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	<title>Zeit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Das Motto „Nix ist fix“ prägt die Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Feb 2024 02:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Heutzutage wollen sich die Menschen so viele Optionen wie möglich offenhalten, wollen sich nie und nirgends festlegen. Andreas Salcher fügt hinzu: „Denn wer sich festlegt, der könnte noch etwas Besseres versäumen. Diese Unentschlossenheit drückt sich in der Angst davor aus, stehen zu bleiben und so zurückzufallen. Wer sich an etwas festhält, ist nicht flexibel genug ... <a title="Das Motto „Nix ist fix“ prägt die Gesellschaft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-motto-nix-ist-fix-praegt-die-gesellschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Motto „Nix ist fix“ prägt die Gesellschaft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heutzutage wollen sich die Menschen so viele Optionen wie möglich offenhalten, wollen sich nie und nirgends festlegen. Andreas Salcher fügt hinzu: „Denn wer sich festlegt, der könnte noch etwas Besseres versäumen. Diese Unentschlossenheit drückt sich in der Angst davor aus, stehen zu bleiben und so zurückzufallen. Wer sich an etwas festhält, ist nicht flexibel genug für unsere schnelllebige Gesellschaft.“ Das Motto „Nix ist fix“ prägt Ehen, Partnerschaften, Freundschaften, Sozialsysteme und letztlich auch die Beziehungen zwischen Staaten. Der US-Wissenschaftler Daniel Hamermesh hat einen paradoxen Zusammenhang entdeckt: Menschen leiden umso mehr unter knapper Zeit, je reicher sie sind. Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. <span id="more-5225"></span></p>
<p><strong>Zeitsparende Maschinen fressen Zeit</strong></p>
<p>Jetzt könnte man annehmen, dass die Ursache für den größeren Zeitdruck, der die Reichen und Mächtigen im Vergleich zu den Normalbürgern plagt, darin liegt, dass diese viel mehr und härter arbeiten. Doch Daniel Hamermesh entlarvt diese scheinbar plausible Erklärung als Trugschluss. Die Wohlhabenden klagen nämlich auch dann über Zeitmangel, wenn sie gar keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Andreas Salcher weiß: „Die Auflösung dieses Widerspruchs liegt ganz einfach darin, dass die Reichen viel mehr Möglichkeiten haben, ihre Wünsche zu verwirklichen.“ </p>
<p>Umgekehrt wird gerade dem Arbeitslosen, der so reich an Zeit ist, diese zur Last, weil er sich der gewohnten materiellen Möglichkeiten beraubt fühlt, noch schlimmer aber mit seinem Job oft auch seinen Stellenwert verloren hat. Die meisten Menschen verfügen im Vergleich zu ihren Vorfahren über mehr Möglichkeiten und haben daher weniger Zeit – und mehr Stress. Man weiß schon beim Kauf eines neuen Smartphones, dass man damit nicht alt wird. Zeitsparende Maschinen fressen Zeit, je mehr man sich ihnen widmet. Das Handy und wie man damit umgeht, liegt noch in der eigen Hand.</p>
<p><strong>Viele Menschen spüren ihre Bedürfnisse nicht mehr</strong></p>
<p>Andreas Salcher betont: „All das soll keine Verdammung unseres modernen Lebensstils sein, sondern zu der einfachen Erkenntnis zurückführen: Unser Stress entsteht nicht durch den Mangel an Zeit, sondern weil wir nicht bereit sind, auf etwas zu verzichten, schon gar nicht auf zusätzliche Optionen.“ So entsteht aus der Summe von einzelnen stressigen Tagen irgendwann ein gehetztes Leben, in dem man zwar immer beschäftigt ist, aber nie Zeit hat. Die westlichen Gesellschaften sind großartig darin, ständig neue Bedürfnisse zu wecken.</p>
