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	<title>Wohlwollen &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Vertrauen wird mit Wohlwollen begegnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Hartmann nimmt an, dass Menschen im Vertrauen davon ausgehen, dass ihrem Vertrauen mit Wohlwollen begegnet wird, und meint mit Wohlwollen die Bereitschaft, das Vertrauen auch damit nicht zu enttäuschen, wenn es sich für den Vertrauensbrecher lohnen würde und wenn der Vertrauensbruch ohne nennenswerte Sanktionen vollzogen werden könnte. Die Gründe für dieses Wohlwollen nennt Martin Hartmann vorerst moralisch, ohne sehr klar angegeben zu haben, was Moral hier alles bedeutet. Moral soll vorerst nur heißen, dass der Empfänger des Vertrauens das Interesse des Anderen berücksichtigt und ernst nimmt, also im Allgemeinen alles tut, was Schaden von beiden abwendet. Martin Hartmann ergänzt: „In gewisser Weise weiß er, dass wir ihm vertrauen, und reagiert darauf mit Rücksichtnahme.“ Martin Hartmann ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Luzern. <span id="more-3896"></span></p>
<p><strong>Pflichtgemäßes Handeln richtet sich nach den Gesetzen</strong></p>
<p>Wenn ein solches Wohlwollen im anderen nicht vorausgesetzt werden kann, weil man davon ausgeht, dass das Eigeninteresse im Zweifelsfall überwiegen würde, dann vertraut man nicht. Aber man kann sich auf diese Person verlassen, weil man annimmt, dass die Furcht vor Sanktionen oder Strafe groß genug ist, um diese Person zu veranlassen, dem Anderen keinen Schaden zuzufügen. Martin Hartmann stellt fest: „Wir sagen nicht, dass wir darauf vertrauen, weil schlicht zu wenig Wohlwollen, also Rücksichtnahme auf uns und unsere Interessen, im Spiel ist.“ </p>
<p>Das nennt Martin Hartmann ökonomische Verlässlichkeit. Immanuel Kant hat bekanntermaßen zwischen Handlungen aus Pflicht und pflichtgemäßen Handlungen unterschieden. Wer pflichtgemäß handelt, tut, was die Gesetze verlangen, aber die Motive und Gründe, die ihn leiten, können ganz offenbleiben. Er handelt gegenüber seinen Mitmenschen korrekt, aber nicht, weil er sie mag oder ihnen mit Wohlwollen begegnet. Spricht Martin Hartmann dagegen von Wohlwollen, dann meint er zwar nicht Handeln aus Pflicht im Sinne Immanuel Kants, aber er meint doch mehr als bloß pflichtgemäßes Handeln.</p>
<p><strong>Rücksichtnahme ist mehr als nur pflichtgemäßes Handeln</strong></p>
<p>Rücksichtnahme ist der Begriff, der Martin Hartmann zufolge am besten auszudrücken scheint, was er sagen will. Das eigene Vertrauen wird berücksichtigt, es wird als Vertrauen registriert und verlangt dann eine auf die eigene Person gerichtete oder an ihr orientierte Reaktion, die mehr als nur pflichtgemäß ist. Was ist bürokratische Verlässlichkeit? Martin Hartmann antwortet: „Ich verlasse mich in bürokratischer Wiese auf jemanden, wenn ich davon ausgehe, dass er sich in prinzipiell nachvollziehbarer Weise an die für unser Verhältnis relevanten Regeln hält und sie nicht willkürlich bricht.“ </p>
<p>Bürokratische Verlässlichkeit setzt eine Transparenz der für ihr Funktionieren wichtigsten Regeln und Informationen voraus. Das heißt, diese Regeln und Informationen müssen einsehbar und zugänglich sein. Die Wendung „prinzipiell nachvollziehbar“ zeigt genau diese Transparenz an. Man muss nicht sämtliche für die eigene Person relevanten Regeln und handlungsleitenden Prinzipien einer Behörde kennen, um sich auf sie zu verlassen. Aber mit entsprechender Anstrengung kann man diese Regeln und Prinzipien einsehen und nachvollziehen. Quelle: „Vertrauen“ von Martin Hartmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Vertrauen benötigt Wohlwollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jul 2022 01:00:36 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Hartmann stellt fest: „Wenn wir vertrauen, so die Annahme, setzen wir darauf, dass jemand nicht nur deswegen zu uns freundlich ist, weil er sich vor Sanktionen fürchtet, sondern weil er uns im weitesten Sinne wohlwollend begegnet.