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	<title>Kränkung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Ernüchterung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Wenn die euphorische Phase des Verliebtseins, des Zusammenkommens und des gemeinsamen Aufbruchs zu Ende geht, wenn eine gewissen Ernüchterung eintritt und der Alltag einkehrt, beginnt zwangsläufig auch die Zeit der Kränkungen.“ Gegenseitige Hochschätzung und Achtsamkeit sinken, Lieblosigkeiten werden im Stress häufiger, das Fühlen ist nicht mehr so einheitlich. Man lernt andere Seiten ... <a title="Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ernuechterung-und-enttaeuschung.html" aria-label="Mehr Informationen über Nach der Verliebtheit tritt Ernüchterung ein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Wenn die euphorische Phase des Verliebtseins, des Zusammenkommens und des gemeinsamen Aufbruchs zu Ende geht, wenn eine gewissen Ernüchterung eintritt und der Alltag einkehrt, beginnt zwangsläufig auch die Zeit der Kränkungen.“ Gegenseitige Hochschätzung und Achtsamkeit sinken, Lieblosigkeiten werden im Stress häufiger, das Fühlen ist nicht mehr so einheitlich. Man lernt andere Seiten des Partners kennen, nicht nur positive. Manche sind neu, andere unvertraut, einige sogar erschreckend, viele kränkend. Enttäuschungen sind unausweichlich. Im Kontext der Kränkungen betrachtet, achtet man nicht mehr sorgfältig genug auf eigenes Kränkverhalten und die Kränkbarkeit des Partners. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6250"></span></p>
<p><strong>Manchmal wird Ehe tatsächlich zur Hölle</strong></p>
<p>Man geht mit dessen Kränkungsgrenze nicht mehr so sensibel um und hält das eigene Verhalten auch im kritischen Bereich für zumutbar. Reinhard Haller erläutert: „Erst im Laufe des Zusammenlebens lernt man verschiedene sensible Stellen des Partners und damit auch einen neuen, zusätzlichen Aspekt seiner Persönlichkeit kennen. Das ist oft eine schmerzhafte Erfahrung.“ In länger dauernden Partnerschaften werden Kränkungen manchmal systematisch angewendet.</p>
<p>Das ist besonders dann der Fall, wenn beide Teile extrem empfindlich und streit- und rachsüchtig sind. Die Ehe oder Lebensgemeinschaft wird somit tatsächlich zur Hölle. Reinhard Haller ergänzt: „Viel häufiger aber sind Konstellationen, bei denen ein Partner den Part des Kränkenden mit immer größerer Dominanz übernimmt, während der andere wenig Widerstand leistet oder leisten kann, sich mit der Rolle des Opfers abfindet und zwangsläufig in eine chronische Kränkungsreaktion oder Verbitterung verfällt.“ Dies entspricht einer sadomasochistischen Kollusion.</p>
<p><strong>Narzisstische Menschen inszenieren ihre Gekränktheit</strong> </p>
<p>Die Handhabung von Kränkungen ist deshalb immer ein wesentlicher Teil des partnerschaftlichen Machtkampfs. Reinhard Haller stellt fest: „Entscheidend dabei ist, dass der sadistische Kränker seine Impulse rücksichtslos auslebt und die Kränkungsgrenze des anderen völlig ignoriert. Der Kränkende übernimmt die Hoheit über das Kränkungsgeschehen, und zwar nicht aus Selbstschutz, sondern aus empathielosem Egoismus.“ Der gekränkte Partner hingegen stellt alles ein, nimmt zu viel Rücksicht und ist stets bedacht, keinen Anlass für Kränkungen zu liefern.</p>
<p>Er verhält sich zurückhaltend, angepasst, vorsichtig und ängstlich, manchmal regelrecht paranoid. Reinhard Haller erklärt: „Der der kränkende Teil oft gar nicht anspricht, was ihn gekränkt hat oder kränken könnte, ist der andere verunsichert und entwickelt geradezu fantasievolle Kränkungsängste.“ Narzisstische Personen verstehen es, ihre Gekränktheit geradezu zu inszenieren. Am allerwichtigsten ist die eigene Verletzlichkeit oder die Ungeheuerlichkeit der Verletzungen durch den anderen. Ohne jegliche Reflexion beanspruchen sie das Kränkungsprivileg für sich und bringen mit ihrer kompromisslosen Haltung den Partner in eine hilflose Position. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Die emotionale Sprengkraft der Moral entlädt sich deshalb so leicht, weil sie bloß, wenn man es juristisch ausdrücken wollte, über eine „dezentrale“ Form der Durchsetzung verfügt. Alexander Somek erläutert: „Die Moral ist „subjektiv“ in dem Sinne, als letztlich die verletzte Person selbst bestimmt, unter welchen Bedingungen sie sich für verletzt erachtet. Das schließ nicht aus, ... <a title="Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-moral-besitzt-eine-emotionale-sprengkraft.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die emotionale Sprengkraft der Moral entlädt sich deshalb so leicht, weil sie bloß, wenn man es juristisch ausdrücken wollte, über eine „dezentrale“ Form der Durchsetzung verfügt. Alexander Somek erläutert: „Die Moral ist „subjektiv“ in dem Sinne, als letztlich die verletzte Person selbst bestimmt, unter welchen Bedingungen sie sich für verletzt erachtet. Das schließ nicht aus, dass die von „wohlmeinenden“ anderen dazu angestachelt wird.“ Wenn man solcherart zum Adressaten moralischer Vorwürfe wird und diese für unbegründet oder unsinnig hält, ist es am klügsten, den Kontakt mit der urteilenden Person abzubrechen. Schwieriger ist es dann, wenn man eine Beziehung weiterführen will oder muss. Alexander Somek ist seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. <span id="more-6033"></span></p>
