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	<title>Leiden &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Resilienz erhöht die Widerstandskraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Sep 2025 01:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Vulnerabilität]]></category>
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					<description><![CDATA[Resilienz kann nicht nur dazu beitragen, dass bei der Konfrontation mit Belastungen psychische Störungen vermieden werden. Frauke Rostalski fügt hinzu: „Darüber hinaus kann sie bewirken, dass „Wendepunkte“ erst gar nicht eintreten, indem sich das Individuum kontinuierlich an die Änderungen äußerer und innerer Lebensbedingungen anpasst. Zudem erhöhen Resilienzerfahrungen selbst die psychische Widerstandskraft, indem sie das Selbstwertgefühl ... <a title="Resilienz erhöht die Widerstandskraft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/frauke-rostalski-resilienz-erfahren.html" aria-label="Mehr Informationen über Resilienz erhöht die Widerstandskraft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Resilienz kann nicht nur dazu beitragen, dass bei der Konfrontation mit Belastungen psychische Störungen vermieden werden. Frauke Rostalski fügt hinzu: „Darüber hinaus kann sie bewirken, dass „Wendepunkte“ erst gar nicht eintreten, indem sich das Individuum kontinuierlich an die Änderungen äußerer und innerer Lebensbedingungen anpasst. Zudem erhöhen Resilienzerfahrungen selbst die psychische Widerstandskraft, indem sie das Selbstwertgefühl steigern.“ Die Förderung von Resilienz lässt sich daher als Antwort auf Vulnerabilität verstehen. Verletzlichkeit kann vermieden, gelindert oder zumindest so kompensiert werden, dass sie keinen maßgeblichen Einfluss auf die Autonomie und Teilhabemöglichkeit des Menschen hat. Hierzu trägt die Stärkung jener Faktoren bei, die Resilienz begründen. Während Vulnerabilität sämtliche Merkmale umschreibt, die eine Person in einer Situation mit hohen Anforderungen schwächen, umfasst Resilient alles Stärkende. Frauke Rostalski ist Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie, Wirtschaftsrecht, Medizinstrafrecht und Rechtsvergleichung an der Universität zu Köln. <span id="more-6246"></span></p>
<p><strong>Der Mensch ist seinem Gegenüber ausgesetzt</strong></p>
<p>Psychologische und psychotherapeutische Interventionen zielen daher darauf ab, Vulnerabilität abzumildern, und zwar insbesondere, indem Resilienz gestärkt wird. Frauke Rostalski erklärt: „Dabei geht es nicht darum, die Verletzlichkeit als Conditio humana auszublenden, wohl aber Lebensbedingungen zu fördern, die den Einzelnen zur Resilienz befähigen.“ Was aber macht die Verletzlichkeit zur einer conditio humana? Besonders ausdrücklich lassen sich hierzu Antworten bei Emmanuel Lévinas finden, der menschliches „Sein als Verwundbarkeit“ versteht.</p>
<p>Der Mensch bezeichne sich durch „Verwundbarkeit, dem Leiden ausgesetzt sein, Sensibilität, Passivität.“ Frauke Rostalski weiß: „Emmanuel Lévinas begründet die Verwundbarkeit des Menschen mit dessen Nähe zu anderen. Der Mensch sei seinem Gegenüber ausgesetzt. Daraus ergebe sich eine doppelte Angriffsfläche.“ Für Lévinas liegt der Schwerpunkt der menschlichen Verletzlichkeit nicht in der Möglichkeit, selbst Opfer von Angriffen zu werden, sondern darin, das Leiden des anderen als eigenen Schmerz zu empfinden.</p>
<p><strong>Bei Emmanuel Lévinas steht der leidende Mensch im Zentrum</strong></p>
<p>In seiner Sensibilität sei der Mensch nämlich durchlässig für das Schicksal seines Gegenübers. Emmanuel Lévinas schreibt: „Die Ausgesetztheit gegenüber dem Anderen ist ein Sich-vom-Sein-Lösen – Nähe, Besessenheit durch den Nächsten; Besessenheit wider Willen, das heißt Schmerz.“ Bei Lévinas begegnet man also einer Anthropologie, in deren Zentrum der leidende Mensch steht. Subjektivität „meint Leiden am Leiden“. „Subjektivität ist Verwundbarkeit, die Subjektivität ist Sensibilität.“</p>
