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	<title>Selbstauskunft &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Viele stellen ihr Selbst vor den Anderen aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 May 2023 01:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstauskunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Sag, wer Du bist. Sag, was Du fühlst. Selbstauskunft ist gut für alle. Valentin Groebner fügt hinzu: „Und sie ist nicht nur gut, sondern unverzichtbar. Ganz ehrlich, einfach und natürlich, unverstellt und ohne Künstelei.“ Aber geht das, über sich selbst Auskunft geben? Seit dem 4. Lateralkonzil von 1215 war jeder gläubige Christ verpflichtet, einmal pro ... <a title="Viele stellen ihr Selbst vor den Anderen aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/valentin-groebner-selbstauskunft-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele stellen ihr Selbst vor den Anderen aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sag, wer Du bist. Sag, was Du fühlst. Selbstauskunft ist gut für alle. Valentin Groebner fügt hinzu: „Und sie ist nicht nur gut, sondern unverzichtbar. Ganz ehrlich, einfach und natürlich, unverstellt und ohne Künstelei.“ Aber geht das, über sich selbst Auskunft geben? Seit dem 4. Lateralkonzil von 1215 war jeder gläubige Christ verpflichtet, einmal pro Jahr bei einem Priester die Beichte abzulegen und ihm alle seine Verfehlungen und Sünden zu berichten. Besonders dafür abgetrennte Räume im Inneren der Kirchen wurden erst dreihundert Jahre später üblich. Öffentlich stattfinden sollte das auch später. Valentin Groebner lehrt als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Seit 2017 ist er Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. <span id="more-4595"></span></p>
<p><strong>Selbstauskunft ist freiwillige Unfreiwilligkeit</strong></p>
<p>„Selbstkritik“, schrieb Rosa Luxemburg 1916, „rücksichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft und Lebenslicht der proletarischen Bewegung“. Ab den 1920er Jahren erwartete man von jedem Mitglied der kommunistischen Partei, den Parteigenossen regelmäßig über sich und die eigenen Fehler Auskunft zu geben. „Im Modus der Singularität“, schrieb der deutsche Soziologe Andreas Reckwitz 2016, „wird das eigene Leben nicht einfach gelebt, sondern ausgestellt. Das spätmoderne Subjekt performed sein besonderes Selbst vor den Anderen, die Publikum werden.“ </p>
<p>Selbstauskunft ist freiwillige Unfreiwilligkeit. Michel de Montaignes Auskunft über sich selbst von 1580 war ein so erfolgreiches Buch, dass es als „Essais“ – wörtlich: Versuche – gleich einer ganzen Literaturgattung den Namen gegeben hat. Valentin Groebner weiß: „Montaigne war allerdings nicht der zurückgezogene Philosoph, als der er sich in seinem Buch repräsentierte.“ Um ihn tobte ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten. Und er war mittendrin als Vermittler – der Riss zwischen den religiösen Parteien lief quer durch seine eigene Familie. </p>
<p><strong>Morgen bin ich vielleicht schon ein anderer</strong></p>
<p>In seinen Essays ist davon nicht die Rede. Sie heißen „Über das Nichtstun“, „Über die Lüge“, „Über die Einbildungskraft“, aber auch: „Über die Grausamkeit“ und „Durch verschiedene Mittel gelangt man zum selben Ziel. Michel de Montaigne interessierte die Verwandlung und die Unkontrollierbarkeit der Dinge. Er wolle, schreibt er, „hier nichts weiter als mich selbst entdecken, wie ich bin, und bin morgen vielleicht schon ein anderer.“ Und: „Die beste an meinen körperlichen Anlagen ist die Biegsamkeit.“</p>
