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	<title>Massenpsychologie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2024 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Massenpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aufgabe, die sich Sigmund Freud in seinen Arbeiten zur Gruppenpsychologie stellt, liegt darin, die Widerstandskraft des kritischen Vermögens zu stärken. Judith Butler stellt fest: „Liebe wird gelegentlich als Gegenkraft zur Destruktion betrachtet, an anderen Stellen scheint es dieses so wichtige „kritische Vermögen“ zu sein.“ In seiner Abhandlung „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beschreibt das ... <a title="Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/selbstbeherrschung-ist-ein-gegengewicht-zur-destruktion.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufgabe, die sich Sigmund Freud in seinen Arbeiten zur Gruppenpsychologie stellt, liegt darin, die Widerstandskraft des kritischen Vermögens zu stärken. Judith Butler stellt fest: „Liebe wird gelegentlich als Gegenkraft zur Destruktion betrachtet, an anderen Stellen scheint es dieses so wichtige „kritische Vermögen“ zu sein.“ In seiner Abhandlung „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beschreibt das „kritische Vermögen“ Überlegung und Reflexion in unterschiedlichen Formen, während es in „Das Ich und das Es“ aus dem Folgejahr mit dem Über-Ich als grausamer Instanz gegenüber dem Ich in Verbindung gebracht wird. Schließlich wird das Über-Ich als „Reinkultur des Todestriebes“ identifiziert, und nun ist das Gegengewicht gegen die Destruktion eine wohlerwogene Form der Selbstbeherrschung. Das heißt, die Wendung der Destruktivität gegen die eigenen destruktiven Impulse. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5400"></span></p>
<p><strong>Die ungezügelte Wirkung des Über-Ich kann zum Selbstmord führen</strong></p>
<p>Judith Butler erläutert: „Selbstbeherrschung ist damit eine absichtliche und reflektierte Form von Destruktivität, gerichtet gegen die Externalisierung destruktiver Ziele. Anders gesagt wird die Einhegung der destruktiven Impulse, die früher in Sigmund Freuds Werk durch „Verbote“ erfolgte, mit Einführung des Über-Ichs als psychischer Mechanismus der Grausamkeit verstanden. Die Aufgabe des Über-Ich ist die Umleitung seiner Zerstörungskraft gegen seine destruktiven Impulse. </p>
<p>Das Problem bei dieser Lösung ist natürlich, dass die ungezügelte Wirkung des Über-Ich zum Selbstmord führen kann, indem die Zerstörung des anderen in Selbstzerstörung verwandelt wird. Einerseits scheint das „kritische Vermögen“ durchaus die Handlungsfolgen zu beachten und Ausdrucks- und Handlungsformen zu überwachen, um Schaden zu verhüten. Judith Butler fügt hinzu: „Andererseits ist sein Ziel als Ausdruck des Todestriebes potenziell für das Ich selbstzerstörerisch. Moderate Selbstbeherrschung kann in ungezügelte selbstmörderische Selbstherabsetzung umschlagen, wo der Todestrieb selbst nicht in Schach gehalten wird.“ </p>
<p><strong>Der Eros ist das Gegengewicht zum Todestrieb</strong></p>
<p>Das bedeutet paradoxerweise, dass die kritische Instanz, die destruktive Impulse begrenzen soll, zu einem internalisierten Instrument der destruktiven Impulse werden und das Leben des Ich selbst in Gefahr bringen kann. Judith Butler weiß: „Daher müssen die Selbsterhaltungstendenzen des Eros als Gegengewicht zum Todestrieb und seinem Zerstörungswerk ins Spiel gebracht werden.“ Arbeitet das Über-Ich an der Zerstörung des Ich, um dessen destruktiven Ausdruck zu unterbinden, so ist es doch auch selbst destruktiv.</p>
<p>Das gefährdete Objekt ist nun aber nicht mehr der andere oder die Welt, sondern das Ich selbst. Judith Butler ergänzt: „Das kritische Vermögen ist also für die Eindämmung der Destruktivität nur von begrenztem Nutzen, da es die Destruktivität des Über-Ich nicht kontrollieren kann. Dazu ist eine Gegenkraft im Dienst der Selbsterhaltung und allgemein der Erhaltung des Lebens erforderlich.“ So oder so: Impulse sind strukturiert entweder durch die Macht, die sie unterdrückt, oder durch die Macht, die sie befreit. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gustave Le Bon analysiert die Massen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jun 2021 01:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Annäherungstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Massenpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unbewusstes]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erste wissenschaftliche, in ihren Grundzügen bis heute gültige Theorie zum kollektiven Verhalten stammt vom französischen Soziologen Gustave Le Bon. Reinhard Haller konkretisiert: „In seinem 1895 veröffentlichten Hauptwerk „Psychologie der Massen“ versucht er, das landläufig bekannte Phänomen des oft irreal erscheinenden Verhaltens von Menschenansammlungen wissenschaftlich zu fundieren.“ In der Anonymität der Menschenmenge fühlt sich der ... <a title="Gustave Le Bon analysiert die Massen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-massenpsychologie.html" aria-label="Mehr Informationen über Gustave Le Bon analysiert die Massen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste wissenschaftliche, in ihren Grundzügen bis heute gültige Theorie zum kollektiven Verhalten stammt vom französischen Soziologen Gustave Le Bon. Reinhard Haller konkretisiert: „In seinem 1895 veröffentlichten Hauptwerk „Psychologie der Massen“ versucht er, das landläufig bekannte Phänomen des oft irreal erscheinenden Verhaltens von Menschenansammlungen wissenschaftlich zu fundieren.“ In der Anonymität der Menschenmenge fühlt sich der Einzelne geschützt, gibt seinen individuellen Willen auf und unterliegt den ansteckenden Gefühlen der Masse. Daraus entwickelt sich eine eigene Dynamik, die irrationales Handeln intendiert, etwa panisches Agieren bei geringen Auslösern. Gustave Le Bon, der die Massen und ihr Verhalten eigentlich zu verachten scheint, weist bereits auf die zentrale Rolle des Unbewussten hin und beklagt, dass man darüber so wenig wisse. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2721"></span></p>
<p><strong>In der Masse verliert der Einzelne seine individuelle Persönlichkeit</strong></p>
<p>In der Masse verliere der Einzelne seine Kritikfähigkeit, unterliege der enormen Suggestion, lasse sich affektiv aufschaukeln und reagiere barbarisch und primitiv. Die „Massenseele“ sei von Führern leicht zu lenken und zu manipulieren. Gustave Le Bon hält die Masse für grundsätzlich impulsiv, irritierbar, suggestibel, leichtgläubig, intolerant und besessen von übertriebenen Ideen. Die Mitglieder einer Masse verlieren ihre individuelle Kritikfähigkeit und ihre spezifische Persönlichkeit. </p>
<p>Die Masse sei unintelligent und denke einseitig, unlogisch und vorschnell. Reinhard Haller stellt erläutert: „Führer erhalten rasche einen charismatischen Nimbus, haben großes demagogisches Talent und herausragende rhetorische Fähigkeiten. Sie bedienen sich zur Beeinflussung der Masse dreier Methoden: der Behauptung, Wiederholung und Übertragung.“ Neben dieser Ansteckungstheorie hat in der Massenpsychologie jene der Annäherung an Bedeutung gewonnen. Diese besagt, dass das irrationale Verhalten nicht von der Masse ausgehe, sondern von den Einzelnen in diese hineingetragen werde. </p>
<p><strong>Die Annäherungstheorie gewinnt an Bedeutung</strong></p>
<p>Personen, die ähnlich denken oder dasselbe Anliegen haben, schließen sich zu großen Interessengruppen zusammen. Die Annäherungstheorie gewinnt in Zeiten der Immigration vermehrt praktische Bedeutung. Mit ihrer Hilfe lässt sich erklären, wie sich alteingesessene, starre Gesellschaften von Zuzüglern bedroht fühlen. Individueller, schon lange schlummernder Fremdenhass führt zur Annäherung von Menschen mit denselben Interessen und Bedingungen. Nach dieser Konvergenztheorie handelt die Masse nicht irrational, sondern verdichtet die individuell bereits seit Langem vorhandenen Gefühle.</p>
<p>Hinter kollektiven Kränkungen stehen letztlich immer „affektenergetische Motoren“, die vor allem auf Gruppen eine enorme denk- und verhaltensregulierende Kraft entwickeln können. So entfalten vergangene und aktuelle Emotionen eine gewaltige Wirkung auf die kollektive Aufmerksamkeit, das kollektive Gedächtnis und das kollektive Denken. Daraus können kollektive Logiken der Angst, Wut, Freude oder Trauer entstehen. Aus diesen bilden sich gruppen- oder kulturspezifische Mentalitäten oder Ideologien. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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