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	<title>Alter &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Identität und Erinnerung sind eng verbunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2024 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Alter ist auch die Zeit der Erinnerung. „Erinnerung ist die Gegenkraft zur Ohnmacht des Lebens“, so der Philosoph Emil Angehrn. Durch die Erinnerung wird das Vergangene durchschaubarer und verstehbarer. Barbara Schmitz ergänzt: „Uns bietet sich damit eine Möglichkeit, der vergangenen Zeit etwas entgegenzusetzen. Und die Erinnerung erlaubt uns zu verstehen, wer wir sind, wie ... <a title="Identität und Erinnerung sind eng verbunden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/barbara-schmitz-zeit-im-alter.html" aria-label="Mehr Informationen über Identität und Erinnerung sind eng verbunden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Alter ist auch die Zeit der Erinnerung. „Erinnerung ist die Gegenkraft zur Ohnmacht des Lebens“, so der Philosoph Emil Angehrn. Durch die Erinnerung wird das Vergangene durchschaubarer und verstehbarer. Barbara Schmitz ergänzt: „Uns bietet sich damit eine Möglichkeit, der vergangenen Zeit etwas entgegenzusetzen. Und die Erinnerung erlaubt uns zu verstehen, wer wir sind, wie wir die geworden sind, die wir sind.“ Die enge Verbindung zwischen Identität und Erinnerung wird im Alter besonders sichtbar. Der narrative Ansatz ist auch im Kontext von Generativität hilfreich. Das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte, die Weitergabe von eigenen Erfahrungen kann einen positiven Effekt auf schmerzhafte Erlebnisse des eigenen Lebens haben, kann mit ihnen versöhnen. Barbara Schmitz ist habilitierte Philosophin. Sie lehrte und forschte an den Universitäten in Basel, Oxford, Freiburg i. Br., Tromsø und Princeton. Sie lebt als Privatdozentin, Lehrbeauftragte und Gymnasiallehrerin in Basel. <span id="more-5831"></span></p>
<p><strong>Die Diagnose Demenz ist für die meisten ein großer Schock</strong></p>
<p>Das Bild vom Alter als einer individuell auszugestaltenden Lebensspanne scheint jedoch eine fatale Konsequenz nach sich zu ziehen. Barbara Schmitz erklärt: „Unter der Voraussetzung, dass das Alter auch die Zeit der neuen Potenziale und der Möglichkeit der Rückschau ist, wird Demenz stärker denn je zu einer Tragödie, denn man verliert ja gerade die Fähigkeit, etwas Neues auszuprobieren oder sich zu erinnern.“ Wie kann man bei einer Demenz noch von einem lebenswerten Leben sprechen?</p>
<p>Studien auf empirischer Basis zeigen, dass Menschen vor allem deswegen Angst vor Demenz haben, weil sie den Verlust von Autonomie und Selbstbestimmung fürchten, mit ihr den Verlust des Verstandes verbinden, den Verlust von Selbstkontrolle befürchten, Angst vor Abhängigkeit haben und mit der Krankheit bei fortschreitender Demenz den Verlust von Würde verbinden. Barbara Schmitz stellt fest: „Genau diese Ängste prägen das Bild von Demenz und sind damit wohl dafür verantwortlich, dass die Diagnose Demenz für die meisten ein großer Schock ist.“ </p>
<p><strong>Bei Demenz zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Außen- und Innenperspektive</strong></p>
<p>Um zu verstehen, was Demenz ist und inwiefern ein lebenswertes Leben damit möglich ist, sind die Zeugnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen unverzichtbar. Barbara Schmitz weiß: „Es zeigt sich bei Demenz ähnlich wie bei Behinderung eine Diskrepanz zwischen Außen- und Innenperspektive. Das Behinderungsparadox besagt, dass sich Außen- und Innensicht fundamental voneinander unterscheiden, wenn es um die Frage des lebenswerten Lebens geht.“ </p>