<p>Viele Menschen sind ganz schlecht darin, ihre eigenen Bedürfnisse noch zu spüren. Es gibt eine kluge Regel, die aus John Naisbitts Buch „Mind Set!“ stammt: „Fügen Sie Ihrem Leben nichts hinzu, ohne etwas wegzulassen.“ Mindsets sind nach seinem Verständnis Fixsterne in den Köpfen der Menschen, an denen sich ihr Denken orientiert. Andreas Salcher rät: „Wann immer du eine neue Aufgabe übernehmen sollst oder willst, frage dich, welche du dafür aufgibst.“ Quelle: „Die große Erschöpfung“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In einer dynamischen Welt ist wenig planbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2023 02:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Entspannter leben, glücklicher sein, Ziele erreichen – ein Traum? Viele Menschen machen To-do-Listen, strukturieren Aufgaben, denken aber nicht über ihre Auszeiten nach. Und vergessen, dass sie meist mehr Zeit für andere Dinge im Leben haben möchten als nur fürs Pflichtprogramm. Cordula Nussbaum weiß: „In unserer agilen, dynamischen Welt ist oft wenig planbar. Im Job kommen ... <a title="In einer dynamischen Welt ist wenig planbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cordula-nussbaum-zeitmanagement.html" aria-label="Mehr Informationen über In einer dynamischen Welt ist wenig planbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Entspannter leben, glücklicher sein, Ziele erreichen – ein Traum? Viele Menschen machen To-do-Listen, strukturieren Aufgaben, denken aber nicht über ihre Auszeiten nach. Und vergessen, dass sie meist mehr Zeit für andere Dinge im Leben haben möchten als nur fürs Pflichtprogramm. Cordula Nussbaum weiß: „In unserer agilen, dynamischen Welt ist oft wenig planbar. Im Job kommen die Aufgaben immer schnelles und ungeplanter, flexibles und kreatives Agieren ist angesagt.“ In der Familie läuft vieles spontan, planbar ist da nicht alles, Unerwartetes passiert im Alltag häufig. „Klassisches Zeitmanagement mit To-do-Listen und akkurater Terminplanung hilft uns heute nur bedingt“, erklärt Cordula Nussbaum, sie sich schon seit 20 Jahren mit dem Thema Zeitmanagement befasst. Die ehemalige Wirtschaftsjournalistin Cordula Nussbaum wird oft als „führende Zeitmanagement-Expertin“ bezeichnet. <span id="more-4260"></span></p>
<p><strong>Mehr Planung ist nicht zielführend</strong></p>
<p>Bei den To-do-Listen kommt hinzu, dass beim Abarbeiten der Liste schnell mal eine neue Aufgabe daherkommt und die eigentliche Aufgabe dann unerledigt bleibt. Muss man sich also nur besser organisieren? Sich enger takten? „Bloß nicht“, rät Cordula Nussbaum. „Es ist ein Fehlglaube, dass mehr Planung zielführend ist! Fragen Sie sich, wie Sie Ihre Zeit besser gestalten könnten: Wie sollen ihre Tage aussehen, damit Sie das Gefühl haben, alles Wichtige findet statt und Pflichten haben darin Platz?“</p>
<p>Für die Zeitmanage-Expertin Cordula Nussbaum gibt es einige Denk- und Organisationstypen. Es ist wichtig zu wissen, wie man tickt, um dann die passende Methode für sich zu finden. Ganz grob sind es zwei Gruppen: Für logisch systematisch denkende Menschen sind Aufgabenlisten und Checklisten prima, kreativ-chaotische mögen keine Routine und Listen, sie brauchen es flexibler. Zeitmanagement ist dann gut, wenn man merkt, es schenkt mir eine gewisse Ruhe. </p>
<p><strong>Eine „reisende To-do-Sammlung“ spart Zeit</strong></p>
<p>Cordula Nussbaum empfiehlt generell eine „reisende To-do-Sammlung“ statt einer Liste. Alles aufschreiben, beispielsweise auf Haftnotizen, was einem durch den Kopf geht und man machen möchte. Ist Zeit, erledigt man ein To-do, kommt nichts Wichtigeres, pickt man sich das nächste heraus. Und: nicht stressen, dass man alles – nur weil man es notiert hat – tun muss. Man braucht mit der wandernden Sammlung keine neue Liste anzulegen. Sie „reist“ mit einem durch die Tage. </p>
<p>Das spart Zeit, die Tage sind offener gestaltet, es bleibt mehr Raum für Überraschendes – und man bekommt das Gefühl, die Aufgaben im Griff zu haben. Das entstresst, man hat etwas geschafft und immer den Überblick. Und bei all dem will man noch Zeit für sich finden, Me Time für Hobbys, Dinge, die einem wichtig sind. Cordula Nussbaum empfiehlt, ganz konkret nach seinen Bedürfnissen zu schauen. Wenn es für die Me Time gerade nicht reicht: „Legen Sie sich einen Zeitpunkt fest, an dem Sie das für sich tun möchten. Das erhöht die Chance, dass Sie es auch tun.