“ Eine solche Person wird das Vertrauen auch dann nicht verletzen, wenn sie das straflos tun könnte. Sie tut es nicht, weil sie um die Verletzlichkeit des Gegenübers weiß und diese nicht negativ für sich nutzen will. Damit man wirklich von Vertrauen reden kann, muss also eine Form von Wohlwollen vorhanden sein. Natürlich muss man sofort fragen, was Wohlwollen in diesem Zusammenhang heißen soll. Auch muss betont werden, dass sich Wohlwollen genau wie die Angst vor Sanktionen verflüchtigen kann, es geht also niemals um Garantien. Martin Hartmann ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Luzern. <span id="more-3748"></span></p>
<p><strong>Für Vertrauen gibt es keine Garantie</strong></p>
<p>Weder Verlässlichkeit noch Vertrauen gewährleisten garantiertes Verhalten. Menschen sind keine Automaten. Es geht nur um die Frage, mit welcher Einstellung man vertraut, ob man also bereit ist zu vertrauen, wenn man glaubt, der andere lässt sich vor allem von seinen eigenen Interessen leiten. Der Hinweis auf das Wohlwollen soll anzeigen, dass es beim Vertrauen um mehr geht als um das Eigeninteresse des anderen. Aber was ist dieses Mehr? Es kann nicht Liebe heißen und nicht Freundschaft. </p>
<p>Aber was dann? Wie wäre es mit Moral? Martin Hartmann erläutert: „Wir vertrauen denen, von denen wir glauben, dass sie elementare moralische Prinzipien verinnerlicht haben. Zu diesen zählt: Füge anderen keinen Schaden zu.“ Ist das Wohlwollen? Irgendwie schon, denn wenn man moralisch ist, ist man es ja auch, weil man der Meinung ist, dass die Mitmenschen den persönlichen Respekt oder Achtung verdienen. Es geht in der Moral um sie, man ist bereit, seine Interessen hintenanzustellen. </p>
<p><strong>Das Internet erleichtert Betrug und Unehrlichkeit</strong></p>
<p>Zumindest für das Vertrauen unter Fremden scheint Martin Hartmann die Moral ein ganz guter Kandidat zu sein für das Wohlwollen, das er hier diskutiert. Im Falle enttäuschten oder gebrochenen Vertrauens ist man ja auch deswegen verletzt, weil der Bruch nicht hätte passieren sollen – und das scheint ein moralisches Sollen zu sein. Man setzt also im Vertrauen auf das Wohlwollen des anderen, was jetzt nur heißen soll, dass man davon ausgeht, dass die andere Person das Vertrauen auch dann nicht enttäuscht, wenn es sich für ihn in irgendeinem Sinne von Rationalität lohnen würde. </p>
<p>Eine bloß eigeninteressierte Person würde das tun, man kennt diese Gefahr vor allem aus Modellen rationaler Wahl, die nur eine einzige Interaktion vorsehen. Martin Hartmann erklärt: „Wenn wir davon ausgehen müssen, dass uns jemand nur ein einziges Mal sieht oder nur ein einziges Mal Handel mit uns treibt, dann kann es riskant sein zu vertrauen, zumindest dann, wenn wir keine Möglichkeit haben, diese Person später wieder aufzuspüren.“ Im Internet ist es beispielsweise immer noch schwer, genau sagen zu können, mit wem man es zu tun hat, und das erleichtert Betrug und Unehrlichkeit. Quelle: „Vertrauen“ von Martin Hartmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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