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	<title>Autonomie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die meisten Handlungen sind nicht autonom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer die Welt liebt, wird geliebt. Denn das Lebendige zieht an. Michaela Brohm-Badry schreibt: „Autonomie und Verbundenheit, Autonomie und Liebe: Und wenn dann nach einem Krach jeder eine Zeit lang was alleine macht, bis die Autonomie wieder hergestellt ist, dann spürt man plötzlich wieder die Sehnsucht, dem anderen nahe sein zu wollen und zu fragen, ... <a title="Die meisten Handlungen sind nicht autonom" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-meisten-handlungen-sind-nicht-autonom.html" aria-label="Mehr Informationen über Die meisten Handlungen sind nicht autonom">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Welt liebt, wird geliebt. Denn das Lebendige zieht an. Michaela Brohm-Badry schreibt: „Autonomie und Verbundenheit, Autonomie und Liebe: Und wenn dann nach einem Krach jeder eine Zeit lang was alleine macht, bis die Autonomie wieder hergestellt ist, dann spürt man plötzlich wieder die Sehnsucht, dem anderen nahe sein zu wollen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist, und zu sagen, dass alles in Ordnung ist.“ Allerding ist ein hoher Anteil der Handlungen eines Menschen oft eher nicht autonom, sondern durch äußeren oder inneren Druck hervorgerufen, was die persönliche Selbstbestimmung untergräbt. Widerspricht eine Handlung jedoch den eigenen Werten, den eigenen Interessen oder dem Wollen, spüren Menschen, dass dieses Verhalten eben nicht stimmig, sondern kongruent ist – innere Konflikte entstehen. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-6243"></span></p>
<p><strong>Ein Grundbedürfnis des Menschen ist das nach Verbundenheit</strong></p>
<p>Kompetenz ist ein psychologisches Grundbedürfnis, sich im Umgang mit der Umwelt als effektiv zu erleben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Es spiegelt den Wunsch wider, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erweitern, und beinhaltet, sich dazu optimale Herausforderungen zu suchen, und Anstrengungen zu unternehmen, bis persönliches Wachstum erfahren wird.“ Kompetenz wird von Deci und Ryan als „wahrgenommene Wirksamkeit“ bei der Ausübung von Verhaltensweisen verstanden.</p>
<p>Das Erleben der eigenen Kompetenz wird in der Motivationsforschung als zentraler Anreiz für motiviertes Handeln betrachtet. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Kompetenzerleben wird erreicht, indem geschafft wird, was man sich vorgestellt hat, indem Herausforderungen bewältigt, Fähigkeiten entwickelt wurden und indem Menschen etwas gelungen ist.“ Es geht um das Bedürfnis, die Wirkung und Beherrschung einer Handlung zu spüren. Ein weiteres Grundbedürfnis des Menschen ist das nach Verbundenheit.</p>
<p><strong>Jeder Mensch möchte sich bei anderen aufgehoben fühlen</strong></p>
<p>Es entspricht dem Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach sozialer Zugehörigkeit zu einem Menschen, einer Familie oder einer anderen sozialen Gruppe. Menschen fühlen sich meist dann zugehörig, so Ryan und Deci, „wenn sie sich bei anderen aufgehoben fühlen, umsorgt fühlen. Bei Verbundenheit geht es aber auch um Zugehörigkeit und das Gefühl, sich für andere bedeutsam zu fühlen. Daher ist es ebenso wichtig, sich selbst als jemand zu erleben, der andern etwas gibt oder zu ihnen beiträgt.“</p>
<p>Ryan und Deci fahren fort: „Das heiß, sowohl durch das Gefühl der Verbundenheit mit nahestehenden Menschen auch durch das Gefühl, ein bedeutendes Mitglied sozialer Gruppen zu sein, erfahren Menschen Verbundenheit und Zugehörigkeit, zum Beispiel indem sie zur Gruppe beitragen oder Wohlwollen zeigen.“ Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Zugrunde liegt das psychologische Bedürfnis, enge emotionale Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen, warmherzig zu geben und zu empfangen.“ Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen können sich lebenslang verändern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Mar 2025 02:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
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					<description><![CDATA[Radikale Veränderungen der Persönlichkeitspräferenzen sind zwar selten – aus dem Introvertierten wird selten ein stark extrovertierter Mensch –, aber tendenziell können sich Personen alle im Laufe der Zeit verändern und den 50 veränderbaren Prozent eine Richtung geben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Durch diese Plastizität ist die Persönlichkeit weit weniger fixiert, als Psychobiologen bisher angenommen hatten. ... <a title="Menschen können sich lebenslang verändern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michaele-brohm-badry-persoenlichkeitspraeferenzen.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen können sich lebenslang verändern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Radikale Veränderungen der Persönlichkeitspräferenzen sind zwar selten – aus dem Introvertierten wird selten ein stark extrovertierter Mensch –, aber tendenziell können sich Personen alle im Laufe der Zeit verändern und den 50 veränderbaren Prozent eine Richtung geben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Durch diese Plastizität ist die Persönlichkeit weit weniger fixiert, als Psychobiologen bisher angenommen hatten. Wir entfalten uns in einem Möglichkeitsraum, den wir aus Wechselwirkungen zwischen genetischer Anlage, unserem Umfeld und unseren individuellen Entscheidungen eingerichtet haben. IN diesem Möglichkeitsraum handeln wir.“ Bahnbrechende Erkenntnisse über das menschliche Handeln und die damit verbundene Entfaltung lieferten die US-amerikanischen Psychologen Edward Deci und Richard Ryan. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5923"></span></p>
