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	<title>Vorurteile &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Man sollte sich seiner Vorurteile entledigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2025 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<category><![CDATA[Zweifel]]></category>
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					<description><![CDATA[Charles Pépin schreibt: „Begegnung ist auch dies: ein Zunichtemachen unserer Repräsentationen, unserer vorgefasste Meinungen zur Welt und zu den Lebewesen durch die Wirklichkeit.“ Der Zustand der Bereitschaft erfordert also auch, dass man seine Erwartungen lockert, seine Kriterien und Vorurteile aufweicht. Letztere verengen gleich Scheuklappen des Blickfeld und hindern einen Menschen, in Erwägung zu ziehen, was ihn glücklich machen könnte. Man sollte sich seiner Vorbehalte entledigen, seine Überfügungen und Gewissheiten infrage zu stellen. Wie oft verwechselt man überstürzte Urteile, die nach einer schlechten Erfahrung auf der Außenhaut des eigenen Geistes deponiert&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Charles Pépin schreibt: „Begegnung ist auch dies: ein Zunichtemachen unserer Repräsentationen, unserer vorgefasste Meinungen zur Welt und zu den Lebewesen durch die Wirklichkeit.“ Der Zustand der Bereitschaft erfordert also auch, dass man seine Erwartungen lockert, seine Kriterien und Vorurteile aufweicht. Letztere verengen gleich Scheuklappen des Blickfeld und hindern einen Menschen, in Erwägung zu ziehen, was ihn glücklich machen könnte. Man sollte sich seiner Vorbehalte entledigen, seine Überfügungen und Gewissheiten infrage zu stellen. Wie oft verwechselt man überstürzte Urteile, die nach einer schlechten Erfahrung auf der Außenhaut des eigenen Geistes deponiert werden, konformistische Gedanken und verformte Widerklänge einer gehörten Geschichte mit authentischen Überzeugungen. Diese bröckeligen Meinungen zu entlarven und darüber hinaus imstande zu sein, die eigenen Gewissheiten gegen Zweifel einzutauschen, darin liegt das Geheimnis der Bereitschaft.  Charles Pépin ist Schriftsteller und unterrichtet Philosophie. Seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. <span id="more-6240"></span></p>
<p><strong>Eine Form des Skeptizismus ist die Fähigkeit „nicht zu wissen“</strong></p>
<p>Die Bereitschaft impliziert eine Form des Skeptizismus im erhabenen Sinn des Wortes, wie er in der antiken Philosophie definiert wird: die Fähigkeit, „nicht zu wissen“. Charles Pépin erklärt: „Wenn ich weiß, dass eine Frau, die sich Kinder wünscht, mich nicht glücklich machen kann, bin ich für eine mögliche Liebesgeschichte mit ihr nicht offen. Wenn ich aber skeptisch bin, also nicht weiß, ob diese Frau für mich gemacht ist oder nicht, muss ich auf sie zugehen.“ Das Wort „skeptisch“ kommt vom griechischen „skeptikós“ – Betrachter.</p>
<p>Es verweist übrigens nicht so sehr auf den Begriff des Zweifels als vielmehr auf die „Zurückhaltung des Urteils“, dem eigentlichen Gedankenhorizont der ersten skeptischen Gelehrten wie Pyrrhon von Elis oder Sextus Empiricus. Charles Pépin erläutert: „Ihr existenzieller Vorschlag ist radikal, hat aber eine befreiende Wirkung: Man begreift, dass man zu der einen oder zu der anderen Seite tendieren könnte, dabei betrachtet man die Argumente und beleuchtet die Widersprüche und Ungewissheiten. </p>
<p><strong>Begegnungen können Überraschungen bereit halten</strong></p>
