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	<title>Sex &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Sex wurde buchstäblich „verbilligt“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Aug 2024 01:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die feministische Historikerin Alice Echols bestand das Hauptziel der zweiten Frauenbewegung darin, Strategien gegen die „kulturelle Aufwertung des Mannes und die Abwertung der Frau“ zu entwickeln. Eva Illouz stellt fest: „Doch während Frauen einige noch bescheidene Geländegewinne in den Bereichen der Wirtschaft und der Politik erlangen, scheinen sie auf sexuell-romantischem Gebiet einem ernsthaften Abwertungsprozess unterlegen zu sein.“ Viele Feministinnen und Experten für Sexualökonomie haben eine solche Abwertung festgestellt. Ihrer Analyse zufolge wurde Sex buchstäblich durch die Tatsache, dass Männer für Sex nicht mehr bezahlen müssen, „verbilligt“. Für Mark Regnerus&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für die feministische Historikerin Alice Echols bestand das Hauptziel der zweiten Frauenbewegung darin, Strategien gegen die „kulturelle Aufwertung des Mannes und die Abwertung der Frau“ zu entwickeln. Eva Illouz stellt fest: „Doch während Frauen einige noch bescheidene Geländegewinne in den Bereichen der Wirtschaft und der Politik erlangen, scheinen sie auf sexuell-romantischem Gebiet einem ernsthaften Abwertungsprozess unterlegen zu sein.“ Viele Feministinnen und Experten für Sexualökonomie haben eine solche Abwertung festgestellt. Ihrer Analyse zufolge wurde Sex buchstäblich durch die Tatsache, dass Männer für Sex nicht mehr bezahlen müssen, „verbilligt“. Für Mark Regnerus ist kostenloser Sex das Resultat verschiedener charakteristischer Errungenschaften. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-5589"></span></p>
<p><strong>Sex hat nichts mit Reproduktion zu tun</strong></p>
<p>Erstens zählt dazu die breiten Inanspruchnahme der Pille sowie die von ihr herrührende Mentalität, dass Sex natürlicherweise nichts mit Reproduktion zu tun hat. Dazu kommt zweitens die massengefertigte hochentwickelte Pornografie und drittens die Entstehung und Weiterentwicklung von Online-Dating-Services. Eva Illouz ergänzt: „Mark Regnerus bezeichnet alle drei Faktoren beschönigend als „Preisdrücker“, insofern sie die Kosten und den Wert des Datings, des Sexes und, wie man vermuten darf, von Frauen senken.“</p>
<p>Doch übergeht diese Erklärung nonchalant, dass Männer sehr viele Aktivitäten sehr wohl wertschätzen, für die sie nichts bezahlen – Gottesdienstbesuche, ehrenamtliche Arbeit, Strandspaziergänge. Eva Illouz erklärt: „Sie bietet uns daher keinen Grund dafür an, warum Sex mit Frauen und Frauen selbst keinen oder weniger Wert besitzen, sobald Männer nicht mehr dafür bezahlen müssen.“ Gerade die Tatsache, dass unbezahlter Sex die Abwertung von Frauen impliziert, ist erklärungsbedürftig. </p>
<p><strong>Der weibliche Körper wird oft abgewertet</strong></p>
<p>Eva Illouz weiß: „Erniedrigende Witze über die Körper von Frauen, Verachtung für übergewichtige Frauen, das Schlechtmachen von Frauen, die so alt sind wie man selbst oder älter, die Bevorzugung junger Frauen, Vergewaltigungen bei Rendezvous, die Parzellierung des weiblichen Körpers, die Statussuche durch die undifferenzierte Anhäufung von Sexualpartnerinnen, die Erstellung von Werthierarchien auf der Grundlage von Schönheit und Schlankheit – all dies sind sehr weit verbreitete Routinestrategien zur Abwertung des weiblichen Körpers und Selbst.“</p>
<p>Doch gelten sie oft als harmlose und unvermeidliche Risiken der Partnersuche, und es sind die Frauen, welche die seelische Hauptlast tragen, sie etwa mittels Selbsthilfeliteratur oder psychologischer Beratung zu bewältigen. Eva Illouz betont: „Sexuelle Begegnungen können erschütternde Erfahrungen verringerten Selbstwertgefühls verursachen, und wenn manche oder die meisten Menschen ihre Suche glücklich beenden, nimmt das der Tatsache nichts von ihrem Gewicht, dass die Abwertung ein Wesensbestandteil des Sexuallebens geworden zu sein scheint.“ Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Beziehungen sind wie ein klassisches Drama</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 01:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen scheuen sich vor Selbstverantwortung. Denn diese zieht die Notwendigkeit einer Veränderung nach sich, die sie fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Michael Lehofer erklärt: „Veränderung gehört nicht zum Grundkonzept von erwachsenen Menschen. Wir verändern uns nur, um nichts ändern zu müssen. In wie vielen Beziehungen bittet ein Teil den anderen, er möge diese Eigenschaft oder jenes Verhalten ändern!“ Doch Veränderung passiert erst, wenn ein Abbruch der Beziehung droht. Man verändert sich, damit sich nichts ändert. Es wäre schön, wenn sich Menschen auch nach der Jugend den Anfragen des&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen scheuen sich vor Selbstverantwortung. Denn diese zieht die Notwendigkeit einer Veränderung nach sich, die sie fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Michael Lehofer erklärt: „Veränderung gehört nicht zum Grundkonzept von erwachsenen Menschen. Wir verändern uns nur, um nichts ändern zu müssen. In wie vielen Beziehungen bittet ein Teil den anderen, er möge diese Eigenschaft oder jenes Verhalten ändern!“ Doch Veränderung passiert erst, wenn ein Abbruch der Beziehung droht. Man verändert sich, damit sich nichts ändert. Es wäre schön, wenn sich Menschen auch nach der Jugend den Anfragen des Lebens gegenüber öffnen könnten. Beziehungen sind wie ein klassisches Drama, in dem in allen Akten nur ein Problem bearbeitet wird. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II. <span id="more-5460"></span></p>
