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	<title>Melancholie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Das Über-Ich zügelt die Destruktivität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst zu vernichten.“ Die Manie dagegen bringt dieses unrealistische Begehren, zu existieren und fortzudauern, ins Spiel, das sich scheinbar auf keine wahrnehmbare Realität stützen kann und keine guten Gründe für die Verankerung einer bestimmten politischen Herrschaftsform&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst zu vernichten.“ Die Manie dagegen bringt dieses unrealistische Begehren, zu existieren und fortzudauern, ins Spiel, das sich scheinbar auf keine wahrnehmbare Realität stützen kann und keine guten Gründe für die Verankerung einer bestimmten politischen Herrschaftsform hat. Von hieraus kann sich die Manie niemals in Politik verwandeln, ohne zugleich eine gefährliche Form von Destruktion anzunehmen. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5727"></span></p>
<p><strong>Eine Stärkung des Gewissens kann den Todestrieb einhegen</strong></p>
<p>Sigmund Freud wie Albert Einstein geht es um die Einhegung der Destruktivität und um die Frage, ob ein anderer Trieb stärker sein kann als der Todestrieb und ob eine Stärkung des Gewissens nötig ist. Judith Butler stellt fest: „Wir haben hier im Wesentlichen zwei Alternativen. Nach der einen müssen wir uns und andere zu Formen des Gewissens erziehen, die uns moralischen Abscheu gegen Gewalt einimpfen. Nach der anderen müssen wir Bande der Liebe stärken, um den Todestrieb und seine Mechanik zu überwinden.“</p>
<p>Gehorsam gegenüber einer tyrannischen Macht erfordert und verfestigt ein Subjekt, für das die Selbstunterwerfung zum moralischen Imperativ wird. Judith Butler ergänzt: „Sich von tyrannischer Kontrolle zu befreien, geht mit dem Risiko der Auflösung dieser Subjektform einher, insbesondere wenn sie die Gestalt des Über-Ich angenommen hat.“ Könnten Menschen schlicht das Feuer der Liebe anfachen und Liebe zur stärkeren Macht machen, dann hätten sie eine Lösung. </p>
<p><strong>Man darf das eigene destruktive Potenzial nicht verleugnen</strong></p>
<p>Aber Liebe ist ambivalent, sie ist die Oszillation zwischen Liebe und Hass. Judith Butler vermutet: „Es scheint hier also um einen Weg zu gehen, mit dieser Ambivalenz zu leben und zu handeln, einen Weg, der Ambivalenz nicht als Zwickmühle, sondern als innere Teilung begreift, die eine ethische Orientierung und Praxis verlangt.“ Denn nur ethisches Handeln, das um sein eigenes destruktives Potenzial weiß, kann diesem widerstehen. Wer Destruktion dagegen immer bloß als Einwirkung von außen sieht, kann die ethische Forderung nach Gewaltlosigkeit weder anerkennen noch nach ihr handeln.</p>
<p>Gleichwohl bleiben Gewalt und Gewaltlosigkeit sowohl soziopolitische als auch psychische Probleme und daher muss die ethische Debatte laut Judith Butler auf der Schwelle von psychischer und sozialer Welt stattfinden. Ebendieses Problem stellt sich in der Korrespondenz zwischen Sigmund Freund und Albert Einstein 1931/32, kurz vor Adolf Hitlers Aufstieg zu Macht und kurz vor beider Exil aus Österreich beziehungsweise Deutschland. Albert Einstein stellt Sigmund Freud die Frage: „Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Trauer ist nicht dasselbe wie Melancholie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 01:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Instanz ist überhaupt in der Lage, die schonungslose Gewalt eines Teils des Selbst gegen den anderen zu begrenzen? Sigmund Freud erkennt eine mögliche Einschränkung der Selbstzerstörung, nämlich dann, „wenn das Ich sich nicht vorher durch den Umschlag in Manie seines Tyrannen erwehrt“. Judith Butler weiß: „Er verweist hier auf seine Abhandlung „Trauer und Melancholie“ (1917), wo er unterscheidet zwischen „Trauer“ mit wacher Einsicht in die Realität des Verlustes eines Menschen oder eines Ideals auf der einen Seite und „Melancholie“, die die Realität dieses Verlustes nicht anerkennt, auf der anderen.