<p>Aber man bleibt in der Schwebe und weigert sich, dem Prinzip der „Ununterscheidbarkeit“ folgend, Stellung zu beziehen. Man hält sich mit seinem Urteil zurück. Charles Pépin schlägt ein kleines Gedankenexperiment vor: „Lassen wir unsere Fantasie spielen. Wir haben äußerst konkrete Erwartungen und visualisieren ganz detailliert die Person, wie wir uns wünschen: ihr Aussehen, ihre Größe, ihren Blick, ihren Beruf, ihre Reaktionen, ihre Art zu denken, zu sprechen, zu lieben.“</p>
<p>Das Schicksal lächelt uns weit über alle realistischen Erwartungen hinauf zu und setzt uns die perfekte Verkörperung unserer Träume vor – was in Wirklichkeit natürlich unmöglich ist. Können wir noch von Begegnung sprechen? Wird das völlige Fehlen eines Überraschungsmoments nicht alles tilgen, bis hin zum Gefühl, jemanden getroffen zu haben? Nun wird verständlicher, welche Resonanz der so simple Satz wie „Ich habe jemanden getroffen“ hat, den wir einem Freund, einer Cousine, einem Psychoanalytiker leise anvertrauen. Er sagt eigentlich aus: „Ich bin jemandem begegnet, der mich überrascht hat“, der meine Erwartungen unterläuft, und das gefällt mir. Quelle: „Kleine Philosophie der Begegnung“ von Charles Pépin</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Stereotype können verlässlich sein oder nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotype]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorurteile können sich auf vielfältige Weise einschleichen. Miranda Fricker konzentriert sich dabei auf die Überlegung, dass sie in erster Linie auf Stereotype zurückgehen, die Menschen bei ihren Glaubwürdigkeitsurteilen als heuristische Entscheidungshilfen dienen. Miranda Fricker fügt hinzu: „Dabei verwende ich den Begriff des Stereotyps wie bisher in einem neutralen Sinne, das heißt Stereotype können verlässlich sein oder auch nicht.“ Zwar gehören verlässliche Stereotype zu jenen Mitteln des Verstandes, mithilfe derer ein Zuhörer Glaubwürdigkeit beurteilt, doch wird Miranda Fricker zeigen, dass Zuhörer dazu neigen, sich auf Stereotype zu berufen, die ein Vorurteil&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorurteile können sich auf vielfältige Weise einschleichen. Miranda Fricker konzentriert sich dabei auf die Überlegung, dass sie in erster Linie auf Stereotype zurückgehen, die Menschen bei ihren Glaubwürdigkeitsurteilen als heuristische Entscheidungshilfen dienen. Miranda Fricker fügt hinzu: „Dabei verwende ich den Begriff des Stereotyps wie bisher in einem neutralen Sinne, das heißt Stereotype können verlässlich sein oder auch nicht.“ Zwar gehören verlässliche Stereotype zu jenen Mitteln des Verstandes, mithilfe derer ein Zuhörer Glaubwürdigkeit beurteilt, doch wird Miranda Fricker zeigen, dass Zuhörer dazu neigen, sich auf Stereotype zu berufen, die ein Vorurteil darstellen. In der sozialpsychologischen Forschung gibt es unterschiedliche Auffassungen, was genau mit „Stereotyp“ gemeint ist. Miranda Fricker ist Professorin für Philosophie an der New York University, Co-Direktorin des New York Institute für Philosophy und Honorarprofessorin an der University of Sheffield. <span id="more-5691"></span></p>
<p><strong>Stereotype können eine positive oder eine negative Wertigkeit haben</strong></p>
<p>Da Miranda Fricker den Begriff neutral verwendet, empfiehlt es sich, den Begriff recht weit zu fassen. Daher hält sie vorher fest, dass Stereotype weit verbreitete Assoziationen zwischen einer bestimmten sozialen Gruppe und einer oder mehreren Eigenschaften sind. Diese Konzeption ist in dreierlei Hinsicht weit gefasst. Erstens ist sie neutral in Bezug darauf, ob die vom Stereotyp verkörperte Verallgemeinerung verlässlich ist oder nicht. Zweitens lässt sie Raum dafür, dass Menschen Stereotypen nicht nur in Form von Überzeugungen anhängen, sondern auch in anderen Bereichen kognitiven Engagement hegen.</p>