<p><strong>Menschen wollen sich als selbstgesteuert wahrnehmen</strong></p>
<p>Michaela Brohm-Badry erklärt: „Sie konnten zeigen, dass unsere Entfaltung umso besser gelingt, je stärker drei menschliche Grundbedürfnisse befriedigt werden: Was uns selbstbestimmt mach, ist die Befriedigung der Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz sowie Verbundenheit.“ Zahlreiche nachfolgende Untersuchungen bestätigen Edward Decis und Richard Ryans Annahme. Autonomie ist ein psychologisches Bedürfnis: Menschen wollen sich als selbstgesteuert, nicht als fremdgesteuert oder abhängig von fremdem Willen wahrnehmen.</p>
<p>Es geht bei der Autonomie also um die Initiierung und Regulierung des eigenen Verhaltens. Das Autonomiebedürfnis ist befriedigt, wenn Menschen selbstbestimmt , aus freiem Willen handeln. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Fremdbestimmte Motivation zeichnet sich aus durch Verführung – zum Beispiel Belohnungen, Versprechen –, durch Zwang – zum Beispiel Bestrafung – oder Druck – zum Beispiel Drohung.“ Autonome Motivation hingegen zeichnet sich aus durch Wahlfreiheit und eigenen Willen, Einverständnis, Interesse und tiefe Wertschätzung für eine Sache. Handeln Menschen auf der Grundlage autonomer Motivation, also autonom, tun sie etwas aus eigenem Willen, stimmig mit sich selbst.</p>
<p><strong>Autonomie ist der Dreh- und Angelpunkt des Verhaltens</strong></p>
<p>Was Menschen in diesem Fall tun, entspricht ihren Werten und Interessen und sie tun es freiwillig mit hohem Engagement. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Autonomie und die damit verbundene Freiwilligkeit heißt aber nicht, dass Menschen vollkommen unabhängig agieren, sondern dass sie sich auch freiwillig, durch Einsicht oder Liebe beispielsweise, von etwas oder jemanden abhängig machen.“ Je mehr sich Michaela Brohm-Badry mit den Bedürfnissen von Menschen befasst, desto mehr denkt sie, dass Autonomie der Dreh- und Angelpunkt des Verhaltens ist.</p>
<p>Autonomie und Nähe zum Leben – Bezugnahme, Interesse wie Erich Fromm sagen würde. Im Grunde gibt es nur zwei Dinge: sich frei zu fühlen und sich auch so zu verhalten und die Welt, also die Menschen, alles Lebendige und den Ausdruck menschlicher Lebendigkeit, zu lieben – also Kultur und Natur, lesen, musizieren, malen, schreiben, Menschen, Käfer, Fliegen, Hunde, Katzen, Schweine, Rinder, Pferde, Bäume, Blumen, Unkraut, alles, was kreucht und fleucht, zu lieben, ohne Unterschied. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Meinungen und Fakten unterscheiden sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2023 02:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Dialogbereitschaft ist prinzipiell zu befürworten und eine gute Sache, allerdings nur, wenn sie auf beiden Seiten vorhanden ist. Heidi Kastner erläutert: „Alles andere benennt man besser als das, was es ist. Nämlich als eine zweckbefreite und absehbar ergebnislose Kombination zweier Monologe.“ Dadurch spart man sich Mühe, Ärger und Zeit mit Menschen, die das Recht auf ... <a title="Meinungen und Fakten unterscheiden sich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-faktenverweigerer.html" aria-label="Mehr Informationen über Meinungen und Fakten unterscheiden sich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dialogbereitschaft ist prinzipiell zu befürworten und eine gute Sache, allerdings nur, wenn sie auf beiden Seiten vorhanden ist. Heidi Kastner erläutert: „Alles andere benennt man besser als das, was es ist. Nämlich als eine zweckbefreite und absehbar ergebnislose Kombination zweier Monologe.“ Dadurch spart man sich Mühe, Ärger und Zeit mit Menschen, die das Recht auf eine eigene Meinung mit dem Recht auf eigene Fakten verwechseln oder zwischen den beiden Begriffen nicht unterscheiden können oder wollen. Gemeinsames Merkmal sind die larmoyante Empörung über gelegentliche abwertende Kommentare anderer, die Berufung auf die eigene zwangsläufig bessere Urteilsfähigkeit und das gänzliche Fehlen der Fähigkeit, sich selbst auch gelegentlich infrage zu stellen. Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-4423"></span></p>
<p><strong>Autonomie ist mit Rechten und Plichten verbunden</strong></p>
<p>Die fundamentale Dummheit besteht allerdings in der Verweigerung eines Lebens in begrenzter, geordneter Freiheit, das als Grundkonzept aller demokratischen Gesellschaftsstrukturen verstanden werden muss. Heidi Kastner betont: „Unbegrenzte Freiheit wäre erstmal Anarchie und dann ziemlich schnell viel Unfreiheit für ziemlich viele, all diejenigen nämlich, die nicht über ausreichend psychisches Durchsetzungsvermögen verfügen, um den freien Handlungen anderer ihre eigenen Freiheitsvorstellungen entgegenzusetzen.“ </p>
