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	<title>Trieb &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Es gibt keine Ausrottung des Bösen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2024 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud vertritt die These, dass es schlicht nicht stimmt, dass der Mensch eine höhere Stufe der Sittlichkeit erklommen hat. In Wahrheit handelt es sich um eine folgenschwere „Illusion“. Deren Nachwehen mögen auch in der Gegenwart zum Beispiel in der Kritik am sogenannten „Gutmenschen“ noch präsent sein. „In Wirklichkeit“, so Sigmund Freud unmissverständlich, „gibt es ... <a title="Es gibt keine Ausrottung des Bösen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-keine-ausrottung-des-boesen.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt keine Ausrottung des Bösen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud vertritt die These, dass es schlicht nicht stimmt, dass der Mensch eine höhere Stufe der Sittlichkeit erklommen hat. In Wahrheit handelt es sich um eine folgenschwere „Illusion“. Deren Nachwehen mögen auch in der Gegenwart zum Beispiel in der Kritik am sogenannten „Gutmenschen“ noch präsent sein. „In Wirklichkeit“, so Sigmund Freud unmissverständlich, „gibt es keine Ausrottung des Bösen“. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Die psychologische – im strengen Sinne psychoanalytische – Untersuchung zeigt vielmehr, dass das tiefste Wesen des Menschen in Triebregungen besteht.“ Diese sind elementarer Natur und bei allen Menschen gleichartig. Sie zielen auf die Befriedigung gewisser ursprünglicher Bedürfnisse. Diese egoistischen und grausamen Triebregungen sind an sich weder gut noch böse, sondern werden von der Gesellschaft als böse verpönt. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“. <span id="more-5407"></span></p>
<p><strong>Lieben und Hassen sind im Menschen vereint</strong></p>
<p>Aus diesem Grund zeigen sie sich vornehmlich im Traum, wenn der Mensch seine mühsam erworbene Sittlichkeit wie ein Gewand von sich wirft. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Das verheerende Problem liegt nun für Freud nicht in der negativen Bewertung unserer Triebveranlagung als solcher – wie sonst sollte Kultur entstehen? – sondern darin, dass die auch im modernen Menschen noch wohnende Gefühlsambivalenz nicht gesehen und anerkannt wird.“</p>
<p>Starkes Lieben und starkes Hassen, so zeigt sich in seiner Arbeit, sind in der Regel in einem und demselben Menschen vereint. Und alles hängt davon ab, ob und in welcher Weise die verpönte Seite verarbeitet, die Triebveranlagung des Menschen gebunden, übersetzt und aufgefangen wird. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Umso fataler ist es aus Freuds Sicht, dass die Kulturgesellschaft die gute Handlung fordert und sich um die Triebbegründung derselben nicht kümmert, sogar bestrebt ist, die sittlichen Anforderungen möglichst hoch zu spannen.“ </p>
<p><strong>Das primitive Seelische ist unvergänglich</strong></p>
<p>Auf diese Weise erklären sich nicht nur die zahlreichen neurotischen Pathologien, sondern man erzieht die Menschen zu reinem Kulturgehorsam, der äußerst fragil ist. Svenja Flaßpöhler stellt fest: „Aus Freuds Perspektive stellt der Krieg insofern eine passende Gelegenheit dar, die mit Mühe unterdrückten Triebe zu ihrem Recht kommen zu lassen.“ Wo die Gemeinschaft den Vorwurf aufhebt, hört laut Sigmund Freud auch die Unterdrückung der bösen Gelüste auf. </p>