<p><strong>Über Sex in Beziehungen wird sehr kontrovers gedacht</strong></p>
<p>Das Problem, das viele Menschen in ihren Beziehungen haben, ist nie das Gemeinsame, sondern stets das Eigene, das ihnen im anderen entgegenkommt, von ihm getriggert wird. Michael Lehofer weiß: „Nicht wenige Menschen haben zahlreiche Beziehungsversuche hinter sich und ziehen sich frustriert zurück. Doch eigentlich sind sie es selbst, die sich in all ihren Partner begegnen. Wir haben alle nur ein Problem, und das sind wir selbst.“ Wie wichtig ist Sex in Beziehungen? Darüber wird sehr kontrovers gedacht.</p>
<p>Viele glauben, es sei von entscheidender Bedeutung, wie Paare Sexualität leben. Michael Lehofer erläutert: „Zweifelsohne ist guter Sex – was auch immer das ist – etwas, das die meisten Menschen, zumindest die meiste Zeit ihres Lebens, als persönliches Bedürfnis anerkennen.“ Und Bedürfnisbefriedigung ist ein Hauptargument, warum Menschen Beziehungen suchen und eingehen. Andere wiederum behaupten, Sex sei überbewertet. Diese Ansicht wird durch den Umstand gestützt, dass Paare mit gut „funktionierender“ Sexualität keine bessere Prognose haben als jene, auf die das nicht zutrifft.</p>
<p><strong>Tiefe Freundschaft ist der Schlüssel zu einer stabilen Partnerschaft</strong></p>
<p>Michael Lehofer betont: „Tatsächlich gibt es nicht wenige gute Paarbeziehungen, in denen die Partner gar keinen Sex mehr miteinander haben.“ Es ist eine Tatsache, dass eine Beziehung viele Bedürfnisse befriedigen sollte, nicht nur die sexuellen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass tiefe Freundschaft der goldene Schlüssel zu einer stabilen Partnerschaft ist. Und nicht der Sex. Allerdings kann man gerade in dieser Hinsicht nicht verallgemeinern: Der Sex spielt in manchen Partnerschaften eine zentrale Rolle, in anderen wieder nicht.</p>
<p>Sexualität ist so ziemlich das Privateste, was man sich vorstellen kann, vergleichbar nur mit spirituellen Vorstellungen. Michael Lehofer stellt fest: „In unserer heutigen Zeit, in der Pornografie eine klare Vorgabe bietet, wie Sex auszuschauen hat, ist das auf den ersten Blick erstaunlich.“ Aber das Sexualleben eines Menschen ist von mannigfaltigen Aspekten bestimmt, Prägungsangeboten sozusagen, von denen man sich nur äußerst schwer emanzipieren kann. Quelle: „40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer“ von Michael Lehofer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Markenselbst prägt die Begegnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2024 01:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die visuelle Bewertung prägt die romantische Begegnung und ist eine ihrer Grundvoraussetzungen. Eva Illouz erläutert: „Aber angesichts der Tatsache, dass die Menschen nicht mit ihrem Selbst, sondern mit ihrem Markenselbst aufeinandertreffen – dem besten Erscheinungsbild, das sie nach außen kehren –, prägt auch die nichtvisuelle Bewertung persönlicher Eigenschaften ihre Begegnung. Insbesondere wenn sie feststellen wollen, ob sie in Fragen des Geschmacks und Lebensstils und in ihren psychischen Dimensionen zueinander passen.“ Bedingt durch den Einfluss von Internet-Dating-Sites nimmt eine solche Bewertung zunehmend die Form eines Vorstellungsgesprächs an, das wie sein visuelles&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die visuelle Bewertung prägt die romantische Begegnung und ist eine ihrer Grundvoraussetzungen. Eva Illouz erläutert: „Aber angesichts der Tatsache, dass die Menschen nicht mit ihrem Selbst, sondern mit ihrem Markenselbst aufeinandertreffen – dem besten Erscheinungsbild, das sie nach außen kehren –, prägt auch die nichtvisuelle Bewertung persönlicher Eigenschaften ihre Begegnung. Insbesondere wenn sie feststellen wollen, ob sie in Fragen des Geschmacks und Lebensstils und in ihren psychischen Dimensionen zueinander passen.“ Bedingt durch den Einfluss von Internet-Dating-Sites nimmt eine solche Bewertung zunehmend die Form eines Vorstellungsgesprächs an, das wie sein visuelles Gegenstück zumeist auf eine binäre Form der Bewertung hinausläuft. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-5447"></span></p>
<p><strong>Das Vorstellungsgespräch hat in die Begegnung Einzug gehalten</strong></p>
