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	<title>Würde &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Besitz macht nicht unbedingt glücklich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Würde]]></category>
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					<description><![CDATA[Der innere Kompass ist das, was Gerald Hüther auch als die persönliche Würde eines Menschen beschreibt. Man sollte sich von niemanden einreden lassen, dass man noch alles Mögliche braucht, um glücklich zu sein. Gerald Hüther erklärt: „Plakate, Werbespots, Ratgeber und Angebote für ein besseres Leben empfinden sie als unwürdige Versuche, sie so zu behandeln, als ... <a title="Besitz macht nicht unbedingt glücklich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-persoenliche-wuerde.html" aria-label="Mehr Informationen über Besitz macht nicht unbedingt glücklich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der innere Kompass ist das, was Gerald Hüther auch als die persönliche Würde eines Menschen beschreibt. Man sollte sich von niemanden einreden lassen, dass man noch alles Mögliche braucht, um glücklich zu sein. Gerald Hüther erklärt: „Plakate, Werbespots, Ratgeber und Angebote für ein besseres Leben empfinden sie als unwürdige Versuche, sie so zu behandeln, als könnten sie nicht selbst denken und eigene Entscheidungen treffen.“ Sich ihrer Würde bewusste Menschen nehmen von anderen Personen auch keine Angebote und Leistungen an, deren Bereitstellung die Würde der Erbringer dieser Angebote und Leistungen verletzt. Sie gehen nicht dorthin, wo Menschen sich für Geld zur Schaus stellen, sie besuchen kein Bordell, und sie kaufen auch keine Produkte, für deren Herstellung andere Menschen ausgebeutet und ausgenutzt werden. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-3517"></span></p>
<p><strong>Nicht sehr viele Menschen folgen ihrem eigenen Kompass</strong></p>
<p>Würdevolle Menschen erleben sich aus sich selbst heraus als wertvoll und bedeutsam. Auch wird niemand, der sich seiner Würde bewusst geworden ist, andere Menschen würdelos behandeln, sie also zum Objekt eigener Absichten, Bewertungen oder gar Maßnahmen machen. Gerald Hüther weiß: „Es sind noch nicht sehr viele Menschen, die ihrem inneren Kompass folgen, aber es werden immer mehr.“ Eine wachsende Zahl vor allem junger Menschen ist nicht mehr bereit, den alten tradierten Vorstellungen zu folgen oder ihr Leben wie in einem Hamsterrad zu verbringen und sich dabei selbst und anderen Lebewesen zu schaden. </p>
<p>Selbstverständlich gibt es krankmachende Erreger, Einzeller, Bakterien und Viren, die einen Menschen befallen können. Aber der menschliche Körper verfügt eben auch über sehr effektive Abwehrmechanismen. Diese sind normalerweise in der Lage, das Eindringen und die Vermehrung dieser Keime recht wirksam und auch nachhaltig zu verhindern, zumindest solange das Immunsystem eines Menschen nicht geschwächt ist. Natürlich gibt es auch genetische Ursachen für bestimmte Erkrankungen. </p>
<p><strong>Gene allein machen einen Menschen nicht krank</strong></p>
<p>Aber diese Anlagen allein machen einen Menschen nicht krank. Gerald Hüther erläutert: „Sie führen jedoch dazu, dass unsere Körperzellen versuchen, diese genetisch bedingten Defizite oder Veränderung ihrer Funktionsweise irgendwie auszugleichen, damit sie selbst – und dann auch wir – nicht daran erkranken oder sterben.“ Diese zellulären „Rettungsversuche“ sind aber oft nur Notlösungen, die selbst wiederum zu einer ganzen Kette von „Nebenwirkungen“ auf andere Zellen und in anderen Organen führen. </p>
