösen, einen schicksalhaften Einfluss auf das Kind. In der Beziehung zu der Mutter entscheidet sich wesentlich, welche Lebenswerkzeuge dem erwachsenen Menschen zur Verfügung stehen werden. Helm Stierlin schreibt: „Es entscheidet sich, wie weit und in welcher Richtung sich seine Potentiale entwickeln. Und zu den Potentialen gehört das, was ... <a title="Helm Stierlin untersucht die Beziehung zwischen Mutter und Kind" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helm-stierlin-untersucht-die-beziehung-zwischen-mutter-und-kind.html" aria-label="Mehr Informationen über Helm Stierlin untersucht die Beziehung zwischen Mutter und Kind">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Mutter hat, im Guten oder im Bösen, einen schicksalhaften Einfluss auf das Kind. In der Beziehung zu der Mutter entscheidet sich wesentlich, welche Lebenswerkzeuge dem erwachsenen Menschen zur Verfügung stehen werden. Helm Stierlin schreibt: „Es entscheidet sich, wie weit und in welcher Richtung sich seine Potentiale entwickeln. Und zu den Potentialen gehört das, was wir das Organ seiner Autonomie nennen können: das starke, versöhnungsfähige Ich.“ Seiner Meinung nach stellt die Mutter-Kind-Beziehung den extremen Sonderfall einer menschlichen Beziehung dar. <span id="more-283"></span></p>
<p><strong>Das Kind ist völlig abhängig von der Mutter</strong></p>
<p>Für Helm Stierlin offenbart die Mutter-Kind-Beziehung, wie jede andere menschliche Beziehung auch, eine Dialektik der gegenseitigen Anerkennung und Bedürfnisse. Als erste Beziehungspolarität nennt Helm Stierlin die des Augenblicks und den der Dauer. Die beschriebene Konstellation von Instinktoffenheit, Lernfähigkeit und Abhängigkeit des Kindes verleiht der Mutter gegenüber dem Augenblick ein besonderes Gewicht.</p>
<p>In der zweiten Beziehungspolarität, der von Gleichheit und Verschiedenheit, ist die Verschiedenheit akzentuiert. Helm Stierlin erklärt: „Die Mutter ist erwachsen, bereits im Besitze eines inneren Bildes, dementsprechend sie sich ihr Kind vorstellt oder wünscht; sie ist zugleich Übermittlerin ihrer Kultur und nährende Matrix.“ Das Kind dagegen ist ohne Geschichte, undifferenziert, ohne vorgeformtes Bild der Mutter und daher maximal beeinflussbar und völlig abhängig ihr.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Helm Stierlin</strong></p>
<p>Helm Stierlin, geboren 1926, studierte Philosophie und Medizin in Heidelberg, Freiburg und Zürich. Von 1957 bis 1974 arbeitete er als Psychiater und Psychotherapeut hauptsächlich in den USA. Von 1974 bis 1991 leitete Helm Stierlin die Abteilung für psychoanalytische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen unter anderem: „Das Tun des einen ist das Tun des anderen“, Adolf Hitler. Familienperspektiven“ sowie „Eltern und Kinder im Prozess der Ablösung“.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 02:00:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie die Beziehung zwischen Mutter und Kind wurde auch die Bedeutung der Familie für die menschliche Entwicklung und Weltbewältigung oft verkannt oder sogar bestritten. Sigmund Freud dagegen war gegenüber der Problematik der Familie nicht blind. Er erkannte, dass Störungen in der Familie einen Anteil bei der Entstehung von Neurosen haben und deren Therapie im Wege ... <a title="Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helm-stierlin_familien-beziehung.html" aria-label="Mehr Informationen über Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die Beziehung zwischen Mutter und Kind wurde auch die Bedeutung der Familie für die menschliche Entwicklung und Weltbewältigung oft verkannt oder sogar bestritten. Sigmund Freud dagegen war gegenüber der Problematik der Familie nicht blind. Er erkannte, dass Störungen in der Familie einen Anteil bei der Entstehung von Neurosen haben und deren Therapie im Wege stehen. Sigmund Freud schreibt: „Wer überhaupt weiß, von welchen Spaltungen oft eine Familie zerklüftet wird, der kann auch als Analytiker nicht von der Wahrnehmung überrascht werden, dass die dem Kranken Nächsten mitunter weniger Interesse daran verraten, dass er gesund werde als dass er so bleibe, wie er ist.“ Für Helm Stierlin wird die große Bedeutung der Familie als einer Institution für die Erziehung der Kinder besonders deutlich, wenn er sie mit Einrichtungen vergleicht, die die Familie ersetzen wollen. <span id="more-288"></span></p>
