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	<title>Sünde &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Der Begriff der Sünde ist aufgegeben worden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2016 08:15:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sünde]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hat das Wort „Sünde“ seine Macht und furchteinflößende Eindringlichkeit verloren. Es wird heute vor allem in Verbindung mit dick machenden Nachspeisen verwendet. David Brooks erläutert: „Die meisten Menschen sprechen in der alltäglichen Unterhaltung kaum über individuelle Sünden. Wenn sie überhaupt über das Böse sprechen, dann verorten sie dieses gewöhnlich in den Strukturen der Gesellschaft – in Ungleichheit, Unterdrückung, Rassismus und so weiter –, nicht im Einzelnen.“ Die Menschen haben den Begriff der Sünde aufgegeben, weil sie, erstens, die Auffassung, die menschliche Natur sei verdorben, hinter sich gelassen haben. Zweitens wurde das Wort „Sünde“ zu vielen Zeiten und an vielen Orten dazu verwendet, der Lust den Krieg zu erklären, selbst den gesunden Freuden der Sexualität und der Unterhaltung. David Brooks arbeitet als Kommentator und Kolumnist bei der New York Times. Sein Buch „Das soziale Tier“ (2012) wurde ein internationaler Bestseller. <span id="more-1501"></span></p>
<p><strong>Das Wort „Sünde“ wurde vielmals missbraucht</strong></p>
<p>Die Sünde wurde als Vorwand benutzt, um ein freudloses Leben der Selbstkasteiung zu erzwingen. Man beschwor das Wort „Sünde“, um die Sinnesfreuden zu unterdrücken und Jugendliche mit den vermeintlichen Gefahren der Masturbation in Angst und Schrecken zu versetzen. Außerdem wurde das Wort „Sünde“ von den Selbstgerechten, von kaltherzigen Moralaposteln missbraucht, die schon die Möglichkeit aufschreckte, irgendjemand könnte irgendwo Spaß haben und die ganz erpicht darauf zu sein schienen, jemanden mit einem Lineal auf die Finger zu klopfen, in der Gewissheit, diese Person habe sich etwas zuschulden kommen lassen.</p>
<p>Der Begriff „Sünde“ wurde von Menschen entweiht, die einen übermäßig strengen und autoritären Erziehungsstil praktizierten, die glaubten, sie müssten die Verderbtheit aus ihren Kindern herausprügeln. David Brooks ergänzt: „Er wurde von denjenigen missbraucht, die, aus welchen Gründen auch immer, das Leiden fetischisierten, die meinten, nur durch harte Selbstkasteiung könne sich der Mensch moralisch bessern und gut werden.“ Tatsächlich ist „Sünde“ wie „Berufung“ und „Seele“ eines der Wörter, ohne die die Menschen nicht auskommen.</p>
<p><strong>Alle Menschen sind Sünder</strong></p>
<p>Die Sünde ist ein notwendiges Element des geistigen Rüstzeugs, weil sie die Menschen daran erinnert, dass das Leben eine moralische Angelegenheit ist. Denn die grundlegenden Aspekte des Lebens sind Fragen der individuellen Verantwortung und moralischen Entscheidung: „Es geht darum, ob wir tapfer oder feige, aufrichtig oder hinterlistig, mitfühlend oder hartherzig, treu oder treulos sind.“ Die Sünde betrifft die Gemeinschaft, während Versagen etwas Individuelles ist. Ein Mensch macht einen Fehler und trägt die Konsequenz, aber allen Menschen machen Sünden Einzelner wie Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit zu schaffen.</p>
<p>Die Sündhaftigkeit ist der menschlichen Natur eingebrannt und wird von einer Generation an die nächste weitergegeben. Alle Menschen sind Sünder. David Brooks erklärt: „Sich der eigenen Südhaftigkeit bewusst zu sein, bedeutet, ein starkes Mitgefühl mit anderen, die sündigen, zu empfinden. Es erinnert uns daran, dass nicht nur das Übel der Sünde, sondern auch die Lösungen die Gemeinschaft betreffen.“ Außerdem ist der Begriff der Sünde auch deshalb notwendig, weil er von Grund auf wahr ist. Quelle: „Charakter“ von David Brooks</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen sind von der Sünde fasziniert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2016 09:36:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen begehen unentwegt kleine moralische Verfehlungen, die Ausdruck einer tief verwurzelten Selbstgefälligkeit ist. Die Neigung zu verwerflicher Leidenschaft, zur Sünde steht im Zentrum der menschlichen Persönlichkeit. Die Menschen sündigen nicht nur, sie sind auch in absonderlicher Weise von der Sünde fasziniert. David Brook nennt ein Beispiel: „Wenn wir hören, dass ein Prominenter in einen ... <a title="Viele Menschen sind von der Sünde fasziniert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-sind-von-der-suende-fasziniert.