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	<title>Verschwörungstheorie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Irrationalität erfreut sich großer Beliebtheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 May 2025 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Irrationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft daraus, dass er nicht rational begründbar ist. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-6007"></span></p>
<p><strong>Blinde Flecken sind schwer zu entlarven</strong></p>
<p>Irrationalität als Gegenentwurf zur Rationalität ist aber nur ein Teil der Geschichte. Den anderen Teil illustrieren Verschwörungstheorien. Den Vorwurf der Irrationalität würden die meisten Verschwörungsgläubigen entschieden von sich weisen. Philipp Sterzer ergänzt: „Im Gegenteil, sie würden – angesichts den in ihren Augen erdrückenden Beweise für ihre Verschwörungstheorie – die tumbe Schafherde derer, die auf die billigen Theorien der offiziellen Meinungsmacher hereinfallen, nicht nur der Naivität, sondern auch der Irrationalität bezichtigen. </p>
<p>Verschwörungstheoretische Ideen sind ihrem Wesen nach epistemisch irrational. Philipp Sterzer erklärt: „Sie nutzen geradezu unseren blinden Fleck für die eigene Irrationalität aus. Und dieser blinde Fleck ist größer als wir denken. Es gehört zum Wesen von blinden Flecken, dass man sich weder ihrer Existenz noch ihrer Größe bewusst ist.“ Man sieht nicht, dass man nichts sieht. Introspektion und Selbstreflexion sind daher in der Regel nicht geeignet, solche blinden Flecken zu entlarven.</p>
<p><strong>Das visuelle System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf</strong></p>
<p>Nun beschäftigt sich Philipp Sterzer seit vielen Jahren als Wissenschaftler mit visueller Wahrnehmung und hat das schon Hunderte Male an ihm selbst ausprobiert. Er hatte sogar mal eine – wie er fand – geniale Idee für ein Experiment zur Erforschung dieses Phänomens, musste aber dann feststellen, dass andere schon in den 1960er-Jahren genauso genial gewesen waren. Trotz dieser Kränkung seines Wissenschaftleregos ist Philipp Sterzer nach wie vor jedes Mal aufs Neue davon fasziniert, wie blind wir für unsere blinden Flecken sind.</p>
<p>Das liegt an einem Phänomen, das als „Filling-in“ bekannt ist. Philipp Sterzer erläutert: „Unser visuelles System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf. Man könnte meinen, dass dieses Auffüllen einfach jeweils vom anderen Auge erledigt wird.“ Die blinden Flecken der beiden Augen liegen ja an unterschiedlichen Stellen, sodass ein Auge den Job an den Stellen übernehmen kann, an denen das andere Auge blind ist. Bei zweiäugigem – binokularem – Sehen ist das tatsächlich so. Solche blinden Flecken und entsprechende Auffüllmechanismen gibt es auch im menschlichen Denken. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Verschwörungstheorien sind meist irrational</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2024 02:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei Verschwörungstheorien ist die asymmetrische und somit irrationale Gewichtung der Evidenz das bestimmende Prinzip. Philipp Sterzer ergänzt: „Ein weiteres Markenzeichen von Verschwörungstheorien ist, dass ihre Aussagen zwar plausibel erscheinen, tatsächlich aber meist in hohem Maße unwahrscheinlich sind.“ Überzeugungen sind dann epistemisch rational, wenn ihre Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr sind. Das trifft für die meisten Verschwörungstheorien nicht zu. Typischerweise gehen sie zum Beispiel von einem groß angelegten Komplott in einem weit – möglicherweise sogar weltweit – verzweigten Netz von Verschwörern aus, die über Jahre oder Jahrzehnte ihre dunklen Machenschaften treiben.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Verschwörungstheorien ist die asymmetrische und somit irrationale Gewichtung der Evidenz das bestimmende Prinzip. Philipp Sterzer ergänzt: „Ein weiteres Markenzeichen von Verschwörungstheorien ist, dass ihre Aussagen zwar plausibel erscheinen, tatsächlich aber meist in hohem Maße unwahrscheinlich sind.