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	<title>Theodor W. Adorno &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 02:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eros]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Freuden des Nachmittags, so Theodor W. Adorno würden als Belohnungen oder Kompensation für die Arbeit des Vormittags angesehen. Allerdings seien die Freuden des Nachmittags nur zu rechtfertigen, wen sie letztlich dem „verborgenen Zweck von Erfolg und Selbstoptimierung“ dienten. Stuart Jeffries erklärt: „Infolgedessen werden Vergnügen, Genuss und Lust selbst zu einer Pflicht, einer Art von ... <a title="Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eros-hatte-sich-dem-logos-zu-unterwerfen.html" aria-label="Mehr Informationen über Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Freuden des Nachmittags, so Theodor W. Adorno würden als Belohnungen oder Kompensation für die Arbeit des Vormittags angesehen. Allerdings seien die Freuden des Nachmittags nur zu rechtfertigen, wen sie letztlich dem „verborgenen Zweck von Erfolg und Selbstoptimierung“ dienten. Stuart Jeffries erklärt: „Infolgedessen werden Vergnügen, Genuss und Lust selbst zu einer Pflicht, einer Art von Arbeit. Was aussieht wie nachmittägliches Vergnügen nach einem Morgen der Arbeit, ist alles andere als das. Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen.“ Statt der Freisetzung des Lustprinzips hatte diese Teilung die Funktion, das Diktat des Realitätsprinzips über jeden einzelnen Aspekt des Lebens auszudehnen. Was in der Psychoanalyse als biphasisches Verhalten bezeichnet wird, sei ein Symptom von Zwangsneurose, so Theodor W. Adorno. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3128"></span></p>
<p><strong>Herbert Marcuse hofft auf eine Befreiung des Lustprinzips</strong></p>
<p>Die Autoren von Horoskopkolumnen schienen ihren Lesern Mittel an die Hand zu geben, mit den Widersprüchen des Alltags fertig zu werden. In Wahrheit machten sie sie zu Zwangsneurotikern, die diese Widersprüche internalisierten, statt ihnen die Stirn zu bieten. Theodor W. Adorno sah in dieser zwangsneurotischen Teilung in Vormittag und Nachmittag ein typisches Zeichen der amerikanischen Massenkultur. Statt dass sich die Bürger mit den Widersprüchlichkeiten der Gesellschaft auseinandersetzten, verinnerlichten sie sie auf neurotische Weise. </p>
<p>Indem sie die Tage in Arbeit und Vergnügen unterteilten, wurde ihr Leben nicht erfüllter, sondern entfremdet. Was Theodor W. Adorno an den amerikanischen Horoskopkolumnen diagnostizierte, verallgemeinerte Herbert Marcuse auf die amerikanische, ja auf jede fortgeschrittene Industriegesellschaft. Er formuliert in „Eros und Kultur“ seine Hoffnung auf eine radikale Veränderung dieser Gesellschaften, auf eine Befreiung des Lustprinzips aus der Diktatur des Leistungsprinzips, auf Menschen, die wieder erotisiert seien – die zur Ganzheit, Erfüllung und Freiheit finden würden. </p>
<p><strong>Kulturen müssen Freiheit gegen Sicherheit eintauschen</strong></p>
<p>Sigmund Freud hatte festgestellt, diese Art von Umgestaltung sei unmöglich: Kulturen müssen Freiheit gegen Sicherheit eintauschen. Stuart Jeffries stellt fest: „Die Vereinigten Staaten der 1950er Jahre waren offensichtlich eine Kultur, die sich in Richtung Sicherheit, weg von der Freiheit bewegte, während ihre Rhetorik das Gegenteil annehmen ließ.“ Die amerikanische Gesellschaft, ja in dieser Hinsicht jede andere zivilisierte Gesellschaft, die sich in den 1950er als frei und wohlhabend darstellte, steckte in der Zwangsjacke der Konformität. </p>
