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	<title>Enttäuschung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Ernüchterung]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Wenn die euphorische Phase des Verliebtseins, des Zusammenkommens und des gemeinsamen Aufbruchs zu Ende geht, wenn eine gewissen Ernüchterung eintritt und der Alltag einkehrt, beginnt zwangsläufig auch die Zeit der Kränkungen.“ Gegenseitige Hochschätzung und Achtsamkeit sinken, Lieblosigkeiten werden im Stress häufiger, das Fühlen ist nicht mehr so einheitlich. Man lernt andere Seiten ... <a title="Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ernuechterung-und-enttaeuschung.html" aria-label="Mehr Informationen über Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Wenn die euphorische Phase des Verliebtseins, des Zusammenkommens und des gemeinsamen Aufbruchs zu Ende geht, wenn eine gewissen Ernüchterung eintritt und der Alltag einkehrt, beginnt zwangsläufig auch die Zeit der Kränkungen.“ Gegenseitige Hochschätzung und Achtsamkeit sinken, Lieblosigkeiten werden im Stress häufiger, das Fühlen ist nicht mehr so einheitlich. Man lernt andere Seiten des Partners kennen, nicht nur positive. Manche sind neu, andere unvertraut, einige sogar erschreckend, viele kränkend. Enttäuschungen sind unausweichlich. Im Kontext der Kränkungen betrachtet, achtet man nicht mehr sorgfältig genug auf eigenes Kränkverhalten und die Kränkbarkeit des Partners. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6250"></span></p>
<p><strong>Manchmal wird Ehe tatsächlich zur Hölle</strong></p>
<p>Man geht mit dessen Kränkungsgrenze nicht mehr so sensibel um und hält das eigene Verhalten auch im kritischen Bereich für zumutbar. Reinhard Haller erläutert: „Erst im Laufe des Zusammenlebens lernt man verschiedene sensible Stellen des Partners und damit auch einen neuen, zusätzlichen Aspekt seiner Persönlichkeit kennen. Das ist oft eine schmerzhafte Erfahrung.“ In länger dauernden Partnerschaften werden Kränkungen manchmal systematisch angewendet.</p>
<p>Das ist besonders dann der Fall, wenn beide Teile extrem empfindlich und streit- und rachsüchtig sind. Die Ehe oder Lebensgemeinschaft wird somit tatsächlich zur Hölle. Reinhard Haller ergänzt: „Viel häufiger aber sind Konstellationen, bei denen ein Partner den Part des Kränkenden mit immer größerer Dominanz übernimmt, während der andere wenig Widerstand leistet oder leisten kann, sich mit der Rolle des Opfers abfindet und zwangsläufig in eine chronische Kränkungsreaktion oder Verbitterung verfällt.“ Dies entspricht einer sadomasochistischen Kollusion.</p>
<p><strong>Narzisstische Menschen inszenieren ihre Gekränktheit</strong> </p>
<p>Die Handhabung von Kränkungen ist deshalb immer ein wesentlicher Teil des partnerschaftlichen Machtkampfs. Reinhard Haller stellt fest: „Entscheidend dabei ist, dass der sadistische Kränker seine Impulse rücksichtslos auslebt und die Kränkungsgrenze des anderen völlig ignoriert. Der Kränkende übernimmt die Hoheit über das Kränkungsgeschehen, und zwar nicht aus Selbstschutz, sondern aus empathielosem Egoismus.“ Der gekränkte Partner hingegen stellt alles ein, nimmt zu viel Rücksicht und ist stets bedacht, keinen Anlass für Kränkungen zu liefern.</p>
<p>Er verhält sich zurückhaltend, angepasst, vorsichtig und ängstlich, manchmal regelrecht paranoid. Reinhard Haller erklärt: „Der der kränkende Teil oft gar nicht anspricht, was ihn gekränkt hat oder kränken könnte, ist der andere verunsichert und entwickelt geradezu fantasievolle Kränkungsängste.“ Narzisstische Personen verstehen es, ihre Gekränktheit geradezu zu inszenieren. Am allerwichtigsten ist die eigene Verletzlichkeit oder die Ungeheuerlichkeit der Verletzungen durch den anderen. Ohne jegliche Reflexion beanspruchen sie das Kränkungsprivileg für sich und bringen mit ihrer kompromisslosen Haltung den Partner in eine hilflose Position. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Enttäuschungen zerstören Hoffnungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2024 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Enttäuschung ist unweigerlich mit Täuschung verbunden. Wer ent-täuscht wird oder ist, hat sich vorher in etwas oder jemanden getäuscht, oder wurde getäuscht. Reinhard Haller weiß: „Ursprünglich war der Begriff durchaus positiv besetzt. Denn er bedeutete, dass jemand aus einer Täuschung herausgerissen und eines Besseren belehrt worden ist.