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	<title>Sublimierung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die befreite Sexualität machte glücklicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Befreiung der Sexualität in den freizügigen 1960er Jahren sei, so Herbert Marcuse, ein Kontrollmechanismus gewesen, der Menschen glücklicher, sogar sexuell erfüllter machte. Stuart Jeffries erklärt: „Eine Voraussetzung dieses größeren Glücks und der sexuellen Erfüllung ist allerdings größere Angepasstheit.“ Das erste Opfer dieser zunehmenden Konformität und das unglückliche Bewusstsein, insbesondere der Künstler, der aufgrund seines ... <a title="Die befreite Sexualität machte glücklicher" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-befreiung-der-sexualitaet-machte-menschen-gluecklicher.html" aria-label="Mehr Informationen über Die befreite Sexualität machte glücklicher">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Befreiung der Sexualität in den freizügigen 1960er Jahren sei, so Herbert Marcuse, ein Kontrollmechanismus gewesen, der Menschen glücklicher, sogar sexuell erfüllter machte. Stuart Jeffries erklärt: „Eine Voraussetzung dieses größeren Glücks und der sexuellen Erfüllung ist allerdings größere Angepasstheit.“ Das erste Opfer dieser zunehmenden Konformität und das unglückliche Bewusstsein, insbesondere der Künstler, der aufgrund seines Unglücks und seines Unbehagens in seinem Werk die repressive Gewalt der bestehenden Welt der Befriedigung erhellt. Für Herbert Marcuse gab es in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften nach wie vor Repression, allerdings zunehmend keine Sublimierung mehr: Erste verlangt von den Menschen, dass sie sich der herrschenden Ordnung beugen; letztere hingegen erfordert ein gewisses Maß an Eigenständigkeit und Verstehen. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-5573"></span></p>
<p><strong>Es gibt heute keine Sublimierung mehr</strong></p>
<p>Für Herbert Marcuse wurde Sublimierung in der Form vollendeter Kunst zu jenem wertvollen, wenn auch paradoxen Phänomen – einer Macht, die fähig war, Unterdrückung zu besiegen, indem sie sich beugte. Stuart Jeffries erläutert: „Allerdings gibt es heute keine Sublimierung mehr. Um das zu verdeutlichen, vergleicht Marcuse, wie Künstler der Nachkriegsära und deren Vorgänger Sex darstellten und dramatisierten.“ In Charles Baudelaires „Les Fleurs du Mal“ oder Leo Tolstois „Anna Karenina“ wird sexuelle Lust eher sublimiert als erfüllt.</p>
<p>Vielleicht ist das beste Beispiel dieser sublimierten Sexualität ein Werk, das Herbert Marcuse nicht erwähnt: Richard Wagners „Tristan und Isolde“, in welchem Sex und Tod, Eros und Thanatos in ewiger Umarmung umschlugen sind. Stuart Jeffries ergänzt: „In solcherart sublimierten Kunstwerken ist nach Marcuse Erfüllung jenseits von Gut und Böse, jenseits gesellschaftlicher Moral und bleibt so jenseits der Reichweite des bestehenden Realitätsprinzips.“</p>
<p><strong>In der Industriegesellschaft ist die Sexualität schamlos</strong></p>
<p>Und Herbert Marcuse führt als Vergleichspunkt die Art und Weise an, wie Sexualität in Werken der fortgeschrittenen Industriegesellschaft dargestellt wird. Zum Beispiel ist die in Vladimir Nabokovs „Lolita“ dargestellte Sexualität in den Augen Herbert Marcuses unendlich realistischer, gewagter, hemmungsloser als in der klassischen oder romantischen Literatur. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Sie ist entsublimiert, unablässig präsent in ihrer banalen Ausdrücklichkeit, uninteressant und schamlos, nichts anderes als das, was sie ist. </p>
<p>Und was zwischen diesen beiden Literaturepochen verloren ging, war die Negation. Die frühere Epoche hatte Bilder, in denen die darin dargestellte Gesellschaft negiert wurde; die spätere hat diese Bilder nicht mehr. Jedenfalls war das laut Stuart Jeffries die Argumentation Herbert Marcuses. In der klassischen Literatur kommen Charaktere wie Prostituierte, Teufel, Verrückte, rebellierende Dichter vor – Charaktere, welche die bestehende Ordnung stören. In der Literatur der fortgeschrittenen Industriegesellschaft sind sie keine Bilder einer anderen Lebensweise mehr, sondern eher Launen und Typen desselben Lebens, die mehr als Affirmation denn als Negation der bestehenden Ordnung dienen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Unglück ist leichter zu erfahren als Glück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2024 01:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[In „Das Unbehagen in der Kultur“ hält Sigmund Freud fest: „Man möchte sagen, die Absicht, dass der Mensch „glücklich“ sei, ist im Plan der „Schöpfung“ nicht enthalten. Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur episodischen Phänomenen möglich … wir sind so ... <a title="Unglück ist leichter zu erfahren als Glück" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/unglueck-ist-leichter-zu-erfahren-als-glueck.html" aria-label="Mehr Informationen über Unglück ist leichter zu erfahren als Glück">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In „Das Unbehagen in der Kultur“ hält Sigmund Freud fest: „Man möchte sagen, die Absicht, dass der Mensch „glücklich“ sei, ist im Plan der „Schöpfung“ nicht enthalten. Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur episodischen Phänomenen möglich … wir sind so eingerichtet, dass wir nur den Kontrast intensiv genießen können, den Zustand nur sehr wenig. Somit sind unsere Glücksmöglichkeiten schon durch unsere Konstitution beschränkt. Weit weniger Schwierigkeiten hat es, Unglück zu erfahren.“ Stuart Jeffries weiß: „Marcuse feilte diese freudschen Gedanken in marxistischen Begriffen aus, indem er nahelegte, dass es eine grundlegende und eine überschüssige Unterdrückung geben müsste – erstere ist notwendig für Kultur, letztere ist ein Herrschaftsinstrument der fortgeschrittenen Industriegesellschaft.“ Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-5426"></span></p>
<p><strong>Die Sublimierung in der Kunst steht der Ordnung fremd gegenüber</strong></p>
<p>Sublimierung hingegen ist nicht so sehr die Abschiebung von Trieben ins Unbewusste, sondern ihre Umlenkung in andere Aktivitäten, die für die Kultur angeblich wertvoll sind. In „Das Unbehagen in der Kultur“, dem Buch, das Herbert Marcuses Überlegungen in „Eros und Civilisation“ und „Der eindimensionale Mensch“ befeuerte, bemerkt Sigmund Freud über Sublimierung: „Sie macht es möglich, dass höhere psychische Tätigkeiten, wissenschaftliche, künstlerische, ideologische, eine so bedeutende Rolle im Kulturleben spielen.“</p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Herbert Marcuses radikaler Zugriff auf Sigmund Freuds Gedanken besteht darin, dass solche Sublimierung in der Kunst, dem Gebiet menschlicher Aktivität, dem er in „Der eindimensionale Mensch“ die größte Aufmerksamkeit widmet, nicht nur eine gesellschaftlich anerkannte Möglichkeit ist, libidinöse Triebe zum Ausdruck zu bringen, nicht nur eine Art psychisches Sicherheitsventil, das ein besseres Funktionieren der existierenden Ordnung garantiert, sondern dass es darüber hinaus dieser Ordnung fremd gegenübersteht.“</p>
<p><strong>Die Dichtung erschafft einen imaginären Raum</strong></p>
<p>Dennoch bedroht so verstandene Kunst die Ordnung nicht. Für Herbert Marcuse stellte der Künstler, zumindest der große Künstler, ein unglückliches Bewusstsein dar, das Zeugnis für vereitelte Möglichkeiten ablegt, für unerfüllte Hoffnungen und verratene Versprechungen. Stuart Jeffries erklärt: „Was Marcuse ganz ungeniert als „höhere Kultur“ bezeichnet, existiert als eine Art inoffiziellen Opposition zur bestehenden Ordnung – eine Mahnung für die Realität und ihre Widerlegung.“</p>
<p>Herbert Marcuse schreibt: „Die beiden antagonistischen Sphären der Gesellschaft haben immer nebeneinander bestanden; die höhere Kultur passte sich stets an, während die Wirklichkeit durch ihre Ideale und ihre Wahrheit selten gestört wurde.“ Marcuse scheint sich die höhere, zweidimensionale Kultur und ihr Funktionieren als eine Art halb autonomen Bereich vorzustellen, denn eine ernsthafte Bedrohung der herrschenden Wirklichkeit ist sie nicht. Insofern hat Wystan Hugh Auden recht: Dichtung verändert nichts, sie erschafft vielmehr einen imaginären Raum, in dem die Wirklichkeit als das gesehen werden kann, was sie ist, wo sie fiktiv angeklagt und fiktiv bestraft werden kann. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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