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen sind von der Sünde fasziniert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen begehen unentwegt kleine moralische Verfehlungen, die Ausdruck einer tief verwurzelten Selbstgefälligkeit ist. Die Neigung zu verwerflicher Leidenschaft, zur Sünde steht im Zentrum der menschlichen Persönlichkeit. Die Menschen sündigen nicht nur, sie sind auch in absonderlicher Weise von der Sünde fasziniert. David Brook nennt ein Beispiel: „Wenn wir hören, dass ein Prominenter in einen empörenden Skandal verwickelt ist, sind wir irgendwie enttäuscht, wenn sich herausstellt, dass das Gerücht falsch ist.“ Und wenn man brave Kinder sich selbst überlässt, dauert es meist nicht lange, bis sie für Scherereien sorgen. Selbst an sich positive zwischen menschliche Verbindungen wie Kameradschaft und Freundschaft können verfälscht werden, wenn sie nicht an ein höheres Ziel gebunden sind. David Brooks arbeitet als Kommentator und Kolumnist bei der New York Times. Sein Buch „Das soziale Tier“ (2012) wurde ein internationaler Bestseller. <span id="more-1477"></span></p>
<p><strong>Der menschliche Geist erstreckt sich in der Ewigkeit</strong></p>
<p>Oft ist es der Wunsch nach Kameradschaft und nach gegenseitiger Anerkennung, der Menschen zu einer Missetat anstachelt. David Brooks erklärt: „Wir fürchten so sehr, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden, dass wir bereit sind, Dinge zu tun, die wir unter anderen Umständen als gewissenlos brandmarken würden. Wenn sich Gemeinschaften keinen höheren Zielen verpflichtet fühlen, können sie barbarischer sein als Individuen.“ Auf der anderen Seite genügt sich die menschliche Seele nicht sich selbst, sondern streckt sich nach Unendlichkeit aus.</p>
<p>So findet zum Beispiel Augustinus in seinem Innern nicht nur Verdorbenheit, sondern auch Anzeichen von Vollkommenheit und Intuitionen der Transzendenz. Er entdeckt Gefühle, Gedanken und Empfindungen, die über das Endliche hinaus in eine andere Welt reichen. Seine Gedanken durchdrangen erst die materielle Welt und nahmen sie in sich auf, stiegen dann aber weiter empor und überwanden sie. Augustinus wurde durch die Erforschung seines Gedächtnisses zu der Einsicht geführt, dass sich der menschliche Geist in seinen Tiefen und Höhen in der Ewigkeit erstreckt.</p>
<p><strong>Der Mensch will ein tugendhaftes und sinnerfülltes Leben führen</strong></p>
<p>Diese vertikale Dimension ist für das Verständnis des Menschen wichtiger als lediglich seine rationale Fähigkeit zu abstrakter Bildung von Begriffen. Der Weg nach innen führt nach oben. David Brooks erläutert: „Ein Mensch vertieft sich in sich selbst, stellt dort aber fest, dass er auf die Unendlichkeit Gottes ausgerichtet ist. Sogar in seinem eigenen Bewusstsein, einem winzigen Teil der Schöpfung, spürt er die Natur Gottes und seiner ewigen Schöpfung.“ C. S. Lewis äußerte sich in einem ähnlichen Sinne wie folgt: „Selbst in der tiefsten Einsamkeit, gibt es eine Straße, die direkt aus dem Selbst hinausführt.“</p>
<p>Alle Menschen werden innerhalb dieser ewigen objektiven Ordnung geformt. Das Leben lässt sich nicht individuell, losgelöst davon verstehen. Die Sünde scheint sich als eine Konstante, die ihren Ursprung in ferner Vergangenheit hat, durch die menschliche Natur und jedes Individuum durchzuziehen. Gleichzeitig ist die Sehnsucht nach Heiligkeit, das Emporstreben, der Wunsch, ein tugendhaftes und sinnerfülltes Leben zu führen, ebenso universell. Folglich kann sich der Mensch nur dann selbst verstehen, wenn er sich Kräften zuwendet, die ihn übersteigen. Quelle: „Charakter“ von David Brooks</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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