<p>Eine freiheitliche Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn ihre Werte und Regeln von der Mehrzahl der Mitglieder verinnerlicht, als intrinsisches Gut anerkannt und daher auch hochgehalten werden. Jeder in einer Gesellschaftsorganisation lebende Mensch bezahlt für seine Freiheit mit dem Verzicht auf Teile ebendieser Freiheit. Wer an dieser Grunderkenntnis vorbeiargumentiert und -fordert, hat einiges nicht durchdacht, nicht verstanden oder verstehen wollen. Überdies wird von vielen Menschen übersehen, dass Autonomie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich bringt und keine verantwortungsfreie Selbstverständlichkeit ist. </p>
<p><strong>Verschwörungsmythen und Rechtspopulismus haben Gemeinsamkeiten</strong></p>
<p>Niemand kann nach Lust und Laune auf Kosten seiner Mitmenschen leben. Heidi Kastner stellt fest: „Im Wesentlichen ist das hohle Gerede von Autonomie ein Wunsch nach uneingeschränkter Selbstermächtigung, die sich im sozialen Miteinander immer als unverträglich und unerträglich erwiesen hat und daher weder Respekt noch Toleranz verdient hat.“ Und es ist eine Form von Dummheit, das einmal mehr das Schädigungspotenzial dieser geistigen Verfassung offenbart. </p>
<p>Die Corona-Pandemie war ein Booster für ein schon vorhandenes, etwas systematisierteres Verschwörungsnarrativ, das unter der Bezeichnung QAnon seit 2017 durch das weltweite Netz geistert. Bis dato ist nicht klar, wer hinter diesen Mythen und Prophezeiungen des Weltuntergangs steckt. Michael Butter, Amerikanistik-Professor an der Universität Tübingen, der sich seit Jahren mit Verschwörungstheorien beschäftigt ist nicht der Einzige, der eine Verbindung zwischen Verschwörungsmythen und Rechtspopulismus erkennt: „Beide lösen komplexe politische Themen in einen Gegensatz von Gut und Böse auf. Auf der einen Seite die Verschwörer beziehungsweise die Eliten, auf der anderen Seite die Opfer der Verschwörung oder das einfache Volk“, sagte er im ARD-Magazin „Monitor“ im April 2020. Quelle: „Dummheit“ von Heidi Kastner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Trotzphase ist für alle sehr anstrengend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 02:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Trotzphase]]></category>
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					<description><![CDATA[Wut, Geschrei, Tränen: Die Trotzphase ist anstrengend – für Kinder genauso wie für Eltern. Patrizia Burgmayer erklärt: „Die einen ordnen den Beginn der Trotzphase im zweiten Lebensjahr ein, die anderen sehen sie schon im Babyalter. Die Pädagogin und Buchautorin Susanne Mierau beschreibt dazu etwa die Situation, wenn sich ein Baby beim Wickeln abwendet und zu ... <a title="Die Trotzphase ist für alle sehr anstrengend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/patrizia-burgmayer-trotzphase.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Trotzphase ist für alle sehr anstrengend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wut, Geschrei, Tränen: Die Trotzphase ist anstrengend – für Kinder genauso wie für Eltern. Patrizia Burgmayer erklärt: „Die einen ordnen den Beginn der Trotzphase im zweiten Lebensjahr ein, die anderen sehen sie schon im Babyalter. Die Pädagogin und Buchautorin Susanne Mierau beschreibt dazu etwa die Situation, wenn sich ein Baby beim Wickeln abwendet und zu wehren versucht. Noch schaffe man es leicht, das Baby abzulenken. Bei Kleinkindern wird das schwieriger. Grundsätzlich ist die Trotzphase nichts Schlechtes, sondern ein Entwicklungsschritt: „Kinder möchten die Welt entdecken, brauchen gleichzeitig die Geborgenheit er Eltern“, heißt es etwa im Bayerischen Erziehungsratgeber, dem Online-Erziehungsratgeber des Bayerischen Landesjugendamtes. Hin- und hergerissen von beiden Bedürfnissen seien sie verunsichert. Diese inneren Spannungen führen oft zu heftigen Gefühlsausbrüchen. Motto: „Ich will aber!“ <span id="more-4404"></span></p>
<p><strong>Experten sprechen bei der Trotzphase oft von der Autonomiephase</strong></p>
<p>Wenn der Nachwuchs auf dem Spielplatz, an der Supermarktkasse oder beim Anziehen eine lautstarke Szene macht, schwanken Eltern häufig zwischen der eigenen Wut und Hilflosigkeit. Denn viele Mamas und Papas würden es nach den zahlreichen schlaflosen Nächten des Zahndurchbruchs und der ersten Kita-Infektionen gern ruhiger angehen lassen. Patrizia Burgmayer ergänzt: „Und oft ist auch noch ein Baby im Haus – eine zweijähriger Altersabstand von Geschwister ist recht häufig.“</p>
<p>Manche fragen sich, ob die Konflikte jetzt bis zur Pubertät so weitergehen. Die schlechte Nachricht lautet: Im Grunde schon. Die gute: Dass sich Kinder von den Eltern distanzieren, ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Patrizia Burgmayer weiß: „Statt von Trotzphase sprechen Experten gern von der Autonomiephase. Denn unabhängig zu werden, ist überlebenswichtig.“ Es sei ein menschliches Grundbedürfnis und damit etwas Gutes, erklärt die Kindheitspädagogin Kathrin Hohmann. Aber grau ist bekanntlich alle Theorie. </p>
