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	<title>Vergeltung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 02:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken ... <a title="Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rache-verlangt-nach-gerechtigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken zu finden. Rache ist vielmehr ein primitiver Trieb denn ein humanes Bedürfnis – sie ist verbunden mit dem Verlangen nach Selbstwertstärkung und nach Gerechtigkeit. Daneben sind der Wunsch nach Bestrafung des Schädigers – dieser muss büßen und soll Sühne leisten – sowie das Ziel nach eigenem Schutz durch Abschreckung von Bedeutung. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5290"></span></p>
<p><strong>Rache ist mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden</strong></p>
<p>Während eines dieser großen Motive einmal mehr und einmal weniger dominiert, sind Rachehandlungen in jeglicher Form stets mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden. Reinhard Haller erklärt: „Im Sinne der Gefühlsregulierung soll durch den Rachevollzug negative Befindlichkeit beseitigt und ein positiver Gemütszustand erreicht werden.“ Die belastenden Gefühle bestehe aus Gekränktheit, Irritationen, Ärger, Trauer, Angst, Wut, Grübelei, Schlafstörungen, Resignation und Verbitterung, permanente Gespanntheit und Aggressivität.</p>
<p>Entscheidende emotionale Motive liegen aber nicht nur im Spannungsabbau, sondern im Erreichen eines als offensichtlich sehr angenehm erlebten Gefühls, jenes der Genugtuung. Rachemotive lassen sich laut Reinhard Haller wie folgt zusammenfassen: Erstens soll Rache Ausgleich schaffen und der Gerechtigkeit Genüge tun. Zweitens soll Rache das angeschlagene Selbstwertgefühl wieder herstellen. Drittens soll Rache Schutz geben und die eigene Sicherheit gewährleisten. Viertens soll Rache den Schädiger bestrafen. Fünftens soll Rache von Irritations-, Spannungs- und Kränkungsgefühlen befreien. Sechstens soll Rache Genugtuung bringen.</p>
<p><strong>Die Rachemotive liegen nicht selten im Unbewussten</strong></p>
<p>Allerdings kann nur eine genaue Analyse von Gerechtigkeitsempfinden, Selbstwert-Problematik und Strafbedürfnis das Wesen der Rache noch besser erfassen. Reinhard Haller weiß: „Meist sind die Rachemotive bewusst, nicht selten liegen sie im Unbewussten. Oft werden sie verdrängt, sodass die Rachehandlungen aus den verschatteten Anteilen der Seele, aus den nicht erkennbaren Teilen der Tiefenpsychologie resultieren.“ Nach psychoanalytischem Verständnis will man sich mit Racheaktionen für Lieblosigkeiten, Kränkungen und Traumatisierungen in der frühen Kindheit entschädigen.</p>
<p>Dabei handelt es sich um ein erlittenes Unrecht in einer Zeit, an die man sich gar nicht mehr erinnern kann. Reinhard Haller erläutert: „So findet man die Ursache für schwere Leidenszustände wie psychosomatischen Störungen oder Angsterkrankungen in verdrängten Rachebedürfnissen. Manifeste Racheabsichten werden also vom strengen Gewissen gar nicht zugelassen und konkrete Rachepläne von vorherein ins Unbewusste verdrängt.“ Manches Mal ist Rache auch unbewusst ein stellvertretender Wiedergutmachungsversuch für Niederlagen, die gar nicht der Rächer selbst, sondern ihm nahestehende Personen erlitten haben. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Verbitterte findet keinen Frieden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2023 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Der Verbitterte findet keinen Frieden mit sich, schon gar nicht mit seinem Schicksal und zuallerletzt mit jenen, die er für seine Verbitterung verantwortlich macht. Bei keiner anderen Form der Kränkung ist das Kriterium der Nachhaltigkeit so ausgeprägt wie bei der Verbitterung.“ Trifft man mit verbitterten Menschen zusammen, werden diese meist bald auf ... <a title="Der Verbitterte findet keinen Frieden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-verbitterung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Verbitterte findet keinen Frieden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Der Verbitterte findet keinen Frieden mit sich, schon gar nicht mit seinem Schicksal und zuallerletzt mit jenen, die er für seine Verbitterung verantwortlich macht. Bei keiner anderen Form der Kränkung ist das Kriterium der Nachhaltigkeit so ausgeprägt wie bei der Verbitterung.