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	<title>Verbitterung &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Der Verbitterte findet keinen Frieden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2023 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Verbitterung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Der Verbitterte findet keinen Frieden mit sich, schon gar nicht mit seinem Schicksal und zuallerletzt mit jenen, die er für seine Verbitterung verantwortlich macht. Bei keiner anderen Form der Kränkung ist das Kriterium der Nachhaltigkeit so ausgeprägt wie bei der Verbitterung.“ Trifft man mit verbitterten Menschen zusammen, werden diese meist bald auf ... <a title="Der Verbitterte findet keinen Frieden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-verbitterung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Verbitterte findet keinen Frieden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Der Verbitterte findet keinen Frieden mit sich, schon gar nicht mit seinem Schicksal und zuallerletzt mit jenen, die er für seine Verbitterung verantwortlich macht. Bei keiner anderen Form der Kränkung ist das Kriterium der Nachhaltigkeit so ausgeprägt wie bei der Verbitterung.“ Trifft man mit verbitterten Menschen zusammen, werden diese meist bald auf das sie belastende Thema, auf die ihnen widerfahrene Ungerechtigkeit, auf ihr unverdientes Schicksal zu sprechen kommen. Finden sie anfangs noch Gehör und Interesse für ihr Problem, gehen sie den Mitmenschen damit allmählich auf die Nerven. Weil sie immer dasselbe erzählen und das Gefühl vermitteln, sich nicht helfen zu lassen, meidet man die Verbitterten und will möglichst wenig mit ihnen zu tun haben. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-4911"></span></p>
<p><strong>Der Verbitterte brütet Fantasien der Rache aus</strong></p>
<p>Dies vertieft beim Verbitterten das Gefühl des Unverständnisses und der Ungerechtigkeit. Er fühlt sich abgewiesen und allein gelassen, er zieht sich noch mehr zurück. In seiner Abgeschiedenheit entwickelt er einen zunehmenden Hass auf die verständnislose, scheinbar heile Welt. Er brütet Fantasien der Rache, der Genugtuung und Gerechtigkeit, des letzten Triumphs aus. Bereits Aristoteles hat in seiner „Nikomachischen Ethik“ die Verbitterung und deren Folgen für den verbitterten Menschen beschrieben. </p>
<p>Aristoteles schreibt: „Verbittert ist der schwer zu Versöhnende, der lange den Zorn festhält; er verschließt die Erregung in seinem Innern und hört damit erst auf, wenn er Vergeltung geübt hat. Denn geübte Vergeltung beschwichtigt die Erregung, indem sie das Gefühl des Schmerzes durch ein Gefühl der Befriedigung ersetzt. Geschieht das nicht, wir der Druck weiter. Denn da die Erregung nicht offen heraustritt, so kann einem solchen auch keiner gut zureden; innerlich aber die Erregung zu verarbeiten, dazu braucht es der Zeit. Diese Art von Menschen ist sich selbst und den vertrautesten Freunden die schwerste Last.“</p>
<p><strong>Die Verbitterung geht nicht vorüber wie die normale Kränkung</strong></p>
<p>Aristotles hat schon vor 2500 Jahren die wesentlichen Punkte der Verbitterung erkannt. Reinhard Haller erklärt: „Das Vordingen negativer Gefühle bis in das Innerste, die Unzulänglichkeit der abgekapselten kränkenden Emotion, den chronischen Stress durch anhaltenden Druck, die nachhaltige Wirkung und die schwere Bewältigung.“ Aristoteles weist darauf hin, wie belastend Verbitterung für die Betroffenen ist und wie schwer erträglich verbitterte Menschen für ihre Umgebung sind. </p>
<p>Der große Philosoph, der auch ein großer Psychotherapeut war, zeigt aber auch Lösungsmöglichkeiten auf: in negativer Form durch Vergeltung, also Rache, in positiver durch offenes Ansprechen und durch Verzeihen. Die Verbitterung wird nicht durch einen aggressiven Affekt, durch Zorn oder Wut entladen. Auch geht sie nicht vorüber wie die normale Kränkung. Und sie ist noch schwerer als diese zu behandeln. Sie frisst sich gleichsam fest, hat sich fixiert. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Verbitterung lässt sich nur schwer heilen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jun 2023 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Resignation]]></category>