<p><strong>Kinder brauchen eine feste Bindung zu den Eltern</strong></p>
<p>Eltern müssen mit der Wirklichkeit klarkommen, und die ist bei einem Trotzanfall meist laut, unschön und sehr anstrengend. Der Bayerische Erziehungsratgeber listet eine ganze Reihe von Tipps auf, welche die Nerven von Müttern und Vätern schonen helfen sollen. Ein Rat lautet: „Je mehr Freiräume ein Kind hat, desto weniger wird es zu Trotzanfällen kommen. Je weniger Neins, desto wirkungsvoller sind sie.“ Zudem sollten Eltern ihrem Nachwuchs Entscheidungshilfen anbieten. </p>
<p>Zweijährige Kinder sind bei Entscheidungen schnell überfordert. Mamas und Papas sollten daher das Kind zwar einbeziehen bei Entscheidungen, aber ihm klare Hilfestellungen geben und die Auswahl begrenzen. Pädagogin Susann Mierau betont: „Obwohl Kinder nach mehr Autonomie streben, brauchen sie eine feste Bindung zu den Eltern.“ Erwachsene sollten im Falle eines Trotzanfalls ihres Kindes auch das eigene Verhalten thematisieren, vor allem, wenn es unbeherrscht war, heißt es im Bayerischen Erziehungsratgeber. Dabei könnte auch eine Entschuldigung angebracht sein. Quelle: „Ich will aber!“ von Patrizia Burgmayer in der „Abendzeitung“ vom 18./19. Februar 2023</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Negative Bindungen sind meist regellos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2022 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[„Negative Bindungen“ sind negativ in den folgenden zwei Bedeutungen. Sie verweisen auf ein abwesendes Objekt, das man aufgrund der Unbestimmtheit der Situation nicht zu fassen bekommt. Oder sie bringen zum Vorschein, dass mit einer bestehenden Beziehung etwas nicht stimmt, dass sie nicht so funktioniert, wie sie funktionieren sollte. Eva Illouz erklärt: „Negative Beziehungen haben verschwommene, ... <a title="Negative Bindungen sind meist regellos" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-negative-bindungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Negative Bindungen sind meist regellos">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Negative Bindungen“ sind negativ in den folgenden zwei Bedeutungen. Sie verweisen auf ein abwesendes Objekt, das man aufgrund der Unbestimmtheit der Situation nicht zu fassen bekommt. Oder sie bringen zum Vorschein, dass mit einer bestehenden Beziehung etwas nicht stimmt, dass sie nicht so funktioniert, wie sie funktionieren sollte. Eva Illouz erklärt: „Negative Beziehungen haben verschwommene, unklare, unbestimmte oder umstrittene Zwecke. Es gibt keine vorgeschriebenen Regeln für Verbindlichkeit und Unverbindlichkeit. Und sie können straflos oder fast straflos kaputtgemacht werden.“ Negative Bindungen der ersten Form lösen sich schnell auf, nicht weil sie vertraglich als vorübergehend definiert wären, sondern aufgrund ihrer relativen Normlosigkeit, ihres Mangels an vorgeschriebenen Regeln und an einem gemeinsamen Bedeutungsrahmen. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-3732"></span></p>
<p><strong>Liebe und Sexualität haben sich enorm verändert</strong></p>
<p>Negative Bindungen der zweiten Form können länger andauern, stehen aber aufgrund ihrer Dysfunktionalität permanent zur Disposition. Es sollte deutlich sein, dass „positiv“ und „negativ“ hier keine moralischen Bedeutungen haben. Diese Ausdrücke beziehen sich allein darauf, wie soziale Bindungen geschaffen werden, ob durch klar formulierte kulturelle Skripte oder ob auf relativ skriptlose und normativ verschwommene Weise. Eine negative soziale Beziehung ist von Ungewissheit getrieben, während eine positive Beziehung relativ strukturiert und an klare Normen ausgerichtet ist.</p>
<p>Eva Illouz möchte folgende Hypothese wagen: „Im Bereich von Liebe und Sexualität hat eine gewaltige Umstellung stattgefunden.“ Früher gab es einen Modus des kulturellen Handelns, in dem die Kultur die Welt dicht in Symbolen und moralischen Erzählungen beschrieb. Heutzutage herrscht ein kultureller Modus vor, in dem Autonomie und Freiheit relativ schwach vorgeschriebene, verschwommene Interaktionsregeln mit unvorhersehbaren Ergebnissen, zumindest in der Privat- und Intimsphäre, hervorbringen.</p>
<p><strong>Das moderne Selbst zeichnet sich durch Autonomie aus </strong></p>
<p>Mit Normlosigkeit meint Eva Illouz nicht nur ein improvisiertes Verhalten, dessen Regeln sich jeder selbst zusammenreimen muss. Sondern sie bezieht sich dabei auch auf die weniger spielerische Dimension, dass die Normen, die das Verhalten in sexuellen Bindungen anleiten, unklar geworden sind. Denn sie folgen keinem moralischen Drehbuch mehr und es droht kaum eine gesellschaftliche Sanktion, wenn man Regeln der Reziprozität bricht. Normlose Interaktionen grenzen unangemessenes Verhalten nicht scharf von angemessenem ab, weil ersteres so gut wie nie bestraft wird. </p>