<p>Und die Menschen begehen Taten von Grausamkeit, Tücke, Verrat und Rohheit, deren Möglichkeit man mit ihrem kulturellen Niveau für unvereinbar gehalten hätte. So weit kann die Rückbildung des kulturellen Niveaus, die Regression gehen, dass es nie wieder voll erreicht wird. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Immer wiederhergestellt hingegen können einzig die primitiven Zustände von unvorstellbarer Brutalität werden.“ Das primitive Seelische ist für Sigmund Freud im vollsten Sinne unvergänglich. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud ging es in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ unter anderem um die Frage, wie der furchtbaren Destruktivität, wie er sie im Ersten Weltkrieg beobachten konnte und wie er sie für die 1930er Jahre in noch größerem Ausmaß befürchtete, etwas entgegensetzt werden kann. Für Sigmund Freud sind die von Gruppen gegenüber sich ... <a title="Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-triebe.html" aria-label="Mehr Informationen über Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud ging es in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ unter anderem um die Frage, wie der furchtbaren Destruktivität, wie er sie im Ersten Weltkrieg beobachten konnte und wie er sie für die 1930er Jahre in noch größerem Ausmaß befürchtete, etwas entgegensetzt werden kann. Für Sigmund Freud sind die von Gruppen gegenüber sich selbst angeführten bewussten Gründe für ihr Handeln nicht identisch mit ihren handlungsleitenden Beweggründen. Judith Butler erläutert: „Daher muss das Nachdenken über die mögliche Vermeidung von Zerstörungen anderes bieten als bloß für das rationale Denken annehmbare Argumente. Es muss in irgendeiner Weise den Trieb berücksichtigen oder einen Weg finden, mit – und gegen – diese zwanghafte Destruktivität zu arbeiten, die in Krieg münden kann.“  Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4989"></span></p>
<p><strong>Sigmund Freud entwickelte die Konzeption des Todestriebes</strong></p>
<p>Die Skepsis gegenüber der Triebtheorie geht unter anderem auf die Verwechslung von Trieb und Instinkt zurück. Sigmund Freud verwendet zwar beide Begriffe, aber der Triebbegriff erscheint weit häufiger, und er spricht nie von einem „Todesinstinkt“. Sigmund Freud macht in seinem Text „Triebe und Triebschicksale“ deutlich, dass der Trieb – oder „Drang“ – weder nur der Biologie noch einer vollständig autonomen psychischen Sphäre angehört, sondern vielmehr ein „Grenzbegriff“ zwischen somatischer und seelischer Sphäre ist. </p>
<p>Judith Butler weiß: „Bis 1920 vertrat Sigmund Freud die Auffassung, das Seelenleben sei durch Lust, Sexualität oder Libido bestimmt.“ Erst als er mit Kriegsneurosen konfrontiert wurde, zog er Symptome in Erwägung, die durch zwanghafte Wiederholung gekennzeichnet sind und sich nicht als Wunscherfüllung oder Triebbefriedigung erklären lassen. Vor dem Hintergrund des Krieges entwickelte er dann also die Konzeption des Todestriebes, auch aufgrund von Überlegungen zur Destruktivität, insbesondere mit Wiederholungszwängen einhergehenden Destruktivität. </p>
<p><strong>Der Verlauf des Lebens erweist sich als „Umweg zum Tode“</strong></p>
<p>Diese charakterisierte er später in „Das Unbehagen in der Kultur“ als „nicht erotische Aggression“. Judith Butler erläutert: „Mit der ersten Formulierung der Todestriebtheorie in „Jenseits des Lustprinzips“ suchte Freud nach einer Erklärung für Wiederholungshandlungen, die nicht im Dienst der Wunscherfüllung zu stehen schienen.“ Er war Patienten mit Kriegsneurosen begegnet, die traumatische Gewalt- und Verlusterfahrungen immer wieder in Formen durchlebten, die nicht eindeutig den durch das Lustprinzip erklärbaren Wiederholungen entsprachen.</p>
