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	<title>Erlebnisse &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Menschen nutzen die Sprache auf zwei Arten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt und nutzen können. Thomas W. Albrecht betont: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens präsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, ... <a title="Menschen nutzen die Sprache auf zwei Arten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/menschen-nutzen-die-sprache-auf-zwei-arten.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen nutzen die Sprache auf zwei Arten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt und nutzen können. Thomas W. Albrecht betont: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens präsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, fantasieren und schlussfolgern. Sie führen Selbstgespräche, überlegen, machen Pläne, sortieren ihre Erfahrungen und bewerten diese. So entwickeln sie fortlaufend ein Modell ihres Erlebens, das auf den Wahrnehmungen ihrer Sinnesorgane beruht. Zweiten benutzen sie Sprache, um das, was sie erlebt haben, anderen Menschen mitzuteilen. Diese Aktivitäten bezeichnet man als Reden, Diskutieren, Schreiben, Singen oder Lehren. In ihrer täglichen Kommunikation sind Menschen sich der Auswahl der Wörter, die sie benutzen, selten bewusst. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-5629"></span></p>
<p><strong>Die Sprache ist stark strukturiert</strong></p>
<p>Wie Menschen ihre Wörter auswählen und wie sie sie strukturieren, läuft nahezu immer unbewusst ab. Thomas W. Albrecht erklärt: „Kaum jemand muss in der täglichen Kommunikation darüber nachdenken, in seiner Muttersprache verständliche Sätze zu produzieren. Dennoch ist Sprache entsprechend den grammatischen Regeln stark strukturiert.“ Es würde sofort auffallen, wenn ein Satz fehlerhaft geformt ist. Werden Satzzeichen ausgelassen, wird beim Sprechen die Intonation verändert, so kann die Bedeutung des Gesagten variieren.</p>
<p>Wird die Wortfolge beliebig verdreht, so ergibt die neue Anordnung der Wörter plötzlich einen ganz anderen oder auch keinen Sinn mehr. Thomas W. Albrecht weiß: „Für ihre Muttersprache haben Menschen ein intuitives Empfinden entwickelt, das natürlich mehr oder weniger ausgeprägt sein kann.“ Über ihre Sinnesorgane nehmen Menschen unentwegt unvorstellbar hohe Mengen an Informationseinheiten auf. Diese gelangen über Augen, Ohren, Haut, Nase oder Mund in das Nervensystem einer Person und werden dort im Unterbewusstsein als unbewusste Erinnerungen gespeichert. </p>
<p><strong>Die Tiefenstruktur der Sprache repräsentiert das Erlebte</strong></p>
<p>Thomas W. Albrecht stellt fest: „Diese Erinnerungen bilden die facettenreiche Gesamtheit all unserer Erlebnisse, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln. Nur einen Teil der Gesamtheit aller Erlebnisse können wir sprachlich darstellen, jedoch nicht alle, da wir nicht für alles Erlebte sprachliche Ausdrücke haben.“ Für Erlebnisse, die Menschen sprachlich nicht erfassen können, finden sie keine passende Formulierung. Jenen Teil der Gesamtheit der Erfahrungen, die man sprachlich ausdrücken kann, bezeichnet man als „Tiefenstruktur der Sprache“. </p>
<p>Die Tiefenstruktur ist die vollständige sprachliche Repräsentation des Erlebens. Thomas W. Albrecht fügt hinzu: „Um von der Tiefenstruktur, der vollständigen sprachlichen Darstellung des Erlebten, zur Oberflächenstruktur, dem gesagten oder geschriebenen Wort, zu gelangen, werden Teile des Erlebten ausgelassen beziehungsweise getilgt, andere Aspekte verallgemeinert, beziehungsweise generalisiert oder verzerrt dargestellt.“ Die Kommunikation der Menschen passiert in der Regel in der Oberflächenstruktur, ohne die Tiefenstruktur zu hinterfragen. Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gemeinsame Erlebnisse stärken Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Gemeinsame Erlebnisse bestärken immer von Neuem die Vertrautheit miteinander. So wichtig sind diese Beziehungen, dass sie sogar Wahrheiten verbiegen können. Es kommt nicht mehr darauf an, wie es sich mit einer strittigen Sache wirklich verhält. Sondern es ist entscheidend, zueinander zu stehen, auch wenn das von außen gesehen fragwürdig sein mag. Wilhelm Schmid betont: „Im ... <a title="Gemeinsame Erlebnisse stärken Beziehungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/wilhelm-schmid-beziehungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Gemeinsame Erlebnisse stärken Beziehungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsame Erlebnisse bestärken immer von Neuem die Vertrautheit miteinander. So wichtig sind diese Beziehungen, dass sie sogar Wahrheiten verbiegen können. Es kommt nicht mehr darauf an, wie es sich mit einer strittigen Sache wirklich verhält. Sondern es ist entscheidend, zueinander zu stehen, auch wenn das von außen gesehen fragwürdig sein mag. Wilhelm Schmid betont: „Im besten Fall ist es Liebe, die es ermöglicht, sich in den Augen und Armen eines Anderen geborgen zu fühlen, und sei es nur für einen Moment der Selbstvergessenheit.“ Oft folgt die Wahlbeziehung, die eine „Liebesheimat“ begründet, dem Drängen einer Leidenschaft, die in romantischer Perspektive gar keine Wahl mehr lässt. Heimat können die Liebenden auf Dauer füreinander sein, wenn sie mit ihren unterschiedlichen Welten zurechtkommen. Wilhelm Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin. <span id="more-4557"></span></p>
<p><strong>Zwischen zwei Menschen entsteht manchmal eine Welt</strong></p>
<p>Nicht in allen Welten sind sie gemeinsam daheim, sie wohnen auch in je eigenen Arbeits-, Spiel-, Sport- und Freundschaftswelten. „Zwischen zwei Menschen entsteht manchmal, wie selten, eine Welt. Die ist dann die Heimat.“ Diesen Satz schrieb Hannah Arendt 1970 in einem Brief an ihren ehemaligen Geliebten Martin Heidegger. Fremd können zwei einander jedoch werden, wenn sie von den Erfahrungen in ihren unterschiedlichen Welten so verändert werden, dass sie sich irgendwann nichts mehr zu sagen haben. </p>
<p>Wilhelm Schmid stellt fest: „Eine gemeinsame Heimat bleibt ihnen dann nur noch in der Erinnerung, die sich auch bei einer Trennung nicht verliert.“ Daneben bleibt die nachhaltige Veränderung ihres Ichs bestehen, die das Leben mit dem je Anderen bewirkt hat. Eine Beziehung der Wahl ist außerdem die zu Freunden, die eine „Freundesheimat“ möglich macht. Bei den Gefühlen der Sympathie, mit denen Freunde sich nahe sind, handelt es sich meist um Hintergrundemotionen, die nicht ständig im Bewusstsein präsent sein müssen. </p>
<p><strong>Freunde kommunizieren manchmal im Stillen miteinander</strong></p>
<p>Mit wachsender Vertrautheit können die Freunde mithilfe von Medien oder nur in Gedanken beieinander sein. Wilhelm Schmid fügt hinzu: „Selbst dann, wenn sie nichts voneinander hören, kommunizieren sie im Stillen miteinander.“ Gesprächspartner und seelischer Rückhalt kann man selbst dann noch füreinander sein, wenn das Glück aussetzt und ein Unglücklichsein oder Unglück zu bewältigen ist. Mit anderen befreundet zu sein, kennzeichnet speziell die Heimat, die Heranwachsende sich ergänzend zur Familie oder als Ersatz für sie in der „Peergroup“ schaffen.</p>
<p>In ihr treffen sie auf Gleichgesinnte, zugehörig zu ihnen, verstanden und anerkannt von ihnen. Wilhelm Schmid stellt fest: „Was sie miteinander teilen, bringen sie in Stilelementen der Musik, der Kleidung und des Verhaltens zum Ausdruck.“ Das ganze Leben hindurch entsteht Heimat durch „soziale Codes“ in Gruppen mit gemeinsamen Gefühlen, Sichtweisen und Interessen. Dies trifft auch zu in der erweiterten Familie, im Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz und in den Beziehungen der Nachbarschaft. Quelle: „Heimat finden“ von Wilhelm Schmid</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbsterfahrung ist generell erstrebenswert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2021 01:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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					<description><![CDATA[Von einem Therapeuten erwartet man, dass er über Selbsterfahrung verfügt. Denn man geht davon aus, dass jemand, der eine solche Tätigkeit ausübt, sich selbst kennen sollte. Man könnte nun die Frage stellen, ob Selbsterfahrung nicht generell erstrebenswert ist. Nicht im organisierten, klinischen Ausbildungssinn. Aber doch so, dass erfülltes Leben etwas damit zu tun hat, die ... <a title="Selbsterfahrung ist generell erstrebenswert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/georg-milzner-vielfaeltige-erfahrungen-machen.