<p>Eva Illouz stellt fest: „Diese Abwesenheit einer dichten Normativität verdankt sich der Praxis der Freiheit selbst und geht mit positiven Geboten wie Eigenständigkeit, Autonomie und Hedonismus einher, allesamt tonangebende Vokabulare des modernen Selbst.“ Diese positiven Gebote erzeuge negative Bindungen, Bindungen, die normativ unscharf und chaotisch sind. Diese verfügen über vielfältige Definitionen und Zwecke und stellen den Ort dar, an dem an seine Autonomie dadurch zum Ausdruck bringen kann, dass man sich zurückzieht. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder kann sein Leben jederzeit ändern</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-autonomes-individuum.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Dec 2021 02:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder sollte jeden anderen Menschen als autonome Person betrachten, die genau wie man selbst als Suchende in einer Welt unterwegs ist, in der man sich leicht verirren kann. Das menschliche Gehirn ist zeitlebens umbaufähig. Daher ist es nie zu spät, sich aus einmal gebahnten Mustern des eigenen Denkens, Fühlen und Handelns zu lösen. Dadurch wird ... <a title="Jeder kann sein Leben jederzeit ändern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-autonomes-individuum.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder kann sein Leben jederzeit ändern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder sollte jeden anderen Menschen als autonome Person betrachten, die genau wie man selbst als Suchende in einer Welt unterwegs ist, in der man sich leicht verirren kann. Das menschliche Gehirn ist zeitlebens umbaufähig. Daher ist es nie zu spät, sich aus einmal gebahnten Mustern des eigenen Denkens, Fühlen und Handelns zu lösen. Dadurch wird man wieder zu einem selbstverantwortlichen, selbstbestimmten Subjekt und zu seinem authentischen Selbst zurückfinden. Gerald Hüther ergänzt: „Sein bisheriges Leben kann niemand ändern. Aber jeder Mensch kann sich zu jedem Zeitpunkt seines Lebens dafür entscheiden, fortan anders zu leben.“ Etwas bewusster vielleicht, etwas liebevoller gegenüber sich selbst und auch anderen gegenüber. Mehr im Einklang mit der Natur, zuversichtlicher und auch wieder etwas neugieriger. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-3222"></span></p>
<p><strong>Sport und Musik dienen der Gesundheit</strong></p>
<p>Gerald Hüther rät, mache Dinge einfach einmal zu versuchen. Zum Beispiel kann man andere Personen anlächeln, statt an ihnen vorbeizugehen, als wären sie Luft. Man kann andere einladen, ermutigen und inspirieren, sich auf neue Erfahrungen einzulassen, statt ihnen zu sagen, was sie und wie sie etwas machen sollen. Es ist auch nicht so schwer, sich bei allem was man macht, mehr Zeit zu lassen, die Nahrungsmittel, die man zu sich nimmt, sorgfältiger auszuwählen und sich auch körperlich gelegentlich zu betätigen. </p>
<p>Und dann erwacht plötzlich wieder die Freude am sich Bewegen, Wandern und Radfahren, am Singen, Tanzen und Musizieren. An allem, was einen gesund erhält. Gerald Hüther erklärt: „Das geht ganz leicht, damit können Sie noch heute beginnen. Und wenn Sie sich auf diese Weise auf den Weg machen, entwickelt sich – von ganz allein – auch ein anderes Lebensgefühl als bisher.“ Und damit ändert sich das eigene Leben von ganz allein. Es wird wieder freudvoller, liebevoller, auch würdevoller. </p>
<p><strong>Die Achtsamkeit sollte wieder mehr in den Vordergrund rücken</strong></p>
<p>Und wer anderen mit diesem Gefühl begegnet, wird erleben, wie ansteckend es ist. So ändert sich dann nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Zusammenleben mit anderen Personen. Es passt dann wieder alles besser, macht einen glücklicher und hält einen gesund. Am besten gelingt das alles jedoch in einer Gemeinschaft mit anderen, indem man sich gemeinsam auf den Weg macht. Bisweilen geschieht es bei solchen Begegnungen, dass Menschen einander berühren und dadurch selbst im Inneren berührt werden. </p>
<p>Dann beginnen die Individuen, sich selbst zu fragen, was für ein Mensch sie sein wollen und wofür sie das ihnen geschenkte Leben nutzen wollen. Gerald Hüther fügt hinzu: „Dann lernen sie wieder, achtsam mit sich selbst, mit anderen Menschen, vielleicht auch mit der Vielfalt des Lebendigen umzugehen.“ Auch wenn sich das viele Menschen wünschen: ein Leben ohne Probleme und Sorgen, mit massenhaft Geld, ständig wachsendem Erfolg und Wohlstand und der Sicherheit, sich jeden Wunsch erfüllen zu können, wird sie doch niemals glücklich machen. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Autonomie ist nicht gerade bequem</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/klaus-peter-hufer-persoenlichkeitsmerkmale.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Nov 2021 02:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mündigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Pflichterfüllung und Gehorsamsbereitschaft führen zu Anpassung, zu Unterordnung und Einordnung, zum Mitläufertum, zum Mitschwimmen im Strom der Mehrheit und zum Wegschauen. Klaus-Peter Hufer betont: „Zweifel, Urteilsfähigkeit, eine eigene Meinung und kritische Reflexion sind da nicht erwünscht – im Gegenteil, sie stören den reibungslosen Ablauf.“ Doch wer Zivilcourage zeigt, muss eine eigene Meinung und den Mut ... <a title="Autonomie ist nicht gerade bequem" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/klaus-peter-hufer-persoenlichkeitsmerkmale.html" aria-label="Mehr Informationen über Autonomie ist nicht gerade bequem">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pflichterfüllung und Gehorsamsbereitschaft führen zu Anpassung, zu Unterordnung und Einordnung, zum Mitläufertum, zum Mitschwimmen im Strom der Mehrheit und zum Wegschauen. Klaus-Peter Hufer betont: „Zweifel, Urteilsfähigkeit, eine eigene Meinung und kritische Reflexion sind da nicht erwünscht – im Gegenteil, sie stören den reibungslosen Ablauf.