<p>Ein Leben, das aus der Außensicht miserabel und leidvoll zu sein scheint, kann aus der Innensicht ein erfüllendes lebenswertes Leben sein. Barbara Schmitz erläutert: „Dass in diesem Zusammenhang überhaupt von einem Paradox gesprochen wird, zeigt, dass es Vorurteile und Ängste gibt, die Menschen im Wege stehen, wenn es um die Beurteilung des lebenswerten Lebens für Menschen mit Behinderung geht, und dass an diesen Vorurteilen gearbeitet werden sollte.“ Quelle: „Was ist ein lebenswertes Leben?“ von Barbara Schmitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Altern kann ganz unterschiedlich aussehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 01:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein positives Bild kann bei dem Gedanken ansetzen, dass Altern ein individueller Prozess ist, der ganz unterschiedlich aussehen kann. Barbara Schmitz rät: „Statt an dem Bild des leistungsstarken, unabhängigen Individuum krampfhaft festhalten zu wollen, kann das Alter als eine Zeit verstanden werden, in der zwar neue, innovative Potenziale entdeckt werden können, in der aber auch ... <a title="Altern kann ganz unterschiedlich aussehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/altern-kann-ganz-unterschiedlich-aussehen.html" aria-label="Mehr Informationen über Altern kann ganz unterschiedlich aussehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein positives Bild kann bei dem Gedanken ansetzen, dass Altern ein individueller Prozess ist, der ganz unterschiedlich aussehen kann. Barbara Schmitz rät: „Statt an dem Bild des leistungsstarken, unabhängigen Individuum krampfhaft festhalten zu wollen, kann das Alter als eine Zeit verstanden werden, in der zwar neue, innovative Potenziale entdeckt werden können, in der aber auch eine andere Einstellung, eine neue Haltung entwickelt werden kann.“ Alter kann ebenso bedeuten, dass man sich von Fähigkeiten, die im mittleren Lebensalter noch wichtig waren, abkehrt und sich unverwirklichten Träumen zuwendet. Vielleicht entdeckt man gerade im Alter Seiten und Fähigkeiten bei sich, die vorher in einem von Leistungsdruck geprägten Leben zu kurz kamen. Barbara Schmitz ist habilitierte Philosophin. Sie lehrte und forschte an den Universitäten in Basel, Oxford, Freiburg i. Br., Tromsø und Princeton. Sie lebt als Privatdozentin, Lehrbeauftragte und Gymnasiallehrerin in Basel. <span id="more-5703"></span></p>
<p><strong>Im Alter kann man eine neue Haltung zum Leben und sich selbst entwickeln</strong></p>
<p>Je älter man wird, desto wichtiger wird aber gerade auch die Anerkennung von eigener Verletzlichkeit und Einschränkungen der eigenen Fähigkeiten. Barbara Schmitz stellt fest: „Irgendwann wird sich der Alterungsprozess nicht mehr leugnen oder überdecken lassen, und das mag sehr schmerzhaft sein, doch zeigt sich hier auch eine große Chance, eine neue Haltung zum Leben und zu sich selbst zu entwickeln.“ In dieser neuen Einstellung können Gelassenheit, Offenheit und die Anerkennung von physischen und mentalen Grenzen besonders wichtig sein.“ </p>
<p>In der Philosophie finden sich neben Bildern vom Altern als Verlustgeschäft auch Anstöße, um zu einer anderen Sicht zu gelangen. Barbara Schmitz nennt ein Beispiel: „Der Philosoph Odo Marquard nennt als Kennzeichen für das Denken im Alter, dass man weniger opportunistisch ist, sich mehr an eigenem Denken zutraut und „illusionsresistent“ ist.“ Und bei Jakob Grimm heißt es: „Die Rüstkammern der Erfahrung sind gefüllt“, eine wertvolle Quelle für die Weitergabe des Wissens an andere, für Generativität, der im Alter besondere Bedeutung bekommt.</p>
<p><strong>Das Alter bietet eine besondere Perspektive</strong></p>
<p>Das Alter ist auch die Zeit, in der einem die eigene Vergänglichkeit bewusst wird. Im Alter lässt sich nicht mehr verleugnen, dass Menschen endliche Wesen sind. Barbara Schmitz ergänzt: „Fragen des Sinns können sich jetzt – ähnlich wie bei schweren, lebensbedrohlichen Krankheiten – unabweisbar aufdrängen. War mein Leben vergeblich? Welchen Sinn hatte es?“ Die Rückschau auf das eigene Leben kann jetzt drängend werden. „Das Alter ist für mich kein Kerker, sondern ein Balkon, von dem man zugleich weiter und genauer sieht“, so die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz in ihrem Tagebuch.</p>
