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	<title>Stockholm-Syndrom &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Gewaltakte führen zu Traumatisierungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2022 02:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Stockholm-Syndrom]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Die unverhohlenste Form einer Traumatisierung sind auf den Körper eines Opfers massiv einwirkende oder in ihn eindringende Gewalthandlungen. Joachim Bauer erläutert: „Im Moment des Gewaltakts erkennt das Selbst des Opfers seine Machtlosigkeit und gibt auf.“ Wenn Überwältigungen längere Zeit anhalten, kann es vorkommen, dass die Opfer mit den Tätern ein Bündnis eingehen, ein als Stockholm-Syndrom ... <a title="Gewaltakte führen zu Traumatisierungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-traumatisierung.html" aria-label="Mehr Informationen über Gewaltakte führen zu Traumatisierungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die unverhohlenste Form einer Traumatisierung sind auf den Körper eines Opfers massiv einwirkende oder in ihn eindringende Gewalthandlungen. Joachim Bauer erläutert: „Im Moment des Gewaltakts erkennt das Selbst des Opfers seine Machtlosigkeit und gibt auf.“ Wenn Überwältigungen längere Zeit anhalten, kann es vorkommen, dass die Opfer mit den Tätern ein Bündnis eingehen, ein als Stockholm-Syndrom bezeichneter Vorgang, der zunächst paradox erscheint. Die Erklärung für dieses Syndrom ist, dass die Täter mit kriminellen Teilen ihres Selbst-Systems, welche das Kommando über die Ausführung der Tat haben, in das Selbst-System des Opfers eindringen und dieses kapern. Die für diese vermeintliche Verrücktheit verantwortliche Grundlage ist die neuronale Ich-Du-Koppelung im Frontalhirn. Das Du kann also nicht nur die Macht im eigenen Haus übernehmen, wenn es vom Ich – wie bei der Verliebtheit – dazu eingeladen wird. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-4086"></span></p>
<p><strong>Eine gewaltsame Kaperung beseitigt das Selbst des Opfers</strong></p>
<p>Das Du kann sich des Selbst einer anderen Person auch durch rohe Gewalt bemächtigen. Joachim Bauer erklärt: „Wenn diese Bemächtigung einvernehmlich stattfindet, bleibt das Selbst des „Opfers“ in Funktion, weshalb wir hier nicht von einem Trauma sprechen – im Gegensatz zur gewaltsamen Kaperung, die das Selbst des Opfers beseitigt oder „umdreht“, also in den Dienst des Täters stellt.“ Lange Zeit unverstanden war, warum Opfer von Vergewaltigungen nach der Tat, oft über einen sehr langen Zeitraum, immer wieder plötzlich von Suizidimpulsen erfasst werden. </p>
<p>Die Erklärung ist, dass der Täter im Moment der Tat das kriminell handelnde Teilstück seines Selbst in das Opfer implantiert hat. Dieses Implantat lebt im Opfer weiter, es behält seine kriminelle, auf die Vernichtung des Opfers gerichtete Energie. Das Introjekt produziert nun die immer wieder auftretenden Suizidimpulse, die sich für das Opfer aber so anfühlen, als wären es seine eigenen! Um derartige bösartige Introjekte zu identifizieren und – wie ein Minenräumdienst – unschädlich zu machen, bedarf es psychotherapeutischer Hilfe. </p>
<p><strong>Traumaopfer erleiden auch neuronale Schäden</strong></p>
<p>Joachim Bauer weiß: „Bleibt eine solche Hilfestellung aus, dann erleiden Traumaopfer nicht nur psychische, sondern auch neuronale Schäden.“ Traumatisierte Menschen zeigen eine deutliche Volumenverminderung in der „unteren Etage“ des Stirnhirns, wo das Selbst seinen Sitz hat. Die anhaltende, hochgiftige Wirkung von Introjekten, die durch kriminelle Ereignisse verursacht wurden, zeigt sich auch bei Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch werden. </p>
<p>Die Täter ziehen, wenn sie nicht offen gewalttägig vorgehen, das Kind in ein Geschehen hinein, das darauf zielt, das junge Opfer zu einem Bündnispartner des Täters zu machen. Der objektiv traumatische Charakter der Tat ergibt sich daraus, dass sie vom Täter initiieren sexuellen Handlungen aus Sicht des kindlichen Selbst aversiv erlebt werden, vor allem aber völlig unverständlich sind, weshalb das Geschehen vom kindlichen Selbst nicht integriert werden kann. Dessen ungeachtet versuchen die Täter nun aber, dem Opfer ihre Interpretation des Geschehens aufzuoktroyieren. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Stockholm-Syndrom kann jeden treffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2020 06:29:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stockholm-Syndrom]]></category>