<p>Die Störungen, die dann in Form bestimmter Symptome zutage treten, betrachte und behandelt man zwar als Erkrankung, aber in Wirklichkeit sind sie nur die Folgen dieser notdürftigen Versuche der menschlichen Körperzellen, ihre genetisch bedingten Handicaps auszugleichen. Selbstverständlich gibt es auch körperliche Verletzungen, Wunden, Knochenbrüche, sogar den Verlust von Körperteilen durch äußere Einwirkungen, beispielsweise als Folge von Unfällen. Aber auch das sind keine Krankheiten. So etwas kann passieren. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein innerer Kompass schirmt gegen Verlockungen und Heilsversprechen ab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2018 12:09:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Würde]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder Mensch entwickelt im Verlauf seines Lebens so etwas wie einen inneren Kompass, der ihm hilft, sich nicht in der Vielfalt der von außen an ihn herangetragenen oder auf ihn einstürmenden Anforderungen und Angebote zu verlieren. Gerald Hüther nennt Beispiele: „Dazu zählen nicht nur die vielen Verlockungen und Heilsversprechungen, die ihm von anderen gemacht werden, ... <a title="Ein innerer Kompass schirmt gegen Verlockungen und Heilsversprechen ab" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-innerer-kompass-schirmt-gegen-verlockungen-und-heilsversprechen-ab.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein innerer Kompass schirmt gegen Verlockungen und Heilsversprechen ab">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Mensch entwickelt im Verlauf seines Lebens so etwas wie einen inneren Kompass, der ihm hilft, sich nicht in der Vielfalt der von außen an ihn herangetragenen oder auf ihn einstürmenden Anforderungen und Angebote zu verlieren. Gerald Hüther nennt Beispiele: „Dazu zählen nicht nur die vielen Verlockungen und Heilsversprechungen, die ihm von anderen gemacht werden, sondern auch all das, was jemand als Notwendigkeiten und unabwendbare Gegebenheiten betrachtet, denen er sich, wie er meint, fügen müsse und die er, wie alle anderen auch, zu akzeptieren habe.“ Aus neurobiologischer Sicht handelt es sich bei dem inneren Kompass um ein inneres Bild, also um ein in einer bestimmten Situation aktiv werdendes neuronales Verschaltungsmuster, das sehr eng an die Vorstellungen der eigenen Identität gekoppelt und damit zwangsläufig auch sehr stark mit emotionalen Netzwerken verknüpft ist. Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern in Deutschland. <span id="more-1882"></span></p>
<p><strong>Der Besitz von Würde schützt vor Verführung</strong></p>
<p>Gerald Hüther erläutert: „Für diese Orientierung bietende, von jeder Art von Durcheinander im Hirn schützende und deshalb den Energieverbrauch dauerhaft reduzierende Vorstellung gibt es im Deutschen einen wunderbaren, wenngleich fast schon vergessenen Namen: Würde.“ Die Vorstellung der eigenen Würde ist tief verwurzelt und eingebettet in die innere Überzeugung von dem, was einen als Menschen auszeichnet und worin das eigentliche Menschsein im eigenen Handeln zum Ausdruck kommt.</p>
<p>Weil dieser Begriff der Würde eine solch zentrale Bedeutung für das Menschsein besitzt, haben sich vor allem Philosophen und später auch die Vertreter verschiedener anderer geisteswissenschaftlichen Disziplinen um aus ihrer Sicht geeignete Definitionen bemüht. Eine der Kernthesen von Gerald Hüther lautet: „Wer sich seiner eigenen Würde bewusst wird, ist nicht mehr verführbar.“ Die Verfasser des ersten Artikels des deutschen Grundgesetzes haben das noch nicht so gesehen. </p>
<p><strong>Ein würdevoller Mensch verletzt die Würde eines anderen nicht</strong></p>
<p>Dass die Würde des Menschen unantastbar ist, war für sie entscheidend, und sie betrachteten diese Würde als etwas jedem Menschen gegebenes, ihm von Lebensanfang bis zum Lebensende Innewohnendes. Diese Auffassung kann auch ein Naturwissenschaftler wie Gerald Hüther teilen. Aus neurobiologischer Perspektive jedoch stellt sich die Frage, was aber die einem Menschen innewohnende Würde bedeutet, wenn er sich ihrer gar nicht bewusst ist. Und welcher grundlegenden Erfahrung es bedarf, damit sich ein Mensch seiner eigenen Würde bewusst werden kann. </p>
