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	<title>Ego &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Diskussionen können ein Kampf sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jan 2025 02:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissten]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch verbal läuft das Spiel um den Status nicht immer gesittet ab. Diskussionen können ein Kampf sein. Mitja Back ergänzt: „Häufig ist gar nicht klar, was Wissen und was Meinung ist. Was die objektiv bessere Idee oder die zielführendere Lösung ist. Im Dschungel der Argumente orientieren wir und deswegen häufig an der Selbstsicherheit und Dominanz, mit der Menschen ihre Lösungsvorschläge vorbringen.“ Viele Menschen kennen Diskussionen in Gruppen, die sich immer mehr zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen zwei Egos zuspitzen. Die anderen Beteiligten verstummen und schauen etwas ungläubig zu. In diesen intellektuellen Schlachten geht es nicht mehr um das eigentliche Thema, sondern darum, die Diskussion zu „gewinnen“. Mitja Back ist seit 2012 Professor für Psychologische Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Münster. <span id="more-5840"></span></p>
<p><strong>Narzissten können sich im rohen Spielfeld des Ich durchsetzen</strong></p>
<p>Zwei Ichs kämpfen um die Vormacht in der Gruppe. Mitja Back erklärt: „Und im Endeffekt geht es dann für die Gruppe weniger darum, wer recht hat, sondern darum, wer verbal überlegen ist – wer den anderen dominieren kann.“ Ein wenig gleichen solche Diskussionen „Freestyle Battle Raps“, einer ursprünglichen Form des Rap, bei der sich zwei Kontrahenten kunstvoll im gegenseitig Dissen messen. Mit gezielten Pointen – sogenannten Punchlines – wird der Gegner beleidigt oder klein gemacht und die eigene Person erhöht.</p>
<p>Nach einigen Zeilen antwortet der Kontrahent mit einem Konter. So entwickelt sich eine Schlacht, die von einer drum herumstehenden Gruppe gespannt verfolgt wird. Mitja Back weiß: „Narzissten, die groß und stark, intelligent und sprachgewandt sind, können sich also auf diesem ursprünglichsten, dem rohen Spielfeld des Ich durchsetzen.“ In vielen Fällen jedoch reichen Körper und Geist für den Kampf um den Status nicht aus. Menschen gehen mit dem, was sie darstellen und im Leben bereits erreicht haben, in soziale Situationen.</p>
<p><strong>Das Selbst einer Person ist die Summe ihres Besitzes</strong></p>
<p>Sie werfen ihre Statussymbole in den Ring. Aber womit genau stellen sich Narzissten dar, wenn es nicht mehr nur um körperliche und sprachliche Überlegenheit geht. Mitja Back erläutert: „Interessanterweise gibt es eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Ich-Spielfelder. Hierunter auch solche, die man gar nicht erwarten würde. Anreize dafür, sozialen Status zu gewinnen, locken überall.“ Selbst in Gruppen, die auf Gleichheit, Gerechtigkeit und Großherzigkeit pochen.</p>
<p>Schon einer der Urväter der wissenschaftlichen Psychologie, William James, hat beschrieben, welche große Rolle Reichtum, Beruf und Sex für den Menschen spielen: „Das Selbst einer Person ist die Summe von allem, was sie ihr eigen nennen kann, nicht nur ihr Körper und ihre geistigen Kräfte, sondern auch ihre Kleidung und ihr Haus, ihr Partner …, ihr Ruf und Arbeit, ihr Land … und ihre Yacht und ihr Bankkonto.“ Das gilt vor allem für Narzissten. Denn: Der eigene Status in Gruppen erhöht sich durch finanziellen, beruflichen und sexuellen Erfolg. Quelle: „Ich!“ von Mitja Back</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Staunen kann das Ego ausschalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 May 2023 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeitsrestaurationstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
