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	<title>Faschismus &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2020 06:11:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm stellte die Erfahrung der Freiheit in einen historischen, dialektischen Zusammenhang. Und es ist eben die Unfähigkeit, Verantwortung für die kreative Ausübung positiver Freiheit zu übernehmen, welche den egoschwachen sozialen Charakter kennzeichnet. Stuart Jeffries fügt hinzu: &#8222;Um spirituelle Sicherheit zu erlangen und der unerträglichen Last der Freiheit zu entkommen, ersetzt das verängstigte Individuum die ... <a title="Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-furcht-vor-der-freiheit-ist-nichts-spezifisch-faschistisches.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm stellte die Erfahrung der Freiheit in einen historischen, dialektischen Zusammenhang. Und es ist eben die Unfähigkeit, Verantwortung für die kreative Ausübung positiver Freiheit zu übernehmen, welche den egoschwachen sozialen Charakter kennzeichnet. Stuart Jeffries fügt hinzu: &#8222;Um spirituelle Sicherheit zu erlangen und der unerträglichen Last der Freiheit zu entkommen, ersetzt das verängstigte Individuum die eine Form der Autorität durch eine andere.“ Erich Fromm schrieb: „Der erste Fluchtmechanismus, mit dem wir uns befassen wollen, ist die Tendenz, die Unabhängigkeit des eigenen Selbst aufzugeben.“ Das Selbst soll mit irgendjemand oder irgendetwas verschmolzen werden, um sich auf diese Weise die Kraft zu erwerben, die dem eigenen Selbst fehlt. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2339"></span></p>
<p><strong>Adolf Hitler zog die verunsicherte Mittelschicht an</strong></p>
<p>So also erklärt sich zum Beispiel die Anziehungskraft Adolf Hitlers: Die autoritäre Persönlichkeit des Führers war nicht nur der Grund dafür, dass er im Namen einer höheren, wenn auch fiktiven Autorität – der germanischen Herrenrasse – über Deutschland herrschen wollte. Seine autoritäre Persönlichkeit machte ihn auch für eine verunsicherte Mittelschicht so anziehend. Erich Fromm merkte an, diese Furcht vor der Freiheit sei allerdings nichts spezifisch Faschistisches. </p>
<p>Die Furcht vor der Freiheit stellte seiner Meinung nach eine Bedrohung der demokratischen Basis in jedem modernen Staat dar. In der Einleitung zu „Die Furcht vor der Freiheit“ zitiert er zustimmend die Worte des amerikanischen pragmatischen Philosophen John Dewey: „Die ernste Gefahr für unsere Demokratie besteht nicht in der Existenz totalitärer fremder Staaten. Sie besteht darin, dass in unseren Institutionen Bedingungen herrschen, die der Autorität von außen, der Disziplin, der Uniformität und Abhängigkeit vom Führer in diesen Ländern zum Sieg verhelfen.“ </p>
<p><strong>Der Faschismus beruht auf dem Sadomasochismus seiner Unterstützer</strong></p>
<p>John Dewey fährt fort: „Demnach befindet sich das Schlachtfeld hier – in uns selbst und in unseren Institutionen.“ Erich Fromms Interpretation, dass der Faschismus auf dem Sadomasochismus seiner Unterstützer beruhe, wurde für die Frankfurter Schule zur geltenden Lehre. Diese Ideologie, so Herbert Marcuse in seinem 1934 erschienenen Essay „Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung“, „zeigt unmittelbar das, was ist, aber mit einer radikalen Umwertung der Werte. Unglück wird zur Gnade, Not zum Segen, Elend zum Schicksal.</p>
<p>Der deutsche marxistische Philosoph Ernst Bloch widersprach dieser Interpretation der Frankfurter Gelehrten, die im Nationalsozialismus ein Symptom des Wunsches nach einer Autoritätsperson sahen. In seinem Buch „Erbschaft dieser Zeit“ aus dem Jahr 1935 meint Ernst Bloch demgegenüber, Faschismus sei eine pervertierte religiöse Bewegung. Diese nahm die Leute mit anachronistischem Kitsch und Scheinutopien von den Wundern eines zukünftigen Reiches für sich ein. Der Faschismus wäre demzufolge ein Paradox, eine Mischung aus alt und modern. Genauer gesagt, ein System, das eine dem Kapitalismus feindliche Tradition zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus vereinnahmte. