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	<title>Sexualität &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Eine lieblose Beziehung sollte man verlassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2025 01:00:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Von einer Beziehung erwartet man das Paradies auf Erden: man hat sich in den anderen verliebt, um endlich all seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Michael Lehofer weiß: „Die Evolution hat die Verliebtheit vorgesehen, um Paarbeziehungen, die ja letztlich der Erhaltung der Art dienen, einen gehörigen Anschub gegeben.“ In der Phase der Differenzierung wird dagegen viel gestritten; man wirft dem Partner vorn, nicht so zu sein, wie man sich ihn vorgestellt hat. Es gibt allerdings auch Beziehungen, die im Dienste der Nachreifung stehen, denn Liebesbeziehungen eignen sich sehr für Nachreifungen. Denn&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einer Beziehung erwartet man das Paradies auf Erden: man hat sich in den anderen verliebt, um endlich all seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Michael Lehofer weiß: „Die Evolution hat die Verliebtheit vorgesehen, um Paarbeziehungen, die ja letztlich der Erhaltung der Art dienen, einen gehörigen Anschub gegeben.“ In der Phase der Differenzierung wird dagegen viel gestritten; man wirft dem Partner vorn, nicht so zu sein, wie man sich ihn vorgestellt hat. Es gibt allerdings auch Beziehungen, die im Dienste der Nachreifung stehen, denn Liebesbeziehungen eignen sich sehr für Nachreifungen. Denn sie sind durch die Liebe abgeschirmt und können daher besonders viel Entwicklungsschmerz ertragen. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II. <span id="more-6164"></span></p>
<p><strong>Frisch geliebte Frauen übersehen oft ihre eigenen Bedürfnisse</strong></p>
<p>Michael Lehofer rät, dass man seinen Partner nicht gleich verlassen sollte, nur weil die Beziehung schlecht ist. Man sollte die Lektion lernen. Ist dies geschehen und man merkt, dass der andere lieblos ist, dann sollte man allerdings gehen. Lieblos ist einer, der nicht mit dem Herzen antwortet. Denn man darf keinesfalls aus Angst, aus Rationalisierung oder anderen Gründen im eigenen Leben ein totes Pferd reiten. Das ist vor allem unwürdig und lächerlich. </p>
<p>Wenn eine Frau in jungen Jahren einen Mann gefunden hat, von dem sie glaubt, er sei der richtige, um gemeinsam durchs Leben zu gehen, neigt sie gewöhnlich dazu, für diesen Mann alles zu tun. Michael Lehofer fügt hinzu: „Das tut sie aus Liebe. Leider übersehen Frauen, die so handeln, häufig ihre eigenen Bedürfnisse. Es liegt ihnen sehr daran, dass die Beziehung gelingt.“ Die Wissenschaft hat sich gefragt, warum die weibliche Sexualität bei der Spezies Mensch ohne eigene Brunftzeiten eigentlich immer möglich ist.</p>
<p><strong>Manchmal entfremden sich Frauen von sich selbst</strong></p>
<p>Die Antwort lautet, dass die weibliche Sexualität evolutionsbiologisch sehr stark darauf ausgerichtet ist, das begehrte Sexualobjekt zu erobern und  an sich zu binden. So konnte eine chinesische Studie zeigen, dass Gefährtinnen von Männern umso häufiger einen Orgasmus haben, desto begüterter die Partner sind. Michael Lehofer stellt fest: „Für Frauen ist es nicht leicht, in ihrem Wunsch nach Bindung den Kontakt mit sich selbst zu halten. Immer wieder kommt es vor, dass sie sich von sich selbst entfremden.“</p>
<p>Das ist nicht gut, obwohl die Motivation erstaunlicherweise so etwas wie Liebe ist. In der Regel können die Frauen nicht anders. Aber auch Männer sind mitunter von solchen Vorgängen der Überanpassung betroffen. Michael Lehofer erläutert: „Das Problematische daran ist nicht die Anpassung an das Gegenüber. In einer Partnerschaft ist es nicht nur wichtig, sondern auch notwendig, den Wünschen des anderen zu entsprechen, auch wenn es nicht die eigenen sind.“ Quelle: „40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer“ von Michael Lehofer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Freundschaft ist manchmal wichtiger als Sex</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2024 01:00:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Allgemeinen ist Freundschaft in Beziehungen wichtiger als Sex und je länger eine Beziehung dauert und je tiefer die Freundschaft wird, desto mehr nimmt gewöhnlich die Frequenz und wohl auch die Qualität der sexuellen Begegnungen ab. Michael Lehofer ergänzt: „Das ist für viele Menschen kein Problem, für andere aber ein Schatten über ihrem Leben. Mitunter fühlen sie sich vom Sex in die Falle gelockt – und dann ist plötzlich Fastenzeit.“ Sexualität wird hauptsächlich als biologischer Trieb erlebt, ist jedoch eine von vielen Möglichkeiten, Bindungssicherheit zu erlangen. Sie ist, wie Michael&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Allgemeinen ist Freundschaft in Beziehungen wichtiger als Sex und je länger eine Beziehung dauert und je tiefer die Freundschaft wird, desto mehr nimmt gewöhnlich die Frequenz und wohl auch die Qualität der sexuellen Begegnungen ab. Michael Lehofer ergänzt: „Das ist für viele Menschen kein Problem, für andere aber ein Schatten über ihrem Leben. Mitunter fühlen sie sich vom Sex in die Falle gelockt – und dann ist plötzlich Fastenzeit.“ Sexualität wird hauptsächlich als biologischer Trieb erlebt, ist jedoch eine von vielen Möglichkeiten, Bindungssicherheit zu erlangen. Sie ist, wie Michael Lehofer zu sagen pflegt, eine Möglichkeit der Kommunikation. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II. <span id="more-5601"></span></p>
