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	<title>Mikroaggression &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Mikroaggression breitet sich immer mehr aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroaggression]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn in den Neunzigerjahren ein Lehrer einen Schüler schlug, verurteilte man das einhellig als „Aggression“. Heute kann es schon als „Mikroaggression“ gewertet werden, wenn ein Lehrer lediglich übersieht, dass sich ein Schüler meldet. Philipp Hübl ergänzt: „Zählten früher ausschließlich körperliche Angriffe als Gewalt, werden heute auch Beleidigungen oder Witze als verbale Gewalt klassifiziert. Dass Beleidigungen ... <a title="Mikroaggression breitet sich immer mehr aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/mikroaggression-breitet-sich-immer-mehr-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Mikroaggression breitet sich immer mehr aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn in den Neunzigerjahren ein Lehrer einen Schüler schlug, verurteilte man das einhellig als „Aggression“. Heute kann es schon als „Mikroaggression“ gewertet werden, wenn ein Lehrer lediglich übersieht, dass sich ein Schüler meldet. Philipp Hübl ergänzt: „Zählten früher ausschließlich körperliche Angriffe als Gewalt, werden heute auch Beleidigungen oder Witze als verbale Gewalt klassifiziert. Dass Beleidigungen für sich genommen moralisch falsch sind, steht außer Frage, doch sind nun eben in die Gewaltkategorie gerutscht.“ „Missbrauch“ bezeichnete einst körperliche Gewalt oder sexuelle Nötigung, inzwischen kann auch Vernachlässigung als „Missbrauch“ zählen. Natürlich ist Vernachlässigung ebenfalls moralisch falsch, und man kann auch ein Nicht-Tun verantwortlich sein, beispielsweise für unterlassene Hilfeleistung. Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-6179"></span></p>
<p><strong>Heute wird sogar schon ein negatives Gefühl als „Trauma“ bezeichnet</strong></p>
<p>Doch wenn man Tatenlosigkeit als „Missbrauch“ klassifiziert, erweitert man einen ursprünglich aktiven Handlungsbegriff. Besonders offensichtlich liegt der Fall bei „Trauma“. Philipp Hübl erläutert: „Zuerst war damit eine Verletzung des Körpers gemeint, wie wir sie heute noch vom Schädeltrauma kennen. Später umfasste es auch die „posttraumatische Belastungsstörung“, also die physischen Folgen von einschneidenden Erlebnissen: von Krieg, Unfällen, Naturkatastrophen und dramatischen Gewalterfahrungen.“</p>
<p>Heute kann sogar in Teilen der Fachdiskussion schon ein alltägliches negatives Gefühl als „Trauma“ bezeichnet werden, etwa wenn man bemerkt, dass der Partner untreu war. Philipp Hübl weiß: „Begriffserweiterungen lassen sich in Handbüchern der Medizin, in Broschüren von Antidiskriminierungsstellen oder in Forschungsprojekten zur Menschenfeindlichkeit nachweisen.“ Der Psychologe Nick Haslam hat gezeigt, dass sich Begriffe in zwei Richtungen ausdehnen: zum einen horizontal, also zur Seite, indem man Fälle einbezieht, die vorher nicht dazugehörten, wie „psychische Gewalt oder „emotionaler Missbrauch“.</p>
<p><strong>Zur aktiven Tat kommt das passive Unterlassen hinzu</strong></p>
<p>Zum anderen vertikal, sodass nun Fälle in den Blick geraten, die bisher als zu schwach galten, um als Schäden zu zählen. Philipp Hübl erklärt: „Früher bezeichnete man wiederholtes absichtliches Hänseln von Mitschülern als „Mobbing“, heute kann dafür schon ein einziger achtloser Witz ausreichen, den ein Mitschüler als unangenehm empfindet.“ Mit anderen Worten: Zur aktiven Tat kommt das passive Unterlassen hinzu, zum absichtlichen Handeln gesellen sich jetzt unbeabsichtigte oder zufällige Nebeneffekte, und zum körperlichen Schaden fügt man den seelischen Schaden, den „symbolischen Schaden“ oder manchmal sogar einfach nur ein allgemeines Unwohlsein hinzu.</p>
