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	<title>Aggressivität &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Der Hass ist eine destruktive Urform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jan 2024 02:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem instinkttheoretischen Ansatz dient aggressives Verhalten der Erhaltung des Individuums. Die Triebtheorie sieht in der Aggression einen nach Entladung drängenden Trieb. Reinhard Haller ergänzt: „Die lerntheoretischen Erklärungen führen Aggression auf das Erlernen solchen Verhaltens am Vorbild aggressiver Menschen zurück.“ Die klassische Konditionierung sieht im „Lernen am Erfolg“ beziehungsweise Lernen durch Belohnung und/oder Bestrafung den ... <a title="Der Hass ist eine destruktive Urform" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-hass-ist-eine-destruktive-urform.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Hass ist eine destruktive Urform">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem instinkttheoretischen Ansatz dient aggressives Verhalten der Erhaltung des Individuums. Die Triebtheorie sieht in der Aggression einen nach Entladung drängenden Trieb. Reinhard Haller ergänzt: „Die lerntheoretischen Erklärungen führen Aggression auf das Erlernen solchen Verhaltens am Vorbild aggressiver Menschen zurück.“ Die klassische Konditionierung sieht im „Lernen am Erfolg“ beziehungsweise Lernen durch Belohnung und/oder Bestrafung den entscheidenden Entstehungsmechanismus. Da Hass ebenso wie Ärger, Zorn und Wut zu den emotionalen Aggressionsarten gehört, ist für sein Verständnis die Frustrations-Aggressions-Hypothese hilfreich. Nach dieser Theorie wird auf Frustrationen mit Aggressivität reagiert, so auch mit Hass. Dieser macht sich gleichsam Luft nach außen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5174"></span></p>
<p><strong>Der Todestrieb strebt nach Zerstörung und Tod</strong></p>
<p>Der Hass richtet sich meist gegen den Verursacher der Frustration, lässt sich aber, was für die Hassentwicklung nicht unwesentlich ist, auch auf andere Ziele verschieben. Zum Beispiel von einem ungerecht handelnden Lehrer auf die Institution Schule insgesamt. Aggression lässt sich grob einteilen in eine konstruktive und eine destruktive Form. Die entscheidende Frage ist nun, weshalb und wie sich die zunächst neutrale aggressive Urkraft in seine destruktivste Form, den Hass, umwandeln kann. </p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Sigmund Freud und die klassische Psychoanalyse erklären dies mit dem Todestrieb.“ Dessen Gegenspieler – der Eros – strebt nach Bindung, Vereinigung und Verschmelzung. Der Todestrieb richtet sich dagegen auf die Auflösung von Bindungen, auch jene im zwischenmenschlichen Bereich, auf Verletzung, ja auf Zerstörung der anderen, auf Erstarrung und Tod. Wenn es dem Todestrieb gelingt, die ganze Persönlichkeit des Menschen zu beherrschen, entstehen pathologische, durch und durch bösartige und hassbesetzte Charakterstrukturen. Das kann man bei den großen Despoten der Menschheit und den schlimmsten Verbrechern sehen. </p>
<p><strong>Alfred Adler unterscheidet zwischen zwei Hassphasen</strong></p>
<p>Alfred Adler (1870 – 1937), der Begründer der Individualpsychologie, Schüler und späterer Gegenspieler Sigmund Freuds, erklärt den Hass zwar auch mit dem Konzept des Aggressionstriebes, sieht aber die Hauptursache in Minderwertigkeitsgefühlen. Wenn jemand an einer organischen Schwäche oder auch an einer sozialen Benachteiligung leide, versuche er, diese auszugleichen. Oder, wie es in der Psychologie heißt, zu kompensieren, was zur Stärkung des Aggressionstriebes führe. Reinhard Haller stellt fest: „Je intensiver also diese Minderwertigkeit empfunden wird, desto stärker ist der Kompensationsversuch.“</p>
<p>Die Unterlegenheit empfindet man als Demütigung, auch durch Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls. Alfred Adler unterscheidet bei seinen Ausführungen zwischen zwei Hassphasen. Erstens die heiße Phase des Hasses und zweitens seine kalte Phase. In der heißen Phase will sich der Betroffene für die Demütigung rächen. Er versucht, den Verursacher seines Unglücks zu besiegen und strebt nach Übermacht und Überlegenheit. Das Gefühl der Überlegenheit kommt dann in der kalten Phase zum Ausdruck. Es zeigt sich nach außen in Abwertung, Arroganz und Zynismus. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein schnelles Nein überspielt die Unsicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2020 05:51:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[Nein]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen sagen zwar nein, aber tun es nicht gern. Sie fühlen sich genauso unsicher, wie diejenigen, die dann schlussendlich doch Ja zu allem sagen. Manchmal kommt das Nein schnell und immer ein bisschen schroff beim Gegenüber an. Tanja Baum erklärt: „Ganz so, als wolle man es nur schnell hinter sich bringen. Nur nicht überreden ... <a title="Ein schnelles Nein überspielt die Unsicherheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-schnelles-nein-ueberspielt-die-unsicherheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein schnelles Nein überspielt die Unsicherheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen sagen zwar nein, aber tun es nicht gern. Sie fühlen sich genauso unsicher, wie diejenigen, die dann schlussendlich doch Ja zu allem sagen. Manchmal kommt das Nein schnell und immer ein bisschen schroff beim Gegenüber an. Tanja Baum erklärt: „Ganz so, als wolle man es nur schnell hinter sich bringen. Nur nicht überreden lassen. Ganz schnell raus mit dem Nein, dann fragt der andere hoffentlich nicht mehr nach.“ Das schnelle Nein soll die eigene Unsicherheit überspielen helfen. Andere Personen wiederum haben keinerlei Probleme damit, in aller Deutlichkeit ein Nein zu formulieren. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass sich gegenüber den Forderungen ihrer Umwelt deutlich durchzusetzen haben. Tanja Baum, systemische Organisationsberaterin und Coach, gründete 1999 in Köln die Agentur für Freundlichkeit mit den Arbeitsschwerpunkten Beratung, Coaching, Training und Meditation. <span id="more-2406"></span></p>
<p><strong>Ein wütendes Nein verletzt leicht soziale Normen</strong></p>
<p>Ihre eigene Grenze haben diese Menschen sehr kurz abgesteckt. Bereits kleine Bitten werden schnell als unverschämte Forderung angesehen und rigoros abgelehnt. Dabei stoßen sie andere gern vor den Kopf. Man geht diesen Menschen meist aus dem Weg. Bitten und Fragen richte man nach Möglichkeit nicht mehr an sie. Somit geht deren Strategie des Neinsagens auf, allerdings unter starkem Verlust von Sympathien. Wer hart und unfreundlich ein Nein formuliert, hat oftmals Tipps zur eigenen Selbstbehauptung missverstanden.</p>
<p>Tanja Baum erläutert: „Gerade wer früher mit dem Neinsagen Schwierigkeiten hatte, läuft in Gefahr, ins andere Extrem zu verfallen. Bislang immer der Jasager, plötzlich dann der Ausbruch. Ein wütendes Nein aus heiterem Himmel verletzt leicht soziale Normen und Regeln.“ Die angestaute Wut entlädt sich darüber hinaus nicht selten auf das schwächste Glied der Kette. Jeder lädt gern seinen Zorn an dem ab, der sich gegenüber dem Stärkeren und Mächtigeren nicht zu wehren weiß.</p>
<p><strong>Aggressivität und Sanftheit bilden eine Einheit</strong></p>
<p>Tanja Baum wirft einen kleinen Blick in die asiatische Kultur, genauer gesagt in den Taoismus, denn dort zeigt sich die Welt in zwei Polaritäten: Das Yin als weibliches Element steht für Verbindung, Aufnahme, Kooperation und Intuition. Das Yang als die männliche Gegenhälfte steht dagegen für Abgrenzung, Eindringen, Konkurrenz, Verstand und Rationalität. Beide Seiten für sich sind einseitig und unvollkommen. Erst durch die gegenseitige Ergänzung entsteht Ganzheit.</p>
<p>Erst, wenn das Aggressive und die nachgiebige Sanftheit zusammenkommen, ist der Mensch eine Einheit. Dies bedeutet, dass jeder Mensch deutliche „Ich-Grenzen“ braucht, um sich selbst in der Umwelt durchzusetzen und Widerstand zu bilden. Gleichzeitig sollte aber immer wieder abgewogen werden, wie diese Grenzen gesetzt werden und ob die eigenen Grenzen nicht auch manchmal nach hinten geschoben werden können. Umgekehrt: Anerkennung zu bekommen und gemocht zu werden, ist im Leben eines Menschen sicherlich ein wichtiger Aspekt. Der Preis dafür sollte jedoch nicht immer in der Aufgabe eigener Wünsche und Vorstellungen liegen. Quelle: „Die Kunst, freundlich Nein zu sagen“ von Tanja Baum</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Narzissten glauben an ihre eigene Grandiosität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2020 06:17:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Der griechische Jüngling Narziss sah sein Spiegelbild im Wasser und war so entzückt, dass er sich in sich selbst verliebte. Nach dieser Geschichte aus der griechischen Mythologie prägte Sigmund Freud den Begriff des Narzissmus. Dieser Persönlichkeitszug steht gleichzeitig in Verbindung mit einer hohen Aggressivität. Hans-Peter Nolting erklärt: „Ähnlich wie die Psychopathen glauben die Narzissten an ... <a title="Narzissten glauben an ihre eigene Grandiosität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/narzissten-glauben-an-ihre-eigene-grandiositaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Narzissten glauben an ihre eigene Grandiosität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der griechische Jüngling Narziss sah sein Spiegelbild im Wasser und war so entzückt, dass er sich in sich selbst verliebte. Nach dieser Geschichte aus der griechischen Mythologie prägte Sigmund Freud den Begriff des Narzissmus. Dieser Persönlichkeitszug steht gleichzeitig in Verbindung mit einer hohen Aggressivität. Hans-Peter Nolting erklärt: „Ähnlich wie die Psychopathen glauben die Narzissten an die eigene Grandiosität: Ich bin ein ganz besonderer Mensch und anderen überlegen. Doch anders als bei Psychopathen hat ihre Aggressivität stärker einen ärgerlich-empfindlichen Charakter.“ Besonders aggressiv reagieren Narzissten nämlich auf Bedrohungen ihres Selbstbildes. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn jemand ihre Großartigkeit in Frage stellt. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt. Viele Jahre lehrte er als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2307"></span></p>