<p><strong>Sex hat immer viel mit Psychologie zu tun</strong></p>
<p>Vor allem Menschen, die Bindung hauptsächlich durch gelebte Sexualität erfahren, sind durch mangelnde Sexualität in der Regel auf nachhaltige Weise gekränkt. Sex ist immer psychologischer als die meisten Menschen glauben. Michael Lehofer erklärt: „Der US-amerikanische Paar- und Sexualtherapeut David Schnarch hat sich mit der Frage, warum der Sex in längerfristigen Beziehung manchmal eine ungünstige Entwicklung nimmt, intensiv beschäftigt. Sexualität erlebt in solchen Beziehungen nicht selten ein Fade-out.“ </p>
<p>David Schnarch ist zu dem Schluss gekommen, dass die sogenannte Entdifferenzierung in länger dauernden Paarbeziehungen eine große Rolle spielt. Was ist mit Entdifferenzierung gemeint? Michael Lehofer erläutert: „Wenn man einen erotisch faszinierenden Menschen kennenlernt, verliebt man sich in ihn als Weltwunder. Dieser Mensch ist einfach anders, anziehend anders. Das ist das Wesen der erotischen Anziehung: Sie ist unbeschreiblich weiblich, er unbeschreiblich männlich. Doch im Laufe einer Beziehung kommt es zu einer lähmenden Institutionalisierung der Partnerschaft.“</p>
<p><strong>Vertrautheit ist das Schlimmste für eine Paarbeziehung</strong></p>
<p>Man wird sich vertraut. Das Zauberhafte versickert. Obwohl die meisten Menschen Vertrautheit als ein besonders positives Merkmal einstufen, ist es in den Augen von Michael Lehofer das Schlimmste, was in einer Paarbeziehung passieren kann. Denn Vertrautheit in Beziehungen ist immer eine Fiktion. Sie bedeutet, dass man glaubt zu wissen, wie der andere ist. Und das ist ein Irrtum. Michael Lehofer fügt hinzu: „Der andere, der Mensch an unserer Seite ist immer ein Wunder, das es zu bestaunen gilt. Wir können ein Leben lang von ihr oder ihm lernen – wenn wir wollen.“ </p>
<p>Partnerschaften, in denen sich die Betroffenen nicht einlassen können, sind mitunter sehr stabil: In solchen Partnerschaften kann die Falle der übergroßen Vertrautheit nicht zuschnappen. Michael Lehofer kennt ein Paar, das sich schon seit Jahren trennen will. Er ist total fasziniert von dieser Frau, obwohl sie eine Art von Oberflächlichkeit besitzt, die schmerzlich ist. Was ihn wirklich anzieht, und das versteht er nicht, ist die Tatsache, dass die gelernt hat mit anderen Menschen so zu spielen, dass diese sich ihrer nie sicher sein können. Quelle: „40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer“ von Michael Lehofer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die befreite Sexualität machte glücklicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 01:00:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Befreiung der Sexualität in den freizügigen 1960er Jahren sei, so Herbert Marcuse, ein Kontrollmechanismus gewesen, der Menschen glücklicher, sogar sexuell erfüllter machte. Stuart Jeffries erklärt: „Eine Voraussetzung dieses größeren Glücks und der sexuellen Erfüllung ist allerdings größere Angepasstheit.“ Das erste Opfer dieser zunehmenden Konformität und das unglückliche Bewusstsein, insbesondere der Künstler, der aufgrund seines Unglücks und seines Unbehagens in seinem Werk die repressive Gewalt der bestehenden Welt der Befriedigung erhellt. Für Herbert Marcuse gab es in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften nach wie vor Repression, allerdings zunehmend keine Sublimierung mehr: Erste&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Befreiung der Sexualität in den freizügigen 1960er Jahren sei, so Herbert Marcuse, ein Kontrollmechanismus gewesen, der Menschen glücklicher, sogar sexuell erfüllter machte. Stuart Jeffries erklärt: „Eine Voraussetzung dieses größeren Glücks und der sexuellen Erfüllung ist allerdings größere Angepasstheit.“ Das erste Opfer dieser zunehmenden Konformität und das unglückliche Bewusstsein, insbesondere der Künstler, der aufgrund seines Unglücks und seines Unbehagens in seinem Werk die repressive Gewalt der bestehenden Welt der Befriedigung erhellt. Für Herbert Marcuse gab es in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften nach wie vor Repression, allerdings zunehmend keine Sublimierung mehr: Erste verlangt von den Menschen, dass sie sich der herrschenden Ordnung beugen; letztere hingegen erfordert ein gewisses Maß an Eigenständigkeit und Verstehen. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-5573"></span></p>
<p><strong>Es gibt heute keine Sublimierung mehr</strong></p>
