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	<title>Beleidigung &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Ehrenmorde sind keine Seltenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Nov 2021 02:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beleidigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun. Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. Reinhard Haller ergänzt: „In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit.“ In einer altmodischen Formulierung ... <a title="Ehrenmorde sind keine Seltenheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ehre.html" aria-label="Mehr Informationen über Ehrenmorde sind keine Seltenheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun. Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. Reinhard Haller ergänzt: „In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit.“ In einer altmodischen Formulierung wird die Ehre als „Achtungswirklichkeit“ oder „verdienter Achtungsanspruch“ bezeichnet. Der britische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588 – 1679) betrachtete Ehre als Anerkennung der Macht durch andere. Es bleibt umstritten, ob es sich bei der Ehre um einen inneren Wert, vergleichbar der Menschenwürde, oder um etwas, das von außen beschädigt werden kann, handelt. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3136"></span></p>
<p><strong>5.000 Frauen und Mädchen werden im Namen der Ehre getötet</strong></p>
<p>In modernen neueren Definitionen wird zwischen dem eigenen Bezug zu Werten und Unwerten – dem Ehrgefühl – und den durch das eigene Handeln bewirkten Werten – dem Verantwortungsgefühl – unterschieden. In manchen Kulturen wird das Ansehen der Familie, der ethnischen Gruppe oder des religiösen Kollektivs über das individuelle und sogar das staatliche Wertesystem gestellt. Angriffe darauf können dramatische Kränkungsreaktionen bis hin zum sogenannten „Ehrenmord“ zur Folge haben. </p>
<p>Reinhard Haller erklärt: „Aus Tätersicht ist ein solches Schwerverbrechen zur Wiederherstellung der Ehre, insbesondere der Familie, gerechtfertigt. Das, was man wegen Fehlens eines befriedigenden Alternativausdrucks als Ehrenmord bezeichnet, ist aber ein soziales und kein religiöses Phänomen.“ Verlust der Ehre bedeutet für alle Gesichtsverlust. Ehrenmorde kommen vornehmlich, aber nicht ausschließlich in der islamischen Welt vor. Hierzulande fast nur bei Familien mit Migrationshintergrund. Laut einem UNO-Bericht werden jährlich mindestens 5.000 Frauen und Mädchen Opfer dieses schlimmsten Verbrechens, das im Namen der Ehre geschieht. </p>
<p><strong>Ehrenmorde sind typische Straftaten einer „Väterherrschaft“</strong></p>
<p>Da die Dunkelziffer sehr groß ist, sind die jährlichen Opferzahlen auf 10.000 bis 100.000 zu schätzen. Weltweit am meisten Fälle gibt es mit über 1.000 Opfern pro Jahr in Pakistan. In Deutschland sind laut Erkenntnissen des Bundeskriminalamts zwischen 1990 und 2005 insgesamt 55 Morde zur Wiederherstellung der Ehre begangen worden. Ehrenmorde werden vornehmlich in traditionell geprägten, patriarchalisch strukturierten Familien und Gesellschaften verübt. </p>
<p>Es sind also typische Straftaten einer „Väterherrschaft“ mit einem archaischen Verständnis der männlichen Ehre, schreibt der Kulturwissenschaftler Werner Schiffauer. Diese hat so hohen Wert, dass es nach Ansicht der Täter besser ist zu sterben, als ohne Ehre zu leben. Die Verletzung der Ehre kann durch Überschreiten der Grenze im innerfamiliären Bereich oder durch der Verhalten weiblicher Familienmitglieder erfolgen: durch voreheliche Beziehungen, durch Verlust der Jungfräulichkeit vor der Ehe, durch eheliche Untreue, aber auch durch Annehmen des westlichen Lebensstils. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Gefolgschaft der Kränkung ist zahlreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gefolgschaft der Kränkung bildet eine Reihe von abwertenden, ausgrenzenden und entwürdigenden sozialen Interaktionen, denen alle Kränkungselemente eigen sind. Reinhard Haller nennt Beispiele: „Dazu gehören Diffamierung und Diskreditierung, Verleumdung und üble Nachrede, besonders aber die Diskriminierung.