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	<title>Reiz &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Lernvorgänge können automatisch ablaufen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Konditionierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
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					<description><![CDATA[Konditionierung ist der Fachbegriff dafür, dass das Gehirn lernt, wie auf Knopfdruck bestimmte Reaktionen zu zeigen. Das berühmteste Beispiel war der Pawlow`sche Hund. Dem russischen Verhaltensforscher Iwan Pawlow war es gelungen, zu beweisen, dass ein bestimmter Reiz, in dem Fall ein Glockenton, zu Speichelfluss bei einem Hund führte, da dieser Ton immer in Verbindung mit ... <a title="Lernvorgänge können automatisch ablaufen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heinz-peter-roehr-konditionierung.html" aria-label="Mehr Informationen über Lernvorgänge können automatisch ablaufen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Konditionierung ist der Fachbegriff dafür, dass das Gehirn lernt, wie auf Knopfdruck bestimmte Reaktionen zu zeigen. Das berühmteste Beispiel war der Pawlow`sche Hund. Dem russischen Verhaltensforscher Iwan Pawlow war es gelungen, zu beweisen, dass ein bestimmter Reiz, in dem Fall ein Glockenton, zu Speichelfluss bei einem Hund führte, da dieser Ton immer in Verbindung mit der Futterausgabe erfolgte. Der Glockenton löste schon nach kurzer Zeit den Speichelfluss auch dann aus, wenn noch kein Futter angeboten wurde. Heinz-Peter Röhr erklärt: „Das war der Beweis, dass das Gehirn auf bestimmte Reize reagiert, weil es sich erinnert.“ Unter Konditionierung ist deshalb ein Lernvorgang zu verstehen, der automatisch abläuft, wenn bestimmte Reize eintreten.  Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang  in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-3097"></span></p>
<p><strong>Kontrollverlust hat etwas mit Missbrauch zu tun</strong></p>
<p>Auch hier ist manchmal ein gewisser Kontrollverlust zu beobachten, manchmal genügen kleine „Auslöser“, um das Gehirn zu starken Reaktionen zu animieren, deren man sich kaum erwehren kann. Wie es zu Kontrollverlusten kommt, findet nach einem typischen Muster statt. Ein Verhalten soll Erleichterung verschaffen, da sich der Erfolg nicht in genügender Weise einstellen will, glaubt man, durch ein Mehr vom Selben das Ziel doch noch zu erreichen. </p>
<p>Heinz-Peter Röhr erläutert: „Das berühmte „sich in etwas Hineinsteigern“ bedeutet, sich den Gefühlen ganz zu überlassen und dabei den Verstand auszuschalten.“ Nach dem Motto: „Das ist mir jetzt völlig egal, ich will meine Wut, meinen Groll, meinen Hass jetzt ungebremst ausleben.“ Man sucht die Erleichterung, die Befriedigung, die Genugtuung. Ein Kontrollverlust über Gefühle, Gedanken oder Verhaltensweisen hat fast immer etwas mit Missbrauch zu tun. Missbrauch in dem Sinne, dass ein Verhalten praktiziert wird, das zwar eine direkte Erleichterung bringt, aber keine Lösung. </p>
<p><strong>Beim Glücksspiel und beim Sex kann man die Kontrolle verlieren</strong></p>
<p>Da dieser Missbrauch nicht immer offensichtlich ist, wird er oft nicht im Zusammenhang mit dem Kontrollverlust gesehen. So wie man Alkohol oder Drogen konsumiert, um die Stimmung zu verbessern, lassen sich auch Gefühle und Verhaltensweisen instrumentalisieren, um Effekt zu erzielen. Das ist ein so häufiger Vorgang, dass man ihn als „normales“ menschliches Verhalten bezeichnen kann. Viele Menschen trösten sich mit Schokolade, wenn sie sich einsam oder frustriert fühlen. </p>
