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	<title>Religion &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Achtsamkeit verwandelt die Wirklichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Sep 2021 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Haltung der Achtsamkeit vollendet sich die in sich Gekehrtheit des Einzelnen. Heinz Bude erklärt: „Man entschleunigt sich, entzieht sich und enthält sich.“ Was um einen Menschen herum passiert, trifft diesen nur dann, wenn er sich dazu entschließt, sich davon treffen zu lassen. Sein reiner, ungetrübter Blick lässt alles so sein, wie es ist. ... <a title="Achtsamkeit verwandelt die Wirklichkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/achtsamkeit-verwandelt-die-wirklichkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Achtsamkeit verwandelt die Wirklichkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Haltung der Achtsamkeit vollendet sich die in sich Gekehrtheit des Einzelnen. Heinz Bude erklärt: „Man entschleunigt sich, entzieht sich und enthält sich.“ Was um einen Menschen herum passiert, trifft diesen nur dann, wenn er sich dazu entschließt, sich davon treffen zu lassen. Sein reiner, ungetrübter Blick lässt alles so sein, wie es ist. Und er kann sich mit lächelnder Unberührtheit ganz auf sich selbst konzentrieren. Es kann aber passieren, dass sich Menschen mit dem Wunsch nach Achtsamkeit, Verbundenheit und Gelassenheit selbst eine Falle stellen. Für den Philosophen ist dies ein Versuch, ein anderes Verhältnis zur Wirklichkeit zu gewinnen. Dieses rückt vom wollenden Ich ab, das etwas in der Welt bewirken will und sich um die Zukunft sorgt. Seit dem Jahr 2000 ist Heinz Bude Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. <span id="more-2953"></span></p>
<p><strong>Handlungen sind immer vom Scheitern bedroht</strong></p>
<p>Das menschliche Wollen ist jedoch jeden Moment vom Scheitern bedroht. Nicht weil ein Mensch den Zweck nicht klar bestimmt. Sondern aus dem einfachen Grund, dass der Erfolg seines Handelns nicht allein von ihm selbst abhängt. Das ist in erster Linie eine Erfahrung der beruflichen Tätigkeit. Heinz Bude stellt fest: „Wie beschränkt mein Einfluss, wie gering mein Beitrag ist, zeigt sich schließlich bei Zielen allgemeiner oder politischer Art. Was kann ich schon tun, wie ein Übel wie die globale Erderwärmung oder das Übel des Auseinanderklaffens der Schere zwischen Arm und Reich zu vermeiden?“</p>
<p>Die Erkenntnis des radikalen Ungenügens seines Handelskönnens kann einen Menschen jedoch noch schlimmer treffen. Nämlich wenn es um ganz elementare Ziele wie Gesundheit, Glück, das Gedeihen der eigenen Kinder und die Verbundenheit mit anderen geht. Wenn es für einen ernst wird, muss man zugestehen, stößt man ganz schnell an Grenzen des eigenen Wirkenkönnens. Deshalb steckt im menschlichen Handeln von Anfang an die Angst, nichts ausrichten zu können.</p>
<p><strong>Die Religion ist ein infantiler Wunsch nach Größe</strong></p>
<p>Und die erste und letzte Angst ist die Angst vor dem eigenen Tod. Der, wie Martin Heidegger ausgeführt hat, für das Dasein nicht aussteht, sondern in vorlaufender Einholung gegenwärtig ist. Diese existenzielle Erfahrung der Kontingenz – der Offenheit und Ungewissheit – macht den Menschen klein und ohnmächtig. Und er hat im Grunde nur zwei Möglichkeiten, damit fertig zu werden. Er kann sich entweder einen großen Bewirker ausdenken, den man durch Gaben oder Glauben auf seine Seite ziehen kann.</p>
<p>Oder er übt sich in Wunschlosigkeit und ergibt sich einem numinosen Universum. Den ersten Weg weist für Ernst Tugendhat die Religion, die Sigmund Freud mit der Überschrift „Die Zukunft einer Illusion“ versehen hat. Denn es ist das Fortleben des infantilen Wunsches nach Größe und Verschmelzung. Der zweite ist der Weg der Mystik, der Ernst Tugendhats Überzeugung jedem Menschen zugänglich ist. Denn er ist weder von besonderen Exerzitien noch von einer besonderen Begabung abhängig. Quelle: „Solidarität“ von Heinz Bude</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eine kitschige Weltsicht verspricht Halt und Orientierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 