“ Trifft man mit verbitterten Menschen zusammen, werden diese meist bald auf das sie belastende Thema, auf die ihnen widerfahrene Ungerechtigkeit, auf ihr unverdientes Schicksal zu sprechen kommen. Finden sie anfangs noch Gehör und Interesse für ihr Problem, gehen sie den Mitmenschen damit allmählich auf die Nerven. Weil sie immer dasselbe erzählen und das Gefühl vermitteln, sich nicht helfen zu lassen, meidet man die Verbitterten und will möglichst wenig mit ihnen zu tun haben. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-4911"></span></p>
<p><strong>Der Verbitterte brütet Fantasien der Rache aus</strong></p>
<p>Dies vertieft beim Verbitterten das Gefühl des Unverständnisses und der Ungerechtigkeit. Er fühlt sich abgewiesen und allein gelassen, er zieht sich noch mehr zurück. In seiner Abgeschiedenheit entwickelt er einen zunehmenden Hass auf die verständnislose, scheinbar heile Welt. Er brütet Fantasien der Rache, der Genugtuung und Gerechtigkeit, des letzten Triumphs aus. Bereits Aristoteles hat in seiner „Nikomachischen Ethik“ die Verbitterung und deren Folgen für den verbitterten Menschen beschrieben. </p>
<p>Aristoteles schreibt: „Verbittert ist der schwer zu Versöhnende, der lange den Zorn festhält; er verschließt die Erregung in seinem Innern und hört damit erst auf, wenn er Vergeltung geübt hat. Denn geübte Vergeltung beschwichtigt die Erregung, indem sie das Gefühl des Schmerzes durch ein Gefühl der Befriedigung ersetzt. Geschieht das nicht, wir der Druck weiter. Denn da die Erregung nicht offen heraustritt, so kann einem solchen auch keiner gut zureden; innerlich aber die Erregung zu verarbeiten, dazu braucht es der Zeit. Diese Art von Menschen ist sich selbst und den vertrautesten Freunden die schwerste Last.“</p>
<p><strong>Die Verbitterung geht nicht vorüber wie die normale Kränkung</strong></p>
<p>Aristotles hat schon vor 2500 Jahren die wesentlichen Punkte der Verbitterung erkannt. Reinhard Haller erklärt: „Das Vordingen negativer Gefühle bis in das Innerste, die Unzulänglichkeit der abgekapselten kränkenden Emotion, den chronischen Stress durch anhaltenden Druck, die nachhaltige Wirkung und die schwere Bewältigung.“ Aristoteles weist darauf hin, wie belastend Verbitterung für die Betroffenen ist und wie schwer erträglich verbitterte Menschen für ihre Umgebung sind. </p>
<p>Der große Philosoph, der auch ein großer Psychotherapeut war, zeigt aber auch Lösungsmöglichkeiten auf: in negativer Form durch Vergeltung, also Rache, in positiver durch offenes Ansprechen und durch Verzeihen. Die Verbitterung wird nicht durch einen aggressiven Affekt, durch Zorn oder Wut entladen. Auch geht sie nicht vorüber wie die normale Kränkung. Und sie ist noch schwerer als diese zu behandeln. Sie frisst sich gleichsam fest, hat sich fixiert. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Denkzettel soll zum Nachdenken anregen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Eng verwandt mit der Rache ist das Verpassen eines Denkzettels. Man meint damit eine Bestrafung, die eine falsch handelnde Person zum Nachdenken anregen soll. Reinhard Haller ergänzt: „Der Denkzettel soll nach einem Fehlverhalten als Lehre dienen. Der Begriff stammt von einer längst nicht mehr zeitgemäßen Erziehungsmaßnahme des 16. Jahrhunderts, als man Internatszöglingen bei wiederholten Verstößen ... <a title="Ein Denkzettel soll zum Nachdenken anregen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-denkzettel-und-vergeltung.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Denkzettel soll zum Nachdenken anregen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eng verwandt mit der Rache ist das Verpassen eines Denkzettels. Man meint damit eine Bestrafung, die eine falsch handelnde Person zum Nachdenken anregen soll. Reinhard Haller ergänzt: „Der Denkzettel soll nach einem Fehlverhalten als Lehre dienen. Der Begriff stammt von einer längst nicht mehr zeitgemäßen Erziehungsmaßnahme des 16. Jahrhunderts, als man Internatszöglingen bei wiederholten Verstößen gegen die Hausordnung oder die guten Sitten sogenannte „Schandzettel“ umhängte, auf denen deren Vergehen aufgelistet waren.