<p>Problematisch wird das Ganze erst, wenn es sich verselbstständigt, wenn es immer wieder zu Kontrollverlusten kommt, ein unwiderstehlicher Drang vorhanden ist, immer mehr Schokolade zu essen. Weitere typische Verhaltensweisen, über die die Kontrolle verloren gehen kann, sind beispielsweise Glückspiel, Sport, Sex … An diesen Beispielen wird deutlich, dass eine Konditionierung stattgefunden hat. Wie auf Knopfdruck entgleiten Gefühle und werden quasi zum Selbstläufer. Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2020 13:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belohnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist fast unmöglich, einen Artikel zur Kindererziehung zu lesen, ohne über das Prinzip der „positiven Verstärkung“ belehrt zu werden. Aber die Sache hat für Reinhard K. Sprenger einen gewaltigen Haken: „Genügten bei Ihren Kindern anfangs noch ein paar neue Turnschuhe, mussten es vor zwei Jahren schon die Inlineskates sein. Im letzten Jahr war es ... <a title="Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-belohnung-kann-sich-in-bestechung-verwandeln.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist fast unmöglich, einen Artikel zur Kindererziehung zu lesen, ohne über das Prinzip der „positiven Verstärkung“ belehrt zu werden. Aber die Sache hat für Reinhard K. Sprenger einen gewaltigen Haken: „Genügten bei Ihren Kindern anfangs noch ein paar neue Turnschuhe, mussten es vor zwei Jahren schon die Inlineskates sein. Im letzten Jahr war es dann ein einwöchiger Surfkurs auf Sylt. Und wehe, die Belohnung lässt sich in diesem Jahr nicht irgendwie steigern.“ Wenn man auf diese Weise Menschen antreiben will, muss das Reizniveau immer leicht nach oben geschraubt werden. Das Spiel verliert mit jeder neuen Runde, denn Belohnungen haben kurze Beine. Denn es liegt auf der Hand, dass nur der Preis permanenter Wiederholung oder Steigerung der Belohnung motiviert. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-2374"></span></p>
<p><strong>Die Mechanik der Belohnung erzeugt eine Belohnungssucht</strong></p>
<p>Jede Motivierung erzeugt bestenfalls eine Strohfeuermotivation. Die Belohnung, vielleicht einmal unerwartet und als verdienter Dank ehrlich gewährt, wandelt sich, schaut nach vorn und wird zur Bestechung. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Sie beinhaltet die Verheißung, bei ähnlichen Taten wieder und wieder … Aber wehe, wenn sie ausbleibt oder geringer als erwartet ausfällt.“ Aus der Sicht des Betroffenen hat das einen höheren negativen Wirkungsgrad als eine Bestrafung. Und je begehrenswerter eine Belohnung, desto demotivierender ist es, wenn sie ausbleibt.</p>
<p>Reinhard K. Sprenger rät sich selbst zu prüfen. Er behauptet: „Die Mechanik der Belohnung hat auch bei Ihnen eine Belohnungssucht erzeugt. Oft geht es Ihnen nicht mehr um die Tätigkeit selbst, sondern nur noch um die nachfolgende Belohnung.“ Auf diese Weise hat man eine Mentalität der Abschöpfung entwickelt, die sich anpasst und mitnimmt, was mitzunehmen ist. Der Gedanke, der einen dazu berechtigen scheint: Arbeiten, das Großziehen der Kinder, Studieren, das Ausführen des Hundes, das Mähen des Rasens – das sind alles lästige Tätigkeiten.</p>
<p><strong>Der Trieb und der Reiz beeinflussen eine Handlung</strong></p>
<p>Wenn man diese Dinge tut, erleidet man gleichsam einen Schaden. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Wer will, dass ich sie trotzdem tue, muss mich dafür ent-schädigen.“ Mitleidig belächelt oder schief angesehen wird dagegen jeder, der den Spaß an der Sache, die Freude am Tun oder aber das Sinnvolle des Beitrags betont. Diesen Mensch, der tut, was er tut, stellen seine Mitmenschen nicht selten als Naivling hin, in der Schule wird er als Streber gehänselt und in der Berufswelt als Speichellecker gemobbt. Die Verhaltensbiologie nennt als die beiden Einflussgrößen einer Handlung den Trieb und den Reiz.</p>
<p>Bei entsprechender Reizhöhe ist nur noch geringer Eigenantrieb nötig, um eine Handlung auszulösen: Je höher die Reizstärke, desto geringer die benötigte Triebstärke. Da aber die Reize bekanntermaßen schnell abflachen, muss man sie immer höher schrauben. Entsprechend sinkt der Eigenantrieb. Der Mensch gewöhnt sich schnell an ein immer höheres Reizniveau, entwickelt immer neue Ansprüche, bis er bald ohne zusätzlichen Reiz in der Tat eine geringere Leistungsbereitschaft zeigt. Man hat sich daran gewöhnt, verwöhnt zu werden. Quelle: „Die Entscheidung liegt bei dir!“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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