<p>Diese leidvollen Wiederholungen entbehren nicht nur der Befriedigung, sondern verschlimmern zudem den Zustand des Patienten bis zu einem Punkt, an dem die Grundlagen seines organischen Lebens in Gefahr gerieten. Von hier ausgehend, entwickelte Sigmund Freud die erste Version seiner Todestriebtheorie, nach der der Organismus die Rückkehr zu einem ursprünglichen organischen Status ohne jede Erregung anstrebt. Jeder menschliche Organismus strebt nach Rückkehr zu seinem Ursprung, sodass sich der Verlauf des Lebens letzten Endes als „Umweg zum Tode“ erweist. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Nicht allein die Vernunft steuert das Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Sep 2023 07:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Denken, Wollen, Fühlen und Handeln des Menschen hat seine Wurzeln in den natürlichen Trieben und Bedürfnissen. Erfahrungen, Erlebnisse, Gewohnheiten und Erziehung formen und gestalten diese maßgeblich. Ferner prägen diese die persönlichen Haltungen und Werte, das Denken und Entscheiden. Albert Kitzler ergänzt: „Dabei kommt unseren intellektuellen Fähigkeiten eine wesentlich geringere Bedeutung zu, als unser Selbstbild ... <a title="Nicht allein die Vernunft steuert das Leben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/nicht-allein-die-vernunft-steuert-das-leben.html" aria-label="Mehr Informationen über Nicht allein die Vernunft steuert das Leben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Denken, Wollen, Fühlen und Handeln des Menschen hat seine Wurzeln in den natürlichen Trieben und Bedürfnissen. Erfahrungen, Erlebnisse, Gewohnheiten und Erziehung formen und gestalten diese maßgeblich. Ferner prägen diese die persönlichen Haltungen und Werte, das Denken und Entscheiden. Albert Kitzler ergänzt: „Dabei kommt unseren intellektuellen Fähigkeiten eine wesentlich geringere Bedeutung zu, als unser Selbstbild von einem vernunftbegabten Wesen es nahelegt.“ Ganz überwiegend leiten einen Menschen seine Denk-, Wollens- und Verhaltensmuster. Nur einen geringen Teil machen dabei vernünftige Überlegungen und rationale Entscheidungen aus. Man mag das bedauern, dass es nicht der Geist, die Vernunft oder die Weisheit sind, die das Leben steuern. Der Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-5020"></span></p>
<p><strong>Der Mensch kann nur mit größter Mühe seine Triebe zügeln</strong></p>
<p>Denn der gewöhnliche Mensch ist mit Fehlern und Defiziten behaftet, er ist unvollkommen und kann nur mit größter Mühe seine Triebe und Begierden zügeln. Er ist häufig nicht „Herr im eigenen Haus“ wie Sigmund Freud es formulierte. Auf seine natürlichen Instinkte kann sich der Mensch schon lange nicht mehr verlassen. Albert Kitzler erklärt: „Die Dominanz und ein fehlgeleiteter, einseitiger Gebrauch unseres berechnenden Verstandes haben sie weitgehend denaturiert.“ </p>
<p>Die Menschen haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und dadurch die Einheit mit der Natur verloren, sodass der unverstellte Zugang zu den natürlichen Instinkten beeinträchtigt ist. Albert Kitzler weiß: „Eine der ersten, sicher aber die stärkste Prägung, die jeder Mensch erfährt und die ihn sein ganzes Leben begleitet, ist die Erfahrung, die er während der Schwangerschaft als Embryo im Mutterleib macht.“ Während dieser Zeit entwickeln sich nicht nur der Körper und die Organe, sondern auch das Gehirn, der Wahrnehmungsapparat, die Empfindungen und Gefühle.</p>
<p><strong>Die Dinge stoßen sich hart in der Welt</strong></p>
<p>Unabhängig von der Frage, was und wie viel bereits genetisch vorgeprägt ist, bleibt das, was in dieser Entwicklungsphase erlebt wird und sich festsetzt, bestimmend für das ganze Leben. Albert Kitzler erläutert: „Es ist das Gefühl von Wärme, Geborgenheit, Getragenwerden, Genährtwerden, Fürsorge, Sicherheit, körperliche Nähe, Einssein mit der Mutter, Einssein mit der Natur.“ Auch am Ende dieses Zustands bleibt als prägende Erinnerung tief im Menschen verankert: Unter größten Schmerzen stößt man das Baby mit der Geburt aus diesem paradiesischen Zustand gewaltsam heraus.</p>