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbsterfahrung ist generell erstrebenswert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einem Therapeuten erwartet man, dass er über Selbsterfahrung verfügt. Denn man geht davon aus, dass jemand, der eine solche Tätigkeit ausübt, sich selbst kennen sollte. Man könnte nun die Frage stellen, ob Selbsterfahrung nicht generell erstrebenswert ist. Nicht im organisierten, klinischen Ausbildungssinn. Aber doch so, dass erfülltes Leben etwas damit zu tun hat, die Zonen der eigenen Person immer weiter auszuloten. Georg Milzner erklärt: „Denn Selbsterfahrung zu sammeln ist etwas anderes, als bloß Erfahrungen zu machen. Selbsterfahrung meint jene Kategorie von Erlebnissen, in denen ich etwas über mich erfahre, weil ich mein Verhalten und meine Erlebnisweisen auslote.“ Sogar manches Ehrenamt, dem vielleicht ein Hauch von Gutmenschentum anhaftet, bekäme neuen Glanz, wenn man es als Selbsterfahrung beschreiben würde. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut. <span id="more-2733"></span></p>
<p><strong>Das Selbst ist niemals stromlinienförmig</strong></p>
<p>Auch hinsichtlich der Arbeitswelt könnte die aufgewertete Rolle der Selbsterfahrung noch einmal zu ganz besonderen Entwicklungen führen. Georg Milzner stellt sich vor, dass es die Entscheidungsnöte heute Heranwachsender um einiges vermindern könnte, wenn sie sich von der Aufgabe befreit sähen, mit dieser Entscheidung alle Weichen auf einmal zu stellen. Wenn das Angebot dagegen wäre, für sich sorgen zu lernen und das eigene Selbst zu erkunden, hätten sie die Möglichkeit, erst einmal bei sich anzusetzen. </p>
<p>Bis heute ist der Zwang zur stromlinienförmigen Biografie eine der Absurditäten, mit denen die Arbeitswelt aufwartet. Selbsterfahrung als Ressource bedarf einer neuen Einschätzung äußeren Tuns. Georg Milzner rät: „Seien Sei möglichst weiträumig unterwegs. Das Selbst ist niemals stromlinienförmig, denn Selbst bedeutet Vielfalt.“ Das Selbst und die Technik ist dagegen ein altes Problem. Und in der Moderne immer wieder eines, in dem die Technik als der Feind des Menschlichen erscheint. </p>
<p><strong>Zeiten der Gefährdung ermöglichen Neudefinitionen</strong></p>
<p>Philosophen wie Martin Heidegger und Dichter wie Friedrich Georg Jünger waren überzeugt davon, dass die Technik den Menschen von sich selbst entfremden und eine kalte, sinnentleerte Welt hervorbringen werde. Sichtweise wie diese werfen Fragen auf. Und eigentlich schiene Entfremdung durch Technik auch ein paradoxes Phänomen. Etwas, was menschliche Wissenschaft hervorbringt, soll den Menschen in seinem Selbst-Sein gefährden? Nun sind Zeiten der Gefährdung immer auch Zeiten möglicher Neudefinitionen.</p>
<p>Wenn es also an der Zeit ist, das Selbst neu zu entdecken, warum dann nicht unter Einbeziehung dessen, was die Menschen als neue Medienlandschaft umgibt? Das Selbst, wie man es kannte, konstituiert sich neu: in einem Umfeld neuer Technologien. Konservative Gemüter möchten dies alles negieren und am liebsten dorthin zurück, wo die Technik noch nicht so einflussreich war. Wann aber sollte dies gewesen sein? Der Mensch ist ja – viel mehr als jedes Tier – auch ein technisches Wesen. Eines, das Dinge entwirft und erfindet, die dann zurückwirken auf den Menschen selbst. Quelle: „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ von Georg Milzner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Weise Menschen reflektieren ihre Erlebnisse</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/weise-menschen-denken-ueber-ihre-erlebnisse-nach.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Apr 2021 01:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Lernen aus Erfahrungen ist ein Grundkennzeichen der Reflektion. Judith Glück weiß: „Weise Menschen durchdenken ihre Erlebnisse und ziehen Schlüsse aus ihnen. Diese machen sie zu besseren Menschen.