“ Quelle: „Mehr Zeit für mich“ von Cordula Nussbaum in „alverde“ November 2022</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Beschleunigung prägt die Gegenwart</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Oct 2021 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Menschen entwickeln das Gefühl, dem Veränderungstempo in der Arbeitswelt nicht länger gewachsen zu sein und abgehängt zu werden. Immer ausgefeiltere Techniken helfen ihnen, immer mehr Zeit zu „sparen“, und doch haben sie immer weniger davon. Daniel Goeudevert erklärt: „Dieses seltsame Paradox scheint mir geradezu eine Grunderfahrung der Gegenwart zu sein, deren prägendstes Merkmal ... <a title="Die Beschleunigung prägt die Gegenwart" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-beschleunigung-praegt-die-gegenwart.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Beschleunigung prägt die Gegenwart">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Menschen entwickeln das Gefühl, dem Veränderungstempo in der Arbeitswelt nicht länger gewachsen zu sein und abgehängt zu werden. Immer ausgefeiltere Techniken helfen ihnen, immer mehr Zeit zu „sparen“, und doch haben sie immer weniger davon. Daniel Goeudevert erklärt: „Dieses seltsame Paradox scheint mir geradezu eine Grunderfahrung der Gegenwart zu sein, deren prägendstes Merkmal ja tatsächlich die Beschleunigung ist.“ Immer mehr in immer kürzerer Zeit zu schaffen, ist das mantramäßig gepredigte Ideal des Industriezeitalters. Denn die permanente Temposteigerung prägt ja längst nicht mehr nur Wirtschaft und Arbeitswelt. Sie hat ebenso das soziale wie das ganz private Leben erfasst. Auch die „freie“ Zeit ist zum Teil auf das Engste durchgetaktet. Daniel Goeudevert war Vorsitzender der deutschen Vorstände von Citroën, Renault und Ford sowie Mitglied des Konzernvorstands von VW. <span id="more-3056"></span></p>
<p><strong>Immer mehr Menschen haben Angst vor der Zukunft</strong></p>
<p>Der Tag ist nicht selten zu kurz, um zu erledigen, was man sich vorgenommen hat. Erwerbstätige wie nichterwerbstätige Menschen klagen daher zunehmend über Stresssymptome. Aber was oder wer treibt die sich steigernde Dynamik an? Und wohin wird sie die Menschheit führen? Eine Antwort auf diese Fragen ist dringender denn je. Denn die Menschheit hat ja tatsächlich auch in anderen Hinsicht keine Zeit mehr. Daniel Goeudevert warnt: „Wenn die sich mittlerweile selbst beschleunigenden Prozesse ungehemmt weiterlaufen, werden wir schon sehr bald völlig unvorbereitet vor Verwerfungen stehen, die wir gar nicht mehr durchschauen und also auch nicht beherrschen können.“</p>
<p>Aber wie soll man an das morgen denken, wenn einen das Heute schon überfordert? Diese Frage berührt ein Grundproblem des gegenwärtigen Lebens und Wirtschaftens. Denn wer der Zukunft kein Ziel gibt, an dem er sein Handeln gestaltend ausrichtet, wird im Geschwindigkeitsrausch umkommen. Immer mehr Menschen entwickeln schon gegenwärtig eine Art Tsunami-Gefühl. Der „Fortschritt“ schwemmt ihre Zukunft weg. Das erzeugt Angst. Und wer Angst hat, findet nichts Eigenes mehr, woran er sich ausrichten könnte.</p>
<p><strong>Die Uhren ticken scheinbar immer schneller</strong></p>
<p>Daniel Goeudevert stellt fest: „Unser Alltag ist durch viele sich verschärfende Paradoxien geprägt, an deren Zustandekommen wir sicher ungewollt, aber tatkräftig mitwirken.“ Es entsteht dabei ein Unbehagen an der Gegenwart, in der sich viele Menschen nicht mehr recht zu orientieren wissen. Eine große Rolle spielt das Gefühl, dass die Uhren scheinbar immer schneller ticken. Trotz aller neuen technischen Hilfsmittel hat man immer weniger Zeit und muss irgendwie auch immer mehr arbeiten.</p>