<p><strong>Narzissten nutzen gerne andere Menschen aus</strong></p>
<p>Manche Narzissten reagieren schon auf kleinste Anzeichen von Kritik oder Geringschätzung mit heftiger Wut oder gar Gewalt. Mit ihrer aggressiven Reaktion bestrafen sie die Kritiker. Sie bringen sie prompt zum Schweigen und schüchtern sie ein. Insofern handelt es sich um die Mischung einer Aggression aus Vergeltung und Abwehr. Zusätzlich stärken Narzissten ihr Ego, wenn sie wieder einmal über einen Widersacher dominieren. Aufgrund ihrer Großartigkeit fühlen sie sich zudem berechtigt, andere Menschen für sich auszunutzen, und hierin ähneln sie wieder den Psychopathen.</p>
<p>Um einem Missverständnis vorzubeugen, betont Hans-Peter Nolting: „Hohe Selbstwertschätzung – Zufriedenheit mit sich selbst – ist per se nicht problematisch. In der Regel ist sie ein Zeichen seelischer Gesundheit und nicht mit Feindseligkeit verbunden.“ Nicht wenige Menschen, die eine gute Meinung von sich haben, sind offen für Kritik und können mit ihr sachlich und gelassen umgehen. Bei Narzissten ist das anders. Denn ein grandioses Selbstbild, das sie von sich haben, ist etwas anderes als eine positive Selbstwertschätzung.</p>
<p><strong>Das Selbstbild der Narzissten ist verletzlich</strong></p>
<p>Ein Kernproblem der Narzissten, so vermuten die Sozialpsychologen Brad Bushman und Roy Baumeister, besteht darin, dass ihr Selbstbild unrealistisch ist, das es kein solides Fundament hat. Ihre Leistungen sind nicht so großartig, ihre Attraktivität ist nicht so unwiderstehlich, ihr Einfluss auf andere nicht so bedeutsam, wie sie von sich glauben. Das erzeugt zwangsläufig eine Angriffsfläche. So legen denn die Forschungen auch nahe, dass Narzissten zwar im Allgmeinen die allerbeste Meinung von sich haben, ihr Selbstbild aber nicht stabil ist, sondern von Tag zu Tag schwanken kann.</p>
<p>Das Selbstbild der Narzissten ist also nicht gefestigt, sondern verletzlich. Und das liegt offenbar daran, dass die Selbsteinschätzung auf tönernen Füßen steht. So sind Narzissten wohl in erster Linie Beschützer ihres Egos, die danach streben, immer überlegen zu sein, die aber ab und zu spüren, dass sie es nicht sind. Bei manchen Menschen wiederum hat die Aggressivität mit ausgeprägten Machtstreben zu tun. Es ist denkbar, dass ihre aggressiven Neigungen im Wesentlichen nur in den Positionen zu Geltung kommen, in denen sie Macht ausüben, und sie sich in anderen Kontexten kollegialer und kooperativer verhalten. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt Alternativen zur Aggressivität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2020 11:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltenstherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt viele Wege zur Minderung von Aggression, aber keinen Königsweg. Denn naturgemäß hängt es von der Art des Problems ab, welches Vorgehen Erfolg verspricht. Hans-Peter Nolting nennt Beispiele: „Für friedliches Spielen im Kindergarten zu sorgen ist eine andere Aufgabe, als Frieden zwischen Bürgerkriegsparteien zu stiften, und das Klima in einer Paarbeziehung zu verbessern ist ... <a title="Es gibt Alternativen zur Aggressivität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-alternativen-zur-aggressivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt Alternativen zur Aggressivität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Wege zur Minderung von Aggression, aber keinen Königsweg. Denn naturgemäß hängt es von der Art des Problems ab, welches Vorgehen Erfolg verspricht. Hans-Peter Nolting nennt Beispiele: „Für friedliches Spielen im Kindergarten zu sorgen ist eine andere Aufgabe, als Frieden zwischen Bürgerkriegsparteien zu stiften, und das Klima in einer Paarbeziehung zu verbessern ist etwas anderes, als eine Sozialtherapie mit kriminellen Gewalttätern durchzuführen.“ Aus der Tatsache, dass geringe Aggressivität grundsätzlich möglich ist, wie man an vielen Menschen sehen kann, ergibt sich fast von selbst die Frage: Worauf beruht sie, und lässt sie sich zumindest in gewissem Ausmaß gezielt herbeiführen? Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2277"></span></p>
<p><strong>Aggressionen sollte frühzeitig entgegengewirkt werden</strong></p>
