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	<title>Zwang &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Grübler plagen immer neue Ängste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2022 02:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sorgen erzeugen Sorgen. Wer in Grübelzwänge gerät, kommt auf immer neue Befürchtungen und Ängste. Aus ursprünglich einer Angst können sich viele Ängste entwickeln. Heinz-Peter Röhr erklärt: „Da ist ein Umstand, mit dem man sich nicht abfinden kann, ein seelischer Schmerz, der unerträglich scheint und den man glaubt, nicht ertragen zu können.“ Man möchte immer nur ... <a title="Grübler plagen immer neue Ängste" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heinz-peter-roehr-gruebelzwaenge.html" aria-label="Mehr Informationen über Grübler plagen immer neue Ängste">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sorgen erzeugen Sorgen. Wer in Grübelzwänge gerät, kommt auf immer neue Befürchtungen und Ängste. Aus ursprünglich einer Angst können sich viele Ängste entwickeln. Heinz-Peter Röhr erklärt: „Da ist ein Umstand, mit dem man sich nicht abfinden kann, ein seelischer Schmerz, der unerträglich scheint und den man glaubt, nicht ertragen zu können.“ Man möchte immer nur „Nein“ schreien. Nein, das darf nicht sein. Hirnforscher haben nachgewiesen, dass seelischer Schmerz dieselben Hirnareale aktiviert wie körperlicher Schmerz, nämlich das Schmerzzentrum. Der Glaube ist die stärkste Energie im Menschen, solange sich dieser nicht ändert, ist eine Korrektur unmöglich. Der typische Grübler verteidigt sein Grübeln wie ein Süchtiger sein Suchtmittel. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-4067"></span></p>
<p><strong>Ängste lassen sich nur mit Handeln bewältigen</strong></p>
<p>Richtig ist, dass man als Außenstehender dem Grübler gegenüber machtlos ist. Der Einzige, der etwas verändern kann, ist der Betroffene selbst. Der erste Schritt ist daher die Aufklärung über die Dynamik des Grübelns. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Nur so ist die für eine Veränderung notwendige Klarheit gegeben und das erforderliche Verständnis wird ermöglicht. Der erste Schritt ist also die Selbstdiagnose.“ Bei der Erklärung wirksamer Strategien, die aus dem Teufelskreis hinausführen, geht es darum, vom Grübeln ins Nachdenken zu gelangen. </p>
<p>Wer die Ängste im Denken beseitigen will, gerät leicht in die Grübelfalle. Ängste lassen sich nur mit Handeln bewältigen, nicht mit Denken allein. Eine Handlung wäre zum Beispiel, das Grübeln auf den Prüfstand zu stellen. Gerade der Versuch, an eine bestimmte Sache nicht zu denken, verschlimmert das Problem. Schon die Erfahrung, etwas nicht tun zu wollen, lenkt die Aufmerksamkeit unweigerlich auf das Thema. Es bedarf also wirksamer Vorgehensweisen zum Erfolg. </p>
<p><strong>Chronische Sorgen bedürfen einer radikalen Behandlung</strong></p>
<p>Heinz-Peter Röhr weiß: „Grundsätzlich gilt: Wer in die Grübelfalle geraten ist, hat jetzt zwei Probleme, erstens das Problem, das ihn sorgt oder ängstigt, und zweitens, dass er mit dem Grübeln nicht mehr aufhören kann. Oft ist das zweite Problem das schlimmere.“ Chronische Sorgen, die sich in endlosen Kreisen drehen, bedürfen einer radikalen Behandlung. Der Kontrollverlust ist dafür verantwortlich, dass man glaubt, sich nicht lösen zu können, insofern also immer weiter grübeln muss. </p>
<p>Alles beginnt damit, den Gedankenfluss zu stoppen. Man gibt sich innerlich ein Stopp, und wenn man allein ist, sagt man laut: Stopp! Auch wenn die Versuchung unwiderstehlich erscheint, die destruktiven Gedanken fortzusetzen, geht es jetzt darum, abstinent zu bleiben. Manchmal hilft auch eine radikalere Methode: heiß und kalt duschen. Mit Grübeln löst man keine Probleme, sondern nur mit der richtigen Strategie. Heinz-Peter Röhr betont: „Die Frage lautet: Was kann ich tun? Wenn ich etwas ändern kann, dann sollte ich die Dinge bei der ersten Möglichkeit in Angriff nehmen.“ Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
