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	<title>Selbstüberschätzung &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Die meisten Menschen beherrschen die Kunst der Verstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jul 2019 06:34:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstüberschätzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Fehleinschätzungen der eigenen Fähigkeiten und Gründe oft und systematisch auftauchen, dann stellt sich für Philipp Hübl die Frage, wie sie evolutionär von Vorteil gewesen sein können. Als Antwort darauf gibt es mehrere Vorschläge. Der Evolutionsbiologe Robert Trivers nimmt an, dass Selbsttäuschung sich im Dienste der sozialen Täuschung entwickelt hat. Friedrich Nietzsche hat diese soziobiologische ... <a title="Die meisten Menschen beherrschen die Kunst der Verstellung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-meisten-menschen-beherrschen-die-kunst-der-verstellung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die meisten Menschen beherrschen die Kunst der Verstellung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Fehleinschätzungen der eigenen Fähigkeiten und Gründe oft und systematisch auftauchen, dann stellt sich für Philipp Hübl die Frage, wie sie evolutionär von Vorteil gewesen sein können. Als Antwort darauf gibt es mehrere Vorschläge. Der Evolutionsbiologe Robert Trivers nimmt an, dass Selbsttäuschung sich im Dienste der sozialen Täuschung entwickelt hat. Friedrich Nietzsche hat diese soziobiologische Grundidee schon 150 Jahre früher so zusammengefasst: „Der Intellekt, als ein Mittel zur Erhaltung des Individuums, entfaltet seine Hauptkräfte in der Verstellung. Im Menschen kommt diese Verstellungskunst auf ihren Gipfel: hier ist die Täuschung, das Schmeicheln, Lügen und Trügen, das Hinter-dem-Rücken-reden, das Repräsentieren, das im erborgten Glanze Leben, das Maskiertsein, die verhüllende Konvention, das Bühnenspiel vor anderen … die Regel und das Gesetz.“ Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2049"></span></p>
<p><strong>Selbstüberschätzung macht die Menschen im Allgemeinen glücklicher</strong></p>
<p>Aufbauend auf psychologischer und evolutionsbiologischer Forschung meint Robert Trivers, zwischen Täuschern und Getäuschten habe in der Entwicklungsgeschichte eine Art Wettrüsten stattgefunden. Wer zum Beispiel vortäuschen konnte, stark, einflussreich oder unbesiegbar zu sein, hatte bessere Chancen, einen Lebenspartner zu finden, mit dem er fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen konnte. Doch da die anderen Gruppenmitglieder feine Sensoren für Lügen und Betrug hatten, setzte über viele Generationen ein Wechselspiel zwischen Täuschung und Täuschungsaufdeckung ein. </p>
<p>Erfolgreich seien aber gerade diejenigen gewesen, die sich selbst darin täuschen konnten, die Größten zu sein, denn sie hätten besonders authentisch auch andere davon überzeugen können. Der amerikanische Philosoph William Hirstein macht noch auf eine andere mögliche evolutionäre Funktion aufmerksam, die einiger den sozialen als vielmehr den mentalen Aspekt von Selbsttäuschung betont, nämlich dass Konfabulationen und Selbstüberschätzungen die Menschen im Allgmeinen glücklicher machen, also offenbar eine wichtige Beruhigungsfunktion übernehmen. </p>
<p><strong>Die Selbsttäuschung könnte mit Vernunft und Nachdenken in die Welt gekommen sein</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu gesunden Menschen nämlich schätzen Depressive ihre Fähigkeiten und Aussichten oft sehr präzise, ein Phänomen, dass daher den Namen „depressiver Realismus“ trägt. Vielleicht überschätzten sich depressive Menschen deshalb selten, weil sie ohnehin dauerhaft an sich zweifeln. William Hirstein gibt allerdings zu bedenken, dass auch der umgekehrte Fall plausibel ist. Er drückt seine Einsicht wie folgt aus: „Wir werden alle sterben, vermutlich nach einer Krankheit. Alle unsere Freude werden ebenfalls sterben. Wir sind kleine, unbedeutende Punkte auf einem unbedeutenden Planeten.“</p>