<p>Die Beeinflussung personaler Aspekte ist das Feld von Erziehung, Bildung und Therapie. Sie alle stellen sich die Aufgabe, auf die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Menschen Einfluss zu nehmen. Und das kann auch mit dem Ziel geschehen, ausgeprägte Aggressivität frühzeitig zu verhindern oder nachträglich zu korrigieren. Der erste Typ personenbezogener Einflussnahme zielt darauf ab, Aggressionshemmungen, also Vermeidungsmotive zu erzeugen. Man will Menschen dahin führen, dass sie einem Impuls zu aggressiven Verhalten nicht nachgeben.</p>
<p>Hans-Peter Nolting erläutert: „Erziehende und ebenso Gerichte verfolgen dieses Ziel, indem sie Strafen androhen oder erteilen. Das Weiteren wirkt die moralische Erziehung darauf hin, durch Belehrungen, Gebote und Verbote eine ablehnende Haltung gegenüber bestimmten Aggressionshandlungen zu fördern.“ Allerdings divergieren Kulturen und einzelne Erziehende darin, welche Handlungen als unzulässig und welche als zulässig anzusehen sind. Eine vollkommen pazifistische, jegliche Aggression ablehnende Werthaltung wird selten angestrebt.</p>
<p><strong>Die kognitive Verhaltenstherapie beeinflusst Emotionen </strong></p>
<p>Menschen mithilfe von Strafen und durch moralische Sozialisation zur Unterlassung aggressiven Verhaltens zu bewegen ist sicherlich ein naheliegender Lösungsansatz. Fachleute, die sich professionell mit der Veränderung von antisozialem Verhalten beschäftigen – in der Erziehung, Sozialarbeit, Psychotherapie und modernem Justizvollzug –, setzen jedoch meist andere Akzente. So besteht ein anderer personenbezogener Ansatz darin, Motive für aggressives Verhalten zu schwächen, statt lediglich Motive gegen aggressives Verhalten zu stärken. Es geht hier um eine Änderung von Bewertungsmustern, und die ist prinzipiell möglich, wenn auch meistens nicht einfach zu erreichen.</p>
<p>Hans-Peter Nolting erklärt: „Bewertungen bestehen aus Gedanken und Gefühlen. Und es ist der gedankliche Anteil – das Auffassen, Ablehnen und Gutheißen – über den sich auch Gefühle verändern lassen.“ Wie insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie bewiesen hat, lassen sich Emotionen wie Angst, Ärger und sogar Depressionen beeinflussen. Nämlich dann, wenn Menschen eigene problematische Denkweisen erkennen, hinterfragen und durch vernünftigere ersetzen. In einem dritten Typ der personenbezogenen Beeinflussung geht es um die Förderung positiver Verhaltenskompetenzen. Denn es gibt fast immer Alternativen zu aggressiven Verhaltensweisen. Man kann beispielsweise einen Ärger mitteilen, statt ihn auszuagieren. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeremy Rifkin fordert eine „empathische Zivilisation“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2019 08:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „Empathie“ hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere gemacht, selbst Politiker wie der amerikanische Präsident Barack Obama klagen über fehlende Empathie, und Vordenker wie Jeremy Rifkin fordern gar eine „empathische Zivilisation“. Auch Straftaten werden heute gerne damit erklärt, dass der Täter einen Mangel an Empathie habe und daher im Gefängnis oder in ... <a title="Jeremy Rifkin fordert eine „empathische Zivilisation“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jeremy-rifkin-fordert-eine-empathische-zivilisation.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeremy Rifkin fordert eine „empathische Zivilisation“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff „Empathie“ hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere gemacht, selbst Politiker wie der amerikanische Präsident Barack Obama klagen über fehlende Empathie, und Vordenker wie Jeremy Rifkin fordern gar eine „empathische Zivilisation“. Auch Straftaten werden heute gerne damit erklärt, dass der Täter einen Mangel an Empathie habe und daher im Gefängnis oder in der Therapie dazu gebracht werden müsse, mehr Empathie zu empfinden. In Ulrich Schnabel regt sich Widerspruch: „Solange Empathie jedoch lediglich als Einfühlung verstanden wird, garantiert ein Mehr davon noch längst kein friedlicheres oder freundlicheres Verhalten.“ Zum einen ist die Empathie nämlich meist nur auf die Angehörigen der eigenen Gruppe beschränkt und dient damit als Abgrenzung gegen andere. Ulrich Schnabel ist Wissenschaftsredakteur der Wochenzeitung „Zeit“ und Autor mehrerer erfolgreicher Sachbücher. <span id="more-2119"></span></p>
<p><strong>Aggressivität lässt sich nicht mit einem Mangel an Einfühlung erklären</strong></p>
<p>Zum anderen beweist auch das Verhalten von Psychopathen, dass besseres Einfühlungsvermögen nicht notgedrungen zu mehr Menschlichkeit führt. Ulrich Schnabel erklärt: „Rabiate Psychopaten zeichnen sich nämlich oft gerade durch die Fähigkeit aus, sich bestens in die Psyche ihrer Opfer einfühlen und diese nach Belieben manipulieren zu können.“ Das Einfühlen führt eben nicht notwendigerweise auch zu Mitgefühl. Der Forensik-Psychiater Hans-Ludwig Kröber hält deshalb die übliche Diagnose vom Mangel an Empathie bei Straftätern für modisches Gerede.</p>