<p><strong>Die beste Kinderkrippe kann die Familie nicht ersetzen</strong></p>
<p>Helm Stierlin schreibt: „Diese entscheidende Beziehung schwebt nicht in einem beziehungslosen Raum, sondern ist in komplexer Weise in ein umgreifendes Beziehungsfeld eingebettet.“ Unter diesen Gegebenheiten spielt laut Helm Stierlin spielt auch die Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Ehepartner eine besondere Rolle. Nur wenn in ihrem Verhältnis zum Mann wichtige Bedürfnisse, wie zum Beispiel der Wunsch nach sexueller Befriedigung, nach Anerkennung und vertrauender Intimität, befriedigt werden, lässt Helm Stierlin erwarten, dass die Mutter diese Bedürfnissee nicht an ihr Kind heranträgt.</p>
<p><strong>Der Vater spielt beim Beziehungsgleichgewicht in der Familie eine wichtige Rolle</strong></p>
<p>Helm Stierlin erläutert, dass so die in ihrer Beziehung zum Kinde so wichtig werdenden Beziehungsgleichgewichte, etwa von Gleichheit und Verschiedenheit sowie Nähe und Distanz dadurch vom Vater mitgetragen werden. Dadurch entsteht seiner Meinung nach weniger Gefahr, dass die Mutter ihr Kind früh überfordert und, damit einhergehend, mystifiziert. Viele Beobachtungen an den Familien schizophrener Kinder lassen eine mangelnde gegenseitige Befriedigung der Ehepartner erkennen.</p>
<p>Zwischen solchen Eltern herrscht ein Klima negativer Gegenseitigkeit. Helm Stierlin schreibt: „Anstatt sich gegenseitig anzuerkennen und zu stützen, versuchen die meisten Ehepartner einander zu unterminieren und an den wundesten Punkten zu treffen.“ Solche Paare führen offen Krieg im Angesicht ihrer Kinder. Eine Minderzahl der Ehepartner verschleiert ihre Auseinandersetzungen durch eine Fassade der Pseudo-Harmonie. Murray Bowen charakterisiert diesen Zustand als „emotionale Scheidung“ der Ehepartner.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Helm Stierlin</strong></p>
<p>Helm Stierlin, geboren 1926, studierte Philosophie und Medizin in Heidelberg, Freiburg und Zürich. Von 1957 bis 1974 arbeitete er als Psychiater und Psychotherapeut hauptsächlich in den USA. In der Zeit von 1966 bist 1974 betrieb er klinische Forschung am National Institute of Mental Health in Bethesda, und zwar mit den Schwerpunkten Schizophrenie, Psychopathologie der Adoleszenz sowie Familientherapie.</p>
<p>Von 1974 bis 1991 leitete Helm Stierlin die Abteilung für psychoanalytische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen unter anderem: „Das Tun des einen ist das Tun des anderen“, Adolf Hitler. Familienperspektiven“ sowie „Eltern und Kinder im Prozess der Ablösung“.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Bewältigung des Ödipuskomplexes ist eine Gratwanderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2013 02:00:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Ödipuskomplex, von Sigmund Freud zum Kernstück der analytischen Theorie gemacht, umschreibt laut Helm Stierlin eine psychische Konstellation, die dem einzelnen im Alter von etwa fünf bis sechs Jahren durch biologische und soziale Gegebenheiten aufgezwungen wird. Helm Stierlin schreibt: „Der Komplex fällt in die Zeit, da die Zweierbeziehung zur Mutter sich umgestaltet: auch der Vater ... <a title="Die Bewältigung des Ödipuskomplexes ist eine Gratwanderung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helm-stierlin_odipuskomplex.