<p>Frauke Rostalski stellt fest: „Der leidende Mensch im Sinne von Lévinas ist hochsensibel gegenüber den eigenen Empfindungen und denen der anderen – so sensibel, dass das Leiden der anderen zu einem „Leiden in mir“ wird.“ Das gesamte Sein des Menschen kreist um dieses Motiv. Dabei steigert Emmanuel Lévinas die Sensibilität des Menschen so weit, dass er sie nicht bloß auf das unmittelbare Gegenüber ausdehnt, sondern gar auf „alle anderen“. Der Verhältnis zum anderen sei „das zu einem absolut Schwachen“. Quelle: „Die vulnerable Gesellschaft“ von Frauke Rostalski</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Leiden und Glück lässt sich nicht trennen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jan 2022 02:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Leiden]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Auffassung, dass das Glück der Menschen vor allem etwas mit ihrer Sterblichkeit und der Vergänglichkeit zu tun hat, war in der Antike weit verbreitet. Im praktischen Leben kann diese Einsicht helfen, besser mit Schmerz, Trauer und Verlust umzugehen. Denn dann versteht man, dass diese Aspekte des Lebens notwendig mit Glück und Freude verbunden sind. ... <a title="Leiden und Glück lässt sich nicht trennen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/leiden-und-glueck-laesst-sich-nicht-trennen.html" aria-label="Mehr Informationen über Leiden und Glück lässt sich nicht trennen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Auffassung, dass das Glück der Menschen vor allem etwas mit ihrer Sterblichkeit und der Vergänglichkeit zu tun hat, war in der Antike weit verbreitet. Im praktischen Leben kann diese Einsicht helfen, besser mit Schmerz, Trauer und Verlust umzugehen. Denn dann versteht man, dass diese Aspekte des Lebens notwendig mit Glück und Freude verbunden sind. Albert Kitzler stellt fest: „Wir können das eine nicht ohne das andere haben. Sie sind wie mit einem Strick zusammengeknotet, bemerkte Sokrates einmal.“ Das Verstehen dieser Lebenstatsache macht die Menschen duldsamer und stärker. So können sie unvermeidbares Leiden leichter ertragen. Man kann dann damit umgehen, die emotionale Erschütterung, die von solchen Leiden ausgeht, abzufedern und in seiner Mitte zu bleiben. Der Philosoph und Jurist Dr. Albert Kitzler ist Gründer und Leiter von „MASS UND MITTE“ – Schule für antike Lebensweisheit. <span id="more-3249"></span></p>
<p><strong>Innere Seelenruhe führt zum Glück</strong></p>
<p>Für Platon entspringt das Glück der inneren Haltung und kommt nicht von außen: „Vor ihr hängt es ab, ob der Mensch ein gutes Leben führen kann. Und dadurch die Glückseligkeit erreicht, die sein Ziel ist. Denn sie beruht auf dem dauernden Wohlgefühl. Diese entspring aus der inneren Harmonie und der ungestörten Zufriedenheit.“ Aus innerer Seelenruhe und Ausgeglichenheit erwächst also das Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Der Grieche Pittakos, einer der Sieben Weisen sagt: „Im Glück sei mäßig, im Unglück besonnen.“</p>
<p>Derselbe Pittakos meint: „Die Lüste sind vergänglich, die Tugenden (Weisheit) unvergänglich.“ Der Gedanke, sich im Glück zu mäßigen und nicht in ungezügelten Jubel zu verfallen, war im alten Griechenland weitverbreitet. Er findet sich dort in den Texten zahlreicher Dichter und Denker. Albert Kitzler erläutert: „Ihm lag die Erkenntnis zugrunde, dass äußeres Glück und Lustgefühle vergänglich sind.“ Je maßloser und unbesonnener man sich von einem augenblicklichen Glücksgefühl hinreißen lässt, desto heftiger ist die Erschütterung beim Wechsel ins Gegenteil.</p>
<p><strong>Sokrates zeigte ein Höchstmaß an Resilienz</strong></p>
<p>Umgekehrt erträgt man unausweichliches Leid leichter, wenn man das Glück zwar genießt, dabei aber nicht vergisst, wie schnell die Stimmung umschlagen kann. Da mag das Leid häufig gar nicht mehr eintreten wollen. Es meidet den, der vorbereitet und gewappnet ist. Das Ergebnis einer solchen Haltung ist innere Ausgeglichenheit. Von Sokrates hieß es, er blieb sich immer gleich, im Glück wie im Unglück. Er wahrte seine Mitte und ruhte in sich. Sokrates blieb gelassen und heiter. Er zeigte ein Höchstmaß an Resilienz, würde man heute sagen.</p>
<p>Aus einem chinesischen Text unbekannten Ursprungs stammt der folgende Ausspruch: „Keine Tür gibt es für Glück und Unglück, der Mensch ruft sie selber herein.“ Der Gedanke, der hier zum Ausdruck kommt, entsprach der weitverbreiteten Auffassung des Weisen der Antike in West und Ost. Eine nachhaltige innere Zufriedenheit ist das Ergebnis eines gelingenden Umgangs mit sich selbst. Denn seelisches Wohlbefinden hat viel mit den persönlichen Haltungen und der eigenen Lebensführung zu tun. Quelle: „Weisheit to go“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen gehen gewandelt aus einem Leid hervor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2016 08:22:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leiden]]></category>
