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	<title>Ungerechtigkeit &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2024 02:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und ... <a title="Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erlebte-ungerechtigkeit-fuehrt-immer-zu-spannungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und Medikamenten, eingesetzt zur inneren Stabilisierung und Dämpfung der Aggressionsimpulse, die Folgen sein. Sieht ein Mensch sein Gerechtigkeitsgefühl verletzt, kämpft er mit vielen Mitteln dagegen an und fühlt sich dazu berechtigt, sich zu wehren, besonders durch Vergeltung und Rache. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5763"></span></p>
<p><strong>Rächer wollen ihre moralische Integrität bewahren</strong></p>
<p>Als ungerecht wird eine Situation erlebt, in der eine Person ihre Ansprüche als zurückgewiesen empfindet, die Verantwortung dafür jedoch einer anderen Person zuschieben kann. Reinhard Haller erklärt: „Modellhaft wurde ungerechtes Verhalten in folgenden Gruppen zusammengefasst: Enttäuschung, fehlende Loyalität, Betrügen/Stehlen, unfreundliche und aggressive Behandlung, egoistisches Verhalten, Ausübung elterlicher Autorität, Willkür von Autoritätspersonen sowie parteiische Güterverteilung.“ Die Rache trifft dann nicht selten Akteure des Justizsystems, also Richter, Staats- und Rechtsanwälte oder Sachverständige.</p>
<p>Entscheidend ist, aus welcher Rolle ein ungerechtes Vorkommnis wahrgenommen wird: Aus jener des Opfers, jener des Täters oder jener des Beobachters. Reinhard Haller ergänzt: „Ist eine Person als Opfer involviert, fühlt sie sich im Selbstbild angegriffen und versucht, den Selbstwert zu schützen oder wiederherzustellen, letzteres durch Rachehandlungen.“ Als Rächer werden Personen ihr Verhalten begründen und als gerecht darstellen, wodurch sie ihre moralische Integrität bewahren wollen. Die Reaktion der Beobachter hängt von deren Beziehung zu den Opfern und von ihrem eigenen Gerechtigkeitssinn ab.</p>
<p><strong>Rückzug der Angriff sind die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten</strong></p>
<p>Als Faustregel kann gelten, dass die Bereitschaft zur Rache mit der Höhe des Gerechtigkeitsbedürfnisses korreliert und sich gegenüber dem Selbstwert reziprok verhält, das heißt, je niedriger der Selbstwert und je höher das Gerechtigkeitsbedürfnis, desto stärker das Verlangen nach Rache. Reinhard Haller fügt hinzu: „Oder anders gesagt: Je empfindlicher ein Mensch auf Ungerechtigkeit reagiert, je sensibler sein Gerechtigkeitsgefühl ausgeprägt ist, desto mehr steigt die Motivation für Rachehandlungen.“</p>
<p>Die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten lassen sich in zwei große Klassen unterteilen, nämlich in Rückzug und Angriff. Reinhard Haller erläutert: „Das Rückzugsverhalten dient dem Schutz, soll Rachehandlungen provozierendes Verhalten vermeiden, hat aber Selbstabwertung, Depressivität und Ohnmachtsgefühle zur Folge.“ Wird die Rache von einem strengen Gewissen nicht zugelassen, geraten die Betroffenen in Einsamkeit und Verbitterung, die inakzeptable Rache wird gleichsam in chronisches Gekränktsein umgewandelt. Beim Angriffsverhalten schwinden vorerst Angst und Schuld, ehe die Reaktionen vom Gutartigen ins Bösartige umschlagen, vor allem in der Rache. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2022 01:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut Hans-Otto Thomashoff wird über kurz oder lang ein entscheidender Stressfaktor für eine Gesellschaft in den Vordergrund rücken: das Thema Gerechtigkeit. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Unweigerlich reagieren wir auf Ungerechtigkeit mit Ärger, und der führt wie die Angst zu Stress. Verständlicherweise nimmt das Thema Gerechtigkeit im politischen Diskurs einen zentralen Platz ein und ist die politische ... <a title="Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-keine-absolute-gerechtigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Hans-Otto Thomashoff wird über kurz oder lang ein entscheidender Stressfaktor für eine Gesellschaft in den Vordergrund rücken: das Thema Gerechtigkeit. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Unweigerlich reagieren wir auf Ungerechtigkeit mit Ärger, und der führt wie die Angst zu Stress. Verständlicherweise nimmt das Thema Gerechtigkeit im politischen Diskurs einen zentralen Platz ein und ist die politische Praxis bestrebt, Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu fördern.“ Weil es jedoch aufgrund unterschiedlicher Ansprüche keine absolute Gerechtigkeit geben kann, ist das Thema zugleich eine beliebte Spielwiese für politische Agitation. Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis, das der Homo sapiens mit vielen höheren Tieren teilt. Ein Mensch kann also gar nicht anders, als Ungerechtigkeit unangenehm zu finden. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-3998"></span></p>
<p><strong>Über Gerechtigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen</strong></p>
<p>Viele Menschen sind sogar bereit, sich für die Gerechtigkeit anderer einzusetzen, selbst wenn sie dafür eigenen Nachteile in Kauf nehmen müssen. Das gilt nicht nur für heroische Gerechtigkeitskämpfer, sondern fast für jeden Menschen. Das Grundproblem der Gerechtigkeit besteht darin, dass das Empfinden darüber, was gerecht ist und was nicht, individuell verschieden ist, weil es vom kulturellen Umfeld und von den Vorerfahrungen des Einzelnen geprägt wird.</p>
<p>Das erschwert gesellschaftliche Gerechtigkeitsentscheidungen, besonders dann, wen Gruppen das Gefühl habe, immer zu kurz zu kommen und dafür einen Ausgleich zu verdienen. Vor allem, wer sich selbst als Opfer sieht, ist nur selten zufriedenzustellen. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Zusätzlich erschwert ein grundlegendes Missverständnis die Gerechtigkeitsdiskussionen. Wird eine leistungsunabhängige Gleichbehandlung aller gefordert, sieht das zwar auf den ersten Blick gerecht aus, doch in Wahrheit verletzt es das Gerechtigkeitsempfinden, weil Leistung und Gegenleistung nicht in einem gerechten Verhältnis zueinander stehen.“ </p>
<p><strong>Nachvollziehbare Gerechtigkeit ist kein Luxus</strong></p>
<p>Wer sich mehr einsetzt und mehr leistet, dem steht aus Sicht des Gerechtigkeitsempfindens auch mehr Belohnung zu. Eine Gleichbehandlung, die das ignoriert, wird als ungerecht empfunden, selbst wenn der Fleißige in der Lage ist, seinen Ärger hinunterzuschlucken, während der Faule insgeheim frohlockt. Weil Gerechtigkeit ein natürliches Grundbedürfnis ist, das zur Regelung des sozialen Miteinanders dient, ist nachvollziehbare Gerechtigkeit kein Luxus, sondern ein zentrales Anliegen von Politik.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sind gesellschaftliche Entwicklungen problematisch, die als ungerecht wahrgenommen werden. Denn sie führen zu aufgestautem Unmut, der über kurz oder land von Populisten instrumentalisiert wird. Gerade wenn es um das liebe Geld geht, ist die Liste der Ungerechtigkeiten und diversen Gesellschaften lang. Da sind die Unternehmen, die trotz sprudelnder Gewinne steuerfrei wirtschaften. Da ermöglichen Steueroasen und Abschreibungsposten Reichen, die Steuer legal zu umgehen. Da wird in der Politik ein Grundeinkommen für alle diskutiert, und der steuerzahlende Bürger fragt sich, wer dafür aufkommen wird. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychologisch ist die Rache sehr weit gefasst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Dec 2021 02:00:36 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Ungerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Rache ist viel mehr als das, was in mehr oder weniger wissenschaftlichen Definitionen beschrieben wird. Reinhard Haller erläutert: „Vor allem psychologisch ist der Begriff wesentlich weiter zu fassen, da auch Schadenfreude, Revanche oder das, was wir als „Heimzahlen“ bezeichnen, ähnlich motiviert sind wie die eigentliche Rache.