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	<title>Krankheit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Rache ist keine Krankheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2024 01:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fanatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine ... <a title="Rache ist keine Krankheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krankhafte-rachegefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache ist keine Krankheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine neuerliche Gewichtsabnahme für die liebenden Mitmenschen bringen kann. Ähnliche Abläufe sieht man bei abstinenten Suchtpatienten, die sich an Eltern oder Partnern für Lieblosigkeiten oder Benachteiligungen rächen und diesen für sich selbst als verständliche Vergeltung rechtfertigen. Weil Rache jedoch keine Krankheit ist, können Rachemotive niemals Krankheitsauslöser sein. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5435"></span></p>
<p><strong>Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“</strong></p>
<p>Allerdings nehmen Rachemotive manchmal einen pathologischen Charakter an und entwickeln sich zu Symptomen einer schweren psychischen Störung. Reinhard Haller nennt ein Bespiel: „Bei Gewalttaten Wahnkranker lassen sich manchmal Motive finden, die eindeutig aus dem wahnhaften Erleben, Empfinden und Interpretieren des Betroffenen resultieren. Wenn ein solcher Patient unter akustischen Halluzinationen leidet und hinter dem ihn Tag und Nacht belästigenden Lärm die Nachbarn vermutet, kann es sein, dass er sich an diesen auf aggressive Weise rächt.“ </p>
<p>Zu den krankhaften Motiven sind laut Reinhard Haller auch Fanatismus und Querulanz zu zählen: „Gerade bei schweren Gewalttaten entwickelt sich Rache oft aus fanatischen Ideen und querulativen Einstellungen.“ Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“, die ihre fixe Überzeugung mit rücksichtslosem und aggressivem Einsatz vertreten und sich an allen rächen, die sich gegen ihre Ideen stellen. Heute sind derart rachebegünstigende Störungen bei politischen Extremisten und Terroristen sowie den sogenannten „Identitären“ zu finden. </p>
<p><strong>Querulanten sind Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie</strong></p>
<p>Die Rachebedürfnisse die mit den fanatischen Persönlichkeitsstörungen eng verwandten Querulanten resultieren nicht nur aus überwertigen Ideen, sondern aus einem narzisstischen Gerechtigkeitsgefühl. Querulanten, die treffend als „Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie“ beschrieben werden, sind unfähig zu Toleranz und Selbstreflexion. Reinhard Haller erläutert: „Den Rechts-, Karriere-, Ehe- und Kollektivquerulanten geht es weniger um persönliches Unrecht als ums Prinzip.“</p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Das ganze Leben dieser als pedantisch, humorlos und aggressiv beschriebenen Menschen dreht sich um angebliche Ungerechtigkeiten. All jene, die dafür verantwortlich gemacht werden, müssen die Reaktion dieses zahlenmäßig sehr kleinen, aber recht gefährlichen Menschenschlags fürchten: die Rache.“ Die extreme Stärke mancher Rachemotivation ist wohl am besten mit der bemerkenswerten Parallelität zur Sucht zu erklären. Auch dort geht der als angenehm empfundene berauschende Zustand bald in den durch Missbefindlichkeiten geprägten Entzug über. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Chronische Krankheiten nehmen stark zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2022 01:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