<p>Auch eine Meta-Studie des Psychologen David Vachon zeigt, dass Aggressivität sich in der Regel nicht durch einen Mangel an Einfühlung erklären lässt. Der Zusammenhang zwischen Aggression und Empathie sei „überraschend schwach“ stellte David Vachon fest, nachdem er 86 Studien zum Thema ausgewertet hatte. David Vachon kritisiert: „Diese Befund ist ausgesprochen beunruhigend angesichts der großen Rolle, die Empathie derzeit bei der Diagnose von Aggressionsstörungen, der Einschätzung der künftigen Gefährlichkeit und der Behandlung von Straftätern spielt.“</p>
<p><strong>Nur dauerhaftes Engagement führt zu tiefgreifenden Veränderungen im Verhalten</strong></p>
<p>Statt einfach mehr Einfühlung zu fordern, sollte man eher fragen, wie man eine grundsätzlich menschenfreundlichere Haltung fördert, die durch Mitgefühl und Rücksichtnahme gekennzeichnet ist. Das ist übrigens nicht notwendigerweise mit dem Buddhismus verknüpft. Auch das Christentum predigt schließlich seit rund 2.000 Jahren Mitgefühl und Solidarität mit den Schwachen. Die „Mitleidenschaft“ oder „Compassion“ ist dem Theologen Johann Baptist Metz zufolge sogar der Kern des Christentums und seine zentrale Botschaft für die Menschheit.</p>
<p>Ein paar Stunden Mitgefühlsmeditation oder ein paar Tage Mitarbeit im Altenheim können allenfalls ein Anstoß sein, um wirklich eine mitfühlende Sicht auf die Welt zu entwickeln. Um tiefgreifende Veränderung im Verhalten zu bewirken, braucht es ein dauerhaftes Engagement. Denn mentale und emotionale Veränderungen brauchen Zeit. Es kann allerdings durchaus sein, dass man sich kurzfristige weniger gestresst und ausgeglichener fühlt. Messbare biochemische Veränderungen treten allerdings erst nach einigen Monaten auf. Quelle: „Was kostet ein Lächeln“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Selbstkontrolle verhindert aggressives Verhalten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/selbstkontrolle-verhindert-aggressives-verhalten.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2018 08:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstkontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[Um die sichtbare Aggressivität eines Menschen zu verstehen, reicht es nicht aus, nur auf die treibenden Faktoren zu schauen, sondern ebenso muss man auch die hemmenden Faktoren berücksichtigen, vor allem Angst vor negativen Folgen sowie moralische Einstellungen. Durch sie ist die sichtbare Aggressivität bei den meisten Menschen viel geringer als die inneren Tendenzen. Hans-Peter Nolting ... <a title="Selbstkontrolle verhindert aggressives Verhalten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/selbstkontrolle-verhindert-aggressives-verhalten.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstkontrolle verhindert aggressives Verhalten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um die sichtbare Aggressivität eines Menschen zu verstehen, reicht es nicht aus, nur auf die treibenden Faktoren zu schauen, sondern ebenso muss man auch die hemmenden Faktoren berücksichtigen, vor allem Angst vor negativen Folgen sowie moralische Einstellungen. Durch sie ist die sichtbare Aggressivität bei den meisten Menschen viel geringer als die inneren Tendenzen. Hans-Peter Nolting erläutert: „Bei einem Teil der hochaggressiven Personen sind solche Hemmungen nur schwach ausgeprägt. Psychopathen haben keine Angst vor negativen Folgen, ebenso wie Despoten, eine positive Einstellung zu Gewalt und aggressiver Machtausübung.“ In anderen Fällen aber sin die Hemmungen des betreffenden Menschen immerhin so gut entwickelt, dass er gewöhnlich unaggressiv, wenn nicht sogar liebenswürdig erscheint. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1915"></span></p>
<p><strong>Straftäter verfügen nur über eine schwache Selbstkontrolle</strong></p>
<p>Diese Menschen leben ihre aggressive Neigung, wie etwa sexuellen Sadismus, ausschließlich in risikolosen Situationen aus. Andere Täter sind so „überkontrolliert“, dass sie jede aggressive Äußerung oder auch nur energisches Auftreten vermeiden und daher selber wiederholt zum leichten Opfer werden – bis sie einmal in einer kritischen Situation „überreagieren“. Des Weiteren gibt es Menschen, die über Monate oder Jahre auf eine einzige Gewalthandlung hinarbeiten, etwa ein Attentat oder einen Amoklauf, und dabei weitgehend zu verbergen wissen, welche Verbrechen sie jeden Tag in ihrer Phantasie verüben. </p>
<p>Hans-Peter Nolting erklärt: „Um aggressives Verhalten zu vermeiden, braucht man häufig ein beachtliches Maß an Selbstkontrolle, und die ist nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des Könnens. Manchen Menschen möchten sich im Zaume halten, aber ihre Fähigkeit zur Selbststeuerung reicht nicht aus.“ Eine schwache Selbstkontrolle ist nach dem amerikanischen Sozialpsychologen Roy Baumeister eine typische Problematik vieler Straftäter. Sie haben ihre Affekte bei Streitigkeiten weniger unter Kontrolle aus die meisten Menschen. </p>