<p>Sie formuliert hier eine positive Sicht, bei der das Alter eine besondere Perspektive bietet. Barbara Schmitz erläutert: „Da man nicht mehr so stark wie früher in Arbeit und Aktivität eingebunden ist, wird es möglich, einen Blick zu entwickeln, der weiter und präziser ist. Das Alter verbindet sich so mit der Fähigkeit, komplexere Zusammenhänge zu überblicken.“ Außerdem verändert im Alter das Verhältnis zur Zeit. Die Zukunft wird kleiner, die gelebte Zeit wird größer. Quelle: „Was ist ein lebenswertes Leben?“ von Barbara Schmitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In jedem Alter kann man Neues lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Freude]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Weichenstellungen für die drei Themen Lernen, körperliche Gesundheit und seelische Zufriedenheit werden früh gestellt und beeinflussen das ganze Leben eines Menschen. Es gibt die faszinierenden Möglichkeiten, in jedem Alter zum lernenden Menschen zu werden. Vom Geografieunterricht sind Andreas Salcher nur zwei interessante Dinge in Erinnerung geblieben: „Dass in Boston die berühmteste Universität der Welt ... <a title="In jedem Alter kann man Neues lernen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-bekenntnisse-eines-lernenden.html" aria-label="Mehr Informationen über In jedem Alter kann man Neues lernen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Weichenstellungen für die drei Themen Lernen, körperliche Gesundheit und seelische Zufriedenheit werden früh gestellt und beeinflussen das ganze Leben eines Menschen. Es gibt die faszinierenden Möglichkeiten, in jedem Alter zum lernenden Menschen zu werden. Vom Geografieunterricht sind Andreas Salcher nur zwei interessante Dinge in Erinnerung geblieben: „Dass in Boston die berühmteste Universität der Welt steht. Und dass durch Südamerika der längste Fluss der Welt fließt, der Amazonas.“ Harvard und der Amazonas lösten in seiner Fantasie jedenfalls großartige Bilder aus, und er beschloss schon auf der Schulbank, beide einmal Wirklichkeit werden zu lassen. Lernen von den Besten und Reisen in ferne Länder, zwei seiner großen Leidenschaften, wurde früh geweckt. Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. <span id="more-5404"></span></p>
<p><strong>Die Wahrheit kann man nie besitzen</strong></p>
<p>Andreas Salcher lernte später die Bedeutung des Wappenspruchs von Harvard „Veritas“ – Wahrheit – zu verstehen: „Es gebe selten die eine richtige Wahrheit, sondern nur wenn unterschiedliche Argumente und Fakten aufeinanderprallten, könnte man sich der Wahrheit annähern, sie aber nie besitzen.“ Bei einem Aufenthalt in Harvard wurde Andreas Salcher endgültig zum begeisterten Lernenden bekehrt. Er begriff, dass Freude am Lernen nur über Anstrengung führt: Je mehr man sich anstrengt, desto größer die Freude.</p>
<p>Bis heute investiert Andreas Salcher viel in seine Weiterbildung, und zwar antizyklisch: „Wenn ich ein finanziell schlechtes Jahr hatte, was als Selbstständiger immer wieder vorkommt, dann wende ich umso mehr Geld für Bildung auf.“ In den letzten Jahren fühlte er sich besonders von Zukunftsfragen angezogen, besuchte regelmäßig TED-Konferenzen und unternahm Research-Reisen ins Silicon Valley, weil er wissen wollte, ob und wie dort die Welt neu geschaffen wird.</p>
<p><strong>Schulurteile können das ganze Leben prägen</strong></p>
<p>Andreas Salcher betont: „Lernen ist für mich zugleich Schutzschild für mein riskantes Leben als Selbstständiger und Therapie für mein seelisches Gleichgewicht, um nicht in meiner Komfortzone hängen zu bleiben.“ Lernt Andreas Salcher alles mit Freude? Darauf muss er leider mit einem Nein antworten. So hat das Lernen einer Fremdsprache zum Beispiel nie Freude bei ihm ausgelöst. Er kann einigermaßen gut Englisch, allerdings für jemanden, der sich immer wieder längere Zeit in den USA aufhält, ist sein Niveau nicht dort, wo es sein könnte.</p>