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					<description><![CDATA[In den modernen Staaten des Westens gibt es sehr viele chronische Erkrankungen. Inzwischen sind es nicht mehr die im letzten Jahrhundert noch vorherrschenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern die gegenwärtig immer häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen. Also Angst-bedingte Störungen, Depressionen, Psychosen und natürlich auch zunehmend dementielle Erkrankungen. Gerald Hüther fügt hinzu: „Aber auch immer mehr chronische körperliche Erkrankungen breiten ... <a title="Chronische Krankheiten nehmen stark zu" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/chronische-krankheiten-nehmen-stark-zu.html" aria-label="Mehr Informationen über Chronische Krankheiten nehmen stark zu">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den modernen Staaten des Westens gibt es sehr viele chronische Erkrankungen. Inzwischen sind es nicht mehr die im letzten Jahrhundert noch vorherrschenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern die gegenwärtig immer häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen. Also Angst-bedingte Störungen, Depressionen, Psychosen und natürlich auch zunehmend dementielle Erkrankungen. Gerald Hüther fügt hinzu: „Aber auch immer mehr chronische körperliche Erkrankungen breiten sich überall auf der Welt aus.“ Die Lunge, das Herz, der Darm, die Leber, die Haut, das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, das Hormonsystem oder das vegetative Nervensystem. Alles kann auf die eine oder andere Weise nachhaltig, also chronisch in seiner normalen Funktionsweise beeinträchtigt werden. Diese Störungen bezeichnet man auch als „Zivilisationskrankheiten“. Denn sie haben mit den in den westlichen Ländern verbreiteten Lebensstilen und Lebensgewohnheiten zu tun. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-3535"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn existiert nicht für sich allein</strong></p>
<p>Dieses ungesunde Leben ist es, was die meisten Menschen heutzutage, hier im Westen und überall auf der Welt, krank macht. Gerald Hüther stellt fest: „Selbst Regenwürmer würden, wenn sie denken könnten, an unserem Verstand zweifeln. Da hat es eine Spezies geschafft, den ganzen Erdball zu bevölkern und sogar auf den Mond zu fliegen, aber die Mehrzahl der Vertreter dieser Spezies ist dennoch außerstande, ihr Leben so zu gestalten, dass sie gesund bleiben. </p>
<p>Und es ist ja nicht so, als wüssten diese vielen Menschen nicht, was sie tagtäglich tun und dass sie davon über kurz oder lang krank werden. Das menschliche Gehirn existiert ja nicht für sich allein. Gerald Hüther erklärt: „Es ist mit dem Körper auf untrennbare Weise verbunden und als soziale Wesen sind wir ebenso untrennbar mit anderen Menschen verbunden. Deshalb ist es nicht nur unser Gehirn, sondern es ist gleichzeitig auch unser ganzer Körper wie auch die jeweilige Gemeinschaft, in die wir eingebettet sind, die sich so organisieren müssen, dass alles möglichst gut zusammenpasst.“ </p>
<p><strong>Nie passt alles so richtig gut zusammen</strong></p>
<p>Und genau das ist das große Problem, das vielen Menschen so sehr zu schaffen macht. Denn so richtig gut passt das alles nie zusammen. Hat man zum Beispiel Bauchweh oder Rückenschmerzen, so kommt auch im Hirn alles durcheinander. Und dann fällt es schwer, sich auf etwas zu konzentrieren und noch irgendwelche anderen Probleme zu lösen. Und wenn man nun noch einen wichtigen Termin hat, zur Arbeit muss oder sich um die Kinder kümmern will, ist das Chaos im Kopf kaum noch auszuhalten. </p>
<p>Gerald Hüther erläutert: „Jetzt kommen dort oben auch all jene Netzwerke und Verschaltungen durcheinander, die für die Steuerung der im Körper ablaufenden Prozesse zuständig sind.“ Statt im Bauch oder im Rücken kann das Durcheinander aber auch durch einen Streit mit dem Lebenspartner oder den Kollegen in der Arbeit ausgelöst werden. Und natürlich, man ahnt es schon, kann das Durcheinander auch gleich ganz oben, im eigenen Kopf losgehen. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Besitz macht nicht unbedingt glücklich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Würde]]></category>