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Bewältigung des Ödipuskomplexes ist eine Gratwanderung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ödipuskomplex, von Sigmund Freud zum Kernstück der analytischen Theorie gemacht, umschreibt laut Helm Stierlin eine psychische Konstellation, die dem einzelnen im Alter von etwa fünf bis sechs Jahren durch biologische und soziale Gegebenheiten aufgezwungen wird. Helm Stierlin schreibt: „Der Komplex fällt in die Zeit, da die Zweierbeziehung zur Mutter sich umgestaltet: auch der Vater wird nun für das Kind zu einer zentralen Beziehungsperson.“ So wird der Vater für den Sohn in dieser Phase nicht nur ein Modell der Männlichkeit, das ein Junge für den Aufbau der eigenen Männlichkeit braucht, sondern auch zu einem frustrierenden Rivalen. <span id="more-292"></span></p>
<p><strong>Der Sohn muss den Vaterhass überwinden und die Mutter als Liebesobjekt aufgeben</strong></p>
<p>Helm Stierlin schreibt: „Der Sohn muss unter anderem seinen Vaterhass in einer Weise bewältigen, die zu einer nicht zu starken Idealisierung des Vaters führt. So bildet sich sein Über-Ich, sein Gewissen, in dem der Vater zugleich als Ideal und verbietende Instanz verinnerlicht ist.“ Zudem muss der Sohn die Mutter als Liebesobjekt aufgeben, jedoch ihr Bild in sich so fixieren, dass es ihn als Erwachsenen zu einem geeigneten weiblichen Partner hinführen kann.</p>
<p>Die Bewältigung des Ödipuskomplexes ist daher für Helm Stierlin immer eine gewisse Gratwanderung. Denn wenn beispielsweise der Vater vom Sohn zu sehr gehasst wird, misslingt leicht die notwendige positive Identifizierung mit ihm. Fehlt der Vater jedoch als Rivale, dann ist ein wichtiger Stachel zur eigenen Individuation nicht vorhanden. Wenn aber die erotisch-zärtliche Bindung an die Mutter zu stark ist, kommt es leicht zur Fixierung und positiven Angleichung an die Mutter, die unter anderem zur Basis einer späteren Homosexualität werden kann.</p>
<p><strong>Eltern müssen als Beziehungspartner und Indentifikationsfiguren für das Kind da sein</strong></p>
<p>Das Gelingen der ödipalen Gratwanderung des Kindes verlangt, dass beide Elternteile zu einem kritischen Zeitpunkt der kindlichen Entwicklung in einer ganz bestimmten Weise für das Kind da sein müssen. Helm Stierlin erklärt: „Beide müssen sie, weder zu nah noch zu fern, weder zu befriedigend noch zu versagend, als Beziehungspartner und Identifikationsobjekte zur Verfügung stehen.“ Diese Forderung können die Eltern seiner Meinung nach jedoch nur dann erfüllen, wenn ihre Beziehung zueinander und zum Kinde bereits eine erfüllte Dauer und damit Geschichte hat.</p>
<p>Diese dauerhafte Verbundenheit, das daran geknüpfte Erkämpfen der Spielregeln innerhalb einer Beziehung und die durchlebte positive Gegenseitigkeit sind notwendig, damit der Augenblick der nie wiederkehrenden ödipalen Konstellation für das Kind genutzt werden kann. Helm Stierlin ergänzt: „Wenn zwei Eltern bisher etwa in einem Zustand emotionalen Scheidung gelebt haben, dann fehlt ihrer Beziehung die durchlebte Geschichte. Augenblick und Dauer können dann während der kritischen ödipalen Phase nicht zum Nutzen des Kindes und der Eltern versöhnt werden.“</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Helm Stierlin</strong></p>
<p>Helm Stierlin, geboren 1926, studierte Philosophie und Medizin in Heidelberg, Freiburg und Zürich. Von 1957 bis 1974 arbeitete er als Psychiater und Psychotherapeut hauptsächlich in den USA. In der Zeit von 1966 bist 1974 betrieb er klinische Forschung am National Institute of Mental Health in Bethesda, und zwar mit den Schwerpunkten Schizophrenie, Psychopathologie der Adoleszenz sowie Familientherapie.</p>