<p>Die im Unternehmen so verbreitete Form des Vorstellungsgesprächs hat in die romantische Begegnung Einzug gehalten, um geeignete Kandidaten herauszufiltern und zu disqualifizieren. Eva Illouz fügt hinzu: „Eine offene Sexualität, die durch Dating-Technologien in einem offenen Markt organisiert wird, erzeugt das Problem der Bewertung von Menschen.“ Das durch die Technologie ermöglichte Überangebot an potentiellen Partnern führt dazu, dass die Bewertung einen formalen Charakter annimmt, wie bei einem „Vorstellungsgespräch“, das möglichst effizient ungeeignete Kandidaten aussortieren soll.</p>
<p>Eva Illouz erklärt: „Weil die potenziellen Partner entkontextualisiert, das heißt aus ihren sozialen Zusammenhängen herausgelöst sind, werden die Akteure zu rein selektiven und bewertenden Akteuren.“ Diese versuchen, den Wert einer Person in einem abstrakten Kontext zu ermessen, der seinerseits eine abstrakte Warenform hat. In der gleichen Weise, wie Unternehmen abstrakte Räume oder Cafés, Bars und Restaurants standardisierte abstrakte Räume des Konsums sind. Auch nehmen die Fragen oft die Form eines standardisierten Tests an. </p>
<p><strong>Sex und Romantik finden in Konsumumgebungen statt</strong></p>
<p>Für die Partnersuchenden ist das Vorstellungsgespräch äquivalent zu einer Prüfung, die man bestehen oder bei der man durchfallen kann. Eva Illouz stellt fest: „Während die Fragesteller nicht immer eine klare Vorstellung von ihren eigenen Präferenzen haben, wissen sie sehr genau, was sie nicht wollen, und greifen in diesen Situationen leicht zum Verdikt durchgefallen.“ Sie drücken damit ihre persönliche Matrix von Vorlieben und Urteilen durch Nichtwählen aus, die einem Wischer nach links auf Tinder entsprechen.</p>
<p>Sexuelle und romantische Transaktionen setzen nicht nur vorgängige Akte des Konsums voraus und finden in Konsumumgebungen statt. Die Partner werden auch als Konsumenten bewertet. Eva Illouz weiß: „Eine der tiefgreifendsten und soziologisch bedeutendsten Veränderungen bei der Herausbildung von Liebesgefühlen und -beziehungen im 20. Jahrhundert besteht in der untrennbaren Abhängigkeit der romantischen Interaktionen von Konsumvorlieben.“ Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sexyness ist das Resultat neuer Ideologien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 01:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Der sexuelle Körper steht im Mittelpunkt der weitverbreiteten Faszination durch Sex und alles sexuelle Explizite in Print- und Rundfunkmedien. Laut Walter Benjamin zirkuliert das Sexualobjekt in vielen Versionen seiner selbst in einer Konsumkultur, die das Bewerben und Verkaufen von Gütern erotisiert. „Sexyness“ ist das Resultat neuer Ideologien der Sexualität als einer Warenform und das Selbst als eines Bilds. Eva Illouz ergänzt: „Sexyness lebt von Konsumgegenständen, mit denen der sexuelle Körper enthüllt, zur Schau gestellt und betont wird. Sie deutet auf den begehrenswerten nackten Körper, den konsumierbare Kleidungsstücke zu erkennen geben&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der sexuelle Körper steht im Mittelpunkt der weitverbreiteten Faszination durch Sex und alles sexuelle Explizite in Print- und Rundfunkmedien. Laut Walter Benjamin zirkuliert das Sexualobjekt in vielen Versionen seiner selbst in einer Konsumkultur, die das Bewerben und Verkaufen von Gütern erotisiert. „Sexyness“ ist das Resultat neuer Ideologien der Sexualität als einer Warenform und das Selbst als eines Bilds. Eva Illouz ergänzt: „Sexyness lebt von Konsumgegenständen, mit denen der sexuelle Körper enthüllt, zur Schau gestellt und betont wird. Sie deutet auf den begehrenswerten nackten Körper, den konsumierbare Kleidungsstücke zu erkennen geben und heraufbeschwören.“ Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4616"></span></p>
<p><strong>Sexyness ist demokratischer als Schönheit</strong></p>
<p>Sexy zu sein heißt, bestimmte Arten von Kleidung – Jeans zum Beispiel – auf eine bestimmte Weise zu tragen – enganliegend zum Beispiel. Sexyness ist demokratischer als Schönheit, weil sie einer größeren Zahl von Menschen offensteht, den Gutaussehenden und den von Haus aus nicht so Hübschen. Und weil sie das Ergebnis einer Selbstinszenierung ist und nicht von angeborener Schönheit, macht sie den Konsum zu einem permanenten Merkmal der Selbsterfahrung. Sexuellen Attraktivität wird performativ durch Konsumartikel und -praktiken hergestellt und ist somit eine ökonomische Leistung.</p>
<p>Sport, Mode, Kosmetik, medizinische und pharmazeutische Produkte verwandeln den Körper in eine Oberfläche, die visuell sexuelles Begehren auslöst und als definiertes Objekt konsumierbar werden soll. Eva Illouz stellt fest: „Der sexuelle Blick erfasst Gegenstände und Personen als eine einzige Einheit und stellt durch die kulturelle Kategorie des sexy attraktiven Körpers, in dem sich Sexualität und Konsum wechselseitig dem Blick darbieten, eine nahtlose Kontinuität zwischen beiden her.“ </p>
<p><strong>Die sexuelle Begegnung ist eine Inszenierung</strong></p>