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		<title>Angst kann das gesamte Leben vergiften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2022 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es darum geht, mehr Kontrolle über die eigenen Reflexe zu bekommen, ist eine gewisse Form der Aufmerksamkeit hilfreich. Das Leben der meisten Menschen wäre viel einfacher und angenehmer, wenn sie auf ihre unrealistischen, unpassenden, unangemessenen Ängste verzichten könnten. Heinz-Peter Röhr weiß: „Diese sind überflüssig, können aber das gesamte Leben vergiften.“ Fast jeder kennt die ... <a title="Angst kann das gesamte Leben vergiften" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heinz-peter-roehr-reflexe.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst kann das gesamte Leben vergiften">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es darum geht, mehr Kontrolle über die eigenen Reflexe zu bekommen, ist eine gewisse Form der Aufmerksamkeit hilfreich. Das Leben der meisten Menschen wäre viel einfacher und angenehmer, wenn sie auf ihre unrealistischen, unpassenden, unangemessenen Ängste verzichten könnten. Heinz-Peter Röhr weiß: „Diese sind überflüssig, können aber das gesamte Leben vergiften.“ Fast jeder kennt die Situation, dass ihn ein mulmiges Gefühl beschleicht. Wenn man zum Beispiel auf einem hohen Turm steht, in einen tiefen Abgrund schaut, im Fernsehen eine dramatische Szene gezeigt wird, das Flugzeug rasant abhebt. Obwohl man sich in der Regel dabei in völliger Sicherheit befindet, will die Furcht nicht sofort weichen. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-3472"></span></p>
<p><strong>Der Mensch kann sich über seine Ängste erheben</strong></p>
<p>Solche Einschätzungen, wie sie in solchen Augenblicken passieren, können Leben retten. In wirklich gefährlichen Situationen braucht man spontane Impulse, die zum Handeln führen. Nachdenken ist hier zu umständlich, wertvolle Sekunden gehen verloren, und möglicherweise wären dramatische Nachteile entstanden. Während der Autofahrt taucht plötzlich ein Hindernis auf, nur der spontane Tritt auf die Bremse kann einen Unfall verhindern. Der versierte Autofahrer macht dies, ohne nachzudenken. </p>
<p>Hans-Peter Röhr erklärt: „Nicht selten stammen Ängste aus der Kindheit und belasten die Psyche im Hier und Jetzt. Hinzu kommen die zusätzlichen Selbstabwertungen, weil man solche Ängste hat, weil man sich klein und wenig selbstsicher fühlt.“ Werden alte Ängste bewältigt, fühlen Menschen sich erwachsener und sicherer. Das bedeutet, dass sie mehr positive Kontrolle über ihre Ängste gewonnen haben. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich über seine Ängste erheben kann. Mithilfe des Verstandes ist er in der Lage, seine Gefühle zu beeinflussen. </p>
<p><strong>Optimistische Erwartungen sorgen für eine positive Zukunft</strong></p>
<p>Für Menschen mit Zwängen ist wichtig, dass sie sich an sinnvolle Regeln halten und nicht rückfällig werden. Kontrollzwänge sind immer Kontrollverluste; nicht selten ist der Zwang stärker als der Wille, die Zwangshandlung nicht auszuführen. Heinz-Peter Röhr stellt fest: „Die Behandlung von Zwängen ist schwierig. Nur zu leicht werden Betroffene rückfällig und geben dem Drang nach, die Zwangshandlung wieder auszuführen.“ Dies wirkt auf der Stelle wie ein starkes Beruhigungsmittel, allerdings mit verheerenden Nebenwirkungen. </p>