<p>Nicht alle Menschen hatten Glück bei den frühen Weichenstellungen, die darüber entscheiden, ob ihre angeborene Neugier in Freude am Lernen mündet oder an einer Mauer aus Gleichgültigkeit und Fehlurteilen abprallt. Andreas Salcher kritisiert: „Wenn man uns in der Schule immer wieder eingetrichtert hat, das wir nicht singen, tanzen, malen können, nicht kreativ sind oder, noch schlimmer, dass wir einfach dumm sind, dann verfolgt uns das oft unser ganzes Leben lang.“ Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Menschen werden immer älter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwertgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist eine angenehme Vorstellung, wenn man von der Zeit ab seinem 60. Lebensjahr als „der zweiten Hälfte des Lebens“ redet statt von der letzten Lebensphase, auch wenn das statistisch nicht ganz korrekt ist. Andreas Salcher erklärt: „Vor hundert Jahren war man mit 60 seit 13 Jahren tot, im Jahr 2000 hatte man noch 17 ... <a title="Die Menschen werden immer älter" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-zweite-lebenshaelfte.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Menschen werden immer älter">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine angenehme Vorstellung, wenn man von der Zeit ab seinem 60. Lebensjahr als „der zweiten Hälfte des Lebens“ redet statt von der letzten Lebensphase, auch wenn das statistisch nicht ganz korrekt ist. Andreas Salcher erklärt: „Vor hundert Jahren war man mit 60 seit 13 Jahren tot, im Jahr 2000 hatte man noch 17 Jahre vor sich. Und wer im Jahr 2018 seinen Sechzigsten feiert, der hat mit etwas Glück und gesunder Lebensweise vielleicht sogar noch 30 Jahre vor sich.“ Spätestens bei diesem Gedanken werden viele Menschen zu rechnen beginnen und sich fragen: Wie lange werde ich mir meinen Lebensstandard mit meiner staatlichen Pension leisten können? Worauf muss ich vielleicht verzichten? Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-3303"></span></p>
<p><strong>Mit 60 Jahren ist die Zufriedenheit sehr groß</strong></p>
<p>Blickt man aus einer optimistischen Perspektive auf seine „zweite Lebenshälfte“, so bietet diese die einmalige Chance, nicht einfach nur älter zu werden, sondern sich selbst zu vervollkommnen. Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen gerade mit 60 so zufrieden mit ihrem Leben sind wie in keiner Phase davor. Andreas Salcher erläutert: „Sie machen sich weniger Druck, zwanghaft Ziele in der Zukunft zu erreichen, statt Möglichkeiten in der Gegenwart dankbar zu nutzen.“ </p>
<p>Idealerweise hat ein Mensch nach einem fordernden, manchmal mühsamen Aufstieg ein Hochplateau erreicht, und seine weitere Reise erhält den Charakter einer Ausdehnung, Öffnung und Weitung. Wer seine Wertschätzung primär über seine Leistung in einer bestimmten Rolle mait 50 bis 60 Wochenstunden bezogen hat, der sieht sich vor die Aufgabe gestellt, eine neue Identität für sich zu finden. Viele müssen sich erst neue Quellen schaffen, um ihr Selbstwertgefühl zu speisen, andere können bereits vorhandene Quellen, die bisher aber vernachlässigt wurden, besser nutzen. </p>
<p><strong>Vier Fragen kehren immer wieder</strong></p>
<p>Ab dem 60. Lebensjahr bietet sich die Chance, die erste Hälfte seines Lebens nicht einfach zu wiederholen, sondern die eigene Geschichte im zweiten Lebensabschnitt neu zu schreiben. Dabei kann man sich an folgenden vier immer wiederkehrenden Fragen orientieren: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was ist mir wichtig? Was ist mein Lebensziel? Die Frage „Wer bin ich?“ hilft einem, seine Identität zu finden, indem man seine bisherige Geschichte reflektiert, sie auseinandernimmt, um sie anschließend neu zusammenzusetzen. </p>