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					<description><![CDATA[Evolutionspsychologen neigen dazu, das Stockholm-Syndrom als Verhaltensphänomen zu betrachten, das sich in der früheren Geschichte der Menschheit herausbildete. Die Standarderklärung für die Ursprünge dieses Verhaltens lautet folgendermaßen: In frühen Gesellschaften der Jäger und Sammler kämpften einzelne Stämme gegeneinander um einen beschränkten Bestand an Nahrung, was häufig zu Konflikten zwischen einzelnen Clans führte. Eyal Winter ergänzt: ... <a title="Das Stockholm-Syndrom kann jeden treffen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-stockholm-syndrom-kann-jeden-treffen.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Stockholm-Syndrom kann jeden treffen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Evolutionspsychologen neigen dazu, das Stockholm-Syndrom als Verhaltensphänomen zu betrachten, das sich in der früheren Geschichte der Menschheit herausbildete. Die Standarderklärung für die Ursprünge dieses Verhaltens lautet folgendermaßen: In frühen Gesellschaften der Jäger und Sammler kämpften einzelne Stämme gegeneinander um einen beschränkten Bestand an Nahrung, was häufig zu Konflikten zwischen einzelnen Clans führte. Eyal Winter ergänzt: „Dabei kam es nicht selten vor, dass Männer weibliche Mitglieder rivalisierender Stämme entführten. Die natürliche Selektion begünstigte Frauen, die sich in das neue gesellschaftliche Umfeld integrierten; sie überlebten und gebaren ihren Entführern sogar Kinder.“ Frauen, die sich emotional nicht mit ihren Kidnappern identifizieren konnten, überlebten gewöhnlich nicht, und selbst wenn sie ihr Los ertrugen, hatten sie meist keine Nachkommen.  Eyal Winter ist Professor für Ökonomie und Leiter des Zentrums für Rationalität an der Hebräischen Universität von Jerusalem. <span id="more-2290"></span></p>
<p><strong>Untergebene tolerieren oft die Schikanen der Chefs</strong></p>
<p>Eyal Winter hält diese Erklärung für nicht vollkommen befriedigend. Erstens betrifft das Stockholm-Syndrom Frauen und Männer gleichermaßen. Zweitens ist die evolutionsbezogene Erklärung viel zu eng und begrenzt, verglichen mit den vielfältigen Ausdrucksformen des Syndroms. Eyal Winter erklärt: „Das Stockholm-Syndrom ist lediglich die extremste Manifestation, an dem wir alle bis zu einem gewissen Grad leiden. In Beziehungen zu Autoritätspersonen neigen wir dazu, positive Gefühle zu diesen zu entwickeln.“</p>
<p>Menschen halten häufig an diesen positiven Emotionen fest, selbst wenn sie seitens jener, die Macht über sie haben, ungerecht oder verletzend behandelt werden. Je weniger sie imstande sind, ihre Lage zu ändern, desto stärker bekunden sie positive Gefühle gegenüber der Autoritätsperson. Manchmal geben sie sich selbst die Schuld für Übergriffe. Ein bekanntes Beispiel ist, dass sich misshandelte Frauen nicht von ihren gewalttägigen Männern trennen. Ein anderes Exempel sind unerträgliche Vorgesetzte, deren Schikanen die Untergebenen in unerklärlicher Weise tolerieren.</p>
<p><strong>Unterdrückung der Wut erhöht die Überlebenschancen</strong></p>
<p>Es geht Eyal Winter nicht um Situationen, in denen sich ein Mensch vollkommen bewusst ist, dass er gedemütigt wird. In einem solchen Fall reißt er sich aus taktischen Gründen zusammen. Denn ihm ist klar, dass die Bekundung von Unmut kontraproduktiv wäre. Es geht ihm um Fälle, in denen ein Mensch für gefährliche Individuen eine perverse Sympathie empfindet oder deren Handlungen vollkommen ignoriert, bloß weil die Betreffenden eine Autoritätsstellung innehaben. Wenn die Machtverhältnisse besonders ungünstig für einen Menschen sind wirkt der persönliche emotionale Mechanismus in vielen Fällen mit dem kognitiven Mechanismus zusammen, um Gefühle wie Empörung oder Wut zu unterdrücken.</p>
<p>Eyal Winter erläutert: „Dies ist rationales emotionales Verhalten, das in der richtigen Dosierung unsere Überlebenschancen erhöhen kann. In extremen Situationen – etwa bei misshandelten Frauen – kann eben dieses Verhaltensmuster für die Betroffenen jedoch ausgesprochen nachteilig sein.“ Der emotionale Mechanismus übersteigert auch das Maß, in dem man Autoritätspersonen gegenüber Dankbarkeit für kleine und unbedeutende positive Gesten empfindet. Hierin liegt unter anderem das Erfolgsgeheimnis der Verhörmethode in den Rollen „guter Bulle, böser Bulle“. Quelle: „Kluge Gefühle“ von Eyal Winter</p>
<p><strong>Von Hans Klumbies</strong></p>
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