“ Überzeugungen sind dann epistemisch rational, wenn ihre Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr sind. Das trifft für die meisten Verschwörungstheorien nicht zu. Typischerweise gehen sie zum Beispiel von einem groß angelegten Komplott in einem weit – möglicherweise sogar weltweit – verzweigten Netz von Verschwörern aus, die über Jahre oder Jahrzehnte ihre dunklen Machenschaften treiben. Dass Verschwörungen über lange Zeit nicht auffliegen, weil alle Eingeweihten über Jahre hinweg an einem Strang ziehen und dichthalten, ist aber extrem unwahrscheinlich. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-5818"></span></p>
<p><strong>Reiner Zufall und Chaos sind für Menschen schwer zu ertragen</strong></p>
<p>Die meisten realen Verschwörungen, wie zum Beispiel die Watergate-Affäre um den US-amerikanischen Richard Nixon in den 1970er-Jahren, wurden nur von einer kleinen Zahl von Verschwörern begangen und waren von sehr kurzer Dauer. Philipp Sterzer betont: „Groß angelegte und über Jahre dauernde Komplottszenarien, wie sie von vielen Verschwörungsgläubigen angenommen werden, haben mit der Realität echter Verschwörungen nichts zu tun.“ </p>
<p>Dass Verschwörungstheorien dennoch vielen Menschen plausibel erscheinen, liegt daran, dass sie Verzerrungen in unserer Wahrnehmung und in unserem Denken ausnutzen. Philipp Sterzer erklärt: „So machen sie sich das menschliche Bedürfnis zunutze, in allen Ereignissen eine Ursache oder sogar eine Intention zu suchen. Reiner Zufall und Chaos sind für uns schwer zu ertragen.“ Deshalb haben Menschen eine starke Neigung dazu, „eins und eins zusammenzuzählen“, die Punkte zu verbinden und sich auf die Dinge einen Reim zu machen.</p>
<p><strong>Epistemisch irrationale Überzeugungen sind eher die Regel als die Ausnahme</strong></p>
<p>Menschen lieben einfache Erklärungen und entdecken Kausalitäten, Muster und sogar Machenschaften ihrer Mitmenschen oder Mächte, wo es eigentlich nichts zu entdecken gibt. Sie verknüpfen benachbarte Punkte, auch wenn sie nur zufällig benachbart sind. Philipp Sterzer fügt hinzu: „Unser Denken ist anfällig für solche kognitiven Verzerrungen und lässt uns oft zu irrationalen Urteilen kommen, die den fruchtbaren Boden bilden, auf dem Verschwörungsideen gedeihen.“ </p>
<p>All diese Beispiele irrationaler Überzeugungen zeigen, dass epistemische Irrationalität keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal des Wahns ist, sondern auch bei psychische gesunden Menschen weit verbreitet ist. Philipp Sterzer erläutert: „Ob es sich um Überzeugungen handelt, denen epistemische Rationalität schlicht herzlich egal ist, wie religiöser Glaube oder Aberglaube; oder um solche, die im Gewand der Rationalität daherkommen, im Kern aber doch irrational sind, wie Verschwörungstheorien: Epistemisch irrationale Überzeugungen sind eher die Regel als die Ausnahme.“ Sie sind in den meisten Fällen nicht pathologisch, sondern sie sind einfach ziemlich „normal“. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Aberglauben hat nichts mit Rationalität zu tun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2024 01:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglauben]]></category>
		<category><![CDATA[Gläubige]]></category>