“ Doch wer Zivilcourage zeigt, muss eine eigene Meinung und den Mut zum Widerspruch haben. Gut beschrieben wird dieses Verhaltensmuster bzw. Persönlichkeitsmerkmal mit dem Begriff „Autonomie“. Von der Wortbedeutung her meint Autonomie Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Willensfreiheit. Damit befindet man sich ganz in der Nähe der Idee der Aufklärung, deren berühmteste Definition von Immanuel Kant stammt. Klaus-Peter Hufer promovierte 1984 in Politikwissenschaften, 2001 folgte die Habilitation in Erziehungswissenschaften. Danach lehrte er als außerplanmäßiger Professor an der Uni Duisburg-Essen. <span id="more-3109"></span></p>
<p><strong>Jeder Mensch sollte sich seines eigenen Verstandes bedienen</strong></p>
<p>Immanuel Kant gab auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ der „Berlinischen Monatsschrift“ im Jahr 1784 folgende klassisch gewordene Antwort: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen.“ Er fordert die Menschen auf, den Mut zu haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Denn dies ist der Wahlspruch der Aufklärung. </p>
<p>In Immanuel Kants Definition sind Eigenschaften wie Eigenständigkeit, Mündigkeit und Mut enthalten. Allesamt sind sie Kriterien bzw. Voraussetzungen von Autonomie. Michael Pauen und Harald Welzer bezeichnen eine Person als autonom, die nach ihren eigenen Prinzipien handelt, und zwar auch dann, wenn sie dabei Widerstände überwinden oder Gefahr in Kauf nehmen muss. Autonom ist also, wer für seine Überzeugungen einsteht, obwohl diese gerade verpönt oder gar verboten sind. Autonom ist auch derjenige, der zu seinen Freunden steht, auch wenn diese gerade nicht wohl gelitten sind. </p>
<p><strong>Zivilcourage erfordert ein hohes Maß an Autonomie</strong></p>
<p>Autonomie besteht auch darin, sich in Gefahr zu bringen, um jemandem zu helfen oder ganz einfach seinen eigenen Kopf zu haben. Klaus-Peter Hufer weiß: „Autonomie ist nicht gerade bequem. Das gilt auch für die autonome Person selbst; es gilt aber auch für deren Umwelt. Meist sprechen wir dann von Autonomie, wenn jemand gegen Widerstände für wichtige Werte eintritt.“ Doch Autonomie kann auch darin bestehen, abwegige Überzeugungen gegen eine halbwegs vernünftige Mehrheit zu verteidigen. </p>
<p>Eine zivilcouragiert handelnde Person muss ein hohes Maß an Autonomie besitzen. Das heißt für Klaus-Peter Hufer, dass sie so sichere Gründe, so feste Prinzipien hat, dass sie sich veranlasst und imstande fühlt, auch Widerständen zu trotzen und Gefahren in Kauf zu nehmen, um das zu tun, was sie für richtig hält. Wer Zivilcourage zeigen will, muss sich mit den Faktoren auseinandersetzen, die mutiges und couragiertes Handeln positiv oder negativ beeinflussen, stützen oder verhindern. Quelle: „Zivilcourage“ von Klaus-Peter Hufer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gelingende Autonomie bedeutet Lebensglück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2020 04:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Ödipuskomplex]]></category>
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					<description><![CDATA[Joachim Bauer weiß: „Gelingende Autonomie bedeutet Lebensglück.“ Es gibt Eltern oder Mentoren, die ihren Nachwuchs nicht „freilassen“, wenn die Zeit gekommen ist. Sie bezahlen die erzwungene Unselbstständigkeit ihres Kindes entweder damit, dass das Kind depressiv erkrankt, oder sie ernten Aggression. Der mutige Versuch, Autonomie zu entwickeln, ist für viele junge Menschen mit Mühsal, Schuldgefühlen, schweren ... <a title="Gelingende Autonomie bedeutet Lebensglück" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gelingende-autonomie-bedeutet-lebensglueck.html" aria-label="Mehr Informationen über Gelingende Autonomie bedeutet Lebensglück">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer weiß: „Gelingende Autonomie bedeutet Lebensglück.“ Es gibt Eltern oder Mentoren, die ihren Nachwuchs nicht „freilassen“, wenn die Zeit gekommen ist. Sie bezahlen die erzwungene Unselbstständigkeit ihres Kindes entweder damit, dass das Kind depressiv erkrankt, oder sie ernten Aggression. Der mutige Versuch, Autonomie zu entwickeln, ist für viele junge Menschen mit Mühsal, Schuldgefühlen, schweren Konflikten und weiteren leid- und qualvollen Erfahrungen verbunden. Der Grund ist das Fehlen einer oder mehrerer Voraussetzungen. Eine der klassischen Sagen des Altertums beschreibt einen tragischen Fall. Dabei war es einem Vater nicht möglich, bei seinem Sohn eine eigenständige Entwicklung zuzulassen. Ihm wird von einem Orakel vorausgesagt, dass sein noch nicht gezeugter Sohn ihn einmal umbringen werde. Der Vater durchsticht dann seinem Sohn nach dessen Geburt vorsorglich die Füße und setzt ihn aus. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-2244"></span></p>
<p><strong>Sigmund Freud machte den Ödipuskomplex berühmt</strong></p>