“ Später wurde das Wort Enttäuschung eher im Sinne ... <a title="Enttäuschungen zerstören Hoffnungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/enttaeuschung-ist-ein-gefuehl-der-zerstoerten-hoffnung.html" aria-label="Mehr Informationen über Enttäuschungen zerstören Hoffnungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Enttäuschung ist unweigerlich mit Täuschung verbunden. Wer ent-täuscht wird oder ist, hat sich vorher in etwas oder jemanden getäuscht, oder wurde getäuscht. Reinhard Haller weiß: „Ursprünglich war der Begriff durchaus positiv besetzt. Denn er bedeutete, dass jemand aus einer Täuschung herausgerissen und eines Besseren belehrt worden ist.“ Später wurde das Wort Enttäuschung eher im Sinne von Desillusionierung eingesetzt, womit eine zur Ernüchterung führende, als negativ empfundene Erfahrung oder Erkenntnis gemeint ist. Heute bezeichnet die Enttäuschung ein Gefühl der zerstörten Hoffnung oder des nicht erwarteten Kummers. Enttäuschungen können das bisherige Menschen- und Welt- und Selbstbild infrage stellen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5542"></span></p>
<p><strong>Enttäuschungen können sogar zum Selbsthass führen</strong></p>
<p>Enttäuschungen führen zum Zusammenbruch von Idealen und Weltanschauungen und lassen Zweifel an der eigenen Person hochkommen. Reinhard Haller erklärt: „Die Entdeckung des Selbstbetrugs löst Schuld- und Versagensgefühle aus, welche dann wiederum den Hass anstacheln.“ Enttäuschung bedeutet jedoch nicht nur das Erkennen einer falschen Erwartungshaltung, sondern auch den Verlust der Kontrolle. Sie ist deshalb regelhaft mit starken negativen Gefühlen wie Ärger, Frustration, Wut und Hass verbunden.</p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Da Enttäuschungen gleichsam hausgemacht sind, das Individuum selbst für seine Hoffnungen und Erwartungen verantwortlich ist, auch dann, wenn sich diese als falsch erwiesen haben und die Wüsche frustriert wurden, gerät die von sich selbst enttäuschte eigene Person unter Druck.“ Die große Gefahr der Enttäuschung liegt in der Schuldverschiebung auf das Ich, im Selbsthass. Das heißt, der Hass richtet sich dann nicht auf ein Gegenüber, das in die Enttäuschung involviert ist, sondern gegen sich selbst.</p>
<p><strong>Kränkungen können eine gewaltige Dynamik entfalten</strong></p>
<p>„Enttäuschungen sind aber im Leben unvermeidbar, da Einstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche unser menschliches Dasein bestimmen. Nur wer keine Hoffnungen hätte, könnte auch nicht enttäuscht werden“, betont Reinhard Haller. Etwas zynisch hat dies der englische Dichter Alexander Pope (1688 – 1744) zum Ausdruck gebracht: „Gesegnet ist der, der nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht.“ Der Gefahr des aus Enttäuschungen resultierenden Hasses, besonders des Selbsthasses kann man entgegenwirken.</p>
<p>Nämlich indem man Enttäuschungen als unvermeidbaren Bestandteil des Lebens, als Herausforderung und Prüfung betrachtet. Reinhard Haller fügt hinzu: „Indem man darüber spricht und versucht herauszufinden, welche Bedeutungen Enttäuschungen haben, was wir aus ihnen lernen und wie wir sie loslassen und überwinden können.“ Unter den Hassauslösern wird kein anderer so häufig genannt wie die Kränkung. Kränkungen sind jedem bestens bekannt, denn sie spielen sich im Alltag millionenfach ab und können nahezu unbemerkt eine gewaltige Dynamik entfalten. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstverwirklichung liegt voll im Trend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverwirklichung]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Menschen haben das Ziel, möglichst alle Potenziale, die in ihnen schlummern, zu mobilisieren und ihnen zur Entfaltung zu verhelfen. Der Maßstab dieses Lebensstils ist die größtmögliche Fülle des Lebens. Andreas Reckwitz warnt: „Die Kehrseite der Selbstentgrenzung ist die Selbstüberforderung. Die Chance zum Neuen und Anderen kann sich in den Selbstzwang zum Neuen und Anderen ... <a title="Selbstverwirklichung liegt voll im Trend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-reckwitz-selbstentgrenzung.