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	<title>Verantwortung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Emotionen unterscheiden sich von Gefühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2024 01:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine eindeutige Definition für eine Emotion oder ein Gefühl gibt es laut Ina Schmidt nicht. Einigen können sich Denker und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen auf eine begriffliche Abgrenzung zwischen Emotionen und Gefühlen. Ina Schmidt erläutert: „Emotionen werden in diesem Sinn verstanden als die unmittelbaren und körperlich spürbaren Reaktionen auf eine bestimmte Situation – Trauer, Angst, ... <a title="Emotionen unterscheiden sich von Gefühlen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/emotionen-unterscheiden-sich-von-gefuehlen.html" aria-label="Mehr Informationen über Emotionen unterscheiden sich von Gefühlen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine eindeutige Definition für eine Emotion oder ein Gefühl gibt es laut Ina Schmidt nicht. Einigen können sich Denker und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen auf eine begriffliche Abgrenzung zwischen Emotionen und Gefühlen. Ina Schmidt erläutert: „Emotionen werden in diesem Sinn verstanden als die unmittelbaren und körperlich spürbaren Reaktionen auf eine bestimmte Situation – Trauer, Angst, Freude –, während Gefühle eher eine grundsätzliche Form des Empfindens bezeichnen, eine Art Hintergrundgefühl.“ Gefühle beschreiben in dieser Unterscheidung eher lang anhaltende sinnlich erlebbare Zustände, wie Liebe, Vertrauen oder Heimweh, die nicht direkt als Reaktion mit einem körperlichen Signal verbunden sein müssen, sondern sich als Grundgefühl äußern, wenn man zum Beispiel von Zufriedenheit, Wohlbefinden, Traurigkeit oder Sehnsucht spricht. Ina Schmidt ist Philosophin und Publizistin. Sie promovierte 2004 und gründete 2005 die „denkraeume“. Seitdem bietet sie Seminare, Vorträge und Gespräche zur Philosophie als eine Form der Lebenspraxis an. <span id="more-5496"></span></p>
<p><strong>Eine direkte Emotion führt zu körperlichen Veränderungen</strong></p>
<p>Eine direkte Emotion wie Wut oder Freude wird hingegen oft von klaren körperlichen Veränderungen begleitet: Herzklopfen, Magenschmerzen, Schweißausbrüche oder ähnliches. Ina Schmidt stellt fest: „Sowohl emotionale Reaktionen als auch lang andauernde Hintergrundgefühle entstehen nicht zufällig, sondern aufgrund verinnerlichter Erlebnisse, Prägungen, Gedankenwelten, die wieder aufleben und von uns als körperliche Signale erlebt werden.“ </p>
<p>Ganz in diesem Sinne kann man sein Verantwortungsgefühl entweder als emotionale Reaktion erleben oder als eine Form des Hintergrundgefühls entwickeln, das aber immer wieder in reflektierter Form im Handeln eines Menschen zum Ausdruck kommt. Ina Schmidt fügt hinzu: „Mit anderen Worten: Es gibt die Möglichkeit, Verantwortung als Hinwendung zur Welt und dem, was sich in ihr ereignet, zu spüren, um sich  dann zu entscheiden, welche Rolle und Ausprägung dieses Empfinden in Bezug auf die eigenen Handlungen haben darf.“</p>
<p><strong>Verantwortung ist eine soziale Emotion</strong></p>
<p>Ina Schmidt betont: „Wir können unser Verantwortungsgefühl also verkümmern oder daraus eine Kraft werden lassen, die wir in moralischen Fragen und der eigenen Werteorientierung für grundlegend erklären.“ Daher spricht Ina Schmidt von Verantwortung als einer sozialen Emotion, die man direkt und sehr plötzlich erleben kann. Diese kann sich dann aber zu einem eben gefühlten Hintergrund entwickeln, auf das man sich auch kollektiv berufen kann. Diese Begründung ist im wahrsten Sinne immer in Beziehung zu dem Anspruch einer gewollten ethischen Wirksamkeit zu denken. </p>