<p>Von 1974 bis 1991 leitete Helm Stierlin die Abteilung für psychoanalytische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen unter anderem: „Das Tun des einen ist das Tun des anderen“, Adolf Hitler. Familienperspektiven“ sowie „Eltern und Kinder im Prozess der Ablösung“.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jesper Juul fordert von den Eltern weniger Nettigkeit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jesper-juul.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 03:00:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familientherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Für den däin Leben furchtbar, ich bin trotzdem dafür verantwortlich.“ Eine strenge oder weniger strenge Erziehung ist für Jesper Juul weder besser noch schlechter. Familien können ihr Leben ohne die alten Tabus gestalten, aber dann werden neue entstehen. Jede Generation muss seine eigene Identität finden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine strenge oder weniger strenge Erziehung ist für Jesper Juul weder besser noch schlechter. Familien können ihr Leben ohne die alten Tabus gestalten, aber dann werden neue entstehen. Jede Generation muss seine eigene Identität finden. Für Jesper Juul ist die deutsche Idee, dass Kindheit romantisch, nett oder süß sei, völliger Unsinn. So sind Kinder nicht und das Leben sieht auch total anders aus.<span id="more-88"></span></p>
<p><strong>Kinder müssen Frustrationserfahrungen machen</strong></p>
<p>Jesper Juul sagt: „Diese Barbie-Kinder der letzten zehn Jahre, die von den Eltern in Baumwolle eingepackt werden, nennen wir in Dänemark die Curling-Kinder. Die Eltern rennen vorweg, um jede Unebenheit zu beseitigen, damit bloß nichts wehtut, wie auf der Eisbahn.“</p>
<p>Die Skandinavier sind laut Jesper Juul noch schlimmer als die Deutschen. Sie haben dort die vergangenen achtzehn Jahre mit ihren Kindern so gelebt, dass der Anteil der 14 bis 19-Jährigen, die von Depressionen geplagt und selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zum Selbstmord zeigen, um 380 Prozent zugenommen hat.</p>
<p><strong>Der Weg des geringsten Widerstandes bei der Erziehung ist falsch</strong></p>
<p>Jesper Juul schlägt ratlosen Eltern vor, bei der Erziehung sich ihren Kindern als Sparringspartner anzubieten. Die Eltern sagen ihre Meinung, die Kinder setzen ihre dagegen. Wichtig ist dabei, dass die Eltern bereit sind, nachzudenken. Der Erziehungstherapeut gibt den Eltern einen Zeitrahmen von einer Dekade für die Erziehung, danach ist alles zu spät. Jesper Juul erläutert seine These: „Wir haben zehn Jahre Zeit, um mit unseren Kindern zu arbeiten. Mit zwölf Jahren ist es vorbei. Danach weiter über das Leben der Kinder zu bestimmen, ist Eltern nie gelungen, auch nicht, als ich Kind war.“</p>
<p>Laut Jesper Juul gibt es heute viele Eltern, die bei der Erziehung den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Das ist für alle gefährlich, besonders für die Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen. „Mach was Du denkst“, darin drückt sich für den Familientherapeuten nicht Freiheit, sondern Faulheit aus. Erziehung bedeutet für Jesper Juul vor allem Manipulation. Entscheidend ist dabei, was in der Beziehung zwischen Kindern und Eltern geschieht. Wenn ein 13-Jähriger seine Eltern mit seinem Standpunkt konfrontiert und trotzdem Mitglied dieser Familie bleibt, das ist Freiheit.</p>
<p><strong>Immer nett sein ist für Kinder ein schrecklicher Zustand</strong></p>
<p>Mit dem vierten Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren“ kann Jesper Juul nicht viel anfangen. Er plädiert dafür das Gebot neu zu formulieren und sagt: „Es sollte heißen: Du sollst Dein Kind ehren. Das bedeutet: Eltern sollten ihre politischen und religiösen Wertvorstellungen vor den Kinder vertreten, weil Kinder in der Pubertät etwas brauchen, mit dem sie sich vergleichen können, sie brauchen einen Maßstab.“ Die Eltern müssen laut Jesper Juul ihren Kindern eine persönliche Sprache beibringen.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Jesper Juul</strong></p>