<p><strong>Bei der Gegenverletzung muss übertrieben werden</strong></p>
<p>Wenn man gutmütig veranlagt ist, mag man in einem solchen Fall sogar bereit sein, etwas auf sich zu nehmen – selbst dann, wenn man unschuldig ist. Alexander Somek weiß: „Das moralische Urteil wird entweder von den Verletzten oder von mitfühlenden Dritten ausgesprochen. Es ist ein performativer Akt, der selbst moralisch richtig oder falsch sein kann.“ Wenn die betroffene Person über ein Urteil Unmut verspürt, wird sie geneigt sein, sich über das Verdikt zu rächen.</p>
<p>Denn die Moral ist ja so beschaffen, dass jeder die Sühne seiner moralischen Kränkung selbst in die Hand nehmen muss. Alexander Somek stellt fest: „Aufgrund des Prinzips der Selbsthilfe kann die Rache nur dann angemessen sein, wenn sie gleichzeitig unangemessen ist. Wer sich rächt, ist zwar um Ausgleich bemüht, aber der Ausgleich vermag nur zu gelingen, wenn er unausgeglichen und unausgewogen ist.“ Bei der Gegenverletzung muss übertrieben werden.</p>
<p><strong>Es gibt einen Kreislauf der Rache</strong></p>
<p>Denn nur durch die Unverhältnismäßigkeit eines Racheakts kann der ursprünglich verletzenden Partei vorgeführt werden, wie beleidigend eine ursprüngliche Kränkung war. Alexander Somek nennt ein Beispiel: „Unvermutet wird einem Geld gestohlen. Die Wegnahme derselben Summe vom Täter würde nicht die Gegenseitigkeit wiederherstellen, denn der finanzielle Ausgleich ist ja das Mindeste, was der Geschädigt erwarten darf.“ Die im überraschenden Angriff liegende Beleidigung würde damit aber nicht kompensiert.</p>
<p>Etwas Unerwartetes muss also hinzukommen. Aus heiterem Himmel muss eine erneute Verletzung stattfinden. Alexander Somek erklärt: „Deswegen gibt es den Kreislauf der Rache. Und natürlich will, wer sich rächt, dem Anderen einen Denkzettel verpassen und andeuten, was noch folgen könnte, wenn es weiterginge.“ Die Moral, die jeder selbst in die Hand nimmt, besteht aus einer Verkettung von moralischen Verletzungen, deren Glieder mit der Zeit immer größer werden. Das fanatische moralische Urteil geht dabei in Heuchelei über. Quelle: „Moral als Bosheit“ von Alexander Somek</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt zwölf Burn-out-Stufen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-zwoelf-burn-out-stufen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2025 02:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Burn-out]]></category>
		<category><![CDATA[Dysstress]]></category>
		<category><![CDATA[Frustration]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn man die von Herbert Freudenberger und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Gail North 1974 beschriebenen zwölf Phasen im Ablauf des Burn-out-Prozesses aus der Perspektive des Betroffenen betrachtet, sieht man darin eine Reihe von Kränkungssymptomen. Reinhard Haller stellt fest: „Diese innere Sichtweise wird bei der Definition des Burn-outs über die äußeren Anforderungen, über Stress und Leistungsstreben, ... <a title="Es gibt zwölf Burn-out-Stufen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-zwoelf-burn-out-stufen.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt zwölf Burn-out-Stufen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn man die von Herbert Freudenberger und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Gail North 1974 beschriebenen zwölf Phasen im Ablauf des Burn-out-Prozesses aus der Perspektive des Betroffenen betrachtet, sieht man darin eine Reihe von Kränkungssymptomen. Reinhard Haller stellt fest: „Diese innere Sichtweise wird bei der Definition des Burn-outs über die äußeren Anforderungen, über Stress und Leistungsstreben, leicht übersehen.“ Die zwölf Burn-out-Stufen lauten: Zwang, sich zu beweisen. Verstärkter Einsatz. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse. Verdrängung von Konflikten. Umdeutung von Werten. Verstärkte Verleugnung von Problemen. Rückzug. Deutliche Verhaltensänderung. Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit. Innere Leere. Depression. Völlige Burn-out-Erschöpfung. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5930"></span></p>
<p><strong>Kränkungen lösen immer psychischen Stress aus</strong></p>
<p>Diese Phasenbeschreibung ist voll von Kränkungsbegriffen wie Zweifel, Verzweiflung, Geringschätzung, Wert- oder Hoffnungslosigkeit. Reinhard Haller erklärt: „Betrachtet man Burn-out als Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Ressourcen, so findet die Kränkungsthese besonders in den sogenannten „Reward-Kriterien“ ihren Widerhall.“ Sie beziehen sich durchwegs auf kränkende Faktoren wie respektlose Behandlung durch Vorgesetzte, fehlende Unterstützung, Verunsicherung durch den Dienstgeber, Angst um den Arbeitsplatz oder unfaire Entlohnung. Die Burn-out-Spirale mit Selbstwertzweifeln, Depressivität, Versagensgefühlen, Einsatz von Alkohol und Medikamenten, weitere Schwächung, daraus resultierende Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und so weiter hat große Ähnlichkeit mit der Frustrations-Kränkungs-Spirale. </p>
