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	<title>Anpassung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Kinder sind sehr feinfühlig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinder sind wesentlich aufmerksamer und feinfühliger, als die meisten Erwachsenen es für möglich halten. Sie können sehr genau spüren, was Mama und Papa von ihnen wünschen, erhoffen und erwarten, wie sie also „sein sollen“. Gerald Hüther weiß: „Und wenn das mit ihren eigenen Bedürfnissen nicht gut in Einklang zu bringen ist kommt es im Gehirn, ... <a title="Kinder sind sehr feinfühlig" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-anpassungsleistungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Kinder sind sehr feinfühlig">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder sind wesentlich aufmerksamer und feinfühliger, als die meisten Erwachsenen es für möglich halten. Sie können sehr genau spüren, was Mama und Papa von ihnen wünschen, erhoffen und erwarten, wie sie also „sein sollen“. Gerald Hüther weiß: „Und wenn das mit ihren eigenen Bedürfnissen nicht gut in Einklang zu bringen ist kommt es im Gehirn, vor allem im Frontalhirn, wo die eigenen Erwartungen mit den konkreten Wahrnehmungen abgeglichen werden, zu einer gewissen Unruhe.“ „Arousal“ nennen die Neurobiologen diesen Zustand, in dem viele Nervenzellen gleichzeitig zu feuern beginnen und die bisher dort herrschende Ordnung durcheinanderkommt. Und irgendwann finden die Kinder die dafür geeignetste Lösung: Durch die Hemmung derjenigen Netzwerke, von denen die bisher von dem Kind gehegte Erwartung gesteuert wird, es werde so geliebt, wie es ist. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-4126"></span></p>
<p><strong>Kinder streben nach Verbundenheit und Autonomie</strong></p>
<p>So lernen diese Kinder immer besser, ihre beiden Grundbedürfnisse, das nach Verbundenheit und das nach Autonomie, wie die Psychologen es nennen, zu unterdrücken, zu verdrängen oder abzuspalten. Schuld ist daran niemand, es hat auch niemand so „gemacht“, es hat sich – als einzige energiesparende Lösung – von ganz allein im Gehirn so herausgebildet. Harald Hüther erklärt: „Weil das Kind die Erwachsenen nicht ändern konnte, hat sich sein Gehirn solange umgebaut, bis ihm deren lieblose Einstellung und deren liebloses Verhalten nicht mehr weh tut.“ </p>
<p>Jetzt kann es all das machen, was diejenigen von ihm erwarten, deren Anerkennung es so sehr braucht, und von diesen wichtigen Bezugspersonen all das übernehmen und im eigenen Gehirn verankern, was diese für wichtig halten. Manche schaffen das besser, andere nicht ganz so gut, aber es gibt wohl heutzutage im westlichen, von Leistungsdruck und Wettbewerb geprägten Kulturkreis kaum ein Kind, dem diese schwierige Anpassungsleistung beim Erwachsenwerden erspart geblieben ist. </p>
<p><strong>Lieblosigkeit wird von Generation zu Generation weitergegeben</strong></p>
<p>Harald Hüther stellt fest: „So erzeugen wir durch unsere eigene Lieblosigkeit eine von Generation zu Generation weitergebende Kette von Lieblosigkeit im Umgang mit sich selbst, mit anderen Menschen und nicht zuletzt auch im Umgang mit der lebendigen Natur, deren Teil wir Menschen sind.“ Es ist auch wirklich schwer herauszufinden, was einem fehlt, wenn sich im Inneren nichts mehr meldet, weil die in den tieferen Bereichen des Gehirns lokalisierten Nervenzellverschaltungen, die sich melden könnten, von hemmenden Netzwerken überbaut, gewissermaßen eingewickelt worden sind. </p>
<p>Dort entstehen ja normalerweise die Erregungen, die man dann als innere Bedürfnisse spürt. Das nach Nähe und Geborgenheit beispielsweise, oder die Lust auf eigenes Entdecken und Gestalten, auch der Wunsch, sich um etwas oder um andere zu kümmern, seinen eigenen Körper, seine Sinnlichkeit zu spüren – alles ist dann mehr oder weniger vollständig unterdrückt. Statt diesen vitalen, natürlichen Bedürfnissen zu folgen, richtet man sein Denken, Fühlen und Handeln nun an den Vorstellungen und festen Überzeugungen aus, die man entweder selbst herausgebildet oder von anderen übernommen hat. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der menschliche Geist ist eine Art Spiegel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2019 05:38:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