<p>Für Herbert Marcuse wurde Sublimierung in der Form vollendeter Kunst zu jenem wertvollen, wenn auch paradoxen Phänomen – einer Macht, die fähig war, Unterdrückung zu besiegen, indem sie sich beugte. Stuart Jeffries erläutert: „Allerdings gibt es heute keine Sublimierung mehr. Um das zu verdeutlichen, vergleicht Marcuse, wie Künstler der Nachkriegsära und deren Vorgänger Sex darstellten und dramatisierten.“ In Charles Baudelaires „Les Fleurs du Mal“ oder Leo Tolstois „Anna Karenina“ wird sexuelle Lust eher sublimiert als erfüllt.</p>
<p>Vielleicht ist das beste Beispiel dieser sublimierten Sexualität ein Werk, das Herbert Marcuse nicht erwähnt: Richard Wagners „Tristan und Isolde“, in welchem Sex und Tod, Eros und Thanatos in ewiger Umarmung umschlugen sind. Stuart Jeffries ergänzt: „In solcherart sublimierten Kunstwerken ist nach Marcuse Erfüllung jenseits von Gut und Böse, jenseits gesellschaftlicher Moral und bleibt so jenseits der Reichweite des bestehenden Realitätsprinzips.“</p>
<p><strong>In der Industriegesellschaft ist die Sexualität schamlos</strong></p>
<p>Und Herbert Marcuse führt als Vergleichspunkt die Art und Weise an, wie Sexualität in Werken der fortgeschrittenen Industriegesellschaft dargestellt wird. Zum Beispiel ist die in Vladimir Nabokovs „Lolita“ dargestellte Sexualität in den Augen Herbert Marcuses unendlich realistischer, gewagter, hemmungsloser als in der klassischen oder romantischen Literatur. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Sie ist entsublimiert, unablässig präsent in ihrer banalen Ausdrücklichkeit, uninteressant und schamlos, nichts anderes als das, was sie ist. </p>
<p>Und was zwischen diesen beiden Literaturepochen verloren ging, war die Negation. Die frühere Epoche hatte Bilder, in denen die darin dargestellte Gesellschaft negiert wurde; die spätere hat diese Bilder nicht mehr. Jedenfalls war das laut Stuart Jeffries die Argumentation Herbert Marcuses. In der klassischen Literatur kommen Charaktere wie Prostituierte, Teufel, Verrückte, rebellierende Dichter vor – Charaktere, welche die bestehende Ordnung stören. In der Literatur der fortgeschrittenen Industriegesellschaft sind sie keine Bilder einer anderen Lebensweise mehr, sondern eher Launen und Typen desselben Lebens, die mehr als Affirmation denn als Negation der bestehenden Ordnung dienen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Lust und Realität passen nicht zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Sigmund Freud stammt der Gedanke, dass das Lustprinzip und das Realitätsprinzip sich feindlich gegenüberstehen. Ungehindertes Schwelgen in den biologischen und psychologischen menschlichen Bedürfnissen entspricht dem Lustprinzip. Es beeinträchtigt die Freiheit der anderen und muss daher durch Regeln und Disziplin, also dem Realitätsprinzip eingedämmt werden. Stuart Jeffries erläutert: „Folgt man Herbert Marcuse, dann ist in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften etwas geschehen, das so kontraintuitiv wie die Quadratur des Kreises und so unwahrscheinlich wie die Existenz des Steins der Weisen ist: Das Lustprinzip hat das Realitätsprinzip absorbiert.“ Der diabolische Geist, den Herbert&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Sigmund Freud stammt der Gedanke, dass das Lustprinzip und das Realitätsprinzip sich feindlich gegenüberstehen. Ungehindertes Schwelgen in den biologischen und psychologischen menschlichen Bedürfnissen entspricht dem Lustprinzip. Es beeinträchtigt die Freiheit der anderen und muss daher durch Regeln und Disziplin, also dem Realitätsprinzip eingedämmt werden. Stuart Jeffries erläutert: „Folgt man Herbert Marcuse, dann ist in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften etwas geschehen, das so kontraintuitiv wie die Quadratur des Kreises und so unwahrscheinlich wie die Existenz des Steins der Weisen ist: Das Lustprinzip hat das Realitätsprinzip absorbiert.“ Der diabolische Geist, den Herbert Marcuse in der eindimensionalen Gesellschaft am Werk sah, war so beschaffen, dass Lust zu einem Werkzeug der Unterdrückung wurde. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-5264"></span></p>
<p><strong>Die zur Schau gestellte Sexualität prägt die eindimensionale Gesellschaft</strong></p>
<p>In der eindimensionalen Gesellschaft sind Sex und zur Schau gestellte Sexualität überall anzutreffen. Infolgedessen verfällt der eindimensionale Mann auf den Gedanken, er sei in sexueller Hinsicht ein Revolutionär, der über Hemmungen und Ausflüchte aus der Vergangenheit triumphiert hat. Stuart Jeffries ergänzt: „Ein Faktor, der diese zur Schau gestellte Sexualität möglich machte, war nach Herbert Marcuse der Rückgang schwerer körperlicher Arbeit.“ </p>
