<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Identifikation &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/identifikation/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Jul 2024 07:26:24 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>Identifikation birgt auch destruktive Potenziale</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-identifikation.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-identifikation.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Identifikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5611</guid>

					<description><![CDATA[Identifikation gilt allgemein als wichtig für Empathie und die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen, aber sie birgt auch destruktive Potenziale und ermöglicht ungestrafte Zerstörungsakte. Sicher muss man sich die unterschiedlichen Formen der Internalisierung genauer ansehen, die oft vorschnell als „Identifikation“ bezeichnet werden. Judith Butler erklärt: „Die Internalisierung des verlorenen anderen oder des verlorenen Ideals in der Melancholie ... <a title="Identifikation birgt auch destruktive Potenziale" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-identifikation.html" aria-label="Mehr Informationen über Identifikation birgt auch destruktive Potenziale">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Identifikation gilt allgemein als wichtig für Empathie und die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen, aber sie birgt auch destruktive Potenziale und ermöglicht ungestrafte Zerstörungsakte. Sicher muss man sich die unterschiedlichen Formen der Internalisierung genauer ansehen, die oft vorschnell als „Identifikation“ bezeichnet werden. Judith Butler erklärt: „Die Internalisierung des verlorenen anderen oder des verlorenen Ideals in der Melancholie wahrt und belebt Feindseligkeit mit der Macht zur Zerstörung des lebenden Organismus selbst.“ Auch wenn also das Über-Ich die Externalisierung der Destruktivität begrenzt, bleibt es ein potenziell destruktives Instrument. Denn dieses kann sich in selbstzerstörerischer – suizidaler – Weise in den Dienst eben der mörderischen Absichten stellen, die es in Schach halten soll. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5611"></span></p>
<p><strong>In der Manie geht der Realitätsbezug verloren</strong></p>
<p>Judith Butler stellt fest: „Sigmund Freud zieht daraus den moralistischen Schluss, dass das Über-Ich immer ein schwaches Instrument zur Einhegung von Gewalt sein wird, es sei denn, wir optimieren, ungeachtet der möglicherweise fatalen Folgen, für die Gewalt des Über-Ichs statt für die Alternative, den externalisierten Ausdruck dieser Gewalt.“ Die Manie, wie sie im manischen Lebenswillen zum Ausdruck kommt, eröffnet jedoch eine andere Möglichkeit. Sie ist kein Handlungsmodell – es geht nicht darum, plötzlich manisch zu werden, als würde das direkt zu wirksamem politischem Widerstand führen.</p>
<p>In der Manie überschätzt man die Macht des Subjekts und der Realitätsbezug geht verloren. Judith Butler fügt hinzu: „Die Wirklichkeitsfremdheit der Manie verweist auf die Weigerung, den Status quo zu akzeptieren; sie gründet im und intensiviert bei demjenigen, der sich gegen gesteigerte Selbstvorwürfe wehrt, den Lebenswillen.“ Diese Grausamkeit gegen sich selbst oder diese Selbstzerstörung lässt sich vorübergehend auch mildern auf den Rückgriff auf die soziale Solidarität des Scheiterns. </p>
<p><strong>Gruppenbildung kann die Massenzerstörung von Leben ermöglichen</strong></p>
<p>Dieses gemeinsame Scheitern begründet die Solidarität und den Sinn für Gleichheit. Diese Abschwächung der Gewalt des Über-Ich erweist sich nur als vorübergehend, wenn diese Feindseligkeit in der Organisation einer Gruppe nicht in geordnete Bahnen gelenkt und eingedämmt wird, und sie kann tödliche Forman annehmen. Judith Butler weiß: „Überdies gibt es Gruppenbildungen, die diese destruktive Feindseligkeit gegen einen externalisierten Feind mobilisieren, wodurch die Zerstörung, ja Massenzerstörung von Leben möglich wird.“</p>
<p>Identifikation kann destruktive Potenziale bergen, wo eine Gruppe Bindungen der Identifikation entwickeln, die in der Externalisierung ihrer eigenen Destruktionspotenziale gründen. Judith Butler ergänzt: „Die anderen, mit denen ich eine Gruppe desidentifziert, verkörpern diese Destruktion dann in gespenstischer Form, gleichsam in der Form einer verleugneten Anleihe von der Ausgangsgruppe. Identifikation kann aber auch ganz anders verlaufen. Wo Desidentifikation etwa mit dem Hervortreten eines kritischen Vermögens einhergeht, das mit der Tyrannei bricht, setzt sie ihre eigenen Destruktionskräfte zur zielgerichteten Demontage tyrannischer Herrschaft ein. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-identifikation.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Junge Menschen brauchen Bezugspersonen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/kinder-und-jugendliche-brauchen-bezugspersonen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/kinder-und-jugendliche-brauchen-bezugspersonen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2021 06:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Identifikation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2516</guid>