<p>Jesper Juul studierte Philosophie und Religionsgeschichte, arbeitete anschließend als Lehrer und Therapeut und gründete später ein Institut für Familientherapie, das „Familylab“, das Eltern betreut. In Bosnien arbeitet er mit Flüchtlingsfamilien. Jesper Juul ist 62 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. <em>Quelle: Chrismon 01/2011</em></p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Jesper Juul klärt Eltern über Erziehungsfallen auf</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jesper-juul-klart-eltern-uber-erziehungsfallen-auf.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 03:00:37 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familientherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Familientherapeut Jesper Juul hat in Dänemark eine bekanntes Institut für Familientherapie gegründet und dort Jahrzehntelang Erwachsene behandelt. 2004 hat er die Elternberatung „FamilyLab“ ins Leben gerufen, die inzwischen in zwölf Ländern therapiert. Sein neuestes Buch heißt „Pubertät – wenn Erziehen hr geht“. Zurzeit dominiert in der Kindererziehung der neokonservative Ansatz, dass man Kindern Grenzen setzen muss. Im Vordergrund stehen dabei die Werte Disziplin und Gehorsam. Jesper Juul nennt Erzieher, die diese Methode anwenden, Neoromantiker. Er beobachtet sie häufig auf Spielplätzen, wie sie zu ihren Kindern lächelnd bitte sagen und sie mit Konjunktiven verwirren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Familientherapeut Jesper Juul hat in Dänemark ein bekanntes Institut für Familientherapie gegründet und dort Jahrzehntelang Erwachsene behandelt. 2004 hat er die Elternberatung „Familylab“ ins Leben gerufen, die inzwischen in zwölf Ländern therapiert. Zurzeit dominiert in der Kindererziehung der neokonservative Ansatz, dass man Kindern Grenzen setzen muss. Im Vordergrund stehen dabei die Werte Disziplin und Gehorsam. Jesper Juul nennt Erzieher, die diese Methode anwenden, Neoromantiker. Er beobachtet sie häufig auf Spielplätzen, wie sie zu ihren Kindern lächelnd bitte sagen und sie mit Konjunktiven verwirren. <span id="more-62"></span><br />
<strong>Die Einstellung der Eltern zu ihren Kindern</strong></p>
<p>Diese Eltern sind konfliktscheu und überlassen die Entscheidungen ihren Kindern. Dann wundern sie sich, wenn ihnen ihr Nachwuchs auf der Nase herumtanzt. Jesper Juul sagt: „Viele Eltern benehmen sich heute wie Flugbegleiter.“ Der Familientherapeut fügt hinzu: „Auf diesem Kontinuum, wo Autorität der eine Pol ist und Laissez-faire der andere, gibt es nichts, das funktioniert.“ Viele Eltern sind von Jesper Juul begeistert, weil er ihnen Alternativen in der Erziehung ihrer Kinder anbietet.</p>
<p>Jesper Juul setzt bei der Erziehung unter anderem auf Selbstverantwortung und Gleichwürdigkeit. Der Familientherapeut lehrt weder ein introvertiertes oder ein lebendiges Kind wünschen. Danach sollten sie sich darüber klar werden, ob sie mit ihrem Nachwuchs ein Projekt verfolgen oder das Kind zu einer eigenständigen Persönlichkeit erziehen möchten.</p>
<p><strong>Die Abwesenheit von Gefühlen schadet dem Kind</strong></p>
<p>Jesper Juul warnt davor, die Gleichwürdigkeit zwischen Eltern und Kindern mit der Gleichberechtigung zu verwechseln. Eine seiner Faustregeln lautet, dass Kinder Führung brauchen. Zwang schadet der Eltern-Kind-Beziehung und Endlosdiskussionen versanden im Nichts. Der Familientherapeut Jesper Juul hat herausgefunden, dass Kinder kooperieren wollen, wobei es keine Rolle spielt, wie alt sie sind. Kinder können warten. Laut Jesper Juul sind die Reaktionen von Kindern immer sinnvoll.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Eltern sollen vor ihren Kindern nur konstruktiv streiten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eltern-sollen-vor-ihren-kindern-nur-konstruktiv-streiten.