“ Je nach Art und Schwere dieser Vergehen mussten die Schüler solch anklagende Schriftstücke zum Gespött der Mitschüler tage- oder wochenlang tragen. Positiver ist die Bedeutung der Denkzettel im Judentum, wo beim Gebet Pergamentstreifen mit Bibelsprüchen an den auf das Herz hinweisenden linken Oberarm oder an die Stirn gebunden wurden. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3576"></span></p>
<p><strong>Vergeltung meint nicht das Gleiche wie Rache</strong></p>
<p>Martin Luther verwendet dafür in seiner Bibelübersetzung den Ausdruck „Gebetsriemen“. Heute spricht man von Denkzetteln vor allem im Zusammenhang mit Wahlen, wenn eine Partei ein schlechtes Ergebnis erzielt oder ein Kandidat abgewählt wird. Mit dem neutraleren und rationaleren Ausdruck „Vergeltung“ ist nicht genau das Gleiche gemeint wie mit jenem der Rache. Denn Vergeltung ist nicht nur destruktiv, sondern kann als Reaktion auf eine Wohltat, als Belohnung für erwiesene Dienste, gerade noch positiv gemeint sein. </p>
<p>Deshalb ist der Wortstamm auch im verwandten Begriff „Geld“ und in der Dankesformel „Vergelt´s Gott“ enthalten. Reinhard Haller erläutert: „Im eigentlichen Sinn ist sie als Reaktion auf eine vorhergegangene Aktion zu verstehen und soll einen Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung herstellen.“ Ursprünglich beruht Vergeltung auf dem Prinzip „Wie du mir, so ich dir“ und gehört zum Gleichheitsgrundsatz der Menschenrechtskonventionen. </p>
<p><strong>Die Blutrache ist ein archaisches Prinzip</strong></p>
<p>Heute wird bei Vergeltung meist an bestrafende Rache gedacht. Der Vergeltungsbegriff wird in nahezu jedem Krieg missbraucht, um Gräuel an der Zivilbevölkerung und an Unbeteiligten zu rechtfertigen. Die Blutrache, im Süden Italiens als „Vendetta“ bezeichnet, ist ein archaisches Prinzip zur Rache an Verbrechen, welches ursprünglich auf dem Talionsprinzip – Gleiches mit Gleichem vergelten – beruhte. Sie verfolgte das Ziel, die angegriffene Ehre einer Person oder deren Familie wieder herzustellen und den Schädiger für sein Verbrechen sühnen zu lassen. </p>
<p>Zum Ehrenkodex der Blutrache, die neben Süditalien in einigen Balkanländern sowie im Nahen und Mittleren Osten eine lange Tradition hat, gehörte das „gerechte Heimzahlen“, das heißt, die Rache sollte ausgleichend wirken und den Konflikt definitiv beenden. Reinhard Haller erklärt: „Die Möglichkeit zur Blutrache vermittelte allen Familienmitgliedern einen gewissen Schutz. Als sie später von Verbrecherbanden, von Clans und mafiösen Organisationen übernommen wurde, galt sie nicht nur dem ausgleichenden Rächen, sondern der Abschreckung und Terrorisierung, sodass immer mehr und mehr heimgezahlt als vergolten wurde.“ Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Johannes Steyrer erklärt das Prinzip der Gegenseitigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jun 2018 09:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
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					<description><![CDATA[Johannes Steyrer gibt folgende Ratschläge: „Schenke Vertrauen, damit andere dir vertrauen. Liebe selbst, damit du geliebt wirst. Kooperiere, um produktiv zusammenzuarbeiten. Lasse dir aber Vertrauensbrüche, Lieblosigkeit und ausbeuterisches Verhalten nicht gefallen.“ Vertrauensbrüche, die von einem selbst als Erstschlag ausgehen, rechnen sich in einer Welt der Gegenseitigkeit nicht. Das zeigt eindrucksvoll die Spieltheorie, die seit vielen ... <a title="Johannes Steyrer erklärt das Prinzip der Gegenseitigkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/johannes-steyrer-erklaert-das-prinzip-der-gegenseitigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Johannes Steyrer erklärt das Prinzip der Gegenseitigkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Johannes Steyrer gibt folgende Ratschläge: „Schenke Vertrauen, damit andere dir vertrauen. Liebe selbst, damit du geliebt wirst. Kooperiere, um produktiv zusammenzuarbeiten. Lasse dir aber Vertrauensbrüche, Lieblosigkeit und ausbeuterisches Verhalten nicht gefallen.