<p>Noch interessanter ist für Gerald Hüther die Frage, ob überhaupt jemand die Würde eines anderen Menschen zu verletzen vermag, wenn dieser sich seiner eigenen Würde bewusst ist. Oder noch deutlicher: Verletzt nicht jeder, der die Würde eines anderen Menschen verletzt, in Wirklichkeit seine eigene Würde? Nur dadurch, dass viele Menschen ihr jeweiliges Wissen und ihre jeweiligen Erfahrungen miteinander teilen, können Antworten auf solche Fragen gefunden werden und Lösungen gesucht werden, die dann auch gemeinsam umsetzbar sind. Quelle: „Würde“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Würde hat in den meisten Fällen sehr viel mit Mut zu tun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 07:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Würde]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt Situationen im Leben, in denen Menschen eine Würde ausstrahlen, die sie ihrer Aufrichtigkeit und dem Mut verdanken, zu sich selbst zu stehen, auch vor anderen. Erfahrungen der Würde durch Aufrichtigkeit macht man nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im Privatbereich. Peter Bieri nennt Beispiele: „Nach langer Zeit und heftigem Widerstand bringen wir ... <a title="Die Würde hat in den meisten Fällen sehr viel mit Mut zu tun" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-wuerde-hat-in-den-meisten-faellen-sehr-viel-mit-mut-zu-tun.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Würde hat in den meisten Fällen sehr viel mit Mut zu tun">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Situationen im Leben, in denen Menschen eine Würde ausstrahlen, die sie ihrer Aufrichtigkeit und dem Mut verdanken, zu sich selbst zu stehen, auch vor anderen. Erfahrungen der Würde durch Aufrichtigkeit macht man nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im Privatbereich. Peter Bieri nennt Beispiele: „Nach langer Zeit und heftigem Widerstand bringen wir den Mut auf, uns schwierige Dinge einzugestehen: die Erleichterung bei einem Tod oder einer Trennung; das Bedürfnis nach Vergeltung bei einer Kränkung; die Kränkung selbst; eine Wut eine Eifersucht.“ Und auch noch etwas anderes gibt es: sich einzugestehen, dass man ein Gefühl nicht besitzt, beispielsweise Zuneigung oder Mitleid. Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, studierte Philosophie und Klassische Philologie und lehrte als Professor für Philosophie in Bielefeld, Marburg und an der Freien Universität Berlin. <span id="more-803"></span></p>
<p><strong>Die Aufgabe einer Selbsttäuschung führt zu Nähe zu sich selbst</strong></p>
<p>Wenn ein Mensch eine Selbsttäuschung aufgibt und das eigene Erleben so anerkennt, wie er ist, ist er von einem Gefühl einer neuen Nähe zu sich selbst durchdrungen. Möglicherweise bringt das eine Erleichterung mit sich. Vor allem aber ein Gefühl der Würde im Sinne der Echtheit. Peter Bieri fügt hinzu: „Auch wie die anderen von der inneren Entwicklung nichts wissen: Man begegnet ihnen jetzt anders – selbstständiger, souveräner.“ In jeder engagierten Begegnung spielt Würde als Aufrichtigkeit und Echtheit eine bedeutende Rolle.</p>
<p>Sie kann bedeuten, dass diese Menschen Erinnerungen zulassen, die Schmerzen verursachen, weil sie Enttäuschungen bedeuten – ein Eingeständnis, dass da schon immer Dinge nicht vorhanden waren und die Beziehung nie so war, wie die Partner sie sich vorstellten. Auch hier hat Würde laut Peter Bieri sehr viel mit Mut zu tun. Es ist seiner Meinung nach der Mut, den Menschen auch bei der Trauerarbeit brauchen, denn auch hier gilt: anerkennen und erinnern. Diesen Mut braucht man auch, um beim Partner schwierige Dinge zur Sprache zu bringen.</p>
<p><strong>Die Würde geteilter Aufrichtigkeit gehört zu tiefen Beziehung</strong></p>
<p>Ein ernsthaftes Besprechen schwieriger Fragen die Partnerschaft betreffend, wird unweigerlich auch zu einer Diskussion über die Selbstbilder der Partner führen: darüber, wie sie den anderen und sich selbst sehen. Wenn man mit jemanden in engster Nähe zusammenlebt, wird man seine Wahrnehmung vom Partner irgendwann aussprechen und umgekehrt zuhören, wenn er andere von seinem Eindruck berichtet, dass man in einem Lügengebäude über das eigene Selbst gefangen ist.</p>