<p>Ödipus, der vom Vater versehrte Sohn, macht eine wechselvolle, von Konflikten und Kämpfen gekennzeichnete Entwicklung durch. Am Ende bringt er seinen Vater um und heiratet dann eine Frau, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass es sich bei ihr um seine Mutter handelt. Sigmund Freud machte diese griechische Sage berühmt, weil sie die in vielen Familien beobachtbare Konstellation widerspiegelt. Ein vom Vater nicht „freigelassener“, sozusagen angeketteter Sohn unterliegt einer besonderen Gefahr.</p>
<p>Möglicherweise geht der Sohn eine zu enge Bindung mit der Mutter ein und erliegt dem sogenannten Ödipuskomplex. Eine ganz ähnliche Fehlentwicklung kann sich, sozusagen spiegelbildlich, auch bei einer nicht „freigelassenen“ Tochter einstellen. Joachim Bauer stellt fest: „Um sich Autonomie erarbeiten und glücklich werden zu können, brauchen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein von ihren Eltern, pädagogischen Begleitern und Mentoren geschenktes Selbst-Element.“ </p>
<p><strong>Kinder und Jugendliche brauchen Halt</strong></p>
<p>Dieses Selbst-Element lässt sie ohne Strafandrohung frei und gibt ihnen altersgemäß die Möglichkeit, sich über das Vorgegebene hinaus zu entfalten und eigene Wege zu beschreiten. Allerdings muss es, um „über das Vorgegebene hinaus“ wachsen zu können, dieses „Vorgegebene“ erst einmal geben. Die Annahme, junge Menschen entfalteten Autonomie, wenn man ihnen keine Vorgaben macht, ist falsch. Sie müssen mit den Wertvorstellungen der Erwachsenen bekannt gemacht werden. </p>
<p>Zudem müssen die Erwachsenen die Kinder an konkrete Angebote, an den Erwerb von Wissen und Kompetenzen herangeführt warden. Kinder die ohne Forderungen und in nichts anderem als Freiräumen aufwachsen, werden in ihrem Selbstbewusstsein geschwächt. Kinder und Jugendliche brauchen Halt und freundlichen Widerstand. Nur dann können sie sich an diesem Widerstand bewähren und Autonomie für sich zu einer realen Erfahrung machen. Die Aufgabe, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwerb der Autonomie zu begleiten, ist ein Balanceakt. Er fordert von beiden Seiten – vor allem in den Jahren der Pubertät – eine Menge Energie ab. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Autonomie erfordert Mut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2020 05:37:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Mentor]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Entwicklung und der Erwerb von gelingender Autonomie ist ein Prozess, der drei entscheidende Voraussetzungen hat. Zunächst muss es einen hinreichend befähigten Akteur geben, der, wenn die Zeit reif ist, Autonomie anstrebt. Joachim Bauer erläutert: „Autonomieversuche zu unternehmen, bedeutet, bekannte Wege, auf denen man von Begleitern gelenkt und beschützt wurde, zu verlassen.“ Autonom zu werden, ... <a title="Autonomie erfordert Mut" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/autonomie-erfordert-mut.html" aria-label="Mehr Informationen über Autonomie erfordert Mut">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklung und der Erwerb von gelingender Autonomie ist ein Prozess, der drei entscheidende Voraussetzungen hat. Zunächst muss es einen hinreichend befähigten Akteur geben, der, wenn die Zeit reif ist, Autonomie anstrebt. Joachim Bauer erläutert: „Autonomieversuche zu unternehmen, bedeutet, bekannte Wege, auf denen man von Begleitern gelenkt und beschützt wurde, zu verlassen.“ Autonom zu werden, bedeutet also nicht nur, sich neue Möglichkeiten und Chancen zu erschließen, sondern immer auch, Wagnisse und Risiken einzugehen. Dies erfordert Mut. Den besitzt nur, wer einen ausreichend starken Selbstkern in sich fühlt. Autonomie erfordert doch nicht nur ein starkes Selbst und Mut, sondern auch Besonnenheit und die Anerkennung von Grenzen. Damit ist ihre zweite Voraussetzung genannt. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-2196"></span></p>
<p><strong>Mentoren unterstützen den Weg zur Autonomie</strong></p>
<p>Ein funktionierender Selbst-Beobachter führt zu realistischen Einschätzungen. Wer sich dagegen über- oder unterschätzt, dessen Autonomieversuche werden scheitern. Bis zum Eintritt eines jungen Menschen in die Pubertät, sollte die Fähigkeit, sich selbst aus fremder Perspektive zu sehen, grundsätzlich gegeben sein. Leicht übersehen wird, dass für die Entwicklung von Autonomie eine dritte Voraussetzung gegeben sein muss. Menschen bedürfen der Inspiration, einer Anregung, einer Ermutigung sich auf den Weg in Richtung Autonomie zu machen.</p>
<p>Eine solche Inspiration erreicht den Menschen nicht aus höheren Sphären, sondern nimmt ihren Ausgang von anderen Menschen, meistens von Mentoren. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Personen aus der erweiterten Verwandtschaft, häufig auch um schulische oder akademische Lehrer. Manchmal kommt der Anstoß auch von Vorbildern aus der Welt der Literatur oder der Medien. Junge Menschen, die sich entscheiden, persönliche Autonomie zu wagen, bedürfen jedenfalls irgendwann einer ermutigenden Botschaft.</p>
<p><strong>Manche Eltern haben keine souveräne Einstellung zur Autonomie</strong></p>
