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	<title>Traurigkeit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Bei Traurigkeit ist man erledigt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Nov 2021 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Wissenschaft weiß auch heute noch nicht, wie die menschlichen Gefühle genau funktionieren. Weil man ihre Ursachen nicht erforscht, kann man ihre Wirkung nicht verstehen. Isabella Guanzini stellt fest: „So leben wir in der Verworrenheit eines Lebens, das wir dem Zufall überlassen.“ Viele Menschen folgen inadäquaten Ideen und werden so allzu leicht melancholisch und traurig.“ ... <a title="Bei Traurigkeit ist man erledigt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bei-traurigkeit-ist-man-erledigt.html" aria-label="Mehr Informationen über Bei Traurigkeit ist man erledigt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaft weiß auch heute noch nicht, wie die menschlichen Gefühle genau funktionieren. Weil man ihre Ursachen nicht erforscht, kann man ihre Wirkung nicht verstehen. Isabella Guanzini stellt fest: „So leben wir in der Verworrenheit eines Lebens, das wir dem Zufall überlassen.“ Viele Menschen folgen inadäquaten Ideen und werden so allzu leicht melancholisch und traurig.“ Baruch de Spinoza sagt dazu etwas sehr einfaches. Nämlich, dass Traurigkeit nicht intelligent macht: „Bei Traurigkeit ist man erledigt. Darum brauchen Machthaber traurige Untertanen. Angst hat noch nie zu Kultur, Intelligenz oder Lebendigkeit beigetragen.“ Die Menschen sollten also jenen Ereignissen mehr Raum geben, die zusammenführen statt zu zersetzen. Es gilt, fröhliche Übereinstimmung zu fördern. Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. <span id="more-3095"></span></p>
<p><strong>Depressive Menschen lassen sich leicht beherrschen</strong></p>
<p>Zudem sollte man Vorkehrungen treffen, dass man nicht in die Sackgassen zwangsläufiger Traurigkeit gerät. Denn diese reproduzieren sich in einem tödlichen Kreislauf selbst. Die Klassifikation der Affekte hat für Baruch de Spinoza zutiefst moralische und politische Implikationen. Denn die traurigen Gefühle und die Ordnung eines Regimes bilden eine Einheit. Die Erzeugung von Depression ist ein entscheidender Faktor bei der Ausübung von Macht.</p>
<p>Kein Ding ist neutral. Jede Begegnung kann unsere Liebe zum Leben steigern. So wie jede Begegnung sie auch zerstören kann. Und einen Menschen immer mehr von dem trennt, was ihn am Leben erhält. Gilles Deleuze kritisiert: „Wir schwatzen über Seele und Geist und wir wissen nicht, was ein Körper kann.“ Die Freude steigert das menschliche Tätigkeitsvermögen. Denn sie entsteht durch eine gute Begegnung mit etwas, das sich mit dem eigenen Körper und der dazu gehörenden Innenwelt zusammenführen lässt.</p>
<p><strong>Jeder Mensch findet Freude</strong></p>
<p>Es geschieht ein verbindendes Ereignis – es bilden sich gemeinsame Begriffe und Ideen –, und man fühlt sich klüger. Isabella Guanzini fasst zusammen: „Unsere Erfahrungen im Leben bestehen aus guten, offenherzigen Begegnungen sowie schlechten, polarisierenden und zersetzenden.“ Diese „Mikrophysik“ der Affekte ist Baruch de Spinoza zufolge notwendig, um ein weises Leben zu führen. Anders gesagt, ein Leben, in dem die Traurigkeit von der Freude besiegt wird und die einenden Kräfte stärker sind als die spaltenden.</p>
<p>Isabella Guanzini fügt hinzu: „Sonst stehen die Leidenschaften zwischen uns, und wir sind ihren ständigen Veränderungen unterworfen.