<p>„Feminität“ oder „Maskulinität“ sind Konsumstile, die einer visuellen Logik der Anerkennung des Verbrauchers folgen. Wie der französische Autor und Künstler Guy Debord sagte: „Die Gesellschaft des Spektakels ist keine bloße Ansammlung von Bildern, sie ist vielmehr ein durch Bilder vermitteltes soziales Verhältnis.“ Dies gilt nirgendwo mehr als in der sexuellen Begegnung, bei der es sich allerdings um eine Inszenierung der Partnerbindung durch Persönlichkeitsbilder handelt, die selbst auf Konsumgegenstände verweisen und von diesen inszeniert werden. </p>
<p>Eva Illouz erläutert: „Die sexuelle Identität ist in die Ästhetisierung der alltäglichen Erfahrung durch Konsumgegenstände, die den Körper in eine visuelle und ästhetische Ware verwandelt, eingeschrieben.“ Zu Recht erinnert der Kunsthistoriker Nicolas Mirzoeff daran, dass das Subjekt des Sehens zugleich das Objekt des Gesehenwerdens ist. Der visuelle sexuelle Akteur ist Experte darin, anderen als visuellen Oberflächen zu begegnen. Zugleich ist ihm bewusst, dass er Gegenstand der visuellen Bewertung durch andere ist. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sex dient nicht mehr nur der Fortpflanzung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse-2.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Stuart Jeffries erklärt: „Eine der Institutionen, die dem Ende repressiver Kultur und der Freisetzung libidinöser Energie zum Opfer fallen würden, so die verlockende Verheißung Herbert Marcuses, wäre die SSKleinfamilie, die in Amerika der 1950er Jahre geradezu Kultstatus hatte.“ Herber Marcuse schreibt: „Der Körper in seiner Gesamtheit würde ein Objekt der Besetzung, ein Ding, dessen man sich erfreuen kann – ein Instrument der Lust.“ Laut Herbert Marcuse würde diese Veränderung im Wert und im Ausmaß der libidinösen Beziehungen zu einer Auflösung der Institutionen führen, in denen die privaten zwischenmenschlichen Beziehungen organisiert&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stuart Jeffries erklärt: „Eine der Institutionen, die dem Ende repressiver Kultur und der Freisetzung libidinöser Energie zum Opfer fallen würden, so die verlockende Verheißung Herbert Marcuses, wäre die SSKleinfamilie, die in Amerika der 1950er Jahre geradezu Kultstatus hatte.“ Herber Marcuse schreibt: „Der Körper in seiner Gesamtheit würde ein Objekt der Besetzung, ein Ding, dessen man sich erfreuen kann – ein Instrument der Lust.“ Laut Herbert Marcuse würde diese Veränderung im Wert und im Ausmaß der libidinösen Beziehungen zu einer Auflösung der Institutionen führen, in denen die privaten zwischenmenschlichen Beziehungen organisiert waren, besonders betroffen wäre die monogame und patriarchale Familie. Sex stünde hinfort nicht mehr „im Dienst der Fortpflanzung,“ sondern hätte die „Funktion der Lustgewinnung aus Körperzonen“. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3406"></span></p>
<p><strong>Erich Fromm stellt das Ideal eines „produktiven Menschen“ vor</strong></p>
<p>Und damit nicht genug: Nicht nur der gesamte Körper würde erotisiert, sondern auch alles, was man tue – soziale Beziehungen, Arbeit, Kulturschaffen. Noch verblüffender ist, was Herbert Marcuses nichtrepressive Kultur für die Begriffe Produktion und erfüllende Arbeit bedeutet. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel hatte der Mensch seine Identität durch produktive Tätigkeit, durch Leistung verwirklicht, indem „er sich aus der Nacht der Möglichkeit in den Tag der Gegenwart übersetzt“. Und auch Karl Marx hatte betont, dass zur Selbstverwirklichung als Mensch die Herstellung von etwas gehöre. </p>
<p>Schließlich hatte Erich Fromm das Ideal eines „produktiven Menschen“ vorgestellt, einen normativen Charakter, der in dem Ausmaß lebendig ist, wie er „seine spezifisch menschlichen Kräfte zum Ausdruck bringt“. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Für Herbert Marcuse hingegen verstärkte diese Betonung der Produktion die kapitalistische Arbeitsethik und das Leistungsprinzip. Sein Argument zeigt, wie weit sich die Kritische Theorie von der marxistischen Orthodoxie entfernt hatte. </p>
<p><strong>Die Trennung von Arbeit und Spiel muss überwunden werden</strong></p>
<p>Karl Marx wurde hier tatsächlich als Philosoph dargestellt, der sich der kapitalistischen Ideologie annäherte, indem er sich für Selbstverwirklichung durch Arbeit aussprach. Das eigentliche Angriffsziel Herbert Marcuses war jedoch nicht Karl Marx, sondern Erich Fromm. Marcuse war der Meinung, Fromm hätte in seine Kritik des kapitalistischen Systems kapitalistische Werte hineingeschmuggelt – ein Punkt, den er später im Zuge eines erbitterten Streits zwischen den beiden Männern noch weiter ausformulierte.  </p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Allerdings war Marcuse nicht lediglich ein Hedonist, der sich dafür aussprach, dass wir lieber spielen als arbeiten sollen. Er forderte vielmehr, dass die Trennung von Arbeit und Spiel überwunden werden müsse.“ In der Nachfolge von Friedrich Schiller stand er für Spiel und Kunst als emanzipatorische Aktivitäten ein, die das Potential haben, Menschen zu verwandeln, und die vor allem ihre Beziehung zur Arbeit verändern können. In einer nichtrepressiven Gesellschaft könnten erotische Energien in sexuelle Befriedigung, Spiel und kreative Arbeit fließen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Beziehungen kennen keine Grenzen mehr</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-sexuelle-erlebnisse.