06:36:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kitsch]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rationalität ist der Treibstoff des wissenschaftlichen Denkens, von sachlicher Abwägung und nutzenorientiertem Pragmatismus. Genau hierin aber wittert die sentimentale Seele die Ursache für die Ausbeutung, Ungleichheit, der Unfähigkeit zum Frieden und die Zerstörung der Natur. Alexander Grau fügt hinzu: „Diesem imaginierten Szenario der Entfremdung setzt das kitschige Bewusstsein eine Version absoluter Empathie, Gefühligkeit und ... <a title="Eine kitschige Weltsicht verspricht Halt und Orientierung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-kitschige-weltsicht-verspricht-halt-und-orientierung.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine kitschige Weltsicht verspricht Halt und Orientierung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rationalität ist der Treibstoff des wissenschaftlichen Denkens, von sachlicher Abwägung und nutzenorientiertem Pragmatismus. Genau hierin aber wittert die sentimentale Seele die Ursache für die Ausbeutung, Ungleichheit, der Unfähigkeit zum Frieden und die Zerstörung der Natur. Alexander Grau fügt hinzu: „Diesem imaginierten Szenario der Entfremdung setzt das kitschige Bewusstsein eine Version absoluter Empathie, Gefühligkeit und Harmonie entgegen.“ Nur sie sind in der Lage, bestimmte Normen und Verhaltensweisen zu entwickeln. Diese sollen nicht nur einen schonenden Umgang der Menschen untereinander ermöglichen, sondern auch des Menschen mit der Natur. Dass in der Natur selbst Kategorien wie Empfindsamkeit, Empathie und Achtsamkeit überhaupt nicht vorkommen, stört das kitschige Gemüt naturgemäß wenig. Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. <span id="more-2176"></span></p>
<p><strong>Das Versprechen von Sinn ist eng mit dem Kitsch verbunden</strong></p>
<p>Denn erst das sentimentale Versprechen auf emotionale Geborgenheit, das allein die kitschige Weltsicht zu garantieren scheint, erschließt dem nach Erfüllung und Sicherheit Suchenden einen intellektuellen Schutzraum. Hier kann er eintauchen in eine Welt der Rührseligkeit, des Verständnisses und des Mitfühlens. Hier ist alles einfach, unmittelbar einsichtig und die Wahrheit kann gespürt werden. Es eröffnen sich den Suchenden Dimensionen von Sinn, die Halt und Orientierung bieten.</p>
<p>Alexander Grau liegt daher sicher nicht falsch, wenn er festhält, dass die psychologische Grundlage für die Kitschfähigkeit des Menschen, seine Disposition für Kitsch, in dem Bedürfnis nach Sinnerfahrung liegt. Oder kurz formuliert: Wo das Versprechen von Sinn aufkommt, ist Kitsch nicht weit. Dementsprechend sind für Alexander Grau Religionen die ersten kulturgeschichtlichen Formationen organisierten Erlebens von Kitsch. Mithilfe von Erzählungen, Bildern und Ritualen suggerieren Religionen einen Sinnzusammenhang, der bei rationaler und unvoreingenommener Betrachtung nicht gegeben ist.</p>
<p><strong>Nicht jede Religion ist kitschig</strong></p>
<p>Wenn Kitsch tatsächlich eine Übertünchung der Realität darstellt, eine Flucht vor der Wirklichkeit, die glauben machen will, die eigentliche Wirklichkeit zu sein, dass sind Religionen geradezu idealtypische Dispositionen des Kitsches. Das bedeutet laut Alexander Grau allerdings nicht, dass jede Religion und jede Form von Religiosität kitschig ist. Religion entbehrt des Kitsches, solange sie ein Modus bleibt, in dem Menschen sich den Tatsachen der Welt stellen und diese kommunizieren. Etwa, dass die Welt Leid und Schmerz bedeutet, Verlust, Endlichkeit, Kampf und Tod.</p>
<p>Die großen polytheistischen Erzählungen der Menschheit sind Ausdruck dieser in gewissen Sinne realistischen Weltsicht. Zudem sind sie Formen, dieses kollektive Wissen symbolisch zu verarbeiten. Hier, in den Mythen der Menschheit, etwa im Gilgamesch-Epos, im Alten Testament oder in den griechischen Sagen wird die Realität nicht beschönigt, und verkitscht schon gar nicht. Im Gegenteil, sie wird mit brutaler Klarheit geschildert, in einen Erklärungsrahmen gesetzt und so handhabbar gemacht. Quelle: „Politischer Kitsch“ von Alexander Grau</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die größte Sucht der Gegenwart ist die Eifersucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jan 2019 08:54:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Beginn ihres Lebens wird den meisten Menschen gesagt, dass etwas aus ihnen werden soll, dabei sind sie bereits jemand, wenn sie diese Welt betreten. Es sollte allerdings im Leben auch darum gehen, sich wohlzufühlen, zu sein, der man ist, und genau das zu akzeptieren. Klaus Biedermann stellt fest: „Das Ego wird aber ständig von ... <a title="Die größte Sucht der Gegenwart ist die Eifersucht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-groesste-sucht-der-gegenwart-ist-die-eifersucht.html" aria-label="Mehr Informationen über Die größte Sucht der Gegenwart ist die Eifersucht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Beginn ihres Lebens wird den meisten Menschen gesagt, dass etwas aus ihnen werden soll, dabei sind sie bereits jemand, wenn sie diese Welt betreten. Es sollte allerdings im Leben auch darum gehen, sich wohlzufühlen, zu sein, der man ist, und genau das zu akzeptieren. Klaus Biedermann stellt fest: „Das Ego wird aber ständig von dem Wunsch gespeist, anders zu sein, und deshalb niemals satt. Es kann gar nicht satt werden, da es immer jemanden geben wird, der reicher, schöner, intelligenter, stärker oder schlauer ist als man selbst.“ Dieses Drama setzt sich bis in die Beziehungen vieler Menschen fort. Eine der größten Süchte der Gegenwart ist – neben der Habsucht – die Eifersucht. Dr. phil. Klaus Biedermann leitet seit mehr als 30 Jahren Selbsterfahrungskurse und Burn-In-Seminare in seiner Sommerakademie auf der Insel Korfu. <span id="more-1953"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen suchen die Rettung bei einem Guru</strong></p>
<p>Der eifersüchtige Partner glaubt, jemand anderer könne besser oder attraktiver sein als er selbst. Eifersucht entsteht aus dem Glauben, man selbst sei unvollständig und brauche eine andere Person, um ganz zu sein. Mangelnder Selbstwert entsteht, wenn man in der Kindheit als die Person, die man war, nicht wertgeschätzt und bei Eigeninitiative nicht unterstützt wurde. Schon einem Kind bringt man bei, sein Denken und seine Gefühle unter Kontrolle zu halten, seine Fantasie und seine Instinkte zu überdecken und zu unterdrücken. </p>
<p>Klaus Biedermann kritisiert: „Man lehrt das Kind somit zu lügen. Nicht hingegen bringt man ihm bei, dass es sich nur selbst retten kann, ebenso wenig lernt es, wie es dabei vorgehen muss.“ So warten ganze Völker auf einen Messias, der sie erlöst, Menschen suchen die Rettung bei Gurus, spirituellen Lehrern oder bei einem Partner. Das vielleicht Fatalste, das einem Menschen sein Ego einredet, ist, dass er getrennt ist. Es sagt ihm, er sein ein Individuum und getrennt von den Mitmenschen und der Umwelt. </p>
<p><strong>Die Menschen haben die Hölle auf Erden geschaffen</strong></p>
<p>Ständig müssen deshalb viele Menschen ihr Bessersein demonstrieren und, noch schlimmer, sie bedienen sich einfach überall, wie Egoisten das eben tun. Klaus Biedermann fügt hinzu: „Ohne Rücksicht auf anderes Leben, mit dem wir diesen Planeten teilen, beuten wir die Natur aus und denken dabei nicht einmal an unsere Nachkommen. Hauptsache, uns geht es gut, Hauptsache, wir bekommen immer mehr und mehr.“ Eines kann man dem menschlichen Ego sicherlich nicht absprechen: seinen Erfindungsgeist.</p>
<p>Zu den größten Erfindungen des Egos gehört ein Gott, der natürlich außerhalb der Menschen existiert. Es würde allerdings eine bessere Welt als die aktuelle geben, wenn die Menschen anfangen würden, selbstständig zu denken, statt den Versprechungen der Religionen zu glauben, nach dem Tod kämen Seligkeit und das ewige Paradies. Jahrtausendelang wurde den Menschen auf die eine oder andere Art Angst vor der Hölle eingebläut, ohne dass sie merkten, dass sie diese bereits oberhalb der Erde geschaffen hatten. Ein wahrlich schlaues Geschäft, die Menschen am Gängelband zu halten. Quelle: „Burn-In statt Burn-Out“ von Klaus Biedermann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eyal Winter nennt drei Gründe für selbstloses Verhalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2018 09:15:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erbbiologische