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	<title>Tugend &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Keiner hat ein Recht auf schnelles Glück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Apr 2024 01:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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					<description><![CDATA[Würde jeder Mensch „eudaimonia“ – sprich Glückseligkeit – statt schnelles Glück anpeilen, gäbe es weniger Neid, weniger Streit, weniger Hass, weniger tödliche Waffen, weniger Unglück. Langsames Glück würde sich konstant vermehren, bis hin zum Weltfrieden. Rebekka Reinhard weiß: „So verlockend diese Aussicht ist, so schwer fällt es dem Menschen, ihr zu folgen. Denn der Mensch ist ungeduldig. Und ziemlich borniert. Seit den Punischen Kriegen hat er wenig dazugelernt.“ Der Mensch glaubt allen Ernstes, er habe ein Recht auf schnelles Glück – und könne zwischendurch mal eben so tun, als sei&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Würde jeder Mensch „eudaimonia“ – sprich Glückseligkeit – statt schnelles Glück anpeilen, gäbe es weniger Neid, weniger Streit, weniger Hass, weniger tödliche Waffen, weniger Unglück. Langsames Glück würde sich konstant vermehren, bis hin zum Weltfrieden. Rebekka Reinhard weiß: „So verlockend diese Aussicht ist, so schwer fällt es dem Menschen, ihr zu folgen. Denn der Mensch ist ungeduldig. Und ziemlich borniert. Seit den Punischen Kriegen hat er wenig dazugelernt.“ Der Mensch glaubt allen Ernstes, er habe ein Recht auf schnelles Glück – und könne zwischendurch mal eben so tun, als sei er tugendhaft. Wenn es die Konventionen erfordern, vor allem aber dann, wenn es ihm selbst in den Kram passt. Rebekka Reinhard ist Chefredakteurin des Magazins „human“ über Mensch und KI. Unter anderem ist sie bekannt durch den Podcast „Was sagen Sie dazu?“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft wbg. <span id="more-5381"></span></p>
<p><strong>Jeder kann für fünf Minuten ein guter Mensch sein</strong></p>
<p>Vortäuschen und Antäuschen von Tugendhaftigkeit ist überaus beliebt. Rebekka Reinhard ergänzt: „Moralheucheln geht schnell, spart Kosten, dient dem Ego und bauchpinselt die eigene Schwäche. Auf Instagram und LinkedIn ist jeder ein moralischer Held.“ Jeder hat eine zielgruppenspezifisch angepasst singuläre Haltung, die sie mitsamt wirkmächtigen Hashtags lautstark nach außen trägt. Wenn alle so „gut“ sind, warum ist die Welt dann so „schlecht“? Die effektvoll gestreute, nach Marketingkriterien genormte Proklamation moralischer Werte macht noch keine Ethik.</p>
<p>Im Gegenteil. Zwischen echter Güte und „Virtue Signalling“ –, sprich Tugendprotzerei – zwischen Tun und Sagen klafft ein Abgrund, so tief und weit wie der Grand Canyon. Es ist kinderleicht für fünf Minuten ein guter Mensch zu sein. Rebekka Reinhard nennt ein Beispiel: „Als nach Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine Hunderttausende nach Deutschland flüchteten, halfen alle mit Sachspenden oder gar Unterbringung in den eigenen vier Wänden. Wenige Monate später war die Euphorie verflogen.“</p>
<p><strong>Das langsame Glück ist nur Zentimeter von jedem Menschen entfernt</strong></p>
<p>Dass Helfen schnelles Glück erzeugt, weil es das Belohnungssystem des Gehirns anspricht, weil Dopamin, Serotonin und Oxytocin freigesetzt werden, darauf weist die Neurobiologie hin. Rebekka Reinhard fügt hinzu: „Dass individuelle Sorgen schnell mal das universelle humanitäre Commitment verdrängen können ist auch wahr.“ Wirkung: schlechte Laune, Verlust des schnellen Glücks, Vergessen des langsamen Glücks. Das langsame Glück ist nur Zentimeter von jedem Menschen entfernt.</p>