<p>Von Entlastung ist jedenfalls im Alltag nicht zu spüren. Das ist seltsam und doch laut Daniel Goeudevert leicht zu erklären: „Zum einen sind wir aufgrund vieler lässlicher Unvernünftigkeiten selbst schuld daran.“ Was tut man heute nicht alles quasi freiwillig und ohne jede Vergütung, was einst bezahlte Arbeit gewesen ist. Und die Zeit, die man da leistet, sowie die Zeit, die man dafür aufbringt, fallen eben auf der Anbieterseite nicht mehr an. Dadurch wird deren Produktion enorm gesteigert, bei sinkender Kostenquote. Quelle: „Sackgasse“ von Daniel Goeudevert </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2021 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Frankl]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Je älter ein Mensch wird, desto schneller verrinnt seine Zeit. Andras Salcher blickt zurück: „In der Kindheit fehlte uns noch jedes Gefühl für die Zeit, die Sommerferien dauerten endlos lange, die Zukunft erschien uns in weiter Ferne.“ Erst in der Pubertät ahnte man, dass jedes Leben endlich ist. Man fühlte sich davon aber nicht wirklich ... <a title="Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-das-leben-zerrinnt.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Je älter ein Mensch wird, desto schneller verrinnt seine Zeit. Andras Salcher blickt zurück: „In der Kindheit fehlte uns noch jedes Gefühl für die Zeit, die Sommerferien dauerten endlos lange, die Zukunft erschien uns in weiter Ferne.“ Erst in der Pubertät ahnte man, dass jedes Leben endlich ist. Man fühlte  sich davon aber nicht wirklich betroffen. Der Tod eines Verwandten oder Haustieres irritierte einen zwar kurzfristig, den Bezug zur Endlichkeit des eigenen Lebens erfasste man freilich nicht. Mit 30 Jahren sind viele Menschen noch angenehm überrascht, wie wenig ihnen dieser runde Geburtstag ausmachte. Mit 40 kam dann allerdings die Bestätigung, dass alle recht hatten, die meinten, dass das Leben umso schneller verfliegt, je älter man wird. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Autor von Bestsellern und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-3048"></span></p>
<p><strong>Für den Säugling ist alles neu</strong></p>
<p>Um ein Gefühl für die Zeitwahrnehmung zu bekommen, reicht schon die Erinnerung an einen dreiwöchigen Urlaub am selben Ort. In der ersten Woche entdeckt man eine Menge neuer Dinge, erkundet die Umgebung und probiert unterschiedliche Restaurants aus. Ab der zweiten Woche stellt sich Routine ein, und die dritte Woche vergeht wie im Flug. In dieser Erfahrung liebt einer der beiden Gründe, warum die Zeit scheinbar immer schneller vergeht, je älter man wird. </p>
<p>Andreas Salcher stellt fest: „Für den Säugling ist alles neu – eine Premiere. Dann tauchen einige dauerhafte Strukturen auf: Hunger, satt, schlafen und wachen, Vater, Mutter, erste Schritte.“ Der Lebensabschnitt ab der Pubertät lässt einen dann bedeutsame Premieren wie die erste Liebe, den ersten Sex, den ersten Urlaub ohne Eltern, den ersten Job oder das Abitur erleben, an die man sich sein ganzes Leben lang erinnern kann. Je älter man wird, desto herausfordernder wird es, neue Premieren zu schaffen. </p>
<p><strong>Ohne Premieren verläuft das Leben eintönig</strong></p>
<p>Für einen 72-Jährigen könnte der Reiz darin liegen, bestimmte, scheinbar bekannte Dinge immer wieder durch bewusste Aufmerksamkeit wiederzuentdecken. Andreas Salcher betont: „Je weniger Premieren uns gelingen, weil wir glauben, schon alles entdeckt zu haben, desto eintöniger verläuft das Leben.“ Die Jahre beginnen dahinzuschmelzen. Der zweite Grund für das Verrinnen der Zeit liegt im Verhältnis zwischen dem aktuellen Alter einer Person und der bereits abgelaufenen Lebenszeit. </p>
<p>Für einen 60-Jährigen erscheint daher ein neues Lebensjahr zwangsläufig kürzer als für einen Zehnjährigen, weil er es in Relation zu den 59 verstrichenen Jahren erlebt. Der Zehnjährige empfindet ein Lebensjahr dagegen deutlich länger, weil er es an den ersten neun vergangenen misst. Diese beiden Ursachen für das immer schnellere Vergehen der Zeit sind miteinander verknüpft, und sie wirken unbewusst. Hat man sie aber verstanden, kann man diesem Phänomen durchaus effektiv entgegenwirken. Eine Anregung bietet Viktor E. Frankls Kernthese, dass ein Mensch auf die äußeren Umstände, die ihm widerfahren, keinen Einfluss hat, sehr wohl aber darauf, wie er damit umgeht. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2020 05:39:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Forscher sagt, eine Versuchsperson sei erregt, dann meint er, das Herzfrequenz, Schwitzen, Pupillendilatation und andere physiologische Indikatoren relativ zum Ruhezustand erhöht sind. Und es hat sich laut Julia Shaw gezeigt, dass das Erregungsniveau eines Menschen eine große Rolle für seine Fähigkeit spielt, Erinnerungen zu verschlüsseln, zu speichern und abzurufen. Eine Steigerung der Erregung ... <a title="Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erregung-erhoeht-die-leistung-des-gedaechtnisses.html" aria-label="Mehr Informationen über Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Forscher sagt, eine Versuchsperson sei erregt, dann meint er, das Herzfrequenz, Schwitzen, Pupillendilatation und andere physiologische Indikatoren relativ zum Ruhezustand erhöht sind. Und es hat sich laut Julia Shaw gezeigt, dass das Erregungsniveau eines Menschen eine große Rolle für seine Fähigkeit spielt, Erinnerungen zu verschlüsseln, zu speichern und abzurufen. Eine Steigerung der Erregung geht zugleich mit einer Erhöhung der Gedächtnisleistung einher. Das ist stimmig. Denn wenn man an seine lebhaftesten Erinnerungen zurückdenkt, geht es meist um emotionale Ereignisse. Nun ist die Versuchung groß, vorschnell den Schluss zu ziehen, dass größere Erregung dabei hilft, Dinge zu behalten. Doch Julia Shaw schaut genauer hin und stellt fest: „Wenn wir übererregt und panisch sind, erscheint uns unser Kopf oft leer. Und deshalb vergessen wir Informationen, die wir andernfalls ganz leicht abrufen könnten.“ Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2399"></span></p>
<p><strong>Das Gedächtnis entzieht sich manchmal der Kontrolle</strong></p>
<p>Laut einer Theorie die Robert Yerkes und John Dodson schon 1908 entwickelt haben, wird die Leistung bei jeglicher Aufgabe mit steigender Erregung besser. Und zwar solange, bis ein bestimmter, optimaler Punkt erreicht ist. Jenseits dieses Punktes verschlechtert sie sich jedoch durch jede weitere Steigerung der Erregung. Dabei gehen die beiden Forscher davon aus, dass ein Mensch an den Extremen, also ganz ohne oder bei übermäßig starker Erregung, eine gegebene Aufgabe überhaupt nicht meistern kann. In einer Grafik lässt sich das als umgekehrte U-Kurve darstellen.</p>
<p>Julia Shaw hat eine Lieblingsverknüpfung zwischen Erregung und Gedächtnis. Eine Möglichkeit, die Assoziation von Erregung und Gedächtnis zu ihrem Vorteil zu nutzen, besteht darin, die sogenannte zustandsabhängige Erinnerung zu würdigen. Ein Phänomen, das wiederholt demonstriert und bestätigt wurde. Das bedeutet, dass man sich an Dinge besser erinnert, wenn man beim Abruf einer Erinnerung im gleichen Zustand ist wie bei ihrer Encodierung. Das Gedächtnis kann also nicht nur von unkontrollierbaren Faktoren der äußeren Umgebung beeinflusst werden. Es wirken auch weitgehend unkontrollierbaren Elemente der inneren Umgebung auf das Gedächtnis ein.</p>
<p><strong>Das Gedächtnis ist für die Zeitwahrnehmung entscheidend</strong></p>
<p>Julia Shaw ergänzt: „Ebenfalls von unserer Erregung und der emotionalen Verfassung abhängig ist unsere Zeitwahrnehmung. Wie wir alle wissen, verfliegt die Zeit scheinbar umso schneller, je erregter oder angeregter wir sind.“ Die innere Beteiligung an einer Aktivität wirkt sich deutlich darauf aus, wie man sie zeitlich in Erinnerung hat. Viel zu oft glaubt man, man hätte ein magische innere Uhr, die einem in relativ objektiver Weise die Zeit anzeigt. Manchmal als die vierte Dimension bezeichnet, ist die Zeit etwas, das man als primär inneres Phänomen betrachten kann.</p>
<p>Die Zeit ist charakterisiert durch Linearität, Sequenzialität und Veränderung, Vermehrung oder Vernichtung. Die subjektive Zeitwahrnehmung hat der Gedächtnisforscher Endel Tulving als „chronesthesia“ bezeichnet. Sie wird von Wissenschaftlern in so unterschiedlichen Bereichen wie Neurophysiologie, Psychologie und Philosophie untersucht. All diese Fachrichtungen kamen zu dem Ergebnis, dass das Gedächtnis für die Fähigkeit der Wahrnehmung der Zeit entscheidend ist. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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