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jan 2022 02:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gegenwart ist von einer Sexualisierung gekennzeichnet, die Verwirrung stiftet. Eva Illouz erläutert: „Dadurch, dass sie eine Anhäufung sexueller Erlebnisse ermöglicht, ja zu ihr ermutigt, verwischt sie die Grenzen zwischen Beziehungen. Der moderne Weg, Beziehungen aufzubauen, lebte von der Fähigkeit, Grenzen zwischen ihnen zu ziehen, also zu definieren, wie und wo verschiedene Beziehungen beginnen und enden.“ Die Anhäufung von Beziehungen erschwert es nun allerdings enorm, an klaren emotionalen und begrifflichen Kategorien festzuhalten. Etwa um Grenzen zwischen Beziehungen abstecken zu können, wie man es beispielsweise tut, wenn man strikt zwischen Freunden&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gegenwart ist von einer Sexualisierung gekennzeichnet, die Verwirrung stiftet. Eva Illouz erläutert: „Dadurch, dass sie eine Anhäufung sexueller Erlebnisse ermöglicht, ja zu ihr ermutigt, verwischt sie die Grenzen zwischen Beziehungen. Der moderne Weg, Beziehungen aufzubauen, lebte von der Fähigkeit, Grenzen zwischen ihnen zu ziehen, also zu definieren, wie und wo verschiedene Beziehungen beginnen und enden.“ Die Anhäufung von Beziehungen erschwert es nun allerdings enorm, an klaren emotionalen und begrifflichen Kategorien festzuhalten. Etwa um Grenzen zwischen Beziehungen abstecken zu können, wie man es beispielsweise tut, wenn man strikt zwischen Freunden und Liebhabern unterscheidet. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-3292"></span></p>
<p><strong>Die Offenheit der Beziehungen wirkt verwirrend</strong></p>
<p>Viele Menschen erkennen nicht, wie sich Gelegenheitssex auf eine Langzeitbeziehung selbst auswirkt. Gelegenheitssex verwirft das zentrale Merkmal der Heteronormativität, jenes Telos der Ehe, Monogamie und Häuslichkeit, dem die Sexualität untergeordnet ist. Heutzutage ist es schwierig, überhaupt eine Handlungsstrategie für eine Beziehung zu entwickeln. Die Offenheit der Beziehungen bringt sowohl die expressive als auch die instrumentelle Dimension des Handelns aus dem Lot und lässt die Akteure verwirrt zurück. </p>
<p>Denn sie wissen nicht mehr, in welchem Handlungsregime sie eigentlich agieren. Eva Illouz stellt fest: „Weil die Sexualität unter diesen Bedingungen seriell und mit offenem Ausgang gelebt wird, verändern sich die sozilogischen Grenzen der Beziehungen. Beziehungen grenzen aneinander und lösen einander ab, wobei sich ihre Rahmen überschneiden und ihre Ziele verschwommen bleiben.“ Einer solchen Subjektivität fällt es schwerer, andere in ihrer Einzigartigkeit zu sehen und sich von ihnen in der eigenen Einzigartigkeit gesehen zu fühlen. </p>
<p><strong>Die Häufung sexueller Kontakte gilt als Selbstverständlichkeit</strong></p>
<p>Allein schon die Fähigkeit, den Rahmen einer Beziehung im Blick zu behalten, scheint durch die Häufung sexueller Kontakte und durch sexuelle Offenheit gefährdet. Diese Beziehungen folgen keinem klaren kulturellen Drehbuch, sie scheinen willkürlich gewesen zu sein. Die sexuelle Exklusivität bleibt für die meisten heterosexuellen Menschen das Zeichen einer verbindlichen Beziehung. Die verfügbaren Technologien erschweren es jedoch erheblich, an einem Drehbuch der sexuellen Exklusivität festzuhalten und die Regeln zu kennen, die darüber Auskunft geben, wann und wie dieses anzuwenden ist. </p>
<p>Viele Menschen empfinden die Häufung sexueller Kontakte als Selbstverständlichkeit, weil sie sie als Vorrecht ihres Privatlebens verstehen und aus den meisten Beziehungen „sowieso nichts wird“. Eva Illouz erläutert: „Gelegenheitssex führt damit zu Ungewissheit nicht nur über den Rahmen und das Ziel der Interaktion, sondern auch über ihre Grenzen.“ Wie und wo endet eine sexuelle emotionale Beziehung, und wo beginnt die nächste? Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<item>
		<title>Gelegenheitssex ist nichts Neues</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gelegenheitssex-ist-nichts-neues.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2021 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[An sich ist Gelegenheitssex historisch nichts Neues. Heutzutage verdankte er sich der politischen und moralischen Forderung nach der Befreiung der Sexualität von religiösen Tabus und ökonomischen Austausch. Eva Illouz erläutert: „Er war zumindest dem Grundsatz nach geschlechtsneutral. Und er verband sich mit umfassenderen Praktiken der Selbstbestätigung, Authentizität und Autonomie.“ Gelegenheitssex fand in modernen räumlichen Umgebungen statt, in Städten oder auf Universitätsgeländen. Er ermöglichte es Männern und Frauen unterschiedlicher geographischer, ethnischer und sozialer Herkunft miteinander in Kontakt zu kommen. Das geschah fern der formalen oder informellen sozialen Kontrolle durch die eigene&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An sich ist Gelegenheitssex historisch nichts Neues. Heutzutage verdankte er sich der politischen und moralischen Forderung nach der Befreiung der Sexualität von religiösen Tabus und ökonomischen Austausch. Eva Illouz erläutert: „Er war zumindest dem Grundsatz nach geschlechtsneutral. Und er verband sich mit umfassenderen Praktiken der Selbstbestätigung, Authentizität und Autonomie.“ Gelegenheitssex fand in modernen räumlichen Umgebungen statt, in Städten oder auf Universitätsgeländen. Er ermöglichte es Männern und Frauen unterschiedlicher geographischer, ethnischer und sozialer Herkunft miteinander in Kontakt zu kommen. Das geschah fern der formalen oder informellen sozialen Kontrolle durch die eigene Primär- oder Sekundärgruppe. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-2779"></span></p>