<p>Herbert Marcuse schreibt: „Ohne dass er aufhört, ein Arbeitsinstrument zu sein, wird es dem Körper gestattet, seine sexuellen Züge in der alltäglichen Arbeitswelt und in den Arbeitsbeziehungen zur Schau zu stellen. Darin besteht eine der einzigartigen Leistungen der Industriegesellschaft – ermöglicht durch die Abnahme von schmutziger und schwerer körperlicher Arbeit.“ Stuart Jeffries gewinnt den Eindruck, die Deindustrialisierung und die entsublimierte Sexualität wären zu einem mürrischen, lüsternen Lambada über die Auslegeware am Arbeitsplatz vermischt worden. Der Arbeiter hat die Grubenhelm und die Sicherheitsschuhe gegen Minirock und exzentrische Stiefel eingetauscht.</p>
<p><strong>Das Persönliche ist das Politische</strong></p>
<p>Herbert Marcuse zog nicht die Möglichkeit sexueller Zurschaustellung als radikaler Aktion gegen eine solche Kommerzialisierung und Verdinglichung von weiblichen Körpern in Betracht. Und es ist unwahrscheinlich, dass er den Protest von Frauen gegen den eindimensionalen Mann und seine verdinglichende Sexualität erkannt hätte. Stuart Jeffries stellt fest: „Immerhin – wenn wir eines aus den 1960er Jahren gelernt haben, dann, dass das Persönliche das Politische ist.“</p>
<p>Sublimierung, also die Umlenkung sexueller Energie auf einen sozialeren, moralischeren oder ästhetischeren Zweck, ist alles andere als schlecht. Stuart Jeffries weiß: „Für Herbert Marcuse hat Sublimierung im Gegenteil utopische Potenz.“ Er dachte dabei unter anderem an den Künstler, der, Sigmund Freud zufolge, seine sexuellen Impulse in der Schaffung von Kunstwerken sublimiert. Sexuelle Energie zu sublimieren, ist etwas anderes als sie zu unterdrücken, aber beide Umgangsformen damit seien, so Freuds Vorstellung, Faktoren, ja sogar notwendige Faktoren der Kultur. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Für die Sexualität von Frauen gibt es Märkte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2023 02:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die körperliche Attraktivität und Sexualität von Frauen sind austauschbare Waren. Eva Illouz erläutert: „Mittels einer breiten Palette von Konsumgütern zur Verbesserung und Formung ihres Körpers arbeiten Frauen an ihrem Erscheinungsbild.“ Dieses investieren sie wiederum in vielfältige Märkte, um Kapital zu produzieren. Der Geldumlauf in diesen Märkten stützt eine symbolische Ökonomie. Diese macht die Sexualität und sexuelle Attraktivität zu einem Attribut von Weiblichkeit als echter, für den Blick produzierter Ware. Seine Visualität macht den Körper zu einer Konsummaschine, die Konsumobjekte formen. Der Look ist eine Form von Eigeninvestition, die durch Netzwerke&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die körperliche Attraktivität und Sexualität von Frauen sind austauschbare Waren. Eva Illouz erläutert: „Mittels einer breiten Palette von Konsumgütern zur Verbesserung und Formung ihres Körpers arbeiten Frauen an ihrem Erscheinungsbild.“ Dieses investieren sie wiederum in vielfältige Märkte, um Kapital zu produzieren. Der Geldumlauf in diesen Märkten stützt eine symbolische Ökonomie. Diese macht die Sexualität und sexuelle Attraktivität zu einem Attribut von Weiblichkeit als echter, für den Blick produzierter Ware. Seine Visualität macht den Körper zu einer Konsummaschine, die Konsumobjekte formen. Der Look ist eine Form von Eigeninvestition, die durch Netzwerke von Geld und Sexualität fließt. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-5110"></span></p>
<p><strong>Bilder sexueller Körper steigern deren Wert</strong></p>
<p>Eva Illouz stellt fest: „Wir können buchstäblich von einem kreuz und quer verlaufenden Netzwerk verschiedener Märkte sprechen, die sich im sexuellen Körper und sexuellen Austausch überschneiden.“ Diese Überschneidung bringt Märkte hervor, in denen man Wert durch die Aufwertung von Bildern sexueller Körper schafft. Diese dienen dem Konsum durch den Blick in ökonomischen und sexuellen Märkten. Dabei handelt es sich um eine kontinuierliche Maschinerie, die Schönheitsikonen und Konsumgegenstände in sexuell attraktive Körper verwandelt.</p>
<p>Diesen Umstand befeuert die Wirtschaft immer wieder neu, indem sie den attraktiven Körper in eine Quelle von Wert verwandelt. Eva Illouz weiß: „Der Blick ist ein essentielles Instrument für diese sexuellen und ästhetische Mehrwertschöpfung.“ Die Entstehung von Internet-Dating-Sites und sozialen Medien vergrößerte und intensivierte dieses Regime. Diese versetzten die Akteure in die Lage, ein idealisiertes und attraktives Selbst zu präsentieren, das auf einer Vielzahl visueller Plattformen weiträumig zirkuliert. </p>
<p><strong>Der weibliche Körper ist einer Kommerzialisierung unterzogen worden</strong></p>
<p>Diese Plattformen formalisieren die Vermarktung von Körpern und sexuellen Begegnungen. Dank der feministischen Theorie weiß man, dass die unbezahlte Arbeit von Frauen in der Familie entscheidend zur Entwicklung und Instandhaltung der kapitalistischen Maschine beiträgt. Eva Illouz erklärt: „Der Konsumkapitalismus nutzt Frauen anderes, nämlich durch die performative Arbeit der Produktion sexuell attraktiver Körper. In der Zivilgesellschaft des Industriekapitalismus verlangten die Männer, dass die weiblichen Körper „nur“ zum Zwecke der Ehe oder der Prostitution verkäuflich seien.“ </p>
