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	<title>Hemmung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Aggressionshemmung kann versagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 07:04:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
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					<description><![CDATA[Zweifellos würde es in der Welt viel brutaler und gehässiger zugehen, wenn nicht die meisten Menschen recht gut mit Aggressionshemmungen ausgestattet wären. Aber ebenso klar ist, dass sie bei einigen Menschen nur schwach entwickelt. Selbst gut ausgeprägte Hemmungen können in bestimmten Situationen versagen. Hierfür kann es laut Hans-Peter Nolting verschiedene Gründe geben: „Ein in einer ... <a title="Die Aggressionshemmung kann versagen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-aggressionshemmung-kann-versagen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Aggressionshemmung kann versagen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zweifellos würde es in der Welt viel brutaler und gehässiger zugehen, wenn nicht die meisten Menschen recht gut mit Aggressionshemmungen ausgestattet wären. Aber ebenso klar ist, dass sie bei einigen Menschen nur schwach entwickelt. Selbst gut ausgeprägte Hemmungen können in bestimmten Situationen versagen. Hierfür kann es laut Hans-Peter Nolting verschiedene Gründe geben: „Ein in einer einzelnen Person liegender Grund ist die mangelnde Fähigkeit zur Selbstkontrolle, sei es etwa aufgrund einer Hirnschädigung, sei es, weil diese Fähigkeit in der Sozialisation nicht genügend gefördert wurde.“ In solchen Fällen handelt es sich um hemmungslose Menschen. Denn es gelingt ihnen nicht, sich zu einem unaggressiven Verhalten zu zwingen. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2515"></span></p>
<p><strong>Das moralische Verbot der Aggression gilt nicht absolut</strong></p>
<p>Allerdings kann auch ohne eine solche Schwäche die Selbstkontrolle in kritischen Situationen versagen. Etwa unter akutem Alkoholeinfluss oder aufgrund hoher emotionaler Erregung. Faktoren wie diese werden bekanntlich auch von Gerichten gewürdigt, wenn es etwa darum geht, ob ein Gewaltverbrechen als Mord oder Totschlag zu werden ist. Selbst die besonders wichtigen moralischen Hemmungen sind nicht unerschütterlich. Sondern sie können durch inhaltliche Rechtfertigungen außer Kraft gesetzt werden, sogar in schwerwiegenden Fällen.</p>
<p>Hans-Peter Nolting erklärt: „Denn für kaum einen Menschen gilt das moralische Aggressionsverbot ganz streng und absolut. Vielmehr lassen die persönliche Wertordnung sowie die jeweilige Kultur so manche Ausnahme zu.“ Eine nahezu universelle Ausnahme lautet: Verteidigung. Man darf zwar nicht als Erster angreifen, man darf sich aber schützen. Das Problem ist nur, dass Begriffe wie Verteidigung, Abwehr oder Schutz sehr dehnbar sind. Wohl jeder aber akzeptiert zumindest Notwehr oder Nothilfe bei Gefahr für Leib und Leben.</p>
<p><strong>Manche Menschen begehen Böses aus ganz banalen Gründen</strong></p>
<p>Übrigen werden auch Vergeltungsakte häufig als Verteidigung ausgegeben, und manche Menschen oder Subkulturen sehen die Vergeltung ohnehin als eine legitime Ausnahme an. Wenn ein Mensch aufgrund solcher Rechtfertigungen sein Handeln nicht mehr als verwerflich ansieht, verlieren seine moralischen Einstellungen an Gewicht. Und falls er dennoch Hemmungen verspürt, werden sie sich möglicherweise nicht durchsetzen. Sofern er die Verantwortung für sein Tun nicht bei sich selbst, sondern bei anderen sieht. Das entlastet ihn moralisch und vermindert zugleich die Furcht vor negativen.</p>