<p>Sie sehen es allerdings nur im Zustand absoluter Konzentration. Nur wenn sie aufhören, tausend Dinge gleichzeitig zu bedenken und durch Denken kontrollieren zu wollen. Der Fokus auf das Hier und Jetzt ist entscheidend. Er lässt diese Glücksart in ihrer ganzen Pracht erstrahlen, so sehr, dass niemand mehr sie ignorieren kann. Das wahrhaft Gute ist banal. Alltäglich. Immer schon da. Rebekka Reinhard betont: „Ich glaube, das Gute besteht in der Kunst zu handeln, bevor man eine Situation rational verstehen kann.“ Quelle: „Die Kunst gut zu sein“ von Rebekka Reinhard </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Tugenden behält man auf Dauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 02:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Kinder neigen mehr zu Großzügigkeit, Bescheidenheit oder Gerechtigkeit als andere. Frédéric Lenoir weiß: „Allerdings spielt für die Entwicklung dieser Eigenschaften die Erziehung eine wesentlich Rolle. Sie kann auch gewisse natürliche Neigungen korrigieren, die zu Süchten oder Lastern führen könnten.“ Seiner Meinung nach stehen Tugenden folglich an der Schnittstelle von Natur und Kultur. Selbst wenn letztlich die Kultur für ihre Entwicklung bestimmend ist. Aristoteles zufolge erlangt und behält man Tugenden eigentlich auf Dauer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sein Leben lang tugendhaft ist! Über die Erziehung vermittelte Tugend wird&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Kinder neigen mehr zu Großzügigkeit, Bescheidenheit oder Gerechtigkeit als andere. Frédéric Lenoir weiß: „Allerdings spielt für die Entwicklung dieser Eigenschaften die Erziehung eine wesentlich Rolle. Sie kann auch gewisse natürliche Neigungen korrigieren, die zu Süchten oder Lastern führen könnten.“ Seiner Meinung nach stehen Tugenden folglich an der Schnittstelle von Natur und Kultur. Selbst wenn letztlich die Kultur für ihre Entwicklung bestimmend ist. Aristoteles zufolge erlangt und behält man Tugenden eigentlich auf Dauer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sein Leben lang tugendhaft ist! Über die Erziehung vermittelte Tugend wird erst stark und schlägt in einem Menschen Wurzeln, wenn er sich in ihr übt. Die Tugend ist eine stabile Eigenschaft, etwas, das sich einem Menschen einprägt, wenn er tugendhaft handelt. Frédéric Lenoir ist Philosoph, Religionswissenschaftler, Soziologe und Schriftsteller. <span id="more-3179"></span></p>
<p><strong>Die Tugend ist die ideale Mitte zwischen zwei Extremen</strong></p>
<p>Aber das Gegenteil ist auch wahr: Man wird lasterhaft, wenn man schlecht handelt. Aristoteles definiert im Übrigen die Tugend als ideale Mitte zwischen zwei Extremen, die jeweils Schwächen sind. Demnach wäre Mäßigung die vorbildliche Mitte zwischen Ausschweifung und Askese. Die Tapferkeit bildet die ideale Mitte zwischen Feigheit und Kühnheit. Dagegen hat Buddha in der Tat mit extremen Wegen experimentiert. Nach dem Luxus seines Lebens als Fürst ist er ins andere Extrem gefallen: Askese und totaler Verzicht.</p>
<p>Frédéric Lenoir fügt hinzu: „Als er bemerkt hat, dass er so nicht weiterkommt, hat er sich an den Fuß eines Baumes gesetzt, um Tag und Nacht zu meditieren.“ So hat er die Erweckung, die Erleuchtung erlangt. Diese hat ihm insbesondere ermöglicht, intuitiv zu verstehen, wo die wahre Weisheit liegt. Nämlich die richtige Mitte zwischen der Hingabe an Sinnesfreuden und dem Verzicht darauf zu finden. Indem er diese beiden Extreme vermied, entdeckte Buddha den Weg der Mitte.</p>
<p><strong>Durch das Begehren verändert sich ein Mensch</strong></p>
<p>Auf diesem Weg fand er Klarsicht und Erkenntnis, der ihn zum Frieden, zur Weisheit und ins Nirwana führte. Das ist die gleiche Idee, wie sie Aristoteles entwickelt hat. Nämlich ein Gleichgewicht zwischen zwei Extremen, das allerdings auf das gesamte Leben anzuwenden ist. Die Weisheit lehrt, eine ausgewogene Existenz ohne Exzesse zu führen. Sinnesfreuden zu genießen, ohne sich an sie zu klammern. Zu guter Letzt läuft das alles auf die täglichen kleinen Entscheidungen hinaus, die zu Gewohnheiten werden.</p>
<p>Die Epikureer denken, die praktische Klugheit, die Urteilskraft, reiche aus, um den Begierden Herr zu werden und die schlechten Gewohnheiten abzulegen. Die Stoiker dagegen sind überzeugt, alles sei eine Frage des Willens: „Wenn Du willst, kannst Du auch!“. Die Erfahrung lehrt, dass beide Fähigkeiten notwendig sind, aber oft nicht genügen. Baruch de Spinoza ist zweifellos der erste Weise, der bestätigt, dass das menschliche Wesen noch eine andere Macht als Verstand und Willenskraft benötigt, um sich zu ändern: das Begehren. Quelle: „Weisheit“ von Frédéric Lenoir</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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