<p>Im Konsumkapitalismus ist das anders. In der sozialen und ökonomischen Struktur, welche die Sexualität organisiert, ist der weibliche Körper einem pauschalen Prozess der Kommodifizierung, sprich Kommerzialisierung, unterzogen worden. Er setzt nun eine große Palette an Verbraucherpraktiken voraus. Und man verbreitet ihn in Märkten, die zugleich ökonomisch und sexuell, sexuell und matrimonial sind. Diese Aneignung des weiblichen sexualisierten Körpers stellt eine Enteignung von Wert im Sinne von Karl Marx dar. Eine Klasse – die Männer – zieht Wert aus den Körpern einer anderen Klasse – der Frauen. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die moderne Frau ist im Markt angesiedelt</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Oct 2023 01:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Konsumkultur hat die Ontologie der Sexualität in ein Theater des Selbst verwandelt, eine durch Konsumobjekte vermittelte sichtbare, öffentliche Darbietung. Eva Illouz erläutert: „Galt in der bürgerlichen Sexualität noch das Prinzip des Schlafzimmergeheimnisses, so ist die Sexualität heute eine sichtbare Eigenschaft des Selbst.“ Diese reguliert ein skopisches Konsumregime. Weiblichkeit ist beispielsweise eine visuelle Darbietung eine einem von Männern kontrollierten Markt, die sich an den männlichen Blick richtet und die Männer konsumieren. Die traditionelle weibliche Sexualität tauschte man gegen Geld und Macht der Männer ein. Die moderne Frau dagegen ist in&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konsumkultur hat die Ontologie der Sexualität in ein Theater des Selbst verwandelt, eine durch Konsumobjekte vermittelte sichtbare, öffentliche Darbietung. Eva Illouz erläutert: „Galt in der bürgerlichen Sexualität noch das Prinzip des Schlafzimmergeheimnisses, so ist die Sexualität heute eine sichtbare Eigenschaft des Selbst.“ Diese reguliert ein skopisches Konsumregime. Weiblichkeit ist beispielsweise eine visuelle Darbietung eine einem von Männern kontrollierten Markt, die sich an den männlichen Blick richtet und die Männer konsumieren. Die traditionelle weibliche Sexualität tauschte man gegen Geld und Macht der Männer ein. Die moderne Frau dagegen ist in einem Markt angesiedelt. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4931"></span></p>
<p><strong>Der attraktive Körper kann Kapital generieren</strong></p>
<p>In diesem Markt macht man es Frauen zur Pflicht, dass sie ihre Freiheit und Macht darauf verwenden, den sexuellen Wert ihres Körpers in eine ästhetische, symbolische und ökonomische Darbietung zu verwandeln. Eva Illouz erklärt: „Wenn der weibliche Körper demzufolge so weitgehend sexualisiert und kommodifiziert worden ist, dann deshalb, weil die Sexualisierung von ökonomischem und symbolischem Wert ist.“ Der attraktive Körper lässt sich in die Sphäre der Produktion zurückleiten und kann dort Kapital generieren.</p>
<p>Eine Form solchen Kapitals findet sich in der Fülle an Dienstleistungen und Branchen, die ein „angenehmes“, attraktives Äußeres erwarten. Eva Illouz nennt als Beispiele Kellnerinnen, Flugbegleiterinnen und PR-Vertreterinnen. Sie alle müssen über eine attraktive Optik verfügen, mithin über das, was Catherine Hakim in einem umstrittenen Aufsatz als „erotisches Kapital“ bezeichnet hat. So gesehen gehört die Sexualität zum Bereich der immateriellen Arbeit. Dabei handelt es sich um jenes Bündel an nicht greifbaren Fertigkeiten und Kompetenzen, die Akteure zum Arbeitsplatz mitbringen und die in manchen Fällen über die berufliche Position entscheiden.</p>
<p><strong>Die Medien präsentieren Sex in bildhafter Form</strong></p>
<p>Ashley Mears merkt an: „Die Unternehmen suchen zunehmend Beschäftigte, die den richtigen Look verkörpern.“ Die Bedeutung der Attraktivität für den Arbeitsplatz führt zu einer Form der Selbststeuerung, die der Selbstvermarktung gleicht. Also der bewussten Darstellung der eigenen Person als einer, die mit einer einzigartigen Kombination von Fertigkeiten und Attraktivität ausgestattet ist. Tatsächlich lässt sich das Self Branding als eine Form der affektiven immateriellen Arbeit verstehen. </p>
<p>Diese nehmen Individuen gezielt auf sich, um Aufmerksamkeit, Ansehen und potentiell Profit zu erlangen. Eva Illouz fügt hinzu: „Eine zweite Weise der Wertschöpfung durch das sexualisierte Selbst hat mit den Medienindustrien zu tun.“ Dort konsumiert man Sex und Sexualität in bildhafter Form. Im Jahr 1999 enthielten über zwei Drittel der Abendprogramme im Fernsehen sexuelle Inhalte, eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wenn Sex in den 1990ern ein entscheidendes Merkmal hatte, dann war es seine Allgegenwärtigkeit. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Frauen tauschen Sexualität gegen Macht</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-der-wert-des-koerpers.