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					<description><![CDATA[Gläubige argumentieren häufig, dass sich religiöser Glaube nun einmal auf Bereiche beziehe, die empirisch nicht überprüfbar seien. Es gehe etwa um Phänomene wie Spiritualität, die allein subjektiver Erfahrung zugänglich seien, die weder erklärbar noch objektiv messbar seien und zu denen man mit einem rein rationalen, wissenschaftliche Ansatz somit keine Aussagen treffen könne – und daher auch nicht dürfe. Philipp Sterzer ergänzt: „Ähnlich verhält es sich mit dem Aberglauben, der sich in der Regel auch auf Phänomene bezieht, die sich rational scheinbar nicht erklären lassen.“ Klar gibt es Dinge zwischen Himmel&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gläubige argumentieren häufig, dass sich religiöser Glaube nun einmal auf Bereiche beziehe, die empirisch nicht überprüfbar seien. Es gehe etwa um Phänomene wie Spiritualität, die allein subjektiver Erfahrung zugänglich seien, die weder erklärbar noch objektiv messbar seien und zu denen man mit einem rein rationalen, wissenschaftliche Ansatz somit keine Aussagen treffen könne – und daher auch nicht dürfe. Philipp Sterzer ergänzt: „Ähnlich verhält es sich mit dem Aberglauben, der sich in der Regel auch auf Phänomene bezieht, die sich rational scheinbar nicht erklären lassen.“ Klar gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die man mit einer rationalen Philosophie nicht erklären kann. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel.  <span id="more-5619"></span></p>
<p><strong>Die Aussagen von Verschwörungstheorien sind oft nicht überprüfbar</strong></p>
<p>Eine andere weit verbreitete Form irrationaler Überzeugungen sind Verschwörungstheorien. Groß angelegten Umfragen zufolge glaubt etwa die Hälfte aller US-Amerikaner an mindestens eine Verschwörungstheorie. Philipp Sterzer stellt fest: „Anders als Gottes- und Aberglaube entziehen sich Verschwörungstheorien aber nicht grundsätzlich der Rationalität. Ganz im Gegenteil, viele Verschwörungstheorien bezichtigen ihrerseits die gängigen Theorien, die von „offiziellen Meinungsmachern“ verbreitet werden, sogar mehr oder weniger direkt der Irrationalität.“</p>
<p>Wo die meisten anderen Menschen naiv Zufälle vermuten und sich von den Narrativen der Mainstream-Presse und der Politik einlullen lassen, entdecken Verschwörungsgläubige ein perfides Geheimkomplott. Philipp Sterzer weiß: „Häufig machen sich Verschwörungstheorien dabei den Umstand zunutze, dass ihre Aussagen nicht überprüfbar sind und somit nicht widerlegt werden können.“ Viele Verschwörungstheorien haben gemeinsam, dass sie sich gleichsam in ein rationales Gewand kleiden, indem sie sich angeblich auf Evidenz stützen. Dabei handelt es sich meist um Beobachtungen, die der offiziellen oder gängigen Theorie widersprechen oder die zumindest Fragen aufwerfen, die diese Theorie in Zweifel ziehen.</p>
<p><strong>Die Wissenschaft geht streng rational vor</strong></p>
<p>Philipp Sterzer fasst zusammen: „Verschwörungstheorien verweisen also auf Effizienz, die der gängigen Theorie widerspricht, und zweifeln die Gültigkeit der „offiziellen“ Evidenz an, in vermeintlich epistemisch rationaler Weise. Vermeintlich deswegen, weil sie dabei nicht im strengen Sinne rational vorgehen. Für Verschwörungstheorien ist – im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien – eine asymmetrische Gewichtung der Evidenz charakteristisch. Fakten, die für die Theorie sprechen, werden aufgebauscht, Fakten, die dagegensprechen, in Zweifel gezogen.“ </p>
<p>Ein rationales Vorgehen, wie es etwa für die Überprüfung wissenschaftlicher Theorien Standard ist, würde alle verfügbaren Fakten gleich behandeln. Philipp Sterzer erklärt: „Klar, Wissenschaftler sind auch nur Menschen, weshalb es ihnen vielleicht nicht immer gelingt, sich ausreichend von dem Wunsch nach der Bestätigung ihrer Lieblingstheorie abzugrenzen.“ Idealerweise geht die Wissenschaft aber streng rational vor und gewichtet die Evidenz, die für eine Theorie spricht, genauso stark wie die, die gegen sie spricht. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gegen Verschwörungstheorien hilft Bildung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gegen-verschwoerungstheorien-hilft-bildung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 01:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Verschwörungstheorien erfreuen sich großer Beliebtheit. Konrad Paul Liessmann nennt ein Beispiel: „Keine Demonstration für oder gegen Corona, bei der nicht Verschwörungstheoretiker, denen keine Idee zu abstrus ist, um sich die Welt zu erklären, gesichtet werden.