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					<description><![CDATA[Staunen könnte sich auf das Verhalten und die Art auswirken, wie Menschen miteinander umgehen. Warum sollten Menschen großzügiger sein, nachdem sie gestaunt haben? Lucy F. Jones vermutet: „Vielleicht sind sie dadurch ganz einfach besserer Stimmung.“ Staunen kann die Interessen von einer Person weg und hin zu anderen Menschen führen. Es kann Menschen dabei helfen, sich ... <a title="Staunen kann das Ego ausschalten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/lucy-f-jones-staunen.html" aria-label="Mehr Informationen über Staunen kann das Ego ausschalten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Staunen könnte sich auf das Verhalten und die Art auswirken, wie Menschen miteinander umgehen. Warum sollten Menschen großzügiger sein, nachdem sie gestaunt haben? Lucy F. Jones vermutet: „Vielleicht sind sie dadurch ganz einfach besserer Stimmung.“ Staunen kann die Interessen von einer Person weg und hin zu anderen Menschen führen. Es kann Menschen dabei helfen, sich einander verbunden zu fühlen und sich auf andere einzustellen. Es kann das Ego ausschalten, Alltagsprobleme vergessen lassen und die Aufmerksamkeit auf etwas Größeres lenken, das sich nur schwer fassen lässt. Vielleicht ist Staunen sogar ein Gegenmittel oder Kontrapunkt, vom allgegenwärtigen Narzissmus, von dem man befürchtet, er werde von den sozialen Medien befeuert. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times. <span id="more-4590"></span></p>
<p><strong>Es gibt zwei Arten von Aufmerksamkeit</strong></p>
<p>Auf dem Planeten Erde gibt es zahllose Gelegenheiten, um ins Staunen zu geraten. Nur verliert man sie, wenn Lebensräume schwinden und die Naturverbundenheit abhandenkommt. Wenn Lucy F. Jones darüber nachdenkt, ist die Erde wie fürs Staunen gemacht. Vielleicht habe das viele Menschen vergessen, aber wie könnte es anders sein? Auf der Erde herrscht ein wildes Spektakel, nur das die Wenigsten hinsehen und sich die Meisten nicht darum scheren. </p>
<p>Was genau meint man, wenn man von geistiger Gesundheit und Wohlbefinden spricht? Ein Aspekt geistiger Gesundheit, der im Zusammenhang mit Naturverbundenheit untersucht wurde, ist die Erholung, insbesondere die nach geistiger Erschöpfung. Das theoretische Fundament der Aufmerksamkeitsrestaurationstheorie (ART) bilden die Schriften und Denkansätze von William James, einem amerikanischen Psychologen und Philosophen des 19. Jahrhunderts. In seinen „Principles of Psychology“ (1890) erklärte William James, es gebe zwei Arten von Aufmerksamkeit. </p>
<p><strong>Durch freiwillige Aufmerksamkeit kann sich das Gehirn ausruhen</strong></p>
<p>Die erste, „freiwillige Aufmerksamkeit“ passiert von ganz allein. Wenn beispielsweise ein Reh auf den Weg springt oder man am Horizont ein Segelboot sieht, das die eigene Aufmerksamkeit erregt. Die zweite Art dagegen, die „willentliche Aufmerksamkeit“, erfordert Anstrengung und Konzentration. William James war der Ansicht, durch freiwillige Aufmerksamkeit könne das Gehirn ausruhen, um sich anschließend wieder mit willentlicher Aufmerksamkeit anderen Dingen zu widmen, wenn dies erforderlich ist. </p>
<p>Lucy F. Jones stellt fest: „Wir wissen von Neurotransmittern und wie sie funktionieren, dass Dopamin eine Rolle für unser Genussempfinden spielt, während Serotonin auf Stimmung, Schlaf und Körpertemperatur wirkt.