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Mar 2023 02:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Frauen tauschen in allen Gesellschaften, in denen ihnen soziale und ökonomische Macht fehlt, ihre Sexualität gegen die Macht der Männer ein. Diese These vertreten der Sozialpsychologe Roy Baumeister und die feministische Anthropologin Paola Tabet. Eva Illouz fügt hinzu: „Tabet nennt dies den ökonomisch-sexuellen Austausch.“ In solchen Gesellschaften tauschen Frauen sexuelle Dienste mit den Männern, von denen sie kontrolliert werden, zu unterschiedlichen Preisen. Diese bestehen im Normalfall aus einem langen Liebeswerben und Eheleben. Sie können aber auch die Form von Geschenken wie beim Dating oder die von Geld in der Prostitution&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Frauen tauschen in allen Gesellschaften, in denen ihnen soziale und ökonomische Macht fehlt, ihre Sexualität gegen die Macht der Männer ein. Diese These vertreten der Sozialpsychologe Roy Baumeister und die feministische Anthropologin Paola Tabet. Eva Illouz fügt hinzu: „Tabet nennt dies den ökonomisch-sexuellen Austausch.“ In solchen Gesellschaften tauschen Frauen sexuelle Dienste mit den Männern, von denen sie kontrolliert werden, zu unterschiedlichen Preisen. Diese bestehen im Normalfall aus einem langen Liebeswerben und Eheleben. Sie können aber auch die Form von Geschenken wie beim Dating oder die von Geld in der Prostitution annehmen. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4379"></span></p>
<p><strong>Der weibliche Körper bekam einen enormen wirtschaftlichen Wert</strong></p>
<p>Nach den 1970er Jahren und in der sich anschließenden Konsumwirtschaft fanden zwei entscheidende Veränderungen statt. Eva Illouz kennt sie: „Dank der Antibabypille herrschte praktisch uneingeschränkter sexueller Zugang zu Frauen, der die Männer nur noch sehr wenig, nämlich weder eine Ehe noch eine aufwendige Werbung, noch auch nur eine Reihe von Rendezvous kostete. Und zweitens schuf die von den Medien- und Modebranchen betriebene Sexualisierung des weiblichen Körpers einen beachtlichen wirtschaftlichen Wert, von dem zumeist – aber nicht ausschließlich – Männer profitierten.“</p>
<p>Die britische Politikwissenschaftlerin Carole Pateman bringt es auf die knappe Formel: „Es existiert ein riesiger, millionenschwerer Handel mit Frauenkörpern.“ Es dürfte allerdings eher ein milliardenschwerer Handel sein. Die Sexualität entwickelte sich zu einer bezahlten wie unbezahlten Quelle von Mehrwert für eine Reihe von einflussreichen Industrien in Männerhand. Möglich gemacht wurde der wirtschaftliche Wert des weiblichen Körpers durch dessen Verwandlung in eine handelbare visuelle Größe. </p>
<p><strong>Ashley Mears prägt den Begriff „Look“</strong></p>
<p>Eva Illouz erklärt: „Neue Normen der Attraktivität wurden über ein ausgedehntes Netz an Branchen verbreitet. Von Beginn des 20. Jahrhunderts an propagierten die Massenmedien und der industrielle Komplex von Mode und Kosmetik Bilder schöner und eleganter Frauen in unbekanntem Ausmaß.“ Diese Bilder brachten neue Normen von Attraktivität hervor, deren Anziehungskraft über klassenbasierte Kleidungskodes hinaus allgemein funktionierte. Ihren Wirkmechanismus bezeichnet die Soziologin Ashley Mears als „den Look“, womit eine Mischung aus Kleidungsstil, Ausstrahlung und Figur gemeint ist. </p>
<p>Der individuelle Körper wurde somit in einem Prozess der Spektakularisierung zu einer rechtmäßig handelbaren Ware gemacht, zu einem Bild, das öffentliche Körperbilder nachahmte und spiegelte. In Prozeduren der Erzeugung und Präsentation des eigenen Selbst schlagen sich stets die vorherrschenden wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Zeit nieder. Sexuelle Attraktivität ist eine neue Weise, wie sich der Körper mittels visueller Mediensymbole und Konsumgegenstände selbst in Szene setzen kann. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jan 2023 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Ungewissheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität befördert heute wie am Fließband neue Konsumgepflogenheiten und technologische Praktiken. „Sexuelle Praktiken und Interaktionen sind Teil der Ökonomie geworden“, wie Adam Green zu Recht feststellt. Das sexuelle Objekt, von Sigmund Freud als ein Bündel unbewusster&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität befördert heute wie am Fließband neue Konsumgepflogenheiten und technologische Praktiken. „Sexuelle Praktiken und Interaktionen sind Teil der Ökonomie geworden“, wie Adam Green zu Recht feststellt. Das sexuelle Objekt, von Sigmund Freud als ein Bündel unbewusster Triebe gefasst, verwandelte später diese Triebe in die Wahrheit der Begierden. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4194"></span></p>
<p><strong>Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert</strong></p>
<p>Eva Illouz stellt fest: „Im Zuge seiner Vereinnahmung durch den Konsumentenmarkt und die Technologie entwickelte sich der sexuelle Körper zu einem so beeindruckenden wie unzureichend begriffenen Produzenten ökonomischen Mehrwerts.“ Das ökonomisch-sexuelle Subjekt ist das eigentliche Subjekt der Moderne. Es realisiert seine Individualität dadurch, dass es wünscht und begehrt, dass es ständige eine Wahl und immer öfter auch eine Nichtwahl trifft. </p>