<p>Eltern kommt im Prozess des Autonom Werdens heranwachsender Menschen eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Rolle, die sie dabei einnehmen, kann sehr unterschiedlich sein. Manche Eltern verhalten sich hilfreich, indem sie Adoleszente zum richtigen Zeitpunkt „freilassen“. Zugleich aber bleiben sie in „Stand-by“-Position für den Fall, dass ihr Nachwuchs doch noch Hilfestellung oder Unterstützung brauchen sollte. Nicht alle Eltern sind – aus sehr unterschiedlichen Gründen – zu einer solchen souveränen Einstellung fähig.</p>
<p>Häufig sind laut Joachim Bauer zwei Varianten zu beobachten, die jungen Menschen den Weg in die Autonomie schwer machen. Zum einen, dass Eltern Jugendlichen keine Zeit zur Ablösung lassen und sie proaktiv aus dem Nest werfen. Zum anderen, dass sie die Abnabelung behindern oder ganz verhindern. Die erste der beiden Varianten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Häufig werden Adoleszente zu früh einer völlig fremden Umgebung ausgesetzt, der sie dann aber nicht gewachsen sind. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Grenzenlose Freiheit ist nicht möglich</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/grenzenlose-freiheit-ist-nicht-moeglich.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 09:35:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Abhängig zu sein, ist für den Menschen kränkend und wird bekanntlich, so gut es geht, verleugnet. Diese Kränkung macht verständlich, warum vielen der radikale Gegenentwurf völliger Unabhängigkeit und das damit verbundene Versprechen grenzenloser Freiheit verlockend erscheinen. Joachim Bauer erklärt: „Der geheime Wunsch, der Schwerkraft der Inter-Personalität zu entkommen, sich über andere erheben zu können und ... <a title="Grenzenlose Freiheit ist nicht möglich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/grenzenlose-freiheit-ist-nicht-moeglich.html" aria-label="Mehr Informationen über Grenzenlose Freiheit ist nicht möglich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Abhängig zu sein, ist für den Menschen kränkend und wird bekanntlich, so gut es geht, verleugnet. Diese Kränkung macht verständlich, warum vielen der radikale Gegenentwurf völliger Unabhängigkeit und das damit verbundene Versprechen grenzenloser Freiheit verlockend erscheinen. Joachim Bauer erklärt: „Der geheime Wunsch, der Schwerkraft der Inter-Personalität zu entkommen, sich über andere erheben zu können und dadurch eine gewisse Großartigkeit zu erreichen, erinnert an Ikarus, der die Warnung seines Vaters missachtete, beim Fliegen mit den aus Wachs zusammengeklebten Federn der Sonne nicht zu nahe zu kommen.“ Dass Menschen autonom sein wollen, ist völlig legitim. Doch sosehr sie sich auch bemühen: Der Versuch, das in ihnen verankerte Du und die vielen äußeren und interpersonellen Abhängigkeiten loszuwerden, ist zum Scheitern verurteilt. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-2127"></span></p>
<p><strong>Das Ringen um Autonomie begleitet einen Menschen sein Leben lang</strong></p>
<p>Dieses Scheitern zu akzeptieren, ist ein seelischer Reifungsprozess, der einige Jahre braucht – manchen Menschen gelingt er nie. Joachim Bauer schreibt: „Das sich in jedem Menschen abspielende lebenslange Drama zwischen Abhängigkeit und Wunsch nach Autonomie nimmt im zweiten Lebensjahr seinen Anfang, es wird in der Pubertät – auf einer sozusagen höheren, anspruchsvolleren Ebene – ein zweites Mal durchlebt und begleitet uns durchs ganze Leben.“ Oft erfährt es, wenn sich zum Lebensende Schwächen einstellen, im Alter nochmals eine letzte Zuspitzung.</p>
<p>Sobald er der Mutterbrust nicht mehr bedarf und ein paar Meter davonkrabbeln kann, beginnt der Mensch, seine Abhängigkeit als ambivalent zu erleben. Der Verbindung zum Du, der das menschliche Selbst seine Entstehung am Beginn des Lebens verdankt, folgt daher eine Gegenbewegung. Nicht lange, nachdem der Säugling seinen ersten Geburtstag hinter sich gebracht hat, beginnt ein Ringen um Autonomie, welches den Menschen das ganze Leben begleiten wird.</p>
<p><strong>Autonomie und Bindung bedingen sich gegenseitig</strong></p>
<p>Bindung und Autonomie erscheinen zunächst als widersprüchlich, doch tatsächlich bedingen sie sich. Joachim Bauer erläutert: „Zwischen einer engen, für das Kind verlässlichen frühen Bindung an seine Beziehungsperson(en) und seiner Fähigkeit, Autonomie zu wagen und zu entwickeln, besteht ein Ping-Pong-Verhältnis: Nur verlässlich gebundene Kinder, die in ihren Eltern, Betreuerinnen und Betreuern eine „sicheren Hafen“ haben, wagen sich von diesem ein Stück weg „hinaus aufs Meer“ und entdecken ihre Umgebung.“</p>
<p>Unsicher gebundene Kinder dagegen sind ängstlich, verhalten sich klammernd und tun sich mit zeitweisen Trennungen besonders schwer. Die Aufdeckung dieser Zusammenhänge erfolgte durch einige Wissenschaftler, welche die sogenannte Bindungsforschung begründeten. Die überragende Bedeutung einer sicheren Bindung des Kindes zu einer oder zu mehreren Bezugspersonen machten unter anderen die britischen Forscher John Bowlby und Mary Ainsworth deutlich. Zwischen einer vom Kind als sicher erlebten frühen Bindung und seiner Fähigkeit und seinem Mut, Autonomie zu entwickeln, besteht ein dialektisches Verhältnis. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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