<p><strong>Das Verhalten eines Menschen ist eine Frage seiner Kompetenzen</strong></p>
<p>Viele Straftäter neigen zudem auch zu ungezügeltem Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen, ebenso zu impulsiven sexuellen Handlungen. Sie verursachen überdurchschnittlich oft Unfälle im Straßenverkehr, gehen unvernünftig und planlos mit Geld um und verlieren schnell wieder einen Job, weil sie nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen und bei anstrengenden Aufgaben nicht durchhalten. Gewiss hängt das Verhalten eines Menschen maßgeblich davon ab, was er anstrebt oder was er vermeiden möchte – aber eben auch davon, was er kann oder was er nicht kann.</p>
<p>Aggressives ebenso wie sozial-positives Verhalten ist immer auch zu einem Gutteil eine Frage von Kompetenzen: körperlichen, sprachlichen und kognitiven. Für Prügeleien braucht man Körperkräfte, für Spott und Häme braucht man den passenden Wortschatz, und der Gebrauch von Waffen muss in der Regel eigens trainiert werden. Auf der sozial-positiven Seite kann demgegenüber beispielsweise eine gute Kompetenz in der Kommunikation helfen, eine aufgeheizte Stimmung zu entschärfen oder einen Konflikt friedlich zu regeln. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein positives Selbstwertgefühl ist keineswegs die Ursache für Aggressivität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2017 08:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Hans-Peter Nolting betont, dass es nicht „die“ aggressive Persönlichkeit nicht gibt, sondern eine Reihe von Persönlichkeitszügen, die zu hoher Aggression beitragen. Gehören dazu auch Minderwertigkeitsgefühle? Hans-Peter Nolting erklärt: „Nach einer verbreiteten Ansicht überspielen Menschen mit ihrem harten, verletzenden und auftrumpfenden Verhalten, dass sie tief im Innern unter Selbstwertproblemen, unter Minderwertigkeitsgefühlen leiden.“ Das hört man nicht ... <a title="Ein positives Selbstwertgefühl ist keineswegs die Ursache für Aggressivität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-positives-selbstwertgefuehl-ist-keineswegs-die-ursache-fuer-aggressivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein positives Selbstwertgefühl ist keineswegs die Ursache für Aggressivität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hans-Peter Nolting betont, dass es nicht „die“ aggressive Persönlichkeit nicht gibt, sondern eine Reihe von Persönlichkeitszügen, die zu hoher Aggression beitragen. Gehören dazu auch Minderwertigkeitsgefühle? Hans-Peter Nolting erklärt: „Nach einer verbreiteten Ansicht überspielen Menschen mit ihrem harten, verletzenden und auftrumpfenden Verhalten, dass sie tief im Innern unter Selbstwertproblemen, unter Minderwertigkeitsgefühlen leiden.“ Das hört man nicht nur in Alltagsdiskussionen, auch in Teilen der psychologischen Literatur wird diese Deutung vertreten. Das auffällig aggressive Verhalten wäre demnach nur eine Fassade. Doch wie kann man wissen, ob sich dahinter tatsächlich ein angeschlagenes Selbstwertgefühl verbirgt? Niemand kann das sehen, und die Betroffenen selbst klagen gewöhnlich nicht über „Komplexe“. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1779"></span></p>
<p><strong>Ein positives Selbstwertgefühl ist durchaus ein Zeichen seelischer Gesundheit</strong></p>
<p>Kaum jemand hat sich mit dem Thema so intensiv beschäftigt wie der amerikanische Sozialpsychologe Roy Baumeister, und er verweist auf eine ganze Liste von Befunden, die gegen die Hypothese von Minderwertigkeitsgefühlen sprechen: „Typisch für Menschen mit niedrigem Selbstgefühl ist nicht Aggressivität, sondern im Gegenteil eher gehemmtes, unsicheres, schüchternes Verhalten und Gefühle wie Scham, Angst und Depression.“ Wenn man auf einen hochaggressiven Menschen trifft, dann ist es wahrscheinlicher, dass er positiv von sich denkt als negativ. </p>
<p>Aus diesem Tatbestand darf man allerdings nicht den Umkehrschluss ziehen, ein hohes Selbstwertgefühl fördere Aggressivität. Normalerweise ist ein positives Selbstwertgefühl durchaus ein Zeichen seelischer Gesundheit und keineswegs die Ursache für Aggressivität. Hans-Peter Nolting erläutert: „Wer zum Beispiel aufgrund seiner Kompetenzen und sozialen Einbindungen mit sich zufrieden ist, kann auch auf Kritik gelassen und konstruktiv reagieren.“ Aber es scheint so zu sein, dass es unter all den Menschen mit hohem Selbstwertgefühl auch spezielle Typen mit hoher Aggressivität gibt. </p>
<p><strong>Das Selbstbild eines Narzissten ist unrealistisch überhöht</strong></p>