<p>Nicht nur die typischen Selbstverurteilungen nach dem Motto „Wieder habe ich etwas Unsinniges getan“, auch der Drang, sich das „Beruhigungsmittel“ erneut zu beschaffen, wird verstärkt – ein Teufelskreis. Heinz-Peter Röhr rät: „Machen Sie sich frei von dunklen Ahnungen – wenn es denn solche gibt, denn sie gehören in die Zeit des Mittelalters. Setzten Sie an diese Stelle positive Erwartungen und glauben sie mit Optimismus an die Zukunft. Starke innere Bilder tragen immer die Tendenz in sich, dass sie sich realisieren.“ Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Soziale Zwänge sind notwendig</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-sigmund-freud.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ aus dem Jahr 1930 hatte Sigmund Freud ausgeführt, dass Kultur die Unterdrückung von Glück und sexuellem Vergnügen unter Arbeit, Monogamie und soziale Zurückhaltung erfordere. Sigmund Freud zufolge sind soziale Zwänge notwendig, damit die menschliche Gesellschaft sich entwickeln kann. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Das ungehemmte Schwelgen in den ... <a title="Soziale Zwänge sind notwendig" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-sigmund-freud.html" aria-label="Mehr Informationen über Soziale Zwänge sind notwendig">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ aus dem Jahr 1930 hatte Sigmund Freud ausgeführt, dass Kultur die Unterdrückung von Glück und sexuellem Vergnügen unter Arbeit, Monogamie und soziale Zurückhaltung erfordere. Sigmund Freud zufolge sind soziale Zwänge notwendig, damit die menschliche Gesellschaft sich entwickeln kann. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Das ungehemmte Schwelgen in den physischen und psychischen Bedürfnissen des Menschen – im Sinn des von Freud sogenannten Lustprinzips – beeinträchtigt die Freiheit anderer und muss daher mit Hilfe von Regeln und Disziplin – dem, was Freud das Realitätsprinzip nannte – eingeschränkt werden.“ Sigmund Freud hat ein Narrativ entwickelt, wie Individuen ihre Bedürfnisse unterdrücken und sublimieren. Zuerst treiben die Triebe – bei Freud das Es – die Menschen dazu, Lust zu suchen und Schmerz zu vermeiden. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2842"></span></p>
<p><strong>Für Sigmund Freud sind Triebe unveränderlich</strong></p>
<p>Im Zuge seiner Entwicklung geht jedoch dem Individuum die traumatische Erkenntnis auf, „dass völlige und schmerzlose Befriedigung der Bedürfnisse unmöglich ist“ – so die Formulierung Herbert Marcuses. Und nun kommt also das Realitätsprinzip – in der Psyche des Individuums repräsentiert durch das Ich – zum Tragen und vermittelt dem Individuum, was sozial zulässig ist. In diesem Prozess ist dann das Individuum nicht mehr länger nur auf Lust fixiert. </p>
<p>Sondern der Mensch entwickelt sich zu einem bewussten, denkenden Subjekt, das auf eine ihm von außen auferlegte Rationalität ausgerichtet ist. Sigmund Freud war davon ausgegangen, dass diese Triebe unveränderlich seien. Herbert Marcuse hingegen argumentierte, dass Triebe, wenn sie unterdrückt werden können, nicht unveränderlich seien; und wichtiger noch: Die spezifische Ausprägung der Gesellschaft, in der sich ein Individuum zu einem bewussten, denkenden Subjekt entwickelt, spielt bei der Ausprägung der Triebe eine Rolle. </p>
<p><strong>Die Menschen leben nicht ihr eigenes Leben</strong></p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Faktisch historisierte Herbert Marcuse Sigmund Freud von einer marxistischen Warte aus und behauptete, die von Freud vergegenständlichten Triebe seien unter dem Einfluss des Gesellschaftssystems veränderlich.“ Das wurde klar, als Herbert Marcuse eine grundlegende Unterscheidung zwischen notwendiger und überschüssiger Unterdrückung einführte. Erstere ist die Art von Triebunterdrückung, die, so Marcuse, „für das Fortbestehen der Gattung Mensch in der Kultur“ notwendig sei. </p>
<p>Letztere hingegen, die Surplus-Unterdrückung, ziele darauf, die Triebe in Übereinstimmung mit dem „Leistungsprinzip“ zu bringen. In den Augen Herbert Marcuses handelt es sich dabei um die vorherrschende Form des Realitätsprinzips. Er war der Meinung, dass das Realitätsprinzip im Kapitalismus in eine neuere Form mutiere. In „Eros und Kultur“ schreibt er: „Die Menschen leben nicht ihr eigenes Leben, sondern erfüllen schon vorher festgelegte Funktionen. Während sie arbeiten, befriedigen sie damit nicht ihre eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten, sondern arbeiten entfremdet.“ Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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