<p>Dazu zählen insbesondere solche, die möglicherweise eine affektive Komponente haben wie zum Beispiel Festlegungen, die sich aus kollektiven Imaginationen ergeben und die eventuell weniger transparent sind als Überlegungen. Miranda Fricker ergänzt: „Und drittens trägt sie dem Umstand Rechnung, dass Stereotype eine positive oder eine negative Wertigkeit haben können – oder auch gar keine – je nachdem ob das Attribut abwertend, schmeichelhaft oder indifferent ist, gut, schlecht oder neutral.“ </p>
<p><strong>Stereotype können sowohl abwertend wie auch schmeichelhaft sein</strong></p>
<p>Einige Stereotype entziehen sich möglicherweise einer eindeutigen Kategorisierung, weil sie – abhängig vom Kontext – sowohl eine positive wie negative Valenz haben können. Das Stereotyp, demzufolge Frauen intuitiv sind, ist dafür ein typisches Beispiel. Miranda Fricker erläutert: „In Kontexten, in denen davon ausgegangen wird, dass „intuitiv“ Irrationalität suggeriert, ist das Stereotyp abwertend; in Kontexten, in denen Intuition als kognitiver Vorteil angesehen wird, ist das Stereotyp hingegen schmeichelhaft.“ </p>
<p>Dann wieder kann es Situationen geben, in denen sowohl die positive als auch die negative Wertigkeit zum Tragen kommen – etwa wenn das Stereotyp ein zweifelhaftes Kompliment zum Ausdruck bringt. Miranda Fricker stellt fest: „Wenn Stereotype weit verbreitete Assoziationen zwischen einer Personengruppe und einem bestimmten Merkmal sind, dann beinhaltet die Stereotypisierung eine kognitive Festlegung auf eine empirische Verallgemeinerung hinsichtlich einer bestimmten sozialen Gruppe.“ Quelle: „Epistemische Ungerechtigkeit“ von Miranda Fricker</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Vorurteile führen oft zu Ungerechtigkeiten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/vorurteile-fuehren-oft-zu-ungerechtigkeiten.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jul 2024 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Systematische Zeugnisungerechtigkeit entsteht nicht durch Vorurteile an sich, sondern durch jene Vorurteile, die eine Person durch die verschiedenen Dimensionen gesellschaftlichen Handelns „verfolgen“: Wirtschaft, Ausbildung, Beruf, Sexualität, Recht, Politik, Religion und so weiter. Miranda Fricker weiß: „Wenn jemand von einem solchen verfolgenden Vorurteil betroffen ist, ist er nicht nur anfällig für Zeugnisungerechtigkeit, sondern auch für viele weitere Arten von Ungerechtigkeit.“ Die gängigste Art von Vorurteilen, die Menschen verfolgen, sind Vorurteile, die ihre soziale Identität betreffen. Miranda Fricker nennt sie also „Identitätsvorurteile“. Sie treten in positiver oder negativer Form auf: Ein bestimmter&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Systematische Zeugnisungerechtigkeit entsteht nicht durch Vorurteile an sich, sondern durch jene Vorurteile, die eine Person durch die verschiedenen Dimensionen gesellschaftlichen Handelns „verfolgen“: Wirtschaft, Ausbildung, Beruf, Sexualität, Recht, Politik, Religion und so weiter. Miranda Fricker weiß: „Wenn jemand von einem solchen verfolgenden Vorurteil betroffen ist, ist er nicht nur anfällig für Zeugnisungerechtigkeit, sondern auch für viele weitere Arten von Ungerechtigkeit.“ Die gängigste Art von Vorurteilen, die Menschen verfolgen, sind Vorurteile, die ihre soziale Identität betreffen. Miranda Fricker nennt sie also „Identitätsvorurteile“. Sie treten in positiver oder negativer Form auf: Ein bestimmter Aspekt der sozialen Identität kann eine positive oder negative Voreingenommenheit auslösen. Miranda Fricker ist Professorin für Philosophie an der New York University, Co-Direktorin des New York Institute für Philosophy und Honorarprofessorin an der University of Sheffield. <span id="more-5526"></span></p>
