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	<title>Furcht &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Angst ist die Erwartung zukünftiger Gefahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[Angst ist mit Furcht verwandt, aber nicht dasselbe. Die englische Version des DSM-5-TR – deutsch: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen – definiert Furcht als „emotionale Reaktion auf eine reale oder vermeintliche Gefahr, während Angst die Erwartung zukünftiger Gefahr ist“. Jonathan Haidt ergänzt: „Beide können gesunde Reaktionen auf die Wirklichkeit sein, doch im Übermaß können ... <a title="Angst ist die Erwartung zukünftiger Gefahr" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/angst-ist-die-erwartung-zukuenftiger-gefahr.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst ist die Erwartung zukünftiger Gefahr">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angst ist mit Furcht verwandt, aber nicht dasselbe. Die englische Version des DSM-5-TR – deutsch: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen – definiert Furcht als „emotionale Reaktion auf eine reale oder vermeintliche Gefahr, während Angst die Erwartung zukünftiger Gefahr ist“.  Jonathan Haidt ergänzt: „Beide können gesunde Reaktionen auf die Wirklichkeit sein, doch im Übermaß können sie zu Störungen werden.“ Angst und die mit ihr verbundenen Störungen sind offenbar die typischen psychischen Erkrankungen junger Leute von heute. Beim Blick auf die Vielzahl von Diagnosen psychischer Erkrankungen lässt sich erkennen, dass Angststörungen am stärksten zunahmen, unmittelbar gefolgt von Depressionen. Jonathan Haidt ist Professor für Sozialpsychologie an der New York University. Seine Forschungsschwerpunkte sind die psychischen Grundlagen von Moral, moralische Emotionen und Moralvorstellungen in verschiedenen Kulturen. <span id="more-5784"></span></p>
<p><strong>Furcht ist mit dem Schnellreaktionssystem verbunden</strong></p>
<p>Furcht ist im ganzen Tierreich zweifellos die wichtigste Emotion fürs Überleben. Jonathan Haidt erklärt: „In einer Welt voller Prädatoren konnten die Individuen mit blitzschnellen Reaktionen am ehesten ihre Gene weitergeben. Tatsächlich sind schnelle Reaktionen auf Gefahren so wichtig, dass das Gehirn von Säugern eine Fluchtreaktion auslösen kann, noch bevor eine Information von den Augen bis in die Sehrinde am hinteren Hirnpol gelangt ist, um dort vollständig verarbeitet zu werden.“</p>
<p>Daher können Menschen eine Welle der Furcht verspüren oder vor einem sich nähernden Auto wegspringen, bevor ihnen richtig bewusst wird, was sie da sehen. Jonathan Haidt fügt hinzu: „Furcht ist eine Alarmglocke, die mit einem Rapid-Response-System – Schellreaktionssystem – verbunden ist. Sobald die Gefahr vorüber ist, hört die Alarmglocke auf zu läuten, es werden keine Stresshormone mehr ausgeschüttet, und das Furchtgefühl schwindet.“ Während Furcht das komplette Reaktionssystem im Moment der Gefahr aktiviert, triggert Angst Teile desselben Systems, wenn eine Gefahr lediglich möglich erscheint.</p>
<p><strong>Vor allem Jugendliche fürchten einen drohenden „sozialen Tod“</strong></p>
<p>Es ist gesund, Angst zu haben und wachsam zu sein, wenn man sich in einer Situation befindet, wo tatsächlich Gefahren lauern könnten. Jonathan Haidt stellt fest: „Wenn unsere Alarmglocke jedoch überempfindlich reagiert und immer wieder bei ganz gewöhnlichen Ereignissen anschlägt – auch solchen, die keine Gefahr darstellen –, hält sie uns in einem dauerhaften Zustand von Disstress. Dann wird aus einer gewöhnlichen, gesunden, temporären Angst eine Angststörung.“ </p>
<p>Wichtig ist auch zu wissen, dass sich die Alarmglocke eines Menschen nicht allein als Reaktion auf körperliche Bedrohung entwickelt hat. Jonathan Haidt erläutert: „Unseren evolutionären Vorteil verdanken wir unserem großen Gehirn und unserer Fähigkeit, starke soziale Gruppen zu bilden; daher reagieren wir besonders empfindlich auf soziale Gefahren wie diejenige, ausgestoßen oder beschämt zu werden.“ Menschen – und vor allem Jugendliche – fürchten einen drohenden „sozialen Tod“ häufig mehr als den physischen Tod. Quelle: „Generation Angst“ von Jonathan Haidt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen fürchten die Spontaneität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 2021 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Furcht]]></category>