Erklärung für die Ausbreitung selbstlosen Verhaltens stützt sich auf drei Elemente. Das erste ist Abschreckung. Wer keine Solidarität übt, wird aus dem Gesellschaftsleben ausgeschlossen und zahlt somit einen sehr hohen persönlichen Preis für sein Verhalten. In frühgeschichtlichen Gesellschaften der Sammler und Jäger kam dies einem Todesurteil gleich. Eyal Winter ergänzt: „Eine erfolgreiche Jagd ... <a title="Eyal Winter nennt drei Gründe für selbstloses Verhalten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eyal-winter-nennt-drei-gruende-fuer-selbstloses-verhalten.html" aria-label="Mehr Informationen über Eyal Winter nennt drei Gründe für selbstloses Verhalten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die erbbiologische Erklärung für die Ausbreitung selbstlosen Verhaltens stützt sich auf drei Elemente. Das erste ist Abschreckung. Wer keine Solidarität übt, wird aus dem Gesellschaftsleben ausgeschlossen und zahlt somit einen sehr hohen persönlichen Preis für sein Verhalten. In frühgeschichtlichen Gesellschaften der Sammler und Jäger kam dies einem Todesurteil gleich. Eyal Winter ergänzt: „Eine erfolgreiche Jagd erforderte die enge Zusammenarbeit. Wer nicht an einem Strang zog oder nicht zu teilen bereit war, lief sehr schnell Gefahr zu verhungern und hatte wenig Aussicht sich fortzupflanzen. Egoistische Verhaltensweisen starben somit aus.“ Als zweites Element wäre das Prinzip des Handicaps zu nennen. Allein schon der Akt sichtbaren Gebens erhöht die Chancen der Fortpflanzung des Einzelnen. Eyal Winter ist Professor für Ökonomie und Leiter des Zentrums für Rationalität an der Hebräischen Universität von Jerusalem. <span id="more-1794"></span></p>
<p><strong>Die Religion schafft einen sozialen Zusammenhalt</strong></p>
<p>Das dritte Element bildet die Tatsache, dass in genetisch homogenen Umfeldern großzügiges Verhalten gegenüber anderen dazu dient, die Gene der Altruisten weiterzugeben. Das Modell der Gruppenselektion bietet eine einfache, direkte und schlüssige Erklärung dafür, warum selbstloses Verhalten in der Evolution Bestand hat. Diesem Modell zufolge wirken Mutation und Selektion auf der Ebene der Gruppe, im Gegensatz zur individuellen Ebene. Gruppen, die gegenseitiger Unterstützung keinen moralischen Wert beimessen, sterben schneller aus als konkurrierende Gruppen.</p>
<p>Eyal Winter gibt jedoch zu beachten, dass das Prinzip der Selbstlosigkeit auch auf der Ebene der Gruppe gewisse Grenzen einhalten muss, um sich vorteilhaft auszuwirken. Der Religion kommt in der Geschichte der Menschheit auch deshalb eine so große Bedeutung zu, weil sie einen sozialen Zusammenhalt schafft, der ihren Anhängern als Kollektiv zugutekommt. Die Zehn Gebote sind ein treffendes Beispiel für dieses Prinzip. Es ist kein Zufall, dass fast der gesamte Inhalt der Zehn Gebote in aller Welt in Form von religiösen und sozialen Verhaltensregeln übernommen wurde. </p>
<p><strong>Die ersten drei Gebote haben Vorrang vor allen anderen Gesetzen</strong></p>
<p>Eyal Winter erklärt: „Im Kern beruhen die Zehn Gebote auf drei verschiedenen Mechanismen: Erstens sichern sie die physische Existenz der Gruppe und deren Zusammenhalt; zweitens fördern sie die Fortpflanzung; und drittens halten sie den Einzelnen davon ab, die Gruppe zu verlassen.“ Die ersten drei Gebote sollen den Vorrang dieses Moralkodex vor allen anderen Gesetzen garantieren. Gemeinschaften, die ihren Kodex ernster nehmen, befolgen diesen umso eifriger und haben somit bessere Aussichten fortzubestehen.</p>
<p>Die übrigen sieben Gebote begründen einen Gesellschaftsvertrag durch das Verbot von Diebstahl, Ehebruch und Mord sowie ein Anhalten zu wechselseitig zuträglichen Beziehungen zwischen Familienmitgliedern und Nachbarn. Es ist augenscheinlich, wie wichtig viele dieser Gebote für die Wohlergehen einer Gemeinschaft sind. So spielt beispielsweise das dritte Gebot „Du sollst den Feiertag heiligen“, eine große Rolle für den Zusammenhalt der Gruppe. Der religiöse Feiertag dient der Ruhe; der Einzelne soll nicht eigene Interessen verfolgen, sondern sich der Gemeinschaft widmen. Quelle: „Kluge Gefühle“ von Eyal Winter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Religion ist nichts