<p>Wer auf diese Weise in seinem Selbstbild herausgefordert wird, kann sich tief gekränkt fühlen. Peter Bieri erklärt: „Nicht, wenn es im Erleben überhaupt nichts gibt, was für eine Lebenslüge spräche. Wohl aber, wenn wir spüren, dass ein Nerv getroffen wurde. Die Kränkung, die dann entsteht, die vielleicht die tiefste Art von Kränkung, die wir erfahren können. Trotzdem gehört diese Offenheit zur Würde einer langen und tiefen Beziehung zwischen Menschen. Es ist die Würde geteilter Aufrichtigkeit.“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Selbstachtung sorgt für Stimmigkeit im menschlichen Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2015 03:20:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Würde]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschen verfügen über die Fähigkeit, ihr Tun für sich und andere verständlich machen zu können, indem sie Geschichten über ihre Motive erzählen. Das macht ihre Identität aus. Die Menschen sind diejenigen, die Motivgeschichten darüber erzählen, wo sie herkommen, wie sie wurden, was sie sind und was sie vorhaben. In solchen Geschichten entsteht laut Peter Bieri ... <a title="Die Selbstachtung sorgt für Stimmigkeit im menschlichen Leben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-selbstachtung-sorgt-fuer-stimmigkeit-im-menschlichen-leben.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Selbstachtung sorgt für Stimmigkeit im menschlichen Leben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen verfügen über die Fähigkeit, ihr Tun für sich und andere verständlich machen zu können, indem sie Geschichten über ihre Motive erzählen. Das macht ihre Identität aus. Die Menschen sind diejenigen, die Motivgeschichten darüber erzählen, wo sie herkommen, wie sie wurden, was sie sind und was sie vorhaben. In solchen Geschichten entsteht laut Peter Bieri ein Selbstbild, das heißt, ein Bild davon, wie man sich selbst sieht. Peter Bieri fügt hinzu: „Es ist nicht nur ein Bild davon, wie wir sind, sondern auch eine Vorstellung davon, wie wir sein möchten und sein sollten.“ Die Menschen können sich bewertend gegenübertreten und sich fragen, ob sie mit ihrem Tun und Erleben zufrieden sind. Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, studierte Philosophie und Klassische Philologie und lehrte als Professor für Philosophie in Bielefeld, Marburg und an der Freien Universität Berlin. <span id="more-735"></span></p>
<p><strong>Die meisten Handlungen finden innerhalb bestimmter Grenzen statt</strong></p>
<p>Von der Bewertung des eigenen Tuns hängt es also ab, ob sich ein Mensch für das, was er tut und erlebt, achten kann oder verachten muss. Peter Bieri erklärt: „Wesen, die mit einem Selbstbild leben, kennen deshalb die Erfahrung gewahrter und verlorener Selbstachtung. Diese Erfahrung ist von großer Bedeutung für die Art, Wie sie ihre Würde erleben.“ Die Würde eines Individuums im Sinne der Selbstachtung hat damit zu tun, dass es nicht zu jeder Tat bereit ist, um ein Ziel zu erreichen.</p>
<p>Es gibt Grenzen für das menschliche Tun, Dinge, die man unter keinen Umständen tun würde, ganz gleich, welchen Vorteil es bringen würde. Um sich selbst achten zu können, muss man sich innerhalb dieser Grenzen bewegen. Ein Mensch verliert seine Selbstachtung, wenn er sich über diese Grenzen hinwegsetzt, denn sie gehören zu seinem Selbstbild. Ein Mensch tut deshalb etwas nicht, weil es seinem Selbstverständnis zuwiderliefe und seine Identität gefährden würde. Wer sich um seine Selbstachtung kümmert, sorgt für Stimmigkeit in seinem Leben.</p>
<p><strong>Bei der Selbstachtung zählen nur selbstgesetzte Grenzen</strong></p>
<p>Die Grenzen, die für die Identität einer Person verantwortlich sind und über dessen Selbstachtung bestimmen, können moralische Grenzen sein. Peter Bieri erläutert: „Dann sind es Grenzen, die Rücksichtnahme bedeuten und sich aus dem Kampf gegen Grausamkeit ergeben. Aber vielfach sind es Grenzen, die zu überschreiten nicht unmoralisch wäre und niemanden schaden würde. Und doch könnte man sich nicht mehr achten, würde man sie verletzen.“ Die Grenzen, die zu überschreiten den Verlust der Selbstachtung bedeutet, sind immer von der betroffenen Person abhängig.</p>
<p>Es geht beim Urteil über Selbstachtung und Würde nicht um die Grenzen, die ein fremder Betrachter setzt. Was für Peter Bieri in diesem Fall nur zählt, sind die selbstgesetzten Grenzen. Was für einen selbst unverträglich mit der Selbstachtung ist, muss es nicht auch für einen anderen Menschen sein. Nichts was eine Person tut, ist in dieser Definition von Würde in sich würdelos. Die Frage der Würde stellt sich immer nur bezogen auf das Selbstbild und die Grenzen, die es dem Tun setzt.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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