“ Vertrauensbrüche, die von einem selbst als Erstschlag ausgehen, rechnen sich in einer Welt der Gegenseitigkeit nicht. Das zeigt eindrucksvoll die Spieltheorie, die seit vielen Jahrzehnten ein prominentes Element der Ökonomie und verwandter Disziplinen ist. Folgendes Beispiel: Zwei gefasste Bankräuber werden in getrennten Polizeiwachen verhört. Der Polizist verspricht demjenigen, der zuerst gesteht, Strafminderung. Beide Räuber wissen aber: Wenn sie schweigen, kann ihnen nur illegaler Waffenbesitz nachgewiesen werden. Jeder steht also vor folgendem Dilemma: Handle ich nach dem egoistischen Motto „Ich oder Du“ (in diesem Fall: „Ich verrate den anderen“), was aber nur dann von Vorteil ist, wenn der andere auch schweigt. Johannes Steyrer ist seit 1997 Professor für Organizational Behavior an der Wirtschaftsuniversität Wien. <span id="more-1876"></span></p>
<p><strong>Robert Axelrod hat eine einfache Erfolgsstrategie „Tit for Tat“ genannt</strong></p>
<p>Oder handle ich nach dem kooperativen Motto „Ich und Du“ (in diesem Fall: „Ich schweige“ und hoffe, dass der andere auch schweigt). Sind beide misstrauisch und egoistisch, verpfeifen sie sich gegenseitig, landen sie in der Lose-lose-Falle (beide verlieren, es gibt keinen Gewinner) und sitzen wegen Bankraubs sehr lange im Gefängnis. Wenn beide kooperieren – also schweigen –, entsteht eine Win-win-Situation, und beide kommen aufgrund des vergleichsweise harmlosen Waffenbesitzes rasch frei. </p>
<p>Verpfeift einer den anderen, während der andere das nicht tut, hat Ersterer auf Kosten des Zweiten gewonnen und kommt frei. Der andere sitzt für lange Zeit im Gefängnis. Der amerikanische Politikwissenschaftler Robert Axelrod hat anhand von Computerturnieren überprüft, welches Vorgehen in derartigen Situationen und bei langfristigen, also nicht einmaligen Begegnungen am erfolgreichsten ist. Es hat sich eine einfach gestrickte Erfolgsstrategie herauskristallisiert, die er „Tit for Tat“ genannt hat.<br />
<strong><br />
Robert Axelrod empfiehlt ausnahmslos konsequente Vergeltung bei Betrug</strong></p>
<p>Johannes Steyrer erläutert: „Nach dieser Strategie ist es wichtig, im ersten Schritt zu kooperieren, aber in weiterer Folge immer das zu tun, was das Gegenüber in der Vorrunde getan hat. Kooperation wird also mit Kooperation belohnt und Betrug mit Betrug bestraft.“ Das ist gelebte Reziprozität sowohl im Guten als auch im Bösen. Aus seinen Befunden ergeben sich folgende weitere Schlussfolgerungen: Betrüge nie als Erster, denn es ist schwer, sich aus der Spirale wechselseitiger Vergeltung zu befreien. </p>
<p>Vergelte einen Betrug sofort, denn Altruismus veranlasst erfolgreiche Ergebnisoptimierer nicht zur Aufgabe ihrer ausbeutenden Haltung. Vergiss alles, was dein Gegner zuvor getan hat – bis auf den letzten Zug. Robert Axelrod empfiehlt also ausnahmslos konsequente Vergeltung bei Betrug. Erst wenn das Gegenüber von sich aus auf Kooperation umschwenkt, wird diese erwidert. Einen Vertrauensvorschuss muss also das Gegenüber erbringen, wenn es zuvor nicht kooperativ gewesen ist. Quelle: „Die Macht der Manipulation“ von Johannes Steyrer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hans-Peter Nolting erklärt den Unterschied zwischen Abwehr und Vergeltung</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jan 2018 07:45:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vergeltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Schulkindern bis zur großen Politik werden Akte der Vergeltung immer wieder damit begründet, man wehre sich nur gegen das üble Verhalten der anderen Seite. Zwischen den Begriffen Vergeltung und Abwehr gibt es Überschneidungen, aber ebenso wichtige Unterschiede. Hans-Peter Nolting erklärt: „Die echte Abwehr beziehungsweise Verteidigung will eine Bedrohung oder Belästigung beenden.