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					<description><![CDATA[Der innere Kompass ist das, was Gerald Hüther auch als die persönliche Würde eines Menschen beschreibt. Man sollte sich von niemanden einreden lassen, dass man noch alles Mögliche braucht, um glücklich zu sein. Gerald Hüther erklärt: „Plakate, Werbespots, Ratgeber und Angebote für ein besseres Leben empfinden sie als unwürdige Versuche, sie so zu behandeln, als ... <a title="Besitz macht nicht unbedingt glücklich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-persoenliche-wuerde.html" aria-label="Mehr Informationen über Besitz macht nicht unbedingt glücklich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der innere Kompass ist das, was Gerald Hüther auch als die persönliche Würde eines Menschen beschreibt. Man sollte sich von niemanden einreden lassen, dass man noch alles Mögliche braucht, um glücklich zu sein. Gerald Hüther erklärt: „Plakate, Werbespots, Ratgeber und Angebote für ein besseres Leben empfinden sie als unwürdige Versuche, sie so zu behandeln, als könnten sie nicht selbst denken und eigene Entscheidungen treffen.“ Sich ihrer Würde bewusste Menschen nehmen von anderen Personen auch keine Angebote und Leistungen an, deren Bereitstellung die Würde der Erbringer dieser Angebote und Leistungen verletzt. Sie gehen nicht dorthin, wo Menschen sich für Geld zur Schaus stellen, sie besuchen kein Bordell, und sie kaufen auch keine Produkte, für deren Herstellung andere Menschen ausgebeutet und ausgenutzt werden. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-3517"></span></p>
<p><strong>Nicht sehr viele Menschen folgen ihrem eigenen Kompass</strong></p>
<p>Würdevolle Menschen erleben sich aus sich selbst heraus als wertvoll und bedeutsam. Auch wird niemand, der sich seiner Würde bewusst geworden ist, andere Menschen würdelos behandeln, sie also zum Objekt eigener Absichten, Bewertungen oder gar Maßnahmen machen. Gerald Hüther weiß: „Es sind noch nicht sehr viele Menschen, die ihrem inneren Kompass folgen, aber es werden immer mehr.“ Eine wachsende Zahl vor allem junger Menschen ist nicht mehr bereit, den alten tradierten Vorstellungen zu folgen oder ihr Leben wie in einem Hamsterrad zu verbringen und sich dabei selbst und anderen Lebewesen zu schaden. </p>
<p>Selbstverständlich gibt es krankmachende Erreger, Einzeller, Bakterien und Viren, die einen Menschen befallen können. Aber der menschliche Körper verfügt eben auch über sehr effektive Abwehrmechanismen. Diese sind normalerweise in der Lage, das Eindringen und die Vermehrung dieser Keime recht wirksam und auch nachhaltig zu verhindern, zumindest solange das Immunsystem eines Menschen nicht geschwächt ist. Natürlich gibt es auch genetische Ursachen für bestimmte Erkrankungen. </p>
<p><strong>Gene allein machen einen Menschen nicht krank</strong></p>
<p>Aber diese Anlagen allein machen einen Menschen nicht krank. Gerald Hüther erläutert: „Sie führen jedoch dazu, dass unsere Körperzellen versuchen, diese genetisch bedingten Defizite oder Veränderung ihrer Funktionsweise irgendwie auszugleichen, damit sie selbst – und dann auch wir – nicht daran erkranken oder sterben.“ Diese zellulären „Rettungsversuche“ sind aber oft nur Notlösungen, die selbst wiederum zu einer ganzen Kette von „Nebenwirkungen“ auf andere Zellen und in anderen Organen führen. </p>
<p>Die Störungen, die dann in Form bestimmter Symptome zutage treten, betrachte und behandelt man zwar als Erkrankung, aber in Wirklichkeit sind sie nur die Folgen dieser notdürftigen Versuche der menschlichen Körperzellen, ihre genetisch bedingten Handicaps auszugleichen. Selbstverständlich gibt es auch körperliche Verletzungen, Wunden, Knochenbrüche, sogar den Verlust von Körperteilen durch äußere Einwirkungen, beispielsweise als Folge von Unfällen. Aber auch das sind keine Krankheiten. So etwas kann passieren. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Krankheiten haben auch ihre guten Seiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2022 08:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewiss, man stutzt, wenn es heißt, man verdanke etwas einer Krankheit. Manfred Lütz betont: „Doch es ist eine Tatsache, dass selbst die schwere psychische Krankheit nicht nur ihre leidvollen, sondern auch ihre guten Seiten hat. Für viele Patienten, die längst wieder gesund sind, stellt sich ihre kranke Phase im Nachhinein als positiver Wendepunkt in ihrem ... <a title="Krankheiten haben auch ihre guten Seiten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-welt-der-psychiatrie.html" aria-label="Mehr Informationen über Krankheiten haben auch ihre guten Seiten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gewiss, man stutzt, wenn es heißt, man verdanke etwas einer Krankheit. Manfred Lütz betont: „Doch es ist eine Tatsache, dass selbst die schwere psychische Krankheit nicht nur ihre leidvollen, sondern auch ihre guten Seiten hat. Für viele Patienten, die längst wieder gesund sind, stellt sich ihre kranke Phase im Nachhinein als positiver Wendepunkt in ihrem Leben dar.“ Sie verklären die Krankheit nicht, dazu besteht kein Anlass, aber sie reihen sie in die abenteuerlichen Wegstrecken ihres Lebens ein, die auch zu mancher wichtigen Erkenntnis beigetragen haben. Es klingt banal, aber wer einmal überraschend eine depressive Phase erlitten hat, der kann nie mehr unvorbereitet in eine Depression stürzen. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3491"></span></p>
<p><strong>Ehemals Kranke kosten helle Lebensphasen voll aus</strong></p>
<p>Vielleicht geht der Betroffene jetzt dankbarer und intensiver mit allen hellen Lebensphasen um als ein immer Gesunder, dem alles in gleicher trüber Beleuchtung vor dem Auge vorbeizieht. Wer in einem schizophrenen Schub akustische Halluzinationen erlebt hat, der hat da eine kaum überbietbare Lebensintensität gespürt. Das ist auch Leid, aber es gibt Menschen, die sogar das als Bereicherung ihres Lebens verstehen und annehmen. Genau das versuchen auch die modernen Methoden von Psychiatrie und Psychotherapie zu tun.</p>
<p>Das Störende der Störung, das Kranke der Krankheit, das Belastende der Belastung, das sieht der Patient meist selber zur Genüge, wenn er erstmals in Behandlung kommt. Manfred Lütz erklärt: „Da ist es Aufgabe des professionellen Therapeuten, die Beleuchtung zu ändern und ihre Perspektive so zu wechseln, dass eine nützlichere Sichtweise zustande kommt, die zu Lösungen führt.“ Von der Kinderpsychiaterin Thea Schönfelder stammt der berührende Satz: „Was mich von meinen psychotischen Mitmenschen unterscheidet, ist meine Möglichkeit, ihn „heiler“ zu sehen, als er es selbst vermag.“</p>
<p><strong>Der Wahnkranke kann seine Perspektive nicht wechseln</strong></p>
<p>Diese nützlicher Perspektive kann dann die Fähigkeiten und Kräfte des Patienten ins Licht stellen, die er früher bewiesen, jetzt in der Krise aber ausgeblendet hat. Denn womit soll der Patient die Krise lösen? Gewiss nicht mit den Fähigkeiten, die er gerne hätte, sondern nur mit den Fähigkeiten, die er einmal hatte. Manfred Lütz weiß: „Die Unfähigkeit, die Perspektive zu wechseln, wird psychiatrisch als Wahn bezeichnet. Der Wahnkranke kann die ganze Welt nur unter dem beherrschenden Gesichtspunkt sehen, dass zum Beispiel der Nachbar ihn mit Kameras überwacht, mit Autos verfolgen lässt und mit energiereichen Strahlen quält.“ </p>
<p>Von diesen Gedanken ist er mit keinem vernünftigen Argument abzubringen, obwohl er ansonsten ganz rational reagiert. Ideologien haben ebenfalls etwas Wahnähnliches. Sie sehen die Welt nur unter einer bestimmten Perspektive. Und auch die Psychiatrie ist ideologieanfällig. Psychiatrische oder psychologische Schulen sehen den Menschen gern unter nur einem Gesichtspunkt. Doch neuerdings ist man zur Einsicht gelangt, dass gerade die Möglichkeit zum Perspektivwechsel den guten Therapeuten auszeichnet. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Krankheit kann immer etwas Sinnvolles sein</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/krankheit-kann-immer-etwas-sinnvolles-sein.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2021 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