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					<description><![CDATA[Selbst komplexe Handlungsmuster bedürfen nicht unbedingt einer bewussten Entscheidung. William James schrieb in seinem berühmten Kapitel „Der Willen“ von 1890, dass menschliches Verhalten aus unbewussten und nicht intentionalen Quellen entspringt, auch das Verhalten, das dem, was jemand gegenwärtig in der Welt erlebt und sieht, angemessen ist und ihm nahegelegt wird. Die bewussten Willensakte, so William ... <a title="Der menschliche Geist ist eine Art Spiegel" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-menschliche-geist-ist-eine-art-spiegel.html" aria-label="Mehr Informationen über Der menschliche Geist ist eine Art Spiegel">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst komplexe Handlungsmuster bedürfen nicht unbedingt einer bewussten Entscheidung. William James schrieb in seinem berühmten Kapitel „Der Willen“ von 1890, dass menschliches Verhalten aus unbewussten und nicht intentionalen Quellen entspringt, auch das Verhalten, das dem, was jemand gegenwärtig in der Welt erlebt und sieht, angemessen ist und ihm nahegelegt wird. Die bewussten Willensakte, so William James, sind Akte der Kontrolle über diese unbewussten Impulse, die manche durchlassen, andere hingegen nicht. John Bargh erläutert: „Der menschliche Geist ist eine Art Spiegel: Er generiert potenzielles Verhalten, das die Situation und die Umgebung widerspiegelt, in der man sich gerade befindet. Bevor man es merkt, wird das, was man tut, von dem bestimmt, was man sieht.“ Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet. <span id="more-2077"></span></p>
<p><strong>Verborgene Impulse bestimmen weitgehend das Handeln im Augenblick</strong></p>
<p>Die verborgenen Impulse eines Menschen bestimmen weitgehend und in starkem Maße sein Handeln im Augenblick. Auch das Verhalten und die Emotionen anderer färben auf einen Menschen ab, nicht nur, wenn man sie direkt und persönlich erlebt, sondern auch, wenn man etwas über sie liest oder im Nachhinein Zeichen von ihnen findet – die sichtbaren Folgen ihres Tuns. Die „Vorschläge“, wie ein Mensch angesichts dessen handeln soll, was er im Augenblick wahrnimmt, gehen über ein mögliches unbewusstes Nachahmen der physischen Handlungen anderer hinaus.</p>
<p>Es können auch komplexe Verhaltensformen sein, die einer persönlichen Erfahrung nach für ein bestimmtes Umfeld geeignet sind – also das, was Menschen im Allgemeinen tun, wenn sie sich in einem Garten, einem Museum oder einem Schlafzimmer befinden. Die Sinne eines Menschen geben ihm ununterbrochen subtile Hinweise, die ihn veranlassen, sich nobel oder schlecht zu verhalten und beeinflussen seinen Geist, während er sich in der Gegenwart orientiert. Man ist sich dieser Einflüsse nicht bewusst, und deshalb glaubt man, dass man autonom handelt.</p>
<p><strong>Menschen neigen zur Anpassung</strong></p>
<p>Jeder schenkt den anderen Menschen in seiner Umgebung viel Aufmerksamkeit. Ständig. Tag für Tag nimmt man wahr, wie andere etwas tun: ihre Gesten oder Eigentümlichkeiten, ihre Körperhaltung und ihren emotionalen Ausdruck, den Ton und das Volumen ihrer Stimme, den Inhalt dessen, was sie sagen, schreiben und in sozialen Medien posten. Und was ein Mensch sieht und hört, bewirkt auf natürliche Weise, dass man sich genauso verhält – man imitiert die anderen unbewusst.</p>
<p>Man tut das nicht absichtlich. Was laut Charles Darwin für den eigenen emotionalen Ausdruck gilt, gilt auch für das Nachahmen anderer: Es kann absichtlich oder unabsichtlich stattfinden, aber meist tut man es, ohne es zu merken. Diese Neigung zur Anpassung ist natürlich nicht nur den Menschen eigen. Die meisten Menschen haben sicherlich schon einmal bewundert, wie sich Fischschwärme und Vogelscharen bewegen, als wären sie eins, ein Körper. In diesem Fall kommen die Spiegelungen völlig automatisch und unwillkürlich zustande. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Manchmal wird das Denken gleichgeschaltet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Aug 2017 06:34:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn die Mitglieder einer Expertengruppe denselben Informationsstand haben und zudem ein Mitglied als Hauptexperte fungiert, dann ist laut Allan Guggenbühl die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Denken gleichgeschaltet wird: „Es kommt zu einer Informationskaskade.