<p>Reinhard Haller ergänzt: „Auch die wesentlichen Punkte in der Therapie depressiver Erschöpfungszustände beinhalten sehr viele Aspekte, die man bei der Behandlung von Kränkungsreaktionen und Verbitterungsstörungen anwenden muss.“ Kränkungen lösen immer psychischen Stress aus, und zwar sogenannten „Dysstress“, also schädlichen und gefährlichen Stress. Dieser hat indirekte Auswirkungen auf Herzfrequenz, Blutdruck, Stoffwechsel, Energiehaushalt, auf die hormonellen Organe, die Atmung und das Muskelsystem.</p>
<p><strong>Partnerschaften sind das Kränkungsschlachtfeld schlechthin</strong></p>
<p>Allmählich fixieren sich die vorerst nur vorübergehend aufgetretenen Störungen, sodass aus dem psychischen Stress letztlich körperliche Erkrankungen resultieren. Das berühmte Wort, wonach Kränkungen krank machen, findet auch bei den somatischen Leiden seine Bestätigung. „Die Ehe ist ein Kampf, der mit Ringen beginnt … und mit Kränkungen weitergeht“, könnte man ein bekanntes Sprichwort in Hinblick auf das Thema des Buches „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller weiterführen. </p>
<p>Tatsächlich sind Partnerschaften das Kränkungsschlachtfeld schlechthin. Reinhard Haller erläutert: „Weil viele Erwartungen nicht erfüllt werden und mannigfache Enttäuschungen eintreten, das enge Zusammenleben Aggressionen fördert und Reibungskonflikte hier besonders groß sind, da im täglichen Miteinander die sensiblen Bereiche zwangsläufig tangiert und die jeweiligen Kränkungsreaktionen nirgendwo intensiver ausgelebt werden, ist dies wahrscheinlich unvermeidlich.“ Grob eingeteilt gibt es in den Partnerschaften drei besonders kränkungssensible Phasen: jene der ersten Enttäuschungen, jene der etablierten Kränkungskonstellationen und schließlich, wenn es dazu kommt, die Trennung. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kränkungen quälen die Psyche</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-zerstoererische-kraenkung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Sep 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kränkung ist eine psychologische Großmacht ersten Ranges, die für viele psychische Störungen verantwortlich ist – und eben auch für den Hass. Kränkungen sind mehr als ein Gefühl. Reinhard Haller erläutert: „Sie bestehen aus der Interaktion zwischen jemandem, der kränkt, und dem Kränkungsempfänger sowie dem eigentlichen Inhalt der Kränkung, der Kränkungsbotschaft.“ Da Kränkungen im Gegensatz ... <a title="Kränkungen quälen die Psyche" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-zerstoererische-kraenkung.html" aria-label="Mehr Informationen über Kränkungen quälen die Psyche">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kränkung ist eine psychologische Großmacht ersten Ranges, die für viele psychische Störungen verantwortlich ist – und eben auch für den Hass. Kränkungen sind mehr als ein Gefühl. Reinhard Haller erläutert: „Sie bestehen aus der Interaktion zwischen jemandem, der kränkt, und dem Kränkungsempfänger sowie dem eigentlichen Inhalt der Kränkung, der Kränkungsbotschaft.“ Da Kränkungen im Gegensatz zu ihrer subjektiven Bedeutung, die der Empfänger ihr beimisst, objektiv oft als kaum beachtenswerte Kleinigkeiten erscheinen, wird ihre Wirkung maßlos unterschätzt. Denn Kränkungen bedeuten immer einen Angriff auf persönliche Gefühle und Vorstellungen. Sie führen zu Verletzungen vieler psychischer Komponenten, besonders des Selbstbewusstseins, und bedingen eine anhaltende Erschütterung des Selbst und seiner Werte. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5655"></span></p>
<p><strong>Eine Kränkung ist ein Angriff auf das innerste Ich</strong></p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Die destruktive Macht trifft auf sensible psychische Stellen, reißt innere Wunden auf, verletzt den Gerechtigkeitssinn und ruft beim Kränkungsoper Enttäuschung, Ohnmachtsgefühl und Wut hervor.“ Psychodynamisch handelt es sich bei Kränkungen immer um fehlende Positivresonanz, um Liebesentzug und Angriff auf das innerste Ich. Dagegen wehrt sich der Gekränkte mit allen Mitteln, er sinnt auf Rache an der Person, die ihn gekränkt hat, im Extremfall auf deren Vernichtung – das ist dann Hass.</p>
<p>Der Hass entwickelt sich bei Kränkungen in einer „Frustrations-Kränkungs-Spirale“, die aus dem Zusammenspiel von Selbstwert und Entwertung durch Kränkung resultiert. Reinhard Haller erklärt: „Diese Entwertung ist mit Verunsicherung, Zweifel, Scham und Angst verbunden, auch mit Schuldgefühlen, gegen die der Gekränkte Widerstand leistet.“ Der Hass ist eine Art Kränkungsabwehrreaktion, mit der man sich selbst schützt und den übermächtig gewordenen Verursacher bekämpft.</p>
<p><strong>Kränkungen verwandeln Liebe in Hass</strong></p>
<p>Da der Hass alle anderen Gefühle übertönt, ist er bei der Überdeckung und Überwindung zunächst erfolgreich. Der Hass ist, wie dies Reinhard Haller schon öfter betont hat, ein primitives Gefühl, das über differenzierte Emotionen wie Kränken und Gekränktsein gleichsam hinwegfährt. Kommt Hass zum Einsatz, werden Traumatisierungen oder weniger verletzend und Kränkungen als nicht so schmerzhaft erlebt. Das destruktive Potenzial von Kränkungen ist enorm.</p>