“ Ganz anders verhält ... <a title="Hans-Peter Nolting erklärt den Unterschied zwischen Abwehr und Vergeltung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-peter-nolting-erklaert-den-unterschied-zwischen-abwehr-und-vergeltung.html" aria-label="Mehr Informationen über Hans-Peter Nolting erklärt den Unterschied zwischen Abwehr und Vergeltung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Schulkindern bis zur großen Politik werden Akte der Vergeltung immer wieder damit begründet, man wehre sich nur gegen das üble Verhalten der anderen Seite. Zwischen den Begriffen Vergeltung und Abwehr gibt es Überschneidungen, aber ebenso wichtige Unterschiede. Hans-Peter Nolting erklärt: „Die echte Abwehr beziehungsweise Verteidigung will eine Bedrohung oder Belästigung beenden.“ Ganz anders verhält es sich aber zum Beispiel bei einer nachträglichen Tracht Prügel. Sie ist ein Racheakt, und Rache ist ein Akt der Bestrafung. Die reine Vergeltung will weder einen Vorteil erlangen noch einen Nachteil abwenden, sondern sie möchte den Übeltäter leiden sehen. Denn dies verschafft die eigentliche Befriedigung – die Genugtuung. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1798"></span></p>
<p><strong>Racheakte sind eine Form der Selbstjustiz</strong></p>
<p>Im realen Leben suchen Menschen manchmal sogar noch nach Jahren, wenn also gewiss nichts mehr abzuwenden ist, aus tiefverwurzeltem Hass eine Gelegenheit, sich zu rächen für das, was ihnen oder einer nahestehenden Person zugefügt wurde. Nicht nur psychologisch, sondern auch juristisch wird zwischen Abwehr und Vergeltung unterschieden. Notwehr ist erlaubt, Selbstjustiz aber nicht. Und Racheakte sind eine Form der Selbstjustiz. Für die Bestrafung sind in modernen Gesellschaften die Gerichte zuständig.</p>
<p>Hans-Peter Nolting stellt fest: „Psychologisch ist weiterhin bedeutsam, dass echte Abwehrreaktionen durch Schmerzäußerungen des Gegners gehemmt werden können, während sie bei Vergeltungsakten oft geradezu wie ein Anreiz zum Weitermachen wirken – denn dem Widersacher soll es schlecht ergehen.“ Ein besonders merkwürdiges Phänomen ist es, dass Menschen für ihren Racheakt manchmal sogar schwere Selbstschädigungen in Kauf nehmen – nur um den Widersacher zu treffen. Anders als die auf Nutzen gerichteten Varianten der Aggression lässt sich die reine Vergeltung also kaum von Vorteilen und Nachteilen leiten und kann Außenstehenden deshalb völlig irrational erscheinen. </p>
<p><strong>Eine rechtzeitige Entschuldigung kann einen Vergeltungsakt verhindern</strong></p>
<p>Manche Rächer lassen sich selbst durch das Risiko der Strafe nicht abschrecken. Um ihrem Feind Leid zuzufügen, sind sie bereit, selbst zu leiden oder gar zu sterben. Nicht zuletzt ist es für Hans-Peter Nolting interessant, auf welche Weise die Abwehr beziehungsweise die Vergeltung verhindert werden kann. Aggressive Abwehrreaktionen der Gegenseite hören auf oder werden vermieden, wenn man eine Bedrohung oder Belästigung unterlässt. Vergeltungsakte hingegen verhindert man in der Regel am leichtesten durch eine rechtzeitige Entschuldigung.</p>
<p>Dieser Unterschied zum echten Sichwehren hat damit zu tun, dass die Vergeltung vor allem eine Antwort auf die Kränkung ist, die der Übeltäter mit seinem Verhalten verursacht hat. Die Überschneidung von Abwehr und Vergeltung tritt beispielsweise in dem Fall ein, wenn mit einem nachträglich ausgeführten Schlag möglicherweise ein Effekt der Abschreckung erzielt werden soll. Das wäre sozusagen der Versuch einer vorbeugenden Abwehr. Die Vergeltung soll den Übeltäter dazu bewegen oder dazu zwingen, sich nicht noch einmal so zu verhalten. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Eine Entschuldigung kann eine Vergeltung verhindern</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eine-entschuldigung-kann-eine-vergeltung-verhindern.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 May 2017 07:59:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vergeltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Idealerweise liegt die Genugtuung darin, dass man mit der Vergeltung erfolgreich eine „Lehre erteilt“, dass also beim Übeltäter eine Botschaft ankommt, wie etwa: „Das lasse ich mir nicht gefallen.