<p>Das Erste, was das unter heftigen Wehen herausgepresste Neugeborene tut, ist, verzweifelt zu schreien und zu weinen. Denn es spürt, dass es die Geborgenheit und schützende Hülle der Mutter verloren hat, die zugleich seine Nahrungsquelle war. Albert Kitzler fügt hinzu: „Es wird aus dem wohligen, warmen Einssein mit der Mutter ausgestoßen in ein grelles, kaltes Getrenntsein, abgeschnitten von seinem lebendigen Ursprung. Nackt und ungeschützt wird es hineingeworfen in die Welt, einen unbekannten Raum, in dem sich „hart die Dinge stoßen“ wie Fridrich Schiller einst schrieb. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Gesellschaft beschneidet die Triebe</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 02:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max ... <a title="Die Gesellschaft beschneidet die Triebe" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gesellschaft beschneidet die Triebe">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, und später auch für Herbert Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte. Deshalb warf ihm Herbert Marcuse vor, an einer „idealistischen Moral“ festzuhalten. Er merkte an, Fromms Aufruf zu Produktivität, Liebe und Gesundheit evoziere eben genau die Möglichkeit, die Freud ausgeschlossen hatte: dass es nämlich eine Harmonie zwischen dem Selbst und der Gesellschaft geben könne. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4366"></span></p>
<p><strong>Erich Fromm wirft Herbert Marcuse Nihilismus vor</strong></p>
<p>Erich Fromms Revisionismus verharmloste nach Herbert Marcuses Meinung Sigmund Freuds Lehre und ging so der kritischen Schärfe der freudschen radialen Sozialkritik verlustig. Fromms „Weg zur Gesundheit“ biete lediglich Linderungsmittel für „ein geschmeidiges Funktionieren der bestehenden Gesellschaft“. Fromm konterte, dass Marcuse, indem er die Möglichkeit kreativer Produktivität, von Glück und wahrer Liebe im Kapitalismus leugne, undialektisch denke und seinen Pessimismus bis in den Nihilismus hinein weitertreibe.</p>
<p>Stuart Jeffries erklärt: „Er meinte, es gebe im Kapitalismus begrenzte Möglichkeiten der Selbsttransformation, die im Lauf der Zeit das hervorbringen könnten, was er als einen sozialistischen Humanismus bezeichnete.“ Herbert Marcuse behauptete, ein solcher Weg zur Gesundheit existiere nicht. Vielmehr setzte Erich Fromms Hinweis die Vorstellung eines autonomen Individuums voraus, das fähig sei, sich den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu entziehen. </p>
<p><strong>Das Individuum ist „der psychologische Dorfladen“</strong></p>
<p>Sigmund Freud hingegen war es darum gegangen, und die Kritische Theorie folgte ihm darin, dass eine solche Figur ein Mythos ist. Dieser war im 19. Jahrhundert im Frühkapitalismus erfunden worden und hat sich mittlerweile zu einem kompletten Anachronismus entwickelt, einem Atavismus aus präfreudianischer Zeit. Wer diesen Mythos immer noch heraufbeschwor, bediente damit zwangsläufig die Interessen der herrschenden Gesellschaft, die Erich Fromm ja doch angeblich kritisieren wollte. </p>
<p>In der „Dialektik der Aufklärung“ vergleichen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Individuum mit einem Dorfladen, der durch einen Supermarkt überflüssig wurde. Das Individuum sei „der psychologische Dorfladen“, der sich aus den Beschränkungen der Feudalzeit als „eine dynamische Zelle ökonomischer Aktivität“ entwickelt habe. Die freudsche Psychoanalyse „repräsentierte das innerliche Kleinunternehmen, das sich auswuchs … zu einem komplexen dynamischen System des Bewussten und des Unbewussten: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich“. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-selbst-und-die-gesellschaft-sind-gegensaetze.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Dec 2022 02:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries stellt fest: „Für Adorno und Horkheimer, und später ... <a title="Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-selbst-und-die-gesellschaft-sind-gegensaetze.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries stellt fest: „Für Adorno und Horkheimer, und später auch für Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte, und Marcuse warf ihm vor, an einer „idealistischen Moral“ festzuhalten. Er merkte an, Erich Fromms Aufruf zu Produktivität, Liebe und Gesundheit evoziere eben genau Möglichkeit, die Sigmund Freud ausgeschlossen hatte: dass es nämlich eine Harmonie zwischen dem Selbst und der Gesellschaft geben könne. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4179"></span></p>