<p>Kränkungen zerstören Partnerschaften, machen Freunde zu Feinden und verwandeln Liebe in Hass. Reinhard Haller fügt hinzu: „Sie entfachen den Hass von Amokläufern und Terroristen, ja können selbst zur schlimmsten Form des Hasses führen, zum Krieg. Die intensivste und verheerendste Kränkungsart ist dabei die Demütigung.“ Diese ist auf Erniedrigung des Opfers bedacht. Sie nimmt ihm, wie der Name sagt, den letzten Mut und ruft das für die weitere Hassentwicklung so gefährliche Gefühl der Ohnmacht hervor. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Sucht greift den Selbstwert an</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-verleugnung-der-sucht.html</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Aug 2024 07:05:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwert]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Kränkungen resultieren aus den direkten und indirekten Folgen der Sucht, aus Zurechtweisungen und Vorwürfen, aus Streit in der Partnerschaft und Ermahnung am Arbeitsplatz, aus Führerscheinentzug und Kündigung. Reinhard Haller weiß: „Sucht greift den Selbstwert an, durch die nicht mehr unterdrückbaren Entzugserscheinungen und Gesundheitsschäden, durch das Gefühl des Versagens, besonders aber durch die Verdrängung.“ Keine andere ... <a title="Die Sucht greift den Selbstwert an" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-verleugnung-der-sucht.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Sucht greift den Selbstwert an">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kränkungen resultieren aus den direkten und indirekten Folgen der Sucht, aus Zurechtweisungen und Vorwürfen, aus Streit in der Partnerschaft und Ermahnung am Arbeitsplatz, aus Führerscheinentzug und Kündigung. Reinhard Haller weiß: „Sucht greift den Selbstwert an, durch die nicht mehr unterdrückbaren Entzugserscheinungen und Gesundheitsschäden, durch das Gefühl des Versagens, besonders aber durch die Verdrängung.“ Keine andere Krankheit wird derart bagatellisiert und verleugnet wie die Sucht. Solange sich Menschen im Suchtprozess befinden, entwickeln sie ein Gebäude aus Begründungen, Rechtfertigungen, Relativierungen und Verleugnungen. Damit wehren sie sich gegen die kränkende Stigmatisierung der Sucht und wollen mit geradezu advokatischer Spitzfindigkeit verhindern, dass ihnen das weggenommen wird, was ihnen im Leben am wichtigsten geworden ist: das Suchtmittel. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5581"></span></p>
<p><strong>Die allergrößte Kränkung liegt in der Selbsttäuschung</strong></p>
<p>Die Reaktionen der Umgebung gegen diese „Uneinsichtigkeit, Sturheit und Willenlosigkeit“ werden direkter, schärfer und kränkender. Reinhard Haller stellt fest: „Die Gefahr der Bloßstellung durch Niederreißen der Verdrängung ist nicht zu unterschätzen. Geschieht dies in der Therapie allzu radikal, steht der Süchtige hilflos und beschämt da und erfährt neue Kränkungen.“ Die allergrößte Kränkung liegt aber in der Selbsttäuschung, im Eingestehen, dass er an seine eigenen Rechtfertigungen und Begründungen geglaubt hat.</p>
<p>Jener Moment, in dem der Süchtige ernüchtert erkennen muss, wie dominant seine Sucht geworden ist und wie schwerwiegend sie in sein Leben eingegriffen hat, gehört zweifelsohne zum Bittersten im Verlauf einer Suchtkarriere. Reinhard Haller erläutert: „Sucht und Kränkung können gemeinsame Ursachen haben und sich gegenseitig bedingen. Der wesentliche Ursprung beider Störungen liegt wohl im fehlenden oder reduzierten Selbstwertgefühl.“ </p>
<p><strong>Heilsubstanzen können das Problem nicht wirklich lösen</strong></p>
<p>Selbstwert ist ja jene psychische Kategorie, an welcher Kränkungen ansetzen und welche Gekränktheit zulässt. Reinhard Haller ergänzt: „Selbstwertzweifel sind aber auch eine wesentliche Ursache für Missbrauch und Abhängigkeit von berauschenden Substanzen, da dieser vorübergehend Gefühle der Größe, Macht und Einzigartigkeit spenden können.“ Jede Therapie, die den durch Kränkungen oder Sucht unfrei gewordenen Menschen in seinen ganzheitlichen Bezügen betrachtet, muss ganz stark auf die Stärkung seines Selbstwerts fokussieren.</p>
<p>Reinhard Haller betont: „Bei all dem ist zu beachten, dass alle Drogen unter anderem auch Heilmittel und therapeutisch wirkende Substanzen sind. Cannabis hat entspannende, schmerzlindernde und beruhigende Effekte. Kokain ist ein gutes Antidepressivum und Opiate sind die wirksamsten Schmerzmittel überhaupt.“ Die vielfältigen psychotropen Wirkungen des Alkohols, besonders der euphorisierende und damit antidepressive Effekt, ist jedem bekannt. Leider entfalten diese uralten Heilsubstanzen ihre positive psychopharmakologische Wirkung bloß für kurze Zeit, ohne das eigentliche Problem – die Depression, die Angst, die Kränkung – wirklich lösen zu können. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Eine Sucht hat viele Ursachen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eine-sucht-hat-viele-ursachen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2024 01:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Sucht hat viele Ursachen. Missbrauch und Abhängigkeit sind immer komplexe Störungsbilder, jede eindimensionale Erklärung ist tatsächlich einfältig. Genetisch bedingte Veranlagung, Umwelteinflüsse, Milieuumstände, Erziehung, Entwicklungsfaktoren sowie lebensgeschichtliche Belastungen sind ebenso bedeutsam wie politisch-religiöse Verhältnisse, Modeströmungen, gesetzliche Regulationen und globale Entwicklungen.“ Mit dieser Aufzählung, die sich erheblicher Unvollständigkeit erfreut, sind nur einige allgemeingültige Ursachenkategorien ... <a title="Eine Sucht hat viele Ursachen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-sucht-hat-viele-ursachen.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine Sucht hat viele Ursachen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Sucht hat viele Ursachen. Missbrauch und Abhängigkeit sind immer komplexe Störungsbilder, jede eindimensionale Erklärung ist tatsächlich einfältig. Genetisch bedingte Veranlagung, Umwelteinflüsse, Milieuumstände, Erziehung, Entwicklungsfaktoren sowie lebensgeschichtliche Belastungen sind ebenso bedeutsam wie politisch-religiöse Verhältnisse, Modeströmungen, gesetzliche Regulationen und globale Entwicklungen.“ Mit dieser Aufzählung, die sich erheblicher Unvollständigkeit erfreut, sind nur einige allgemeingültige Ursachenkategorien genannt. Auf diesen aufbauend entsteht das individuelle Gefüge von Missbrauch und Abhängigkeit. Süchtigkeit bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf psychotrope Substanzen, also auf Alkohol, Drogen und Beruhigungsmittel, sondern auch auf viele Formen menschlichen Verhaltens – auf Spielen und Kaufen, auf Arbeit und Sex, auf Streiten und Essen und auf vieles andere mehr. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5418"></span></p>
<p><strong>Der Zusammenhang von Sucht und Kränkung basiert auf drei Wegen</strong></p>
<p>Man spricht dann von substanzungebundenen Abhängigkeiten oder Verhaltenssüchten. Reinhard Haller betont: „Die meisten Süchtigen leiden an nicht verarbeiteten, nicht überwundenen Kränkungen. Mithilfe von berauschenden Substanzen oder entrückenden Verhaltensweisen versuchen sie, diese Wunden zu betäuben und die von Neurosen und Depressionen überfrachteten Kränkungsreaktionen zu mildern.“ Der Zusammenhang von Sucht und Kränkung könnte im Wesentlichen auf drei Wegen zustande kommen. </p>
<p>Sucht könnte eine Folge nicht überwundener Kränkungen sein. Umgekehrt kann der Suchtprozess viele kränkende Situationen mit sich bringen. Schließlich wäre ein Zusammenspiel von gemeinsamen Ursachen und gegenseitiger Interaktion möglich. Reinhard Haller erklärt: „Falls Sucht durch Kränkung bedingt ist, stünde am Anfang wahrscheinlich der Versuch, die durch Kränkung hervorgerufenen Verletzungen mit betäubenden Drogen zu „behandeln“. Mit ihrer Wirkung soll der seelische Schmerz gelindert, die Enttäuschung ertragen und die Kränkungsreaktion abgeschwächt werden.“</p>
<p><strong>Jede Suchtkarriere ist mit unzähligen Kränkungen verbunden</strong></p>
<p>Oft sind den Betroffenen die Kränkungsauslöser gar nicht bewusst, da sie in einer nicht mehr erinnerbaren Lebensphase liegen. Reinhard Haller erläutert: „Solche Frustrationen können die elementaren Bedürfnisse nach Sicherheit und Geborgenheit betroffen haben.“ Manchmal sind sie verdrängt oder schlummern in verschatteten Anteilen des Unbewussten, manchmal erlebt man sie wieder in der ursprünglichen Schmerzhaftigkeit. Mit Suchtmitteln soll das beleidigungsbedingte Leid gemildert oder der aus Enttäuschung resultierende Zweifel zerstreut werden.</p>
<p>Sucht ist nichts anderes als ein Schild gegen Gefühle der Benachteiligung und Diskriminierung, der Entwertung und Demütigung, der Beschämung und Enttäuschung, kurzum: der Kränkung. Reinhard Haller stellt fest: „Jede Suchtkarriere ist mit unzähligen Kränkungen verbunden. Schon das Berauschtsein, konkret das Verhalten während dieses außergewöhnlichen Zustands, wird im Nachhinein oft als peinlich erlebt.“ Man schämt sich für sein Verhalten, für die unüberlegt preisgegebenen Geheimnisse, für Grobheiten und Enthemmtheit, für die Bloßstellung vor sich und anderen. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Essstörungen haben viele Ursachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2024 02:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Essstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Magersucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Komplexe Krankheitsbilder wie Störungen des Essverhaltens haben immer viele Ursachen, die zudem noch nicht bis ins Letzte bekannt sind. Reinhard Haller weiß jedoch: „Eine Kränkung kann aber Teilursache und eine kränkende Bemerkung Auslöser sein. Vornehmlich dann, wenn diese eine sensible Stelle trifft.“ Bei Ess-/Brech-Störungen ist dies vordergründig meist die Angst, dem heutigen Schönheitsideal nicht zu ... <a title="Essstörungen haben viele Ursachen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/essstoerungen-nehmen-seit-einigen-jahrzehnten-zu.html" aria-label="Mehr Informationen über Essstörungen haben viele Ursachen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Komplexe Krankheitsbilder wie Störungen des Essverhaltens haben immer viele Ursachen, die zudem noch nicht bis ins Letzte bekannt sind. Reinhard Haller weiß jedoch: „Eine Kränkung kann aber Teilursache und eine kränkende Bemerkung Auslöser sein. Vornehmlich dann, wenn diese eine sensible Stelle trifft.