“ Judith Glück wird immer wieder gefragt, ob man Weisheit nicht auch durch indirekte Erfahrungen wie etwa das Lesen von Büchern erlangen kann. Sie antwortet: „Zweifellos kann man ... <a title="Weise Menschen reflektieren ihre Erlebnisse" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/weise-menschen-denken-ueber-ihre-erlebnisse-nach.html" aria-label="Mehr Informationen über Weise Menschen reflektieren ihre Erlebnisse">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lernen aus Erfahrungen ist ein Grundkennzeichen der Reflektion. Judith Glück weiß: „Weise Menschen durchdenken ihre Erlebnisse und ziehen Schlüsse aus ihnen. Diese machen sie zu besseren Menschen.“ Judith Glück wird immer wieder gefragt, ob man Weisheit nicht auch durch indirekte Erfahrungen wie etwa das Lesen von Büchern erlangen kann. Sie antwortet: „Zweifellos kann man sehr vieles durch Bücher, Medien und Gespräche lernen. Es kommt ja immer wieder vor, dass uns ein Buch oder ein Satz, den jemand nebenbei gesagt hat, eine ganz neue Perspektive eröffnet.“ Eigene Erfahrung ermöglicht es aber in ganz besonderem Maße, sich in andere Menschen in ähnlichen Situationen hineinzuversetzen und sie wirksam zu unterstützen. Das gilt aber nur, wenn es gelungen ist, sie gut zu bewältigen. Judith Glück ist seit 2007 Professorin für Entwicklungspsychologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. <span id="more-2612"></span></p>
<p><strong>Kinder brauchen schützende Beziehungen</strong></p>
<p>Reflektive Menschen hinterfragen nicht nur, sie nehmen oft auch eine breitere Perspektive ein. Diese geht über ihre eigene Person und Stellung hinaus. Es gibt immer wieder Menschen, die schwerwiegende frühere Belastungen überwinden. Durch die können sie sogar wachsen. Die wichtigste Ressource für sie war vermutlich eine verlässliche Bezugsperson in den ersten Jahren ihres Lebens. Diese frühen Erfahrungen haben es ihnen ermöglicht, überhaupt erst zu wissen, was ihnen später fehlte.</p>
<p>Judith Glück erläutert: „Die Bindungsforschung zeigt, dass Kinder, die eine solche Schutzperson nie gehabt haben, oft schwere psychische Schäden erleiden.“ Studien zur Resilienz bei Kindern in extremen Belastungssituationen zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll eine einzige schützende Beziehung in den ersten Lebensjahren ist. Das muss nicht unbedingt ein Elternteil sein. Das kann ausreichen, damit ein Kind psychisch gesund bleibt. Ein Kind dagegen, das nie eine zuverlässige Betreuung erlebt hat, fragt sich vielleicht gar nicht, warum es geschlagen oder geängstigt wird.</p>
<p><strong>Aus dem Streben nach Erkenntnis entsteht Weisheit</strong></p>
<p>Die Weisheitsforscherin Monika Ardelt meint, dass das Streben nach Erkenntnis, nach einem tiefen Verständnis des menschlichen Erlebens und Handelns eine der Grundlagen der reflektiven Haltung ist. Aus dieser entsteht Weisheit. Judith Glück schreibt: „Reflektive Menschen haben selbst dann, wenn sie mitten im Geschehen stehen, irgendwo im Hinterkopf einen kleine Beobachter sitzen, der manchmal plötzlich ausruft: „Das ist ja erstaunlich“, und wieder eine neue Beobachtung über die Menschen registriert.“ Das ist selbst dann der Fall, wenn sie emotional voll involviert sind wie in einem Streit oder in einer neuen Liebe.</p>
<p>Dieser Beobachter hilft einem Menschen, auch in schwierigen Situationen ein gewisses Maß an Regulation der eigenen Emotionen aufrechtzuerhalten. Oder zumindest auf der gedanklichen Ebene auch die Perspektive der anderen Seite einnehmen zu können. Es hilft ihm auch, aus seinen Erfahrungen zu lernen. Etwa bestimmte Fehler nicht immer wieder zu machen oder bestimmte Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Auf längere Sicht versteht man dadurch das eigene Verhalten und dasjenige anderer Menschen immer besser. Quelle: „Weisheit“ von Judith Glück</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gefühle sind mentale Erlebnisse</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gefuehle-sind-mentale-erlebnisse.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2020 10:23:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Wertigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Antonio Damasio definiert Gefühle wie folgt: „Gefühle sind mentale Erlebnisse, und sie sind definitionsgemäß bewusst. Wären sie es nicht, hätten wir keine unmittelbare Kenntnis von ihnen.