<p><strong>Marcuse kritisiert Fromms „Weg zur Gesundheit“</strong></p>
<p>Erich Fromms Revisionismus verharmloste nach Marcuses Meinung Freuds Lehre und ging so der kritischen Schärfe der freudschen radikalen Sozialkritik verlustig. Fromms „Weg zur Gesundheit“ biete lediglich Linderungsmittel für „ein geschmeidigeres Funktionieren der bestehenden Gesellschaft“. Fromm konterte, dass Marcuse, indem er die Möglichkeit kreativer Produktivität, von Glück und Liebe im Kapitalismus leugne, undialektisch denke und seinen Pessimismus bis in den Nihilismus hinein weitertreibe. </p>
<p>Er meinte, es gebe im Kapitalismus begrenzte Möglichkeiten der Selbsttransformation, die im Lauf der Zeit das hervorbringen könnten, was er als einen sozialistischen Humanismus bezeichnete. Stuart Jeffries weiß: „Marcuse behauptete, ein solcher Weg zur Gesundheit existiere nicht. Vielmehr setze Fromms Vorstellung eines autonomen Individuums voraus, das fähig sei, sich den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu entziehen.“ In der „Dialektik der Aufklärung“ vergleichen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Individuum mit einem Dorfladen, der durch einen Supermarkt überflüssig wurde.</p>
<p><strong>Die Psychoanalyse war dem Kapitalismus angemessen</strong></p>
<p>Das Individuum sei „der psychologische Dorfladen“, der sich aus den Beschränkungen der Feudalzeit als „eine dynamische Zelle ökonomischer Aktivität“ entwickelt habe. Die freudsche Psychoanalyse „repräsentierte das innerliche Kleinunternehmen, das sich auswuchs … zu einem komplexen dynamischen System des Bewussten und des Unbewussten: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich“. Die Psychoanalyse von Sigmund Freud war also für diese Vertreter der Kritischen Theorie, wenn auch nicht für Fromm, die Theorie der menschlichen Psyche, die dem Kapitalismus angemessen war. </p>
<p>Vor allem erklärten die Vertreter der Psychoanalyse das autonome Individuum zur Schimäre. Stuart Jeffries erklärt: „Weder sind wir frei von unseren biologischen Trieben, noch können wir der Festlegung und Beherrschung durch die Gesellschaftsordnung entkommen.“ „Für den Menschen wird durch die Hierarchie der Verbände bis hinauf zur nationalen Verwaltung entschieden“, so Theodor W. Adorno und Max Horkheimer. Das autonome Individuum, die Figur, die Fromm für die Konstruktion seines Weges zur Gesundheit brauchte, wurde von den kritischen Theoretikern kategorisch abgelehnt. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/4014.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 01:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Sensibilität]]></category>
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					<description><![CDATA[Der abwertende Begriff „Snowflake“ wendet die psychische Sensibilität – als vermeintliche Hypersensibilität – ins Polemische. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Als „Snowflakes“ werden auf abwertende Weise Menschen bezeichnet, die sich einzigartig wähnen, keine gegenteiligen Meinungen aushalten und extrem empfindlich gegen Reize und Zugriffe von außen sind.“ Unter anderem die Debatte über Trigger-Warnings und Sprachsensibilität, aber auch die ... <a title="MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/4014.html" aria-label="Mehr Informationen über MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der abwertende Begriff „Snowflake“ wendet die psychische Sensibilität – als vermeintliche Hypersensibilität – ins Polemische. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Als „Snowflakes“ werden auf abwertende Weise Menschen bezeichnet, die sich einzigartig wähnen, keine gegenteiligen Meinungen aushalten und extrem empfindlich gegen Reize und Zugriffe von außen sind.“ Unter anderem die Debatte über Trigger-Warnings und Sprachsensibilität, aber auch die Tendenz gesellschaftlicher Singularisierung sind hier angesiedelt. Die ethische Sensibilität findet im 18. Jahrhundert ihre philosophische wie literarische Entfaltung und meint, allgemein gesprochen, die Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen. Aus Sicht der Historikerin Lynn Hunt ist es alles andere als ein Zufall, dass just in jenem Jahrhundert, in dem die Empathie zum systematischen Gegenstand der Philosophie wurde und die Briefromane Jean-Jacques Rousseaus und Samuel Richardsons tiefe Identifikation mit leidenden Frauenfiguren zu stiften vermochten, auch die Menschenrechte erklärt wurden. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-4014"></span></p>
<p><strong>Die Dämpfung der Triebe ist eine Kulturleistung</strong></p>
<p>Globale Bewegungen wie Black Lives Matter und MeToo oder auch, in kleinerem Maßstab, die verbreitete Solidarität mit der Transgender-Community wären ohne diese Form der Sensibilität undenkbar. Und schließlich gibt es die ästhetische Sensibilität. Sie bezeichnet eine Empfindsamkeit für das Schöne wie das Hässliche, die sublimierte Lust des „Augenmenschen“ und das spätmoderne Begehren nach Besonderheit und Resonanz. IN seinem Buch „Resonanz“ analysiert der Soziologe Hartmut Rosa die Sehnsucht nach einer antwortenden Welt, die den Menschen nicht kaltlässt, sondern berührt. </p>
<p>Svenja Flaßpöhler weiß: „Die Gegenwart mit ihren Verwerfungen hat eine lange Geschichte, in der sich die menschliche Sensibilität nach und nach herausgebildet hat.“ In seinem berühmten Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ beschreibt der Soziologe Norbert Elias diese Entwicklung ausführlich und konkret anhand von Praktiken wie Tischsitten, Hygieneregeln oder Ehebräuchen. Affektregulierung und Dämpfung der Triebe sind Kulturleistungen, die zu einer Veränderung des menschlichen Verhaltens und Empfindens führen. </p>
<p><strong>Der Zwang zur „Affektneutralisierung“ tritt in den Vordergrund</strong></p>
<p>Nämlich zu einer ansteigenden Disziplinierung und Sensibilisierung des Selbst. An die Stelle der äußeren Gewalt trat nach und nach eine innere. Nämlich der Zwang zu rationaler „Langsicht“ und „Affektneutralisierung“. Deren emotionales Pendant war die Etablierung von Scham- und Peinlichkeitsgefühlen. Kühle Vernunft und brennende Scham, Disziplinierung und Empfindsamkeit: „verschiedene Seiten der gleichen, psychischen Transformation“, wie Norbert Elias schrieb.</p>
<p>Der Begriff der Sensibilität erfuhr im 17. Jahrhundert einen neuen Gebrauch. Verwendet wurde er als Bezeichnung der moralischen und sittsamen Eigenschaften von Edelmännern in der höfischen Gesellschaft. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Wurden durch Gewaltmonopole und Staatenbildung die Befriedung des Alltagslebens wie auch die Durchmischung der Schichten unaufhaltsam vorangetrieben, schritt entsprechend die Sensibilisierung weiter voran. Aus dem Adel verbreitete sie sich nach unten ins Bürgertum und wirkte von dort als gesteigertes Distinktionsbegehren zurück nach oben. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2020 13:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belohnung]]></category>