“ Bei Ess-/Brech-Störungen ist dies vordergründig meist die Angst, dem heutigen Schönheitsideal nicht zu entsprechen oder die weibliche Rolle nicht erfüllen zu können. Oder zu wollen. Unbewusst lassen sich Selbstwertzweifel, Probleme bei der Identitätsfindung, Gefühle der Sinnlosigkeit, Lebensdefizite, aber auch Depressionen sowie nicht überwundene Kränkungen erkennen. Essstörungen sind, obwohl sie in den reichen Ländern seit einigen Jahrzehnten zunehmen, keine neuen Krankheiten. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5278"></span></p>
<p><strong>Essstörungen betreffen zu 80 Prozent Frauen</strong></p>
<p>Appetitlosigkeit und Essprobleme treten in Begleitung vieler körperlicher und psychischer – vor allem depressiver – Krankheiten auf. Man unterscheidet zwei große Gruppen: die fälschlicherweise auch als Pubertätsmagersucht bezeichnete Anorexia nervosa, bei der sich die Betroffenen hartnäckig weigern, auch nur ein Minimum ihres normalen Körpergewichst zu halten. Reinhard Haller ergänzt: „Bei der Bulimia nervosa wechseln sich „Fressanfälle“ und verschiedenste Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ab. Etwa selbstinduziertes Erbrechen, langes Fasten, exzessiver Sport oder Missbrauch von Abführ- und Abmagerungsmitteln.“ </p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Den Störungen, die zu 80 Prozent Frauen betreffen und von denen etwa 0,5 Prozent aller Frauen erfasst sind, liegt eine gestörte Selbstwahrnehmung zugrunde.“ In ihrem Empfinden ist das Körpergewicht viel zu hoch und dadurch die Gesamtfigur schwer gestört. Mit anderen Worten heißt dies, dass das Selbstwertgefühl von Menschen mit Essstörungen überwiegende von ihrer Figur, ihrem Gewicht und ihrer als „Selbstdisziplin“ empfundenen Fähigkeit, dieses zu reduzieren, abhängt.</p>
<p><strong>Bis zu zehn Prozent der Anorexie-Patienten verhungern</strong></p>
<p>Schwere und lebensbedrohende Konsequenzen der Mangelernährung irritieren nicht oder werden komplett verdrängt. Selbst das Wissen, dass bis zu zehn Prozent der Anorexie-Patienten verhungern, hindert nicht an ihrer Überzeugung und ihrem Verhalten. Die vielfältigen Ursachen der Essstörungen reichen von erblicher Belastung bis zu emotional gestörten Familienverhältnissen. Man kann jedoch auch nachweisen, dass der Beginn der Krankheiten sehr oft mit belastenden Lebensereignissen und mit Kränkungen verbunden ist.</p>
<p>Kränkungen richten sich ja immer wie die Essstörungen gegen das Selbstwertgefühl. Reinhard Haller fügt hinzu: „Kränkungen führen ebenso zur Ablehnung des eigenen Körpers und der eigenen Person. Kränkungen resultieren aus Beziehungskonflikten, denen Anorexie-Patienten ausgesetzt sind.“ Mit Essstörungen und Kränkungen wird oft die Weigerung unterdrückt, eine bestimmte Rolle zu übernehmen. Schließlich ist der lang dauernde und schwierige Krankheitsprozess der Essstörungen mit einer Unzahl von Kränkungen auf beiden Seiten verbunden. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Demütigung ist die bösartigste Kränkung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2022 01:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demütigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Demütigung ist die tiefste, bösartigste und folgenschwerste Form der Kränkung. Sie ist Entwertung, Verletzung, Beschämung und Diffamierung in einem. Reinhard Haller fügt hinzu: „Sie ruft Gefühle der Scham und Hilflosigkeit, der ohnmächtigen Wut und Verzweiflung, ja der totalen Erniedrigung hervor.“ Im Gegensatz zum sonstigen Kränken, welches dem Kränkenden unbeabsichtigt passieren kann, ist sie Ausdruck ... <a title="Die Demütigung ist die bösartigste Kränkung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-demuetigung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Demütigung ist die bösartigste Kränkung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Demütigung ist die tiefste, bösartigste und folgenschwerste Form der Kränkung. Sie ist Entwertung, Verletzung, Beschämung und Diffamierung in einem. Reinhard Haller fügt hinzu: „Sie ruft Gefühle der Scham und Hilflosigkeit, der ohnmächtigen Wut und Verzweiflung, ja der totalen Erniedrigung hervor.“ Im Gegensatz zum sonstigen Kränken, welches dem Kränkenden unbeabsichtigt passieren kann, ist sie Ausdruck einer gezielten Aggression, einer bewussten Bloßstellung, einer geplanten Entwürdigung anderer. Dahinter steckt immer eine böse Absicht, nicht nur eine Nachlässigkeit oder Unbedachtheit. Demütigungen sind offen und auf die äußere Person gerichtet, Kränkungen sind versteckter und entwickeln sich eher nach innen. Demütigungen haben aggressiv-sadistischen Charakter, Kränkungen sind subtiler und verhaltener. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3940"></span></p>
<p><strong>Bei einer Demütigung ist das Opfer wehrlos</strong></p>