<p>So verschieben sich die Kriterien für Schaden von einer körperlichen, objektiv erforschbaren Ebene auf eine schwer zu erfassende subjektive Ebene. Natürlich hat niemand ein Patentrecht auf Begriffe. Man kann sie so weit oder eng fassen, wie man will. Philipp Hübl stellt fest: „Doch die oft unbemerkte Erweiterung suggeriert vielen, die Welt habe sich verschlechtert, obwohl nur die Begriffe erweitert wurden. Und das ist noch nicht alles.“ In der Öffentlichkeit nimmt auch die Frequenz von bestimmten moralischen Begriffen zu. Quelle: „Moralspektakel“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Manchmal kommt es zu Begriffserweiterungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begriffserweiterung]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroaggression]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rede von Mikroaggressionen ist inzwischen in die Alltagssprache vorgedrungen, die Forschungsdaten dazu sind allerdings sehr fragwürdig. Philipp Hübl weiß: „Ein Zusammenhang zwischen unbedachten Äußerungen und negativen Folgen für die mentale Gesundheit konnte bisher nicht empirisch belegt werden, auch nicht, dass vermeintliche Mikroaggressionen irgendetwas mit Vorurteilen oder feindseligen Motiven zu tun haben.“ Wieso kommen Wissenschaftler ... <a title="Manchmal kommt es zu Begriffserweiterungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/philipp-huebl-mikroaggression.html" aria-label="Mehr Informationen über Manchmal kommt es zu Begriffserweiterungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rede von Mikroaggressionen ist inzwischen in die Alltagssprache vorgedrungen, die Forschungsdaten dazu sind allerdings sehr fragwürdig. Philipp Hübl weiß: „Ein Zusammenhang zwischen unbedachten Äußerungen und negativen Folgen für die mentale Gesundheit konnte bisher nicht empirisch belegt werden, auch nicht, dass vermeintliche Mikroaggressionen irgendetwas mit Vorurteilen oder feindseligen Motiven zu tun haben.“ Wieso kommen Wissenschaftler dennoch auf die Idee, Komplimente als Aggressionen anzusehen, sogar dann, wenn niemand einen Schaden davonträgt? Ein Grund ist, dass in der Wissenschaft und der Gesellschaft neuen Entdeckungen mit Anerkennung belohnt werden, insbesondere wenn es um moralisches Fehlverhalten geht. Mit einem Begriff wie „Stalking“ beispielsweise kann man ein gefährliches Verhaltensmuster besser erkennen und sogar zu einem Straftatbestand erklären. Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-5971"></span></p>
<p><strong>Mikroaggressionen sind ein rein sprachliches Phänomen</strong></p>
<p>Einerseits kalibrieren neue Begriffe unsere Aufmerksamkeit, sodass uns plötzlich Dinge auffallen, die uns bisher entgangen waren. Philipp Hübl stellt fest: „Andererseits tritt auch der umgekehrte Fall ein: Wenn wir stärker auf etwas achten, zum Beispiel auf Gefahren oder Aggressionen, dehnen wir dadurch unsere Begriffe aus.“ Und so können sogar Forscher zu dem Fehlschluss gelangen, sie seien einer großen Sache auf der Spur, zum Beispiel bisher unentdeckten „Mikroaggressionen“, ohne zu bemerken, dass sie keinem realen, sondern einem rein sprachlichen Phänomen hinterherjagen.</p>
<p>Eine Reihe von faszinierenden Experimenten macht das deutlich. In einer Variante sehen Versuchspersonen unterschiedliche Gesichter auf einem Bildschirm, die sie auf einer Skala „sehr bedrohlich“ und „gar nicht bedrohlich“ einordnen sollen. Bei jedem Durchlauf gegen sie dieselben Einschätzungen. Philipp Hübl ergänzt: „Doch sobald die Probanden immer weniger bedrohliche Gesichter zu sehen bekommen, passiert etwas Merkwürdiges. Plötzlich ordnen sie auch bisher harmlose Gesichter als „bedrohlich“ ein.“ </p>
<p><strong>Die Begriffserweiterung tritt in allen Bereichen der Kognition auf</strong></p>
<p>Im Englischen heißt dieses Phänomen „concept creep“, also sinngemäß „Begriffserweiterung“. Die Probanden erweitern ihren Begriff, also ihre mentale Kategorie von „bedrohlich“, sodass sie jetzt mehr Fälle umfasst. Philipp Hübl fügt hinzu: „Derselbe Effekt trat auf, als Probanden Forschungsanträge beurteilen sollten, von denen einige ethisch vertretbar, andere hingegen ethisch problematisch waren.“ Auch hier wurden die Testpersonen immer strenger, je weniger problematische Anträge sie pro Durchgang zu lesen bekamen. </p>
<p>Unbewusst hatten sie den Anwendungsbereich von „ethisch problematisch“ erweitert. Ganz automatisch und ohne es zu merken, erweitern Menschen ihre mentalen Kategorien, sobald sie auf etwas achten, das ihnen seltener begegnet. Philipp Hübl erläutert: „Da Begriffserweiterung in allen Bereichen der Kognition auftritt, sogar bei der Farbwahrnehmung, handelt es sich offenbar um eine fundamentale Eigenschaft des menschlichen Geistes.“ Quelle: „Moralspektakel“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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