<p>Und all dies trägt sich in einer intimitätsgesättigten Konsumsphäre und einer kommodifizierten Privatsphäre zu. Es ist praktisch unmöglich, Sexualität und Liebe von den Arenen des Konsums und der Technologie zu trennen, in denen sie sich entfalten. Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert, während zugleich Waren mit der Erzeugung sexuellen Begehrens verwoben sind. In ihrer Kombination bringen sexuelle und ökonomische Formeln des Handelns ein Hypersubjekt hervor, wie Eva Illouz es nennen möchte. Nämlich ein Subjekt, das ebenso durch das Haben von Bedürfnissen und Begierden wie durch die Praktiken zu deren Befriedigung definiert ist. </p>
<p><strong>Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt</strong></p>
<p>Die Hypersubjektivität gründet allerdings auf einem Paradox. Sie löst eine ontologische Ungewissheit aus, das heißt eine Ungewissheit über die schiere Natur des Selbst. Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt. Nämlich der Aufwertung, der Bewertung und der Abwertung, die alle drei von der immer noch mächtigen ökonomischen und symbolischen Herrschaft von Männern über Frauen bestimmt werden. Diese drei Prozesse sind gleichermaßen ökonomischer, kognitiver und kultureller Natur.</p>
<p>Sie markieren ein neues Stadium in der Geschichte des Kapitalismus und der Intimbeziehungen. Eva Illouz erläutert: „Aufwertung bezeichnet den Prozess, Wert durch ökonomische oder symbolische Mechanismen zu erzeugen. So wie die Ausstellung der Werke einer Künstlerin in einem bedeutenden Museum deren ökonomischen Wert steigert.“ Eine Bewertung vorzunehmen ist die Aktivität, den Wert eines Gegenstandes abzuschätzen, zu vergleichen und zu messen. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erotische Liebe entfaltet eine extreme Lust</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Oct 2022 01:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Auffällig an Sigmund Freuds Psychoanalyse ist für Peter Trawny ein offenbar fehlendes Verständnis der Liebe diesseits oder jenseits des Eros als „Triebbefriedigung“. Gibt es eine Psychoanalyse der Liebe, die sich nicht in genitaler Sexualität verdichtet? Anders gesagt: Sigmund Freuds Kulturtheorie wirft die Frage auf, ob und inwiefern es sinnvoll ist, Liebe von genitaler Sexualität zu unterscheiden. Denn dass etwas wie Liebe von Sexualität unterschieden werden kann, mag möglich sein. Doch müsste sie dann auf die Sexualität zurückgeführt werden, als eine ihrer Sublimierungen? Sigmund Freud kommt im „Unbehagen in der Kultur“&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auffällig an Sigmund Freuds Psychoanalyse ist für Peter Trawny ein offenbar fehlendes Verständnis der Liebe diesseits oder jenseits des Eros als „Triebbefriedigung“. Gibt es eine Psychoanalyse der Liebe, die sich nicht in genitaler Sexualität verdichtet? Anders gesagt: Sigmund Freuds Kulturtheorie wirft die Frage auf, ob und inwiefern es sinnvoll ist, Liebe von genitaler Sexualität zu unterscheiden. Denn dass etwas wie Liebe von Sexualität unterschieden werden kann, mag möglich sein. Doch müsste sie dann auf die Sexualität zurückgeführt werden, als eine ihrer Sublimierungen? Sigmund Freud kommt im „Unbehagen in der Kultur“ auch auf die Nächstenliebe zu sprechen. Sie wird ausdrücklich zurückgewiesen: „Wenn ich einen anderen liebe, muss er es auf irgendeine Art verdienen.“ Peter Trawny gründete 2012 das Matin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, dessen Leitung er seitdem innehat. <span id="more-3961"></span></p>
<p><strong>Das Christentum ächtet die Geschlechtsliebe als Sünde</strong></p>
<p>Peter Trawny stellt fest: „Bemerkenswert, dass Freud eine ökonomische Sprache zu pflegen beginnt, wenn er Liebe nicht mit genitaler Sexualität verbindet. Andererseits scheint es genau diese Ökonomie zu sein, die eine solche Liebe mit Triebbefriedigung teilt.“ Doch es geht nicht darum, gegen Sigmund Freud die Nächstenliebe aufzuwerten. Vielmehr ist die Frage, ob Freud mit diesen ökonomischen Kriterien der Liebe überzeugend erfasst. Sigmund Freud hat zunächst recht. Im europäischen Geistesleben wurde niemals gelöste Sexualität propagiert. </p>
<p>Liest man Philosophen wie Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Arthur Schopenhauer oder Friedrich Nietzsche, dann wir der Beischlaf nie als Quelle des Genusses, sondern lediglich als Fortpflanzungsmittel verstanden. Peter Trawny fügt hinzu: „Das gilt ebenso für das Christentum, in dem die Geschlechtsliebe als Sünde geächtet wurde, die als Übel in der Fortpflanzung weiter vererbt wird.“ Recht hat Sigmund Freud natürlich auch damit, dass der Vollzug der erotischen Liebe eine unvergleichliche Lust entfalten kann.</p>
<p><strong>Ein intensives Sexualleben macht glücklich</strong></p>