<p>Nach der Definition von Evelin Gerda Lindner (2005), die sich als eine von wenigen Wissenschaftlern mit der Demütigung befasst hat, ist diese eine „erzwungene Erniedrigung eines Menschen oder einer Gruppe, ein Prozess der Unterwerfung, der den Stolz, die Ehre und Würde des Opfers verletzt oder vollständig raubt“. Das Kernelement der Demütigung sieht Evelin Gerda Lindner im erniedrigenden Verhalten gegenüber anderen, im „nach unten drücken“ und „nach unten halten“. </p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Nach einer anderen Auffassung wird die Demütigung in einer anarchistischen Definition als Einschränkung der individuellen Autonomie, nach stoischer Auffassung als Einschränkung einer Person in ihrem Denken beschrieben.“ Das Wesen der Demütigung liegt im bewussten Hinunterdrücken und Niederhalten eines anderen, im Hineinzwingen des Opfers in einen Zustand der Wehrlosigkeit und Passivität. Die Demütigung bringt den Menschen in eine hilflose Position, in der er einem übermächtigen Feind völlig ausgeliefert ist. Gegen Kränkungen kann man sich wehren, kann man mit Gegenaggressionen oder Rache reagieren. </p>
<p><strong>Die Demütigung ist eine ultimative Traumatisierung</strong></p>
<p>Bei der Demütigung ist man ohne Chance. Sie verletzt nicht nur Stolz, Ehre und Würde, sondern bringt die Opfer in eine Situation, die tiefer angesiedelt ist, als dies je erwartet wurde. Demütigung ist die durch Hilflosigkeit potenzierte Kränkung, ein beschämendes Ausgeliefertsein, eine ultimative Traumatisierung. So gibt es für den Gedemütigten nur noch zwei Gefühle: jenes der Scham und der ohnmächtigen Wut. Die Demütigung gehört zur psychischen Konstellation des Bösen. </p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Versucht man die wesentlichen Elemente des Bösen zu beschreiben oder – um es etwas geheimnisvoller auszudrücken – den Code des Bösen zu entschlüsseln, so erweisen sich sadistische Aggressionen, maligner Narzissmus, Empathiemangel, einseitige Machtverteilung, Planungsgrad der bösen Tat, Folgen für das Opfer und Missachtung des Moralinstinkts als die wesentlichen Komponenten.“ Vieles davon ist in der Demütigung enthalten, vor allem die aggressiv-sadistische Motivation, die fehlende oder unterdrückte Empathie sowie die die Ohnmacht des Opfers und den Machtrausch der Täter bedingende Hierarchie. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jul 2022 01:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Joachim Bauer betont: „Nicht jede Widrigkeit ist ein Trauma, auch wenn heute eine Tendenz zu beobachten ist, jede Kränkung oder Verletzung, jeden Unfall oder jede unerwartete Veränderung zu einem Trauma zu erklären.“ Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht, entscheidet sich daran, ob das Selbst durch eine extreme Erfahrung völliger Hilflosigkeit seiner Möglichkeiten als ... <a title="Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-trauma.html" aria-label="Mehr Informationen über Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer betont: „Nicht jede Widrigkeit ist ein Trauma, auch wenn heute eine Tendenz zu beobachten ist, jede Kränkung oder Verletzung, jeden Unfall oder jede unerwartete Veränderung zu einem Trauma zu erklären.“ Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht, entscheidet sich daran, ob das Selbst durch eine extreme Erfahrung völliger Hilflosigkeit seiner Möglichkeiten als Akteur vollständig beraubt und dadurch dauerhaft geschwächt wurde. Das menschliche Selbst ist, ein Lebewesen eigener Art, ein Lebewesen im Lebewesen Mensch. Wie die Heldin oder der Held eines Märchens durchläuft es eine Kindheit, wird groß, versucht sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, zieht in die Welt hinaus, erlebt Prüfungen, Siege, Erschütterungen und Niederlagen. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-3762"></span></p>
<p><strong>Das Selbst ist zu Beginn ein empfangendes Lebewesen</strong></p>
<p>Auch der Tod kann dem Selbst widerfahren – lange bevor das Lebewesen Mensch, in dem das Selbst zu Hause ist, seinen Tod findet. Joachim Bauer erklärt: „Frühe, in den ersten Lebensmonaten erlebte, durch das System der Spiegelneuronen hinterlassen im Körper des Säuglings Spuren, die zu einem ersten zarten, ephemeren, verletzlichen Selbst führen.“ Dieses Selbst ist zu Beginn ein überwiegend empfangendes Lebewesen. Das Selbst wird zu einem integralen Teil des Kindes, nicht nur weil es im Körper des Kindes eingebettet ist, sondern weil seine Komponenten unter der Regie des kindlichen Organismus aktiv sortiert und integriert werden müssen. </p>
<p>Diese innere Selbstorganisation lässt ein gefestigtes Selbst entstehen. Schwere Vernachlässigung eines Kindes oder ihm in der Frühphase des Lebens zugefügte emotionale oder körperliche Gewalt sind eindeutig als Traumen zu bewerten. Denn sie können die Entstehung seines Selbst – und damit auch dessen spätere Rolle als Akteur – auf Schwerste beeinträchtigen. Sie haben schwere psychische Erkrankungen und tief greifende Störungen der späteren Persönlichkeit – oft auch beides in Kombination – zur Folge. </p>
<p><strong>Die Sprache spielt für das Selbst eine entscheidende Rolle</strong></p>