<p>Andreas Salcher ergänzt: „So wird es uns möglich, die Zeit, welche wir für die falschen Dinge verloren haben, für die richtigen zurückzugewinnen.“ Die Mitte des Lebens ist ein idealer Zeitpunkt, das zu tun. Nicht um sich dort ängstlich einzuschließen, sondern um zu begreifen, wie sehr sich die persönlichen Hoffnungen und Ängste seit dem frühen Erwachsenenalter verändert haben. Wenn man seine Identität erneuert hat, dann bricht man wieder auf zur zweiten Hälfte seiner Geschichte, die genauso lebendig und spannend sein kann wie die erste. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2021 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Frankl]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Je älter ein Mensch wird, desto schneller verrinnt seine Zeit. Andras Salcher blickt zurück: „In der Kindheit fehlte uns noch jedes Gefühl für die Zeit, die Sommerferien dauerten endlos lange, die Zukunft erschien uns in weiter Ferne.“ Erst in der Pubertät ahnte man, dass jedes Leben endlich ist. Man fühlte sich davon aber nicht wirklich ... <a title="Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-das-leben-zerrinnt.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Zeit verrinnt im Alter immer schneller">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Je älter ein Mensch wird, desto schneller verrinnt seine Zeit. Andras Salcher blickt zurück: „In der Kindheit fehlte uns noch jedes Gefühl für die Zeit, die Sommerferien dauerten endlos lange, die Zukunft erschien uns in weiter Ferne.“ Erst in der Pubertät ahnte man, dass jedes Leben endlich ist. Man fühlte  sich davon aber nicht wirklich betroffen. Der Tod eines Verwandten oder Haustieres irritierte einen zwar kurzfristig, den Bezug zur Endlichkeit des eigenen Lebens erfasste man freilich nicht. Mit 30 Jahren sind viele Menschen noch angenehm überrascht, wie wenig ihnen dieser runde Geburtstag ausmachte. Mit 40 kam dann allerdings die Bestätigung, dass alle recht hatten, die meinten, dass das Leben umso schneller verfliegt, je älter man wird. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Autor von Bestsellern und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-3048"></span></p>
<p><strong>Für den Säugling ist alles neu</strong></p>
<p>Um ein Gefühl für die Zeitwahrnehmung zu bekommen, reicht schon die Erinnerung an einen dreiwöchigen Urlaub am selben Ort. In der ersten Woche entdeckt man eine Menge neuer Dinge, erkundet die Umgebung und probiert unterschiedliche Restaurants aus. Ab der zweiten Woche stellt sich Routine ein, und die dritte Woche vergeht wie im Flug. In dieser Erfahrung liebt einer der beiden Gründe, warum die Zeit scheinbar immer schneller vergeht, je älter man wird. </p>
<p>Andreas Salcher stellt fest: „Für den Säugling ist alles neu – eine Premiere. Dann tauchen einige dauerhafte Strukturen auf: Hunger, satt, schlafen und wachen, Vater, Mutter, erste Schritte.“ Der Lebensabschnitt ab der Pubertät lässt einen dann bedeutsame Premieren wie die erste Liebe, den ersten Sex, den ersten Urlaub ohne Eltern, den ersten Job oder das Abitur erleben, an die man sich sein ganzes Leben lang erinnern kann. Je älter man wird, desto herausfordernder wird es, neue Premieren zu schaffen. </p>
<p><strong>Ohne Premieren verläuft das Leben eintönig</strong></p>
<p>Für einen 72-Jährigen könnte der Reiz darin liegen, bestimmte, scheinbar bekannte Dinge immer wieder durch bewusste Aufmerksamkeit wiederzuentdecken. Andreas Salcher betont: „Je weniger Premieren uns gelingen, weil wir glauben, schon alles entdeckt zu haben, desto eintöniger verläuft das Leben.“ Die Jahre beginnen dahinzuschmelzen. Der zweite Grund für das Verrinnen der Zeit liegt im Verhältnis zwischen dem aktuellen Alter einer Person und der bereits abgelaufenen Lebenszeit. </p>
<p>Für einen 60-Jährigen erscheint daher ein neues Lebensjahr zwangsläufig kürzer als für einen Zehnjährigen, weil er es in Relation zu den 59 verstrichenen Jahren erlebt. Der Zehnjährige empfindet ein Lebensjahr dagegen deutlich länger, weil er es an den ersten neun vergangenen misst. Diese beiden Ursachen für das immer schnellere Vergehen der Zeit sind miteinander verknüpft, und sie wirken unbewusst. Hat man sie aber verstanden, kann man diesem Phänomen durchaus effektiv entgegenwirken. Eine Anregung bietet Viktor E. Frankls Kernthese, dass ein Mensch auf die äußeren Umstände, die ihm widerfahren, keinen Einfluss hat, sehr wohl aber darauf, wie er damit umgeht. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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