		<category><![CDATA[Bestechung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist fast unmöglich, einen Artikel zur Kindererziehung zu lesen, ohne über das Prinzip der „positiven Verstärkung“ belehrt zu werden. Aber die Sache hat für Reinhard K. Sprenger einen gewaltigen Haken: „Genügten bei Ihren Kindern anfangs noch ein paar neue Turnschuhe, mussten es vor zwei Jahren schon die Inlineskates sein. Im letzten Jahr war es ... <a title="Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-belohnung-kann-sich-in-bestechung-verwandeln.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist fast unmöglich, einen Artikel zur Kindererziehung zu lesen, ohne über das Prinzip der „positiven Verstärkung“ belehrt zu werden. Aber die Sache hat für Reinhard K. Sprenger einen gewaltigen Haken: „Genügten bei Ihren Kindern anfangs noch ein paar neue Turnschuhe, mussten es vor zwei Jahren schon die Inlineskates sein. Im letzten Jahr war es dann ein einwöchiger Surfkurs auf Sylt. Und wehe, die Belohnung lässt sich in diesem Jahr nicht irgendwie steigern.“ Wenn man auf diese Weise Menschen antreiben will, muss das Reizniveau immer leicht nach oben geschraubt werden. Das Spiel verliert mit jeder neuen Runde, denn Belohnungen haben kurze Beine. Denn es liegt auf der Hand, dass nur der Preis permanenter Wiederholung oder Steigerung der Belohnung motiviert. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-2374"></span></p>
<p><strong>Die Mechanik der Belohnung erzeugt eine Belohnungssucht</strong></p>
<p>Jede Motivierung erzeugt bestenfalls eine Strohfeuermotivation. Die Belohnung, vielleicht einmal unerwartet und als verdienter Dank ehrlich gewährt, wandelt sich, schaut nach vorn und wird zur Bestechung. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Sie beinhaltet die Verheißung, bei ähnlichen Taten wieder und wieder … Aber wehe, wenn sie ausbleibt oder geringer als erwartet ausfällt.“ Aus der Sicht des Betroffenen hat das einen höheren negativen Wirkungsgrad als eine Bestrafung. Und je begehrenswerter eine Belohnung, desto demotivierender ist es, wenn sie ausbleibt.</p>
<p>Reinhard K. Sprenger rät sich selbst zu prüfen. Er behauptet: „Die Mechanik der Belohnung hat auch bei Ihnen eine Belohnungssucht erzeugt. Oft geht es Ihnen nicht mehr um die Tätigkeit selbst, sondern nur noch um die nachfolgende Belohnung.“ Auf diese Weise hat man eine Mentalität der Abschöpfung entwickelt, die sich anpasst und mitnimmt, was mitzunehmen ist. Der Gedanke, der einen dazu berechtigen scheint: Arbeiten, das Großziehen der Kinder, Studieren, das Ausführen des Hundes, das Mähen des Rasens – das sind alles lästige Tätigkeiten.</p>
<p><strong>Der Trieb und der Reiz beeinflussen eine Handlung</strong></p>
<p>Wenn man diese Dinge tut, erleidet man gleichsam einen Schaden. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Wer will, dass ich sie trotzdem tue, muss mich dafür ent-schädigen.“ Mitleidig belächelt oder schief angesehen wird dagegen jeder, der den Spaß an der Sache, die Freude am Tun oder aber das Sinnvolle des Beitrags betont. Diesen Mensch, der tut, was er tut, stellen seine Mitmenschen nicht selten als Naivling hin, in der Schule wird er als Streber gehänselt und in der Berufswelt als Speichellecker gemobbt. Die Verhaltensbiologie nennt als die beiden Einflussgrößen einer Handlung den Trieb und den Reiz.</p>
<p>Bei entsprechender Reizhöhe ist nur noch geringer Eigenantrieb nötig, um eine Handlung auszulösen: Je höher die Reizstärke, desto geringer die benötigte Triebstärke. Da aber die Reize bekanntermaßen schnell abflachen, muss man sie immer höher schrauben. Entsprechend sinkt der Eigenantrieb. Der Mensch gewöhnt sich schnell an ein immer höheres Reizniveau, entwickelt immer neue Ansprüche, bis er bald ohne zusätzlichen Reiz in der Tat eine geringere Leistungsbereitschaft zeigt. Man hat sich daran gewöhnt, verwöhnt zu werden. Quelle: „Die Entscheidung liegt bei dir!“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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