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	<title>Konflikte &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2025 02:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Konflikte überdauern Generationen und vernichten Familien oder ganze Völker. So hat die Natur diese Sache mit der Gerechtigkeit, mit Schuld- und Opfergefühlen sicher nie gewollt. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Daneben gibt es Streitigkeiten ohne das Gerechtigkeitsthema: Manche wollen um jeden Preis ein Ziel erreichen oder bis zum bitteren Ende etwas Wichtiges – einen Menschen, ... <a title="Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-richtig-streiten.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Konflikte überdauern Generationen und vernichten Familien oder ganze Völker. So hat die Natur diese Sache mit der Gerechtigkeit, mit Schuld- und Opfergefühlen sicher nie gewollt. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Daneben gibt es Streitigkeiten ohne das Gerechtigkeitsthema: Manche wollen um jeden Preis ein Ziel erreichen oder bis zum bitteren Ende etwas Wichtiges – einen Menschen, eine Idee, Gesundheit oder etwas Materielles – verteidigen und schützen.“ Vielleicht ist ein Angriff reine Strategie, um den Status in einer Gruppe zu festigen. Es wäre als unfair, dem Schuldthema immer alle Schuld zu geben. Glücklicherweise muss ein Streit nicht immer zerstörerisch ablaufen. Arbeits-, Liebes- und Freundschaftsbeziehungen sind zum Beispiel nach gut gelösten Konflikten tragfähiger und vertrauensvoller als davor, weil Wichtiges geklärt oder verändert wurde, ohne dass dauerhafte Verletzungen passiert sind. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-6391"></span></p>
<p><strong>Mann ist seinen Gefühlen nicht wehrlos ausgeliefert</strong></p>
<p>Manchmal steigt einer der Beteiligten aufgrund vernünftiger Überlegungen aus oder tritt aus purer Angst den Rückzug an. Helga Kernstock-Redl nennt weitere Beispiele: „Vielleicht schätzt man die Lage als hoffnungslos ein, gibt auf – und reicht die Scheidung ein, wechselt Arbeitsplatz oder Wohnort.“ Ein „Ende mit Schrecken“ ist tatsächlich immer besser als schrecklicher Streit ohne Ende. Die gute Nachricht lautet also: Man ist den antreibenden Mechanismen und Gefühlen nicht wehrlos ausgeliefert.</p>
<p>Innere Gesetze lassen sich erkennen, diskutieren und verändern. Helga Kernstock-Redl weiß: „Gefühle beruhigen sich durch Gesprächspausen, Entschuldigungen, Gegenleistungen oder Neubewertung. Wege aus sachlichen Differenzen können gefunden werden – sobald es gelingt, sich nicht in das scheinbar so edle Ziel der Gerechtigkeit zu verrennen, sondern dem friedlichen Ausgang Priorität zu geben.“ Wenn Menschen aus verworrenen, eskalierten Schuld-Opfer-Konflikten herausfinden wollen, braucht es manchmal Schuldgefühle dafür. </p>
<p><strong>Es gibt konstruktive Wege in Richtung Frieden</strong></p>
<p>Eine Mitschuld zu erkennen und somit einen eigenen Anteil fühlbar zu machen, kann vieles verändern. Was wer, wenn wir die Schuldgefühle häufiger so nutzen, wie es von der Natur vorgehen ist? Helga Kernstock-Redl erklärt: „Dann hören wir auf, sie zornig zu verleugnen, sondern spüren sie, wollen sie loswerden und lassen und dadurch motivieren, konstruktive Wege in Richtung Frieden zu gehen: in Form von Schuldausgleich, Entschuldigung, der Bitte um Verzeihung oder anderen Schritten.“</p>
<p>So mancher Streit lässt sich durch eine Art vorbeugender Entschuldigung vermeiden. Das ist wohl der Grund, warum wir manchmal ein Kompliment einer Kritik voranstellen. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Bei uns Menschen wählen Frauen im Durschnitt deutlich häufiger die Strategie der vorbeugenden Entschuldigung als Männer. Manche übertreiben das ziemlich und entschuldigen sich oft Dutzende Male pro Tag.“ Dahinter stehen allerdings nicht immer Schuldgefühle, sondern solche Formulierungen stellen lediglich Höflichkeitsfloskeln dar. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Konstruktiver Streit fördert die Kreativität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 02:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Fähigkeit konstruktiv zu streiten, macht Menschen nicht nur zivilisierter; sie fördert auch die Entwicklung ihrer kreativen Muskeln. Adam Grant nennt ein Beispiel: „So zeigte eine klassische Studie, dass hochkreative Architekten eher als ihrer technisch kompetenten, aber weniger originellen Kollegen aus Elternhäusern stammten, in denen es viele Spannungen gegeben hatte.“ Sie wuchsen oft in Haushalten ... <a title="Konstruktiver Streit fördert die Kreativität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/konstruktiver-streit-foerdert-die-kreativitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Konstruktiver Streit fördert die Kreativität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fähigkeit konstruktiv zu streiten, macht Menschen nicht nur zivilisierter; sie fördert auch die Entwicklung ihrer kreativen Muskeln. Adam Grant nennt ein Beispiel: „So zeigte eine klassische Studie, dass hochkreative Architekten eher als ihrer technisch kompetenten, aber weniger originellen Kollegen aus Elternhäusern stammten, in denen es viele Spannungen gegeben hatte.“ Sie wuchsen oft in Haushalten auf, in denen „Spannungen  herrschten, sie sich aber sicher fühlten“. Der Psychologe Robert Albert schreibt: „Die zukünftige kreative Person stammt aus einer Familie, die alles andere als harmonisch ist, sondern eine, in der es hakelt.“ Die Eltern waren weder gewalttätig noch auffällig, doch sie scheuten sich nicht vor Konflikten. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-5736"></span></p>
<p><strong>Die Brüder Wright lernten aus der Erfahrung des Streits</strong></p>
<p>Statt ihren Kinder zu sagen, dass man sie sehen, aber nicht hören dürfe, ermutigten sie sie, für sich selbst einzutreten. Die Kinder lernten, auszuteilen – und einzustecken. Genau dies war bei Wilbur und Orville Wright der Fall. Adam Grant erklärt: „Als die Brüder Wright sagten, sie würden gemeinsam denken, meinten sie in Wirklichkeit, sie würden miteinander streiten. Debattieren war in ihrer Familie an der Tagesordnung.“ Obwohl der Vater Bischof der örtlichen Kirche war, hatte er in seiner Bibliothek auch Bücher von Atheisten und ermunterte die Kinder, sie zu lesen und zu diskutieren.</p>
<p>Sie entwickelten den Mut, für ihre Ideen zu kämpfen, und die Widerstandskraft, eine Auseinandersetzung zu verlieren, ohne ihre Entschlossenheit einzubüßen. Adam Grant ergänzt: „Wenn sie ihre Probleme lösten, dauerten die Auseinandersetzungen nicht nur Stunden, sondern Wochen und Monate. Sie hatten nicht ständig Streit, weil sie wütend waren. Sie stritten sich, weil sie es genossen und aus dieser Erfahrung lernten.“ Wilbur sinnierte: „Ich streite mich gern mit Orv.“ </p>
<p><strong>Konflikte verleihen unverträglichen Menschen Energie</strong></p>
<p>Solange sich Adam Grant erinnern kann, versucht er stets, den Frieden zu wahren. Vielleicht liegt es daran, dass seine Freunde ihn im Gymnasium fallen ließen. Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern sich scheiden ließen. Was immer der Grund sein mag, in der Psychologie gibt es einen Namen für sein Leiden: Man nennt es Verträglichkeit, und es ist eine der weltweit anerkannten Hauptdimensionen der Persönlichkeit. Verträgliche Menschen sind meist nett. Freundlich. Höflich. Kanadisch.</p>
<p>Adam Grants erster Impuls ist der, selbst die belanglosesten Konflikte zu vermeiden. Wenn Studenten Kursbewertungen vornehmen, ist eine der häufigsten Klagen die, dass er „zu nachsichtig mit dummen Kommentaren ist“. Unverträgliche Menschen sind gewöhnlich kritischer, skeptischer und herausfordernder – und sie werden eher als andere Mitglieder ihrer Peer Group Ingenieure und Anwälte. Sie fühlen sich nicht nur wohl, wenn es Konflikte gibt, es verleiht ihnen Energie. Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Falsche Erwartungen sorgen für Konflikte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Erwartungen]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte]]></category>