					<description><![CDATA[Das Selbst eines Menschen entwickelt sich nicht zu einem kreativen Akteur, wenn ihm kein Ausgangsmaterial zur Verfügung steht. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche Wahrnehmungs- und Interpretationsstile von Bezugspersonen aufnehmen können. Die Bereicherung des eigenen Selbst durch andere Menschen, die als Modelle dienen oder Ansagen, Botschaften und Angebote vermitteln, bleibt zeitlebens ... <a title="Junge Menschen brauchen Bezugspersonen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/kinder-und-jugendliche-brauchen-bezugspersonen.html" aria-label="Mehr Informationen über Junge Menschen brauchen Bezugspersonen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Selbst eines Menschen entwickelt sich nicht zu einem kreativen Akteur, wenn ihm kein Ausgangsmaterial zur Verfügung steht. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche Wahrnehmungs- und Interpretationsstile von Bezugspersonen aufnehmen können. Die Bereicherung des eigenen Selbst durch andere Menschen, die als Modelle dienen oder Ansagen, Botschaften und Angebote vermitteln, bleibt zeitlebens von Bedeutung. Joachim Bauer weiß: „Sie dienen dem Selbst als Ausgangsbasis für eigene Kreativität.“ Durch Transfers von Eltern, Mentoren und Freunden entsteht eine reich gefüllte Innenwelt. Sie ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für die Entwicklung der eigenen Identität und Kreativität. Wer vonseiten einer oder mehrerer Bezugspersonen starke Selbsttransfers erlebt hat, ist mit ihnen meistens in besonderer Weise verbunden oder verwickelt. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-2516"></span></p>
<p><strong>Manche Menschen können Andere nicht anders sein lassen</strong></p>
<p>Typisch sind dabei starke, oft wechselseitige Identifikationen. Zum Beispiel bei einer Tochter oder einem Sohn, die oder der den Weg einer erfolgreichen Mutter oder eines tüchtigen Vaters gehen möchte. Identifikationen können starke Energiespender sein, aber sie können die Beteiligten auch einengen. Der Versuch, einen eigenen Weg zu gehen, kann auch scheitern. Viele Menschen, die oft nur mit einem Vorbild und dessen Werthaltungen extrem identifiziert sind, fallen durch Engstirnigkeit und Intoleranz auf.</p>
<p>Diese Menschen zeichnen sich auch durch eine Tendenz auf, nichts unkommentiert oder unkritisiert lassen zu können. Sie übertragen das in ihnen wirksame Gefühl, nicht abweichen zu dürfen, auf die ganze Welt. Zudem erwarten sie, dass ihre persönliche Identifikation von allen geteilt werden müsste. Joachim Bauer stellt fest: „Sie können Andere nicht anders sein lassen. Besonders Partnerinnen und Partner, aber auch Kinder haben darunter dann zu leiden.“</p>
<p><strong>Kinder brauchen viele Identifikationsfiguren</strong></p>
<p>Es fällt überstark mit einem einzigen Lebensstilmodell identifizierten Personen schwer zu ertragen, dass Menschen unterschiedliche Lebensentwürfe haben dürfen. Joachim Bauer erklärt: „Die wahre, unbewusste Quelle ihrer Wut gegenüber Abweichlern ist der Ärger, selbst eingezwängt zu sein.“ Unter der Oberfläche ihrer überstarken Identifizierung hat sich bereits ein länger bestehender Ärger über die Autoritätsperson angesammelt. Dieser meinen sie treu bleiben zu müssen. Um in späteren Jahren eine solche fatale Fehlentwicklung zu vermeiden, brauchen Kinder eine hinreichend große Auswahl von Identifikationsfiguren.</p>
<p>Dazu zählt Joachim Bauer Erzieher, Verwandte, schulische Lehrkräfte, Ausbilder, Lehrer und Mentoren. Inspirierender Begleiter bedarf der Mensch nicht nur in jungen Jahren, sondern über die gesamte Lebensspanne. Eine Mentorenrolle kommt nicht nur realen Personen zu, sondern auch Büchern, Medienprodukten und Internetquellen. In denen begegnen einem Menschen entweder fiktionale Figuren oder Gedanken, wissenschaftliche Fakten und künstlerische Ideen. Auch sie können den Menschen beeindrucken, beeinflussen und verändern. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/kinder-und-jugendliche-brauchen-bezugspersonen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