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 03:00:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kinder müssen häufig zusehen, wenn die Eltern ihre Konflikte austragen, weshalb viele Eltern nach einer Auseinandersetzung ein schlechtes Gewissen mit sich herumtragen. Wissenschaftliche Studien belegen nämlich, dass ein ständiger Streit zwischen Vater und Mutter für die Nachkommenschaft noch negativere Folgen haben kann als eine Scheidung der Eltern. Allerdings schadet nicht jeder Streit dem eigenen Nachwuchs. Sabine Franiek von der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg nennt den Grund: „Wenn es in der Familie eine konstruktive Streitkultur gibt, können Kinder davon profitieren und am Modell der Eltern lernen, wie man Konflikte löst.“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder müssen häufig zusehen, wenn die Eltern ihre Konflikte austragen, weshalb viele Eltern nach einer Auseinandersetzung ein schlechtes Gewissen mit sich herumtragen. Wissenschaftliche Studien belegen nämlich, dass ein ständiger Streit zwischen Vater und Mutter für die Nachkommenschaft noch negativere Folgen haben kann, als eine Scheidung der Eltern. Allerdings schadet nicht jeder Streit dem eigenen Nachwuchs. Sabine Franiek von der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg nennt den Grund: „Wenn es in der Familie eine konstruktive Streitkultur gibt, können Kinder davon profitieren und am Modell der Eltern lernen, wie man Konflikte löst.“ <span id="more-59"></span><br />
<strong>Elternstreit kann bei Kindern Schuldgefühle auslösen</strong></p>
<p>Es hängt von mehreren Faktoren ab, ob ein Konflikt zwischen den Eltern schädlich für die Kinder ist oder nicht. Eine ganz wichtige Größe ist das Alter der Kinder. Sabine Franiek erklärt, dass kleinere Kinder den Inhalt einer Auseinandersetzung nicht verstünden und Babys sehr sensibel auf Unstimmigkeiten zwischen dem Elternpaar reagierten. Erst wenn die Kinder in die Grundschule gehen, können sie den Inhalt eines Elternstreits verstehen und psychisch besser bewältigen.</p>
<p>Auch der Grund für einen Streit und die Häufigkeit der Auseinandersetzungen spielen eine wichtige Rolle. Wenn Eltern häufiger streiten, ist das negativ für das Kind, berichtet Sabine Franiek in einer Studie. Auch Streitigkeiten, die sich auf das Kind selbst beziehen, sollten nicht vor diesem ausgetragen werden. Psychologen haben herausgefunden, dass dies für die Kinder sehr belastend ist, eine Bedrohung für sie darstellt und Schuldgefühle auslösen kann.</p>
<p><strong>Gelöste Konflikte können sich positiv auf die Kinder auswirken</strong></p>
<p>Der Psychologe Mark Cummings behauptet, dass Kinder bei einem konstruktiven Streit der Eltern, dem sie beiwohnen mussten, lernen, wie eine Lösung aussehen kann und welche Strategien der Verhandlungskunst sie später selbst anwenden können. Mark Cummings hat in seinen Studien festgestellt, dass ein gelöster Konflikt ein Kind genauso wenig beunruhigt, als wenn überhaupt kein Streit stattgefunden hätte. Außerdem sollten sie dem Kind erklären wie sie ihren Streit beigelegt haben. Werden die Konflikte zwischen den Eltern konstruktiv gelöst, wirkt sich das positiv auf die emotionale Sicherheit der Kinder aus. Ungelöste Konflikte dagegen führen zu Ängsten bei den Kindern, die sich vor einer Scheidung ihrer Eltern fürchten.</p>
<p>Manfred Cierpka, Direktor der Abteilung für Familientherapie am Universitätsklinikum Heidelberg, erklärt, wie eine konstruktive Auseinandersetzung abläuft: „Konstruktiv ist ein Streit, wenn beide Seiten vorwiegend nach einer Lösung des Konflikts oder des Problems suchen.“ Nicht konstruktiv ist laut Manfred Cierpka ein Elternstreit, wenn die üblichen Dynamiken einer Partnerschaft überwiegen, also einer der Partner Recht behalten will, Macht demonstriert oder das Opfer sein muss.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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