<p><strong>Gelegenheitssex drückt individuelle Freiheit aus</strong></p>
<p>In diesem Sinne war Gelegenheitssex ein prägnanter Ausdruck der demokratischen Aufhebung gesellschaftlicher, ethnischer und religiöser Grenzen. Eva Illouz ergänzt: „Gelegenheitssex brachte somit neue moralische Normen mit sich und machte gleichzeitig ausgiebigen Gebrauch von der kommerzialisierten Sphäre der Freizeit.“ Beide Aspekte verschmolzen zu einer einzigen Matrix. Gelegenheitssex war nun ein Ausdruck von individueller Freiheit. Als ultimativen Ausweis der Freiheit brachte Erica Jong Gelegenheitssex mit ihrer Formel vom „Spontanfick“ auf den Punkt.</p>
<p>Erica Jong verstand darunter eine schuld- und schamfreie sexuelle Interaktion, die kein über ihre Erlebnishaftigkeit hinausweisendes Motiv hat. Jenseits der unmittelbaren sexuellen Interaktion verfolgt sie kein Ziel. Der Gelegenheitssex blieb freilich kein statisches Gebilde, sondern entfaltete sich zu einer eigenen sozialen Form. Sie ist unter verschiedenen Bezeichnungen wie „Abschleppen“, „Freundschaft Plus“ oder „Fickbeziehung“ bekannt. Im Französischen spricht man in diesem Zusammenhang von einem „plan cul“, was wörtlich vielleicht mit „Pussy-Date“ zu übersetzen wäre.</p>
<p><strong>Das Internet hat den Sex in eine Ware verwandelt</strong></p>
<p>Der Ausdruck „Pussy-Date“ deutet auf eine offensichtlich männliche Prägung des Gelegenheitssexes hin. Wie der Sexualhistoriker Barry Reay sagt, ist Gelegenheitssex „flüchtig, kurzlebig und steht außerhalb des Kontexts einer langfristigen sexuellen Beziehung oder ergänzt diese.“ Eva Illouz fügt hinzu: „Weil Gelegenheitssex kurzlebig und zeitlich relativ gut strukturiert ist, kann er leicht Warencharakter annehmen. Er ist potenziell für die hohe Umschlagsgeschwindigkeit des Konsums von Konsumschauplätzen, Abenteuern und Erlebnissen bestens geeignet.“</p>
<p>Unübersehbar wurde die Wahlverwandtschaft zwischen Gelegenheitssex und Konsum durch die Internettechnologie. Mit dieser beschleunigte sich die Organisation sexueller Begegnungen als ein Markt, in dem Menschen entsprechend der Zuschreibung von Wert zusammenkommen. Die sexuelle Begegnung wurde dadurch in eine Ware verwandelt, die man erwerben und auch wieder loswerden kann. Dies geht besonders drastisch aus dem breiten Spektrum von Internet-Sexportalen und Dating-Apps wie Tinder hervor. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Moderner Sex kennt keinen klaren Kurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungewissheit meint nicht die Unklarheit, die damit verbunden ist, dass Worte mehr als eine Bedeutung haben können und die Absichten von Akteuren nicht immer durchsichtig sind. Eva Illouz erklärt: „Der erste Umstand kann unterhaltsam sein, während der zweite normalerweise keine Angst auslöst.“ Ungewissheit rührt vielmehr daher, dass die Grundlagen einer Interaktion nicht als selbstverständlich gelten können. Deshalb muss sich jeder die Definition einer Situation selbst zusammenreimen. Denn die Verhaltensregeln für Interaktionen sind unklar, obwohl die Akteure Klarheit anstreben. Ungewissheit hat damit direkte psychische Auswirkungen, die von Scham, Unbehagen und Verlegenheit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ungewissheit meint nicht die Unklarheit, die damit verbunden ist, dass Worte mehr als eine Bedeutung haben können und die Absichten von Akteuren nicht immer durchsichtig sind. Eva Illouz erklärt: „Der erste Umstand kann unterhaltsam sein, während der zweite normalerweise keine Angst auslöst.“ Ungewissheit rührt vielmehr daher, dass die Grundlagen einer Interaktion nicht als selbstverständlich gelten können. Deshalb muss sich jeder die Definition einer Situation selbst zusammenreimen. Denn die Verhaltensregeln für Interaktionen sind unklar, obwohl die Akteure Klarheit anstreben. Ungewissheit hat damit direkte psychische Auswirkungen, die von Scham, Unbehagen und Verlegenheit bis zu Angst und Unsicherheit reichen können. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-2762"></span></p>
<p><strong>Die Sexualität entwickelt eine autonome Handlungssphäre</strong></p>
<p>Tatsächlich löst Ungewissheit im Normalfall Angst aus und wird selten auf spielerische Weise behandelt. Ungewissheit kann man als Gefühlsstruktur verstehen, als gelebte Erfahrung eines umfassenden Gefühls von Verletzlichkeit, Angst und Hoffnung. Manche Akteure sind geschickt darin, Ungewissheit zu bewältigen, andere lernen im Dschungel der Selbsthilferatgeber, mit ihr zurechtzukommen, wieder andere ziehen sich entmutigt zurück. Für Erving Goffman sind sämtliche Interaktionen zwischen menschlichen Lebewesen in Rahmen organisiert.</p>