<p>Hier ist vor allem an Psychopathen und Narzissten zu denken. Narzissten sind allerdings nicht wirklich mit sich zufrieden. Zwar halten sie sich für grandios, doch ihr Selbstbild ist verletzlich, weil es unrealistisch überhöht ist und zwangsläufig auf Widerspruch stößt. Gegen diese Bedrohung seines Egos kämpft der Narzisst auch mit aggressiven Mitteln, und darin kann man einen Versuch sehen, den Mangel an echtem Fundament zu kompensieren. Ihm deshalb einen „Minderwertigkeitskomplex“ zuzuschreiben, ginge aber zu weit. </p>
<p>Ebenfalls in die Richtung von Kompensation gehen Befunde der Psychologen Nathanael Fast und Serena Chen, die nahelegen, dass von Personen in ranghohen Positionen sich jene häufiger aggressiv verhalten, die für ihren Job nicht hinreichend kompetent sind. Offenbar spüren sie ihre Schwäche, sehen ihre Position bedroht und wollen durch aggressives Auftreten die Kontrolle bewahren. Allerdings ist ein solches Verhalten in einer Situation der Überforderung etwas anderes als ein Minderwertigkeitsgefühl als Persönlichkeitszug. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Die individuelle Aggressivität ist eine klar umrissene Eigenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Sep 2017 06:01:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Menschen sind gefürchtet wegen ihrer Neigung zu Wutausbrüchen, zu hämischen Bemerkungen oder körperlicher Gewalt, während andere keiner Fliege etwas zuleide tun. Diese Unterschiede lassen sich nur sehr begrenzt aus dem jeweiligen Alter oder Geschlecht erklären. Laut Hans-Peter Nolting muss man die individuelle Aggressivität verstehen: „Welche Motive, Einstellungen und Temperamentsmerkmale, welche Fähigkeiten oder Defizite können ... <a title="Die individuelle Aggressivität ist eine klar umrissene Eigenschaft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-individuelle-aggressivitaet-ist-eine-klar-umrissene-eigenschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Die individuelle Aggressivität ist eine klar umrissene Eigenschaft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Menschen sind gefürchtet wegen ihrer Neigung zu Wutausbrüchen, zu hämischen Bemerkungen oder körperlicher Gewalt, während andere keiner Fliege etwas zuleide tun. Diese Unterschiede lassen sich nur sehr begrenzt aus dem jeweiligen Alter oder Geschlecht erklären. Laut Hans-Peter Nolting muss man die individuelle Aggressivität verstehen: „Welche Motive, Einstellungen und Temperamentsmerkmale, welche Fähigkeiten oder Defizite können ihr zugrunde liegen? Welche Rolle spielt dabei die Lebensgeschichte, welche Rolle spielen angeborene Faktoren?“ Nur so kann man herausfinden, wie dieser Mensch ist und wie er so geworden ist. Die individuelle Aggressivität ist für Hans-Peter Nolting eine klar umrissene Eigenschaft, in der sich die Menschen nur quantitativ – wenig bis sehr aggressiv – unterscheiden. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1720"></span></p>
<p><strong>Aggressivität lässt sich nach den vorherrschenden Motiven differenzieren</strong></p>
<p>Menschen unterscheiden sich auch qualitativ in der Art ihrer Aggressivität. Ein aggressiver Mensch muss nicht rundum aggressiv sein. Statt von der Aggressivität wäre somit eher von Aggressivitäten zu sprechen, wenngleich dies sprachlich unüblich ist. Hans-Peter Nolting erläutert: „Am leichtesten lassen sich Unterschiede in den Verhaltensweisen erkennen: „Zeigt jemand vorrangig verbale, körperliche oder versteckte Aggressionsformen, oder treten alle gleichermaßen auf?“ Wer häufig mit Worten attackiert, muss es nicht auch mit Fäusten und Waffen tun, und manche bevorzugen vielleicht Angriffe hinter dem Rücken des Opfers. </p>
<p>Interessanter aber ist es laut Hans-Peter Nolting, Typen der Aggressivität nach den vorherrschenden Motiven zu differenzieren. Manche Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit Drohungen und Gewaltanwendung Zwang ausüben, um bestimmte Ziele zu erreichen. Ihre Antriebe sind zum Beispiel das Streben nach Macht, Habgier oder ein starkes Bedürfnis nach Beachtung. Das wäre dann eine aktiv-instrumentelle, auf Nutzeffekte gerichtete Aggressivität. Für andere Menschen hingegen ist es typisch, dass sie leicht Ärger und feindselige Gefühle empfinden, die sie in heftigen Gegenreaktionen oder gar gezielten Racheakten zum Ausdruck bringen. </p>
<p><strong>Psychopathen fallen immer durch antisoziales Verhalten auf</strong></p>
<p>Ihre Aggressivität ist mithin reaktiv-emotionaler Art. Und einige suchen sogar für puren Lustgewinn nach Gelegenheiten, andere zu attackieren oder zu quälen. Wer zu reaktiver Ärger-Aggression neigt, übt möglicherweise kaum einmal Zwang aus, um sich egoistisch durchzusetzen. Und wer eben dies zu tun pflegt, bleibt emotional vielleicht ziemlich kühl. Ebenso aber ist es möglich, dass mehrere Aggressivitäten zusammenkommen. Es gibt durchaus Machtmenschen, die sich leicht verletzt fühlen und zugleich rücksichtslos ihre Interessen durchsetzen. </p>