		<category><![CDATA[Spontaneität]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum redet man so viel über Helikoptereltern? Martin Hartmann antwortet: „Jeder, der Kinder hat, weiß, was gemeint ist. Nach allem, was wir hören können, ist unsere unmittelbare Umwelt so sicher wie nie zuvor. Aber wir haben eine geradezu panische Angst, unsere Kinder allein auf die Straße gehen zu lassen.“ Man kann auch an das Phänomen ... <a title="Viele Menschen fürchten die Spontaneität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-fuerchten-die-spontaneitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen fürchten die Spontaneität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum redet man so viel über Helikoptereltern? Martin Hartmann antwortet: „Jeder, der Kinder hat, weiß, was gemeint ist. Nach allem, was wir hören können, ist unsere unmittelbare Umwelt so sicher wie nie zuvor. Aber wir haben eine geradezu panische Angst, unsere Kinder allein auf die Straße gehen zu lassen.“ Man kann auch an das Phänomen der „gated communities“ denken, an Privatschulen oder andere Formen, sich von der weiteren, in sich brüchigen und vielfältigen Gesellschaft abzuschotten. Unabhängig von der Frage der Berechtigung mancher Furcht, weisen diese Phänomene auf den Wunsch hin, nur gewählten Kontakt zu haben. Man möchte einfach nicht überrascht werden von unerwarteten Begegnungen. Man fürchtet Spontaneität und jede Form der Abhängigkeit von den schwer vorhersehbaren Reaktionen unbekannter anderer. Martin Hartmann ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Luzern. <span id="more-2574"></span></p>
<p><strong>Meistens ist Furcht weitgehend unberechtigt</strong></p>
<p>Man gibt dabei der Fantasie absoluter Souveränität oder Kontrolle nach, die ärgerlich genug, meist eine Fantasie bleiben muss. Denn auch innerhalb der „gated community“ gibt es andere Menschen, die für böse Überraschungen gut sind. Das Gefahrenbewusstsein hat sich zweifellos vervielfältigt und verästelt. Viele Menschen sind offenbar bereit, den gesamten öffentlichen Raum mit Überwachungskameras zu versehen, weil man ihnen einredet, dass dieser Raum dadurch sicherer würde.</p>
<p>Martin Hartmann stellt fest: „Wir glauben, mehr zu wissen, und wir fürchten mehr. Aber die Furcht ist weitgehend unberechtigt.“ Der Soziologe Ortwin Renn schreibt: „Es ist nicht so, dass wir immer häufiger in den Medien einen neuen Lebensmittelskandal oder eine neue Umweltsauerei vorgeführt bekommen.“ Vielmehr besteht folgender Verdacht. Viele Menschen behaupten, dass sie den meisten Menschen nicht mehr vertrauen können, weil sie ihnen nicht mehr vertrauen wollen.</p>
<p><strong>Viele Menschen wollen anderen nicht mehr vertrauen</strong></p>
<p>Man rationalisiert seine Unfähigkeit zu vertrauen, indem man beharrlich darauf hinweist, dass man Vertrauen nicht mehr gerechtfertigen kann. Denn der Mensch ist in der Regel schlecht. Für Martin Hartmann ist es schlicht zu auffällig, dass manche Maßnahmen, die Vertrauen sichern oder wiederherstellen sollen, im Kern Misstrauensmaßnahmen sind. Viele Menschen wollen in Wirklichkeit gar nicht mehr vertrauen. Aber da Vertrauen an sich gut ist, wagen sie es nicht, sich und anderen diesen Sachverhalt offen einzugestehen.</p>
<p>Martin Hartmann stellt fest: „Wenn man nicht vertrauen will und feststellt, dass es ohnehin nicht geht, muss man sich für seinen Unwillen nicht weiter rechtfertigen. Man verweist auf die immer gefährlichere Welt. Die Welt ist schlecht. Ich würde ja gerne vertrauen, aber wem?“ Die Menschen leben in Zeiten größter physischer Sicherheit und doch gibt es etwas im modernen Leben, das in vielen automatische Reaktionen auslöst, die mit Gefahr zu tun haben – Angst, ein dauerhaftes Überwachen der Umgebung, unruhiger Schlaf. Quelle: „Vertrauen“ von Martin Hartmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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