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					<description><![CDATA[Was hat die Wirkungsweise des Verstandes mit den Erwartungen eines Menschen zu tun? Man kann es so zusammenfassen: Erwartungen sind Konstruktionen des Verstandes zum Zwecke des Rechthabens. Genauer: des Voraus-Rechthabens. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Der Verstand wendet die Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft an. Er glaubt reflexhaft, dass das, was früher funktionierte, auch zukünftig ... <a title="Falsche Erwartungen sorgen für Konflikte" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fuer-die-entstehung-von-konflikten-sorgen-erwartungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Falsche Erwartungen sorgen für Konflikte">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat die Wirkungsweise des Verstandes mit den Erwartungen eines Menschen zu tun? Man kann es so zusammenfassen: Erwartungen sind Konstruktionen des Verstandes zum Zwecke des Rechthabens. Genauer: des Voraus-Rechthabens. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Der Verstand wendet die Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft an. Er glaubt reflexhaft, dass das, was früher funktionierte, auch zukünftig das Überleben sichert. Alle Erfahrung sagt: Die Macht vergangener Erfolge ist der härteste Klebstoff der Welt.“ Einen Konflikt kann man als Erwartungsdifferenz modulieren. Diese Differenz wird von zwei Seiten genährt: von den eigenen Erwartungen und den Erwartungen anderer. Für die Entstehung von Konflikten kann man verschiedene Typen eigener Erwartungen unterscheiden. Dazu zählen unausgesprochene Erwartungen, die man selten mitteilt, weil man sie kaum als Erwartungen wahrnimmt. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5693"></span></p>
<p><strong>Es gibt verschiedene Arten von Erwartungen</strong></p>
<p>Man etikettiert sie als Selbstverständlichkeiten. Als wären sie vom Himmel gefallen. Und läuft damit geradewegs in eine Falle. Denn nur sehr wenig ist zwischen Menschen selbstverständlich. Reinhard K. Sprenger ergänzt: „Zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen noch viel weniger. Zudem schrumpft die Summe des Selbstverständlichen von Tag zu Tag.“ Vieles versteht sich nicht mehr von selbst, muss vielmehr neu ausgehandelt werden. </p>
<p>Nicht nur unter diesen Umständen sollte man sich die Mühe machen, Erwartungen auszusprechen. Das gibt dem anderen die Möglichkeit zu entscheiden, ob er den eigenen Erwartungen entsprechen will. Dann gibt es die uneingestandenen Erwartungen. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Das sind Erwartungen, die wir nicht mitteilen, deren Erfüllung wir uns aber wünschen. Die Wunscherfüllung ist dabei oft an Vorstellungen des guten Lebens geknüpft. Nicht selten jedoch verschweigen oder verdrängen wir auch Erwartungen, weil wir uns ihrer schämen.“</p>
<p><strong>Der Todestrieb und der Kriegstrieb sind nicht bewusstseinsfähig</strong></p>
<p>Man kann sie dann Peinlichkeiten nennen. Menschen haben aber nun einmal diese tageslichtuntauglichen Erwartungen, halten auch an ihnen fest – und hoffen inständig, dass der andere sie erraten möge. Reinhard K. Sprenger fügt hinzu: „Wenn er das nicht tut, bestrafen wir ihn dafür. Ohne dass er wissen könnte, warum wir ihn so unfreundlich behandeln.“ Dann gibt es noch die unbewussten Erwartungen. Das sind Erlebnisse, Erinnerungen, sogar Traumata, die oft jahrzehntelang unerkannt ruhen, abgelagert in unterirdischen Deponien.</p>
<p>Menschen teilen sie nicht mit, weil sie sich über sie nie Rechenschaft ablegen. Im Grunde wissen sie gar nicht, dass sie diese Erwartungen haben. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Sie verharren unterhalb der Bewusstseinsschwelle. Der Machttrieb, der Todestrieb, der Kriegstrieb – sie sind nicht bewusstseinsfähig. Wir können hier nicht sagen, was wir wollen.“ Bedauerlicherweise sind unbewusste Erwartungen für Konflikte eminent wichtig: Wenn man nicht weiß, was einen heimlich steuert, kann man es auch nicht beeinflussen. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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