“ Denn eine Bestrafung verschafft dann eine besondere Befriedigung, wenn der Übeltäter erkennen lässt, dass er den Grund für die Bestrafung versteht und sich künftig besser verhalten ... <a title="Eine Entschuldigung kann eine Vergeltung verhindern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-entschuldigung-kann-eine-vergeltung-verhindern.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine Entschuldigung kann eine Vergeltung verhindern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Idealerweise liegt die Genugtuung darin, dass man mit der Vergeltung erfolgreich eine „Lehre erteilt“, dass also beim Übeltäter eine Botschaft ankommt, wie etwa: „Das lasse ich mir nicht gefallen.“ Denn eine Bestrafung verschafft dann eine besondere Befriedigung, wenn der Übeltäter erkennen lässt, dass er den Grund für die Bestrafung versteht und sich künftig besser verhalten wird. In vielen Fällen geht es dem Rächer allerdings nur um die Aufrichtung des eigenen Selbstwertgefühls – durch einen „Sieg“, der darin besteht, dass es nun der Übeltäter ist, der sich ärgert. Hans-Peter Nolting ergänzt: „Zunächst war die provozierte Person „getroffen“, nun ist sie wieder „obenauf“, zumindest in gleicher Höhe mit dem Übeltäter – aus ihrer Sicht sind sie nun quitt.“ Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1641"></span></p>
<p><strong>Genugtuung hat auch mit dem Gerechtigkeitsempfinden zu tun</strong></p>
<p>In der Realität kehrt damit allerdings keineswegs immer Ruhe ein. Denn häufig fühlt sich der Bestrafte nun seinerseits provoziert und will das „nicht auf sich sitzen lassen“. In einem solchen Fall ist die Entschuldigung eine Möglichkeit, einer Vergeltung zu entgehen oder einen Teufelskreis gegenseitiger Vergeltungen zu durchbrechen. Wer sich entschuldigt, steht – real oder bildhaft – mit gesenktem Kopf da, und macht sich selbst klein. In gewisser Weise ist das eine Selbstbestrafung vor den Augen der provozierten Person, wodurch diese wieder „obenauf“ ist und für ihre Genugtuung die Vergeltung nicht mehr braucht.</p>
<p>Es kommt allerdings vor, dass der Provozierte die Entschuldigung nicht akzeptiert, sei es, weil er sie nicht für ehrlich hält, sei es, weil er findet, der Übeltäter käme damit u billig davon. Zwei Tatsachen sprechen laut Hans-Peter Nolting dafür, dass die Genugtuung nicht nur in der Aufrichtung des Selbstwertgefühls im Verhältnis zum Provokateur liegt, sondern auch – weniger persönlich – mit dem Gerechtigkeitsempfinden zu tun hat. Erstens muss nämlich die provozierte Person nicht unbedingt selbst die Vergeltung vollziehen, es kann auch durch Dritte geschehen, etwa durch Freunde oder ein Gericht.</p>
<p><strong>Gerechtigkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen</strong></p>
<p>Zweitens kann man auch Genugtuung empfinden, wenn es um „ferne“ Taten geht, die man nur aus den Nachrichten kennt und für die ein Gericht eine schwere Strafe verhängt. Auch dies wird als Sieg der Gerechtigkeit erlebt. Gerechtigkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen. Die Vergeltung soll bestätigen, dass man bestimmte Normen nicht ungeschoren übertreten darf. Wenn man sich daran hält, ist man nicht „der Dumme“, sondern der Vernünftige. „Dumm“ ist es, gegen die Norm zu verstoßen, denn dafür muss man „bezahlen“ – so die Botschaft der Bestrafung.</p>
<p>Die Waage als Symbol der Gerechtigkeit macht bildhaft deutlich, dass durch die Bestrafung ein normatives Gleichgewicht wiederhergestellt werden soll. Aber in der Praxis ist das gar nicht so einfach. Hans-Peter Nolting erklärt: „Denn um für die Gerechtigkeit zu sorgen, kommt es nicht nur darauf an, dass bestraft wird, sondern dass abgewogen und angemessen bestraft wird.“ Allerdings: Was eine überzogene und was eine angemessene Vergeltung ist, darüber gehen die Ansichten des Täters, des Opfers und neutraler Betrachter oft auseinander. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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