<p>Diese ist eben nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden gleich zu denken beziehungsweise zu fühlen sein kann. Ina Schmidt erklärt: „Verantwortliches Handeln beschreibt also eine relationale Funktion in einem begründbaren sozialen Miteinander, das auf einer gemeinschaftlichen und sinnlich erlebbaren Reaktion oder Haltung beruht, die uns mit der Welt, den Menschen und Dingen darin in Verbindung treten lässt – ganz persönlich, aber auch als Kollektiv, als Gemeinschaft, als Gesellschaft.“ Quelle: „Die Kraft der Verantwortung“ von Ina Schmidt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kleinstkinder suchen Ungutes immer bei sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2023 08:19:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Gehirn eines Kleinstkindes muss sogar die Ursache für Ungutes immer bei sich suchen. Manche Erwachsene fühlen sich quälend schuldig, sobald bestimmte, vielleicht traumatische Kindheitserinnerungen auftauchen. Oder sie folgen auch heute noch den mittlerweile veralteten Geboten aus jungen Jahren. Helga Kernstock-Redl weiß: „Kinder oder hochempathische Personen sind es auch, die sich für das Wohl und ... <a title="Kleinstkinder suchen Ungutes immer bei sich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-verantwortungsuebernahme.html" aria-label="Mehr Informationen über Kleinstkinder suchen Ungutes immer bei sich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gehirn eines Kleinstkindes muss sogar die Ursache für Ungutes immer bei sich suchen. Manche Erwachsene fühlen sich quälend schuldig, sobald bestimmte, vielleicht traumatische Kindheitserinnerungen auftauchen. Oder sie folgen auch heute noch den mittlerweile veralteten Geboten aus jungen Jahren. Helga Kernstock-Redl weiß: „Kinder oder hochempathische Personen sind es auch, die sich für das Wohl und Verhalten anderer vorschnell verantwortlich fühlen, obwohl – objektiv betrachtet – wirklich keinerlei Einflussmöglichkeit oder Verpflichtung da ist.“ In diesen Bereich fällt außerdem jede Form der Kollektivschuld oder Sippenhaftung: das Gefühl von Mitschuld, allein durch Zugehhörigkeit zur gleichen Berufsgruppe, Firma, Familie, Altersgruppe, zum gleichen Geschlecht oder Kulturkreis. Als Mitglied eines Systems kann selbstverständlich reale Mitverantwortung bestehen, doch eben nur dann, wenn man etwas beeinflussen oder mitbestimmen kann oder ein anerkanntes Gesetz dazu verpflichtet. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-4265"></span></p>
<p><strong>Kinder sind ihren Eltern keine Rückzahlung schuldig</strong></p>
<p>Manche Schuldgefühle entstehen wegen einer ungerechtfertigten Rückgabeverpflichtung. In diese Kategorie fallen zum Beispiel jene für Geschenke: Wer von den Genen, durch angeborene Fähigkeiten, durch Glück, Zufall oder einen Mentor begünstigt wurde, kann durchaus irrationale Schuldgefühle haben: „Ich habe das doch nicht verdient.“ Hat man ein Geschenk bekommen beziehungsweise angenommen, muss man keine Verantwortung für das Verhalten des Schenkenden übernehmen und ist daher nichts schuldig. </p>
<p>Helga Kernstock-Redl erklärt: „Aufgezwungenes oder Vorgetäuschtes zählt nicht, denn man hatte keine echte Wahlmöglichkeit. Kinder sind ihren Eltern grundsätzlich keine Rückzahlung schuldig, denn es ist ihr verbrieftes Recht, gut versorgt zu werden.“ Erwachsene leben verschiedene Beziehungsformen, doch im Prinzip ist eine gewisse Balance im Geben und Nehmen wohl schon günstig, denn bei aller Liebe: Niemand soll sich auf Dauer ausnutzen lassen oder andere ausnutzen dürfen. </p>
<p><strong>Es gibt eindeutig „falsche“ Gefühle</strong></p>
<p>Das Gehirn ist unglaublich erfinderisch, sobald es darum geht, Menschen mit Schuldgefühlen zu versorgen. Als ob es nichts anderes zu tun hätte – was ja schließlich teilweise sogar stimmt. Spätestens dann, wenn sich Menschen schuldig fühlen, obwohl klar weder ein Fehler gemacht wurde noch Schaden entstanden ist, zeigt das: Es gibt eindeutig „falsche“ Gefühle. Produziert werden sie meist entweder durch die üble Frage: „Was hätte da nicht alles passieren können?“ samt lebendig-bildhafter Katastrophenfantasie. </p>