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstverwirklichung liegt voll im Trend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Menschen haben das Ziel, möglichst alle Potenziale, die in ihnen schlummern, zu mobilisieren und ihnen zur Entfaltung zu verhelfen. Der Maßstab dieses Lebensstils ist die größtmögliche Fülle des Lebens. Andreas Reckwitz warnt: „Die Kehrseite der Selbstentgrenzung ist die Selbstüberforderung. Die Chance zum Neuen und Anderen kann sich in den Selbstzwang zum Neuen und Anderen verkehren, in eine Selbstransformation um ihrer selbst willen, aus der sich keine zusätzliche Befriedigung mehr ergibt.“ Idealerweise soll hier immer alles Wünschbare zugleich verwirklicht sein: Karriere und Familie, lokale Verankerung und globale Weite, Abenteuer und Verlässlichkeit und so weiter. Der Verzicht auf einzelne dieser Möglichkeiten erscheint dann als grundsätzlich negativ konnotiert. Andreas Reckwitz ist Professor für Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder. <span id="more-5441"></span></p>
<p><strong>Die neue Mittelklasse strebt nach erfolgreicher Selbstverwirklichung</strong></p>
<p>In dem spätmodernen Selbstverwirklichungsimperativ ist eine Verzichtsaversion eingebaut. Auch die Beurteilung durch andere – oft im beruflichen oder privaten Kontext – kann Selbstransformationsfähigkeit entsprechend zu einer Leistungsanforderung werden. Andreas Reckwitz erklärt: „Wer sich mit dem einmal Gefundenen begnügt, gilt rasch als selbstzufrieden borniert und nicht hinreichend aufgeschlossen. Es wird damit ein weiteres Mal deutlich: Der Wert, welcher der Einzigartigkeit des Subjekts in der spätmodernen Kultur zugeschrieben wird, gilt keineswegs bedingungslos.“ </p>
<p>Zwar mag die singularistische Subjektkultur eine Vielzahl verschiedener Interessen, Begabungen und Lebenswege tolerieren und ermutigen – der Radius des Möglichen markiert aber trotzdem Grenzen des wertvoll Singulären. Andreas Reckwitz erläutert: „Insbesondere das unbewegliche, das im weitesten Sinne immobile Subjekt, verstanden als ein Selbst, dem es in seiner Persönlichkeitsstruktur an „Offenheit“ mangelt, bildet hier eine negativ bewertete Gegenfigur zum kreativen Subjekt.“ Die anspruchsvolle Lebensführung der erfolgreichen Selbstverwirklichung, wie sie die neue Mittelklasse verfolgt, ist aus systematischen Gründen enttäuschungsanfällig.</p>
<p><strong>Der Arbeitsmarkt ist unberechenbar geworden</strong></p>
<p>Andreas Reckwitz weiß: „Enttäuschung heißt generell: subjektive Erwartungen bleiben unerfüllt, was negative Emotionen – von Selbstvorwürfen bis zur Wut – zur Folge hat.“ Pauschal kann man feststellen: Die klassische, industrielle Moderne war angetreten, subjektive Enttäuschungen über das System der Berechenbarkeit ihrer Institutionen zu minimieren. Indem staatliche und ökonomische Prozesse und letztlich auch die privaten Lebensformen planbar gemacht wurden, sollten subjektive Erwartungen in der Regel erfüllt werden. Dies mag tatsächlich der Fall gewesen sein – zumindest in punkto Lebensstandard.</p>
<p>Die Verheißung des Fortschritts der klassischen Moderne war in dieser Hinsicht ein Programm zur Vermeidung von Enttäuschungen. Andreas Reckwitz stellt fest: „Die Kultur der Spätmoderne erweist sich demgegenüber als ein struktureller Enttäuschungsgenerator – und dies betrifft auch die akademische Mittelklasse, gleichwohl sie in ihrer mitlaufenden Statusinvestition Planungssicherheit herzustellen versucht.“ Insbesondere der Arbeitsmarkt ist in der Wissens- und Kulturökonomie im Verhältnis zur Industrieökonomie unberechenbarer geworden. Quelle: „Die Gesellschaft der Singularitäten“ von Andreas Reckwitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Realistische Ziele führen zu einem zufriedenen Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2020 05:36:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Kränkungen resultieren oft aus nicht erfüllten positiven Erwartungen. Deshalb haben sie viel mit Einstellung, Selbstbild, Hoffnung und Wünschen, vor allem aber mit Enttäuschung zu tun. Reinhard Haller weiß: „Zufrieden und ungekränkt kann man leben, wenn realistische Ziele angestrebt und unsere Erwartungen erfüllt werden. Geschieht dies nicht, reagieren wir mit Enttäuschung und Kränkung.