“ Rache gilt als archaische Form des Vergeltens, welche dem ... <a title="Psychologisch ist die Rache sehr weit gefasst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-definition-der-rache.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychologisch ist die Rache sehr weit gefasst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rache ist viel mehr als das, was in mehr oder weniger wissenschaftlichen Definitionen beschrieben wird. Reinhard Haller erläutert: „Vor allem psychologisch ist der Begriff wesentlich weiter zu fassen, da auch Schadenfreude, Revanche oder das, was wir als „Heimzahlen“ bezeichnen, ähnlich motiviert sind wie die eigentliche Rache.“ Rache gilt als archaische Form des Vergeltens, welche dem modernen Rechtsgedanken nicht mehr entspricht. Sie ist aber in ihren diversen Formen auch heute im menschlichen Leben so allgegenwärtig wie zu allen Zeiten. Gemeinhin wird unter Rache eine von Emotionen geleitete, persönliche Vergeltung für eine als böse empfundene Tat, besonders als persönlich erlittenes Unrecht, als eine Handlung, die den Ausgleich von zuvor angeblich oder tatsächlich erlittenen Ungerechtigkeit bewirken soll, verstanden. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3210"></span></p>
<p><strong>Rache reagiert auf erlittene Ungerechtigkeit</strong></p>
<p>Nach der Definition eines der bedeutendsten Racheforschers, des den Gedanken der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellende Psychologen Mario Gollwitzer, ist Rache „eine gezielte Schädigung einer oder mehrerer anderer Personen als Reaktion auf eine zuvor erlittene Ungerechtigkeit“. Eine weitere bekannte Definition der Rache stammt vom norwegisch-amerikanischen Sozialwissenschaftler und Gerechtigkeitsforscher Jon Elster. Dieser sieht in der Rache einen Versuch, „jemand anderen leiden zu lassen, wobei oft große Risiken und Kosten für sich selbst in Kauf genommen werden“. </p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Als Auslöser der Rache wird also die böse Absicht des Schädigers betrachtet, welche dem Opfer nicht nur positive Zuwendung versagt, sondern rücksichtslos dessen Kränkungsgrenze überschritten hat.“ In der Soziologie wird Rache als Reaktion auf Herabsetzung in der sozialen Wertschätzung definiert. Sie sieht in der Rache ein Gegenstück zur Dankbarkeit, welche zwar ebenso durch eine „gebende Tat“ ausgelöst werde, allerdings in die gegenteilige Richtung gehe.  </p>
<p><strong>Es gibt das Phänomen der „verschobener Rache“ </strong></p>
<p>Rache sei eine „negative Gabe, mit der auf eine negative Gabe“ geantwortet werde. Im Mittelpunkt der soziologischen Betrachtungsweise steht also der Ausgleich. Anders als mit dem deutschen Wort „Rache“, dem englischen „Revenge“ oder dem italienischen „Vendetta“ wird das Wesen der Rache mit der griechischen Bezeichnung „Ekdikese“ beschrieben. Wörtlich übersetzt heißt dies „außerhalb des Strafprozesses“. Durch Rache wird also versucht, so sagt der griechische Begriff, den Schädiger jenseits der Legalität zu bestrafen. </p>
<p>Sei es, weil die gerichtlichen Strafen als zu milde eingeschätzt werden, kein Vertrauen zur Justiz besteh oder Rache als naturgegebenes Urrecht auf Vergeltung nach einer persönlich erlittenen Schädigung oder Ungerechtigkeit betrachtet wird. Von „verschobener Rache“ spricht man, wenn sich die Rache nicht gegen jene Person richtet, die einem den Schaden zugefügt hat, sondern gegen unbeteiligte aus der Familie, dem Gesinnungskreis oder dem sonstigen Umfeld des tatsächlichen oder vermeintlichen Schädigers. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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