<p>Joachim Bauer stellt fest: „Innerhalb weniger Monate nach der Geburt beginnt der Säugling damit, sein im Entstehen begriffenes Selbst als aktives Subjekt ins Spiel zu bringen.“ Was an ihn adressiert wird, schlägt jenseits des ersten Lebensjahres immer weniger direkt auf den Körper des Säuglings durch, sondern trifft nun auf einen zwischengeschalteten Adressaten. Nämlich auf ein Selbst, das jetzt mehr als nur ein Empfänger ist. Das Kind lässt im zweiten Lebensjahr mehr und mehr erkennen, dass es versucht, die von außen und aus dem eigenen Inneren kommenden, im Selbst des Kindes zusammentreffenden Impulse zu integrieren und „den eigenen Laden zusammenzuhalten“. </p>
<p>Eine Frustration wird nun nicht mehr zu total entgrenzter Wut oder absoluter Verzweiflung führen, sondern sich zunehmen auf das fokussieren, worum es dem Kind geht. Eine dabei ganz entscheidende Rolle spielt die sich die nun entwickelnde Sprache. Sie hilft dem Kind, das Heft des Geschehens mit in die Hand zu nehmen und an seiner tragenden Selbst-Konstruktion mitzuwirken. Die Fähigkeit, einen inneren Integrator – das Selbst – zur Verfügung zu haben und ihn Schritt für Schritt auszubauen, hilft dem Kind, kleine Störungen des Alltags besser zu ertragen. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham hat immer einen fassbaren Grund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 02:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Scham, Schämen und Beschämung gehören zum großen Kreis dessen, was die Kränkung erfasst. Reinhard Haller erläutert: „Wenn man sich schämt oder beschämt wird, leidet man an einem Zustand des Unwohlseins, der Peinlichkeit, der Unruhe, der Depressivität. Man fühlt sich unsicher, schuldig und bloßgestellt, man ist gekränkt.“ Die Auslöser dieser Kränkungsreaktion sind in Mängeln, Fehlern oder ... <a title="Scham hat immer einen fassbaren Grund" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-scham-und-beschaemung.html" aria-label="Mehr Informationen über Scham hat immer einen fassbaren Grund">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Scham, Schämen und Beschämung gehören zum großen Kreis dessen, was die Kränkung erfasst. Reinhard Haller erläutert: „Wenn man sich schämt oder beschämt wird, leidet man an einem Zustand des Unwohlseins, der Peinlichkeit, der Unruhe, der Depressivität. Man fühlt sich unsicher, schuldig und bloßgestellt, man ist gekränkt.“ Die Auslöser dieser Kränkungsreaktion sind in Mängeln, Fehlern oder Peinlichkeiten, im Verletzten basaler Gebote oder in gesellschaftlich nicht akzeptierten Verhaltensweisen zu sehen. Wenn aufgezeigt wird, dass persönliche Ziele nicht erreicht, Erwartungen der Mitmenschen nicht erfüllt und gesellschaftliche Normen nicht eingehalten worden sind, fühlt man sich beschämt. Kränkungen können völlig unbewusst, ohne eigenes Zutun und ohne wesentliche Fehler ausgelöst werden. Schämen hat immer einen fassbaren Grund, der aber nicht unbedingt mit Schuld zu tun haben muss. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3289"></span></p>
<p><strong>Scham ist ein tief verankerter Instinkt</strong></p>
<p>Durch die Scham wird das Individuum infrage gestellt und sieht sich in der sozialen Wertschätzung, in seiner Akzeptanz und Anerkennung bedroht. Scham ist stets mit den Gefühlen des Bedrohtseins und der Angst verbunden. Scham ist ein tief verankerter Instinkt, den es wie Gekränktheit auch im Tierreich gibt. Wie sehr Scham mit dem Menschsein verbunden ist, zeigt ihre frühe Erwähnung im Alten Testament. In der im Buch Genesis enthaltenen Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies wird die ganze Psychologie der Scham in wenigen Sätzen beschrieben. </p>
<p>Reinhard Haller erklärt: „Am Beginn steht die Übertretung eines Verbots beziehungsweise die persönliche Schwäche, einer Versuchung nicht widerstanden zu haben. Die Scham öffnet die Augen und liefert neue Erkenntnisse, indem man zwischen Gut und Böse unterscheiden kann.“ In erster Linie macht sie aber die eigene Verletzlichkeit bewusst und motiviert dadurch letztlich zu einer zivilisatorischen Leistung. Sie erfordert Rechtfertigung und wird mit der Vertreibung aus dem Paradies geahndet. </p>
<p><strong>Scham kann auch „stellvertretend“ auftreten</strong></p>
<p>Im menschlichen Erleben wird Scham als „peinlich“, demütigend und kränkend empfunden. Scham fühlt sich für den Betroffenen wie eine unerwartete Bloßstellung, wie die Aufdeckung eines Defizits oder einer Schuld an. Man sieht sich in seiner Intimität verletzt und den Blicken des anderen wie unter einem Vergrößerungsglas ausgesetzt. Scham tritt auch auf, wenn man in der persönlichen oder gesellschaftlichen Entwicklung gleichsam auf eine frühere Stufe zurückfällt. </p>
<p>Deshalb sind auch animalische Vorgänge wie Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung oder Sexualität mit Scham besetzt, selbst wenn sie in kultivierter Form erfolgen. Scham kann auch „stellvertretend“ auftreten, indem man sich für nahe Angehörige oder sonst nahestehende Personen schämt. Der Ausdruck „Fremdschämen“ wurde in Österreich im Jahr 2010 sogar zum „Wort des Jahres“ gekürt. Andere Ausdrücke für Scham sind Peinlichkeit, Verlegenheit, Scheu oder Verschämtheit. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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