<p><strong>Zeugnisungerechtigkeiten darf man nicht bagatellisieren</strong></p>
<p>Wenn sich Identitätsvorurteile darauf auswirken, die ein Zuhörer die Glaubwürdigkeit einer Sprecherin beurteilt, ist Identitätsmacht am Werk. Miranda Fricker erklärt: „Denn in einem solchen Fall besteht der Einfluss der Identitätsvorurteile darin, dass eine Partei oder mehrere Parteien effektiv das Handeln einer anderen Partei bestimmen. Beispielsweise werden letztere daran gehindert, Wissen zu teilen, und zwar auf eine Weise, die auf gemeinsamen Vorstellungen von den beteiligten sozialen Identitäten beruht.“ </p>
<p>Eine Sprecherin erleidet Zeugnisungerechtigkeit dann und nur dann, wenn ihr aufgrund von Identitätsvorurteilen seitens des Hörers ein Glaubwürdigkeitsdefizit widerfährt. Miranda Fricker ergänzt: „Der zentrale Fall von Ungerechtigkeit im Hinblick auf Zeugenaussagen ist also ein durch Identitätsvorurteile bedingtes Glaubwürdigkeitsdefizit.“ Allerdings sind Ausnahmen denkbar: Es gibt Fälle von identitätsbedingten Glaubwürdigkeitsdefiziten, die keine systematische Zeugnisungerechtigkeit darstellen. Eine Zeugnisungerechtigkeit als zufällig einzustufen heißt nicht, sie in ethischer Hinsicht zu bagatellisieren. </p>
<p><strong>Eine Häufung zufällige Ungerechtigkeiten kann ein Leben ruinieren</strong></p>
<p>Lokal begrenze Vorurteile und die daraus resultierenden Ungerechtigkeiten können für die betroffene Person katastrophale Folgen haben, vor allem wenn sie sich regelmäßig wiederholen, sodass die Ungerechtigkeit anhaltend ist. Miranda Fricker stellt fest: „Erfolgt die Ungerechtigkeit beispielsweise im Rahmen eines – beruflichen oder sonstigen – Projekts, das für die Lebensqualität der betreffenden Person von entscheidender Bedeutung ist, kann eine Häufung von zufälligen Ungerechtigkeiten ihr Leben ruinieren.“ </p>
<p>„Anhaltend“ bezeichnet die diachrone Dimension der Schwere und Bedeutung von Zeugnisungerechtigkeit, während „systematisch“ die synchrone Dimension betrifft. Fälle von Zeugnisungerechtigkeit, die weder anhaltend noch systematisch sind, führen im Großen und Ganzen vermutlich zu keinem großen Nachteil. Miranda Fricker fügt hinzu: „Systematische Ungerechtigkeit ist allgemein anhaltend, weil die Vorstellungen von sozialer Identität, die sich in den entsprechenden „verfolgenden Vorurteilen“ widerspiegeln, im Denken der Allgemeinheit dauerhaft verankert sind.“ Miranda Fricker stellt sich außerdem die Frage, wie es dazu kommt, dass Vorurteile seitens der Zuhörer die Glaubwürdigkeit einer Sprecherin beeinträchtigen. Quelle: „Epistemische Ungerechtigkeit“ von Miranda Fricker</p>
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		<title>Die gnadenlose Selbstoptimierung ist in</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2020 06:39:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen blicken heutzutage verunsichert in die Zukunft. Sie wissen nicht, an welche Institutionen oder Werte sie sich halten können. Deshalb suchen sie ihr Heil häufig in einer gnadenlosen Selbstoptimierung. Ulrich Schnabel weiß: „Denn das Konkurrenzprinzip, das dem Kapitalismus zugrunde liegt. Er treibt den Einzelnen in einen steten Wettbewerb mit allen anderen.