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	<title>Fanatismus &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Rache ist keine Krankheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2024 01:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fanatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine ... <a title="Rache ist keine Krankheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krankhafte-rachegefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache ist keine Krankheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine neuerliche Gewichtsabnahme für die liebenden Mitmenschen bringen kann. Ähnliche Abläufe sieht man bei abstinenten Suchtpatienten, die sich an Eltern oder Partnern für Lieblosigkeiten oder Benachteiligungen rächen und diesen für sich selbst als verständliche Vergeltung rechtfertigen. Weil Rache jedoch keine Krankheit ist, können Rachemotive niemals Krankheitsauslöser sein. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5435"></span></p>
<p><strong>Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“</strong></p>
<p>Allerdings nehmen Rachemotive manchmal einen pathologischen Charakter an und entwickeln sich zu Symptomen einer schweren psychischen Störung. Reinhard Haller nennt ein Bespiel: „Bei Gewalttaten Wahnkranker lassen sich manchmal Motive finden, die eindeutig aus dem wahnhaften Erleben, Empfinden und Interpretieren des Betroffenen resultieren. Wenn ein solcher Patient unter akustischen Halluzinationen leidet und hinter dem ihn Tag und Nacht belästigenden Lärm die Nachbarn vermutet, kann es sein, dass er sich an diesen auf aggressive Weise rächt.“ </p>
<p>Zu den krankhaften Motiven sind laut Reinhard Haller auch Fanatismus und Querulanz zu zählen: „Gerade bei schweren Gewalttaten entwickelt sich Rache oft aus fanatischen Ideen und querulativen Einstellungen.“ Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“, die ihre fixe Überzeugung mit rücksichtslosem und aggressivem Einsatz vertreten und sich an allen rächen, die sich gegen ihre Ideen stellen. Heute sind derart rachebegünstigende Störungen bei politischen Extremisten und Terroristen sowie den sogenannten „Identitären“ zu finden. </p>
<p><strong>Querulanten sind Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie</strong></p>
<p>Die Rachebedürfnisse die mit den fanatischen Persönlichkeitsstörungen eng verwandten Querulanten resultieren nicht nur aus überwertigen Ideen, sondern aus einem narzisstischen Gerechtigkeitsgefühl. Querulanten, die treffend als „Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie“ beschrieben werden, sind unfähig zu Toleranz und Selbstreflexion. Reinhard Haller erläutert: „Den Rechts-, Karriere-, Ehe- und Kollektivquerulanten geht es weniger um persönliches Unrecht als ums Prinzip.“</p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Das ganze Leben dieser als pedantisch, humorlos und aggressiv beschriebenen Menschen dreht sich um angebliche Ungerechtigkeiten. All jene, die dafür verantwortlich gemacht werden, müssen die Reaktion dieses zahlenmäßig sehr kleinen, aber recht gefährlichen Menschenschlags fürchten: die Rache.“ Die extreme Stärke mancher Rachemotivation ist wohl am besten mit der bemerkenswerten Parallelität zur Sucht zu erklären. Auch dort geht der als angenehm empfundene berauschende Zustand bald in den durch Missbefindlichkeiten geprägten Entzug über. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Fanatismus wird oft mit Hass genährt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2020 06:45:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fanatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Fanatiker kann sich seines Fanatismus nicht in jedem Augenblick völlig sicher sein. Fanatismus verebbt ohne Nahrungszufuhr, daher muss er immer wieder aufs Neue genährt werden. Seine Nahrung sind flammender Hass und selbstwertbezogene Gefühle. Ernst-Dieter Lantermann ergänzt: „Beide zwingen das Denken unter ihre Regie und ermöglichen jene Vereinfachungen, Abschottungen, Verabsolutierungen, Zuspitzungen und Polarisierungen, die den ... <a title="Fanatismus wird oft mit Hass genährt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fanatismus-wird-oft-mit-hass-genaehrt.html" aria-label="Mehr Informationen über Fanatismus wird oft mit Hass genährt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Fanatiker kann sich seines Fanatismus nicht in jedem Augenblick völlig sicher sein. Fanatismus verebbt ohne Nahrungszufuhr, daher muss er immer wieder aufs Neue genährt werden. Seine Nahrung sind flammender Hass und selbstwertbezogene Gefühle. Ernst-Dieter Lantermann ergänzt: „Beide zwingen das Denken unter ihre Regie und ermöglichen jene Vereinfachungen, Abschottungen, Verabsolutierungen, Zuspitzungen und Polarisierungen, die den Kern eines jeden Fanatikers ausmachen.“ Ebbt die innere Erregung des Fanatikers ab, sei es durch Gewöhnung, Erschöpfung, nachlassende Wachsamkeit, mangelnde äußere Bedrohung oder durch Beschwichtigung oder Rückzug der Gegner, besteht die Gefahr einer Erosion des fanatischen Grundes durch Abkühlung des Denkens. Kaltes Denken geht einher mit Differenzierung, Reflexion, Abwägung, Überprüfung und Perspektivenvielfalt. Ernst-Dieter Lantermann war von 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel. <span id="more-2385"></span></p>
<p><strong>In den sozialen Medien häufen sich die Hasskommentare</strong></p>
<p>Der Fanatiker muss also stets für ein hohes Erregungsniveau sorgen, um seine fanatischen Grundsicherheiten nicht aufs Spiel zu setzen. Denn diese ermöglicht ihm erst seine Selbstgewissheit. Ernst-Dieter Lantermann erklärt: „Das kann ihm gelingen, indem er die Dosierung seiner hasserfüllten Taten immer weiter steigert. Das sieht man beim Vorgehen fanatischer Fremdenhasser, das wir seit längerem erfahren. Längst sind hasserfüllte Tiraden übergegangen in Brandstiftungen, gewalttätige Übergriffe bis zum versuchten Mord.“</p>
<p>Nach der Logik des Fanatismus muss sich die Gesellschaft auf immer noch schrecklichere fremdenfeindliche Gewalttaten gefasst machen. Eine andere Möglichkeit liegt im öffentlichen Bekenntnis, in der Sprache der Sozialpsychologie als Commitment bezeichnet. Seit einiger Zeit häufen sich in den sozialen Medien Hasskommentare. Dabei handelt es sich um widerlichste Anschuldigungen, Mord- und andere Drohungen gegen „Gutmenschen“, Fremdenfreunde und andere Feinde, die nicht anonym gepostet, sondern mit vollem Namen gezeichnet werden.</p>
<p><strong>Talkshows werden als Kampfbühnen organisiert</strong></p>
<p>Öffentliche Selbstbekenntnisse erhöhen die Selbstverpflichtung des Fanatikers, sich gegen jeden Widerstand als Fremdenhasser zu erklären. Diese stellen daher verlässliche Barrieren gegen innere Anfechtungen dar. Und gleichzeitig muss der öffentliche Bekenner immer wachsam bleiben, wenn er auf Leute trifft, die er kennt, die aber möglicherweise seinen Fremdenhass nicht teilen. Dadurch sondert er sich von diesen Menschen immer weiter ab. Irgendwann lebt er nur noch unter seinesgleichen, die sich gegenseitig in ihrem Fremdenhass bestätigen und anfeuern.</p>
<p>Eine weitere, an jedem Ort und zu jeder Zeit verfügbare Erregungsquelle sind die Massenmedien. Ernst-Dieter Lantermann stellt fest: „Talkshows werden als Kampfbühnen organisiert. Auf denen siege diejenigen, die ihre Position mit maximaler Zuspitzung  und höchster Theatralik vorführen. Der Talk ist gelungen, wenn er die Zuschauer in einen heftigen Erregungszustand versetzt, ob Wut, Verärgerung, Verachtung oder Mitleid, Bewunderung und begeisterte Zustimmung, spielt keine Rolle. Besonders nachrichtentauglich sind Äußerungen und Auftritte von Rechtspopulisten. Quelle: „Die radikalisierte Gesellschaft“ von Ernst-Dieter Lantermann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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