<p>Die entscheidende Aussage von Sigmund Freuds „Unbehagen in der Kultur“ lautet, dass der vordergründige Fortschritt der Kultur mit einer Unterdrückung einhergehe, vor der es kein Entkommen gebe. Herber Marcuse widersprach diesem Pessimismus. Er merkte an, in fortgeschrittenen Industriegesellschaften wie den Vereinigten Staaten spiele die Knappheit der Ressourcen, die Sigmund Freud als einen Grund dafür angeführt hatte, warum das Lustprinzip vom Realitätsprinzip eingeschränkt werden müsse, keine Rolle mehr. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Arbeiter wird manipuliert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Horoskop]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Marcuse stellte eine Verbindung zwischen freudscher Verdrängung und dem marxistischen Entfremdungsbegriff her. Der Arbeiter wird dergestalt manipuliert, dass die Einschränkungen seiner Libido als vernünftige Gesetze erscheinen, die dann internalisiert werden. Stuart Jeffries erklärt: „Das Unnatürliche – dass es unsere vorherbestimmte Funktion sein soll, Waren und Gewinn für den Kapitalisten zu produzieren – wird für ... <a title="Der Arbeiter wird manipuliert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Arbeiter wird manipuliert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herbert Marcuse stellte eine Verbindung zwischen freudscher Verdrängung und dem marxistischen Entfremdungsbegriff her. Der Arbeiter wird dergestalt manipuliert, dass die Einschränkungen seiner Libido als vernünftige Gesetze erscheinen, die dann internalisiert werden. Stuart Jeffries erklärt: „Das Unnatürliche – dass es unsere vorherbestimmte Funktion sein soll, Waren und Gewinn für den Kapitalisten zu produzieren – wird für uns natürlich, zur zweiten Natur. Das Individuum definiert sich also in Übereinstimmung mit dem Apparat.“ Herbert Marcuse schrieb im Amerika der 1950er Jahre, zu einer Zeit, da, wie er annahm, Werbung, Verbrauchermentalität, Massenkultur und Ideologie die Amerikaner in eine friedliche Unterwerfung unter das Gesellschaftssystem der bürgerlichen Welt einbänden. Die amerikanischen Konsumenten wünschten sich Dinge, die sie eigentlich nicht brauchten. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2994"></span></p>
<p><strong>Die Massenkultur und die faschistische Propaganda ähneln sich</strong></p>
<p>Herbert Marcuse unterrichtete an amerikanischen Universitäten und hielt einen engen Kontakt mit seinen früheren Kollegen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in Frankfurt am Main aufrecht. In wesentlichen Punkten ähnelten sich ihre Kritikansätze. Für alle drei war der holzschnittartige Individualismus der US-Gesellschaft, der während des Kalten Krieges rhetorisch gegen den Kollektivismus des Sowjetsystems ausgespielt wurde, ein Mythos. Denn die Amerikaner seien infantilisierte, unterdrückte Pseudoindividuen. </p>
<p>So verbrachte etwa Theodor W. Adorno während der Jahre 1952 und 1953 zehn Monaten in Kalifornien und analysierte Astrologiekolumnen in Zeitungen, im Radio ausgestrahlte Soap Operas und das neue Medium Fernsehen. Und was er dazu zu sagen hatte, war dem, was Herbert Marcuse in „Eros und Civilisation“ schrieb, durchaus verwandt. Theodor W. Adorno stellte für alle diese Formen der Massenkultur Parallelen zur faschistischen Propaganda fest. Beide würden die Abhängigkeitsbedürfnisse des pseudoindividuellen Charakters ansprechen und manipulieren.</p>
<p><strong>Das Leben stellt widersprüchliche Anforderungen</strong></p>
<p>Die Massenkultur und die faschistische Propaganda fördern konventionelle, konformistische und zufriedene Haltungen. War man selbst Amerikaner, dann muss einem das ungeheuerlich herablassend vorgekommen sein. Stuart Jeffries weiß: „Theodor W. Adorno lobte aber immerhin die Verfasser von Horoskopen für ihren Einfallsreichtum. Ihre Leser waren ja nicht völlig ahnungslos: Sie wussten aus ihrem eigenen Leben, dass nicht alles so rund läuft, wie die Kolumne es zu suggerieren scheint, und nicht alles erledigt sich von allein.“  </p>
<p>Die Leser machten vielmehr durchaus die Erfahrung, dass das Leben widersprüchliche Anforderungen an sie stellte. Auf eine Art, die derjenigen der Nazipropagandisten vergleichbar ist, muss die Kolumne diese Widersprüche aufgreifen, wenn sie daran interessiert ist, dass die Leser bei der Stange bleiben. Eine Methode, wie die Verfasser von Horoskopen dies zustande brachten, war, dass sie für unterschiedliche Tageszeiten unterschiedlich Aktivitäten empfahlen: Der Vormittag gehöre der Arbeit, der Realität und dem Ich-Prinzip; der Nachmittag demzufolge den triebgesteuerten Antrieben des Lustprinzips. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sinnvolle Erziehung führt zur Selbstreflexion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 May 2021 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor W. Adorno]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem Zweiten Weltkrieg analysierte Theodor W. Adorno die möglichen Ursachen für die aktuelle Situation sowie für die Tragödie, die Europa erschüttert hatte. Dazu beschäftigte er sich mit dem wichtigsten Bereich des öffentlichen Lebens seiner Zeit: mit der Erziehung. Theodor W. Adorno hatte lange über die Widersprüche der modernen Gesellschaft und die Gefahren einer invasiven ... <a title="Sinnvolle Erziehung führt zur Selbstreflexion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-sinnvolle-erziehung-fuehrt-zu-selbstreflexion.html" aria-label="Mehr Informationen über Sinnvolle Erziehung führt zur Selbstreflexion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg analysierte Theodor W. Adorno die möglichen Ursachen für die aktuelle Situation sowie für die Tragödie, die Europa erschüttert hatte. Dazu beschäftigte er sich mit dem wichtigsten Bereich des öffentlichen Lebens seiner Zeit: mit der Erziehung. Theodor W. Adorno hatte lange über die Widersprüche der modernen Gesellschaft und die Gefahren einer invasiven und zerstörerischen Massenkultur nachgedacht. Isabella Guanzini erläutert: „Die Erziehung – verstanden im weitesten Sinne von der Schule bis zu den Massenmedien – sah er als ein wichtiges Instrument für eine allmähliche und wirksame Veränderung der gesellschaftlichen Beziehungen.“ Denn nur durch Erziehung sei es seiner Meinung nach möglich, den wachsenden Konformismus und sektiererischen Identitätszwang entgegenzuwirken. Konkret braucht es ein neues Bewusstsein und eine neue Sensibilität für die Bedingungen des Fühlens. Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. <span id="more-2669"></span></p>
<p><strong>Eine totalitäre Weltsicht erfordert zwingend Widerstand</strong></p>
<p>Die alles durchdringende Vorstellungswelt der konformistischen Gesellschaft steht seiner Meinung nach allen Formen des Fundamentalismus offen. Indem sie sich als alleinige Weltsicht darstellt, schwächt sie den Willen der Einzelnen und manipuliert die Wahrnehmung von Alternativen. Darum ist es wichtig, das Fühlen wieder zu lernen, um die Welt neu zu sehen und auf neue Weise in ihr leben zu können. In einer seiner letzten Schriften „Erziehung nach Auschwitz“, entwickelt Theodor W. Adorno Gedanken, die dazu beitragen sollen, dass sich die von der europäischen Zivilisation hervorgebrachte Barbarei nicht wiederholt.</p>
<p>Er ist überzeugt, dass die Bedingungen, die vergleichbare Tragödien der Menschheit möglich machen in den verschiedensten Gesellschaften nach wie vor potentiell präsent und wirksam sind: „Solcher Besinnungslosigkeit ist entgegenzuarbeiten. Die Menschen sind davon abzubringen, ohne Reflexion auf sich selbst nach außen zu schlagen. Erziehung wäre sinnvoll überhaupt nur als eine zur kritischen Selbstreflexion.“ Die wichtigsten Elemente des Widerstands gegen jegliche totalitäre und antihumanistische Weltsicht sind Immanuel Kants Imperativ der subjektiven Autonomie.</p>
<p><strong>Theodor W. Adorno analysiert die Gefühlsbildung</strong></p>
<p>Der Widerstand beinhaltet das Prinzip der Selbstbestimmung des Einzelnen, das sich jeder Form von Unterwerfung oder Konformismus widersetzt. Isabella Guanzini weiß: „Dieses pädagogische Projekt hat jedoch nicht ausschließlich die kognitive Sphäre im Blick, sondern vor allem die der Gefühle.“ Denn Theodor W. Adornos Analyse konzentriert sich auf die Gefühlsbildung seiner Zeit. Diese beruhte auf einem bestimmten Ideal von Männlichkeit, Kälte und Zähigkeit sowie dem Aushalten von Anstrengung und Schmerz.</p>
<p>Dies hielt man für die wichtigsten Prinzipien einer zeitgemäßen Pädagogik. Dahinter zeichnet sich ein pädagogisches Modell ab, das danach strebt, die Muskelkraft des Ich zu stärken. Dies geschah mit Hilfe der imaginären Maske einer angeblichen subjektiven Autonomie. Diese kann Schmerz aushalten und so ein Zeichen ihrer emotionalen Reife und Stabilität setzen. Die herrschende Ideologie im damaligen Deutschland verfolgte also eine Erziehung zu Härte und Unempfindlichkeit. Quelle: „Zärtlichkeit“ von Isabella Guanzini</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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