“&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Instanz ist überhaupt in der Lage, die schonungslose Gewalt eines Teils des Selbst gegen den anderen zu begrenzen? Sigmund Freud erkennt eine mögliche Einschränkung der Selbstzerstörung, nämlich dann, „wenn das Ich sich nicht vorher durch den Umschlag in Manie seines Tyrannen erwehrt“. Judith Butler weiß: „Er verweist hier auf seine Abhandlung „Trauer und Melancholie“ (1917), wo er unterscheidet zwischen „Trauer“ mit wacher Einsicht in die Realität des Verlustes eines Menschen oder eines Ideals auf der einen Seite und „Melancholie“, die die Realität dieses Verlustes nicht anerkennt, auf der anderen.“ In der Melancholie wird der verlorene andere als Teil des Ichs internalisiert und in der Folge wird in der Psyche durch gesteigerte Selbstvorwürfe der Bezug des Ich zum verlorenen anderen wiederholt und ins Gegenteil verkehrt. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5513"></span></p>
<p><strong>Die Melancholie besteht aus zwei gegensätzlichen Neigungen</strong></p>
<p>Judith Butler ergänzt: „Der Vorwurf gegenüber der verlorenen Person oder dem verlorenen Ideal wendet sich gegen das Ich selbst. Damit wird der Bezug als lebendiger innerpsychischer Bezug bewahrt.“ Auch in dieser Abhandlung stellt Sigmund Freud klar, dass die entfesselte Feindseligkeit gegen das Ich potenziell tödlich ist. Der Schauplatz der melancholischen Selbstherabsetzung wird damit zum Modell für die spätere Topografie von Über-Ich und Ich. Die Melancholie besteht aus zwei gegensätzlichen Neigungen.</p>
<p>Nämlich erstens aus der Selbstbeschimpfung, die zur Hauptaktivität des „Gewissens“ wird, und zweitens aus der „Manie“, welche die Bindung an das verlorene Objekt kappen will und sich aktiv vom verlorenen Objekt lossagt. Judith Butler erläutert: „Die Manie mit ihren lebhaften Anklagen des Liebesobjekts und die gesteigerten Anstrengungen des Ich, die Bindung zum verlorenen Liebesobjekt oder Ideal abzubrechen, implizieren den Wunsch, den Verlust zu überleben und das eigene Leben nicht von ihm verschlingen zu lassen.“</p>
<p><strong>Nur zu oft führt der Weg von der Melancholie zum Über-Ich</strong></p>
<p>Die Manie ist gleichsam der Protest des lebenden Organismus gegen eine mögliche Zerstörung durch ein entfesseltes Über-Ich. Judith Butler fügt hinzu: „Schreibt sich im Über-Ich also der Todestrieb fort, widersetzt sich die Manie der gegen die Welt und das Selbst gerichteten Destruktivität. Die Manie sucht nach einem Ausweg aus dem Teufelskreis von Destruktivität und Gegen-Destruktivität.“ Nur zu oft führt der Weg von der Melancholie zum Über-Ich.</p>
<p>Aber die Gegentendenz, die Manie, eröffnet vielleicht andere Möglichkeiten des Widerstands gegen die Zerstörung. Judith Butler erklärt: „Die manische Kraft, die den Tyrannen bezwingen will, ist in gewisser Weise die Macht des Organismus zur Durchbrechung der Bande, die mutmaßlich der Identifizierung dienen.“ Der Organismus selbst ist schon ein Schwellenbegriff zwischen Somatischem und Seelischem und seine Aktivität daher kein bloß naturalistisches Aufbäumen des rebellischen Lebens. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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