“ Dieses Phänomen ist oft bei Teamsitzungen zu beobachten: Die Mitglieder der Gruppe übernehmen die Aussagen, die zu Beginn einer Sitzung von der ... <a title="Manchmal wird das Denken gleichgeschaltet" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bei-gebildeten-personen-ist-die-gefahr-der-anpassung-gross.html" aria-label="Mehr Informationen über Manchmal wird das Denken gleichgeschaltet">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Mitglieder einer Expertengruppe denselben Informationsstand haben und zudem ein Mitglied als Hauptexperte fungiert, dann ist laut Allan Guggenbühl die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Denken gleichgeschaltet wird: „Es kommt zu einer Informationskaskade.“ Dieses Phänomen ist oft bei Teamsitzungen zu beobachten: Die Mitglieder der Gruppe übernehmen die Aussagen, die zu Beginn einer Sitzung von der Leitung oder einer Alphaperson geäußert werden. Statt die Ausgangssituation zu hinterfragen, werden nur die Konsequenzen und die Implementierungen diskutiert. Es findet keine Reflexion statt, sondern eine gegenseitige Bestätigung der Annahmen, die zu Beginn vorgestellt wurden. Informationen, die die Existenzberechtigung der Gruppe oder die Definition des Themas in Frage stellen, werden ausgeblendet, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Allan Guggenbühl ist seit 2002 Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich tätig. Außerdem fungiert er als Direktor des Instituts für Konfliktmanagement in Zürich. <span id="more-1707"></span></p>
<p><strong>Die Ideologie einer Gruppe verhindert kritische Gedanken</strong></p>
<p>Wenn sich eine Gruppe zudem aus ähnlich gesinnten Kollegen aus ähnlichem Milieu zusammensetzt, droht die Gefahr, sich an unausgesprochenen Ideologien zu orientieren. Mögliche Einwände werden dann zum Beispiel als gefährlich bezeichnet oder als neoliberal, linksextrem, kapitalistisch, rassistisch oder asozial. Allan Guggenbühl stellt fest: „Kritik aus der entsprechenden Ecke wird als Angriff auf die eigenen Grundüberzeugungen empfunden und muss darum augenblicklich abgewehrt werden. Die Folge ist, dass kritische Gedanken nicht mehr geäußert und Lösungen erarbeitet werden, die auf falschen Prämissen beruhen und keinen Bezug zu den effektiven Herausforderungen haben.“</p>
<p>Interessanterweise ist die Gefahr der Anpassung bei gebildeten, sozial kompetenten Personen größer als bei bildungsfernen Menschen. Aufgrund ihres hohen Bildungsstands möchten sie sich vom Mainstream abheben und begegnen dem Traditionellen, bekannten Ideen, Familienweisheiten oder persönlichen Beobachtungen mit Skepsis, zumal man sich damit keine akademische Reputation verschaffen kann. Als attraktiv und fortschrittlich wird vielmehr das empfunden, was über das Gegebene hinausragt.</p>
<p><strong>Akademiker haben eine Neigung zur Lebensfremdheit</strong></p>
<p>Die Gefahr ist, dass dabei der Bezug zum unmittelbaren Leben und der Psychologie der Menschen verloren geht. Akademiker haben darum eine Neigung zur Lebensfremdheit. Eine weitere Gefahr, der Experten unterliegen, ist die Selbstüberschätzung. Aufgrund der Bestätigungen im eigenen professionellen Kreis glaubt man, die Zusammenhänge und Hintergründe eines Themas kritischer beurteilen zu können als die Praktiker an der Front und erklärt die eigenen Schlussfolgerungen zur Norm oder allgemeinen Erkenntnis. </p>
<p>Sind die Mitglieder einer Gruppe voneinander abhängig oder freundschaftlich verbunden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Konsenses. Man ist einverstanden, weil man die Kollegen schätzt und sich mit ihnen verbunden fühlt oder weil man sich der Hierarchie unterordnet. Es wäre ja ungeschickt, eine hierarchisch höher gestellte Person zu provozieren oder sich vor einem Experten lächerlich zu machen. Für die meisten Menschen ist es einfacher, die Meinung der Gruppe zu übernehmen, als eine konträre Meinung zu äußern. Quelle: „Die vergessene Klugheit“ von Allan Guggenbühl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em> </p>
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