<p>Manche Personen fühlen sich schuldig, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, keine Superkräfte gehabt, kein perfektes Gedächtnis oder nicht übermenschlich rasch reagiert zu haben. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Sie hadern mit sich, weil sie vor Jahren ohne echte Wahl eine Entscheidung getroffen haben, die ihnen selbst oder anderen heute noch Schaden verursacht.“ Zusätzlich werden die „nicht gelebten Leben“ in der Regel idealisiert – was leicht möglich ist, denn es gibt de facto keinen Gegenbeweis, der es mit diesem perfekten Produkt reiner Fantasie aufnehmen kann. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Man kann wegen anderer schuldig werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2022 01:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine echte Wahl braucht das Wissen um mögliche Folgen der einzelnen Alternativen. Fahrlässigkeit bedeutet zum Beispiel, nicht genug aufgepasst oder sich nicht informiert zu haben, obwohl man die Möglichkeit beziehungsweise die Pflicht dazu gehabt hätte. Helga Kernstock nennt ein Beispiel: „Wir alle müssen daher einer Operation im Wissen um das Risiko zustimmen und sie somit ... <a title="Man kann wegen anderer schuldig werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-echte-wahl.html" aria-label="Mehr Informationen über Man kann wegen anderer schuldig werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine echte Wahl braucht das Wissen um mögliche Folgen der einzelnen Alternativen. Fahrlässigkeit bedeutet zum Beispiel, nicht genug aufgepasst oder sich nicht informiert zu haben, obwohl man die Möglichkeit beziehungsweise die Pflicht dazu gehabt hätte. Helga Kernstock nennt ein Beispiel: „Wir alle müssen daher einer Operation im Wissen um das Risiko zustimmen und sie somit frei wählen – und entlasten damit das chirurgische Team von einer möglichen Schuld bei Komplikationen.“ Menschen können jedoch nicht wissen, was sie nicht wissen können. Doch das kann man dem Schuldsuchprogramm des Gehirns nur schwer erklären, das unbedingt Kausalzusammenhänge und Mitschuld samt Kontrollillusionen finden will. Genau deshalb ist die Frage nach der Wahlmöglichkeit ein enorm wichtiger Punkt bei der Prüfung von Schuldgefühlen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-3928"></span></p>
<p><strong>Erwachsene haben die volle Verantwortung für sich selbst</strong></p>
<p>Sobald eine andere Person, für die man von Rechts wegen Verantwortung hat, ein Gesetzt übertritt, zu Schaden kommt oder Schaden verursacht, kann man ebenfalls schuldig werden. Vorgesetzte tragen teilweise Verantwortung für die Leistung ihrer Mitarbeiter, Politiker für ihre Ressorts. Ausbilder haften vielleicht für die Aktionen von Auszubildenden und Eltern für ihre Kinder. Gesetze und Verträge geben das manchmal so eindeutig vor. Öfter jedoch bestimmen gesellschaftliche Normen, gewachsene Traditionen oder innerfamiliäre, anerzogene Regeln, wer wofür Verantwortung hat und eventuell die Schuld übernehmen muss. </p>
<p>In der psychologischen Arbeit gilt es zunächst zu klären, wer wofür Verantwortung hat. Helga Kernstock-Redl empfiehlt grundsätzlich, davon auszugehen, dass Erwachsene die volle Verantwortung für sich und das eigene Verhalten zu übernehmen haben. Weil Gefühle in einem Menschen manchmal unvermutet auftauchen, gilt Helga Kernstock-Redls Erfahrung nach: „Wir sind nicht schuld daran, was wir fühlen. Doch wir sind voll verantwortlich dafür, was wir mit einem Gefühl tun, ob wir ihm folgen, ob wir es verstärken oder aktiv schwächer machen, indem wir den Futterkreislauf unterbrechen.“ </p>
<p><strong>Es gibt eine Rangreihung im Sinne eines „höherwertigen Rechtsguts“</strong></p>
<p>Wer sich Geld ausleiht, muss es zurückzahlen, und wer sich vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, ist schuldig, das auch zu tun. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Der Inhalt einer solchen Vereinbarung muss natürlich der Person, die sich dafür entscheidet, vorher bekannt sein und auch sonst die Kriterien einer echten Wahl erfüllen.“ Juristisch gesehen ist dieser Faktor also einfach. Bei Geschenken ist die Sache schon schwieriger. Also hat der Gesetzgeber das genau definieren müssen. </p>
<p>Es gibt Umstände, durch die eine Person „im Recht“ sein kann, obwohl sie eigentlich ein Gesetz missachtet. Eine der wichtigsten davon ist die Rangreihung im Sinne eines „höherwertigen Rechtsgut“. Der Schutz des Lebens zählt zum Beispiel mehr als der Schutz von Gütern. Rechte können ebenfalls Schuld eindämmen. Bei Gewalt gibt es den Begriff der angemessenen Notwehr, denn man darf sich bei einem verbalen Angriff verbal, bei einem körperlichen Angriff durchaus gewaltsam schützen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Karin Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt keine Freiheit inklusive Sicherheit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-keine-freiheit-inklusive-sicherheit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2019 04:12:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Blöde an der Freiheit ist, dass sie anstrengend ist. Viele Menschen haben gelernt, das Anstrengende zu vermeiden. Und noch blöder ist, dass an der Freiheit nichts sicher ist. Anja Förster und Peter Kreuz fügen hinzu: „Das sind verdammt schlechte Nachrichten für diejenigen, die glauben, sie könnten Freiheit inklusive Sicherheit im Paket bestellen.