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	<title>Hochbegabung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Ohne Motivation gibt es keine Hochbegabung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Sep 2023 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hochbegabung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt verschiedene Modelle, anhand derer man versucht, Hochbegabung zu beschreiben. Die Modelle unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich der Rolle, welche die Umwelt bei der Entwicklung der Hochbegabung spielt. Jakob Pietschnig weiß: „Bei aller Unterschiedlichkeit gibt es jedoch drei zentrale Elemente, die in den meisten Modellen mehr oder weniger prominent vorkommen: die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, die Leistungsmotivation ... <a title="Ohne Motivation gibt es keine Hochbegabung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jakob-pietschnig-hochbegabung.html" aria-label="Mehr Informationen über Ohne Motivation gibt es keine Hochbegabung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt verschiedene Modelle, anhand derer man versucht, Hochbegabung zu beschreiben. Die Modelle unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich der Rolle, welche die Umwelt bei der Entwicklung der Hochbegabung spielt. Jakob Pietschnig weiß: „Bei aller Unterschiedlichkeit gibt es jedoch drei zentrale Elemente, die in den meisten Modellen mehr oder weniger prominent vorkommen: die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, die Leistungsmotivation und die Kreativität.“ Am anschaulichsten zusammengefasst sind sie im sogenannten „Drei-Komponenten-Modell“. Die Idee dahinter ist, dass überdurchschnittliche Fähigkeiten für sich selbst keine hinreichende Bedingung für Hochbegabung darstellen. Sondern dass Letztere erst durch die Überlappung mit anderen Persönlichkeitsvariablen entsteht. So ist es etwa nicht vorstellbar, dass jemand eine außergewöhnliche Leistung erbringt, wenn er keine Motivation dazu verspürt. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-4916"></span></p>
<p><strong>Kreativität spielt bei Hochbegabten eine große Rolle</strong></p>
<p>Dieses Faktum bezeichnet man in der Psychologie als „Kompetenz-Performanz-Problem“. Es bedeutet, dass die Fähigkeit eines Menschen, sprich seine Kompetenz, selbst mit den allerbesten Testinstrumenten nicht festgestellt werden kann, wenn er nicht dazu motiviert ist, die ihm vorgelegten Aufgaben auch zu bearbeiten. Jakob Pietschnig stellt fest: „Das heißt, dass die Erfassbarkeit der Fähigkeiten eines Menschen von seiner Motivation während der Leistungserfassung abhängig ist.“ Sie ist für die Testleistung, die Performanz, unbedingte Voraussetzung.</p>
<p>Verglichen mit ihr spielen andere Faktoren, die zu einer geringeren Performanz führen können, wie etwa Lärm, Temperatur oder Persönlichkeitsvariablen wie Tendenz zu Prüfungsangst, eine weniger bedeutende Rolle. Ohne Motivation gibt es auch keine Hochbegabung. Neben der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Leistungsmotivation spielt Kreativität als dritter Faktor eine große Rolle. Sie ist ursächlich für neuartige und zugleich problemangepasste Lösungsansätze. Wenn alle diese drei Faktoren von so großer Bedeutung sind, stellt sich die Frage, weshalb man die Hochbegabung Einzelner fast ausschließlich an der Feststellung ihrer überdurchschnittlichen Fähigkeiten festmacht.</p>
<p><strong>Auf Kommando kann kaum jemand kreativ sein</strong></p>
<p>Jakob Pietschnig erläutert: „Das hat in Wahrheit jedoch ganz pragmatische Gründe: Zum einen kann man davon ausgehen, dass jemand, der eine allgemein geringe Leistungsmotivation besitzt, auch bei der Erfassung seiner kognitiven Fähigkeiten keinen allzu großen Ehrgeiz, gut abzuschneiden, an den Tag legen wird.“ Vereinfacht gesagt: Wenn sich jemand grundsätzlich nicht gerne anstrengt, wird er sich auch bei der Testung nicht verausgaben und dementsprechend auch nicht Gefahr laufen, als potenziell hochbegabt eingestuft zu werden.</p>