<p>Ist es da nicht naheliegend, fragt William Hirstein, dass mit Vernunft und Nachdenken auch die Selbsttäuschung in die Welt gekommen ist, um die Menschen vor Depressionen und Lethargie zu schützen? Sodass man im Sinne der englischen Komiker der Gruppe „Monty Python“ eher auf die schönen Seiten des Lebens schaut, selbst wenn einem das Lebern oft absurd erscheint? Philosophisch stellen Formen von Selbsttäuschung auf den ersten Blick ein Rätsel dar. Wenn man jemanden täuscht, sorgt man absichtlich dafür, dass eine andere Person Überzeugungen gewinnt, die man selbst für falsch hält. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alle Menschen können fehlerhafte Detektive sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jun 2017 06:34:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Gedächtnis eines Menschen arbeitet fast nie ganz zuverlässig. So sehr sich die meisten Menschen wünschen würden, dass die Justiz unfehlbar sei, dass die Polizei immer den tatsächlich Schuldigen fasst, wissen sie doch, dass das in Wahrheit nicht der Fall ist. Es gibt viele Beispiele dafür, dass Menschen wegen schrecklicher Verbrechen zu Unrecht verurteilt und ... <a title="Alle Menschen können fehlerhafte Detektive sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/alle-menschen-koennen-fehlerhafte-detektive-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Alle Menschen können fehlerhafte Detektive sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gedächtnis eines Menschen arbeitet fast nie ganz zuverlässig. So sehr sich die meisten Menschen wünschen würden, dass die Justiz unfehlbar sei, dass die Polizei immer den tatsächlich Schuldigen fasst, wissen sie doch, dass das in Wahrheit nicht der Fall ist. Es gibt viele Beispiele dafür, dass Menschen wegen schrecklicher Verbrechen zu Unrecht verurteilt und eingesperrt wurden. Julia Shaw nennt Zahlen: „Im Durchschnitt verbrachten diese Menschen 14 Jahre im Gefängnis, und das wegen eines Verbrechens, dass sie nicht begangen hatten. Fehlerhafte Erinnerung spielte in mindestens 75 Prozent der Fälle eine Rolle.“ Wenn solche Fälle später überprüft werden, wird häufig klar, dass die beteiligten Polizisten alles in ihrer Macht stehende getan haben, um einen Verdächtigen hinter Schloss und Riegel zu bringen. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-1665"></span></p>
<p><strong>Bei jedem Menschen kann es zu psychologischen Verzerrungen der Wahrnehmung kommen</strong></p>
<p>Es ist für Julia Shaw vollkommen plausibel, dass die Polizisten einfach einer Reihe von psychologischen Verzerrungen der Wahrnehmung aufsaßen. Sie können einen „Tunnelblick“ entwickeln und dann Indizien überbewerten, die ihre Argumentationslinie stützen und dafür Informationen diskreditieren oder ignorieren, die ihr widersprechen. Und das gilt nicht nur für die Polizei – so etwas kann jedem unterlaufen, weil falsche Information in jede der kohärenten Geschichten einsickern kann, die man konstruiert, um die Wirklichkeit zu verstehen.</p>
<p>Julia Shaw gebraucht dafür einen Begriff, der von einem der führenden Rechtspsychologen der Welt, Peter van Koppen, entwendet ist: „Wir können allesamt defective detectives (fehlerhafte Detektive) sein.“ Wenn man ein Ereignis als sinnvoll begreifen will, dafür aber nicht genügend Informationen hat, neigt man dazu, plausibles Füllmaterial einzufügen, mit dem man die Lücken stopfen kann. Für den menschlichen Verstand müssen Ereignisse einen linearen Verlauf, Zusammenhänge und Gründe haben.</p>
<p><strong>Sehr viele Menschen neigen zur Selbstüberschätzung</strong></p>
<p>Wenn ein Mensch erst einmal zu dieser Art von plausiblen Narrativ gelangt ist, kann er eine unglaubliche Überzeugung aufbauen, dass es richtig ist. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass die meisten Menschen glauben, sie seien intelligenter, attraktiver und kompetenter als der Durchschnitt. Was natürlich statistisch unmöglich ist. Und doch haben Untersuchungen diesen Effekt der Selbstüberschätzung auf allen möglichen Gebieten festgestellt. Zum Beispiel überschätzen Polizisten ihre Fähigkeit, Lügner entlarven zu können. Und Studierende überschätzen die Noten, die sie für ihre Kurse bekommen werden.</p>
<p>Der Sozialwissenschaftler Dominic Johnson von der Universität Edinburgh und James Fowler von der University of California schrieben 2011 in der Zeitschrift „Nature“: „Menschen weisen zahlreiche psychologische Wahrnehmungsverzerrungen auf, aber zu den hartnäckigsten, stärksten und am weitesten verbreiteten gehört die Selbstüberschätzung.“ Die Illusion der Überlegenheit, die eigenen positiven Eigenschaften zu überschätzen und die negativen zu unterschätzen, ist selbstredend mit dem Gedächtnis verknüpft, denn um über die guten Eigenschaften nachdenken zu können, muss man sich an das erinnern können, was man in seinem Leben gut gemacht hat und was Belege für diese Eigenschaften liefert. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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