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	<title>Umwelt &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Persönlichkeit kann sich verändern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 02:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anlage]]></category>
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					<description><![CDATA[Lange Jahre wurde in der psychologischen Forschung angenommen, dass Menschen eine stabile Persönlichkeit haben, die nahezu unverändert ist. Michaela Brohm-Badry betont: „Heute wissen wir aus zahlreichen Forschungsbefunden, dass das so nicht stimmt.“ Beispielsweise fand ein Forscherteam der Universität Michigan State in einer aktuellen Studie heraus, dass Kinder sich gegenseitig in ihren Persönlichkeitseigenschaften anstecken, wenn sie ... <a title="Die Persönlichkeit kann sich verändern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michaela-brohm-badry-beduerfnisse-befriedigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Persönlichkeit kann sich verändern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Jahre wurde in der psychologischen Forschung angenommen, dass Menschen eine stabile Persönlichkeit haben, die nahezu unverändert ist. Michaela Brohm-Badry betont: „Heute wissen wir aus zahlreichen Forschungsbefunden, dass das so nicht stimmt.“ Beispielsweise fand ein Forscherteam der Universität Michigan State in einer aktuellen Studie heraus, dass Kinder sich gegenseitig in ihren Persönlichkeitseigenschaften anstecken, wenn sie im frühen Alter viel Zeit miteinander verbringen. Sie entwickeln und übernehmen dabei Charaktereigenschaften des anderen Kindes. So zeigen auch Forschungen an Ehepaaren, dass sich Charaktereigenschaften und auch die Intelligenz im Laufe der Jahre angleichen. Ein Beleg mehr, dass das Ich auch durch die Umgebung geprägt wird und nicht nur genetisch festgelegt ist. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5752"></span></p>
<p><strong>Die Gene und die Umwelten verändern sich</strong></p>
<p>Die Psychotherapieforschung zeigt das ebenso: Die ehemaligen Patienten sind nach der Therapie extrovertierter und weit weniger neurotisch als vorher. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Wir wissen also, dass Teile der Persönlichkeit lebenslang veränderbar bleiben. Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht von Geburt an festgelegt. Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht statisch.“ Doch wie viel ist angeboren, wie hoch ist der veränderliche Anteil genau?</p>
<p>Die Forschung geht heute nicht mehr davon aus, dass Anlage und Umwelt Gegensätze sind – das eine ist stabil in den Genen, das andere veränderbar. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Von Anlage wird oft gar nicht mehr gesprochen, weil der Begriff zu ungenau ist, denn Gene verändern sich und Umwelten verändern sich und beide beeinflussen sich im Laufe des Lebens gegenseitig.“ Sie stehen also in Wechselwirkung über die Zeit, da genetische Unterschiede Einfluss auf die Umwelt und Umweltunterschiede Einfluss auf die Genaktivität nehmen können.</p>
<p><strong>Das Erbgut kommuniziert mit der Umwelt</strong></p>
<p>Die Epigenetik untersucht die beeinflussenden Faktoren bezüglich der Aktivität eines Gens. Dabei wurde herausgefunden, dass sich genetische Codes im Laufe eines Lebens durch Umwelteinflüsse ändern können. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Zum einen sind da die zufälligen, genetischen Mutationen, die bereits direkt nach der Teilung der Eizelle im Körper beginnen. Zum anderen aber finden sich Änderungen im genetischen Code durch diejenigen chemischen Prozesse, die durch die Umwelt stimuliert werden.“</p>