“ Dabei konkurriert man nicht nur um die besten Arbeitsplätze, sondern auch um die schönsten Wohnungen, die attraktiveren Partner, das lässigste Outfit, das stählernste Sixpack, die meisten Likes auf Facebook. Anstelle des sozialen Zusammenhalts und des Wir-Gefühls treten der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen blicken heutzutage verunsichert in die Zukunft. Sie wissen nicht, an welche Institutionen oder Werte sie sich halten können. Deshalb suchen sie ihr Heil häufig in einer gnadenlosen Selbstoptimierung. Ulrich Schnabel weiß: „Denn das Konkurrenzprinzip, das dem Kapitalismus zugrunde liegt. Er treibt den Einzelnen in einen steten Wettbewerb mit allen anderen.“ Dabei konkurriert man nicht nur um die besten Arbeitsplätze, sondern auch um die schönsten Wohnungen, die attraktiveren Partner, das lässigste Outfit, das stählernste Sixpack, die meisten Likes auf Facebook. Anstelle des sozialen Zusammenhalts und des Wir-Gefühls treten der eifersüchtige Vergleich mit anderen. Dazu kommt die stete Sorge, ob das eigene Ich diesem Vergleich standhält. Leider kennt die Sozialpsychologie eine sehr unschöne Methode, um in solchen Situationen das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Sie nennt ihn den „abwärtsgerichteten sozialen Vergleich“. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. <span id="more-2261"></span></p>
<p><strong>Der Abwärtsvergleichen braucht keine reale Begründungen</strong></p>
<p>Wer auf andere herabblicken kann, fühlt sich gleich ein bisschen besser. Auf diesem Prinzip beruht letztlich der ganze Kapitalismus. Das erklärt der Kognitionspsychologe Christian Stöcker, „weil der abwärtsgerichtete soziale Vergleich – mein Erfolg, dein Misserfolg – ein so effektiver Motivator ist“. Auch ganze Staatsgebilde und politische Systeme basieren auf diesem Mechanismus, bis hin zum Faschismus, der gleich das eigene Volk für wertvoller erklärt und andere zu minderwertigen „Untermenschen“ abstempelt.</p>
<p>Unglücklicherweise braucht man für das Abwärtsvergleichen gar keine realen Begründungen. Es kann schon reichen, jemand anderen einfach nur um des eigenen Wohlbefindens willen abzuwerten. Christian Stöcker schreibt: „Am Ende, so paradox das klingt, hassen Menschen andere Menschen – Juden, Schwarze, Ausländer, wen auch immer – um sich selbst besser zu fühlen. So wird die Verachtung zur Methode der Selbstwertsteigerung. Das erklärt auch das merkwürdige Faktum, dass die Angst vor der „Islamisierung“ ausgerechnet in jenen Gegenden stark ist, in denen kaum oder nur wenige Muslime leben.</p>
<p><strong>Vorurteile entstehen in der eigenen Psyche</strong></p>
<p>Ebenso zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass der Antisemitismus meist dort besonders stark war, wo es wenige oder gar keine Juden gab. Die Politologin Gesine Schwarz analysiert: „Die Ursachen von Vorurteilen liegen gar nicht bei den religiösen oder ethnischen Minderheiten, gegen die sie sich richten. Sondern vor allem in den sozialen und psychischen Befindlichkeiten der Menschen, die die Vorurteile hegen.“ Denn solche Ressentiments machten sich stets an Gruppen fest, die bedrohlich wirkten, „zugleich aber de facto schwach genug sind, um sie gefahrlos angreifen zu können“.</p>
<p>Was darin zum Ausdruck kommt, sind vor allem die Sorgen der von Abstiegsängsten bedrohten und von Arbeitslosigkeit Gedemütigten. Und diese Ängste reichen bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Das andere Extrem des Vergleichens, das ebenso häufig praktiziert wird, ist kaum weniger problematisch. Die Rede ist vom „Aufwärtsvergleichen“, also dem Abgleich mit anderen Menschen, die erfolgreicher, besser oder irgendwie höherstehend erscheinen. Quelle: „Zuversicht“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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