“ Unglaublich wie der Blitz des Unsinns in den naiven Volksboden einschlagen und zur politischen Macht werden kann. Verschwörungstheorien werden aber auch von ihren aufgeklärten Gegnern geliebt. Wie einfach ist es doch, Ansichten zu kritisieren, deren Absurdität offen zutage liegt. Daraus lässt sich wohlfeiles Kapital schlagen. Das es zur Logik der Dummheit gehört, dass man sie&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verschwörungstheorien erfreuen sich großer Beliebtheit. Konrad Paul Liessmann nennt ein Beispiel: „Keine Demonstration für oder gegen Corona, bei der nicht Verschwörungstheoretiker, denen keine Idee zu abstrus ist, um sich die Welt zu erklären, gesichtet werden.“ Unglaublich wie der Blitz des Unsinns in den naiven Volksboden einschlagen und zur politischen Macht werden kann. Verschwörungstheorien werden aber auch von ihren aufgeklärten Gegnern geliebt. Wie einfach ist es doch, Ansichten zu kritisieren, deren Absurdität offen zutage liegt. Daraus lässt sich wohlfeiles Kapital schlagen. Das es zur Logik der Dummheit gehört, dass man sie nicht aufwendig widerlegen muss, genügt es, störende Meinungen und unangenehme Positionen in der Nähe von Verstörungstheorien zu rücken, um sich ihrer zu entledigen. Konrad Paul Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. <span id="more-5622"></span></p>
<p><strong>Verschwörungstheoretiker suchen nach einfachen Welterklärungen</strong></p>
<p>Argumentative Auseinandersetzungen erübrigen sich, an deren Stelle tritt die pädagogische Besorgnis. Verzweifelt wird gefragt, was man gegen die rasende Verbreitung von Verschwörungstheorien tun könne. Für Konrad Paul Liessmann ist die Antwort immer dieselbe: „Bildung, Bildung, Bildung.“ Vergessen wird dabei, dass nicht wenige Anhänger von Verschwörungstheorien überzeugt davon sind, besser informiert zu sein und mehr zu wissen als die durch offiziöse Medien gegängelte Menschen.</p>
<p>Über die Motive von Verschwörungstheoretikern wird viel geforscht, meistens unterstellt man ihnen eine dumpfe Sehnsucht nach einfachen Welterklärungen und stereotypen Schuldzuweisungen. Das mag wohl stimmen. Doch Konrad Paul Liessmann gibt zu bedenken: „Unterschlagen werden dabei jedoch Aspekte, die nicht nur Verschwörungstheorien auszeichnen: die Vermutung etwa, dass das unmittelbar Wahrnehmbare noch nicht das Wahre ist – seit Platon lebt die Philosophie von dieser Annahmen; oder die Lust, die darin besteht, sich eine Welt auszudenken, in der es alle gibt, was es sonst nicht gibt.</p>
<p><strong>Verschwörungstheorien sollte man nach ästhetischen Gesichtspunkten analysieren</strong></p>
<p>Der Erfolg von Filmen über Aliens speist sich aus derselben Quelle wie der Glaube, dass die Außerirdischen längst unter uns sind. Konrad Paul Liessmann meint: „Vielleicht solle man Verschwörungstheorien gelassener entgegentreten und sei gelegentlich unter ästhetischen Gesichtspunkten analysieren.“ Man sähe dann schnell, dass manche in ihrem Aufwand und ihrer Raffinesse tatsächlich das Zeug zu einem guten Thriller oder abgründigen Roman hätten.</p>
<p>Konrad Paul Liessmann erläutert: „Verschwörungstheorien nicht nach ihrem Wahrheitsgehalt – das bringt wenig –, sondern nach ihrem künstlerischen Potenzial zu betrachten, nähme ihnen die politische Spitze, ohne sie im empörten Ton moralisierender Besserwisserei verurteilen zu müssen.“ Das Problem dabei: Dies kann nur eine Handreichung für Menschen sein, die selbst für Verschwörungstheorien wenig anfällig sind. Für deren Anhänger gilt das nicht. Diese können die haarsträubenden Produkte ihrer überreizten Fantasie gar nicht richtig genießen, denn sie sind von deren Wahrheit überzeugt. Quelle: „Lauter Lügen“ von Konrad Paul Liessmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen streben nach Stimmigkeit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-stimmigkeit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 02:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Sich auszukennen, die Regeln zu verstehen, die in der Welt gelten, ist für das Überleben entscheidend. Deshalb ist auch das Streben nach Stimmigkeit tief im menschlichen Gehirn verankert. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Andauernd suchen wir nach Erklärungen, mit der Folge, dass wir nicht selten sogar dort Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind.“ Das Gehirn greift auf Schablonen zurück, um sich ein Bild von der Welt im Hier und Jetzt zu machen, die es aus früheren Erfahrungen im Leben gesammelt hat. Stimmt Schablone der Erwartungshaltung mit der äußeren Realität überein, kennen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sich auszukennen, die Regeln zu verstehen, die in der Welt gelten, ist für das Überleben entscheidend. Deshalb ist auch das Streben nach Stimmigkeit tief im menschlichen Gehirn verankert. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Andauernd suchen wir nach Erklärungen, mit der Folge, dass wir nicht selten sogar dort Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind.“ Das Gehirn greift auf Schablonen zurück, um sich ein Bild von der Welt im Hier und Jetzt zu machen, die es aus früheren Erfahrungen im Leben gesammelt hat. Stimmt Schablone der Erwartungshaltung mit der äußeren Realität überein, kennen Menschen sich aus. Der Verstand signalisiert, dass er die Erklärung für den gefühlten Zustand gefunden hat. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-4229"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn strebt nach einem Belohnungscocktail</strong></p>
<p>Im Gehirn stellt sich eine ausgeglichene Erregung ein, und es verwöhnt sich selbst mit einem hirneigenen Belohnungscocktail: Heureka! Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Also fühlen sich Verschwörungstheorien für den, der an sie glaubt, gut an, weil sie sein Bedürfnis nach Stimmigkeit bedienen. Besonders zur Erklärung von Gefühlen, die eigentlich ganz andere Ursachen haben, sind Verschwörungstheorien genau das Richtige.“ Viele Menschen sind frustriert darüber, dass sie keinen Erfolg im Beruf haben.</p>
<p>Sie entlastet die vermeintliche Erkenntnis, dass daran das System, die bösen Kapitalisten oder auch gleich wieder die Ausländer schuld sind. Die vernetzte Welt erlaubt zudem, Verschwörungstheorien mit Gleichgesinnten zu kultivieren und sich durch sie bestätigt zu sehen. Nichts intensiviert Stimmigkeit stärker, als wenn man sie mit anderen teilt. Der ausgeglichene Erregungszustand von Gefühl und Verstand wird durch die Resonanz mit anderen vertieft, zu denen sich eine verständnisvolle Bindung einstellt. </p>
<p><strong>Erfolgreiche Politiker können Stimmigkeit herstellen</strong></p>
<p>Stimmigkeit entscheidet auch über Erfolg oder Misserfolg von Politikern. Denn erfolgreiche Politiker sind in der Lage, Stimmigkeit herzustellen. Was sie sagen, wird verstanden. Vor allem, wenn es ihnen gelingt, das Publikum in seinem Gefühl anzusprechen, stellt sich zwischen ihnen und ihren Zuhörern Resonanz ein. Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, dass es Politikern gelingt, ihre Persönlichkeit stimmig erscheinen zu lassen. Genau das dürfte der entscheidende Grund für den Wahlsieg Donald Trumps 2016 in den USA gewesen sein.</p>
<p>Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Sein Auftreten war stimmig. Sämtliche Anschuldigungen prallten an ihm ab, denn selbst wenn sie wahr waren, passten sie zu seiner Persönlichkeit.“ Zugleich traf sein Gefühl ins Herz einer großen Zahl seiner Landsleute, die sich von der Politik der Eliten im fernen Washington im Stich gelassen fühlten. Wiewohl Trump selbst Teil der Elite war, gelang es ihm, durch seine impulsive Wut als Outsider dazustehen, der im Gefühl in Resonanz mit seinen wütenden Wählern stand. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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