“ Man muss erkennen, ... <a title="Realistische Ziele führen zu einem zufriedenen Leben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/realistische-ziele-fuehren-zu-einem-zufriedenen-leben.html" aria-label="Mehr Informationen über Realistische Ziele führen zu einem zufriedenen Leben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kränkungen resultieren oft aus nicht erfüllten positiven Erwartungen. Deshalb haben sie viel mit Einstellung, Selbstbild, Hoffnung und Wünschen, vor allem aber mit Enttäuschung zu tun. Reinhard Haller weiß: „Zufrieden und ungekränkt kann man leben, wenn realistische Ziele angestrebt und unsere Erwartungen erfüllt werden. Geschieht dies nicht, reagieren wir mit Enttäuschung und Kränkung.“ Man muss erkennen, dass das von einem selbst gemachte Bild – das Selbstbild – in wichtigen Punkten nicht mit jenem der Mitmenschen harmoniert, dass die eigene Einstellung nicht richtig war und dass sich die persönlichen Erwartungen als irreal erwiesen haben. Darauf reagieren die meisten Menschen mit Ärger, Frustration, Enttäuschung und in weiterer Folge mit Kränkung. Enttäuschung bedeutet zunächst, dass Erwartungen nicht erfüllt und man getäuscht worden ist. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2238"></span></p>
<p><strong>Enttäuschungen zwingen zur Korrektur des Selbstbildes</strong></p>
<p>Viele Menschen fühlen sich dann unverstanden, abgelehnt und unzufrieden, sowohl mit der Situation als auch mit sich selbst. Andere haben sie reingelegt, und – noch schlimmer – sie haben sich hineinlegen lassen. Man reagiert mit Ärger, Missmut und Frustrationen, in weiterer Folge mit Zorn oder Rachegedanken, landet aber letztlich in der Falle der Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühl. Enttäuschung heißt, dass man sich hat täuschen lassen, von den anderen oder von sich selbst. Darauf antwortet man mit Desillusionierung, Ernüchterung und Frustration, manchmal mit anhaltender Verbissenheit, immer mit Verunsicherung.</p>
<p>Enttäuschungen zwingen zur Revision der eigenen Vorstellungen und Ziele, manchmal zur Überarbeitung des Lebensplans, besonders aber zur Korrektur des Selbstbilds. Enttäuschungen verbessern aber auch immer den eigenen Erfahrungsschatz und schärfen dadurch die Persönlichkeitsstruktur. Bei Selbsttäuschungen richten sich Widerstand und Frustration am Schluss immer gegen die eigene Person. Man findet weder einen außen stehenden Schuldigen noch kann man seinen Missmut auf jemand anderen projizieren. Die ganze Wucht der Enttäuschungsreaktion trifft das Selbst.</p>
<p><strong>Für viele Menschen ist Gerechtigkeit ein hoher Wert</strong></p>
<p>Viele Kränkungen resultiert aus Verletzungen des Gerechtigkeitsgefühls. Für die meisten Menschen ist Gerechtigkeit ein hoher Wert. Dieser hat mit Selbstverständnis, individueller Sicht der Dinge, eigenem Urteilsvermögen und dem Bestreben nach Ausgleich zu tun. Reinhard Haller erklärt: „Gerechtigkeit heißt, seine eigenen Ansprüche in gleichbedeutender Relation mit jenen anderen Menschen zu sehen. Kommt es zu Irritationen dieses sensiblen Empfindens, sind Kränkungsreaktionen und Konflikte fast regelhaft zu erwarten.“</p>
<p>Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies bei den unzähligen Rechtsstreitigkeiten. Bei denen geht es nicht nur um Freispruch oder Verurteilung, um Sieg oder Niederlage. Sondern vordringlich um die Frage, wessen Gerechtigkeitsgefühl befriedigt worden ist. Bei kaum einem anderen Rechtsstreit zeigt sich die enorme Auswirkung von Kränkungen so sehr wie bei Auseinandersetzungen bei Erbschaften. Meist geht es bei diesen Streitfällen nicht mehr um Vorteil oder Gewinn, sondern um Durchsetzung des eigenen Standpunkts. Eine große Rolle spielt auch dabei die rechte Wertschätzung und Befriedigung des Gerechtigkeitsgefühls. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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