<p>Valentin Groebner stellt fest: „Während Montaigne schrieb, wurde überall in Europa die Zensur eingefügt.“ Die religiösen Obrigkeiten in der Welt, die Michel de Montaigne bewohnte, wollten ganz genau wissen, woran ihre Untertanen glaubten. Kotrollier Dein Gewissen. Sag, was Du denkst. Selbstauskunft handelt aber stets von sehr viel mehr als nur von der Person, die da von sich erzählen soll. Aber ist es klug, immer die Wahrheit über sich mitzuteilen? Quelle: „Bin ich das?“ von Valentin Groebner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Selbstauskunft boomt im 21. Jahrhundert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstauskunft]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Valentin Groebner schreibt: „Zeige dich. Gib Auskunft über das, was du schön findest. Erzähl deine Geschichte, deine Herkunft, deine Wünsche.“ Reden über sich selbst als öffentliche Intimität ist im 21. Jahrhundert nicht nur Merkmal von Teilhabe und Offenheit, sondern gilt als unverzichtbar für privaten und beruflichen Erfolg. Geht das? Um welchen Preis? Was geschieht, wenn ... <a title="Die Selbstauskunft boomt im 21. Jahrhundert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/valentin-groebner-selbstauskunft.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Selbstauskunft boomt im 21. Jahrhundert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Valentin Groebner schreibt: „Zeige dich. Gib Auskunft über das, was du schön findest. Erzähl deine Geschichte, deine Herkunft, deine Wünsche.“ Reden über sich selbst als öffentliche Intimität ist im 21. Jahrhundert nicht nur Merkmal von Teilhabe und Offenheit, sondern gilt als unverzichtbar für privaten und beruflichen Erfolg. Geht das? Um welchen Preis? Was geschieht, wenn man erzählt, woher man kommt? In wen verwandelt man sich, wenn man von sich als Mitglied einer Gemeinschaft berichtet? Oder mehrerer – denn Heimat ist ja offensichtlich nicht nur ein Ort, sondern auch ein kollektiver Zustand. Valentin Groebner lehrt als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Seit 2017 ist er Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. <span id="more-3552"></span></p>
<p><strong>Die Selbstauskunft soll das Individuum verbessern</strong></p>
<p>Seit der Einführung der Beichte vor ach und der Erfindung des autobiographischen Versuchs vor viereinhalb Jahrhunderten soll Selbstauskunft die Person, die da über sich Auskunft gibt, verbessern. Valentin Groebner weiß: „Selbstauskunft ist deswegen anstrengend. Und Selbstauskunft ist Arbeit an der Verwandlung – also potenziell endlos, weil sie immer etwas wiedergutmachen soll an der eigenen Geschichte und ihren Lücken.“ Mindestens so sehr wie von der Vergangenheit handelt sie deshalb von der Zukunft, von den eigenen Wünschen. </p>
<p>Und die Selbstauskunft dreht sich nicht nur um einen selbst, sondern fast noch mehr um jene Personen, Institutionen und Kanäle, von denen man abhängig ist und für die man sich deshalb präsentiert. Sie ist ein Spiegelkabinett. Hat es einen Ausgang? Der eigene Alltag ist eine eher unübersichtliche Zone. In ihm warten Überraschungen und Ungeheuer; er ist Nahgeschichte, ganz persönlich. Als bemerkenswert, berichtenswürdig und authentisch gilt dabei gerade das Individuelle, Persönliche, emotional Gefärbte, zumal im Zusammenhang mit kollektiven Vergangenheiten.</p>
<p><strong>Erfolgreiche Ideen machen sich selbständig</strong></p>
<p>Diese werden als Reservoir für das eigene Selbstbild und die eigene Identität aufgefasst. Valentin Groebner stellt fest: „Die Vergangenheit ist im 21. Jahrhundert zum Ich-Material in einem ganz wörtlichen Sinn geworden, zum Rohstoff für smarte Unterhaltungsangebote von historischen Erlebnispsacours bis zum Wellness-Hotel, von den Werbeagenturen ganz zu schweigen.“ Aber Ideen sind gerade dann erfolgreich, wenn sie sich selbständig machen und verwandeln, bis sie kaum mehr wiederzuerkennen sind. </p>
<p>Und der Alltag ist der Ort, wo die Ideen konkret werden und sich in Dinge und Handlungen verwandeln – oder eben nicht. Der eigene Alltag ist das, was man am genauesten kennt, und gleichzeitig das, was der persönlichen Kontrolle weitgehend entzogen ist. Valentin Groebner fragt: „Kann ich bestimmen, welche Plakate ich täglich sehr, in welchem Status ich stehe, welche behördlichen Bestimmungen meine Einkäufe, Reise, Konsumgewohnheiten regeln?“ Auf jeden Fall nicht in den ereignisreichen Jahren 2020 und 2021. Quelle: „Bin ich das?“ von Valentin Groebner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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