<p>Psychopathie bedeutet vom Wort her Krankheit der Psyche. Heute ist es jedoch ein Fachausdruck für eine Störung der Persönlichkeit, die sich sehr gravierend im Verhalten gegenüber den Mitmenschen bemerkbar macht. Daher wird sie auch Soziopathie genannt. Antisoziale Personen sind keineswegs immer Psychopathen, aber umgekehrt fallen echte Psychopathen immer durch antisoziales Verhalten auf: durch Lügen, Betrügen und Gewalt. Zu den Persönlichkeitsmerkmalen, die ihrem Verhalten zugrunde liegen, gehören vor allem ein schwaches Gefühlsleben und eine starke Selbstüberhöhung. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Bestimmte aggressive Handlungen kann man durchaus positiv bewerten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jul 2017 06:47:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man Aggression als gezieltes Wehtun und Schädigen definiert, so ruft das nicht selten Widerspruch hervor: „Aggression sollte man nicht nur negativ sehen, sie kann doch auch gute Seiten haben.“ Die Argumente, die hierfür vorgebracht werden, gehen nach der Erfahrung von Hans-Petr Nolting in drei Richtungen: „Die erste geht von einem ganz andersartigen, sehr weit ... <a title="Bestimmte aggressive Handlungen kann man durchaus positiv bewerten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bestimmte-aggressive-handlungen-kann-man-durchaus-positiv-bewerten.html" aria-label="Mehr Informationen über Bestimmte aggressive Handlungen kann man durchaus positiv bewerten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man Aggression als gezieltes Wehtun und Schädigen definiert, so ruft das nicht selten Widerspruch hervor: „Aggression sollte man nicht nur negativ sehen, sie kann doch auch gute Seiten haben.“ Die Argumente, die hierfür vorgebracht werden, gehen nach der Erfahrung von Hans-Petr Nolting in drei Richtungen: „Die erste geht von einem ganz andersartigen, sehr weit gefassten Aggressionsbegriff aus. Sie meint alle Formen des „In-Angriff-Nehmens“, des offensiven Verhaltens, angelehnt an den lateinischen Ursprung des Wortes: aggredi = herangehen.“ Tatkraft, energisches Auftreten, zupackendes Arbeiten, überhaupt jede kraftvolle Aktivität sind dann eine Form von Aggression. Dehnt man den Begriff der Aggression in dieser Weise aus, bekommt er zwangsläufig auch positive Facetten. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-1700"></span></p>
<p><strong>Aggressives Verhalten ist ein Ausdruck natürlicher Emotionen</strong></p>
<p>Hans-Peter Nolting warnt: „Doch so eine Ausweitung stiftet nur Verwirrung.“ Deshalb: Wenn man Tatkraft meint, sollte man Tatkraft sagen und nicht Aggression. Die zweite Argumentationslinie sieht das Gute der Aggression in den positiven Ergebnissen: Wird der Tyrannenmord nicht zu Recht von den meisten Menschen gutgeheißen, weil er viel Leid beenden kann? Diese Argumentation – im Kern: Der Zweck heiligt die Mittel – lässt sich gewiss nicht pauschal zurückweisen. Selbst pazifistisch denkende Menschen sehen manchmal keinen anderen Ausweg als Gewalt. </p>
<p>Man kann mithin bestimmte aggressive Handlungen durchaus positiv bewerten, obwohl sie – sonst wären sie nicht aggressiv – gezielt schädigen und wehtun. Uns selbstverständlich kann ein und dieselbe aggressive Handlung von zwei Menschen ganz unterschiedlich bewertet werden. Was die „richtige“ Bewertung ist, liegt außerhalb der Wissenschaft. Bewertungen sind letztlich subjektiv und oft auch sehr parteiisch, im persönlichen Umgang ebenso wie im politischen Feld. Die dritte Argumentation bewertet aggressives Verhalten positiv, weil es ein natürlicher Ausdruck natürlicher Emotionen und daher völlig legitim sein. </p>
<p><strong>Ohne Opfer gäbe es kein Aggressionsproblem</strong></p>
<p>In eben diese Richtung argumentiert unter anderem der dänische Familientherapeut Jesper Juul in seinem Buch „Aggression“. Er glaubt, ein gefährliches „Aggressionstabu“ entdeckt zu haben, und hält dagegen, Aggression sei „für uns und unsere Kinder notwendig“. Für Hans-Peter Nolting gibt es hier einiges zu differenzieren und abzuwägen: „Gewiss ist nicht jedes aggressives Verhalten ein ernsthaftes Problem, aber allzu oft leider doch.“ Der entscheidende Punkt: Neben denen, die ihren Emotionen freien Lauf lassen, gibt es auch noch die anderen, die das zu ertragen haben. </p>
<p>Gäbe es keine Opfer, gäbe es in der Tat kein Aggressionsproblem. Der gute Grund für Zurückhaltung beim Agieren von Emotionen lautet also ganz schlicht: Rücksichtnahme. Eine scharfe Grenze zwischen „akzeptabel“ und „inakzeptabel“ lässt sich zwar nicht ziehen, doch lassen sich einige Kriterien nennen. So kommt es immer auch auf das konkrete Verhalten an. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob jemand nur laut poltert oder aber andere herabsetzt, lächerlich macht und einschüchtert. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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