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					<description><![CDATA[Leiden lehrt seltsamerweise auch Dankbarkeit. In normalen Zeiten behandeln Menschen die Liebe, die sie empfangen, als einen Grund zur Selbstzufriedenheit, aber in Zeiten des Leidens erkennen sie, wie unverdient diese Liebe ist und dass sie viel mehr ein Grund zur Dankbarkeit sein sollte. In stolzen Momenten will man unter keinen Umständen das Gefühl haben, in ... <a title="Viele Menschen gehen gewandelt aus einem Leid hervor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-gehen-gewandelt-aus-einem-leid-hervor.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen gehen gewandelt aus einem Leid hervor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leiden lehrt seltsamerweise auch Dankbarkeit. In normalen Zeiten behandeln Menschen die Liebe, die sie empfangen, als einen Grund zur Selbstzufriedenheit, aber in Zeiten des Leidens erkennen sie, wie unverdient diese Liebe ist und dass sie viel mehr ein Grund zur Dankbarkeit sein sollte. In stolzen Momenten will man unter keinen Umständen das Gefühl haben, in jemandes Schuld zu stehen, doch in Momenten der Demut wissen Menschen, dass sie die Zuneigung und Anteilnahme, die sie erhalten, nicht verdienen. David Brooks fügt hinzu: „Menschen in solcher Situation haben oftmals auch das Gefühl, Teil eines umfassenden Schicksalszusammenhangs zu sein.“ Inmitten von Bedrängnissen beginnen Menschen, eine Berufung zu spüren. David Brooks arbeitet als Kommentator und Kolumnist bei der New York Times. Sein Buch „Das soziale Tier“ (2012) wurde ein internationaler Bestseller. <span id="more-1491"></span></p>
<p><strong>Leiden gemahnt Menschen an ihre Endlichkeit</strong></p>
<p>Im Leiden ist man nicht Herr der Lage, aber man ist auch nicht hilflos. Man kann den Lauf des Leidens nicht bestimmen, aber man kann seine Reaktion darauf bestimmen. Leidende empfinden oftmals eine erdrückende moralische Verpflichtung, gut und vernünftig auf ihr Leiden zu reagieren. Die wirklich wichtige Frage in einem solchen Fall lautet: „Was soll ich tun, wenn ich leidvolle Erfahrungen mache, wenn ich ein Opfer des Bösen geworden bin?“ Menschen, die diese richtige Antwort auf ihr Martyrium suchen, spüren, dass sie auf einer tieferen Ebene ansetzen müssen als derjenigen der persönlichen Zufriedenheit.</p>
<p>Die richtige Reaktion auf jede Art von Schmerz ist nicht das Streben nach Lustgewinn. Leiden gemahnt Menschen an ihre Endlichkeit und drängt sie gleichzeitig dazu, das Leben in möglichst umfassenden Zusammenhängen zu betrachten. Sich vom Leiden zu erholen, ist nicht das Gleiche, wie von einer Erkrankung zu genesen. Viele Menschen gehen nicht geheilt, sondern gewandelt daraus hervor. David Brooks ergänzt: „Sie durchbrechen die Logik der individuellen Nutzenmaximierung und verhalten sich paradox.“</p>
<p><strong>Leiden formt den Charakter</strong></p>
<p>Statt vor den hingebungsvollen Aktivitäten und Diensten, die oftmals zu Leiden führen, zurückzuschrecken, stürzen sie sich tiefer in sie hinein. Obwohl sie die schlimmsten, verletzendsten Folgen erleben, verhärten sie nicht, sondern machen sich noch verletzlicher und werden dadurch der heilenden Liebe teilhaftig. Sie stürzen sich tiefer und dankbarer in ihre künstlerischen Aktivitäten und sonstigen Verpflichtungen. Auf diese Weise wird das Leiden zu einem schrecklichen Geschenk, das sich grundsätzlich von jedem anderen Geschenk, dem Glück im herkömmlichen Sinne, unterscheidet. Letzteres beschert Wohlgefühl, ersteres formt den Charakter.</p>