“ In Deutschland ... <a title="Es gibt keine Freiheit inklusive Sicherheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-keine-freiheit-inklusive-sicherheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt keine Freiheit inklusive Sicherheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Blöde an der Freiheit ist, dass sie anstrengend ist. Viele Menschen haben gelernt, das Anstrengende zu vermeiden. Und noch blöder ist, dass an der Freiheit nichts sicher ist. Anja Förster und Peter Kreuz fügen hinzu: „Das sind verdammt schlechte Nachrichten für diejenigen, die glauben, sie könnten Freiheit inklusive Sicherheit im Paket bestellen.“ In Deutschland hat es Tradition und erscheint vielen Menschen völlig normal, ihre Freiheit zurückzuweisen. Für sie ist es völlig in Ordnung, das eigene Schicksal daran zu knüpfen, dass ein anderer etwas tut oder lässt. Viele sind das einfach so gewöhnt, im Kindergarten und in der Schule aufgerufen zu werden – oder ansonsten ihre Klappe zu halten und stillzusitzen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein. <span id="more-2076"></span></p>
<p><strong>Das vorauseilende Abgeben von Verantwortung ist deutsche Leitkultur</strong></p>
<p>Und so geht es weiter, von der Schule über die Uni bis zum Arbeitsplatz, immer gibt es eine höhere Instanz, an die die Verantwortung abgegeben wird. Diese Haltung ist nicht nur das Resultat eines auf Erfüllergeist getrimmten Bildungssystems und einer paternalistischen Unternehmenskultur. Das vorauseilende Abgeben von Verantwortung, das ist auch deutsche Leitkultur. Man hofft, ausgewählt zu werden, ja, fände es nur gerecht, zu den Auserwählten zu gehören, aber man kann ja nur hoffen. Abwarten und hoffen, dass jemand mit dem Finger auf einen zeigt und sagt „Jetzt bist du dran!“ wird zur Normalität. </p>
<p>Anja Förster und Peter Kreuz betonen: „Dabei braucht es im Leben überhaupt keine höher Instanz, keine Autorität, keine offizielle Erlaubnis, niemanden, der mit dem Finger auf Sie zeigt und ihnen die Erlaubnis erteilt, aufzustehen und loszulegen.“ Wer sich frei macht von der höheren Instanz, wenn man also darauf verzichtet, jemanden die Verantwortung für den eigenen Erfolg zu überlassen, wenn man aufhört, darauf zu warten, dass man auserwählt wird, dann hat man sein Leben von außen nach innen gewendet. </p>
<p><strong>Freie Menschen können etwas bewegen</strong></p>
<p>Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Die Erlaubnis, das Beste aus ihrem Leben zu machen, können Sie sich dann im Innern selbst geben. Dann erst werden Sie wirklich frei: Sie geben sich die Freiheit, etwas zu bewegen.“ Ein klares Ziel ist so etwas wie ein Nordstern im Leben. Ein Fixpunkt, der Orientierung gibt. Doch selbst, wenn man ihn gefunden hat, gibt es ein Problem damit: Wer konsequent auf den Nordstern schaut, sieht all die vielen anderen Sterne und Sternbilder nicht mehr. Heute lebt man im Zeitalter der freiwilligen Selbstkontrolle, also selbstständig zu entscheiden. </p>
<p>Dabei taucht die Frage auf, wozu sagt man Nein – und wozu nicht? Das Nein verlangt von einem Menschen, seine Position zu überprüfen und die Konsequenzen zu tragen. Und es verlangt von ihm, sehr viel mehr auf seine eigenen Fähigkeiten zu setzen: Selbstdisziplin, Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Selbsteinschätzung, Selbstkontrolle und Selbstvertrauen. Das ist unabdingbar für alle, die ihre Selbstbestimmung nicht beim Management oder beim Staat abgeben. Das erfordert eine Haltung – und das ist beileibe keine Petitesse oder nettes Zubehör für den Charakter. Quelle: „Nein“ von Anja Förster und Peter Kreuz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Herausforderungen lassen das Leben zu einem Kunstwerk werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 06:03:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Logotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Böschemeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Frankl]]></category>