weiter als eine Illusion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jul 2017 05:35:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud leitete die Religion aus der kulturellen Entwicklung ab, als deren Bestandteil sie die Zumutungen der Natur und der Gesellschaft gleichermaßen zu bewältigen gestattet. Gegen die Zufälle und Gefahren der Natur erzeugt sie die Illusion, dass alles nach Plan erbaut und durch den Willen des Schöpfers kontrolliert wird. Peter-André Alt ergänzt: „Gegen die sozialen ... <a title="Die Religion ist nichts weiter als eine Illusion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-religion-ist-nichts-weiter-als-eine-illusion.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Religion ist nichts weiter als eine Illusion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud leitete die Religion aus der kulturellen Entwicklung ab, als deren Bestandteil sie die Zumutungen der Natur und der Gesellschaft gleichermaßen zu bewältigen gestattet. Gegen die Zufälle und Gefahren der Natur erzeugt sie die Illusion, dass alles nach Plan erbaut und durch den Willen des Schöpfers kontrolliert wird. Peter-André Alt ergänzt: „Gegen die sozialen Zwänge setzt sie den Gedanken der Belohnung für entgangene Befriedigung in der Idee der Erlösung nach dem Tod.“ Betrachtet man den Kern religiöser Aussagen über Jenseits und ewiges Leben, Gottes Schöpfungsidee und die Segnungen des Paradieses genauer, dann kommt man allerdings schnell zur Einsicht in ihren irrationalen Charakter. Die religionsimmanenten Argumente, die ihrer Absicherung dienen, lassen sich, so Sigmund Freud, durchgehend als bedenklich bezeichnen. Peter-André Alt ist Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Freien Universität Berlin. <span id="more-1689"></span></p>
<p><strong>Die von der Religion ausgehende Hoffnung ist leer</strong></p>
<p>Die Religion verliert in der modernen westlichen Gesellschaft an Wirkung, weil sie nicht mehr glaubwürdig, ihre Fiktion durchsichtig, die von ihr ausgehende Hoffnung leer ist. Allein von der Wissenschaft dürfe man, so erklärte Sigmund Freud, die Entschleierung der Welträtsel erwarten: „Es ist wiederum nur Illusion, wenn man von der Intuition und der Selbstversenkung etwas erwartet; sie kann uns nichts geben als – schwer deutbare – Aufschlüsse über unser eigenes Seelenleben, niemals Auskunft über die Fragen, deren Beantwortung der religiösen Lehre so leicht wird.“</p>
<p>Übrig blieb die tröstende Funktion des Glaubens, jenseits ihres metaphysischen Anspruchs. Für die Psychologie wäre hier ein Anknüpfungspunkt, der es erlaubte, religiöses Denken aus seinen seelischen Wirkungen zu rechtfertigen. Peter-André Alt fügt hinzu: „Aber auch als reines Beruhigungsmittel mochte Freud die Religion nicht gelten lassen, denn die Geschichte zeigt, dass die Menschen zu Zeiten der uneingeschränkten Herrschaft des Glaubens weder glücklicher noch sittlicher waren.“</p>
<p><strong>Die Erziehung zur Realität soll die Religion überflüssig machen</strong></p>
<p>on der Religion blieb bestenfalls die subjektive Tröstung im Sinne eines persönlichen Glücks. Friedrich Schiller formuliert dies wie folgt: „Der Mensch, der im Zeichen seines Glaubens auf ein Jenseits hofft, findet am Ende, nach dem Tod, keinen Einlass ins Paradies, weil seine Hoffnung schon Gegenleistung für alle Entbehrungen war.“ Trotz aller Schwächen eines nur illusionären Trostes blieb es für Sigmund Freud unklar, ob die Religion in Zukunft verschwinden und aufgeklärter Vernunft Platz machen werde.</p>
<p>Sigmund Freud schreibt: „Der Gläubige lässt sich seinen Glauben nicht entreißen, nicht durch Argumente und nicht durch Verbote. Gelänge es aber bei einigen, so wäre es eine Grausamkeit. Wer durch Dezennien Schlafmittel genommen hat, kann natürlich nicht schlafen, wenn man ihm das Mittel entzieht.“ Das war eine ebenso einfache wie klare Diagnose, die keine Alternativen eröffnete. Dennoch hielt Sigmund Freud an seinem Projekt fest, das „bittersüße“ Gift der Religion überflüssig zu machen durch „Erziehung zur Realität“. Quelle: „Sigmund Freud“ von Peter-André Alt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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