<p>Der römische Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph Cicero schreibt in „Gespräche in Tusculum“: „Wer nun immer, also maßvoll und beständig, Ruhe in seiner Seele hat und mit sich selbst in Frieden lebt, sodass er weder von Verdruss verzehrt noch von Furcht gebrochen wird, noch dürstend etwas verlangt und in Begehren entbrennt, nicht in nichtiger Fröhlichkeit sich ausgelassen freuend dahinschmilzt, der ist in der Weise, nach dem wir suchen. Er ist der Glückliche.“ Quelle: „Charakter“ von David Brooks</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Leidender stößt in unbekannte Tiefen vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2016 06:36:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leiden]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn die meisten Menschen an die Zukunft denken, wünschen sie sich einen Zustand stabiler Zufriedenheit im Leben. Aber es gibt ein interessantes Phänomen. Wenn sich Menschen an die entscheidenden Ereignisse erinnern, die ihre Persönlichkeit formten, sind dies in der Regel keine „Glücksmomente“. David Brooks erklärt: „Am prägendsten scheinen vielmehr die leidvollen Erfahrungen zu sein. Die ... <a title="Ein Leidender stößt in unbekannte Tiefen vor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-leidender-stoesst-in-unbekannte-tiefen-vor.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Leidender stößt in unbekannte Tiefen vor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die meisten Menschen an die Zukunft denken, wünschen sie sich einen Zustand stabiler Zufriedenheit im Leben. Aber es gibt ein interessantes Phänomen. Wenn sich Menschen an die entscheidenden Ereignisse erinnern, die ihre Persönlichkeit formten, sind dies in der Regel keine „Glücksmomente“. David Brooks erklärt: „Am prägendsten scheinen vielmehr die leidvollen Erfahrungen zu sein. Die meisten Menschen greifen nach dem Glück, haben aber das Gefühl durch Leiden geformt zu werden.“ Für die meisten Menschen ist Leiden nichts an sich Wertvolles oder Edles. So, wie Scheitern manchmal einfach nur Scheitern ist, so ist Leiden manchmal nur zerstörerisch und sollte so schnell wie möglich beendet oder therapeutisch behandelt werden. David Brooks arbeitet als Kommentator und Kolumnist bei der New York Times. Sein Buch „Das soziale Tier“ (2012) wurde ein internationaler Bestseller. <span id="more-1441"></span></p>
<p><strong>Leiden kann eine neue Perspektive auf die Welt eröffnen</strong></p>
<p>Wenn es nicht mit einem höheren Zweck verbunden ist, lässt Leiden die Seele verkümmern und zerstört den Menschen. Wenn es nicht als Teil eines umfassenden Prozesses verstanden wird, führt es zu Zweifel, Nihilismus und Hoffnungslosigkeit. Aber einige Menschen können ihr Leiden in einen größeren Zusammenhang stellen. Sie erleben dadurch eine enge Verbundenheit und Solidarität mit allen anderen Leidenden. Diese Menschen werden dadurch gewissermaßen geadelt. Mithin kommt es nicht auf das Leiden an sich an, sondern auf die Art und Weise, wie es erlebt wird.</p>
<p>David Brooks erklärt: „Körperliches oder soziales Leiden kann Menschen eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnen und sie plötzlich in aller Klarheit erkennen und spüren lassen, was andere durchmachen.“ Leiden hat zunächst einmal den wichtigen Effekt, einen Menschen tiefer in sich selbst hineinzuziehen. Der Theologe Paul Tillich schrieb, dass leidende Menschen aus der Routine des Alltagslebens herausgerissen werden und erkennen, dass sie nicht diejenigen sind, die sie zu sein glaubten.</p>
<p><strong>Leiden erzeugt einen „depressiven Realismus“ </strong></p>
<p>Der leidende Mensch stößt in unbekannte Tiefen vor. Leiden legt alte, verborgene Verletzungen frei. Es deckt Furcht erregende Erfahrungen auf, die verdrängt wurden, begangenes schändliches Unrecht. Es spornt einige Menschen dazu an, die Mühe auf sich zu nehmen, das Untergeschoss ihrer Seele gründlich zu erkunden. Aber es schenkt auch das angenehme Gefühl, der Wahrheit näher zu kommen. Der Lohn des Leidens ist die Freude darüber, unter die Oberfläche zu dringen und sich dem Grund zu nähern.</p>
<p>Leiden erzeugt das, was moderne Psychologen „depressiven Realismus“ nennen, die Fähigkeit, Dinge so zu sehen, wie sie sind. Es zerschmettert die tröstlichen Rationalisierungen und abgedroschene Erzählungen, die ein Mensch über sich selbst erzählt in dem Bemühen, sich anderen Menschen in einfacher Weise verständlich zu machen. Außerdem vermittelt das Leiden ein besseres Gespür für die menschlichen Grenzen, für das, was ein Mensch kontrollieren kann, beziehungsweise das, was nicht in unserer Hand liegt. Quelle: „Charakter“ von David Brooks</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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