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	<title>Psychopath &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Nur zehn Prozent der Massenmörder sind psychisch gestört</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2020 06:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
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					<description><![CDATA[Gar nicht so wenige Menschen fürchten sich vor dem eigenen Bösen. Sie fragen sich, ob jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen zum Verbrecher werden kann und ob ganz normale Menschen zu bösen Taten fähig sind. Man hat auch darüber spekuliert, ob die Massenmörder der NS-Zeit, der Stalin-Diktatur oder des Pol-Pot-Regimes psychisch abnorm gewesen sind oder nicht. ... <a title="Nur zehn Prozent der Massenmörder sind psychisch gestört" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/nur-zehn-prozent-der-massenmoerder-sind-psychisch-gestoert.html" aria-label="Mehr Informationen über Nur zehn Prozent der Massenmörder sind psychisch gestört">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gar nicht so wenige Menschen fürchten sich vor dem eigenen Bösen. Sie fragen sich, ob jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen zum Verbrecher werden kann und ob ganz normale Menschen zu bösen Taten fähig sind. Man hat auch darüber spekuliert, ob die Massenmörder der NS-Zeit, der Stalin-Diktatur oder des Pol-Pot-Regimes psychisch abnorm gewesen sind oder nicht. Reinhard Haller weiß: „Die erstaunliche Antwort ist, dass nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen nur fünf bis zehn Prozent der Massenmörder psychisch gestört sind.“ Bei dieser kleinen Gruppe handelt es sich um sadistische, narzisstische oder emotional instabile Persönlichkeiten. Diese konnten unter dem Schutz einer Autorität oder dem Schirm eines Krieges die ganze Bösartigkeit ihres Charakters ausleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2273"></span></p>
<p><strong>Die NS-Täter waren keine schweren Psychopathen</strong></p>
<p>Das Paradebeispiel für den erschreckend normalen, keineswegs perversen oder sadistischen Massenmörder ist Rudolf Eichmann. Er war mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Menschen. Er war allerdings kein Psychopath und kein Monster. Das wirklich Beunruhigende an seinem Persönlichkeitsbefund war die Unauffälligkeit. Der Gutachter Adolf Eichmanns stellte fest, dass dieser normal sei: „Normaler jedenfalls als ich es bin, nachdem ich ihn untersucht habe.“</p>
<p>Hannah Arendt sieht in der Einzigartigkeit des Holocaust in der ausschließlich bürokratischen Natur des Vorgangs und im Fehlen jeglicher moralischer Dimensionen. Die erschütternde Maschinerie des Tötens wurde durch die Banalität des Bösen motiviert und aufrechterhalten. Aus dem Eichmann-Prozess hat Hannah Arendt die Erkenntnis gewonnen, dass die NS-Täter keine Unmenschen im Sinne von schweren Psychopathen und keine „Nichtpersonen“, also Wesen ohne menschliche Eigenschaften, waren. Sie kam zu dem Schluss: „Eichmann hat sich nie vorgestellt, was er eigentlich anstellt.“ </p>
<p><strong>Adolf Eichmanns Taten hatte keine dämonische Tiefe</strong></p>
<p>Hannah Arendt fährt fort: „Seine Handlungen und Entscheidungen waren banal, gedankenlos, vordergründig und ohne teuflisch-dämonische Tiefe.“ Eine solche Ferne zur Realität und Unbetroffenheit, wie sie bei Adolf Eichmann zu sehen waren, können mehr Unheil anrichten, als alle die den Menschen vielleicht innewohnenden Triebe zusammen. Auch der Chef der Geheimpolizei der Roten Khmer, Kang Keng Iev, genannt Duch, wird als „das genaue Abbild der Banalität und Unschuld des Bösen“ beschrieben.</p>
<p>In einem Interview sagte Duch über das von ihm eingerichtete Gefängnis S-21: „Ich und alle anderen, die an diesem Ort arbeiteten, wussten, dass jeder, der dorthin kam, psychologisch zerstört und durch ständige Arbeit eliminiert werden musste und keinen Ausweg bekommen durfte. Keine Antwort konnte den Tod verhindern. Niemand, der zu uns kam, hatte eine Chance, sich zu retten.“ Duch schilderte sein Arbeit als bürokratisch: „Jeden Tag musste ich die Geständnisse lesen und überprüfen. Ich las von sieben Uhr morgens bis Mitternacht. Ich hatte keine Alternative.“ Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies </em></p>