“ Wenn man von den eigenen Gefühlen abgeschnitten ist, werden sie von äußeren Dingen und Begegnungen bestimmt. Das heißt, dass man keinerlei Kontrolle über sie hat. Jeder Mensch findet Freude, indem er seine Beziehungsfähigkeit einbringt und Früchte tragen lässt. Und dabei eine immer besser abgestimmte Fähigkeit zur Begegnung und Aufnahme entwickelt. Quelle: „Zärtlichkeit“ von Isabella Guanzini</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Sprache erlebt eine enorme Müdigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Nov 2021 02:00:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Eine Sprache muss fähig sein, den Seelenregungen in all ihren Facetten zwischen Hochgefühlen und Niedergeschlagenheit Raum zu geben. So können sie eine persönliche Form annehmen, bis allmählich eine Geschichte daraus wird. Doch auch die Sprache erlebt zwischenzeitlich eine außerordentliche Müdigkeit. Sie setzt ihre Hoffnungen auf neue Ausdrucksformen und kreativer Kommunikation, die Verbindung zwischen Menschen schafft, ... <a title="Die Sprache erlebt eine enorme Müdigkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-sprache-erlebt-eine-enorme-muedigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Sprache erlebt eine enorme Müdigkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Sprache muss fähig sein, den Seelenregungen in all ihren Facetten zwischen Hochgefühlen und Niedergeschlagenheit Raum zu geben. So können sie eine persönliche Form annehmen, bis allmählich eine Geschichte daraus wird. Doch auch die Sprache erlebt zwischenzeitlich eine außerordentliche Müdigkeit. Sie setzt ihre Hoffnungen auf neue Ausdrucksformen und kreativer Kommunikation, die Verbindung zwischen Menschen schafft, statt zu zersetzen. Isabella Guanzini erklärt: „Heute fehlen uns noch die Worte für eine gemeinsame Welt, denn es fehlt ein Wortschatz, der der Macht der Gefühle gewachsen ist.“ Ohne geeignete Form zerstreut sich die Kraft oder degeneriert zu Gewalt. Wenn sie keine Sprache findet, löst sie sich melancholisch im Enthusiasmus eines Moments auf oder in einer schockierenden Tat. Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. <span id="more-3086"></span></p>
<p><strong>Das Gefühlsleben hat viele Geheimnisse</strong></p>
<p>Man müsste regelrechte Landkarten erstellen. Mit deren Hilfe könnte man sich zumindest in der überbordenden und unbeherrschbaren Welt der möglichen Gefühle und Affekte orientieren. Hier kann einem Menschen weder ein Roman noch eine Gedichtsammlung helfen. Ebenso wenig hilft ein psychopädagogischer Ratgeber für verkümmerte Herzen. Vielleicht ist ein Buch für mutige Geister, ein schwieriger Text, eher hilfreich. Denn dieser kann wertvolle Hinweise geben, die helfen, ein Bewusstsein für das Geheimnis des Gefühlslebens zu entwickeln.</p>
<p>In seiner „Ethik“ unternimmt Baruch de Spinoza eine außergewöhnliche Analyse der vielfältigen Variationen der Gefühle. Er zeigt, dass es bestimmte Gefühlszustände gibt, welche die Vitalität eines Menschen steigern, und andere, die sie hemmen. Die Hemmenden hindern einen Menschen daran, ein freies Leben zu führen. Es gibt Ideen, Welten und Menschen, die einen froh stimmen und dabei das Gefühlspotential erweitern. Andere engen es ein, machen einen Menschen traurig, so dass man sich in dunkle Einsamkeit zurückzieht.</p>
<p><strong>Die zweit Hauptstimmungen sind Freude und Traurigkeit</strong></p>
<p>Isabella Guanzini weiß: „Es gibt zärtliche Gesten, die uns zu dem erwecken, wie wir gemeint sind. Sie geben uns die Kraft, plötzlich den Kopf zu heben, und verändern so die Perspektive unserer Gedanken und Begegnungen.“ Es gibt Nahrung oder Ideen, welche die Vitalität eines Menschen steigern, und andere, die sie unterdrücken. Es ist ein ständiges Auf und Ab, das dem individuellen Gefühls- und Geistesleben einen Rhythmus verleiht. Denn jeder einzelne Mensch erlebt eine fortwährende Variation von Zuständen und Gefühlen.</p>
<p>Diese können sich zu Antriebskräften des Verstehens entwickeln und zu Sprungbrettern für mutige Taten. Sie können aber auch Fesseln aus traurigen Gedanken sein, die jede Entscheidung hemmen. Auf der Partitur der Gefühle sieht Baruch de Spinoza zwei Hauptstimmungen, Freude und Traurigkeit. Sie sind die beiden Vektoren der Gefühlsvariation, die eine erhöht die Vitalität, die andere verringert sie. Wer von Traurigkeit betroffen ist, hat keinen Zugang zu seinem Tätigkeitsvermögen. Quelle: „Zärtlichkeit“ von Isabella Guanzini</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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