<p>Die Motivation wird also durch eine gute Testleistung zumindest miterfasst. Zum anderen ist Kreativität ein schwer konkret definierbarer Begriff und bislang – wenn überhaupt – nur schlecht messbar. Warum Kreativität nur schlecht messbar ist, wird einem Menschen spätestens dann bewusst, wenn er bei einem Kreativitätstest vom Testleiter sinngemäß aufgefordert wird: „Seien Sie kreativ – und zwar genau jetzt!“ Selbst grundsätzlich äußerst kreative Menschen werden Probleme haben, auf Kommando kreativ zu sein. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hochbegabung sieht man nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2023 01:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hochbegabung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es existiert ein Vorurteil, das anscheinend von jeher auf theoretische Denker gemünzt war. Jakob Pietschnig weiß: „Kaum einer, dem man nicht eine gewisse Realitätsferne oder mangelnde Alltagstauglichkeit vorwirft.“ Hochbegabung ist etwas, das man nicht sieht, das man aus ihren vermeintlichen Defiziten heraus definieren kann. Ein Mangel an Sinn für das Praktische lässt nicht automatisch den ... <a title="Hochbegabung sieht man nicht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hochbegabung-sieht-man-nicht.html" aria-label="Mehr Informationen über Hochbegabung sieht man nicht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es existiert ein Vorurteil, das anscheinend von jeher auf theoretische Denker gemünzt war. Jakob Pietschnig weiß: „Kaum einer, dem man nicht eine gewisse Realitätsferne oder mangelnde Alltagstauglichkeit vorwirft.“ Hochbegabung ist etwas, das man nicht sieht, das man aus ihren vermeintlichen Defiziten heraus definieren kann. Ein Mangel an Sinn für das Praktische lässt nicht automatisch den Umkehrschluss zu, nämlich dass es sich bei demjenigen um ein Genie handeln müsse. Die geistige, aber auch körperliche Gesundheit von Hochbegabten war etwa Gegenstand einer Langzeitstudie, die der US-amerikanische Psychologe Lewis M. Terman im Jahr 1928 initiiert hatte. Sie trägt den Namen „Genetic Studies of Genius“. Es handelt sich dabei um eine der ältesten und auch längsten Längsschnittstudien in der Geschichte der psychologischen Forschung überhaupt. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-4733"></span></p>
<p><strong>Hohe Intelligenz geht nicht mit psychischer Schwäche einher</strong></p>
<p>Zu Beginn der Studie in den 1920er-Jahren war die Meinung vorherrschend, dass hohe Intelligenz im Allgemeinen mit physischer Schwäche und emotionaler Instabilität einhergeht. Wissenschaftliche Belege dafür gab es aber nicht. Jakob Pietschnig blickt zurück: „Im Fokus der Studie stand so der Lebensweg hochbegabter Kinder. Um diese zu identifizieren, bat Terman Lehrer in Kalifornien, ihm jeweils das klügste, das zweitklügste und ferner das jüngste und älteste Kind in der Klasse zu benennen.“ </p>
<p>Diese Kinder wie auch ihre Geschwister unterzog er dann mehreren Intelligenztests. Diese 250.000 Kinder bekamen in weiterer Folge einen Gruppenintelligenztest vorgelegt. Erreichten sie dort einen Intelligenz Quotienten (IQ), der niedriger als 130 war, schieden sie aus. Erreichten sie allerdings einen höheren IQ, wurden sie in einem Individualsetting mit der Langform des Stanford-Binet-Intelligenztests getestet. Diejenigen, die dort einen IQ von 140 oder höher erreichten, nahm man in die Hauptstudie auf. </p>
<p><strong>Die Hochbegabten heben sich von der Allgemeinbevölkerung ab</strong></p>
<p>Jakob Pietschnig erläutert: „Das waren immerhin über 1.500 Schüler, die allesamt weit überdurchschnittlich auf der damals modernsten Intelligenzbatterie abgeschnitten hatten.“ Man kann also davon ausgehen, dass diese Kinder kognitiv außergewöhnlich begabt waren. Diese Stichprobe von 1.500 Schülern kontaktierte und untersuchte Lewis M. Terman in regelmäßigen Abständen. Er befragte sie im Laufe der Zeit unter anderem über ihre Bildungskarriere, höchste abgeschlossene Ausbildung, ihr Einkommen und ihren Beruf.</p>