“ Aber Gefühle unterscheiden sich in mehreren Punkten von anderen mentalen Erlebnissen. Erstens hat ihr Inhalt immer mit dem Körper des Lebewesens zu tun, in dem sie auftauchen. Gefühle spiegeln ... <a title="Gefühle sind mentale Erlebnisse" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gefuehle-sind-mentale-erlebnisse.html" aria-label="Mehr Informationen über Gefühle sind mentale Erlebnisse">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Antonio Damasio definiert Gefühle wie folgt: „Gefühle sind mentale Erlebnisse, und sie sind definitionsgemäß bewusst. Wären sie es nicht, hätten wir keine unmittelbare Kenntnis von ihnen.“ Aber Gefühle unterscheiden sich in mehreren Punkten von anderen mentalen Erlebnissen. Erstens hat ihr Inhalt immer mit dem Körper des Lebewesens zu tun, in dem sie auftauchen. Gefühle spiegeln das Innere des Organismus – den Zustand der inneren Organe und Abläufe – wider. Bilder des Inneren entstehen unter anderen Bedingungen als solche, welche die Außenwelt abbilden. Zweitens ist die Wiedergabe des Inneren, das heißt das Erlebnis des Gefühls, aufgrund dieser besonderen Bedingungen mit einem bestimmten Merkmal durchtränkt: der Wertigkeit. Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Neurologie und Psychologie an der University of Southern California. Zudem ist er Direktor des dortigen Brain and Creative Institute. <span id="more-2459"></span></p>
<p><strong>Die Wertigkeit ist das definierende Element der Gefühle</strong></p>
<p>Die Wertigkeit übersetzt den Lebenszustand unmittelbar von Augenblick zu Augenblick in mentale Begriffe. Sie macht zwangsläufig deutlich, ob das persönliche Befinden gut oder schlecht ist. Oder ob es irgendwo dazwischen steht. Wenn ein Mensch einen Zustand erlebt, der die Fortsetzung des Lebens begünstigt, beschreibt er ihn mit positiven Begriffen. Er bezeichnet ihn beispielsweise als angenehm. Ist dies nicht der Fall, ordnet er dem Ereignis negative Begriffe zu und spricht zum Beispiel von Unwohlsein.</p>
<p>Die Wertigkeit ist das definierende Element der Gefühle und im übertragenen Sinn auch der Affekte. Diese Vorstellung von Gefühlen trifft auf die Grundform des Prozesses ebenso zu wie auf jene Spielart, die sich ergibt, wenn man das gleiche Gefühl auf mehrfache Weise erlebt. Wiederholte Begegnungen mit auslösenden Situationen versetzen einen Menschen in die Lage, den Gefühlsprozess in kleinerem oder größerem Umfang zu verinnerlichen, sodass er weniger stark „körperlich“ widerhallt. Wer bestimmte affektive Situationen immer wieder erlebt, beschreibt sie wortlos oder „mit Worten“ in seinem inneren Narrativ.</p>
<p><strong>Grundlegende Gefühle sind Erlebnisse des Lebens</strong></p>
<p>Man baut Begriffe um sie herum, nimmt die Leidenschaft eine oder zwei Stufen zurück und macht sie für sich selbst und andere „präsentabel“. Die intellektuelle Verarbeitung der Gefühle hat unter anderem zur Folge, dass der Prozess, was Zeit und Energie angeht, wirtschaftlicher wird. Antonio Damasio weiß: „Für die aktuellen oder aus dem Gedächtnis abgerufenen Umstände, die Gefühle hervorrufen können, gibt es keine Beschränkungen.“ Dagegen ist die Liste der grundlegenden Inhalte von Gefühlen endlich und beschränkt sich auf nur eine Klasse von Objekten: den lebenden Organismus von dem, der sie hat – damit meint Antonio Damasio die Bestandteile des eigentlichen Körpers und ihren derzeitigen Zustand.</p>
<p>Zusammenfassend gesagt, ermöglichen Gefühle das Erleben bestimmter Aspekte des Lebenszustandes innerhalb eines Organismus. Diese Erlebnisse sind nicht nur Verzierungen, sondern sie bewerkstelligen etwas Ungewöhnliches: Sie schaffen von Augenblick zu Augenblick einen Bericht über den Lebenszustand im Inneren eines Organismus. Gefühle liefern wichtige Informationen über den Lebenszustand, aber sie sind keine „Information“ im strengen Sinn des Wortes. Grundlegende Gefühle sind keine Abstraktionen, sondern Erlebnisse des Lebens, die sich in vieldimensionale Repräsentationen der Zusammensetzung des Lebensprozesses stützen. Quelle: „Im Anfang war das Gefühl“ von Antonio Damasio</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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