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					<description><![CDATA[Krankheit bringt laut Viktor Frankl keineswegs eine Sinnverlust, eine Sinnverarmung des Daseins notwendig mit sich: „Sie ist die Möglichkeit nach vielmehr immer etwas Sinnvolles.“ Die Krankheit kann mitunter sogar einen Gewinn bedeuten. Es gibt sogar Menschen, die in Krankheit und Tod nicht nur keinen Verlust und nicht nur einen Gewinn sehen, sondern geradezu ein „Geschenk“. ... <a title="Krankheit kann immer etwas Sinnvolles sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/krankheit-kann-immer-etwas-sinnvolles-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Krankheit kann immer etwas Sinnvolles sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Krankheit bringt laut Viktor Frankl keineswegs eine Sinnverlust, eine Sinnverarmung des Daseins notwendig mit sich: „Sie ist die Möglichkeit nach vielmehr immer etwas Sinnvolles.“ Die Krankheit kann mitunter sogar einen Gewinn bedeuten. Es gibt sogar Menschen, die in Krankheit und Tod nicht nur keinen Verlust und nicht nur einen Gewinn sehen, sondern geradezu ein „Geschenk“. Dem Sinn, der sich aus Kranksein und Sterben ergeben mag, kann alle äußere Erfolglosigkeit und alles Scheitern in der Welt nichts anhaben. Hier handelt es sich vielmehr um einen inneren Erfolg, der trotz äußerer Erfolgslosigkeit besteht. Viktor E. Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und 25 Jahre lang Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik. Er begründete die Logotherapie, die auch Existenzanalyse genannt wird. <span id="more-2906"></span></p>
<p><strong>Der innere Erfolg überdauert alle Zeiten</strong></p>
<p>Irgendwie ist ja das Leben der meisten Menschen erfolglos, sofern man unter Erfolg eben nur den äußeren Erfolg versteht. Äußere Errungenschaften bieten keine Gewähr einen Menschen zu überdauern oder gar ewig zu dauern. Der innere Erfolg jedoch, die innere Sinnerfüllung des Lebens, ist etwas, das, wenn überhaupt, ein für alle Mal erreicht ist. Dass Menschen dieses Ziel oftmals am Ende des Daseins erreichen, tut dem Sinn des Lebens keinen Abbruch.</p>
<p>Viktor Frankl gibt zu, dass es schwer ist, diese Dinge anhand alltäglicher Beispiele sichtbar und glaubhaft zu machen. Dazu bietet sich seiner Meinung nach umso mehr die Kunst and. Als Exempel erinnert er an die Novelle von Franz Werfel „Der Tod des Kleinbürgers“. Hier schildert der Schriftsteller die Gestalt des alltäglichen, kleinen, kleinbürgerlichen Menschen. Dessen ganzes Leben besteht aus Elend und Sorgen und scheint in ihnen aufzugehen. Da erkrankt dieser Mann und man bringt ihn in ein Spital.</p>
<p><strong>Angesichts des Todes zeigen mache Menschen Größe</strong></p>
<p>Und nun zeigt Franz Werfel seinen Lesern, wie dieser Mann einen heroischen Kampf gegen den nahenden Tod führt. Denn seine Familie bekäme eine Versicherungsprämie ausbezahlt, wenn er erst nach dem Neujahrstag stirbt. Andernfalls würde der Versicherungsfall nicht eintreten. Und in diesem Kampf mit dem Tode wächst dieser schlichte und einfache Mann zu einer menschlichen Größe heran, die eben nur ein Dichter darzustellen vermag. Als weiteres Beispiel nennt Viktor Frankl die Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch“ von Lew Nikolajewitsch Tolstoi.</p>
<p>Auch hier hat es der Leser mit einem spießbürgerlichen Menschen zu tun. Dieser verzweifelt erst im Angesicht des Todes und der abgründigen Sinnlosigkeit seiner bisherigen Existenz. Aber in der Verzweiflung über die Sinnlosigkeit wandelt er sich. Dadurch verleiht er seinem vergeblichen Leben gleichsam rückwirkend doch noch einen Sinn. Ja gerade durch dieses Erleben der bisherigen Vergeblichkeit weiht er sein Leben als Ganzen zu einem sinnvollen Dasein. Quelle: „Über den Sinn des Lebens“ von Viktor E. Frankl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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