<p>Die verschobene Verantwortung spielt vor allem eine bedeutsame Rolle, wenn man im Auftrag einer höhergestellten Person oder auf Druck einer Gruppe Dinge tut, die der eigenen Einstellung eigentlich zuwiderlaufen. Der betroffene Mensch mag zwar noch einen inneren Konflikt erleben, führt die aggressive Handlung dennoch aus. Das Banale am Bösen liegt für Hans-Peter Nolting darin, dass ein Mensch das Böse aus ganz banalen Beweggründen begeht. Dabei geht es um die Motive seines Handelns, um die Tatmotive. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Im Alltag dominiert Kooperation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 07:53:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Fast alle Menschen haben ein elementares Bedürfnis nach sozialer Einbindung. Sie suchen die Aufmerksamkeit, Anerkennung und die Unterstützung anderer. Sie möchten Freundschaften und Liebesbeziehungen entwickeln. Hans-Peter Nolting erklärt: „Größtenteils funktioniert das nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das ist ähnlich wie bei einem Großteil des aggressiven Verhaltens.“ Um freundlich behandelt zu werden, verhält man sich am ... <a title="Im Alltag dominiert Kooperation" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/im-alltag-dominiert-kooperation.html" aria-label="Mehr Informationen über Im Alltag dominiert Kooperation">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast alle Menschen haben ein elementares Bedürfnis nach sozialer Einbindung. Sie suchen die Aufmerksamkeit, Anerkennung und die Unterstützung anderer. Sie möchten Freundschaften und Liebesbeziehungen entwickeln. Hans-Peter Nolting erklärt: „Größtenteils funktioniert das nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das ist ähnlich wie bei einem Großteil des aggressiven Verhaltens.“ Um freundlich behandelt zu werden, verhält man sich am besten selber freundlich. Auch gesamtgesellschaftlich gesehen funktioniert ein System viel besser durch vertrauensvolle Beziehungen. Dabei dominieren Kooperation und Unterstützung als das Bemühen, anderen zu schaden. Es gibt allerdings ein großes Aber: Eben diese positiven Verhaltensweisen, die den Zusammenhalt und das Wohlbefinden einer Gesellschaft fördern, lassen sich leider unter Umständen auch dazu benutzen, eine andere Gemeinschaft zu bekämpfen. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2494"></span></p>
<p><strong>Aggressionen lassen sich vermeiden</strong></p>
<p>Hans-Peter Nolting ergänzt: „Verantwortungsbewusstsein, Freundlichkeit, Kooperation und Hilfeleistung gelten dann nur der eigenen Gruppierung. Aber für den Angehörigen der Fremdgruppe gelten sie nicht.“ Das positive Verhalten in der Binnengruppe kann vielmehr gerade dazu dienen, das eigene Lager stark zu machen für die Auseinandersetzung mit dem Konkurrenten. Dennoch: Die Motive für kooperatives und rücksichtsvolles Verhalten  dürften im alltäglichen Leben bei vielen Menschen sehr dominieren. Dadurch verspüren sie aggressive Tendenzen nur selten – aber manchmal eben doch!</p>
<p>Wohl jedem Menschen ist hin und wieder danach zumute, andere anzuschreien und rauszuwerfen. Oder sie keines Blickes zu würdigen oder sich von ihnen mit dem Götz-Zitat zu verabschieden. Wenn man es dann doch nicht tut, heißt das: Man ist einerseits motiviert, sich aggressiv zu zeigen. Und andererseits will man genau dies vermeiden. Setzt sich die Tendenz zur Vermeidung durch, bleibt man vielleicht stumm. Um jetzt ja kein falsches Wort zu sagen und bemüht sich um aufgesetzte Höflichkeit oder zieht sich aus der Situation zurück.</p>
<p><strong>Es gibt drei Arten der Aggressionshemmung</strong></p>
<p>Die Motive der Vermeidung bezeichnet man auch als Aggressionshemmung. Dabei lassen sich laut Hans-Peter Nolting drei Arten unterscheiden: „Angst vor negativen Folgen, moralische Hemmungen und physischer Widerwille.“ Die Angst vor negativen Folgen verspürt man oft im alltäglichen Miteinander. Gewöhnlich möchte man unmittelbare negative Reaktion wie etwa böse Blicke, Missstimmungen oder heftige Gegenreaktionen vermeiden. Als dies würde man wie eine „Bestrafung“ empfinden.</p>
<p>Aggressives Verhalten unterdrückt man vor allem gegenüber Vorgesetzten und anderen Personen, von denen man abhängig ist oder die noch aggressiver zurückschlagen könnten. In anderen Fällen befürchtet man, eine wichtige persönliche Beziehung aufs Spiel zu setzen. Deutlich geringer sind solche angstbedingten Hemmungen gegenüber schwachen, abhängigen und machtlosen Personen. Doch auch in dieser Konstellation kann man Hemmungen der Aggression empfinden. Hier manifestieren sich moralische Hemmungen, das heißt Einstellungen, die besagen: Füge anderen nichts Unangenehmes zu, verhalte dich rücksichtsvoll. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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