		<category><![CDATA[Verbitterung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller stellt fest: „Wenn eine Kränkungsreaktion allmählich erstarrt, sich in ihrer krank machenden Form gleichsam fixiert, wenn sie chronisch wird und sich nur noch wenig ändert, sind die Aussichten auf Heilung schlecht.“ Fühlt sich dann der gekränkte Mensch in einer Sackgasse ohne Vor und Zurück, sieht er sich in einen Kerker mit Mauern aus ... <a title="Verbitterung lässt sich nur schwer heilen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/verbitterung-laesst-sich-nur-schlecht-heilen.html" aria-label="Mehr Informationen über Verbitterung lässt sich nur schwer heilen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller stellt fest: „Wenn eine Kränkungsreaktion allmählich erstarrt, sich in ihrer krank machenden Form gleichsam fixiert, wenn sie chronisch wird und sich nur noch wenig ändert, sind die Aussichten auf Heilung schlecht.“ Fühlt sich dann der gekränkte Mensch in einer Sackgasse ohne Vor und Zurück, sieht er sich in einen Kerker mit Mauern aus Ungerechtigkeit, Erniedrigung, Enttäuschung und Wehrlosigkeit gefangen, so spricht man mit einem treffenden Ausdruck von Verbitterung. Man braucht diesen Begriff gar nicht zu übersetzen oder zu erklären, er ist selbstredend: Der Mensch und sein Leben werden bitter durch und durch. All seine Emotionen sind von einem negativen, nicht wegzubekommenden Geschmack durchdrungen. Die Süße des Lebens ist verloren, Fühlen und Denken sind in ihrer ganzen Breite und Tiefe negativ getönt. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-4612"></span></p>
<p><strong>Die Bitterkeit wühlt innerlich auf</strong></p>
<p>Ein düsterer Schleier liegt über allem, was Freude machen könnte. Selbst das Denken ist nicht mehr frei, sondern wird von unsichtbaren Schranken auf ein Thema eingeengt, auf die große Ungerechtigkeit und Enttäuschung. Reinhard Haller weiß: „Verbitterung ist eine diabolische Mischung aus Frustration und Resignation, aus Ohnmacht und Wut, aus Verletztheit und Aussichtslosigkeit.“ Fast jeder Verbitterung geht ein langer, aufwühlender, letztlich verlorener Kampf voraus. </p>
<p>Sie ist Folge eines zermürbenden Prozesses mit Hoffen und Verzweifeln, mit kurzfristigen Erfolgen und groben Rückschlägen, mit entschlossenem Widerstand und nachlassenden Kräften. Am Schluss steht die Resignation: Die bittere Erkenntnis, dass der Kampf verloren ist und nichts mehr gut gemacht werden kann. Nichts ist mehr so, wie es war. Das Leben hat einen entscheidenden Bruch erfahren. Im Gegensatz zu dem Antrieb hemmenden, lähmenden Depression wühlt die Bitterkeit innerlich auf. </p>
<p><strong>Verbitterung hat viel mit Unversöhnlichkeit zu tun</strong></p>
<p>Unter einem erstarrten äußeren Panzer brodeln selbstzerstörerische Gefühle. Das Denken ist ganz auf erlittene Benachteiligungen, Ungerechtigkeiten und Traumatisierungen fokussiert. Reinhard Haller ergänzt: „In der Fantasie drängen sich die negativen Erinnerungen und Bilder in zwanghafter Weise auf, die Betroffenen haben keine Chance sich dagegen zu wehren.“ Verbitterte Menschen sind tief enttäuscht vom Leben, von den scheinbar verständnislosen Mitmenschen, auch von den Therapeuten, ja von sich selbst.</p>
<p>Sie können nicht mehr an das Gute im Menschen glauben, halten Widerstand und Kampf für aussichtslos und verfallen in Selbstaufgabe. Sie fühlen sich zutiefst verletzt und sehen sich nicht mehr in der Lage, etwas dagegen zu tun. Verbitterte Menschen befinden sich in einem „Seelengefängnis“, in einem psychischen Kerker, aus dem sie keinen Ausweg finden. Das Wissen um die Ohnmacht trotz enormer innerer Kraft, das ist am bittersten. Verbitterung hat auch sehr viel mit Unversöhnlichkeit zu tun. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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