<p>Es ist laut Peter Trawny nicht falsch, ein intensives Sexualleben glücklich zu nennen. Ja, man muss Sigmund Freud darin zustimmen, dass eine Liebesbeziehung ohne jede Sexualität nicht glücklich genannt werden kann, wenn sie überhaupt Liebesbeziehung genannt werden könnte. Gewiss hat das Leben in dieser Hinsicht eine natürliche Neigung, ganz abwesend ist die Sexualität im Leben nie. Zu fragen ist aber, ob schon jede bloße Sexualität Liebe genannt werden kann, falls nicht, was das bedeutet.</p>
<p>Allerdings droht an dieser Stelle eine bekannte Gefahr. Denn die Sexualität von einer über sie hinausgehenden Liebe abhängig zu machen, erinnert an die Heuchelei alter Betschwestern. Danach schläft man nur mit jemandem, den man auch heiratet. Sigmund Freud hatte allen Grund, diese Moral für lächerlich zu halten. Dennoch wirft die Nicht-Identität von Liebe und genitaler Sexualität die Frage nach ihrem Verhältnis auf. Kann man nur mit dem lustvoll kopulieren, den man liebt? Oder kann man nur die lieben, mit der ich sexuell intensiv interagiere. Quelle: „Philosophie der Liebe“ von Peter Trawny</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In der Liebe herrscht oft ziemliches Chaos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 01:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim was das „ganz normale Chaos der Liebe“ eine Quelle positiver Sozialität. Das heißt, eine Quelle der Improvisation und der produktiven Relationalität. Eva Illouz dagegen sieht das Chaos als eine Quelle negativer Sozialität, eine Neuordnung und Bildung der Handhabung von Beziehungen durch Ungewissheit. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose muss man auch das persönliche Verständnis von Kultur überdenken. Eva Illouz stellt fest: „In der traditionellen Anthropologie und Soziologie formt die Kultur soziale Bindungen durch Rollen, Normen, Rituale und soziale Drehbücher. Mithin durch positive Gebote der Zugehörigkeit,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim was das „ganz normale Chaos der Liebe“ eine Quelle positiver Sozialität. Das heißt, eine Quelle der Improvisation und der produktiven Relationalität. Eva Illouz dagegen sieht das Chaos als eine Quelle negativer Sozialität, eine Neuordnung und Bildung der Handhabung von Beziehungen durch Ungewissheit. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose muss man auch das persönliche Verständnis von Kultur überdenken. Eva Illouz stellt fest: „In der traditionellen Anthropologie und Soziologie formt die Kultur soziale Bindungen durch Rollen, Normen, Rituale und soziale Drehbücher. Mithin durch positive Gebote der Zugehörigkeit, Identifikation, regulären Durchführung oder sogar der Improvisation. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-3956"></span></p>
<p><strong>Beziehungen sind von allgegenwärtigen Ungewissheiten geprägt</strong></p>
<p>In negativen Beziehungen ringen die Akteure mit der Undefinierbarkeit und der Bedeutung ihrer eigenen Handlungen. Die Kultur der Gegenwart nimmt zunehmend die Form einer Ratgeber- oder Selbsthilfekultur an. Das geschieht gerade deshalb, weil in den Bereichen der Liebe, Elternschaft und Sexualität nur wenige kulturelle Schemata das Handeln auf bindende Weise anleiten und Männer und Frauen dazu nötigen, sich an akzeptierte Regeln und Normen zu halten. Die Selbsthilfekultur und die psychologische Beratung bringen Skripte für Relationalität in Umlauf. </p>
<p>Dabei gehen die Skripte allerdings nicht von einer Reihe geordneter und heiliger Symbole aus, sondern von der Sozialität, die von Ungewissheit beherrscht ist. Eva Illouz erläutert: „Die psychologische Selbststeuerung ist nichts anderes als der Umgang mit einer allgegenwärtigen Ungewissheit in zwischenmenschlichen Beziehungen, in denen sexuelle Freiheit und Lust, die beide der Grammatik des Marktes gehorchen, gegen psychische Gewissheit eingetauscht worden sind.“ </p>
<p><strong>Gelegenheitssex kann eine lustvolle Erfahrung sein</strong></p>
<p>Der Gelegenheitssex ist zum Paradigma der negativen Sozialität geworden. Ging es in der „klassischen Wahl“ um die Auswahl und Einstufung, um den Ausschluss und die Vereinzelung eines Objekts, wird die sexuelle Nichtwahl entweder via Akkumulation, das heißt durch die Praxis des Hortens oder durch die Entsorgung eines Sexualobjekts nach seinem Genuss erreicht. Die Fülle und Austauschbarkeit der Partner sind die beiden Operationsmodi einer freien Sexualität, die von der Nichtwahl und der negativen Sexualität geleitet wird.  </p>
<p>Eva Illouz weiß: „Für Sigmund Freud verdankt sich Lust einer Beherrschung der Stimuli, und Schmerz entbrennt, wenn das Ich ein äußeres Ereignis nicht beherrschen kann, wenn die Stimuli das Selbst mit Desorganisation bedrohen.“ Gelegenheitssex ist eine lustvolle Erfahrung, solange er beiden Seiten ein Gefühl der Beherrschung, Autonomie und Kontrolle gewährt. Oft aber bewirkt er bei mindestes einem Teil des interagierenden Paars das Gegenteil, nämlich die Erfahrung der Desorganisation des Selbst und der Ungewissheit. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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