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					<description><![CDATA[s kommt nicht primär darauf an, wie die Vergangenheit eines Menschen war oder wie seine Zukunft aussieht, sondern darauf, wie er sie deutet und versteht, ob er Sinn in seinem jetzigen Leben suchen will. Ob er bereit ist, immer wieder aufs Neue selbst der Entscheidende zu sein. Ob er, was immer ihm widerfährt, „Herr im ... <a title="Herausforderungen lassen das Leben zu einem Kunstwerk werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/herausforderungen-lassen-das-leben-zu-einem-kunstwerk-werden.html" aria-label="Mehr Informationen über Herausforderungen lassen das Leben zu einem Kunstwerk werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>s kommt nicht primär darauf an, wie die Vergangenheit eines Menschen war oder wie seine Zukunft aussieht, sondern darauf, wie er sie deutet und versteht, ob er Sinn in seinem jetzigen Leben suchen will. Ob er bereit ist, immer wieder aufs Neue selbst der Entscheidende zu sein. Ob er, was immer ihm widerfährt, „Herr im eigenen Haus“ bleibt. Das menschliche Leben kann allerdings manchmal ganz schön hart sein. Uwe Böschemeyer weiß: „Schwierige Zeiten nur traurig zu finden oder sie anzuklagen, ist zwar verständlich, aber leicht. Sie jedoch als Herausforderung zu nehmen und das Beste daraus zu machen, kann Leben zu einem Kunstwerk werden lassen.“ Uwe Böschemeyer ist Rektor der Europäischen Akademie für Wertorientierte Persönlichkeit und Leiter des Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse in Salzburg. <span id="more-2061"></span></p>
<p><strong>Verantwortung kann etwas Furchtbares und Herrliches zugleich sein</strong></p>
<p>Uwe Böschemeyer kennt niemanden, der so tief über Verantwortlichkeit nachgedacht hätte wie Viktor Frankl. Man muss dabei nur an seine leidenschaftliche öffentliche Stellungnahme zum Thema Kollektivschuld denken. Nicht alle seien in der Zeit des Nationalsozialismus schuldig geworden, sondern Einzelne, denn jeder sei frei, in Verantwortung zu entscheiden. Verantwortung, so Viktor Frankl, sei etwas Furchtbares und etwas Herrliches zugleich. Furchtbar sei zu wissen, dass ich in jedem Augenblick Verantwortung für den Nächsten trage.</p>
<p>Und herrlich sei es zu wissen, dass die Zukunft, meine eigene, die anderer Menschen und die der Dinge um uns herum, von meiner Entscheidung abhängig sei. Was Uwe Böschemeyer von seinem Lehrer Viktor Frankl gelernt hat, ist zu seinem persönlichen und beruflichen Credo geworden: „Die Welt, in der wir leben, ist unsere Welt. Die Zeit, in der wir leben, ist unsere Zeit. Das Leben, das wir in dieser Welt und dieser Zeit leben ist unser Leben. Diese unsere Welt in dieser unseren Zeit ist beides: unsere Gefährdung und unsere Möglichkeit, zugleich unsere Aufgabe.“</p>
<p><strong>Jeder Mensch trägt Mitverantwortung für die Welt</strong></p>
<p>Uwe Böschemeyer fährt fort: „Diese Aufgabe können wir annehmen, wie können sie ablehnen. Doch wenn wir sie ablehnen, verlieren wir das Wertvollste: das, was uns Menschen zu Menschen macht.“ Deshalb sagt Uwe Böschemeyer, dass ihn die Welt etwas angeht. Nicht nur die in seiner Nähe, sondern auch diejenige in der Ferne. Die derzeit Millionen hungernden Kinder – sie gehen ihn etwas an. Wenn Menschenrechte verletzt werden – das geht ihn etwas an.</p>
<p>Ob sich alle technologischen Möglichkeiten durchsetzen dürfen oder nicht – auch das geht ihn etwas an. Denn Kenner der technologischen Entwicklung sagen, es sei dringend erforderlich, sich zu informieren und, wenn möglich, öffentlich Stellung zu beziehen. Uwe Böschemeyer und alle anderen Menschen haben daher Mitverantwortung dafür, was in ihrer Welt geschieht. Ein Leben ist so viel wert, als es Antwort gibt. Denn der Mensch ist immerzu gefragt. Die Mitmenschen stellen Fragen und das Sein insgesamt stellt tausende von Fragen, auf die jeder seine persönlichen Antworten finden muss. Quelle: „Von den hellen Farben der Seele“ von Uwe Böschemeyer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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