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sadomasochisten prägen totalitäre Gesellschaften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 05:39:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm, der führende psychoanalytische Denker der Frankfurter Schule, legte dar, das Aufkommen des Faschismus hänge mit Sadomasochismus zusammen. In seinem Aufsatz „Sozialpsychologische Aspekte“ stellt er eine Unterscheidung zwischen dem „revolutionären“ und „masochistischen“ Charakter her. Stuart Jeffries erläutert: „Ersterer verfügt über Ich-Stärke und nimmt sein Schicksal selbst in die Hand, während sich letzterer seinem Los ... <a title="Sadomasochisten prägen totalitäre Gesellschaften" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/sadomasochisten-praegen-totalitaere-gesellschaften.html" aria-label="Mehr Informationen über Sadomasochisten prägen totalitäre Gesellschaften">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm, der führende psychoanalytische Denker der Frankfurter Schule, legte dar, das Aufkommen des Faschismus hänge mit Sadomasochismus zusammen. In seinem Aufsatz „Sozialpsychologische Aspekte“ stellt er eine Unterscheidung zwischen dem „revolutionären“ und „masochistischen“ Charakter her. Stuart Jeffries erläutert: „Ersterer verfügt über Ich-Stärke und nimmt sein Schicksal selbst in die Hand, während sich letzterer seinem Los unterwirft und sein Schicksal an eine höhere Macht abgibt.“ Erich Fromm folgte Sigmund Freud darin, Sadismus und Masochismus als zwei Seiten ein und derselben Medaille zu sehen. Der Sadist wendet sich gegen jene, die Zeichen von Schwäche erkennen ließen. Der sadomasochistische Charakter ist ein entscheidendes Element einer totalitären Gesellschaft. Denn er zeigt Fügsamkeit gegenüber den Oberen und Verachtung gegenüber den Niedrigergestellten. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2295"></span></p>
<p><strong>Der Sadomasochist strebt nach Ordnung und Pünktlichkeit</strong></p>
<p>Für Erich Fromm war der Sadomasochist durch anales Streben nach Ordnung, Pünktlichkeit und Anspruchslosigkeit charakterisiert. Diese Art von sozialen Charakterzügen war es, die ein Faschist in höchsten Maße erwartete, wenn es darum ging, dass die Züge pünktlich abfahren oder Juden in industriellem Ausmaß ermordet werden sollten. Allerdings sagt das nur wenig über den Grund, warum der Faschismus ausgerechnet in Deutschland so erfolgreich war. Während der 1930er Jahre entwickelte Erich Fromm eine Darstellung des Geschehenen, die sein 1941 erschienenes Buch „Die Furcht vor der Freiheit“ ergänzte.</p>
<p>Erich Fromm erklärte, als Deutschland sich vom frühen Monopolkapitalismus aus weiterentwickelte, sei der soziale Charakter der unteren Mittelschicht erhalten geblieben. Der Kleinbürger, Inbegriff des Frühkapitalismus, der sein eigenes Unternehmen besaß und organisierte, wurde unter den von großen Firmen geprägten Kapitalismusformen zu einer Anomalie. Aus der Klasse der Kleinbürger kamen die unwissenden Helden der Geschichte in Max Webers „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. </p>
<p><strong>Sadomasochisten verändern ihr Schicksal nicht selbst</strong></p>
<p>Stuart Jeffries erklärt: „Es waren die sparsamen, lustfeindlichen, pflichtbewussten Charaktere, die in der Frühphase des Kapitalismus dominierten.“ Mittlerweile waren sie in der Weimarer Republik politisch machtlos geworden, wirtschaftlich vernichtet und geistig entfremdet. Als Sadomasochisten verlangten sie nun nicht danach, ihr Schicksal selbst zu verändern. Sondern sie übergaben es vielmehr einer Instanz, die diese Veränderung für sie übernehmen würde. </p>
<p>Erich Fromm schreibt im Jahr 1932: „Der Wunsch nach Autorität wird auf den starken Führer hin kanalisiert, während andere spezifische Vaterfiguren zu Objekten der Rebellion werden.“ Seiner Meinung nach kann die Abwesenheit von Autorität als vernichtend und erschreckend erfahren werden. Erich Fromm unterschied zwischen negativer und positiver Freiheit – der Freiheit von und der Freiheit zu etwas. Die Verantwortung, die dem Menschen in Verbindung mit der Freiheit von einer Autorität übertragen wird, kann unerträglich sein. Nämlich dann, wenn man nicht dazu in der Lage ist, von seiner positiven Freiheit kreativen Gebrauch zu machen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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