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		<title>Psychopathen sind oft clever und geistig gesund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2020 04:53:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Psychopath]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Jahr 1833 formulierte James Prichard eine frühe Version dessen, was Psychologen inzwischen Psychopathie nennt. Er verwendete die Bezeichnung „moralisches Irresein“. Menschen, bei denen diese Diagnose zutrifft, treffen schlechte moralische Entscheidungen. Sie wiesen aber keine Mängel in puncto Intelligenz oder psychische Gesundheit auf. Julia Shaw weiß: „Auch Psychopathen sind oft clever und geistig gesund und ... <a title="Psychopathen sind oft clever und geistig gesund" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/psychopathen-sind-oft-clever-und-geistig-gesund.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychopathen sind oft clever und geistig gesund">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 1833 formulierte James Prichard eine frühe Version dessen, was Psychologen inzwischen Psychopathie nennt. Er verwendete die Bezeichnung „moralisches Irresein“. Menschen, bei denen diese Diagnose zutrifft, treffen schlechte moralische Entscheidungen. Sie wiesen aber keine Mängel in puncto Intelligenz oder psychische Gesundheit auf. Julia Shaw weiß: „Auch Psychopathen sind oft clever und geistig gesund und tun Dinge, die nach allgemeiner Auffassung unmoralisch sind.“ Heutzutage hat die am häufigsten verwendete Definition der Psychopathie die Form einer Checkliste – der revidierten Psychopathie-Checkliste (PCL-R). Die erste Psychopathie-Checkliste stammt vom kanadischen Psychologen Sir Robert Hare aus den 1970er-Jahren als Tool für Psychologen und Forscher, Menschen auf strukturierte Weise als Psychopathen diagnostizieren zu können. Julia Shaw forscht am University College London im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz. <span id="more-2216"></span></p>
<p><strong>Das bestimmende Merkmal der Psychopathie ist fehlende Empathie</strong></p>
<p>Laut dieser Checkliste zählen zu den bestimmenden Merkmalen der Psychopathie unter anderem oberflächlicher Charme, Lügen, Mangel an Gewissensbissen, antisoziales Verhalten, Egozentrik und – vor allem – ein Mangel an Empathie. Die meisten Menschen würden sagen, dass das bestimmende Merkmal der Psychopathie fehlende Empathie ist. Das Fehlen von Empathie wird stark mit Verbrechen in Verbindung gebracht. Eine solche Diagnose bedeutet, dass die Betroffenen, wenn sie ein Verbrechen begehen oder Regeln brechen, nicht unter Gefühlen wie Reue oder Traurigkeit leiden.</p>
<p>Julia Shaw erläutert: „Empathie macht es wirklich schwer, Menschen wehzutun.“ Psychopathen dagegen können besonders skrupellos sein. Es scheint ein allgemeiner Konsens zu herrschen, dass es Straftäter und psychopathische Straftäter gibt. Und das Letztere in eine gesonderte, beängstigende Kategorie fallen. Jüngste Bildgebungsstudien legen nahe, dass dem psychopathischen Verhalten eine abnormale Hirnaktivität zugrunde liegt. Wie es scheint, unterscheiden sich also die Gehirne von Psychopathen von den Gehirnen von Nichtpsychopathen.</p>
<p><strong>Adolf Hitlers Gehirn weist eine 08/15-Architektur auf</strong></p>
<p>Bei Psychopathen funktioniert der für Entscheidungen wie auch der für Emotionen verantwortliche Teil des Gehirns nicht richtig. Aufgrund von Ergebnissen wie diesen argumentieren einige, dass man das Gehirn, zumindest teilweise, dafür verantwortlich machen könne, wenn ein Psychopath die Entscheidung trifft, ein Verbrechen zu begehen. Julia Shaw rät zur Vorsicht: „Doch so wie wir bei einem Blick in Adolf Hitlers Gehirn ernüchtert auf seine 08/15-Architektur blicken würden, so könnten wir bei einem Blick in das Gehirn eines Psychopathen auch nicht sagen, ob er aggressiv werden wird.</p>
<p>Dies illustriert der Fall des amerikanischen Neurowissenschaftlers James Fallon, der die Gehirne psychopathischer Mörder untersucht. Nachdem er die Gehirne vieler seiner Probanden gescannt hatte, hielt er das Bild eines eindeutig pathologischen Hirns in der Hand. Wie sich herausstelle, war es sein eigenes. „Ich habe nie jemanden getötet oder vergewaltigt“, sagte James Fallon 2013 in einem Interview. „Mein erster Gedanke war, dass meine Hypothese vielleicht falsch wäre und dass diese Hirnbereiche keine Hinweise auf Psychopathie oder Morde geben.“ Dann fand er jedoch nach und nach heraus, dass es unter seinen Ahnen mindestens acht Personen gab, die jemanden umgebracht hatten. Quelle: „Böse“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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