<p>Diese Rahmen sind als ein kognitiver, perzeptiver und sozialer Prozess zu verstehen. Dieser erlaubt es den Akteuren, die Anhaltspunkte, Schemata oder Muster einer Interaktion zu lesen, einzuordnen und sich in ihr zu orientieren. Die Sexualität hat sich heutzutage zu einer autonomen Handlungssphäre entwickelt. Moderne heterosexuelle Beziehungen haben von sich aus kein Ziel mehr und kennen keinen klaren Kurs. Heterosexuelle Begegnungen haben sich in drei mögliche Handlungsregime aufgesplittert, in das eheliche, in das emotionale und in das sexuelle. </p>
<p><strong>Beim Gelegenheitssex gibt es kein Drehbuch</strong></p>
<p>Dies bringt schon eine Ungewissheit über den Rahmen und die Definition einer Interaktion mit sich. Frauen und Männer geben häufig an, dass sich Beziehungen in viele unterschiedliche Richtungen entwickeln können, von denen sie vorher keine Ahnung haben. Beim „etwas miteinander haben“ scheint völlige Ungewissheit darüber zu bestehen, was eigentlich das Ziel und der übergreifende Rahmen der Interaktion ist. Diese Ungewissheit wird durch die Entwicklung neuer Apps wie Tinder noch erheblich verschärft und vergrößert. </p>
<p>Bei Tinder kann es lediglich um schnellen, austauschbaren Sex gehen oder um die Möglichkeit eine „Traumfrau“ kennenzulernen. Daneben gibt es vielförmige und unbestimmte Möglichkeiten zwischen diesen beiden Extremen. Traditionell folgen das Liebeswerben und die Partnersuche sowohl in kognitiver als auch in praktischer Hinsicht eng einem vorgeschriebenen Drehbuch. Dagegen nimmt der moderne Gelegenheitssex den Liebesbeziehungen sozusagen ihren Skriptcharakter. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Lust auf Sex kann völlig erlöschen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-stabile-beziehung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 01:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Von wenigen Ausnahmen abgesehen nimmt das sexuelle Begehren in einer Partnerschaft spätestens nach drei Jahren rapide ab. Andreas Salcher fügt hinzu: „Kommen Kinder dazu, besteht die Gefahr, dass die Lust auf Sex mit dem Partner völlig erlischt. Obwohl man einander nach wie vor liebt, spielt Sex nur mehr eine untergeordnete Rolle in der Beziehung.“ Dabei geht es nicht darum, wie oft man im Monat Sex miteinander hat, sondern um das Begehren an sich. Sexualtherpeuten beschäftigen sich schon seit Langem mit der scheinbar unlösbaren Frage, wie sich lustvolle Sexualität mit einem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von wenigen Ausnahmen abgesehen nimmt das sexuelle Begehren in einer Partnerschaft spätestens nach drei Jahren rapide ab. Andreas Salcher fügt hinzu: „Kommen Kinder dazu, besteht die Gefahr, dass die Lust auf Sex mit dem Partner völlig erlischt. Obwohl man einander nach wie vor liebt, spielt Sex nur mehr eine untergeordnete Rolle in der Beziehung.“ Dabei geht es nicht darum, wie oft man im Monat Sex miteinander hat, sondern um das Begehren an sich. Sexualtherpeuten beschäftigen sich schon seit Langem mit der scheinbar unlösbaren Frage, wie sich lustvolle Sexualität mit einem harmonischen Zusammenleben vereinbaren lässt. Wie kommt es, dass der Übergang zur Elternschaft so häufig mit einem erotischen Desaster einhergeht? Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-2749"></span></p>
<p><strong>Eine Beziehung soll romantisch und sexuell aufregend sein</strong></p>
<p>Es überrascht wenig, dass vielen danach trachten, ihr sexuelles Bedürfnis außerhalb ihrer Partnerschaft zu befriedigen. Das war natürlich nie anders, nur wurde nicht offen darüber geredet. Sondern alles fand unter einer dicken Decke statt, die man aus Doppelmoral und Verdrängung webte. Dran trotzdem etwas in die Öffentlichkeit, so erregte man sich über den Skandal. Geändert haben sich die Ansprüche, mit denen Menschen heute Partnerschaften und Ehen eingehen. </p>
<p>Andreas Salcher erläutert: „Wir erhoffen uns von einer einzigen Person die Erfüllung unserer Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Hilfe, die früher ein ganzes Dorf abgedeckt hat.“ Gleichzeitig erwartet man von einer verbindlichen Beziehung, dass sie sowohl liebevoll und romantisch als auch sexuell aufregend sein soll. Kann es noch verwundern, dass so viele Beziehungen unter jener übergroßen Last zerbrechen? Kommen zu diesen unerfüllbaren Ansprüchen noch Stress am Arbeitsplatz und die Erziehung der Kinder dazu, tritt bei einst glücklichen Paaren die Erschöpfung ein. </p>
<p><strong>Der Terror des unerfüllten Ideals bedroht jede Beziehung</strong></p>
<p>Idealisierende Ansprüche an die wahre Liebe verlangen, dass man ständig geben und nie verlangen darf. Mit sich selbst im Einklang, freundlich, verständnisvoll und empathisch zu sein, sind an sich gute Voraussetzungen. Trotzdem reichen sie oft nicht aus. Zur Liebe gehören nämlich immer zwei. Und mindestens einer will meist nicht nur geben, sondern erwartet, vom Partner viel zu bekommen, am besten gleich alles, was ihm selbst zum Glück im Leben fehlt.</p>