“ Doch noch immer muss die Wissenschaft vieles lernen über das Gehirn als Gesamtkonstrukt und darüber, wie es auf seine Umwelt reagiert. Bisher haben sowohl Psychologie als auch Neurowissenschaften die Frage vernachlässigt, welchen Einfluss die Natur auf das Gehirn hat. Quelle: „Die Wurzeln des Glücks“ von Lucy F. Jones</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Destruktivität ist eine starke Kraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud entwickelte seine Idee des Gewissens in „Das Unbehagen in der Kultur“. Dabei zeigt er, wie sich Destruktivität gegen das eigene Selbst wenden kann. Da man seine eigene Destruktivität nicht vollständig ausschalten kann, entfesselt sie ihre Wirksamkeit als Über-Ich umso stärker. Judith Butler fügt hinzu: „Je nachdrücklicher das Über-Ich dem mörderischen Impuls zu entsagen ... <a title="Destruktivität ist eine starke Kraft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-gewissen.html" aria-label="Mehr Informationen über Destruktivität ist eine starke Kraft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud entwickelte seine Idee des Gewissens in „Das Unbehagen in der Kultur“. Dabei zeigt er, wie sich Destruktivität gegen das eigene Selbst wenden kann. Da man seine eigene Destruktivität nicht vollständig ausschalten kann, entfesselt sie ihre Wirksamkeit als Über-Ich umso stärker. Judith Butler fügt hinzu: „Je nachdrücklicher das Über-Ich dem mörderischen Impuls zu entsagen strebt, desto grausamer wird der psychische Mechanismus.“ In diesem Moment sind Aggression und Gewalt verboten. Aber weder sind sie vernichtet noch ausgeschaltet, da sie weiterhin ein aktives Leben gegen das Ego führen. Sigmund Freud wirft in gewissem Sinn eine ganz ähnliche Frage auf, wie sie auch Judith Butler stellt: „Was bringt uns dazu, das Leben des anderen bewahren zu wollen?“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4501"></span></p>
<p><strong>Man kann sich aktiv um den Schutz anderer Menschen bemühen</strong></p>
<p>Was im psychischen Leben hält Menschen von der Zufügung von Schaden ab, wenn mörderische Wünschen sie im Griff haben. Das psychoanalytische Denken kennt allerdings eine Alternative, welche die Frage positiv zu formulieren erlaubt: Welche Art Motivation wird im psychischen Leben aktiviert, wenn sich ein Mensch aktiv um den Schutz des Lebens eines anderen bemüht? Auf das Problem der Substitution zurückkommend, kann man fragen: Wie können unbewusste Formen der Substitution die „moralischen Gefühle“ beeinflussen und beleben?</p>
<p>Melanie Klein leistet in ihrem Essay „Liebe, Schuldgefühl und Wiedergutmachung“ einen psychoanalytischen Beitrag zur Moralphilosophie. Sie macht eben in der Dynamik von Liebe und Hass den Punkt aus, an dem Individual- und Sozialphilosophie zusammenkommen. Melanie Klein ist der Auffassung, dass der Wunsch, Menschen glücklich zu machen, mit „starken Gefühlen der Verantwortung und Sorge“ einhergeht. Und dass „echte Sympathie zu anderen Menschen“ auch bedeutet, dass man sich selbst „an die Stelle anderer Menschen“ setzt.</p>
<p><strong>Ständig findet eine Interaktion von Liebe und Hass statt</strong></p>
<p>Judith Butler ergänzt: „Identifikation führt uns hier so nahe es geht an die Möglichkeit des Altruismus heran.“ Melanie Klein schreibt: „Wir können nur dann die eigenen Gefühle und Wünsche außer Acht lassen oder bis zu einem gewissen Grade preisgeben, das heißt den Interessen und Emotionen der anderen Person eine Zeit lang die erste Stelle einräumen, wenn wir imstande sind, uns mit der geliebten Person zu identifizieren.“ Dies ist keine vollständige Selbstverneinung, denn indem man das Glück des geliebten Menschen will, teilt man auch seine Zufriedenheit.</p>
<p>Setzt man den anderen an die erste Stelle, gewinnt man auf eine Art wieder, was man auf eine andere geopfert hat. Hier findet sich in Melanie Kleins Text eine Fußnote, die mit der Bemerkung beginnt: „Wie ich anfangs erwähnt habe, findet in uns allen eine ständige Interaktion von Liebe und Hass statt.“ Folglich sollte niemanden überraschen, dass auch äußerst liebensfähige Menschen durchaus jene anderen Gefühle der Aggression und des Hasses zeigen können.“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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