<p>Terman wollte also feststellen, ob sich die ungewöhnlich hohen Testergebnisse im Schulalter auch in den Lebenswegen der betroffenen Personen widerspiegelten. In den 1950er-Jahren waren so gut wie alle Studienteilnehmer mit ihrer formalen Ausbildung fertig. Von diesen hatten 70 Prozent der Männer und 67 Prozent der Frauen ein Bachelorstudium abgeschlossen. Auch in vielen anderen Bereichen hoben sich die Hochbegabten von der Allgemeinbevölkerung ab. Sie waren gesünder, hatten überdurchschnittlich hohe Heirats- und niedrige Scheidungsraten. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Lehrer erkennen selten Hochbegabte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2020 06:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Begabte Kinder sind ein bisschen anders. Das österreichische Schulsystem hat sich schon immer schwer getan, Hochbegabte zu erkennen. Wie schwer tut es sich erst, die Talente von normal begabten Kindern zu entdecken. Andreas Salcher kritisiert: „Eines der größten Defizite unserer Lehrerausbildung ist die Tatsache, dass zukünftige Lehrer über das Erkennen von Begabungen wenig bis gar ... <a title="Lehrer erkennen selten Hochbegabte" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/lehrer-erkennen-selten-die-begabungen-ihrer-schueler.html" aria-label="Mehr Informationen über Lehrer erkennen selten Hochbegabte">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Begabte Kinder sind ein bisschen anders. Das österreichische Schulsystem hat sich schon immer schwer getan, Hochbegabte zu erkennen. Wie schwer tut es sich erst, die Talente von normal begabten Kindern zu entdecken. Andreas Salcher kritisiert: „Eines der größten Defizite unserer Lehrerausbildung ist die Tatsache, dass zukünftige Lehrer über das Erkennen von Begabungen wenig bis gar nichts lernen.“ Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen richtiger Förderung von Hochbegabung und dem daraus resultierenden Lebenserfolg untersucht. Die Ergebnisse machen deutlich, dass ein hohes Begabungspotential allein nicht ausreicht, sondern dass sehr wohl eine kompetent fördernde Umwelt notwendig ist. Die menschlich weit noch tragischere Variante der mangelnden Entdeckung von Hochbegabten liegt in den „hochbegabten Schulversagern“. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-2226"></span></p>
<p><strong>Die besten Schüler erleben soziale Isolierung</strong></p>
<p>Hochbegabte machen schon oft in der Kindheit die Erfahrung, dass sie durch ihr ständiges Fragen sowie durch die im Vergleich zu Normalbegabten schnellere Auffassungsgabe weder von ihren Lehrern noch von ihren Kameraden soziale Wertschätzung beziehen. Sie reagieren auf dieses von ihnen wahrgenommene „Anderssein“ oft mit einer bewussten Flucht in die Leistungsvermeidung. Die andere beobachtete Verhaltensweise ist der Rückzug in die eigene Person. Oberflächlich wird dies als totales Desinteresse am Unterricht empfunden.</p>
<p>Andreas Salcher weiß: „Das Elend der besten Schüler besteht dann in der sozialen Isolierung. Sie werden als Besserwisser und Streber gebrandmarkt. Zudem gelten sie als Störenfriede und Querulanten.“ Soziales Wohlbefinden durch Angenommensein ist seiner Meinung nach eben ein wesentlicher Lernfaktor. Um der Isolierung in der Klasse zu entgehen, erbringen solche Kinder manchmal unbewusst oder absichtlich schlechtere Leistungen. Daher ist es eine völlige Illusion zu glauben, dass besonders Begabte ohnehin privilegiert seien und jede zusätzliche Förderung ungerecht wäre.</p>
<p><strong>Hochbegabte setzen sich nicht automatisch durch</strong></p>
<p>Sie sind oft sehr unglückliche und sozial isolierte Menschen. Jeder, der die oft tragischen Lebensgeschichten von Hochbegabten studiert hat, wird das sofort erkennen. Es ist ein wissenschaftlich widerlegter Mythos, dass sich Begabte automatisch durchsetzen. Sie bedürfen vor allem eines rechtzeitigen Erkennens ihres Talents und einer kompetenten Förderung. Für einen der wichtigsten österreichischen Naturwissenschaftler, den Genetiker Markus Hengstschläger ist es einfach nicht „chic“, Naturwissenschaften zu studieren.</p>
<p>Es fehlen in Österreich die Helden der Forschung. Kinder, die trotzdem eine Karriere in der Wissenschaft anstreben, wird oft von den Eltern abgeraten. Sie sehen diese Laufbahn als sehr schwierig und vor allem als wenig lukrativ an. Dennoch hat es in Österreich hervorragende und weltberühmte Wissenschaftler gegeben. Andreas Salcher nennt einige Namen: „Denken wir zum Beispiel nur an den Entdecker der Blutgruppen Karl Landsteiner, an den „Vater“ der Quantenphysik Erwin Schrödinger oder an den Verhaltensforscher Konrad Lorenz.“ Quelle: „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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