<p>Daher gibt es neben gleichstarken Beziehungen auch nicht gleichberechtigte, in denen der eine sich immer mehr bemüht. Andreas Salcher weiß: „Es existieren leidenschaftliche Partnerschaften mit viel Streit und lustvoller Versöhnung genauso wie harmonische ohne große Höhepunkte.“ Keine Liebe ist falsch, unreif, armselig und somit falsch, solange nicht einer dauerhaft leidet. Die wirklich schlimme Bedrohung jeder Liebesbeziehung ist der Terror des unerfüllten Ideals. Andreas Salcher erklärt: „Denn dieses Ideal entwertet unseren realen Partner und lässt uns ständig von einem idealen träumen.“ Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wilhelm Reich baute den Orgonakkumulator</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-wilhelm-reich.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Orgonakkumulator]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[Der in Österreich geborene, unkonventionelle psychoanalytische Theoretiker und Marxist Wilhelm Reich gelangte in Amerika als ein Prophet der sexuellen Befreiung zu großem Ruhm. In „The Invasion of Compulsory Sex-Morality schreibt er: „Eine sexuelle Revolution ist auf dem Vormarsch, und keine Macht der Erde wird sie aufhalten können.“ Während der 1930er Jahre hatten Mitglieder der Frankfurter Schule, auch Herbert Marcuse und Erich Fromm, Wilhelm Reichs Schriften gelesen. Und die im Zusammenhang damit entstandene Darstellung des Faschismus war auch tatsächlich von Wilhelm Reichs Buch „Massenpsychologie des Faschismus“ beeinflusst. Wilhelm Reich ging 1939&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der in Österreich geborene, unkonventionelle psychoanalytische Theoretiker und Marxist Wilhelm Reich gelangte in Amerika als ein Prophet der sexuellen Befreiung zu großem Ruhm. In „The Invasion of Compulsory Sex-Morality schreibt er: „Eine sexuelle Revolution ist auf dem Vormarsch, und keine Macht der Erde wird sie aufhalten können.“ Während der 1930er Jahre hatten Mitglieder der Frankfurter Schule, auch Herbert Marcuse und Erich Fromm, Wilhelm Reichs Schriften gelesen. Und die im Zusammenhang damit entstandene Darstellung des Faschismus war auch tatsächlich von Wilhelm Reichs Buch „Massenpsychologie des Faschismus“ beeinflusst. Wilhelm Reich ging 1939 in die USA ins Exil und entwickelte dort seinen „Orgonakkumulator“, einen hölzernen, metallgefütterten, mit Stahlwolle isolierten Schrank. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2713"></span></p>
<p><strong>Viele Schriftsteller rühmten die Wohltaten des Orgonakkumulators</strong></p>
<p>Albert Einstein, den Wilhelm Reich eingeladen hatte, den Akkumulator auszuprobieren, war skeptisch hinsichtlich der Behauptung seines Erfinders, das Gerät könne die „orgiastische Potenz“ des Benutzers und in Verbindung damit seine geistige Gesundheit verbessern. Viele führende amerikanische Schriftsteller der Nachkriegszeit hingegen rühmten die Wohltaten, die man beim Gebrauch von Wilhelm Reichs Schrank genoss. Darunter waren Norman Mailer, J. D. Salinger, Saul Bellow, Allen Ginsberg und Jack Kerouac. </p>
<p>Später veröffentlichte William Burroughs einen Zeitungsartikel unter dem Titel: „Sämtliche Akkumulatoren, die ich je besaß“: „Ihr unerschrockener Reporter gelangte im Alter von 37 Jahren in einem Orgonakkumulator, der in einem Orangenhain in Pharr, Texas, aufgestellt war, zu einem spontanen Orgasmus ohne manuelle Unterstützung.“ Der Regisseur Woody Allen stellt die Apparatur in seinem Film „Der Schläfer“ aus dem Jahr 1973 als Orgasmatron satirisch dar. Darüber, dass es zu einem Zugewinn an orgiastischer Potenz bei Frauen kam, hat man jedoch nichts erfahren. </p>
<p><strong>Wilhelm Reich machte sich für die sexuelle Befreiung stark</strong></p>
<p>Mitte der 1950er Jahre geriet Wilhelm Reich, der unter paranoiden Wahnvorstellungen von UFO-Angriffen auf die Erde litt, allerdings unter Beobachtung durch die Food and Drugs Administration. Die Behörde begründete dies damit, er stelle falsche Behauptungen über den Orgonakkumulator auf. Warum empfand ihn die US-Regierung als solche Gefahr? Eine mögliche Antwort wäre, dass die sexuelle Befreiung, für die sich ein marxistischer Psychoanalytiker stark machte, in einem zunehmend paranoiden Amerika auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges als eindeutige, akute rote Gefahr angesehen wurde. </p>
<p>Ebenso möglich ist, dass Wilhelm Reichs Vorstellung einer sexuellen Befreiung eine Bedrohung der in Amerika so hochgeschätzten Werte wie Arbeitsethik und Monogamie darstellte. Eine dritte mögliche Antwort: Ein Scharlatan, der mit seiner Wunderkur Geld macht, ist für jedes Gemeinwesen untragbar. Wilhelm Reich starb im November 1957 im Lewisburg Federal Penitentiary in Pennsylvania an einem Herzanfall, wo er zwei Jahre einsaß, weil der gegen die Verfügung verstoßen hatte, seine Machine zu  vermieten oder zu verkaufen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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