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	<title>Irrationalität &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Irrationalität erfreut sich großer Beliebtheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 May 2025 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Irrationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft daraus, dass er nicht rational begründbar ist. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-6007"></span></p>
<p><strong>Blinde Flecken sind schwer zu entlarven</strong></p>
<p>Irrationalität als Gegenentwurf zur Rationalität ist aber nur ein Teil der Geschichte. Den anderen Teil illustrieren Verschwörungstheorien. Den Vorwurf der Irrationalität würden die meisten Verschwörungsgläubigen entschieden von sich weisen. Philipp Sterzer ergänzt: „Im Gegenteil, sie würden – angesichts den in ihren Augen erdrückenden Beweise für ihre Verschwörungstheorie – die tumbe Schafherde derer, die auf die billigen Theorien der offiziellen Meinungsmacher hereinfallen, nicht nur der Naivität, sondern auch der Irrationalität bezichtigen. </p>
<p>Verschwörungstheoretische Ideen sind ihrem Wesen nach epistemisch irrational. Philipp Sterzer erklärt: „Sie nutzen geradezu unseren blinden Fleck für die eigene Irrationalität aus. Und dieser blinde Fleck ist größer als wir denken. Es gehört zum Wesen von blinden Flecken, dass man sich weder ihrer Existenz noch ihrer Größe bewusst ist.“ Man sieht nicht, dass man nichts sieht. Introspektion und Selbstreflexion sind daher in der Regel nicht geeignet, solche blinden Flecken zu entlarven.</p>
<p><strong>Das visuelle System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf</strong></p>
<p>Nun beschäftigt sich Philipp Sterzer seit vielen Jahren als Wissenschaftler mit visueller Wahrnehmung und hat das schon Hunderte Male an ihm selbst ausprobiert. Er hatte sogar mal eine – wie er fand – geniale Idee für ein Experiment zur Erforschung dieses Phänomens, musste aber dann feststellen, dass andere schon in den 1960er-Jahren genauso genial gewesen waren. Trotz dieser Kränkung seines Wissenschaftleregos ist Philipp Sterzer nach wie vor jedes Mal aufs Neue davon fasziniert, wie blind wir für unsere blinden Flecken sind.</p>
<p>Das liegt an einem Phänomen, das als „Filling-in“ bekannt ist. Philipp Sterzer erläutert: „Unser visuelles System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf. Man könnte meinen, dass dieses Auffüllen einfach jeweils vom anderen Auge erledigt wird.“ Die blinden Flecken der beiden Augen liegen ja an unterschiedlichen Stellen, sodass ein Auge den Job an den Stellen übernehmen kann, an denen das andere Auge blind ist. Bei zweiäugigem – binokularem – Sehen ist das tatsächlich so. Solche blinden Flecken und entsprechende Auffüllmechanismen gibt es auch im menschlichen Denken. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Normale entdecken die Irrationalität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Aug 2021 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blödsinn]]></category>
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					<description><![CDATA[Esoterik war früher ein amüsantes Thema für gelangweilte Ladys, die zu viel Zeit hatten. Mit Horoskopen befasste man sich augenzwinkernd zur allgemeinen Gaudi. Doch natürlich nahm den ganzen Unsinn niemand ernst. Dann bestand auf einmal die Gefahr, dass schlichte Gemüter das alles tatsächlich glauben könnten. Daher haben Wissenschaftler wie Hans Jürgen Eysenck und andere in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die Unhaltbarkeit von Astrologie und anderem Blödsinn zweifelsfrei nachgewiesen. Manfred Lütz stellt fest: „Doch da war es schon zu spät, da rollte die Welle der Irrationalität bereits unaufhaltsam. Und so&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Esoterik war früher ein amüsantes Thema für gelangweilte Ladys, die zu viel Zeit hatten. Mit Horoskopen befasste man sich augenzwinkernd zur allgemeinen Gaudi. Doch natürlich nahm den ganzen Unsinn niemand ernst. Dann bestand auf einmal die Gefahr, dass schlichte Gemüter das alles tatsächlich glauben könnten. Daher haben Wissenschaftler wie Hans Jürgen Eysenck und andere in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die Unhaltbarkeit von Astrologie und anderem Blödsinn zweifelsfrei nachgewiesen. Manfred Lütz stellt fest: „Doch da war es schon zu spät, da rollte die Welle der Irrationalität bereits unaufhaltsam. Und so haben dieses Thema auch die Normalen für sich entdeckt.“ Mit Akribie versenkt man sich in die dunklen, aber possierlicherweise definitiv lösbaren Geheimnisse dieser Welt. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-2870"></span></p>
<p><strong>Die Menschheit ist vom Blödsinn begeistert</strong></p>
<p>In ganz normalen Steinen vermuten, ja wissen diese ganz Normalen die ungeahnten Energien, die ihnen selbst fehlten. Mit Wünschelruten rennen sie über unwegsames Gelände, um Wasseradern zu finden. Und sie glauben felsenfest an unbekannte Flugobjekte, bemannt mit Wesen von so überlegener Intelligenz. Eigentlich müsste man sich fragen, was die an einer so vom Blödsinn begeisterten Menschheit interessant finden sollten. Ein Mangel an Bildung und dafür eine gehörige Halbbildung begünstigen die abwegige Vorstellung, über irgendwelches geheime Wissen könnte man holterdiepolter zum Kern der Dinge gelangen. </p>
<p>Angesichts dieses allgemein herrschenden real existierenden ganz normalen Blödsinns würde Sokrates ironisch lächeln, Buddha milde, und Luther würde es die Zornesröte ins Gesicht treiben. Manfred Lütz erklärt: „Wie in der Spätantike gilt: Wer nichts mehr glaubt, glaubt alles. Um bloß nichts falsch zu machen, bependeln ausgewachsene Akademiker irgendwelche Gegenstände, um zu erfahren, was sie nun eigentlich tun sollten. Sie gehen zu Wahrsagerinnen oder lassen sich Karten legen.“</p>
<p><strong>Ein unendliches Leben wäre die Hölle</strong></p>
<p>Man redet umstandslos mit Menschen im Jenseits, als säßen die hier am Tisch, und hält sich dabei für robust normal, während im psychiatrischen Krankenhaus um die Ecke die Medikamente erhöht werden, wenn ein Patient wieder Stimmen hört. Manfred Lütz will keine Missverständnisse aufkommen lassen: Zusammen mit Gleichgesinnten aus irgendwelchen blödsinnigen Gründen Menschen im Jenseits zum Reden zu zwingen, ist keine Krankheit. Es ist Blödsinn. Ganz normaler Blödsinn. </p>
<p>Gegen die drängende Todesangst gibt man sich nicht bloß der allgegenwärtigen Gesundheitsreligion hin, um dem Tod vielleicht doch noch durch gesundheitsbewusstes Verhalten ein Schnippchen zu schlagen. Damit nichts schiefgehen kann, glaubt man sicherheitshalber gleich noch an die Wiedergeburt. Freilich waren sich die Weisen aller Völker in Wenigem einig, in einem aber doch: dass das unendliche Leben die Hölle sein müsse. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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