<p>Ernährung, Gewohnheiten, Stress, sportliche Aktivität und geistige Herausforderungen sowie Erlebnisse können ihre Spuren im genetischen Code hinterlassen. Michaela Brohm-Badry nennt Beispiele: „Eindrucksvoll sind auch die Befunde der Krebsforschung oder von traumatisierten Eltern, die ihre Angstneigung an die Kinder weitervererben. Oder von Kindern, die mangelhafte Elternliebe erfahren und diese frühe Trauma in ihren genetischen Code einbauen.“ Das Epigenom, also die Veränderung der Gene, „ist die Sprache, in der das Erbgut mit der Umwelt kommuniziert“, sagte einst der US-amerikanische Epigenetiker Rudolf Jaenisch. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Gene bestimmen nicht das Wesen des Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2020 06:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gene]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Was sich in der sozialen Umwelt ereignet, steuert die Aktivität der Gene eines Menschen, beeinflusst die Biologie seines Körpers und ist an der Konstruktion seines Gehirns beteiligt. Diese Erkenntnis dringt erst langsam durch. Die Vorstellung, das Wesen des Menschen sei durch seine genetische Ausstattung vorprogrammiert, ist laut Joachim Bauer überholt. Dennoch erfreut sie sich in ... <a title="Die Gene bestimmen nicht das Wesen des Menschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-gene-bestimmen-nicht-das-wesen-des-menschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gene bestimmen nicht das Wesen des Menschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich in der sozialen Umwelt ereignet, steuert die Aktivität der Gene eines Menschen, beeinflusst die Biologie seines Körpers und ist an der Konstruktion seines Gehirns beteiligt. Diese Erkenntnis dringt erst langsam durch. Die Vorstellung, das Wesen des Menschen sei durch seine genetische Ausstattung vorprogrammiert, ist laut Joachim Bauer überholt. Dennoch erfreut sie sich in einigen evolutions- und soziobiologischen Kreisen nach wie vor großer Beliebtheit. Die Vorstellung, Gene hätten bereits bei der Zeugung eines Kindes den Plan, was aus einem Menschen einmal wird, ist für Joachim Bauer abwegig. Sie widerspricht Erkenntnissen der modernen Genetik und neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen, die unter dem Begriff Neuroplastizität bekannt wurden. Wie sich Kinder und Jugendliche entwickeln, hängt nicht nur davon ab, welche Gene sie mitbringen und ob sie gut versorgt werden. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-2300"></span></p>
<p><strong>Kinder lernen am Modell</strong></p>
<p>Die Entwicklung eines Kindes entscheidet sich vom ersten Lebenstag an, in hohem Maße daran, welchem sozialen Umfeld sie ausgesetzt sind. Es ist von großer Bedeutung, welche Menschen sie um sich haben, wie sie von diesen angesprochen werden und davon, welche Möglichkeiten die Welt bietet, selbst zu einem Akteur zu werden. Joachim Bauer stellt fest: „Soziale Einflüsse finden den Weg in die Tiefen der menschlichen Biologie. Dazu kommt dann, was junge Menschen selbst aus ihren Chancen machen.“ </p>
<p>Kinder und Jugendliche saugen alles, was sie um sich herum beobachten, regelrecht in sich auf. Das meiste, was sie lernen, erfassen sie durch Sehen und Wahrnehmen dessen, was um sie herum los ist. Eine Tatsache, die in der amerikanischen Neurowissenschaft den Begriff des „Social Brain“ und in der Psychologie, schon vor Jahren, den des „Lernens am Modell“ entstehen ließ. Wenn vom Leben eines Kindes gesprochen wird, stehen oft die materiellen Gegebenheiten im Vordergrund der Aufmerksamkeit.</p>
<p><strong>Ein Säugling ist auf die „Zweiheit“ angewiesen</strong></p>
<p>Dazu zählt Joachim Bauer etwa die Verpflegung, die Wohnung, die Kita, zur Verfügung stehendes Spielmaterial, die Wohngegend und das umgebende Ökosystem. Die Bedeutung dieser wichtigen Voraussetzung soll jedoch nicht relativiert werden. Doch ohne sich dessen bewusst zu sein, hängt man leicht der Vorstellung an, ein Kind trete mit den Gegenständen seiner Umwelt direkt in Kontakt. Und erschließt sich so, Schritt für Schritt, die Welt. Tatsächlich passiert etwas anderes: Bevor es auf die Welt schaut, blickt das Kind auf die Menschen seiner Umgebung.</p>
<p>Die entscheidende erste Begegnung mit der Welt am Beginn des Lebens ist für den Säugling der Blick in die Augen eines anderen Menschen. Dort erhält das Kind, das noch kein zur Reflexion fähiges Bewusstsein besitzt, die ersten wichtigen Informationen. Nämlich dass es erkannt wird, wie es erkannt wird und ob die Welt, also das, was „da draußen“ ist, ein freundlicher Ort ist, an dem man sich gut fühlen kann und darf. Alles außerhalb der „Zweiheit“, die durch den Blick- und Körperkontakt zu seiner Bezugsperson gebildet wird, ist für den Säugling zunächst ohne Belang. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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