“ Letztere bedeutet soziale Benachteiligung aufgrund von Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Behinderung, religiöses Bekenntnis oder sexuelle Präferenz. Heute ... <a title="Die Gefolgschaft der Kränkung ist zahlreich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-gefolgschaft-der-kraenkung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gefolgschaft der Kränkung ist zahlreich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gefolgschaft der Kränkung bildet eine Reihe von abwertenden, ausgrenzenden und entwürdigenden sozialen Interaktionen, denen alle Kränkungselemente eigen sind. Reinhard Haller nennt Beispiele: „Dazu gehören Diffamierung und Diskreditierung, Verleumdung und üble Nachrede, besonders aber die Diskriminierung.“ Letztere bedeutet soziale Benachteiligung aufgrund von Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Behinderung, religiöses Bekenntnis oder sexuelle Präferenz. Heute versucht man, diesen mit gesetzlichen Regelungen zur Gleichbehandlung, Gleichberechtigung und Gleichstellung entgegenzutreten. Aktuell erlebt man sie neben den scheinbar zeitlosen systematischen Diskriminierungen auf allen Ebenen des sozialen Bereichs in erster Linie im Umgang mit Kriegsflüchtlingen, Asylanten und Migranten. Andere Formen der Kränkung von großer individueller oder gesellschaftlicher Bedeutung sind Beleidigungen, Beschämung und im weiteren Sinn auch die Eifersucht. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3000"></span></p>
<p><strong>Bei Beleidigungen besteht ein gesellschaftlicher Konsens</strong></p>
<p>Die Beleidigung ist die offene, fassbare, durch die Allgemeinheit anerkannten Form der Kränkung. Als unmittelbar Verwandte der krank machenden Kränkung bringt sie, wie ihr Name schon sagt, dem Menschen Leid. Was als Beleidigung zu verstehen ist, liegt nicht allein in der individuellen Empfindlichkeit, sondern in der Wertung durch die Gesellschaft. Während normale Kränkungen selektiv wahrgenommen und in erster Linie vom Adressaten als solche definiert werden, besteht bei dem, was als Beleidigung gilt, ein gewisser gesellschaftlicher Konsens. </p>
<p>Vereinfacht könnte man auch sagen: Die Beleidigung ist jene Form der Kränkung, die auch von der Allgemeinheit als solche empfunden wird. Reinhard Haller ergänzt: „Im Gegensatz zur Kränkung lässt sich die Beleidigung recht konkret beschreiben oder zumindest normieren und ist Tatbestand der meisten Strafgesetzbücher.“ Zu den Straftaten gegen die Ehre zählt neben der Verleumdung und der üblen Nachrede auch die Beleidigung. Während eine Kränkung bereits durch eine Geste, einen als abwertend empfundenen Blick, durch mangelnde Beachtung oder fehlende Zuwendung ausgelöst werden kann, kommt es bei der Beleidigung auf die böse Absicht an. </p>
<p><strong>Gegen eine Beleidigung muss man sich wehren</strong></p>
<p>Obwohl der Ehrbegriff heute nicht mehr viel gilt und die Gesetzgebung der westlichen Demokratien die Ehre immer weniger schützt, fühlen sich mehr Menschen denn je beleidigt, besonders im Internet. Da Beleidigungen gleichsam einen offiziellen Status haben, ist es viel leichter, sich zu ihnen zu bekennen. Beleidigung ruft beim Durchschnittsmenschen Empörung hervor, Kränkung eher Bedauern und Mitleid. Gegen Beleidigung, so der gesellschaftliche Konsens, soll und muss man sich wehren. </p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun.“ Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit. Obwohl laut dem deutschen Rechtshistoriker Gerd Tellenbach bereits mehr als 60 Versuche unternommen worden sind, den Ehrbegriff zu definieren, gibt es keine einheitliche Beschreibung. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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